Klinisch Relevant Podcast

Arzneimittelexantem - mit Dr. Alice Martin

16 min · 21. Mai 2026
Episode Arzneimittelexantem - mit Dr. Alice Martin Cover

Beschreibung

Arzneimittelexantem - mit Dr. Alice Martin 🧠 Worum geht’s in dieser Folge? Arzneimittelexantheme gehören zu den hĂ€ufigsten unerwĂŒnschten Arzneimittelreaktionen im klinischen Alltag und betreffen nahezu alle Fachdisziplinen. In dieser kompakten Folge aus der Kooperation mit mediLogin geht es um das makulopapulöse Arzneimittelexanthem – von der immunologischen Grundlage ĂŒber die klinische PrĂ€sentation bis hin zu Diagnostik und Therapie. đŸ©ș Zentrale Inhalte der Folge * UnerwĂŒnschte Arzneimittelreaktionen: Typ A vs. Typ B Die Folge startet mit der grundlegenden Einteilung unerwĂŒnschter Arzneimittelwirkungen: Typ A („augmented“) * dosisabhĂ€ngig * reproduzierbar * direkt mit der Arzneimittelwirkung verbunden Beispiel: * Hypotonie unter Antihypertensiva Typ B („bizarre“) * nicht dosisabhĂ€ngig * selten * nicht reproduzierbar * hĂ€ufig immunologisch vermittelt âžĄïž Arzneimittelexantheme gehören zu den Typ-B-Reaktionen. * Immunologische Grundlagen Besprochen werden: * IgE-vermittelte Soforttypreaktionen * Nicht-IgE-vermittelte Reaktionen Typ-I-Reaktionen * Urtikaria * Anaphylaxie * hĂ€ufig durch: * Penicilline * Cephalosporine Typ-IV-Reaktion Das makulopapulöse Arzneimittelexanthem ist: * T-Zell-vermittelt * verzögert auftretend * Ausdruck einer zellulĂ€ren Immunantwort Wichtiger Mechanismus: * Sensibilisierung beim Erstkontakt * schnellere Reaktion bei Reexposition 🔬 Klinik des makulopapulösen Arzneimittelexanthems * Typische Merkmale: * Beginn meist 1–2 Wochen nach Therapiebeginn * zunĂ€chst stammbetont * Ausbreitung auf ExtremitĂ€ten * Gesicht seltener betroffen * hĂ€ufig Juckreiz Morphologie: * generalisiertes erythematöses makulopapulöses Exanthem * unterschiedliche Erscheinungsformen möglich: * psoriasiform * lichenoid * Sonderform: Baboon-Syndrom / SDRIFE Besprochen wird außerdem: 🐒 SDRIFE (Systemic Drug-Related Intertriginous and Flexural Exanthema) Charakteristika: * symmetrisches erythematöses Exanthem * bevorzugt gluteal/intertriginös lokalisiert * medikamentös ausgelöst 🔬 Histologie & Diagnostik Histologischer Befund: * GrenzflĂ€chendermatitis * oberflĂ€chlich gemischtzelliges Infiltrat * CD3-positive T-Zellen In der Praxis entscheidend: * Anamnese * zeitlicher Zusammenhang * klinische PrĂ€sentation âžĄïž Die Diagnose wird meist klinisch gestellt. 💊 Therapie Zentral ist: konsequentes Absetzen bzw. Meiden des auslösenden Medikaments Je nach Schweregrad: * topische Glucocorticoide * systemische Glucocorticoide * Antihistaminika bei Pruritus 💡 Take-Home Messages * Arzneimittelexantheme zĂ€hlen zu den hĂ€ufigsten immunologischen Arzneimittelreaktionen * Das makulopapulöse Arzneimittelexanthem ist eine Typ-IV-Reaktion * Entscheidend sind: * sorgfĂ€ltige Anamnese * zeitlicher Verlauf * klinische Morphologie * Therapie der Wahl: Auslöser identifizieren und absetzen * Differenzialdiagnostisch mĂŒssen schwere kutane Arzneimittelreaktionen ausgeschlossen werden 🎧 Über mediLogin mediLogin bietet zertifizierte Onlinekurse fĂŒr Ärzt:innen und medizinisches Fachpersonal. Weitere Informationen: * mediLogin [https://www.medi-login.com?utm_source=chatgpt.com] * Klinisch Relevant [https://www.klinisch-relevant.de?utm_source=chatgpt.com] Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte fĂŒr Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle TherapievorschlĂ€ge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die BeitrĂ€ge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. HĂ€ufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir ĂŒbernehmen fĂŒr mögliche Nachteile oder SchĂ€den, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es wĂŒrde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten wĂŒrdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de

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Episode Die Rolle der LogopÀdie in der Palliativmedizin - mit Cordula Winterholler Cover

Die Rolle der LogopÀdie in der Palliativmedizin - mit Cordula Winterholler

LogopĂ€die in der Palliativmedizin – mehr als Schlucken und Sprechen Mit: Cordula Winterholler Worum geht’s in dieser Folge? Welche Rolle spielt die LogopĂ€die in der Palliativversorgung? FĂŒr viele Kolleg:innen scheint die Antwort zunĂ€chst nicht offensichtlich zu sein. Dabei gehören Themen wie Essen, Trinken, Schlucken, Kommunikation und Teilhabe zu den zentralen BedĂŒrfnissen von Menschen mit lebenslimitierenden Erkrankungen. In dieser Folge spricht Kai Gruhn mit der LogopĂ€din Cordula Winterholler ĂŒber die oft unterschĂ€tzte Bedeutung der LogopĂ€die in der Palliativmedizin. Anhand konkreter Beispiele – insbesondere aus der Betreuung von Menschen mit ALS – wird deutlich, wie logopĂ€dische Expertise LebensqualitĂ€t, Autonomie und Kommunikation bis zum Lebensende unterstĂŒtzen kann. Zu Gast Cordula Winterholler ist LogopĂ€din, Autorin und Referentin mit besonderem Schwerpunkt auf palliativer LogopĂ€die. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Maria Bartel beschĂ€ftigt sie sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie logopĂ€dische Versorgung in palliativen Settings gestaltet werden kann. Zentrale Themen der Folge Haben LogopĂ€d:innen ĂŒberhaupt eine Rolle in der Palliativmedizin? Eine provokante Einstiegsfrage der Folge. Obwohl Schluckstörungen, Kommunikationsprobleme und ErnĂ€hrungsfragen im palliativen Alltag hĂ€ufig auftreten, sind LogopĂ€d:innen bislang vielerorts nicht selbstverstĂ€ndlich in palliative Versorgungsteams integriert. Diskutiert werden mögliche GrĂŒnde: * Palliativmedizin wird hĂ€ufig ausschließlich mit der Terminalphase assoziiert * mangelnde Bekanntheit logopĂ€discher Kompetenzen * historisch starke Orientierung der Palliativversorgung an onkologischen Erkrankungen Palliativmedizin beginnt nicht erst am Lebensende Ein zentrales Anliegen von Cordula Winterholler: Palliative Versorgung beginnt gemĂ€ĂŸ WHO-Definition bereits mit der Diagnose einer lebenslimitierenden Erkrankung – nicht erst in der Finalphase. Dadurch entstehen zahlreiche Ansatzpunkte fĂŒr logopĂ€dische Interventionen: * Beratung * Symptommanagement * Kommunikationsförderung * UnterstĂŒtzung von AlltagsaktivitĂ€ten * Angehörigenarbeit Schlucken, Essen und Trinken – zentrale Themen bis zuletzt Essen und Trinken bedeuten weit mehr als reine Nahrungsaufnahme. Besprochen werden: * Dysphagie bei neurologischen und onkologischen Erkrankungen * ErnĂ€hrungsmanagement * Konsistenzanpassungen * Aspirationsrisiken * LebensqualitĂ€t trotz funktioneller EinschrĂ€nkungen Dabei steht nicht die Funktionsverbesserung um jeden Preis im Vordergrund, sondern die Frage: 👉 Was ist fĂŒr die Patientin oder den Patienten in der aktuellen Lebensphase wichtig? ALS als Beispiel fĂŒr palliative LogopĂ€die FrĂŒhe Diagnostik und Begleitung Am Beispiel der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) beschreibt Cordula Winterholler die verschiedenen Aufgaben der LogopĂ€die. Bereits bei ersten SprachverĂ€nderungen erfolgt: * umfassende Diagnostik * Schluckdiagnostik * ErnĂ€hrungsassessment * Beobachtung von Atemfunktion und Belastbarkeit Oft zeigen sich bereits frĂŒh: * Gewichtsverlust * MangelernĂ€hrung * kompensierte Schluckstörungen Alltag statt Defizite Ein wichtiger Gedanke der Folge: Palliative LogopĂ€die orientiert sich nicht primĂ€r an Funktionsverlusten, sondern am gelebten Alltag. Fragen sind beispielsweise: * Wie kann BerufstĂ€tigkeit erhalten bleiben? * Welche Hilfsmittel entlasten die Kommunikation? * Wie lassen sich soziale AktivitĂ€ten weiterhin ermöglichen? UnterstĂŒtzte Kommunikation und digitale Hilfsmittel Ein besonders spannendes Themenfeld: Die moderne LogopĂ€die nutzt heute eine Vielzahl technischer Möglichkeiten: * Kommunikationshilfen * Sprachcomputer * Augensteuerung * KI-gestĂŒtzte Systeme Besprochen wird außerdem das sogenannte Speech Banking: Dabei wird die eigene Stimme aufgezeichnet, solange sie noch ausreichend erhalten ist, um sie spĂ€ter in unterstĂŒtzten Kommunikationssystemen weiter nutzen zu können. PEG, ErnĂ€hrung und ethische Entscheidungen Ein wiederkehrendes Thema in der palliativen Versorgung: * Wann sollte eine PEG-Anlage diskutiert werden? * Welche Werte und WĂŒnsche stehen hinter einer Ablehnung? * Wie können Patient:innen bei komplexen Entscheidungen begleitet werden? Die Folge macht deutlich: LogopĂ€d:innen sind nicht nur therapeutisch tĂ€tig, sondern begleiten auch Entscheidungsprozesse und ethische Fragestellungen. Ethik als Kernkompetenz Ein zentrales Kapitel des geplanten Fachbuchs widmet sich ethischen Fragestellungen: * kĂŒnstliche ErnĂ€hrung * Autonomie * LebensqualitĂ€t * TherapiezielĂ€nderungen * Umgang mit existenziellen Fragen Denn Patient:innen stellen hĂ€ufig Fragen, die weit ĂŒber die reine Funktion hinausgehen: > „Was soll das alles eigentlich noch?“ Auch fĂŒr solche GesprĂ€che braucht es professionelle Kompetenz und Haltung. Warum LogopĂ€die Teil des Palliativteams sein sollte Cordula Winterholler plĂ€diert dafĂŒr, LogopĂ€d:innen nicht nur konsiliarisch hinzuzuziehen, sondern fest in Palliativteams zu integrieren. GrĂŒnde hierfĂŒr: * kontinuierliche Begleitung * gemeinsame ethische Entscheidungsfindung * Entwicklung einer gemeinsamen Teamhaltung * bessere individuelle Lösungen fĂŒr Patient:innen und Angehörige Das neue Fachbuch zur palliativen LogopĂ€die Gemeinsam mit Maria Bartel arbeitet Cordula Winterholler derzeit an einem umfassenden Fachbuch zur palliativen LogopĂ€die. Themen werden unter anderem sein: * Grundlagen der palliativen LogopĂ€die * internationale Perspektiven * Ethik * Kommunikation * Angehörigenarbeit * unterschiedliche palliative Settings * neurologische und onkologische Erkrankungen Take-Home Messages * Palliative LogopĂ€die beginnt nicht erst in der Sterbephase. * Kommunikation, Schlucken und Essen sind zentrale Aspekte von LebensqualitĂ€t. * LogopĂ€d:innen begleiten nicht nur Funktionen, sondern Menschen in komplexen Lebenssituationen. * UnterstĂŒtzte Kommunikation gewinnt durch Digitalisierung und KI zunehmend an Bedeutung. * Ethische Fragestellungen gehören zum logopĂ€dischen Alltag in palliativen Settings. * Eine feste Integration der LogopĂ€die in Palliativteams kann die Versorgung deutlich verbessern. Hörenswert fĂŒr * Palliativmediziner:innen * LogopĂ€d:innen * Neurolog:innen * SAPV-Teams * Pflegefachpersonen * Therapeutische Berufe * Alle, die Menschen mit lebenslimitierenden Erkrankungen begleiten Weitere Informationen * https://forum-logopaedie.de/artikel/angehoerigenarbeit-in-der-palliativen-logopaedie/ [https://forum-logopaedie.de/artikel/angehoerigenarbeit-in-der-palliativen-logopaedie/] * https://www.skvshop.de/logopaedie/palliative-care-978-3-8248-1301-8.html [https://www.skvshop.de/logopaedie/palliative-care-978-3-8248-1301-8.html] Eine Folge ĂŒber LebensqualitĂ€t, Kommunikation und die Frage, wie therapeutische Begleitung auch dann noch sinnvoll sein kann, wenn Heilung nicht mehr das Ziel ist. Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte fĂŒr Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle TherapievorschlĂ€ge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die BeitrĂ€ge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. HĂ€ufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir ĂŒbernehmen fĂŒr mögliche Nachteile oder SchĂ€den, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es wĂŒrde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten wĂŒrdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. 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9. Juni 202629 min
Episode Gehirntumore - mit Dr. med. Anne Biesalski Cover

Gehirntumore - mit Dr. med. Anne Biesalski

Nervensache, Podcast der Deutschen Hirnstiftung meets Klinisch Relevant In dieser Folge vermitteln wir grundlegendes Wissen rund um das Thema Hirntumore. Dr. Anne Biesalksi, Neurologin und Mitglied des Vorstands der Deutschen Hirnstiftung. erklĂ€rt verstĂ€ndlich die wichtigsten medizinischen ZusammenhĂ€nge – unterstĂŒtzt von ihrem Mann Jasper, der ausgewĂ€hlte Zitate aus Wolfgang Herrndorfs „Arbeit und Struktur“ (mit freundlicher Genehmigung des Rowohlt-Verlags) einliest. Das erwartet euch: Hirntumor ist nicht gleich Hirntumor: Tumore unterscheiden sich stark – nicht nur in ihrer Art, sondern auch in ihrer Lage. Das umliegende Gewebe spielt eine entscheidende Rolle dafĂŒr, welche Symptome auftreten und welche Behandlung möglich ist. PrimĂ€re vs. sekundĂ€re Tumore: PrimĂ€re Hirntumore entstehen direkt im Gehirn. SekundĂ€re Tumore sind Metastasen – der Krebs hat seinen Ursprung in einem anderen Organ und streut ins Gehirn. Diagnostik: Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist zentral fĂŒr die Bildgebung. Eine endgĂŒltige Diagnose und Sicherheit liefert jedoch meist erst die Gewebeentnahme, hĂ€ufig mittels stereotaktischer Biopsie. TherapieansĂ€tze: Je nach Tumorart und Lage kommen unterschiedliche Behandlungen infrage, darunter Operation, Bestrahlung und Chemotherapie. Auch mögliche StrahlenschĂ€den werden thematisiert. InterdisziplinĂ€re Zusammenarbeit: Die Behandlung erfolgt selten isoliert – verschiedene Fachrichtungen arbeiten eng zusammen, um die bestmögliche Therapie zu gewĂ€hrleisten. Diese Folge bietet eine verstĂ€ndliche Grundlage fĂŒr alle, die sich erstmals mit dem Thema Hirntumore beschĂ€ftigen oder ihr Wissen auffrischen möchten. In KĂŒrze geht es weiter – dann wieder im gewohnten Format. Viel Spaß beim Zuhören. Wir danken Klinisch Relevant fĂŒr diese schöne Kooperation. Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte fĂŒr Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle TherapievorschlĂ€ge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die BeitrĂ€ge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. HĂ€ufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir ĂŒbernehmen fĂŒr mögliche Nachteile oder SchĂ€den, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es wĂŒrde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten wĂŒrdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de

Gestern32 min
Episode Psychiatrische VorstellungsgrĂŒnde in deutschen Notfallambulanzen - mit Dr. Heribert Kirchner Cover

Psychiatrische VorstellungsgrĂŒnde in deutschen Notfallambulanzen - mit Dr. Heribert Kirchner

Nichtdringliche psychiatrische VorstellungsgrĂŒnde in deutschen Notaufnahmen Dr. Heribert Kirchner Worum geht’s in dieser Folge? Psychiatrische Patient:innen gehören lĂ€ngst zum Alltag deutscher Notaufnahmen. Doch wie hĂ€ufig stellen sich Menschen mit psychischen Beschwerden vor, ohne dass ein akut behandlungsbedĂŒrftiger Notfall vorliegt? Welche Diagnosen stehen dahinter? Und was bedeutet das fĂŒr ein Gesundheitssystem, dessen Notaufnahmen zunehmend an ihre Belastungsgrenzen geraten? In dieser Folge spricht Dr. Heribert Kirchner ĂŒber die erste bundesweite Studie zu nichtdringlichen psychiatrischen Vorstellungen in deutschen Notaufnahmen und ordnet die Ergebnisse aus versorgungswissenschaftlicher Perspektive ein. Zu Gast Dr. Heribert Kirchner ist Psychiater und Versorgungsforscher. Gemeinsam mit Kolleg:innen um Prof. Broska und Prof. Pajonk untersuchte er erstmals bundesweit die Entwicklung psychiatrischer Notfallvorstellungen anhand von Abrechnungsdaten der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung. Die Studie im Überblick "Trends in Non-Urgent Mental Health Presentations to Emergency Departments – Insights from the First Nationwide Study in Germany" Veröffentlicht in der Fachzeitschrift Psychiatry Research. Was wurde untersucht? Bisher gab es in Deutschland kaum belastbare Daten zur Frage, wie hĂ€ufig sich Menschen mit nichtdringlichen psychiatrischen Beschwerden in Notaufnahmen vorstellen. FĂŒr die Studie wurden bundesweite Abrechnungsdaten analysiert: * Zeitraum: 2012–2022 * bundesweite Datenerhebung * interdisziplinĂ€re Notaufnahmen * psychiatrische Diagnosen mit Notfallkennzeichnung Damit liefert die Arbeit erstmals einen Überblick ĂŒber die Entwicklung psychiatrischer Notfallvorstellungen ĂŒber einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren. Zentrale Ergebnisse Psychiatrische NotfĂ€lle sind kein RandphĂ€nomen Psychiatrische VorstellungsgrĂŒnde gehören mittlerweile zu den hĂ€ufigsten GrĂŒnden fĂŒr eine Notaufnahmevorstellung. Im Vergleich der Fachbereiche liegen sie hinter: 1. internistischen NotfĂ€llen 2. traumatologisch-unfallchirurgischen NotfĂ€llen 3. neurologischen NotfĂ€llen und zĂ€hlen damit zu den versorgungsrelevanten Patientengruppen in deutschen Notaufnahmen. Wie hĂ€ufig sind nichtdringliche psychiatrische Vorstellungen? Die Analyse zeigt: * geschĂ€tzt 250.000 bis 300.000 nichtdringliche psychiatrische Vorstellungen pro Jahr * etwa 2–3 % aller Notaufnahmekontakte * deutlicher Anstieg ĂŒber den Beobachtungszeitraum Obwohl der prozentuale Anteil zunĂ€chst klein erscheint, entstehen aufgrund der hohen Gesamtzahl von Notaufnahmebesuchen erhebliche absolute Fallzahlen. Welche Diagnosen stehen im Vordergrund? Angst- und Panikstörungen Eine der ĂŒberraschendsten Beobachtungen der Studie: * Angst- und Panikstörungen machten einen besonders großen Anteil der nichtdringlichen Vorstellungen aus. Die Forschenden hatten ursprĂŒnglich erwartet, dass depressive Erkrankungen hĂ€ufiger vertreten sein wĂŒrden. Affektive Störungen Ebenfalls hĂ€ufig: * depressive Episoden * andere affektive Erkrankungen Substanzassoziierte Vorstellungen Besonders relevant: * alkoholassoziierte VorstellungsgrĂŒnde DarĂŒber hinaus wurden cannabisassoziierte Vorstellungen gesondert analysiert. Warum landen Betroffene in der Notaufnahme? Die Folge diskutiert verschiedene Ursachen: Hohe VerfĂŒgbarkeit der Notaufnahme FĂŒr viele Menschen ist die Notaufnahme: * rund um die Uhr erreichbar * niedrigschwellig zugĂ€nglich * als kompetente Anlaufstelle bekannt Mangelnde Versorgungsangebote HĂ€ufige GrĂŒnde: * lange Wartezeiten auf ambulante Termine * regionale Unterversorgung * fehlende Krisenangebote Viele Betroffene erleben ihre Situation subjektiv als Notfall und suchen deshalb Hilfe in der Zentralen Notaufnahme. Sinkende Gesundheitskompetenz? Diskutiert wird außerdem die Frage, ob Patient:innen heute schwieriger einschĂ€tzen können, welche Beschwerden tatsĂ€chlich notfallmedizinisch behandelt werden mĂŒssen und welche besser in anderen Versorgungsstrukturen aufgehoben wĂ€ren. ⚠ Besondere Herausforderungen fĂŒr Notaufnahmen Psychiatrische NotfĂ€lle sind schwer zu triagieren Im Gegensatz zu: * Schlaganfall * Herzinfarkt * Trauma existieren fĂŒr viele psychiatrische Beschwerden keine klaren diagnostischen Algorithmen. Das stellt Notaufnahmen vor besondere Herausforderungen: * schwierige Priorisierung * hoher GesprĂ€chsbedarf * begrenzte psychiatrische Expertise vor Ort ÜberfĂŒllung hat Konsequenzen Die zunehmende Belastung deutscher Notaufnahmen ist mehr als ein organisatorisches Problem. ÜberfĂŒllte Notaufnahmen sind assoziiert mit: * lĂ€ngeren Wartezeiten * geringerer VersorgungsqualitĂ€t * lĂ€ngeren Aufenthaltsdauern * erhöhter MortalitĂ€t LösungsansĂ€tze Diskutiert werden verschiedene Strategien: * bessere Patientensteuerung * Ausbau von Bereitschaftsdienststrukturen * integrierte Leitstellenmodelle * stĂ€rkere AufklĂ€rung der Bevölkerung * Verbesserung ambulanter psychiatrischer Versorgungsangebote * telemedizinische Konzepte Dabei wird deutlich: Eine nachhaltige Lösung kann nur durch VerĂ€nderungen sowohl auf Patienten- als auch auf Systemebene gelingen. Take-Home Messages * Psychiatrische VorstellungsgrĂŒnde gehören zu den hĂ€ufigsten GrĂŒnden fĂŒr einen Besuch in der Notaufnahme. * Nichtdringliche psychiatrische Vorstellungen nehmen seit Jahren zu. * Angst- und Panikstörungen spielen eine grĂ¶ĂŸere Rolle als bislang angenommen. * ÜberfĂŒllte Notaufnahmen beeintrĂ€chtigen die VersorgungsqualitĂ€t nachweislich. * Psychiatrische Patient:innen benötigen oft andere Versorgungsstrukturen als klassische Notfallpatient:innen. * Die Ergebnisse der Studie haben hohe gesundheitspolitische und versorgungswissenschaftliche Relevanz. 📖 WeiterfĂŒhrende Literatur Kirchner H. et al. Trends in Non-Urgent Mental Health Presentations to Emergency Departments – Insights from the First Nationwide Study in Germany [https://link.springer.com/article/10.1186/s12888-025-07368-0] 🎧 Hörenswert fĂŒr * Ärzt:innen in Notaufnahme, Psychiatrie und Allgemeinmedizin * Pflegefachpersonen * Rettungsdienstpersonal * Versorgungsforscher:innen * Gesundheitsmanager:innen * Gesundheitspolitisch Interessierte 🔗 Weitere Informationen * Klinisch Relevant [https://www.klinisch-relevant.de?utm_source=chatgpt.com] Eine spannende Folge ĂŒber die Schnittstelle zwischen Psychiatrie, Notfallmedizin und Gesundheitssystem – und darĂŒber, warum steigende Patientenzahlen allein noch nicht die ganze Geschichte erzĂ€hlen. Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte fĂŒr Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle TherapievorschlĂ€ge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. 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6. Juni 202617 min
Episode Radiologische Zeichen der Spondylolyse und Spondylolisthesis - mit PD Dr. Ahi Sema Issever Cover

Radiologische Zeichen der Spondylolyse und Spondylolisthesis - mit PD Dr. Ahi Sema Issever

"I saw the sign" - die Podcast-Serie zu klinischen Zeichen KLINISCHE ZEICHEN DER WIRBELSÄULE: SPONDYLOLYSE, SCOTTY DOG, DARTH VADER & INVERTED NAPOLEON HAT SIGN In dieser Episode erklĂ€ren wir drei wichtige röntgenologische Zeichen, die auf eine Spondylolyse und Spondylolisthesis hinweisen können. Expertenwissen und anschauliche Beschreibungen helfen, diese Befunde in der klinischen Praxis zu erkennen und besser zu verstehen. KEY TOPICS * Grundlagen der Spondylolyse: Definition, Lokalisation & Ursachen * Zusammenhang zwischen Spondylolyse und Spondylolisthesis * Das Scotty Dog-Sign im Röntgen: Erkennung und Bedeutung * Das Darth Vader-Zeichen im CT: Entwicklung und Anwendung * Das Inverted Napoleon Hat Sign bei fortgeschrittener Spondylolisthesis * Einsatz der bildgebenden Verfahren (Röntgen, CT) bei WirbelsĂ€ulenbefunden * Bedeutung der frĂŒhzeitigen Erkennung zur Vermeidung von Komplikationen * Hinweise auf klinische Anwendungen und praktische Tipps fĂŒr Radiologen & OrthopĂ€den * Einladung zur Entwicklung eigener radiologischer Zeichen TIMESTAMPS 00:00 - BegrĂŒĂŸung und Einleitung: Klinische Zeichen der WirbelsĂ€ule 00:31 - Was ist eine Spondylolyse? Definition und Lokalisation im Lendenwirbel 01:07 - Anatomie der WirbelsĂ€ule: Pass interarticularis und deren Bedeutung 02:02 - Zusammenhang zwischen Spondylolyse, Spondylolisthesis und degenerativen Prozessen 02:58 - Ursachen und HĂ€ufigkeit bei jĂŒngeren Athleten 03:27 - Der Unterschied: angeborene Spondylolisthesis vs. erworbene Spondylolyse 05:17 - Zusammenfassung: Wiederholung der Begrifflichkeiten 05:40 - Vorbereitung auf die röntgenologischen Zeichen: Melodie & Überleitung 06:18 - Das Scotty Dog-Sign im Röntgen: Erkennung auf schrĂ€gen Aufnahmen 07:13 - Anatomische Details: Pedikel, GelenkfortsĂ€tze und die Pars interarticularis 08:12 - Das Halsband bei Scotty Dog: Hinweise auf Spondylolyse 08:42 - Grenzen der Röntgendiagnostik: Vorteile des CT bei Spondylolyse 09:04 - Das Scotty-Dog-Sign: praktische Anwendung & SensitivitĂ€t 09:27 - Das Darth Vader- Zeichen im CT: Entwicklung und Validierung 10:11 - Bedeutung des Darth Vader-Hakens: Erkennung im Routinet-CT 11:06 - FrĂŒhzeitige Erkennung der Spondylolyse und Signale im Abdomen-CT 12:32 - Darth Vader-Helm: DiskontinuitĂ€t der Pars interarticularis 13:02 - Evaluierung und klinische Relevanz des Darth Vader-Zeichens 13:41 - Literatur & Referenzen: WeiterfĂŒhrende Informationen 14:03 - Der Inverted Napoleon Head Sign: Bei fortgeschrittener Spondylolisthesis 15:23 - Mechanismus: Was zeigt der umgedrehte Napoleon-Hut? 15:52 - Praxis: Wann sollte man diese Zeichen im Röntgen erkennen? 16:38 - Diskussion: WeiterfĂŒhrender Einsatz von Röntgen vs. CT 17:23 - Zusammenfassung der klinischen Zeichen: Scotty Dog, Darth Vader & Napoleon Sign 18:12 - Blick in die Zukunft: Neue Entwicklungen & Zeichen in der Radiologie 20:10 - Ausblick auf die nĂ€chste Folge: Kinder-Radiologie & eine neue Zeichnung RESOURCES & LINKS * Spondylolyse und Spondylolisthesis - Fachartikel [https://example.com/spondylolyse-artikel] CONNECT WITH THE GUESTS: * Ahi - LinkedIn [https://linkedin.com/in/ahi] | Twitter [https://twitter.com/ahi] * Kai Gruhn - LinkedIn [https://linkedin.com/in/kaigruhn] ---------------------------------------- Viel Erfolg beim Erkennen der Zeichen in der Praxis! Bei Fragen oder eigenen Zeichen-Ideen freuen wir uns ĂŒber Dein Feedback! 👉 Diese Podcast-Folge wird von der Hire a Doctor Group [https://hireadoctor.de] gesponsert. 👉 Doppelstelle in der diagnostischen Radiologie Bewerben Sie sich jetzt auf die Facharzt-/Oberarztstelle fĂŒr diagnostische Radiologie [https://jdb01.compana.net/x/go?x=jobdetails&juq=aZxa7Zy9%404Kwl9gvR31rwgAAAJQ&cuq=ZXcyi2rDf5CiNOJMKRRbnQAAAFI&mtm_campaign=podcast-radiologie] in einem akademischen Lehrkrankenhaus der Schwerpunktversorgung mit angeschlossenem MVZ im landschaftlich reizvollen Brandenburg. Auf Sie warten eine abwechslungsreiche TĂ€tigkeit im ambulanten und stationĂ€ren Setting sowie flexible Arbeitszeitmodelle inklusive Homeoffice-Möglichkeiten fĂŒr Dienste. Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte fĂŒr Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle TherapievorschlĂ€ge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die BeitrĂ€ge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. HĂ€ufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir ĂŒbernehmen fĂŒr mögliche Nachteile oder SchĂ€den, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es wĂŒrde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten wĂŒrdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. 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4. Juni 202621 min
Episode E-Scooter: kleine RĂ€der, großes Risiko - mit Prof. Lars Wojtecki Cover

E-Scooter: kleine RĂ€der, großes Risiko - mit Prof. Lars Wojtecki

"Lars ma' hören!" - Prof. Wojteckis Brain Radio Klinisch Relevant – Sonderfolge: Lars ma’hören E-Scooter: Kleine RĂ€der, großes Risiko? Mit: Prof. Lars Wojtecki Worum geht’s in dieser Folge? E-Scooter gehören inzwischen selbstverstĂ€ndlich zum Stadtbild. Sie gelten als praktisch, flexibel und umweltfreundlich. Doch wie sicher sind sie eigentlich? In dieser Ausgabe von „Lars ma’hören“ wirft Prof. Lars Wojtecki einen Blick auf aktuelle Unfallanalysen und diskutiert, warum viele schwere E-Scooter-UnfĂ€lle nicht durch andere Verkehrsteilnehmer verursacht werden – sondern durch scheinbar harmlose Hindernisse und menschliche Faktoren. Die Datenlage Grundlage der Folge ist eine große Unfallanalyse der Björn Steiger Stiftung, die schwere und tödliche E-Scooter-UnfĂ€lle untersucht hat. Ein zentrales Ergebnis: * Rund 45 % der schweren und tödlichen E-Scooter-UnfĂ€lle sind AlleinunfĂ€lle. * In diesen FĂ€llen sind keine anderen Verkehrsteilnehmer beteiligt – lediglich Fahrer:in, Roller und Sturz. Zentrale Erkenntnisse 1. Die Gefahr steckt oft im Detail Mehr als 90 % der AlleinunfĂ€lle werden durch kleine Hindernisse ausgelöst: * Bordsteinkanten * Bodenwellen * Unebenheiten * Steine oder Schlaglöcher * spontane Ausweichmanöver Was fĂŒr Fahrradfahrer:innen oft harmlos erscheint, kann auf dem E-Scooter schnell zum Kontrollverlust fĂŒhren. 2. Alkohol spielt eine wichtige Rolle Ein weiterer Befund: Bei AlleinunfĂ€llen findet sich ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig Alkoholkonsum. Bereits geringe Mengen Alkohol können beeintrĂ€chtigen: * Gleichgewicht * Koordination * ReaktionsfĂ€higkeit * StabilitĂ€tskontrolle Gerade beim E-Scooter reichen minimale Verzögerungen in der Ausgleichsbewegung aus, um einen Sturz auszulösen. 3. Warum sind E-Scooter so instabil? Die Konstruktion bringt einige physikalische Nachteile mit sich: * kleine RĂ€der * hohe Schwerpunktlage * stehende Fahrposition * geringe FahrstabilitĂ€t Kommt es zu einem abrupten Stopp des Vorderrads, bewegt sich der Körper weiter nach vorne – oft mit direkter Sturzfolge. 4. Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern Nur ein kleinerer Anteil der schweren UnfĂ€lle entsteht durch ZusammenstĂ¶ĂŸe. Typische Szenarien: * AbbiegeunfĂ€lle * Übersehen von E-Scooter-Fahrenden * Kollisionen mit Pkw Besonders hĂ€ufig sind Situationen, in denen andere Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit oder Position des Scooters falsch einschĂ€tzen. 5. Der Kopf ist besonders gefĂ€hrdet Die gute Nachricht: Die meisten E-Scooter-UnfĂ€lle verlaufen glimpflich. Kommt es jedoch zu schweren Verletzungen, betrifft dies besonders hĂ€ufig: den Kopf. Etwa die HĂ€lfte der schweren Verletzungen betrifft den Kopfbereich – ein Befund mit hoher Relevanz fĂŒr Notfallmedizin, Neurologie und Neurochirurgie. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Die Unfallforscher diskutieren verschiedene PrĂ€ventionsmaßnahmen: * konsequenter Verzicht auf Alkohol * stĂ€rkere Nutzung von Fahrradhelmen * Geschwindigkeitsbegrenzungen * technische Anpassungen der Fahrzeuge Ein besonders interessanter Ansatz: âžĄïž grĂ¶ĂŸere RĂ€der. Schon kleine technische VerĂ€nderungen könnten die StabilitĂ€t deutlich verbessern und das Unfallrisiko reduzieren. Take-Home Messages * Viele schwere E-Scooter-UnfĂ€lle sind AlleinunfĂ€lle. * Kleine Hindernisse reichen hĂ€ufig aus, um einen Sturz auszulösen. * Alkohol verstĂ€rkt das Risiko erheblich. * Kopfverletzungen gehören zu den hĂ€ufigsten schweren Unfallfolgen. * PrĂ€vention umfasst sowohl Fahrverhalten als auch technische Verbesserungen. * Manchmal können kleine technische VerĂ€nderungen eine große Wirkung entfalten. Über „Lars ma’hören“ Einmal im Monat ordnet Prof. Lars Wojtecki spannende wissenschaftliche Arbeiten und aktuelle Daten aus den Neurowissenschaften, der Medizin und angrenzenden Forschungsfeldern ein – kompakt, kritisch und praxisnah. 🔗 Weitere Informationen * Klinisch Relevant [https://www.klinisch-relevant.de?utm_source=chatgpt.com] „Kleine RĂ€der, große Gefahr“ – eine ebenso einfache wie eindrĂŒckliche Botschaft dieser Folge. 🛮🧠 Studie zum Thema E-Scooter [https://www.steiger-stiftung.de/presseartikel/grosse-e-scooter-studie-vorgestellt-unfallforscher-fordert-groessere-raeder-und-fuehrerscheinpflicht-2/] Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte fĂŒr Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle TherapievorschlĂ€ge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die BeitrĂ€ge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. HĂ€ufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir ĂŒbernehmen fĂŒr mögliche Nachteile oder SchĂ€den, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es wĂŒrde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten wĂŒrdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. 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2. Juni 20263 min