Braucht Europa ein eigenes ChatGPT?
Spitzen-KI aus den USA gibt es erst mal nur für Staatsbürger: Das ist offenbar der Kurs, auf den die Trump-Regierung setzt. Schon vor einigen Wochen entschied sie, dass Mythos [https://www.zeit.de/2026/27/anthropic-exportverbot-ki-modelle-claude-mythos-fable-usa], das Spitzenmodell der KI-Entwickler Anthropic, Ausländern nicht mehr zur Verfügung stehen darf. Und auf Geheiß der Regierung darf nun auch GPT 5.6, [https://www.zeit.de/digital/2026-06/openai-gpt-5-6-ki-modell-sol-usa] die neueste Entwicklung des Konkurrenten OpenAI, nur von ausgewählten US-Firmen genutzt werden. Mythos und die abgespeckte Variante für die breite Öffentlichkeit, Fable 5, sind seit dieser Woche wieder freigegeben. Für Europa ist das Ganze dennoch eine bedrohliche Situation. Denn hierzulande hängt im KI-Sektor fast alles an Modellen aus den USA.
Wie können sich die EU und Deutschland aus dieser Lage befreien? Wie kann auch die hiesige Wirtschaft sicher vom KI-Boom profitieren? Fehlt es hierzulande an einem eigenen KI-Spitzenmodell – oder sollten sich europäische Firmen lieber auf Nischen-Anwendungen spezialisieren? All diese Fragen zur richtigen KI-Strategie bespricht Neustart-Host Meike Laaff mit dem Digital-Ressortleiter Jakob von Lindern.
Sie reden darüber, welche KI-Fähigkeiten Europa eigentlich schon hat, was noch fehlt – und was genau an diesen Leerstellen gefährlich ist. Jakob von Lindern erklärt, warum er das ständige Reden von einer Jahrhundertanstrengung im KI-Bereich für etwas überzogen hält und berichtet von eustella, einer neuen KI-App aus Österreich, die eine unabhängigere Chatbot-Alternative aus Europa werden will.
Im Rabbithole der Woche erzählt Jakob von Lindern vom wundersamen Aufstieg von Freddy [https://www.zeit.de/sport/2026-06/deutscher-wm-fan-internet-freddy-fussball-gruenflaeche], einem deutschen Fußballfan, der auf der Plattform X begeistert seine WM-Reise durch die USA dokumentiert. Was wiederum US-Amerikaner so elektrisiert, dass seine euphorischen Posts über Countrymusik, Fast-Food-Ketten und die schiere Größe von Tankstellen millionenfach angesehen werden.
Links zum Weiterlesen:
* Eva Wolfangel (DIE ZEIT): »Es kann eine gefährliche Waffe sein« [https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2026-04/anthropic-claude-mythos-ki-modell-sicherheit-software]
* Jakob von Lindern (DIE ZEIT): »Donald Trump zeigt, dass er am längsten KI-Hebel sitzt« [https://www.zeit.de/digital/2026-06/anthropic-claude-fable-5-us-regierung-bann-ki]
* Rose Tremlett (DIE ZEIT): »WWW-Weltmeisterschaft« [https://www.zeit.de/digital/internet/2026-06/fussball-wm-nordamerika-usa-internet-soziale-medien]
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Im ZEIT-Podcast »Neustart« ordnen die Hosts Henrik Oerding und Meike Laaff mit ihren Kolleginnen und Kollegen ein, was gerade in der Digitalwelt passiert – und was dies für die Offlinewelt bedeutet. Auch, aber nicht nur für Nerds. Jeden zweiten Donnerstag erscheint eine neue Folge.
Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.
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