SWR2 am Samstagnachmittag

„Wiegenlied aus dem Dreißigjährigen Kriege“ von Ricarda Huch

4 min · 2. apr. 20224 min
episode „Wiegenlied aus dem Dreißigjährigen Kriege“ von Ricarda Huch cover

Beskrivelse

Krieg - ein Wort, das wir lange nur aus Geschichtsbüchern oder aus fernen Ländern kannten. Dieses Wort ist jetzt auch für uns in Europa ganz aktuell geworden, seit Russland die Ukraine angreift. Vor 400 Jahren tobte in Europa der Dreißigjährige Krieg, in dem es ebenfalls um territoriale Machtkämpfe ging. Die deutsche Schriftstellerin Ricarda Huch widmete diesem Krieg ihr Lebenswerk. Sie verfasste Bücher darüber und schrieb 1912 ein Gedicht, in dem sie die Grausamkeit, die Absurdität und ihre Ablehnung dagegen zum Ausdruck bringt: Das „Wiegenlied aus dem Dreißigjährigen Kriege“.

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Schriftstellerin Berit Glanz: „Ich bin nicht technikoptimistisch. Ich bin menschenoptimistisch!“

MENSCHEN ERZÄHLEN ANDERS ALS STATISTIK KI kommt heute nicht nur in vielen Arbeitsbereichen fast schon selbstverständlich zum Einsatz, sie hat inzwischen auch die kreative Szene erobert. Sie schreibt Gedichte, gestaltet fantastische Fotowelten, malt Bilder. Dass KI bald besser als Kunst- und Kulturschaffende sein und diese ersetzen könnte, fürchtet Berit Glanz nicht. Die Qualität des Schreibens werde nicht besser, sondern einfach nur numerischer. Für die Recherche greift die Autorin allerdings durchaus auf KI zurück. KI ist für sie perfekt, wenn man einen Namen für einen Schlachter in Thüringen 1920 suche. „Dann kriegt man tolle Resultate.“ FIKTION DER ALLMÄCHTIGEN KI ERSCHWERT DEN BLICK AUF DIE REALITÄT Eine hochentwickelte KI wird zum Selbstläufer und übernimmt die Macht – zunächst über ihre Entwickler, dann wird sie zur Bedrohung für die ganze Welt. Zahlreiche Science-Fiction-Geschichten und Filme beschreiben solch apokalyptische Szenarien und schaffen wirkmächtige Bilder, meint Berit Glanz.  Die gängige Vorstellung von einer dem Menschen weit überlegenen, gefährlichen KI verstelle den Blick auf das eigentliche Problem, nämlich dass wir dazu neigen, Maschinen zu vermenschlichen. Aber so funktionierten Maschinen einfach nicht. Weil Menschen aber so empfänglich sind für Beziehungen zu Algorithmen, brauche es eine gesellschaftliche Debatte und Regelungen. ÜBER DAS INTERNET KÖNNEN SICH MENSCHEN VERNETZEN Für Berit Glanz besteht die eigentliche Gefahr nicht in einer allmächtigen Maschine, sondern vielmehr in der Arbeit von KI-Agenten, die eigentlich den Alltag der Menschen erleichtern sollten. Da gebe es aktuell ganz viele Unwägbarkeiten und keine klare Verantwortung. Was, wenn ein solcher Agent plötzlich alle Mails löschen würde? Trotzdem ist die Autorin optimistisch: Die Menschen wachsen mit ihren Herausforderungen. Und sie ist noch immer fasziniert von einem Internet, in dem sich Leute global zusammenfinden, sich persönliche Geschichten erzählen, sich trösten, was sie zum Beispiel in einem Online-Forum über das Kompostieren gelesen hat. ISLAND – WO NATUR UND TECHNIK ZUSAMMENGEHEN Berit Glanz stammt aus Preetz in Schleswig-Holstein, hat Skandinavistik studiert und lebt seit vielen Jahren mit ihrer Familie in Reykjavik. Die Natur spiele hier eine große Rolle: Wind und Wetter prägten den Alltag, aktuell beschäftigte ein drohender Vulkanausbruch unweit der isländischen Hauptstadt die Menschen. Gleichzeitig werde die Natur ständig mit Technik verknüpft, sagt Berit Glanz: „Die Isländer sind unfassbar bereit, sich auf Neues einzulassen“. Die traditionelle Vogelbeobachtung, die auf der Insel weit verbreitet und sehr populär ist, sei über Apps und Webcams inzwischen auch im Internet sehr präsent. AUTORIN UND KULTURJOURNALISTIN Berit Glanz ist Autorin und Kulturjournalistin. Ihr Romandebüt Pixeltänzer erschien 2019 bei Schöffling, 2022 folgte der zweite Roman Automaton im Berlin Verlag. Sie schreibt über Technik und Internetkultur, unter anderem in Kolumnen für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und das Kursbuch. 2023 veröffentlichte sie in der Reihe „Digitale Bildkulturen“ des Wagenbach Verlags ihr Sachbuch „Filter“. 2025 erschien ihr dritter Roman „Unter weitem Himmel“ [https://www.swr.de/kultur/literatur/berit-glanz-unter-weitem-himmel-102.html].

2. maj 202618 min