
SWR2 Stolpersteine
Podcast af SWR
Der Künstler Gunter Demnig verlegt Stolpersteine an Orten, an denen Opfer der NS-Zeit gelebt haben. SWR2 ging einzelnen Lebensgeschichten nach, die sich hinter den Stolpersteinen verbergen.
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MAN STOLPERT MIT DEM KOPF UND MIT DEM HERZEN Gunter Demnig trägt seine Markenzeichen: einen grauen Hut mit breiter Krempe, ein rotes Halstuch, Knieschoner. Beladen ist er mit einem Eimer voll Zement, seinen Werkzeugen und einem neuen blankpolierten Stolperstein. „Ich weiß nicht mehr, wie ich auf den Titel gekommen bin. Aber die schönste Definition hat ein Hauptschüler eigentlich gebracht, nach einer Verlegung, ein Reporter interviewt ihn und fragt ihn: Ja, aber sag mal, das ist doch gefährlich, Stolpersteine. Da fällt man doch hin. Und der Schüler sagt: Nein, nein, man fällt nicht hin, man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen“, so Demnig.FINANZIERT WERDEN DIE HANDGEARBEITETEN STOLPERSTEINE DURCH PATENSCHAFTEN Auf den zehn mal zehn Zentimeter breiten Messingplatten sind Inschriften angebracht, die meist die gleiche Überschrift tragen: „Hier wohnte“. Demnig über den Gedanken dahinter: „Mein Anliegen war wirklich, da wo es anfangen hat, da wo die Wohnungen waren, dorthin die Namen zurückzubringen. Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist. Also die Namen zurückbringen statt der Nummern, die sie waren.“ Finanziert werden die 120 Euro pro Stein über Patenschaften. Darunter sind auch viele Schulklassen. Die Stolpersteine werden in Handarbeit hergestellt: „Für mich ein ganz wichtiger Aspekt, dass es wirklich Handarbeit ist. Ich werde immer gefragt: Warum lasst ihr das nicht in der Fabrik fräsen? Dann sage ich: Auschwitz war Fabrik. Und das wollen wir nicht, wir wollen wirklich jedem einen individuellen Stein geben.“IN 20 LÄNDERN WURDEN MEHR ALS 75.000 STOLPERSTEINE GESETZT Das „größte dezentrale Denkmal der Welt“ erhält viel Unterstützung, aber es gibt auch Kritiker, die mit dieser Form des Gedenkens nichts anfangen können. Weil es ihrer Meinung nach kein würdiges Gedenken sei, an so einem schmutzigen Ort wie dem Gehweg einen Stolperstein zu verlegen. Hin und wieder werden auch Steine gestohlen, beschmiert oder zerstört. Aber die meisten Menschen unterstützen Gunter Demnig und so erinnern bereits mehr als 80.000 Stolpersteine in rund 20 Ländern an die Opfer der Nationalsozialisten.

Gunter Demnig arbeitet seit etwa einem halben Jahrhundert als Künstler, hat einen Faden von der Kassler documenta zur Biennale in Venedig gezogen und eine Farbspur von Köln nach Paris, doch bekannt ist er nur für ein einziges Werk: Die „Stolpersteine" zur Erinnerung an NS-Opfer in Europa, das wohl größte dezentrale Mahnmal der Welt.

Mit dem 27. Januar wird der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Doch noch immer sind viele Schicksale völlig unbekannt. Eine Stolperstein-Initiative in Stuttgart bemüht sich, das Los der oft namenlos gebliebenen Zwangsarbeiter zu recherchieren. Auf einem Rundgang zu dem ehemaligen Lager und einer Hinrichtungsstätte erinnert sie zusammen mit der StolperKunst an die erniedrigenden und grausamen Ereignisse vor Ort. Silke Arning hat die beiden Stuttgarter Ehrenamtlichen Inge Möller und Anne von der Vring auf dem Rundgang begleitet.

Nach dem das silberne Amulett der in Sobibor ermordeten Karolina Cohn zugeordnet, findet der israelische Genealoge Chaim Motzen Familienangehörige in aller Welt.

Yoram Haimi, israelischer Archäologe, fand das silberne Amulett im November 2018 und konnte es Karolina Cohn zuordnen. Eine ungewöhnliche Recherche, erzählt von Igal Avidan.
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