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Læs mere SWR2 am Samstagnachmittag
Ob Wochenende oder nicht, hier finden Sie immer die Stimmung eines entspannten Samstagnachmittags. Endlich Zeit für Dinge, für die sonst keine Zeit bleibt: Besuche bei Kunstschaffenden, Schriftsteller*innen und Musiker*innen, Literatur zum Lesen und Hören, DVDs und Blu-rays, Mode und Design, neue CDs vom Klassikmarkt. Das gibt es alles hier zum Nachhören, wann immer Sie möchten. Zur ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/swr2-am-samstagnachmittag/10001581/
Der Regisseur Dustin Loose und seine Erfolgsproduktionen bei den Grimme-Preisen
INSPIRIERT VON DER REALITÄT: DER FERNSEHFILM „DIE NICHTE DES POLIZISTEN“ „Die Nichte des Polizisten“ ist inspiriert von der Realität: Im Jahr 2007 wird die Polizistin Michèle Kiesewetter ermordet, mutmaßlich vom NSU. Der Fall konnte allerdings nie aufgeklärt werden. Dem Filmteam sei schnell klar gewesen, dass sie kein Biopic drehen konnten, da die Geschichte zu viele Fragezeichen aufgewiesen habe, erzählt Dustin Loose in SWR Kultur. Daher entschieden sie, sich ein gutes Stück weit von der Realität zu entfernen, aber dennoch die Probleme aufzugreifen: Die Hauptfigur, die ehrgeizige Polizistin Rebecca, gerät zwischen Fronten aus organisierter Kriminilität, Rechtsnationalismus und Machtmissbrauch. In das Drehbuch von Gabriela Sperl, Nicole Armbruster und Rolf Basedow sind jahrelange Recherchen eingeflossen - auch deren Arbeit wird im April mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet. Trotz des schweren Themas habe die Arbeit an den Film sein Vertrauen in den Rechtsstaat gestärkt, sagt Regisseur Dustin Loose. > Es geht darum, dass Gerechtigkeit demokratiestiftend ist und uns gesellschaftlich zusammenhält. > > > Quelle: Dustin Loose, Regisseur DER GRÖSSTE STEUERSKANDAL DER MENSCHHEIT Ähnlich ging es ihm auch bei der Arbeit an der achtteiligen Serie „Die Affäre Cum-Ex“, die er für das ZDF realisiert hat. Auch hier konnten in der Realität noch längst nicht alle Steuerlöcher gestopft werden. Hoffnung geben Dustin Loose dann aber Menschen wie die ehemalige Oberstaatsanwältin Anne Brorhilker, die in Köln im Cum-Ex-Skandal ermittelt hat. Denn sie nähmen ihre Aufgabe, den Rechtsstaat zu schützen, sehr ernst. > Da gibt es Menschen, die mit ganzer Seele versuchen, uns als Gesellschaft zu verteidigen vor denen, die uns schaden wollen. > > > Quelle: Dustin Loose, Regisseur „Die Affäre Cum-Ex“ ist eine internationale Produktion, die gemeinsam mit acht Rundfunkanstalten entstanden ist, darunter auch Danmarks Radio. Die dänischen Kolleginnen und Kollegen kämen aus einer sehr lebendigen Filmszene und hätten ihren cinematographischen Ansatz eingebracht, erzählt Dustin Loose. Kulturelle Unterschiede seien auch in der Serie sichtbar: Wenn bei Sitzungen in Frankfurt die Fetzen flögen, säßen die dänischen Protagonisten beim gemeinsamen Frühstück und überlegten, was sie besser machen könnten und wo die Fehler liegen. Die Arbeit mit Schauspielerinnen und Schauspielerin ist die zentrale Aufgabe für Dustin Loose als Regisseur. Egal, ob mit arrivierten Schauspielern wie Justus von Dohnányi oder mit jungen Schauspielerinnen wie Magdalena Laubisch, die in „Die Nichte des Polizisten“ ihre erste große Hauptrolle übernommen hat. Immer wieder fasziniere ihn die Neugier und Unbefangenheit, mit der die Schauspielerinnen und Schauspieler an ein Projekt herangingen, so Loose. Experimentierfreude und Offenheit erlebe er bei allen, wenn sie merken, dass sie gesehen würden und gemeinsam an einer Vision gearbeitet werde. GELERNT BEI RIMINI PROTOKOLL UND CHRISTOPH SCHLINGENSIEF Dustin Loose hat als Jugendlicher mit der Schauspielerei begonnen, beim Jungen Theater Bonn. Diese Bühne, die für Kinder und Jugendliche inszeniert, besetzt ihre Rollen nicht mit Erwachsenen, sondern mit Darstellerinnen und Darstellern, die im gleichen Alter sind wie ihre Figuren. Dustin Loose war fünfzehn, als er zum Jungen Theater stieß. Dort arbeitete er auch mit dem Theaterkollektiv Rimini Protokoll zusammen.Bald wollte er jedoch mehr Fäden in der Hand halten und wurde Regieassistent. Er konnte zusehen, wie Christoph Schlingensief in den chaotischsten Proben den Überblick behielt. Schließlich drehte er mit Gleichgesinnten seinen ersten Kurz- und dann einen Langfilm, der sogar ins Kino kam - da schrieb er gerade Abitur. Bis heute profitiere er von den Dingen, die er damals erfahren habe, sagt Loose: Liebe, Aufmerksamkeit und Genauigkeit bei der Arbeit. Sein Credo: > Wie schaffe ich eine Situation, die den Beteiligten die Angst nimmt und ihnen erlaubt, Dinge zu tun von denen sie noch gar nicht glauben, dass sie dazu in der Lage sind? > > > Quelle: Dustin Loose, Regisseur
Informativ und authentisch: Das Hörbuch „Unser Schmerz ist unserer Kraft“
Wie ihr Leben danach weiterging, beschreiben sie in ihrem Buch „Unser Schmerz ist unsere Kraft - Neonazis haben unsere Väter ermordet“, das sie gemeinsam mit Christine Werner geschrieben haben. Als Hörbuch entwickelt es eine enorme Wucht, weil es durch die glaubwürdigen Stimmen von Pegah Ferydoni, Aysima Ergün und Elisabeth Günther besonders authentisch wirkt. Das beeindruckende Audio wurde in der Kategorie „Das besondere Hörbuch“ mit dem Hörbuchpreis 2026 ausgezeichnet.
„UNSPOKEN“ von Julie Campiche
„Unspoken“ beschäftigt sich mit den Themen Gleichberechtigung, Gender und Feminismus. Der Titel „Anonymous“ beispielsweise bezieht sich auf den Satz von Virginia Woolf „For most of history, Anonymous was a woman”. Dieses Zitat lässt Campiche von vielen Frauen aus verschiedenen Ländern sprechen und vereint die Stimmen zu einem Chor. Julie Campiche hat mit „Unspoken“ ein einzigartiges feministisches Manifest geschaffen, das aufhorchen lässt und die Frau ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt, schwärmt unsere Jazzkritikerin Marlene Küster. „ANDRÉA BESCOND“ AUS DEM ALBUM „UNSPOKEN“ VON JULIE CAMPICHE
Eine Heimatgeschichte der anderen Art: „Mein innerer Schwarzwald“ von Sigrid Katharina Eismann
Verbannung und Widerstand zeichnen das Leben dieser Menschen aus, die Teil ihrer eigenen Familiengeschichte sind, wie die Autorin entdeckt. Sigrid Katharina Eismann hat aus historischen Fakten und überlieferten Erzählungen mit viel Fantasie und Empathie einen mutigen Roman gestrickt, der bis in die Gegenwart führt.
Lyrik als Protest: Beschwörung durch Lachen
Der russische Lyriker Velimir Chlebnikov drückte auf diese Weise seine Kritik an der russischen Regierung Anfang des 20. Jahrhunderts aus. Den russischen Machthabern gefiel das nicht, aber Chlebnikov ging trotzdem in die Literaturgeschichte ein.
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