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About Die fünfte Schweiz
Über 800'000 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer haben ihren festen Wohnsitz im Ausland. Sie leben in über 65 Ländern. In dieser Sendung geben sie Auskunft über ihren Alltag. Es sind Menschen aus Schweizer Familien, Vereinen, Firmenvertreter, Mitarbeiterinnen von Hilfswerken, Angehörige von Botschaften und Konsulaten
371 episodes
Tasmanisches Weingut mit Schweizer Herz
Matthias Utzinger und seine Frau Lauren haben in Tasmanien ihren Traum vom eigenen Weingut verwirklicht. Im kühlen Klima des Tamar Valley haben die beiden aus einer ehemaligen Schaffarm ein kleines Paradies für Weinliebhaber geschaffen: «Wir haben uns sofort in dieses Stück Land verliebt.» Matthias Utzinger aus Wädenswil (ZH) arbeitete auf Weingütern im In- und Ausland, darunter fünf Jahre in Südfrankreich. 2015 bereiste er die Welt auf der Suche nach dem idealen Ort für seinen Weinberg. Dabei lernte er seine heutige Frau Lauren kennen: «Sie lud mich über Weihnachten zu sich nach Tasmanien ein. In diesem Moment wusste ich: Hier gehöre ich hin und finde meinen Weinberg.» Gemeinsam starteten sie das Herzensprojekt. Das Abenteuer des eigenen Weinanbaus begann 2018. Im Norden der Insel, mit Blick auf den Tamar River, bewirtschaften sie heute ihr Gut. Während der Ernte sind die Tage lang. Viele stellen sich den Winzer romantisch auf der Veranda vor, wie er auf seine Rebberge blickt, sagt Matthias schmunzelnd: «In Wirklichkeit sitze ich die meiste Zeit auf dem Traktor, aber ich liebe die Arbeit im Rebberg.» Exotische Schädlinge Tasmanien bringt auch Herausforderungen mit sich, die im europäischen Weinbau unbekannt sind. Kängurus und Wallabies bedienen sich gerne an den Trauben, weshalb die Utzingers ihre Reben mit Netzen schützen müssen. Gleichzeitig lassen sie viel Land in seinem natürlichen Zustand, um ein gesundes Ökosystem zu fördern, inklusive giftiger Schlangen und Spinnen, die hier heimisch sind.
Ruedi Gmür: «Mein Leben ist so bunt wie ein bolivianischer Markt»
Ruedi Gmür lebt mit seiner bolivianischen Frau und deren Töchter in San Ignacio de Valesco im Osten von Bolivien. Die Familie betreibt die Wäscherei «Lavanderia Suiza» und eine kleine Backstube: «Wir führen hier ein buntes, fröhliches Leben zwischen Backofen, Waschmaschinen und tropischer Natur.» Der 52 jährige Toggenburger hat Bolivien früh ins Herz geschlossen. Als gelernter Maschinenmechaniker besuchte er einst seinen Bruder in Santa Cruz de la Sierra und war sofort fasziniert vom südamerikanischen Lebensgefühl: «Sonne, Lebensfreude und Chaos, das passt zu mir!» Seit 2016 lebt er mit seiner Partnerin Miriam und den Mädchen Lorena und Liliana in San Ignacio de Velasco, nahe der brasilianischen Grenze. Kleines Familienimperium Mit viel Herzblut hat sich die Familie in den Jahren ein vielseitiges Geschäft aufgebaut. Neben der Wäscherei «Lavanderia Suiza», bäckt Ruedi Gmür täglich frisches Brot in seiner Backstube und vermietet Stellplätze an Wohnmobiltouristen: «Wir sind ein super Team. Alle packen mit an!»
Annina Schmid: «Die Universität Oxford inspirierte Harry Potter»
Annina Schmid arbeitet in Oxford (GB). Die angesagte Neurowissenschaftlerin erforscht mit ihrem Team an der weltberühmten Elite-Universität die Ursachen von Nervenschmerzen. Die 47-Jährige lebt mit ihrem Partner und Hund Baloo mitten auf der Themse in einem kleinen Arbeiterhäuschen. Annina Schmid lebt seit dreizehn Jahren in Oxford und forscht dort als Neurowissenschaftlerin an der renommierten Universität. Schon während ihrer Zeit als Physiotherapeutin wollte sie verstehen, woher Schmerzen kommen und weshalb sie chronisch werden. Diese Neugier brachte sie bis nach Australien, wo sie Neurowissenschaften studierte. Heute verfolgt sie als Schmerzwissenschaftlerin ihre Mission in Oxford weiter: «Wir entschlüsseln die Mechanismen von Nervenschmerzen und entwickeln neue und wirksame Therapien.» Die Universität von Oxford erinnert mit ihren historischen, altehrwürdigen Gebäuden an «Hogwarts» aus Harry Potter, sagt Annina Schmid: «Die Studierenden tragen zum Mittagessen schwarze lange Übermäntel. Es ist eine uralte Tradition.» Tatsächlich diente die Universität als Vorbild und Inspiration für die Harry Potter Verfilmungen. Wohnen auf der Themse Annina Schmid lebt mit ihrem Partner Robert und Baloo in einem typisch englischen «Workers-Cottage.» Das Besondere: Das ehemalige Arbeiterhaus steht auf einer Insel mitten in der Themse: «Im Sommer kann man vom Garten aus direkt in den Fluss springen.»
Elise Till – Die Clownin aus Ilpendam
Elise Till ist in Otelfingen (ZH) aufgewachsen und heute in Holland zu Hause. Die Lehrerin unterrichtet in Amsterdam an einer Grundschule und macht gerade eine Ausbildung zur Clownin: «Es berührt mich jedes Mal, wenn ich jemandem ein Lächeln schenken kann.» Elise Till stammt aus Otelfingen (ZH), hat aber holländische Wurzeln. Ihre Mutter ist Niederländerin. Vor 27 Jahren zog Elise zurück zu ihren Wurzeln und lebt heute mit ihrer Familie im kleinen Dorf Ilpendam bei Amsterdam. In Amsterdam arbeitet sie als Lehrerin an einer Grundschule, in der viele Nationalitäten aufeinandertreffen. Diese Vielfalt schätzt sie besonders: «Ich lerne hier jeden Tag so viel über unterschiedliche Kulturen.» Als eines ihrer Kinder im Spital war, traf Elise dort einen Spitalclown. Diese Begegnung berührte sie so sehr, dass sie heute selbst eine Ausbildung zur Clownin macht. Der Schweiz bleibt sie eng verbunden. Als Präsidentin des Schweizer Clubs organisiert sie Begegnungen und sorgt dafür, immer wieder Schweizerdeutsch zu sprechen. Wer in Holland läuft hat sein Velo verloren Die Niederlande sind nicht ohne Grund das Velo Land schlechthin. Eine erstklassige Infrastruktur, echte Fahrradkultur und die flache Landschaft machen das Land zu einem Paradies für alle, die gern auf zwei Rädern unterwegs sind. Elise Till fährt täglich von Ilpendam nach Amsterdam mit dem Velo zur Arbeit und sorgt für einen kleinen Hingucker: «Ich trage ganz schweizerisch konsequent einen Velohelm, während die meisten ohne fahren.»
Massimo Biondi in Tokio
Seit zwanzig Jahren lebt Massimo Biondi im Herzen der japanischen Hauptstadt Tokio. Mit seiner Frau Natsue wohnt er in einem traditionellen Quartier und pendelt zwischen IT-Job, Schauspielrollen und seinem Amt als Präsident des Schweizer Clubs. Massimo Biondi hat sich in Tokio ein Leben aufgebaut, das abwechslungsreicher kaum sein könnte. Der 54-jährige Zürcher arbeitet als IT-Spezialist, steht aber immer wieder auch als Schauspieler vor der Kamera und spielte bereits in verschiedenen japanischen Produktionen mit. Gemeinsam mit seiner Frau Natsue lebt er im Herzen der Millionenstadt. In einem Viertel, das bis heute seinen traditionellen Charme bewahrt. Und als Präsident des Schweizer Clubs in Tokio, pflegt er zudem die Verbindung zur Heimat: «Wir haben einmal im Monat unseren Stammtisch. Es tut gut, sich mit Menschen aus demselben Kulturkreis auszutauschen.» Besonders fasziniert Massimo Biondi die kulinarische Vielfalt in Japan. In Tokio gibt es über 100'000 Restaurants von Sushi Bars bis zum Italiener findet man alles: «In der Sake-Bar um die Ecke, habe ich sogar schon mal ein Raclette-Essen organisiert.» Ungeschriebene Regeln in Japan In Japan gibt es viele ungeschriebene Regeln, die Besuchende oft erst auf den zweiten Blick erkennen. Zum Beispiel beim Essen: Stäbchen stellt man nie senkrecht in den Reis, sagt Massimo Biondi: «Das ist Teil eines Trauerrituals und gilt im Alltag als tabu.» Auch im öffentlichen Verkehr läuft vieles anders: In Zügen und Aufzügen spricht man nicht, Ruhe wird als Zeichen von Respekt verstanden. Und generell gilt im öffentlichen Raum eine Kultur der Zurückhaltung. Lautes Auftreten oder auffälliges Verhalten wird schnell als unhöflich empfunden.
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