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Desinformation rund um die Ebola-Epidemie

5 min · 25. kesä 2026
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Kuvaus

DESINFORMATIONEN HABEN AUFSCHWUNG Spätestens seit der Corona-Pandemie erlebt die Verbreitung von Desinformationen zu Gesundheitsthemen einen deutlichen Aufschwung. Das gilt auch für die aktuelle Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda. Im Gespräch mit SWR Kultur am Morgen erläutert der Desinformationsexperte Christopher Nehring die derzeit am weitesten verbreitete Verschwörungstheorie: „Die wirkungsmächtigste Verschwörungserzählung ist sicherlich dieselbe wie bei Aids, Corona und vielen anderen Krankheiten: die Behauptung, das Virus sei als Biowaffe künstlich im Labor hergestellt und anschließend gezielt mit politischen Absichten eingesetzt worden.“ GESUNDHEITSDESINFORMATION VERFOLGT UNTERSCHIEDLICHE ZIELE Nach Angaben von Nehring, Direktor des Cyberintelligence Institute Frankfurt, gibt es verschiedene Motive für die Verbreitung von Gesundheitsdesinformation. Zum einen lasse sich damit Geld verdienen: „Gesundheit ist ein Thema, das sehr schnell große Aufmerksamkeit erzeugt. Im digitalen Zeitalter ist Aufmerksamkeit eine Ressource, die sich leicht monetarisieren lässt.“ Zum anderen werde Gesundheitsdesinformation auch von politischen Akteuren genutzt. Durch die gezielte Verbreitung von Angst und Irrationalität könnten politische Interessen verfolgt und gesellschaftliche Spannungen verstärkt werden.

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jakson Kunst Open Air: Skulpturen und Installationen von Tobias Rehberger in Baden-Baden kansikuva

Kunst Open Air: Skulpturen und Installationen von Tobias Rehberger in Baden-Baden

EHEMALIGE SOMMERHAUPTSTADT EUROPAS Im 19. Jahrhundert bezeichnete man Baden-Baden gerne als „Sommerhauptstadt Europas“. Auch wenn sich heute in der Kurstadt der europäische Adel und die internationale Kulturszene kein Stelldichein mehr geben – Baden-Baden bemüht sich um kulturelle Attraktionen. Unter dem Motto „Kunst findet Stadt“ lädt die Baden-Baden Events GmbH regelmäßig renommierte Künstler ein, ihre Werke im freien Raum, sozusagen Open Air, zu präsentieren. Tobias Rehberger ist Professor für Bildende Kunst an der Städelschule Frankfurt. 2009 erhielt er den Goldenen Löwen der Biennale von Venedig sowie den Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg, heute der Landespreis für Bildende Kunst.

20. heinä 20263 min
jakson FIFA-Show statt Fairplay: Diese WM hat den Sport endgültig verraten kansikuva

FIFA-Show statt Fairplay: Diese WM hat den Sport endgültig verraten

Nein, es war kein neues Sommermärchen für uns Deutsche. Zu viel ist sportlich schiefgegangen, am Ende wohl auch menschlich. Zum Beispiel als der Bundestrainer Julian Nagelsmann vom Mann für alle Fälle in Rekordzeit zum Sündenbock für ein Ausscheiden gemacht wurde, auf das er wohl gar nicht so viel Einfluss gehabt hatte. Denn es ist ja ein Tor gefallen für Deutschland in der Nachspielzeit, das aber nicht anerkannt wurde. Klar, aus Sportsgeist könnte man jetzt sagen: Akzeptieren wir, war eben ein Irrtum, kann vorkommen. RASSISMUS BEI DER WM BLEIBT FOLGENLOS Aber diese WM hatte keinen Sportsgeist. Nicht wenn eine rote Karte mal eben per Präsidentenanruf zurück geordert werden kann. Nicht, wenn mehrere Teams und ihre Fans aufgrund ihrer Herkunft schikaniert werden und teilweise nicht einreisen dürfen. Nicht wenn Menschen mit dunkler Hautfarbe innerhalb und außerhalb des Stadions rassistisch angegangen werden und das folgenlos bleibt. Schon seit Sepp Blatter eilt der FIFA ein Ruf als durch und durch korrupte Organisation voraus. Diese WM aber dürfte noch dem letzten Fan klar gemacht haben, dass die Unversehrtheit des Sports, seiner Werte und des Wettkampfgeistes nicht mehr sind als Werbesprech. Reine PR. UNTERHALTUNGSFAKTOR: MESSI, RONALDO, HAALAND, NEYMAR Und doch: Auch nach dem deutschen Ausscheiden und trotz der eben genannten Ausfälle war diese WM in den vergangenen Wochen Unterhaltungsfaktor Nummer eins: das Schicksal von Messi, Ronaldo, Haaland, Neymar & Co. Sie waren in aller Munde, omnipräsent. Der reflexhafte Respekt vor dem WM-Titel ist einfach zu groß, auch wenn er sportlich wertloser nicht sein könnte. Nachdem der FIFA-Boss Infantino dermaßen offen und schamlos seine Korruptheit offenbart hat, wie vor dem Spiel Belgien gegen die USA, als ein Anruf Trumps bei ihm reichte, um den amerikanischen Topstürmer trotz verdienter Sperre auflaufen zu lassen. Das dürfte nur die Spitze des Eisbergs gewesen sein. TOUR DE FRANCE, FORMEL 1, REITSPORT – UND DIE MÄNNER-WM Und noch ein Reflex darf uns Sorgen machen: Wie schon so oft zuvor verschließen wir als Gesellschaft die Augen vor Situationen, in denen das, was uns lieb und teuer ist, mutwillig kaputt gemacht wird. Da wäre die Tour de France, die nach diversen Dopingskandalen weiter ihr Publikum hatte, oder auch die früheren Formel-1-Rennen, beliebt auch dann noch, als dabei regelmäßig Fahrer tödlich verunglückten. Oder nehmen wir den Reitsport, der sich hält, trotz Tierquälerei. Augen zu und durch, das war schon immer das Einfachste, Konfliktfreieste. Auch wenn das Highlight im Fernsehen nur eine Märchenkulisse mit Scheinwettkampf ist. So wie jetzt bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft der Männer. Die hätte das Publikum eigentlich boykottieren müssen, um mal ein ernsthaft sportliches Zeichen zu setzen.

20. heinä 20262 min
jakson Mit Blattgold überzogen, fünf Meter groß: Wie Donald Trump sich selbst eine Statue setzte kansikuva

Mit Blattgold überzogen, fünf Meter groß: Wie Donald Trump sich selbst eine Statue setzte

Der mächtigste Mann der Welt setzt sich selbst ein Denkmal: Eine mit Blattgold überzogene, fünf Meter große Statue von Donald Trump steht seit Mai auf seinem Golfplatz in Florida. „In der Regel werden Denkmäler immer von anderen entworfen und entwickelt und aufgestellt“, sagt dazu die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assman. Einen Alleingang wie derjenige Trumps „im Sinne der Eigenwerbung“ sei für ihre Begriffe „völlig ungewöhnlich“. WIE UMGEHEN MIT ÜBERHOLTEN DENKMÄLERN? Für den Umgang mit überholten Statuen oder Denkmälern gibt es in der Regel zwei Möglichkeiten: Denkmalsturz oder einordnende Hinweistafeln. Aleida Assmann präferiert jedoch eine dritte Option, den Statuenpark, wo Statuen „in den Ruhestand gehen“ und man zwischen ihnen durch die Zeiten wandern kann. PARKS FÜR STATUEN IM RUHESTAND Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann vergleicht das mit einem plastischen Geschichtsbuch. Wo die Trump-Statue nach seinem Ableben stehen wird, das entscheide die Nachwelt, die mit dem Denkmal leben muss, so Aleida Assmann in SWR Kultur.

20. heinä 20266 min
jakson Von Linien, die uns zeichnen: Geertjan de Vugt über Fingerabdrücke kansikuva

Von Linien, die uns zeichnen: Geertjan de Vugt über Fingerabdrücke

„Sie ist einfach anders als die anderen!“ – Diese ziemlich unkreative Aussage muss häufig als Erklärung dafür herhalten, warum die weibliche Hauptfigur „die eine“ für den romantischen Helden irgendeiner Liebesgeschichte ist.  Über die tatsächliche Einzigartigkeit ihrer rehbraunen Augen lässt sich dabei streiten, aber eines würde sie tatsächlich von allen anderen unterscheiden: ihr Fingerabdruck.  Was der Fingerabdruck für das Selbstverständnis des Menschen als Individuum getan hat, ist ein noch recht unbearbeitetes Gebiet. Das möchte der niederländische Autor Geertjan de Vugt mit seinem neuen Buch „Der Wunsch zu verschwinden. Über Fingerabdrücke“ ändern. IN PERSÖNLICHEN ESSAYS DURCH DIE GESCHICHTE  In Form von literarischen Essays rekonstruiert der Autor die Geschichte des Fingerabdrucks. So erzählt er die Geschichten von Künstlern, Medizinern und Autorinnen, die alle auf ihre Weise von den geheimnisvollen Linien fasziniert waren, die uns zeichnen.  Dabei wählt er stets eine historische Persönlichkeit als Hauptfigur eines Kapitels aus und bewegt sich zwischen Fakten und Fiktion.  So zum Beispiel, wenn er mutmaßt, wie ein englischer Holzgrafiker aus dem 18. Jahrhundert darauf kam, seinen Fingerabdruck als Signatur zu benutzen:  „Doch es sind weitere Szenarien denkbar, wie Bewick auf die Idee gekommen sein könnte, sein eigenes Werk mit einer Schicht von Papillarleisten zu versehen. Es ist gut möglich, dass der Grafiker, während er an dem x-ten kleinen Bild arbeitete, einen Blick auf den Turm der Kathedrale warf.“ > Da bemerkte er auf der Fettschicht ein paar Abdrücke auf dem Fenster und hatte eine Idee: So, wie ein Kamel durch ein Nadelöhr gehen kann, so kann man eine Kathedrale hinter einer einzigen Fingerspitze verschwinden lassen.  > > > Quelle: Geertjan de Vugt - Der Wunsch zu verschwinden EINZIGARTIGKEIT IN ZEITEN DES KOLONIALISMUS Die Geschichte des Fingerabdrucks im 19. Jahrhundert ist vor allem eine des Kolonialismus. Die Daktyloskopie, also die Wissenschaft rund um Fingerabdrücke, findet ihren Anfang in der britischen Besatzung Indiens:  > Die Briten verfolgten vor allem ein Ziel: Sie wollten die Kontrolle über die Bevölkerung erlangen, von der sie glaubten, sie neige zum Lügen, Täuschen und Betrügen. > > > Quelle: Geertjan de Vugt - Der Wunsch zu verschwinden „Um eine Bevölkerung unter Kontrolle zu bekommen, erkannten die Briten in den Deltas von Indien, war es wichtig, ihre Individuen zu kennen, damit Unregelmäßigkeiten auf Fälle reduziert werden könnten.“  Doch nicht nur pragmatisch wurde der Fingerabdruck zur Entwicklung von Identifikationssystemen genutzt. Auch ideologisch befeuerte der neue handfeste Beweis, dass jeder Mensch einzigartig sei, das eugenische Denken zu Zeiten der Rassentheorie.  Was folgte, waren zahlreiche Versuche anhand von Fingerabdrücken nachzuweisen, dass bestimmte Menschengruppen „anders als die anderen“ seien.  INTERESSANTE FRAGEN BLEIBEN UNBEANTWORTET Die Fragen, die die Erzählungen begleiten, sind zahlreich: Welche Rolle spielt der Fingerabdruck in der Entwicklung unserer Vorstellung als Individuen? Oder für das Selbstverständnis des Menschen als vermeintliche „Krone der Schöpfung“ zu Zeiten der neuen Evolutionstheorien?  An der Beantwortung dieser Fragen ist das Buch aber leider wenig interessiert. Es bietet vielmehr eine Aneinanderreihung von Personen, die sich mit dem Fingerabdruck beschäftigt haben, als eine Abhandlung darüber, was ihn denn eigentlich so faszinierend macht.  ANEKDOTEN STATT HINTERGRUNDWISSEN  „Die Verkrampfung und Steifheit ihrer Finger, unter der sie ständig leide, seien für die Schriftstellerin [Virginia Woolf] die Hölle. Hierauf gab die Psychochirologin einen praktischen Tipp, so geerdet, wie nur Therapeuten das können, und machte Woolf auf die Wichtigkeit manueller Übungen aufmerksam: »Haben Sie schon einmal daran gedacht, etwas mit Ihren Händen zu arbeiten, etwa Häkeln oder Stricken? «“  Wen grundlegende Fakten und solche historischen Anekdoten interessieren, der kommt bei diesem Buch auf seine und ihre Kosten. Alle anderen müssen wohl warten, bis sich die nächste Person diesem sehr persönlichen Abdruck annimmt.

Eilen4 min
jakson Gecancelter Auftritt von Danger Dan und Igor Levit: Wann wird die Demokratie abgesagt? kansikuva

Gecancelter Auftritt von Danger Dan und Igor Levit: Wann wird die Demokratie abgesagt?

DAS LIED „KEINE ANGST“: VOR ALLEM EINE DIAGNOSE Wir brauchen nicht länger Serien wie „Babylon Berlin“ zu schauen. Der morbide Reiz, dem Sterben einer Demokratie zuzuschauen, ist längst in der Gegenwart angekommen. Das zeigt die Debatte um die Ausladung von Danger Dan und Igor Levit aus der Satiresendung „Die Anstalt“ deutlich. Beide wollten dort ein Lied aufführen, das man skandalisieren kann. Und das jetzt auch skandalisiert wird, als Aufruf zur Gewalt von links. Deshalb hat das ZDF den Rapper und den Pianisten ja auch ausgeladen. Der Fernsehsender befürchtet, sonst als Steigbügelhalter eines Gewaltaufrufs dazustehen. Das mag verständlich wirken, angesichts der aufgeheizten Stimmung vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland. Doch an dem, was Danger Dan in seinem Lied beschreibt, geht es vorbei. Denn dieses Lied ist vor allem eine Diagnose – und Ausdruck einer realen Angst. DIE ANGST, DASS ES NOCH EINMAL SCHIEFGEHT Danger Dan beschreibt die Angst all derer, die fürchten, einen gesellschaftlichen Backlash zu erleben – und dabei selbst zu den Leidtragenden zu werden: Menschen mit Einwanderungsgeschichte, aus liberalen und linken politischen Milieus – und vor allem auch: Jüdinnen und Juden. An sie richtet sich die Botschaft dieses Liedes. Und die lautet: Vertraut nicht länger auf den Staat. Vertraut nicht auf die Polizei. Das alles ist schon einmal schiefgegangen in Deutschland. Und es scheint gerade ein weiteres Mal schiefzugehen. Ihr könnt euch in dieser Situation nur selbst helfen. Das ist die eigentliche Botschaft von Danger Dan und auch Igor Levit. Das Lied handelt von einem Vertrauensverlust. Ist dieses Land noch gefeit vor einem neuen Absturz in den Rechtsextremismus? Kann man den staatlichen Institutionen noch vertrauen, dass sie diese Gefahr noch abwehren? IM ERNSTFALL ALLEIN GELASSEN? Oder sind die bürgerlichen Eliten bereits wieder auf dem Weg in die Komfortzone – bereit, sich mit rechtsextremen Mehrheiten in Teilen des Landes abzufinden, vielleicht sogar mit ihnen zu kooperieren? Wer wird uns helfen, wenn es in diesem Land wieder zum Äußersten kommt? Das fragt Danger Dan stellvertretend für alle, die vor dieser Entwicklung Angst haben – und die zunehmend das Gefühl beschleicht, dass sie im Ernstfall allein dastehen werden. Und als wollte das ZDF dieser Angst nun auch noch Vorschub leisten, kommt nun die Absage: Nein, in unserer kritischen Satiresendung ist genau für diese Meinungsäußerung kein Platz. Und auch andere Medien dürfen sich gleich mit angesprochen fühlen: Werden wir denn da sein, wenn es darum geht, Freiheitsrechte zu verteidigen? Oder schlagen wir uns dann auch bei nächstbester Gelegenheit in die Büsche? SICHTBARER WIDERSTAND STATT ANTIFA Keine Frage, einige Zeilen im Lied von Danger Dan sind fragwürdig: Muss man denn wirklich zum Leben im politischen Untergrund auffordern? Mit unverkennbarer Affinität zur Antifa? Wieso sollten wir Angst haben, irgendwo Fingerabdrücke zu hinterlassen? Oder auf Überwachungskameras sichtbar zu werden? Das geht wirklich in die völlig falsche Richtung. Legitimer politischer Widerstand sollte doch gerade sichtbar sein und werden. Das eigentliche Problem besteht darin, dass dieser politische Widerstand viel zu wenig sichtbar ist. Statt sich daher moralisch zu empören, wäre etwas anderes wichtiger: Selbstkritik. Muss es erst dahin kommen, dass alle den Mut verlieren – und auf Radikalität setzen? Wo bleibt der gesellschaftliche Schulterschluss? Wo bleibt die Solidarität – gerade auch der bürgerlichen und konservativen Milieus? Die klare Absage, mit uns nicht? Und zwar auf den Straßen? Es gibt eine klare Mehrheit gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Nur muss sie sich auch zeigen – und Gehör verschaffen. Niemand muss mit der Antifa liebäugeln. Nur wäre es wichtig, jetzt langsam aufzuwachen. Denn wir schauen eben nicht „Babylon Berlin“. Es ist unsere Gegenwart.

17. heinä 20263 min