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Das Ziel im Blick

4 min · 12. juni 2026
episode Das Ziel im Blick cover

Beskrivelse

Die Bibelstelle Hebräer 12,1-2 – ausgelegt von Silke Stattaus. Es ist viele Jahre her zu DDR-Zeiten. Durch ein kleines – nein, eigentlich ein großes – Wunder bekommen wir die Möglichkeit, einen nagelneuen Trabbi zu kaufen. Ohne zwölf Jahre Wartezeit, wie das damals üblich war. Eine Frau, die uns wohlgesonnen ist, überträgt uns ihre Auto-Anmeldung, weil sie selbst kein Auto mehr braucht. Unsere Freude ist riesig. Allerdings liegt meine Fahrschulprüfung schon einige Zeit zurück. Fahrpraxis habe ich kaum. Also muss ich wieder üben. Im normalen Straßenverkehr klappt das ganz gut. Wenn da nur nicht die vielen Autobahnbaustellen wären. Davor habe ich Respekt. Was ist, wenn ich plötzlich zwischen einem Auto und der Leitplanke fahre? Wenn der Platz eng wird? Wenn ich einen Schlenker mache oder die Spur nicht halten kann? Von dieser Sorge erzähle ich einem guten Freund. Er hört mir aufmerksam zu und gibt mir dann einen einfachen Tipp: „Du wirst keinen Schlenker machen, wenn du dein Ziel im Blick behältst. Schau nicht nach rechts und nicht nach links auf das, was dir Angst macht. Schau nach vorne – und behalte dein Ziel im Auge.“ Diese Begegnung liegt inzwischen über vierzig Jahre zurück. Aber bis heute denke ich in engen Baustellen oder schwierigen Verkehrssituationen an diesen Rat: Behalte dein Ziel im Blick. Als ich den heutigen Tagesvers aus der Herrnhuter Losung lese, kommt mir dieser Satz sofort wieder in den Sinn. Er steht im Hebräerbrief und wurde an die Jesusnachfolger im ersten und zweiten Jahrhundert geschrieben. Sie sind entmutigt. Ihr Glaube bringt ihnen Schwierigkeiten ein. Sie werden angefeindet, ausgegrenzt und teilweise sogar gewaltsam verfolgt. Wie sollen sie da zuversichtlich bleiben? Der unbekannte Schreiber gibt ihnen eine klare Orientierung: Schaut nicht auf das, was euch Angst macht. Schaut auf Jesus. „Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus.“ Das klingt zunächst einfach. Aber jeder weiß: So leicht ist das nicht. Wer Angst hat, schaut automatisch auf das Problem. Auf das, was eng wird, bedrohlich oder unsicher. Darum erinnert der Hebräerbrief seine Leser an ihr eigentliches Ziel: Jesus. Ihm wollen sie gehören, treu bleiben. Und andere Menschen zu ihm einladen. Doch der Schreiber macht ihnen nichts vor. Der Weg des Glaubens kann anstrengend sein. Er spricht sogar von einem Kampf. Deshalb braucht es Geduld und Ausdauer. Aber er sagt auch: Dieser Weg führt nicht ins Leere. Denn Jesus selbst ist der „Anfänger und Vollender des Glaubens“. Das heißt: Er hat den Glauben in uns begonnen – und er wird ihn auch ans Ziel bringen. Darauf dürfen Christen vertrauen. Wir leben heute in einem Land, in dem wir unseren Glauben frei bekennen dürfen. Wir können uns zu Jesus stellen, ohne Verfolgung fürchten zu müssen. Das ist ein großes Geschenk. Und für mich ein täglicher Grund zur Dankbarkeit. Gleichzeitig frage ich mich: Wie lebe ich meinen Glauben in dieser Freiheit? Vielleicht hilft mir auch dabei der einfache Rat unseres inzwischen verstorbenen Freundes, den er mir für die Autobahnbaustellen gegeben hat: * Schau nach vorne. * Behalte dein Ziel im Blick. Und ich ergänze: Schau auf Jesus! Bibellesen unter bibleserver.com [https://www.bibleserver.com/] Autor: Silke Stattaus ---------------------------------------- Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden [https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=4443&restrict=1] [https://feedpress.me/link/19269/17360274.gif]

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3011 episoder

episode Mehr erreichen durch kantig sein cover

Mehr erreichen durch kantig sein

Die Bibelstelle Matthäus 14,33 – ausgelegt von Andreas Odrich. Ich mag Petrus. Weil Petrus ein Typ ist, der es wissen will. Er begnügt sich nicht mit der Zuschauerrolle, Petrus will den Dingen auf den Grund gehen. Und – eckt dabei immer wieder an, überschätzt sich, strauchelt, versagt, muss von Jesus zurechtgewiesen und aufgefangen werden. Viele Berichte in den Evangelien zeugen davon. Aber genau das ist es, was die Dinge klärt und vertieft, das, was den Dingen nochmal auf den Grund geht. Auch wenn die Mehrzahl der Jünger sich mit der Situation vielleicht zufriedengegeben hätte, nach dem Prinzip: läuft doch alles, da muss man doch nicht nochmal extra nachfragen. Sollte man aber doch, findet Petrus. Und Jesus? Der hält das aus. Schafft Raum für diese Nachfragen. Hört zu, beobachtet, gibt dann aber auch eine klare Antwort. Die ist für Petrus alles andere als bequem, aber Petrus wird daraus lernen, und ich als Leser damit auch. So wie in dem Bericht aus dem Matthäus-Evangelium, in dem Jesus übers Wasser geht. Die Jünger fahren bei Wind und Wellen auf den offenen See hinaus. Jesus hat sich erstmal zurückgezogen, schließlich sind seine Jünger erwachsen, und zum Teil erfahrene Fischer. Als das Wetter dann doch zu heftig wird, kommt Jesus herzu. Dazu geht er über das Wasser, ein perfektes Wunder. Die Jünger staunen. Petrus auch. Aber alle bleiben sitzen. Nur Petrus tut, was sich sonst scheinbar niemand traut. Er steht auf, er will wissen, ob das Wasser auch ihn trägt, wenn er sich auf Jesus beruft. Will wissen, ob es hier nur ums Be-wundern geht, oder ob das Ganze auch etwas mit ihm zu tun hat. Jesus bejaht; Petrus zieht los. Doch dann verlässt Petrus der Mut, und so versinkt er in den Fluten. Das ist der entscheidende Reibungspunkt. Was wird Jesus tun? Der ruft: Du Kleingläubiger. Ein vernichtendes Urteil. Jesus könnte Petrus ertrinken lassen, und den Ungläubigen vernichten. Tut er aber nicht. Deshalb ist es neben dem klaren Wort, das Jesus für Petrus parat hat, sein ausgestreckter Arm, mit dem er Petrus aus dem Wasser zieht. So jedenfalls wird diese Szene von unzähligen Künstlern wiedergegeben, in Kinderbibeln genauso wie auf klassischen Gemälden und in zahlreichen Kirchen. Wie reagieren die anderen Jünger, die Zuschauer der Szenerie sind? Matthäus berichtet: „Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du.“ Verrückt, diese Brüchigkeit des Petrus ist es, die mir in meinem Glauben und überhaupt in meinem Leben weiterhilft. So wie den anderen Jüngern damals. Mal presche ich vor, mal übernehme ich mich, mal vertraue ich auf Gott, mal verstehe ich sein Handeln überhaupt nicht, mal glaube ich mutig drauflos, mal erlischt dieser Glaube. Genau das spiegelt diese Szene für mich wider. Genau das macht für mich das Glauben so glaubwürdig. Ja, ich darf anecken, ja, ich darf übers Ziel hinausschießen, ja, ich muss, wie bei einem guten Trainer auch, mal mit einer harten Antwort rechnen. So lerne ich in meinem Verhältnis zu Gott: Fragen ist möglich, den Dingen auf den Grund gehen auch. Es ist sogar willkommen. Die Antwort ist nicht unbedingt kuschelig – ja, Jesus fördert, manchmal auch durch hartes Fordern. Aber am Ende steht Jesus vor mir mit seiner ausgestreckten Hand, streckt sie mir entgegen, und darauf kann ich vertrauen. Bibellesen unter bibleserver.com [https://www.bibleserver.com/] Autor: Andreas Odrich ---------------------------------------- Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden [https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=4443&restrict=1] [https://feedpress.me/link/19269/17376393.gif]

10. juli 20264 min
episode Zeit tiefer Resignation cover

Zeit tiefer Resignation

Die Bibelstelle Prediger 9,10 – ausgelegt von Bernhard Heyl. Ich lebe in einer Zeit tiefer Resignation. Darüber können auch die manchmal zwanghaft bunten und schrillen Töne von Politik, Werbung und Unterhaltungsindustrie nicht hinwegtäuschen. Es ist für mich wahr: Resignation packt die Nation. Und wenn ich aufmerksam die Tagesnachrichten verfolge, dann ist da ja auch kein Wunder. Die besonderen Errungenschaften demokratischer Regierungssysteme brechen zunehmend weg oder werden infrage gestellt. Viele sind unzufrieden, weil auch sie offenbar auf Dauer nicht in der Lage zu sein scheinen, die immer brennender werdenden gesellschaftlichen und sozialen Fragen wirksam zu lösen. Resignation und Frustration sind deshalb bei vielen wachen Zeitgenossen allgegenwärtig und bestimmen insgeheim auch die politische und gesellschaftliche Agenda unserer Tage. Mancher hat sich vielleicht auch schon in diesem Zusammenhang erinnert an die oft triste Stimmung, die mir aus so manchen Passagen der alttestamentlichen Weisheitsliteratur entgegenschlägt. Vor allem in den Sprüchen und dem Predigerbuch stoße ich immer wieder auf den pessimistischen Grundtenor: Alles ist eitel (nichtig, wertlos, vergänglich, sinnlos). Nichts hat Bestand – weder Beziehungen noch geistige Errungenschaften, weder Gesundheit noch Macht noch Besitz. Messerscharf analysiert das der biblische Schreiber und bringt diese Fakten ungeschminkt auf den Tisch. Doch an dieser Stelle nun kommt die überraschende Wendung (V. 7ff): „7 Wohlauf! Iß mit Freuden dein Brot und trink deinen Wein mit gutem Mut! Denn schon immer hat Gott daran Freude. …10 Alles, was dir vor die Hände kommt, das tue frisch!“ Diese Verse zeigen hier die Wendung an. Wie ein Ruck geht es an dieser Stelle durch den Text in Prediger 9 [https://www.bibleserver.com/LUT/Prediger9].  Was der Prediger hier empfiehlt, ist umso überraschender, als es auf dem trostlosen Hintergrund der ersten 6 Verse des Kapitels gesagt wird: Macht euer Leben zum Fest! Feiert das Leben, das Gott euch gegeben hat.  Das meint der biblische Schreiber hier offenbar. Nicht die wilde Jagd nach Genuss, sondern das Leben vor und mit Gott als Fest zu gestalten. Dahinter steckt bei ihm offenbar schon die Ahnung, dass mitten in dieser gefallenen und vergänglichen Welt bei den Kindern Gottes bereits jetzt etwas von seiner Herrlichkeit aufleuchtet. Dass angesichts und trotz des garstigen Abgrunds, vor dem ich zuweilen stehe, echte Hoffnung und bleibende Freude da ist. Der Prediger spürt offenbar etwas von der guten Absicht Gottes, die mein Leben reich machen will – auch wenn er noch nichts von Jesus ahnt. Doch hinter seinen Worten steht die spätere Einladung von Jesus selbst, die den Mühseligen und Beladenen Erquickung verspricht – also neue Hoffnung, Lebensfreude und –kraft. Da höre ich auch Paulus schon anklingen, der dazu auffordert, fröhlich in der Hoffnung zu sein, geduldig im Aushalten von schweren Zeiten und in allem mit seinem Gott in Verbindung zu bleiben. Wie aber kann ich meinem Leben diesen Festcharakter verleihen? Ich bin neu eingeladen, meinen Blick nicht von dem gefangen nehmen zu lassen, was mich nach unten ziehen kann. Ich brauche das nicht zu leugnen, was mich belastet, aber ich habe einen Herrn, der weit größer ist, als meine Grenzen und der mich vom Abgrund weg wieder in die Weite führen will. Ich kenne Jesus – und damit bin ich dem alttestamentlichen Prediger unendlich weit voraus. Denn er hat die letzte Sinnlosigkeit des Todes besiegt und aufgehoben. Seit Ostern gibt es nichts, was mehr Sinn macht, als diesem Jesus durch Dick und Dünn mit Wort und Tat auf den Fersen zu bleiben. Ich wünsche Ihnen, dass auch Sie solch ein Mensch sein können. Bibellesen unter bibleserver.com [https://www.bibleserver.com/] Autor: Bernhard Heyl ---------------------------------------- Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden [https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=4443&restrict=1] [https://feedpress.me/link/19269/17375755.gif]

I går4 min
episode Jesus und noch etwas anderes? cover

Jesus und noch etwas anderes?

Die Bibelstelle Kolosser 1,27 – ausgelegt von Bernhard Heyl. Da ist einiges im Argen bei den Christen in Kolossä. Vermutlich von Epaphras, einem Mitarbeiter des Apostels gegründet, ist dort eine große judenchristlich geprägte Gemeinde entstanden. Ziemlich bald schon kommt es dort allerdings zu Schwierigkeiten, auf die sich Paulus andeutungsweise in seinem Brief bezieht. Irrlehrer unterschiedlicher Couleur treten auf, die zum einen die straffe Hinwendung zu einer neuen Gesetzlichkeit propagieren, zum anderen gibt es auch mystisch-philosophische Einflüsse, die eine Art esoterische Variante des Christentums vertreten. In beiden Fällen geht es um die Frage, ob der Glaube an Jesus allein genügt oder ob es zum vollkommenen Christsein irgendein „Jesus und noch etwas anderes“ braucht. Ob es da noch irgendwelche Geheimnisse gibt, die man offenbaren muss. Das ist eine durch die ganze Kirchengeschichte immer wieder aktuelle Auseinandersetzung und ist es auch heute noch. In seinem Kommentar zum Kolosserbrief schreibt Heiko Krimmer in der Einleitung: „Wer das „Christus allein“ antastet, der rüttelt am Fundament!“ Paulus setzt sich interessanterweise nicht im Detail und ausführlich mit den Irrlehren auseinander, sondern wählt einen anderen Weg. Er stellt Christus ins Zentrum und beschreibt die Herrlichkeit, Fülle und die Hoffnung, die uns in ihm gegeben ist. Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, schreibt er in V. 15 im ersten Kapitel. Das, wozu wir als Menschen ursprünglich geschaffen wurden und bestimmt sind, ist in Jesus vollkommen da und sichtbar geworden. In ihm wohnt alle Fülle, wurde alles geschaffen, ist die Welt versöhnt worden und er ist in allem der Erste – schreibt der Apostel weiter. Ich habe den Eindruck, er versucht mit seinen Worten auszudrücken, was nicht mehr in Worte zu fassen ist. Die Herrlichkeit Gottes in Christus! Und geradezu unvorstellbar ist nun, dass dieser Christus in uns – den Glaubenden – wohnt. Das ist allemal Grund zu Freude und Dankbarkeit und der Kern christlicher Botschaft. Der Ausleger Werner de Boor schreibt dazu: „‚Christus in uns‘ – wie haben wir uns an den Umgang auch mit den größten Worten gewöhnt. Wie Kinder mit Diamanten und Perlen spielen, als ob es Glasscherben und Steine wären, so werfen wir mit den biblischen Begriffen umher und ahnen nicht mehr, was für ungeheure Dinge in ihnen uns gesagt sind!“ Der, in dem alles geschaffen ist, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne, Herrschaften, Mächte und Gewalten – der, der vor allem war und in dem alles seinen Bestand hat – der nimmt Wohnung in uns, seinen Nachfolgern. Wenn das mal keine gute Nachricht ist! Das muss uns einfach zu Hoffnungsmenschen machen, die von dieser Hoffnung der Herrlichkeit leben und zehren und sie in die Welt hinein ausstrahlen. Wenn Sie das auch nur ansatzweise verstehen und sich davon erfüllen lassen, dann suchen Sie nicht nach anderem oder gar mehr. In Jesus, dem Christus in mir, habe ich alles. Mehr geht nicht! Bibellesen unter bibleserver.com [https://www.bibleserver.com/] Autor: Bernhard Heyl ---------------------------------------- Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden [https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=4443&restrict=1] [https://feedpress.me/link/19269/17375169.gif]

8. juli 20264 min
episode Die Liebe zählt cover

Die Liebe zählt

Die Bibelstelle Johannes 13,34 – ausgelegt von Johannes Holmer. Eines der zentralen Wörter in der Bibel, im Christentum überhaupt und speziell beim Apostel und früheren Jünger Johannes ist das Wort „Liebe“. Es durchzieht fast alle seine Kapitel im Johannes-Evangelium und auch in seinen Briefen. Da gibt es diesen besonders bekannten Vers im Johannesevangelium 3,16 [https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes3%2C16], in dem Johannes mir die Liebe Gottes so drastisch vor Augen malt, dass ich eigentlich gar nicht mehr anders kann, als zu antworten: Ja, Herr, diese Liebe soll mein Leben prägen, gestalten und durchziehen. Dort sagt Johannes: „So sehr (oder: auf solche Weise) hat Gott die Welt geliebt (und zwar den ganzen Kosmos und auch jedes einzelne Geschöpf), dass er seinen eigenen Sohn sterben ließ, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat“. Wenn Gott fordert, dass wir einander lieben, dann bedenke ich: Unser Herr hat selbst vorgelegt. Er fordert nichts, was er nicht selbst radikal vorgemacht hat. Er hat mir das größte Beispiel göttlicher Liebe gegeben. Diese Liebe deckt sich mit dem, was der Apostel Paulus im 1. Korintherbrief, Kapitel 13 schreibt. Dort stellt er mir noch einmal ausdrücklich Gottes Liebe vor Augen und sagt: So sollst auch du es machen. Es zumindest anstreben. Denn schaffen werde ich das in meinem Leben so nicht. Aber die Messlatte ist aufgelegt: „4 Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich. Sie kennt keinen Neid, sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet. 5 Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie verliert nicht die Beherrschung, sie trägt keinem etwas nach. 6 Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit. 7 Alles erträgt sie, in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand.“ (zitiert nach der Neuen Genfer Übersetzung) Es geht bei dieser Liebe, von der Paulus redet – und auch bei der, von der Johannes redet, nicht um Sympathie. Es geht nicht darum, dass mir der andere gefallen muss oder ich ihn nett finde. Es geht einzig und allein darum, dass der andere zu seinem Recht kommt oder von mir gefördert wird. Es geht darum, dass ich ihn als radikal geliebtes Geschöpf Gottes sehe. Bei der Trauung von meiner Frau und mir, hat der Pfarrer gesagt: „Wer glücklich werden will, der sollte lieber nicht heiraten – den anderen glücklich machen, das ist das Geheimnis der Ehe“. Und das auch dann, wenn der andere nicht immer dem entspricht, was ich von ihm erwarte. Und das, was ich im Blick auf die Ehe sagen kann, sollte ich auch im Blick auf alles in der Gemeinde, in der Familie und in jeder Gemeinschaft sagen: Den anderen glücklich machen, den anderen sehen, den anderen fördern – darum geht es. Wenn also Johannes in diesem heutigen Vers sagt: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe“, dann bedeutet das genau dies. Du musst den, der dir Probleme bereitet nicht sympathisch finden – das funktioniert gar nicht, das kann keiner erzwingen. Und das hat Gott uns auch nicht vorgemacht und fordert es nicht von uns. Im Römerbrief (5,8 [https://www.bibleserver.com/LUT/R%C3%B6mer5%2C8]) sagt Paulus: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ Jesus ist für uns gestorben, als wir noch nichts von ihm wissen wollten! Und im Johannesevangelium (15,13) heißt es: „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.“ Hier ergänze ich vom Gesamtzusammenhang her: „Auch für seine Feinde“! Immer habe ich Gott und seinen Sohn Jesus zum Vorbild und zur Messlatte! Liebe ist nicht in erster Linie Gefühl, sondern die Entscheidung: Ich will versuchen, den anderen zu sehen, wie Gott ihn sieht, ihn mit Gottes Augen ansehen. Das ist Gottes Rezept für alles in unserer Welt. Bibellesen unter bibleserver.com [https://www.bibleserver.com/] Autor: Pastor Johannes Holmer ---------------------------------------- Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden [https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=4443&restrict=1] [https://feedpress.me/link/19269/17374699.gif]

7. juli 20264 min
episode Sind wir noch zu retten? cover

Sind wir noch zu retten?

Die Bibelstelle Jona 2,7 – ausgelegt von Johannes Holmer. Ich hörte vor einiger Zeit die Frage „Sind wir noch zu retten?“ im Zusammenhang mit einem politischen Vortrag. Gemeint war mit dieser Frage vor allem der Niedergang der Wirtschaft und damit des Wohlstands in unserem Land. Natürlich kann ich diese Frage in den Zusammenhängen durchaus so stellen. Und es mag sein, dass die Antworten darauf nicht wirklich ermutigend oder positiv ausfallen. Doch sicher wird der eine oder andere unter uns diese Frage anders beantworten als sein Nachbar oder gar seine Kinder oder Eltern. Das hängt vielfach davon ab, in welch einer wirtschaftlichen Situation ich mich gerade befinde. Jona, der kleine Prophet aus dem Alten Testament, den wahrscheinlich die meisten von uns irgendwie kennen, sagt, als er mit seinem Latein einmal völlig am Ende ist: „Du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott!“ Jona hat gerade eine gigantische Rettungsaktion Gottes erlebt. Er ist spürbar geschockt, oder doch zumindest extrem beeindruckt von dem, wie Gott mit ihm gerade umgegangen ist. Jona hat den Auftrag von Gott bekommen, der großen Stadt Ninive auf dem Marktplatz eine Hammer-Rede von Untergang und Rettung zu halten. Er soll ihnen sagen: Wenn ihr euer gott-loses Leben nicht ändert, werdet ihr untergehen, und zwar wirtschaftlich, moralisch und politisch. Doch Jona hat echt keine Lust, ihnen das so öffentlich zu sagen. Möglicherweise werden sie ihn für diese göttliche Botschaft ablehnen. Damals werden die Überbringer schlechter Nachrichten sogar direkt für den Inhalt der Nachricht verantwortlich gemacht – und dann schnell angefeindet und abgelehnt, manchmal sogar umgebracht. Jona kennt das. Also entschließt er sich, lieber das Weite zu suchen und nach Tarsis anstatt nach Ninive zu gehen. Sollen doch die Niniviten untergehen – was geht ihn das an. Allerdings hat seine göttliche Auftrags-Botschaft zwei Komponenten: Die zweite ist die der Rettung: „Wenn ihr zu Gott umkehrt, ist der Untergang abwendbar“. Das ist ja noch schöner, wenn dieses gottlose Volk umkehrt und dann sogar völlig ungeschoren davonkommt… Also will er ihnen diese Variante auch unterschlagen. Es kann doch sein, dass sie das wirklich tun und am Ende gerettet werden… Sie haben aber ja den Untergang mehr als verdient – sind sie doch für ihr zügelloses Leben bekannt… Doch wenn Gott einen Auftrag erteilt, dann meint er es ernst. Jona hat nicht bedacht, dass Gott nicht einfach auszutricksen ist. Als er auf einem Schiff angeheuert hat, um nach Tarsis zu fliehen, sorgt Gott für eine große Seenot, in der die göttergläubigen Seeleute den Jona als den Urheber dieser Seenot ausmachen und ins Meer werfen. Normalerweise wäre die Geschichte hier zu Ende. Aber nicht für Gott! Gott sorgt dafür, dass Jona von einem großen Fisch verschluckt wird und sich plötzlich im Bauch dieses Fisches unversehrt wiederfindet. In dieser fast kuriosen Lage realisiert Jona, dass Gott ihn retten will, damit er die vorgesehene Botschaft auftragsgemäß zu den Niniviten bringt. Er realisiert die Größe und Schöpfermacht Gottes. Und darum kapituliert er vor Gott und diesem Auftrag und wird bereit, ihn auszuführen. Sie können diese Geschichte im Buch Jona zu Ende lesen. Im Moment aber ist dieser noch im Bauch des Fisches und denkt nach. Plötzlich kommt es wie eine Erleuchtung über ihn und er beginnt, Gott anzubeten und zu ehren und ihm zu versprechen, dass er gehorsam sein wird. Und hier kommt dieser eingangs gelesene Vers, eingebettet in die Verse davor und danach: 6 Wasser umgaben mich und gingen mir ans Leben,  die Tiefe umringte mich, Schilf bedeckte mein Haupt. 7 Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich. Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, Herr, mein Gott! 8 Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den Herrn, und mein Gebet kam zu dir.“ Gott hatte den Jona gerettet, damit er andere retten kann. Missionsauftrag ist immer Rettungsauftrag. Und es geht um Zeit und Ewigkeit, um alles oder nichts. Das ist auch heute so. Sind wir noch zu retten? So war die Frage am Anfang. Ja, wir sind es. Wenn Gott mich vom Verderben erlöst, dann immer, damit ich dies an die Menschen um mich herum weitergebe, nie zum Selbstzweck und nie nur für mich. Schon gar nicht geht es um Wirtschaft oder Politik, sondern immer um alles oder nichts, um Zeit und Ewigkeit! Bibellesen unter bibleserver.com [https://www.bibleserver.com/] Autor: Pastor Johannes Holmer ---------------------------------------- Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden [https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=4443&restrict=1] [https://feedpress.me/link/19269/17374093.gif]

6. juli 20265 min