SWR Aktuell Im Gespräch
WENN WIR FRAGEN, WELCHES ZIEL DIE BUNDESREGIERUNG MIT IHREM GEBÄUDEMODERNISIERUNGSGESETZ VERFOLGT - IST DAS AUS IHRER SICHT KLAR? "Das Haupt-Ziel ist natürlich die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung", sagt Pittel. Da kämen allerdings noch weitere Aspekte hinzu - unter anderem das Geld. Es gehe auch um eine Entlastung der öffentlichen Haushalte. "Wichtig ist genauso die Versorgungssicherheit. Damit ist auch Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern gemeint. Dazu kommt die Förderung des heimischen Wirtschaftsstandortes. Es gibt entsprechend neue Regeln, woher die Wärmepumpen kommen sollen. Da ist also ein ganzes Bündel von Zielsetzungen." WARUM WERDEN DANN ÖL- UND GASHEIZUNGEN WEITER GEFÖRDERT? "Das passt nicht ins Bild, das ist völlig klar. Der Fokus der Förderung muss weiter darauf liegen, den Energieverbrauch durch Sanierungen zu reduzieren - auch mit Wärmepumpen und damit die Umstellung auf nicht-fossile Energieträger." Dass man das für fossile Heizungen öffne, sei nicht im Sinne der Dekarbonisierung. SOZIALE STAFFELUNG "Es gab auch bisher schon eine soziale Staffelung in der Förderung, die wird jetzt nochmal gestärkt," erklärt Pittel. Im Wohnbereich ergebe das durchaus Sinn. Es seien immerhin 40 Prozent der Häuser Eigentum von Haushalten, die unter 3.000 Euro Netto im Monat verdienten. "Die wichtigen Fragen sind: Haben diese Haushalte Zugang zu diesen Krediten? Können sie sich diese überhaupt leisten, wenn sie sie denn bekommen? Bei E-Autos ist es noch etwas schwieriger, weil vor allem Neuwagen gefördert werden. Ein neues E-Auto kaufen einkommensschwache Haushalte wohl eher weniger." KANN MAN EINE FÖRDERUNG SO GESTALTEN, DASS ALLE DAVON PROFITIEREN? "Man könnte die soziale Staffelung natürlich noch verstärken, wenn man gleichzeitig die Vorteile für Besserverdienende kürzt. Da würde dann Geld frei werden. Außerdem muss der Zugang zur Förderung so gestaltet werden, dass sie auch rechtzeitig gezahlt wird. Für ärmere Haushalte ist eine Finanzierung sonst ganz einfach nicht möglich." Aktuell gehe man davon aus, dass 30 bis 40 Prozent der Fördermittel an Haushalte gehen, die sie eigentlich gar nicht benötigen. Das könne so nicht bleiben.
10239 jaksot
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Rekisteröidy nyt ja liity SWR Aktuell Im Gespräch-yhteisöön!