Halbzeitgedanken, der Podcast von und mit Frank Bencke.
Die Geschichte von Freunden und FeindenMein heutiger Gast Isa kommt ursprünglich aus Oberschlesien (Polen) und ist dort bis zum 11. Lebensjahr aufgewachsen, bevor sie mit ihren Eltern nach Deutschland gegangen ist. Heute lebt sie in Niedersachsen und ist auch mittlerweile hier angekommen. Wir sprechen über das Thema Freundschaft in jeglicher Form. Ihre Mama hat immer gesagt, Dein Mann muss Dein „bester“ Freund sein und das ist auch so! Isa hatte nie eine richtige Freundin, wo sie auch übernachten durfte oder diese bei ihr, weder in Polen, noch danach hier in Deutschland; nur bei ihrer Cousine war das möglich. In Polen ist sie seinerzeit mit vielen Jungs aufgewachsen, da in ihrer Straße auch kein Mädchen ihres Alters wohnte. Isas Kindheit war anders, aber toll. Die Eltern haben sie und die Geschwister früh zur Selbständigkeit erzogen und sehr viel ermöglicht, hatten auch großes Vertrauen. In den Ferien war sie überwiegend bei ihrer Freundin in Polen, mit der sie ganz viel erlebt hat und viele schöne Erfahrungen sammeln durfte. Für all das ist sie ihren Eltern erst heute so richtig dankbar. Der Kontakt zu ihrer damaligen Freundin aus Polen ist leider nicht mehr da, aber dafür hat sie eine andere Freundschaft dort zu Beata geknüpft, die bis heute besteht. Isa ist 42 und hat auch noch die Zeit der Mauer miterlebt, seinerzeit in Polen. Ihre Kindheit war freier als heutzutage, es wurde viel draußen gespielt, gezeltet und auch Fahrrad gefahren. Das erlebt ihre 9jährige Tochter leider nicht so, da die Kinder in der jetzigen Zeit lieber drinnen spielen, online mit dem Handy, iPad und Konsolen oder fern schauen. Am Anfang hatte Isa es in Deutschland nicht leicht, weil sie noch nicht so gut Deutsch konnte, war aber ehrgeizig und wollte unbedingt diese Sprache lernen, mit den Polen auch nicht weiter Polnisch sprechen. Eine polnische Freundin hier hat sie bis heute nicht, nur Bekannte und Verwandte. Durch Umzüge hat Isa viel die Schule wechseln müssen und erst spät auf dem Lande in der Dorfschule so richtig Fuß fassen können, wo sie schon perfekt Deutsch konnte. Dass ihr eine richtige Freundschaft fehlt, ist Isa erst sehr spät bewusstgeworden, als ihr eine jüngere Freundin zeigte, was das bedeutet. Diese Freundin hat sie dann aber leider zusammen mit ihrem Freund verloren, weil sie ihn ihr ausspannte. Das hat Isa sehr geprägt und war letztendlich auch die negativste Erfahrung mit Freundschaften. Jahre später hat sie diese Freundin wieder in ihr Leben gelassen, als sie plötzlich, in einer schwierigen Phase, vor der Tür stand, wurde aber erneut enttäuscht und hintergangen. Nach wie vor denkt sie aber, dass jede/r eine zweite Chance verdient hat. Mittlerweile hat Isa mehrere Freundinnen, mit denen sie jeweils andere Dinge unternimmt und dadurch verbunden ist. Das Wort „beste“ Freundin mag sie nicht wegen ihrer Erfahrungen. Eine gute Freundschaft muss an ihrer Seite sein, egal wie stürmisch es und was passiert ist oder auch gesagt wurde. Wichtig ist auf jeden Fall absolute Ehrlichkeit. Sie hat mehr Freundschaften zu Männern, als zu Frauen, die allerdings eher oberflächlich sind, kann sich aber auch eine tiefergehende Freundschaft mit einem Mann vorstellen, ohne dass etwas passiert, was eine Ehe gefährdet. Mit ihrem Mann ist Isa seit 13 Jahren glücklich zusammen, nicht eifersüchtig und hat sehr viel Vertrauen. Als Katholikin gilt für sie auch “Bis dass der Tod uns scheidet”. Freundschaft Plus könnte sie sich vorstellen, aber nur, wenn sie nicht verheiratet wäre! In eine Freundschaft war sie noch nie verliebt, allerdings mal eine Freundin in sie, was aber nicht auf Gegenseitigkeit beruhte. Isa ist ein sehr emotionaler und gebender Mensch, handelt mehr mit dem Kopf, aber auch mit dem Bauch. Die besten Eigenschaften sind ihre Offenheit sowie Fröhlichkeit, ihre schlechtesten allerdings, dass sie sehr nachtragend ist und abgrundtief hassen kann. Dass sie Menschen zu schnell vertraut und sich auch blenden lässt, sieht sie als Schwäche. Ärger manifestiert sich bei Isa über ihren Körper, zum Beispiel in Form von Magengeschwüren; sie ist zum Teil 3 x jährlich im Krankenhaus. Niemals wird Isa irgendwo eingeladen, deshalb geht es letztendlich immer von ihr aus und sie organisiert zum Beispiel Kino-, Festival- oder Restaurantbesuche. Das passiert sowohl bei Freundschaften, als auch in der Familie; sie will allerdings nicht hinterherlaufen und sich aufdrängen. So wie sie ist, lebt Isa auch und nicht das Leben ihrer Eltern. Ihr Mann ist dabei ihr größter Halt. Beide haben jetzt das Campen für sich entdeckt, möchten auch gern noch viel reisen, u.a. nach Brasilien (wo sie auch Freunde hat). Welche Rolle ihre Trauzeugin gespielt hat, warum die Mutter nicht „beste“ Freundin sein kann und wovon sie noch träumt, erfahrt Ihr in der heutigen Sendung. Wollt auch Ihr Gast in meiner Sendung sein oder habt Fragen, dann schreibt mir einfach unter mail@halbzeitgedanken.de.
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