DAS DRITTE REICH - Die Geschichte des Nationalsozialismus

#59 Die Geburt der NSDAP: Der Abend des 24. Februar 1920

1 h 11 min · 11. juni 2026
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Beskrivelse

Aus dem PND-Bericht vom 24. Februar 1920 geht hervor, dass Hitler keineswegs den triumphalen Auftritt hatte, den er später in „Mein Kampf“ schilderte. Es gab Zwischenrufe, es gab eine erhebliche Kommunisten- und Sozialdemokraten-Fraktion im Saal, es gab Tumulte. Drexler musste mehrfach eingreifen.  Saalordner – Reichswehrsoldaten in Zivil, die Röhm geschickt hatte – schlugen Störer nieder. So nüchtern muss man sich diesen „Gründungstag“ vorstellen: Es war keine erleuchtete Stunde, es war ein Bierkellerabend, der laut wurde. Der nüchterne Polizeibericht erzählt eine andere Geschichte: ein lauter Bierkellerabend, Tumulte, Saalschlägereien, eine Versammlung von vielleicht 2.000 Leuten in einer Stadt, in der das gerade einmal eine mittlere Sensation war. Und doch: Etwas hatte sich verschoben. Die DAP, die im Januar 1919 von einem Werkzeugschlosser und einem Journalisten in einem Hinterzimmer mit knapp zwei Dutzend Mitgliedern gegründet worden war, hatte nun ein Programm, einen Namen (ab diesem Tag offiziell: **Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, NSDAP**), und einen Starredner. Mehr noch nicht. Aber das war 1920 schon mehr, als die meisten anderen Splittergruppen hatten. Hitler war es demnach zu verdanken, dass die Partei in dieser Zeit von ungefähr 50 Mitgliedern auf 2000 in wenigen Monaten anwuchs und dadurch in München zum politischen Faktor wurde, bekannt und auch von der Polizei ernst genommen. Die Polizeiberichte billigten der Bewegung sogar etwas positives zu, dass si geschafft hat den Patriotismus zu stärken auch im positiven Sinne.

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61 episoder

episode #61 Dr. Theodor Morell – Hitlers geheimnisvoller Arzt cover

#61 Dr. Theodor Morell – Hitlers geheimnisvoller Arzt

Angebote von Königshäusern – darunter der Schah von Persien und der König von Rumänien – lehnte Morell ab. Zu seinen Patienten zählten zahlreiche Juden, unter ihnen der Operntenor Richard Tauber, weshalb er vermutlich kein Antisemit war. Viele seiner Patienten waren gar nicht ernsthaft krank, sondern gehörten zu den sogenannten „besorgten Gesunden“. Ihr Bedürfnis nach Wohlbefinden bediente Morell mit einer Fülle von Behandlungen: Vitamine, Hormone, Enzyme, Metabolite, Organextrakte, Elektrotherapie. Er war ein begeisterter Polypharmakologe und besonders angetan von 20-prozentigen Glukose-Infusionen – einer reinen Placebobehandlung. Eine seiner beständigsten Überzeugungen galt der Rolle der Darmbakterien als Ursache gastrointestinaler Beschwerden.

13. juli 20261 h 13 min
episode #60 „Heim ins Reich“ – Himmlers Pläne für Südtirol und das Kanaltal cover

#60 „Heim ins Reich“ – Himmlers Pläne für Südtirol und das Kanaltal

Vor diesem Hintergrund verkündete Mussolini im Oktober 1936 die Entstehung der „Achse Rom–Berlin“, um die sich nach seiner Vorstellung die europäische Politik künftig drehen sollte. Für Hitler bedeutete dies einen wichtigen außenpolitischen Erfolg. Gleichzeitig verlor die Südtirolfrage zunehmend an Bedeutung, da die Interessen der deutschsprachigen Minderheiten den strategischen Zielen der deutsch-italienischen Partnerschaft untergeordnet wurden. Diese Entwicklung mündete schließlich in die sogenannte Option von 1939. Mit dem Anschluss Österreichs am 12. März 1938 erhielt die Situation jedoch eine neue Dynamik. Das Deutsche Reich grenzte nun unmittelbar an Italien, und sowohl in Südtirol als auch im Kanaltal entstand bei vielen Menschen die Hoffnung auf eine Rückkehr in den deutschen beziehungsweise österreichischen Staatsverband. Im Kanaltal löste die Nachricht große Begeisterung aus, und offen wurde der Wunsch geäußert, wieder zu Österreich zu gehören. Hitler versicherte Mussolini zwar wiederholt, dass die Brennergrenze unangetastet bleiben werde – „es ist der Brenner“, schrieb er kurz vor dem Anschluss –, doch gerade diese Zusicherung machte die Frage der deutschsprachigen Bevölkerung südlich der Grenze umso dringlicher. Außenminister Galeazzo Ciano notierte bereits im April 1938 in seinem Tagebuch die Überlegung, man werde die Deutschen dazu bewegen müssen, ihre Volksgenossen zurückzunehmen. Da man die Berge nicht versetzen könne, müsse man eben die Menschen versetzen. Wenige Tage später sprach Hermann Göring erstmals von einem „Aut-aut“: Die Südtiroler sollten sich entscheiden müssen, entweder ins Reich auszuwandern oder dauerhaft italienische Staatsbürger zu bleiben.

24. juni 20261 h 43 min
episode #59 Die Geburt der NSDAP: Der Abend des 24. Februar 1920 cover

#59 Die Geburt der NSDAP: Der Abend des 24. Februar 1920

Aus dem PND-Bericht vom 24. Februar 1920 geht hervor, dass Hitler keineswegs den triumphalen Auftritt hatte, den er später in „Mein Kampf“ schilderte. Es gab Zwischenrufe, es gab eine erhebliche Kommunisten- und Sozialdemokraten-Fraktion im Saal, es gab Tumulte. Drexler musste mehrfach eingreifen.  Saalordner – Reichswehrsoldaten in Zivil, die Röhm geschickt hatte – schlugen Störer nieder. So nüchtern muss man sich diesen „Gründungstag“ vorstellen: Es war keine erleuchtete Stunde, es war ein Bierkellerabend, der laut wurde. Der nüchterne Polizeibericht erzählt eine andere Geschichte: ein lauter Bierkellerabend, Tumulte, Saalschlägereien, eine Versammlung von vielleicht 2.000 Leuten in einer Stadt, in der das gerade einmal eine mittlere Sensation war. Und doch: Etwas hatte sich verschoben. Die DAP, die im Januar 1919 von einem Werkzeugschlosser und einem Journalisten in einem Hinterzimmer mit knapp zwei Dutzend Mitgliedern gegründet worden war, hatte nun ein Programm, einen Namen (ab diesem Tag offiziell: **Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, NSDAP**), und einen Starredner. Mehr noch nicht. Aber das war 1920 schon mehr, als die meisten anderen Splittergruppen hatten. Hitler war es demnach zu verdanken, dass die Partei in dieser Zeit von ungefähr 50 Mitgliedern auf 2000 in wenigen Monaten anwuchs und dadurch in München zum politischen Faktor wurde, bekannt und auch von der Polizei ernst genommen. Die Polizeiberichte billigten der Bewegung sogar etwas positives zu, dass si geschafft hat den Patriotismus zu stärken auch im positiven Sinne.

11. juni 20261 h 11 min
episode #58 Die DAP Zeit und Hitlers erste Kontakte (1919–1920) cover

#58 Die DAP Zeit und Hitlers erste Kontakte (1919–1920)

Die DAP hatte ein Problem, das jede Splitterpartei kennt – sie war zu klein, um wahrgenommen zu werden, und wurde nicht wahrgenommen, weil sie zu klein war. Hitler durchbrach diesen Teufelskreis mit einer simplen Methode: Er druckte Plakate. Echte rote Plakate, knallig, mit fett gedruckten Schlagwörtern. Das waren die Methoden der Kommunisten, der eigentlichen Feinde, aber die Propaganda der Bolschewiken funktionierte und man übernahm sie. Das war für die DAP eine kleine Revolution. Bis dahin hatten sie ihre Versammlungen mit handgeschriebenen Postkarten angekündigt. Hitler ließ Plakate kleben. Und siehe da, es kamen Leute. Am 16\. Oktober 1919 hielt Hitler im Hofbräuhauskeller seine erste größere Rede vor einem Publikum, das nicht nur aus Stammgästen bestand. Etwa 70 bis 100 Personen waren da – für die DAP ein Riesenerfolg. Hitler sprach 30 Minuten, redete sich in Rage, wie ein Helikopter, der erstmal auf Drehzahl kommen muss und dann plötzlich abhebt, dann einmal in der Luft wird von oben gefeuert überall und auf jeden mit heftigen Attacken und scharfen radikalen Aussagen und in dieser Versammlung saß auch jemand, der für die nächsten anderthalb Jahrzehnte zu einer Schlüsselfigur werden sollte: **Ernst Röhm**.

14. maj 20261 h 1 min
episode #57 Hitler 1919–1920: Der Eintritt in die Politik und das Verhältnis zu Anton Drexler cover

#57 Hitler 1919–1920: Der Eintritt in die Politik und das Verhältnis zu Anton Drexler

Im Zentrum der neuen Partei standen Anton Drexler, ein Werkzeugmacher und treibende Kraft der frühen Organisation, sowie Karl Harrer, ein Journalist mit Verbindungen zur Thule-Gesellschaft. Unterstützt wurden sie von wenigen Gleichgesinnten, unter ihnen Gottfried Feder, der früh ideologische Versatzstücke lieferte, sowie Dietrich Eckart, der bald als intellektueller Mentor und Verbindungsglied zu breiteren völkischen Kreisen fungierte. Diese frühe Phase hatte noch nichts mit der späteren Machtstruktur des NS-Staates gemein. Die DAP war eher ein politischer Stammtisch als eine Partei im modernen Sinne. Ihre Mitgliederzahl war gering, ihr Einfluss minimal, und ihre Aktivitäten beschränkten sich weitgehend auf Diskussionen und kleine Versammlungen. Auffällig ist deshalb, dass kaum einer der später bekannten NS-Führer zu diesem Zeitpunkt bereits beteiligt war.

22. apr. 202655 min