SWR2 am Samstagnachmittag

Christian Redl: „Jeder Abschied ist ein kleiner Tod. Aber es ist halt unvermeidbar.“

13 min · 22. aug. 2026
Billede af episoden Christian Redl: „Jeder Abschied ist ein kleiner Tod. Aber es ist halt unvermeidbar.“

Beskrivelse

KEINE LEICHTE KRIMI-KOST Beim Filmfestival in Ludwigshafen wird mit „Mein ist der Tod“ der 18. Spreewaldkrimi gezeigt. Es ist die letzte Folge der beliebten ZDF-Serie, die Reihe wird eingestellt. Kommissar Krüger ist längst in Pension, wird aber noch einmal in ein Verbrechen verwickelt. Zum Plot will Christian Redl nur so viel verraten: Er werde dabei als Toter agieren. Dass diese Folge in Ludwigshafen bereits für den Publikumspreis nominiert wurde, freut den Schauspieler. Die Spreewaldkrimis erforderten eine Menge Aufmerksamkeit, sie sind „doppelbödig und vielschichtig“. „IRGENDWANN IST JA AUCH MAL SCHLUSS MIT DEM ERMITTELN“ Seinen Abschied vom Spreewald nimmt Christian Redl einigermaßen gelassen. „Es ist schon schade“, gesteht der 78-Jährige, aber er werde auch nicht jünger. In dem knarzigen, wortkargen Ermittler Krüger habe er einige Ähnlichkeiten mit sich selbst entdeckt. Unverbindliche Konversation liege ihm einfach nicht. Am meisten wird der Schauspieler den eigentlichen Helden der Krimireihe vermissen: „Die Magie des Spreewaldes macht den Zauber der ganzen Geschichte aus.“ Ein seltsamer, faszinierender Wald, der sofort die Fantasie wecke. DIE KAMERA WAR IHM NICHT GEHEUER In Ludwigshafen wird Christian Redl für seine Schauspielkunst ausgezeichnet – Anerkennung erhält er nicht nur für die Kommissarenrolle, sondern für viele Jahrzehnte, in denen er zunächst vor allem auf der Theaterbühne, später dann vor der Kamera zu sehen war und ist. Wahrhaftigkeit macht für Christian Redl das Wesen der Schauspielkunst aus, das Wesentliche der Figur zu erfassen. „Wer am besten lügt, ist der beste Schauspieler“, lautet seine Überzeugung. Mit „Sierra Leone“ begann für den Schauspieler 1987 der Einstieg ins Filmgeschäft. Die Produktion habe ihn „in Angst und Schrecken“ versetzt, „du kannst der Kamera nichts vormachen“. Er habe es im Laufe des Lebens erst lernen müssen, damit umzugehen. DER BERUF HAT IHN GEZWUNGEN, AUS SICH HERAUSZUKOMMEN „Das Leben hat kein Geländer“ heißt die Autobiografie, die Christian Redl vor drei Jahren veröffentlicht hat. Darin schreibt er sehr offen und sehr persönlich über sein schwieriges Verhältnis zum Vater, der die schlechten Schulnoten des Sohns mit der Bemerkung kommentierte: „Du bist dumm, aber sieh' zu, dass das keiner merkt.“ Dieser Satz habe ihn bis weit ins hohe Alter hinein geprägt, gesteht er im Gespräch mit SWR Kultur: dass man sich nichts zutraue und dass andere ihn für blöd halten könnten. Gerettet habe ihn die Leidenschaft für das Schauspielen. Der Beruf bringt ihn dazu, sich Dinge zuzutrauen, die er sich eigentlich gar nicht zutrauen möchte.

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Christian Redl: „Jeder Abschied ist ein kleiner Tod. Aber es ist halt unvermeidbar.“

KEINE LEICHTE KRIMI-KOST Beim Filmfestival in Ludwigshafen wird mit „Mein ist der Tod“ der 18. Spreewaldkrimi gezeigt. Es ist die letzte Folge der beliebten ZDF-Serie, die Reihe wird eingestellt. Kommissar Krüger ist längst in Pension, wird aber noch einmal in ein Verbrechen verwickelt. Zum Plot will Christian Redl nur so viel verraten: Er werde dabei als Toter agieren. Dass diese Folge in Ludwigshafen bereits für den Publikumspreis nominiert wurde, freut den Schauspieler. Die Spreewaldkrimis erforderten eine Menge Aufmerksamkeit, sie sind „doppelbödig und vielschichtig“. „IRGENDWANN IST JA AUCH MAL SCHLUSS MIT DEM ERMITTELN“ Seinen Abschied vom Spreewald nimmt Christian Redl einigermaßen gelassen. „Es ist schon schade“, gesteht der 78-Jährige, aber er werde auch nicht jünger. In dem knarzigen, wortkargen Ermittler Krüger habe er einige Ähnlichkeiten mit sich selbst entdeckt. Unverbindliche Konversation liege ihm einfach nicht. Am meisten wird der Schauspieler den eigentlichen Helden der Krimireihe vermissen: „Die Magie des Spreewaldes macht den Zauber der ganzen Geschichte aus.“ Ein seltsamer, faszinierender Wald, der sofort die Fantasie wecke. DIE KAMERA WAR IHM NICHT GEHEUER In Ludwigshafen wird Christian Redl für seine Schauspielkunst ausgezeichnet – Anerkennung erhält er nicht nur für die Kommissarenrolle, sondern für viele Jahrzehnte, in denen er zunächst vor allem auf der Theaterbühne, später dann vor der Kamera zu sehen war und ist. Wahrhaftigkeit macht für Christian Redl das Wesen der Schauspielkunst aus, das Wesentliche der Figur zu erfassen. „Wer am besten lügt, ist der beste Schauspieler“, lautet seine Überzeugung. Mit „Sierra Leone“ begann für den Schauspieler 1987 der Einstieg ins Filmgeschäft. Die Produktion habe ihn „in Angst und Schrecken“ versetzt, „du kannst der Kamera nichts vormachen“. Er habe es im Laufe des Lebens erst lernen müssen, damit umzugehen. DER BERUF HAT IHN GEZWUNGEN, AUS SICH HERAUSZUKOMMEN „Das Leben hat kein Geländer“ heißt die Autobiografie, die Christian Redl vor drei Jahren veröffentlicht hat. Darin schreibt er sehr offen und sehr persönlich über sein schwieriges Verhältnis zum Vater, der die schlechten Schulnoten des Sohns mit der Bemerkung kommentierte: „Du bist dumm, aber sieh' zu, dass das keiner merkt.“ Dieser Satz habe ihn bis weit ins hohe Alter hinein geprägt, gesteht er im Gespräch mit SWR Kultur: dass man sich nichts zutraue und dass andere ihn für blöd halten könnten. Gerettet habe ihn die Leidenschaft für das Schauspielen. Der Beruf bringt ihn dazu, sich Dinge zuzutrauen, die er sich eigentlich gar nicht zutrauen möchte.

22. aug. 202613 min
Billede af episoden Kochen mit Genussforscher Prof. Thomas Vilgis – Quarkbällchen aus Frischkäse mit Birnen

Kochen mit Genussforscher Prof. Thomas Vilgis – Quarkbällchen aus Frischkäse mit Birnen

Käse schließt den Magen, sagt ein altes Sprichwort. Protein- und nährstoffreich, sorgt der Käse im Anschluss an den Hauptgang für mehr Sättigung und stellt einen hervorragender Übergang zum Dessert dar. Für sein Rezept hat sich Genussforscher Prof. Thomas Vilgis einen Gang gespart: Die Frischkäsebällchen werden karamellisiert und mit Birnen kombiniert. Damit wird der Käsegang gleich zum Dessert. REZEPT: QUARKBÄLLCHEN GESCHWENKT IN THYMIANKARAMELL UND BIRNEN Frischkäse für die Quarkbällchen 1 Liter Vollmilch 0,5 l Naturjoghurt Die Milch auf ca. 80 °C – 90 °C erwärmen und den Joghurt beifügen. Sanft rühren bis die Milch vollständig flockt und sich ein Käsebruch bildet. Durch ein feines Sieb oder Mulltuch abseihen (die Molke selbstverständlich aufbewahren) und den Käsebruch gut abtropfen lassen. Den Käsebruch ausdrücken, daraus „Minifrikadellen“ formen und beiseite legen. Birnen 2 festere Birnen 300 ml Birnensaft 1 Biolimette Mark einer halben Vanilleschote Limettenschale mit einer feinen Reibe lösen und in ein Schälchen geben. Für das Anrichten der Speise zurückstellen Limette halbieren und auspressen. Den Birnensaft mit dem frisch gepressten Limettensaft und dem Vanillemark verfeinern. Die Birnen waschen, würfeln und sofort in den Birnensaft geben, marinieren lassen. Thymiankaramell 100 g Butter 1 EL Zucker 1 Zweig Thymian (ersatzweise 1 TL getrockneter Thymian) Den Zucker hell in einer Pfanne karamellisieren lassen, die Butter und Thymianzweig zugeben bis es „nussig-kräuterig“ duftet und die Quarkbällchen darin kurz darin abschwenken. Anrichten Die Käsefrikadellen mit den Birnenwürfeln in tieferen Schälchen anrichten, etwas Birnensaft dazugeben. Von der Karamellbutter mit einem Teelöffel betropfen und mit dem Limettenabrieb dezent bestreuen.

22. aug. 20265 min
Billede af episoden Mit 63 zum Jazz-Debüt: Nikolaus Gelpke wagt den musikalischen Neustart

Mit 63 zum Jazz-Debüt: Nikolaus Gelpke wagt den musikalischen Neustart

„ÅLESUND 63“: EIN ALBUM ENTSTEHT AM MEER – WO SONST?! Nikolaus Gelpke wollte eigentlich gar kein Jazzmusiker werden. Er wollte vor allem wissen, wie es sich anfühlt, ein Musikstück von der allerersten Idee bis zum fertigen Album zu begleiten. „Ich hatte ja wirklich nur die Idee, einen Prozess kennenzulernen“, sagt er im Gespräch mit SWR Kultur. „Ich bin eigentlich immer an Prozessen interessiert und nicht an einem Ziel, sondern irgendwie auf dem Weg dahin. Das ist immer viel spannender.“ Das Ergebnis dieses Experiments ist nun „Ålesund 63“ – ein Jazzalbum, das an einem ungewöhnlichen Ort entstanden ist: in einem Tonstudio auf einer kleinen Insel vor der norwegischen Atlantikküste. DAS SAXOFON ALS ALTERSVORSORGE Der studierte Meeresbiologe Nikolaus Gelpke gründete das Magazin „mare“, war dessen Herausgeber und langjähriger Chefredakteur. Das Meer bestimmte sein Berufsleben. Musik spielte zwar immer eine Rolle, aber eher im Hintergrund. Der entscheidende Impuls für das Saxofon kam ihm, als er bei einem Auftritt des Schulorchesters seines Sohnes war. „Meine Motivation war erst mal sehr pragmatisch“, so Nikolaus Gelpke. Ein Instrument zu lernen, könne im Alter geistig fit halten und soziale Kontakte ermöglichen, so seine Idee. „Das war also eigentlich eine Altersvorsorge“. Noch am selben Abend bestellte sich Nikolaus Gelpke ein Saxofon im Internet. Aus der Altersvorsorge wurde schnell Leidenschaft. Das Instrument begeisterte ihn. „Es ist sehr nah am Singen“, sagt er. „Also so ein Holzblasinstrument ist ja auch was sehr Körperliches.“ VOM HANDY-MITSCHNITT ZUM FERTIGEN ALBUM Irgendwann kamen ihm beim Spazierengehen am Meer die ersten eigenen Melodien, die er mit dem Handy aufnahm. Aus diesen kleinen musikalischen Ideen wurden Stücke, aus den Stücken schließlich ein Album. Dabei lernte Nikolaus Gelpke auch, wie komplex der Weg von einer Melodie zum fertigen Jazzstück ist: „Das Aufschreiben der Töne war noch relativ einfach.“ Schwieriger wurde es beim Rhythmus – und bei den Harmonien. EINE WOCHE AM NORWEGISCHEN MEER Rund anderthalb Jahre dauerte der Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Album. Der Titel „Ålesund 63“ verrät bereits einiges über die Entstehung des Albums. Ålesund liegt an der norwegischen Atlantikküste. Auf der nahegelegenen Insel Giske befindet sich das Ocean Sound Recording Studio – ein Studio, das Gelpke schon auf Fotos faszinierte. „Das ist ja ein magischer Ort für ein Tonstudio“, dachte er, als er die Bilder sah. Das Studio liegt nur wenige Meter vom Meer entfernt, ganz einsam. Viele bekannte Musiker haben dort aufgenommen. Das Equipment sei hervorragend, erzählt er – und die besondere Lage habe ihren ganz eigenen Einfluss auf die Musik. „WENN MAN DABEI DAS MEER IM BLICK HAT, MACHT DAS MIT MIR WAS“ Das Meer ist für Gelpke nicht nur das Thema seines früheren Berufslebens. Es ist auch eine Inspirationsquelle für seine Musik. „Wenn man dabei das Meer im Blick hat, vor allem das nordische Meer, wenn man dann dieses wilde Meer um sich herumhat, dann macht das mit mir was“, sagt Nikolaus Gelpke. „Gerade bei der Improvisation, aber auch bei der Melodieentwicklung.“ KEIN PROFI – UND GERADE DESHALB KEIN VIRTUOSENALBUM Für die Aufnahmen holte sich Nikolaus Gelpke professionelle Musiker an seine Seite: die Pianistin Anja Mohr, Bassist Georgi Kignadze und Schlagzeuger Ole Seimetz. Auch sein Saxofonlehrer Lorenz Hargassner ist beteiligt und spielt auf zwei Stücken Tenorsaxofon. Ursprünglich wollte Nikolaus Gelpke die Aufnahmen gar nicht unbedingt veröffentlichen. Seine Mitmusiker sahen das anders. Sie hätten ihn regelrecht dazu gedrängt, aus dem Projekt ein Album zu machen. Der Unterschied zwischen einem professionellen Jazzmusiker und einem 63-jährigen Saxofon-Anfänger ist dem Nachwuchsmusiker durchaus bewusst. „Ich finde das Album immer dann gut, wenn die anderen spielen, aber dann kommt dieses blöde Saxofon dazu“, sagt er lachend. Gleichzeitig hat Nikolaus Gelpke eine klare Vorstellung davon, was er musikalisch möchte. Er versucht nicht, seine fehlende jahrzehntelange Bühnenerfahrung durch möglichst viel Virtuosität zu überspielen: „Ich versuche auch jetzt auf dem Album nicht möglichst virtuos zu sein, sondern möglichst bei mir zu sein.“

15. aug. 202615 min
Billede af episoden Kochen mit Genussforscher Thomas Vilgis: Vegetarischer Strammer Max

Kochen mit Genussforscher Thomas Vilgis: Vegetarischer Strammer Max

Statt Schinken landen kräftig angeröstete Zucchini auf dem Brot, dazu würziger Käse und ein Spiegelei mit flüssigem Eigelb. Genussforscher und Physiker Thomas Vilgis erklärt, warum Röstaromen und Rauchsalz unser Geschmacksempfinden so zuverlässig triggern – und warum ein Klassiker manchmal eine neue Interpretation verdient hat. REZEPT: VEGETARISCHER STRAMMER MAX Zutaten: 4 Scheiben Vollkornsauerteigbrot (Roggen-Weizen-Misch) 40 g Butter 2 EL Olivenöl 4 Eier 4 frisch geschnittene Scheiben aus einem kräftigen, nicht zu trockenen Käse (drei bis sechs Monate gereift, etwa Alpen, Allgäuer, Jura, Gruyère, Sbrinz, ...) 400 g größere Zucchini 2 TL Rauchsalz 4 kleine Essiggurken (Cornichons) 4 EL Schnittlauchröllchen Zubereitung: Zucchini waschen und in 1 cm bis 1,5 cm dicke Scheiben schneiden. Diese auf der Grillpfanne unter starker Hitze auf beiden Seiten stark angrillen, vom Herd ziehen und bei geschlossenem Deckel nachgaren lassen. Danach mit Rauchsalz bestreuen und etwa 10 Minuten ziehen lassen.  Butter und Olivenöl in einer Pfanne heiß werden lassen und die Brotscheiben darin beidseitig anrösten. Je nach Fettaufnahme der Brotschreiben mit mehr Butter und Olivenöl nachhelfen, und in der warmen Pfanne lassen.  Jetzt die Eier in einer separaten Pfanne als Spiegeleier braten und währenddessen die Brotscheiben mit Käse und den Zucchinischeiben belegen, danach die gebratenen Eier obenauf legen. Cornichons fächerförmig aufschneiden. Auf Teller anrichten und mit Schnittlauchröllchen bestreuen.

15. aug. 20268 min