Das Jahrhundertgedicht
Herzlich Willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, hier zur 18. Ausgabe von Radio Ibikus auf OS Radio 104,8. Mein Name ist Uwe Alschner und gemeinsam mit meinem Kollegen Siggi Ober-Grefenkämper bringe ich Ihnen alle vier Wochen dieses Programm rund um die Klassik und die klassische Kultur. Heute geht es in unserer Sendung um einen Dichter der Neuzeit.
Es geht um Paul Celan, der unter dem Namen Paul Antschel [https://www.deutsche-biographie.de/gnd118519859.html] am 23. November 1920 in Czernowitz [in der heutigen Ukraine] geboren wurde und der 1970 in Paris starb Gegenstand der heutigen Sendung ist Celans Gedicht “Die Todesfuge” beziehungsweise das spannungsgeladene Verhältnis von Paul Celan zur Szene der deutschen Schriftsteller und Poeten nach dem Zweiten Weltkrieg, also in der Nachkriegszeit im sogenannten entnazifizierten Deutschland.
Dazu hören wir ein Programm von Ralf Schauerhammer [https://ganzmenschsein.substack.com/t/ralf-schauerhammer], der uns schon in verschiedenen Produktionen unterstützt hat mit den Dichterpflänzchen. Heute ist das Projekt von Ralf Schauerhammer persönlich geschrieben und wir haben es gemeinsam vertont.
Bevor wir nun einsteigen, hören wir noch ein paar Takte Musik und dann geht’s los.
Das Jahrhundertgedicht - Eine Kollage
Im Jahre 1999, ein Jahr bevor das 20. Jahrhundert zu Ende ging, begann der Literatur- und Kulturwissenschaftler Wolfgang Emmerich, dessen Forschungsschwerpunkt die Literatur- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts war, seine Biographie von Paul Celan mit den Worten:
Paul Celan gilt als der bedeutendste Lyriker deutscher Sprache seit 1945. Seine Todesfuge ist ein, ja vielleicht das Jahrhundertgedicht.
Über den Entstehungszeitpunkt notierte Celan im Herbst 1960: “Als ich im Mai 1945 die Todesfuge schrieb, hatte ich damals, in der Izwestia, wie ich mich zu erinnern glaube, die Berichte über das Lemberger Ghetto gelesen.”
Todesfuge
Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
wir trinken und trinken
wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seine Rüden herbei
er pfeift seine Juden hervor lässt schaufeln ein Grab in der Erde
er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz
Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und spielt
er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau
stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf
Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen
Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland
er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft
dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng
Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland
wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft
er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland
dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith
Iswestia vom 23. Dezember 1944 Auszug:
Im September 1941 wurde auf Befehl des Generalmajors der SS Katzmann in Lemberg ein Ghetto errichtet, von den Deutschen “Judenlag” genannt – jüdisches Lager. Das Ghetto lag am Stadtrand. Das Lagergebiet war mit Zaun und Stacheldraht umgeben. Niemand durfte das Ghetto verlassen. Zur Arbeit wurden Juden immer unter Bewachung geführt. Im Lager befanden sich 136 000 Menschen. Die Bevölkerung war Plünderungen ausgesetzt. Die Lagerbedingungen im Ghetto waren schrecklich. Die Leute schliefen auf dem blanken Boden und unter freiem Himmel, mit den Juden ging man schlimmer um als mit dem Vieh. Die Deutschen führten in der Stadt Massenrazzien nach Juden durch. Sie schonten weder Männer noch Frauen noch Kinder. Die Erwachsenen wurden einfach ermordet, die Kinder übergab man Hitlerjugend-Einheiten als Zielscheiben beim Schießen…
Aus dem zweiten Teil des Iswestia-Artikels vom Lager Janowska bei Lemberg.
Die Erschießungen wurden dort von einem Todesorchester begleitet; ein Todestango wurde gespielt. Professor Stricks, Insasse des Lagers, leitete zusammen mit dem Dirigenten Mundt das Orchester. Auf der rechten Seite des Bildes sehen Sie den Leiter des Lagers in der weißen Uniform… Ich bitte, Ihre Aufmerksamkeit auf die Punkte zu richten. Rechts ist Obergruppenführer Gebauer, der Leiter des Lagers, in weißer Uniform. Hinter ihm steht sein Hund Rex. Dieser Hund ist uns aus vielen Protokollen bekannt. Er war abgerichtet, lebende Menschen zu zerreißen.
Todestango war der Titel, unter dem Paul Celans “Todesfuge” erstmals 1947 auf Rumänisch in Bukarest veröffentlicht wurde.
Im Sommer 1942 waren Paul Celans Eltern deportiert worden. Sein Vater starb im Lager, wahrscheinlich an Typhus, seine Mutter wurde sofort erschossen. In einem Brief vom 12. November 1959 schrieb Celan an Ingeborg Bachmann: “…dass die Todesfuge auch dies für mich ist: eine Grabschrift und ein Grab… Auch meine Mutter hat nur dieses Grab.”
Rose Ausländer [https://www.museumoffamilyhistory.com/czernowitz-voices-auslander.htm]
Ins Leben
Nur aus der Trauer Mutterinnigkeit
strömt mir das Vollmass des Erlebens ein. Sie speist mich
eine lange, trübe Zeit
mit schwarzer Milch und schwerem Wermutwein.
Rose Ausländer und Paul Celan hatten sich 1941 im Ghetto von Czernowitz kennengelernt, sie schätzte Celans Gedichte sehr und sagte 1972: »Dass Paul die Metapher “schwarze Milch”, die ich in meinem 1925 geschriebenen, jedoch erst 1939 veröffentlichten Gedicht ‘Ins Leben’ geschaffen habe, für die ‘Todesfuge’ gebraucht hat, erscheint mir nur selbstverständlich, denn der Dichter darf alles als Material für die eigene Dichtung verwenden.«
Aus dem Alten Testament, Klagelieder, Jeremia 4. Kapitel [https://www.bibleserver.com/LUT/Klagelieder4,7] - zitiert nach der Lutherbibel:
Zions Fürsten waren reiner als der Schnee und weißer als Milch... Nun aber ist ihre Gestalt so dunkel von Schwärze, dass man sie auf den Gassen nicht erkennt; ihre Haut hängt an den Knochen, und sie sind so dürr wie ein Holzscheit. Den durchs Schwert Erschlagenen ging es besser als denen, die vor Hunger starben.
Immanuel Weißglas [https://www.bukowina-institut.de/ro/bukowiki/personen/detail?id=125]
ER
Wir heben Gräber in die Luft und siedeln
Mit Weib und Kind an dem gebotnen Ort.
Wir schaufeln fleißig, und die andern fiedeln,
Man schafft ein Grab und fährt im Tanzen fort.
ER will, dass über diese Därme dreister
Der Bogen strenge wie sein Antlitz streicht:
Spielt sanft vom Tod, er ist ein deutscher Meister,
Der durch die Lande als ein Nebel schleicht.
Und wenn die Dämmrung blutig quillt am Abend,
Öffn’ ich nachzehrend den verbissnen Mund,
Ein Haus für alle in die Lüfte grabend:
Breit wie der Sarg, schmal wie die Todesstund.
ER spielt im Haus mit Schlangen, dräut und dichtet,
In Deutschland dämmert es wie Gretchens Haar.
Das Grab in Wolken wird nicht eng gerichtet:
Da weit der Tod ein deutscher Meister war.
Aus einem Brief von Immanuel Weißglas
Im Jahre 1975 an Gerhart Baumann:
“Im Bereich der Dichtung kommt es – mag auch der Umriss einer Metapher von einem Gebilde ins andere herüberleuchten – immer nur auf Gewinn und Verlust im rein Künstlerischen an. Und die “Todesfuge” ist tief verankert im lyrischen Bewusstsein unserer Zeit. Parallelismen bezeugen keineswegs irgendeine Priorität.”
Margarete
ist der Name des “Gretchens” in Goethes Faust [https://de.wikipedia.org/wiki/Gretchentrag%C3%B6die]. Mit 13 Jahren hatte Celan die Inselausgabe von Goethes Faust geschenkt bekommen und begeistert gelesen, woran er sich später noch gerne erinnerte. Die liebevolle Margarete ist es, die Faust am Ende des zweiten Teils aus dem Pakt mit dem Teufel erlöst.
Sulamith
war die Geliebte Salomons im Hohen Lied des Alten Testaments [https://www.die-bibel.de/ressourcen/wibilex/altes-testament/sulamit], aber auch der Name einer deutschsprachigen Zeitschrift zur Beförderung der Kultur und Humanität unter der jüdischen Nation [https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/id/2304627]. Sie war den Idealen Moses Mendelssohns verpflichtet und propagierte ein säkulares, tolerantes und weltoffenes Judentum.
Musik: “Dunkel war die Nacht” von Benjamin Geier
Paul Celan schreibt in einem Brief an den Schriftsteller Hans Bender im November 1954:
»Im Zusammenhang mit der Frage nach dem Warum meines Dichtens habe ich mich auf meine erste Begegnung mit der Poesie zu besinnen versucht: ich war sechs Jahre alt und konnte “Das Lied von der Glocke” “aufsagen”. Wer weiß, ob nicht der Eindruck, den das auf meine Zuhörer machte, alles Weitere ausgelöst hat.«
Aus Paul Celans Aufsatz “Edgar Jené und der Traum vom Traum” von 1948
Hier gedenke ich eines Gesprächs mit einem Freunde, dem Kleists “Marionettentheater” zugrunde lag. Wie sollte doch jene ursprüngliche Anmut wiedererlangt werden, deren Bestand das letzte, also wohl auch höchste Kapitel der Menschheitsgeschichte überschreibt? Auf dem Wege - so deutete mein Freund - einer vernunftmäßigen Läuterung unseres unbewussten Seelenlebens könnte jene Ursprünglichkeit wiedergewonnen werden, die am Anfang war, und die auch am Ende diesem Leben seinen Sinn geben und es lebenswert machen würde. In dieser Anschauung fielen Anfang und Ende zusammen…
Wie sollte nun das Neue, also das Reine entstehen? Aus den entferntesten Bezirken des Geistes mögen Worte und Gestalten kommen, Bilder und Gebärden, traumhaft verschleiert und traumhaft entschleiert, und wenn sie einander begegnen in ihrem rasenden Lauf und der Funken des Wunderbaren geboren wird, da Fremdes Fremdestem vermählt wird, blicke ich der neuen Helligkeit ins Auge.”
Paul Celan aus der “Meridian”-Rede zur Verleihung des Georg-Büchner-Preises am 22. Oktober 1960
Das Gedicht will zu einem Andern, es braucht dieses Andere, es braucht ein Gegenüber. Es sucht es auf, es spricht sich ihm zu.
Ich finde etwas – wie die Sprache – Immaterielles, aber Irdisches, Terrestrisches, etwas Kreisförmiges, über die beiden Pole in sich selbst Zurückkehrendes und dabei – heitererweise – sogar die Tropen Durchkreuzendes –: ich finde... einen Meridian.
Paul Celan aus der “Bremer Rede” anlässlich der Entgegennahme des Bremer Literaturpreises von 1958
Erreichbar, nah und unverloren inmitten der Verluste blieb dies eine: die Sprache.
Sie, die Sprache, blieb unverloren, ja, trotz allem. Aber sie musste nun hindurchgehen durch ihre eigenen Antwortlosigkeiten, hindurchgehen durch furchtbares Verstummen, hindurchgehen durch die tausend Finsternisse todbringender Rede. Sie ging hindurch und gab keine Worte her für das, was geschah; aber sie ging durch dieses Geschehen. Ging hindurch und durfte wieder zutage treten, “angereichert” von all dem.
In dieser Sprache habe ich, in jenen Jahren und in den Jahren nachher, Gedichte zu schreiben versucht: um zu sprechen, um mich zu orientieren, um zu erkunden, wo ich mich befand und wohin es mit mir wollte, um mir Wirklichkeit zu entwerfen.
Um diese Wirklichkeit geht es, so denke ich, dem Gedicht.
Und ich glaube auch, dass Gedankengänge wie diese nicht nur meine eigenen Bemühungen begleiten, sondern auch diejenigen anderer Lyriker der jüngeren Generation.
Aus einem Brief Celans an Klaus Demus vom 23. November 1960
Ich fürchte, es gehört zum Wesen des Gedichts, dass es die Mitwisserschaft dessen, der es “hervorbringt”, nur so lange duldet, als es braucht, um zu entstehen… auf ein plötzliches Aufklaffen der Sprachwirklichkeit (nicht der “Realität”!), auf jenes unvermutete Hervortreten eines einzelnen Wortes, um das sich ein paar andere gruppieren, in denen das zahllose Ausgesparte noch irgendwie mitschwingt.
Paul Celan sagte in einem Gespräche mit Hugo Huppert:
»Ich stehe auf einer anderen Raum- und Zeitebene als meine Leser; er kann mich nur „entfernt“ verstehen, er kann mich nicht in den Griff bekommen, immer greift er nur die Gitterstäbe zwischen uns.«
Todesfuge
Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
wir trinken und trinken
wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seine Rüden herbei
er pfeift seine Juden hervor lässt schaufeln ein Grab in der Erde
er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz
Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und spielt
er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau
stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf
Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen
Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland
er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft
dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng
Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland
wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft
er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland
dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith
Musik: “Düster” von Benjamin Geier
Im Jahr 1952 las Paul Celan in Niendorf bei dem Treffen der Gruppe 47 [https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Gruppe_47], welche sich die “demokratische Neuausrichtung der Literatur” in Deutschland auf die Fahne geschrieben hatte, seine Gedichte, darunter “die Todesfuge”. Walter Jens erinnerte sich 1976 an die Lesung:
»Als Celan zum ersten Mal auftrat, da sagte man: “Das kann doch kaum jemand hören”. Er las sehr pathetisch. Wir haben darüber gelacht. Der liest ja wie Goebbels, sagte einer. Er wurde ausgelacht… Die Todesfuge war ein Reinfall in der Gruppe!”«
Celan aus einem Brief an Giséle Lestrange eine Woche nach dem Niendorfer Treffen:
Etwa 50 Personen saßen in der großen Halle der Hotels, in dem wir wohnten, in tiefen Sesseln – das alles erweckte den Eindruck einer Versammlung von Leuten, die sich bürgerlich mit der Welt ausgesöhnt hatten, deren Erschütterungen sie immerhin zu spüren bekommen hatten. Nun ja… Erster Waffengang. Lesung, dann Stellungnahme der “Kritiker”, Worte mit und ohne inneren Horizont… Ich habe laut gelesen, ich hatte den Eindruck über diese Köpfe hinaus… einen Raum zu erreichen, in dem die “Stimme der Stille” noch vernommen wurde… Diese Stimme, im vorliegenden Fall meine, die nicht wie die der anderen durch die Wörter hindurchglitt, sondern oft in einer Meditation bei ihnen verweilte, an der ich gar nicht anders konnte, als voll und von ganzem Herzen daran teilzunehmen – diese Stimme musste angefochten werden, damit die Ohren der Zeitungsleser keine Erinnerung an sie behielten.
“Celan und die Gruppe 47” ist ein Kapitel im Buch “ [https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/die-gruppe-47-guenter-grass-und-die-ersten-shitbuerger/]Shitbürgertum [https://westendverlag.de/comment/detail/01992dbff5627161ba9cb89db7bbe999]” von Ulf Poschardt [https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/die-gruppe-47-guenter-grass-und-die-ersten-shitbuerger/] überschrieben, darin beschreibt Poschardt auf seine Weise, was Celan mit “bürgerlich mit der Welt ausgesöhnt” beschrieb:
»Die Gruppe 47 erweist sich… als ein antisemitischer Saustall, als Quelle des alten Antisemitismus in neuer Verpackung. Günter Eich beantragte zum 1.Mai 1933 seine Aufnahme in die NSDAP und arbeitete für die literarische Zensurstelle beim Oberkommando der Wehrmacht. Siegfried Lenz wusste auch nicht so genau, wie er in der NSDAP gelandet war. Karl Krolow trat 1937 in die NSDAP ein und schrieb gerne seinen öden Kitsch für ‘Das Reich’. Martin Walser wurde 1944 NS-Mitglied und blieb, was er immer war: ein Antisemit. Dieter Wellershoff konnte sich nicht daran erinnern, dass er einen Aufnahmeantrag an die NSDAP gestellt hatte, nachdem das Bundesarchiv im Jahr 2009 seine Mitgliedsnummer veröffentlicht hatte. Walter Jens erinnerte sich 1976 an Celans Lesung, … einer, der sieben Jahre vor der berichteten Lesung noch in der NSDAP war. Zehn Jahre zuvor hatte der 19jährige Jens als Mitglied des NS-Studentenbundes eine Rede über “entartete Literatur” gehalten. All das wurde nicht thematisiert im sogenannten Neuanfang der deutschen Literatur in der Gruppe 47.«
Günter Grass in einem Gespräch mit Helmut Böttiger an 20. Mai 1995.
Das Merkwürdige ist, dass Celan dieses Priesterliche selbst herstellte. Das war unerträglich, so verschmockt, mit Kerzenlicht und so. Er sah den Dichter als Seher.
Aus einem Gespräch von Günter Grass mit FAZ-Herausgebern am 18. August 2006.
FAZ: Kann es sein, dass Sie in der Nachkriegszeit einfach den richtigen Zeitpunkt verpasst haben, um Ihre SS-Zugehörigkeit zu thematisieren?
Grass: Das weiß ich nicht. Es ist sicher so, dass ich glaubte, mit dem, was ich schreibend tat, genug getan zu haben.
Der einflussreiche Kulturkritiker Günter Blöcker schrieb im Berliner Tagesspiegel vom 11. Oktober 1959
Celans Metaphernfülle ist durchweg weder der Wirklichkeit abgewonnen, noch dient sie ihr… Celans Verse sind vorwiegend graphische Gebilde. Ihr Mangel an dinghafter Sinnlichkeit wird auch durch Musikalität nicht unbedingt wettgemacht; Zwar arbeitet der Autor gern mit musikalischen Begriffen: die vielgerühmte “Todesfuge”… Doch das sind eher kontrapunktische Exerzitien auf dem Notenpapier… Celan hat der deutschen Sprache gegenüber eine größere Freiheit als die meisten seiner dichtenden Kollegen. Das mag an seiner Herkunft liegen… Freilich wird er dadurch oftmals dazu verführt ins Leere zu agieren.
Celan empfindet diesen Text als Schändung seiner Mutter. Er schreibt das Gedicht “Wolfsbohne”, welches er jedoch nicht veröffentlicht. Darin heißt es:
Weit, in Michailowka, in
der Ukraine, wo
sie mir Vater und Mutter erschlugen: was
blühte dort, was
blüht dort? Welche
Blume, Mutter,
tat dir dort weh
mit ihrem Namen?
Mutter, dir,
die du Wolfsbohne sagtest, nicht:
Lupine.
Gestern
kam einer von ihnen und
tötete dich
zum andern Mal in
meinem Gedicht.
Fortan liest Celan die Todesfuge nicht mehr öffentlich.
Musik: “Präludium zum Tode” von Benjamin Geier
Mit dem folgenden Gedicht, welches Celan 1952 auf dem Treffen der Gruppe 47 in Nienburg als erstes las, stellte er sich als Vertreter der Opfer vor, es lautet:
Ein Lied in der Wüste
Ein Kranz ward gewunden aus schwärzlichem Laub in der Gegend von Akra:
Dort riss ich den Rappen herum und stach nach dem Tod mit dem Degen.
Auch trank ich aus hölzernen Schalen die Asche der Brunnen von Akra
und zog mit gefälltem Visier den Trümmern der Himmel entgegen.
Denn tot sind die Engel und blind ward der Herr in der Gegend von Akra,
und keiner ist, der mir betreue im Schlaf die zur Ruhe hier gingen.
Zuschanden gehaun ward der Mond, das Blümlein der Gegend von Akra:
so blühn, die den Dornen es gleichtun, die Hände mit rostigen Ringen.
So muss ich zum Kuss mich wohl bücken zuletzt, wenn sie beten in Akra…
O schlecht war die Brünne der Nacht, es sickert das Blut durch die Spangen!
So ward ich ihr lächelnder Bruder, der eiserne Cherub von Akra.
So sprech ich den Namen noch aus und fühl noch den Brand auf den Wangen.
Im 1. Buch der Makkabäer [https://www.bibleserver.com/LUT/1.Makkab%C3%A4er13,50] des Alten Testaments wird berichtet, wie die Festung Akra eingenommen wurde. Das markiert das Ende der seleukidischen Herrschaft über die Burg in Jerusalem, die lange Zeit ein Symbol der Unterdrückung für die jüdische Bevölkerung war.
Hier sieht Celan seine Aufgabe. Aber seine Kräfte schwinden. Im Jahre 1970, am Vorabend des 20. April - Hitlers Geburtstag - nimmt Celan sich das Leben.
Das folgende Gedicht, in einem Interview im Jahre 1954 sagte Celan, dass es vor 14 Jahren entstanden sei, und es “sehr deutlich im Märchenbereich zuhause ist”.
Drüben
Erst jenseits der Kastanien ist die Welt.
Von dort kommt nachts ein Wind im Wolkenwagen
und irgendwer steht auf dahier...
Den will er über die Kastanien tragen:
“Bei mir ist Engelsüß und roter Fingerhut bei mir!
Erst jenseits der Kastanien ist die Welt…”
Dann zirp ich leise, wie es Heimchen tun,
dann halt ich ihn, dann muss er sich verwehren:
ihm legt mein Ruf sich ums Gelenk!
Den Wind hör ich in vielen Nächten wiederkehren:
“Bei mir flammt Ferne, bei dir ist es eng… “
Dann zirp ich leise, wie es Heimchen tun.
Doch wenn die Nacht auch heut sich nicht erhellt
und wiederkommt der Wind im Wolkenwagen:
“Bei mir ist Engelsüß und roter Fingerhut bei mir!”
Und will ihn über die Kastanien tragen –
dann halt, dann halt ich ihn nicht hier...
Erst jenseits der Kastanien ist die Welt.
Abschließend nochmals ein Blick auf Wolfgang Emmerichs Wertung der Todesfuge als “das Jahrhundertgedicht” und Paul Celan als “bedeutendsten Lyriker”.
Aus “Über den Dichter [http://www.zeno.org/Literatur/M/Rilke,+Rainer+Maria/Theoretische+Schriften/%5BAufs%C3%A4tze+und+Rezensionen%5D/%C3%9Cber+den+Dichter]” von Rainer Maria Rilke
Einmal… ward mir das Verhältnis des Dichters im Bestehenden, sein “Sinn” vorgehalten. Das war auf der großen Segelbarke… Es ging zuerst den Strom hinauf, die Ruderer mussten sich Mühe geben… Ich habe den Alten… beobachtet, der dort, auf dem Schiffshinterteil, hockte… Er sang auf einmal auf, in durchaus unregelmäßigen Abständen und keineswegs immer, wenn die Erschöpfung um sich griff… Was auf ihn Einfluss zu haben schien, war die reine Bewegung, die in seinem Gefühl mit der offenen Ferne zusammentraf, an die er, halb entschlossen, halb melancholisch, hingegeben war. In ihm kam der Antrieb unseres Fahrzeugs und die Gewalt dessen, was uns entgegenging, fortwährend zum Ausgleich, – von Zeit zu Zeit sammelte sich ein Überschuss: dann sang er. Das Schiff bewältigte den Widerstand; er aber, der Zauberer, verwandelte Das, was nicht zu bewältigen war, in eine Folge langer schwebender Töne, die weder hierhin noch dorthin gehörten, und die jeder für sich in Anspruch nahm. Während seine Umgebung sich immer wieder mit dem greifbaren Nächsten einließ und es überwand, unterhielt seine Stimme die Beziehung zum Weitesten, knüpfte uns daran an, bis es uns zog. Ich weiß nicht wie es geschah, aber plötzlich begriff ich in dieser Erscheinung die Lage des Dichters, seinen Platz und seine Wirkung innerhalb der Zeit…
Edith Silbermann [https://www.museumoffamilyhistory.com/yt/lex/H/horowitz-silbermann-edith.htm], beschreibt, dass im Alter von 15, 16 Jahren für Paul Celan Rainer Maria Rilke [https://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Maria_Rilke] der wichtigste Dichter gewesen sei. “mit dem wir einen wahren Kult trieben… Immer wieder trug Paul den ‘Cornet [https://de.wikisource.org/wiki/Die_Weise_von_Liebe_und_Tod_des_Cornets_Christoph_Rilke]’, die ‘Geschichten vom lieben Gott [https://projekt-gutenberg.org/authors/rainer-maria-rilke/books/geschichten-vom-lieben-gott/]’ und Gedichte aus dem ‘Stundenbuch [https://projekt-gutenberg.org/authors/rainer-maria-rilke/books/das-stunden-buch/]’ und dem ‘Buch der ‘Bilder [https://projekt-gutenberg.org/authors/rainer-maria-rilke/books/das-buch-der-bilder/]’ vor.”
Für Paul Celan war Rilkes Sinngebung des Dichters ganz gewiss eine bedeutende Orientierung. Das erklärt, warum er gewisse Kollegen als “Zeitungsleser” und “Fußballspieler” wahrnahm, und nicht als Dichter. Ihnen fehlte, was Rilke die “offenen Ferne” nannte, die Transzendenz. Tragisch für Celan war jedoch, dass er selbst, traumatisiert und von seiner Umgebung missverstanden, das Gefühl für die “reine Bewegung” der Ruderer verlor, sein Gesang erklang zunehmend im Hölderlinturm, und das trotz seiner Suche nach Ansprechpartnern, nach Gegenpolen auf seinem Meridian.
Musik: “Toter Mann” von Benjamin Geier
Sie hörten das Programm Das Jahrhundertgedicht Eine Collage von Ralf Schauerhammer Sprecher waren Uwe Alschner Lutz Schauerhammer und der Verfasser selbst Musik von Benjamin Geier
Siggi Ober-Grefenkämper: Liebe Hörerinnen und Hörer von OS-Radio 104,8. Ich glaube es gibt niemanden den das Gedicht Todesfuge von Paul Celan nicht tief erschüttert und mit großer Betroffenheit zurücklässt. Nachdem ich es vor 14 Tagen das erste Mal gehört bzw. gelesen habe oder damit konfrontiert worden bin, fiel mir ein, dass mein lieber Kollege Uwe Alschner eine Begegnung hatte bzw. mehrere Begegnungen mit betroffenen Holocaust-Überlebenden. Und ich hatte Uwe gefragt, kannst du uns da nicht noch ein bisschen was drüber erzählen, jetzt zum Abschluss der Sendung, deine Eindrücke und alles, was letztendlich mit dem Holocaust zusammenhängt und ihn wahrscheinlich also auch bis heute nicht loslässt, seine Reise mit den Betroffenen.
Darum möchte ich dich fragen, Uwe, ich glaube es war 2022, wo du über einen längeren Zeitraum Kontakt mit einer oder mehreren Holocaust-Überlebenden gehabt hast und auch dich mit den unglaublichen Grausamkeiten der Shoah auseinandergesetzt hast. Wie kam es dazu?
Uwe Alschner: Ja, wie kam es dazu, dass ich bin tatsächlich von der Überlebenden des Holocaust, Vera Sharav, gefragt worden, sie bei einem Projekt zu unterstützen, bei dem sie der Ansicht war, dass es Gefahren für eine Wiederholung gibt, beziehungsweise dass die Wiederholung der Entstehung eines solchen Reiches, “des Vierten Reiches”, wie sie das nannte, schon im Gange sei.
Und das war etwas, wo… Ich habe mir sofort gedacht, ‘Moment, sie muss ihre Gründe haben, weshalb sie das tut, weshalb sie dieses Thema anspricht in dieser Zeit’. Ich habe inzwischen ja auch dann gelernt über unter anderem den Bericht der Kommission des US-Präsidenten Jimmy Carter zum Holocaust. Die wurde geleitet von Elie Wiesel [https://klartext.alschner.de/2023/06/26/elie-wiesel-damals-war-die-menschheit-als-ganzes-in-gefahr-und-sie-ist-es-auch-heute-noch/], ebenfalls einem Überlebenden von mehreren Todeslagern. Und diese Kommission hat 1979 schon einen Bericht erstattet [https://www.ushmm.org/m/pdfs/20050707-presidents-commission-holocaust.pdf], in dem es ganz klar heißt, dass erstens diese Gefahr [einer Wiederholung] immer möglich ist, und dass, zweitens, Wachsamkeit angesagt ist Und insbesondere die Überlebenden das Recht haben müssen Ihre Sorgen und ihre Befürchtungen zu artikulieren. Und dass der Rest der Gesellschaft aufgerufen ist Sie zu unterstützen.
So kam das dann dazu. Und in gewisser Weise ist es etwas, wo ich dann eben auch als Deutscher, als Historiker mich verpflichtet gefühlt habe, Vera Sharav dabei zu unterstützen. Und ich habe dann tatsächlich noch eine weitere Holocaust-Überlebende persönlich getroffen. Eine sehr betagte Dame in ihren 90ern, Irene Tokayer [https://klartext.alschner.de/2023/05/23/es-geschieht-etwas-das-nicht-geschehen-sollte/], war das. Sie stammte gebürtig aus Rostock, also aus Mecklenburg und hatte auch den Holocaust durch einen glücklichen Umstand überlebt und ihre ganze Familie ist umgekommen, wie auch der Vater von Vera Sharav umgekommen ist.
Naja und so habe ich dann tatsächlich mich auf dieses Projekt begeben und auch mir ging es so, dass jetzt bei dem Jahrhundertprogramm da schon eine gewisse Beklommenheit aufkam, auch da nochmal dran händen zu werden, aber insbesondere auch zu hören, wie dann deutsche, bundesdeutsche… Angeblich ja die neue deutsche Kultur wie diese Vertreter Walter Jens, ein großer Name, Richter, wir haben sie alle gehört wie die sich eben dann doch mit befremdlichen, ja man darf sagen, durchaus antisemitischen Tendenzen gegenüber Paul Celan verhalten haben als er sein Gedicht vortrug.
SO: Auf deiner Reise mit den Personen, die du gerade genannt hast, hatte ich ja immer wieder der Satz, du hast es eben schon kurz angesprochen, verfolgt “never again is now”. Und dieser Satz hat unter anderem auch heftige Proteste ausgelöst. In der Presse, ich glaube sogar in der internationalen Presse, bei einem Besuch von Vera Sharav in Deutschland.
Kannst du noch ganz kurz sagen, warum das so war, einer Jüdin Antisemitismus vorzuwerfen?
UA: Ja, also das ist dann tatsächlich die Perversion dieser Empörungskultur, so will ich es mal nennen, wo nämlich in der Tat die Menschen nicht erkennen, dass, wie ich eben erwähnt habe, in diesem von den Überlebenden des Holocaust 1979 vorgelegten Bericht über ein maßvolles, angemessenes Gedenken und eine beste Voraussetzung für ein Verhindern eines Rückfalls die Freiheit, insbesondere von Überlebenden, muss so und Vera Sharav ist unzweifelhaft, und Irene Tokayer [https://klartext.alschner.de/2023/05/23/es-geschieht-etwas-das-nicht-geschehen-sollte/] ist unzweifelhaft, eine Überlebende des Holocaust waren das und deswegen ist es vollkommen an den Haaren herbeigezogen und fast unverschämt es ist unverschämt da diesen Personen zu unterstellen sie wüssten nicht was sie täten und sie würden den Holocaust verharmlosen das ist leider geschehen es sind auch Strafanzeigen erstattet worden insbesondere gegen Frau Sharav.
SO: Uwe, vielen Dank für diesen kurzen Einblick in deine Begegnung mit Holocaust-Überlebenden
UA: Und das war sie dann auch, liebe Hörerinnen und Hörer. Die 18. Ausgabe von Radio IBYKUS hier auf OS-Radio 104,8 mit den Sendeverantwortlichen Siggi Ober-Grefenkämper und Uwe Alschner. Sie hörten “Das Jahrhundertgedicht”, ein Programm von Ralf Schauerhammer mit einer kurzen anschließenden Unterhaltung
Wir danken unserem Kollegen Frank Paul für die Unterstützung bei Schnitt und Zusammenstellung dieser Sendung. Wir danken den Kolleginnen und Kollegen von OS Radio 104,8 für die Bereitstellung des Sendeplatzes. Sie können diese Sendung wie alle Ausgaben von Radio IBYKUS nachhören, überall dort, wo Sie Podcasts finden. Wir freuen uns sehr auf die nächste Begegnung, am 2. Juli um 18.03 Uhr, mit Ihnen unseren geschätzten Hörern.
Bis dahin, auf bald. Tschüss.
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