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Audi in Neckarsulm: "Das Werk hat seine Hausaufgaben gemacht"

4 min · 9. juli 2026
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Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall für Baden-Württemberg, kann die Diskussion um eine Werksschließung in Neckarsulm nicht nachvollziehen. "Das Werk hat seine Hausaufgaben gemacht", sagt sie im Gespräch mit SWR Aktuell. In Neckarsulm habe man an den Arbeitskosten gearbeitet und sei gut ausgelastet, deshalb könne sie nicht verstehen, warum das Werk auf einer möglichen Streichliste steht. IG METALL BEKLAGT VERSÄUMNISSE Der Grund dafür, dass die Autoindustrie nicht gut dastehe, liegt laut Resch vor allem an Versäumnissen in der Vergangenheit. "Es ist uns nicht gelungen, eine Batteriezellenfertigung in Deutschland hochzuziehen. Wir haben Schwierigkeiten beim Thema Digitalisierung im Auto. Es ist einiges verschlafen worden." GEWERKSCHAFT HÄLT AN STANDORT FEST Für Resch und ihre Gewerkschaft steht fest: "Wir werden kämpfen für diesen Standort [https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/heilbronn/widerstandskomitee-gegen-moegliche-audi-werk-schliessung-vw-sparplaene-100.html]." Konkret könne sie sich vorstellen, dass noch mehr als bisher an der "Exzellenz" des Standorts gearbeitet werde, um Produktivität und Innovation weiter voranzutreiben, sagt sie im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler.

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Die Causa Infantino: "Der Mann muss weg"

Sie haben unmittelbar nach der Balogun-Affäre bei uns im Interview gesagt: Jetzt hat Gianni Infantino den Bogen überspannt. Der muss weg. Für wie wahrscheinlich halten Sie es mit etwas Abstand, dass die Ära Infantino in absehbarer Zeit zu Ende geht? "Die Aussage besteht nach wie vor, der Mann muss weg", sagt Kistner. Infantino habe die FIFA in eine Geldmaschine verwandelt – er sei ein großes Unglück. In verschiedenen Ländern fordern Politiker Ermittlungen gegen den FIFA-Boss, die US-Justiz ist wegen der variablen Ticketpreise bereits aktiv geworden. "Das sieht auch der entscheidende Teil der Fußballwelt so, namentlich die UEFA. Im Hintergrund wird Ausschau nach einem geeigneten Ersatzkandidaten gehalten. Das wird ein harter Kampf, aber es wird einen Kampf geben." 200 FUSSBALLVERBÄNDE HABEN EINE SOLIDARITÄTS-ERKLÄRUNG FÜR INFANTINO UNTERSCHRIEBEN "Das System ist absolut korrupt", sagt Kistner. "Es gibt ja insgesamt 211 Verbände. Der DFB hat allerdings die Solidaritäts-Erklärung nicht unterschrieben, so mutig kennt man ihn kaum. Es ist aber auch nur eine Absichtserklärung, die da unterschrieben wurde. Das kann man zurückziehen und es gibt Verbände, die das bereits tun." Die Unterschriften seien bei einem Kongress Ende April eingeholt worden, lange vor dem Skandal um Balogun. WIEVIEL BRINGEN SOLCHE GESTEN IN DER FIFA? "Es sind ja Gesten der Unterwürfigkeit. Man hofft, dass - wenn man mal wieder mit einem Anliegen beim großen Boss auftaucht - man entsprechend berücksichtigt wird. Was anderes ist es nicht." Das zeige, wo das Kernproblem im organisierten Fußball liege: Im Personal. "Wir haben exakt das gleiche Bild, wie wir es vor zehn Jahren hatten, als das FBI eingegriffen hat. Die große FIFA-Gate-Affaire." DIE SCHWÄCHE DER FUNKTIONÄRE "Wir haben jede Menge Spitzenfunktionäre in Südamerika. Teilweise spürt denen das FBI wieder hinterher, nämlich in Argentinien", erklärt Kistner. Andere südamerikanische Verbände würden von ihren jeweiligen lokalen Staatsanwaltschaften untersucht. Unter anderem wegen Geldwäsche und Korruption. "Wir haben absolut schwache Funktionäre, die im Grunde genommen nur zur FIFA gehen und dort im Rat rumsitzen, den Infantino auf 36 Sitze aufgebläht hat. Da holen sie sich dann 250.000 im Jahr ab, dafür, dass sie ab und zu mal mit dem Kopf nicken." WELCHE HEBEL HAT DIE UEFA? "Die UEFA hat den stärksten Hebel von allen," sagt Kistner. "Ohne die UEFA ist die Weltmeisterschaft tot."

20. juli 20265 min
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Spahn-Rücktritt: Hält die schwarz-rote Koalition?

Der Rücktritt von Jens Spahn als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sorgt für eine neue Personaldebatte in Berlin. Für die schwarz-rote Koalition kommt der Wechsel zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Die Bundesregierung hat wichtige Reformen angekündigt. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem sagte der erste parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, die Zusammenarbeit mit der Union könne trotzdem stabil weitergehen. SPD SIEHT KOALITION WEITER ARBEITSFÄHIG Wiese betonte, die Koalitionsfraktionen hätten zuletzt als Stabilitätsanker der Regierung funktioniert. Spahns Rücktritt sei wegen des Verlusts an Glaubwürdigkeit jedoch die richtige Konsequenz gewesen. Jetzt müsse die Union die Nachfolge schnell klären, damit die gemeinsame Regierungsarbeit fortgesetzt werden könne. [https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/debatte-nachfolge-spahn-100.html]

20. juli 20264 min
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Bahnmitarbeiter nach Angriff aus Zug gestürzt: Scharfe Kritik an Entscheidung des Gerichts

Nach dem lebensgefährlichen Sturz eines Bahnmitarbeiters aus einem fahrenden Zug [https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/bahn-mitarbeiter-verletzt-100.html] bei Ettlingen gibt es Kritik an der Entscheidung des Amtsgerichts Karlsruhe, den mutmaßlichen Angreifer wieder auf freien Fuß zu setzen. Wie SWR-Reporterin Ninja Degen im Interview mit SWR Aktuell Radio-Moderator Jonathan Hadem berichtet, war der 26-jährige Sicherheitsmitarbeiter am Freitagabend bei einer Fahrscheinkontrolle in eine Auseinandersetzung mit einem Fahrgast geraten. Dabei wurde eine Zugtür beschädigt. Der Bahnmitarbeiter stürzte bei Tempo 120 aus dem fahrenden Zug und wurde lebensgefährlich verletzt. Gericht lehnt Untersuchungshaft ab Das Amtsgericht Karlsruhe begründet die Entscheidung mit Zweifeln am genauen Tatablauf, nachdem ein Überwachungsvideo angeschaut wurde. Außerdem fehle ein Haftgrund: Der 36-jährige Tatverdächtige habe einen festen Wohnsitz, familiäre Bindungen und eine Arbeitsstelle, weshalb keine Fluchtgefahr bestehe. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kritisiert die Entscheidung scharf und spricht von einem falschen Signal für Beschäftigte im Bahnverkehr. EVG und GDL fordern strengere Strafen und mehr Schutz für Bahnmitarbeitende. Hintergrund ist die zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte: Nach Angaben der Bundesregierung wurden im vergangenen Jahr rund 2.700 Mitarbeitende der Bahn angegriffen, elf Prozent mehr als im Vorjahr.

20. juli 20264 min
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Neuer Premier in Großbritannien: Burnham soll politische Stabilität bringen

Nach dem Rücktritt von Keir Starmer vor vier Wochen bekommt Großbritannien einen neuen Premierminister. Der neue Labour-Parteichef Andy Burnham [https://www.tagesschau.de/ausland/europa/andy-burnham-portraet-100.html]soll heute von König Charles III. offiziell mit der Regierungsbildung beauftragt werden. Er ist bereits der siebte Premierminister seit dem Brexit-Referendum vor zehn Jahren. REGIERUNGSWECHSEL OHNE NEUWAHLEN MÖGLICH Die Leiterin des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in London, Canan Atilgan, sieht die Ursache für die häufigen Regierungswechsel vor allem im britischen politischen System. Ein Premierminister kann dort auch ohne Neuwahlen abgelöst werden, wenn er den Rückhalt der eigenen Partei verliert. Zudem spielten Führungsstärke und Charisma eine größere Rolle als etwa in Deutschland, so Atilgan im Interview mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem.

20. juli 20265 min
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Service: Heizungsförderung wird gekürzt: Jetzt noch schnell neu kaufen?

> Ungefähr so kompliziert, wie man es nur machen kann > > > Quelle: Saidi Sulilatu, Chefredakteur Finanztip Die Bundesregierung plant umfassende Kürzungen bei der Förderung von Wärmepumpen, was Eigentümer vor neue Herausforderungen stellt. Die Einschätzung von Finanztip [https://www.finanztip.de/heizen-sanieren/]-Chefredakteur Saidi Sulilatu ist, die neuen Regelungen seien „ungefähr so kompliziert, wie man es nur machen kann“. Konkret werden die förderfähigen Kosten für eine neue Wärmepumpe zunächst von bisher maximal 30.000 Euro auf 28.000 Euro reduziert. Ab dem Jahr 2027 werden diese Summen laut Sulilatu sogar „alle sechs Monate um weitere 750 Euro“ abgesenkt. Die staatliche Unterstützung für den Heizungstausch schrumpfe kontinuierlich zusammen. Für Verbraucher bedeutet das, dass sie sich auf geringere Zuschüsse einstellen müssen. Sulilatu rät daher dazu, sich intensiv mit den Bedingungen auseinanderzusetzen, da viele Fördermaßnahmen schrittweise „mit der Zeit abgesenkt“ werden und die finanzielle Belastung für Eigentümer dadurch spürbar zunimmt. "EFFIZIENZBONUS" FÄLLT WEG Neben den sinkenden Gesamtsummen fallen auch bewährte Bonusregelungen weg oder werden drastisch verschärft. So warnt Sulilatu eindringlich, der „vertraute Effizienzbonus“ falle weg, damit werde eine wichtige Säule der staatlichen Unterstützung [https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284] ersatzlos gestrichen. Auch beim „Klimageschwindigkeitsbonus“ müssen Hauseigentümer erhebliche Abstriche hinnehmen, da dieser Anreiz künftig alle sechs Monate um jeweils vier Prozentpunkte schrumpft. Wichtig ist auch, wo ein Gerät gebaut worden ist: Wer bei der Grundförderung nicht auf ein Modell „Made in Europe“ setzt, erhält laut Sulilatu statt der üblichen 30 Prozent nur noch 15 Prozent der förderfähigen Kosten erstattet. Diese Einschnitte machen deutlich, dass der Staat die Förderschraube spürbar anzieht. Der Finanzexperte macht in seiner Analyse klar, dass durch diese restriktiven Vorgaben die Anschaffung einer Wärmepumpe ohne europäische Technik für einen Großteil der Bevölkerung deutlich unattraktiver wird. > Bisherige Förderung wurde ziemlich spontan abgeschaltet > > > Quelle: Finanztip-Chefredakteur Saidi Sulilatu Die neuen Regeln bringen zwar eine soziale Staffelung mit sich, doch für die Mehrheit der Betroffenen verschlechtern nach Ansicht von Sulilatu die Konditionen. Zwar gebe es nun einen Einkommensbonus von „40 Prozent, aber nur für ein zu versteuerndes Einkommen bis 30.000 Euro“, was primär Geringverdienern zugutekomme. Sulilatu sagt, wer jetzt jedoch versuche, noch schnell von den alten Konditionen zu profitieren, werde enttäuscht, denn das zuständige KfW-Antragsportal wurde bereits „ziemlich spontan abgeschaltet“. Ein Einreichen nach altem Recht ist somit kaum noch möglich. Eine ultrakurze Übergangsfrist existiert laut Sulilatu „nur, wenn ich einen Antrag von meiner Heizungsfirma bereits habe“, welcher dann zwingend „bis zum 20. Juli um 20 Uhr“ eingereicht werden muss. Wer diese extrem knappe Deadline verpasst, fällt automatisch in das neue System. Sulilatu kritisiert, dass diese abrupte Umstellung viele Modernisierungswillige unvorbereitet trifft. > Fossile Heizungen werden auf Dauer schwierig Trotz des sinkenden Förderniveaus warnt Sulilatu eindringlich vor Torschlusspanik und übereilten Entscheidungen ohne fundierte energetische Planung. Wer jetzt überhastet agiert und Fehler macht, werde am Ende „sehr viel mehr an Betriebskosten“ zahlen, als er durch die verlorenen Fördergelder jemals eingebüßt hätte. Auch der vermeintliche Ausweg, wieder auf eine klassische Öl- oder Gasheizung zu setzen, birgt laut Sulilatu existenzielle finanzielle Gefahren für Eigentümer. Da Energieanbieter per Gesetz bis 2045 komplett auf grüne Brennstoffe umstellen [https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2026/07/20260710-gebaeudemodernisierungsgesetz.html] müssen, werde der CO2-Preis auf Gas und Öl in den kommenden Jahren weiter steigen - und Biokraftstoffe Mangelware bleiben. Sulilatu prognostiziert daher unmissverständlich, dass „fossile Heizungen auf die Dauer schwierig werden“ und Verbraucher in eine Kostenfalle treiben.

18. juli 20266 min