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Kinofilm „Sechswochenamt“ – Ein zarter Film über den richtigen Umgang mit dem Tod

3 min · 16. kesä 2026
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ALLEINE MIT DEM TOD DER MUTTER Lore ist die Einzige, die die krebskranke Mutter vor ihrem Tod begleitet hat. Und die Mittzwanzigerin ist jetzt auch auf sich allein gestellt, wenn es darum geht, die anstehenden Formalitäten zu erledigen, die Wohnung der Mutter auszuräumen und die Beerdigung zu organisieren. Lores Mutter hat verfügt, dass ihre Asche im Meer verstreut werden soll, obwohl das in Deutschland verboten ist. Die Tochter will ihr diesen letzten Wunsch dennoch erfüllen. Ihre Familie in der niederrheinischen Provinz erweist sich dabei als wenig hilfreich. Ihre Großmutter pocht auf Konventionen. Und auch Lores Onkel ist genervt, dass seine schon zu Lebzeiten unangepasste Schwester sogar noch nach ihrem Tod durch Extravaganzen auffällt. Von Lores eigener Schwester Sophie ist sowieso keine Hilfe zu erwarten.  KINODEBÜT MIT DOKUMENTARISCHER ANMUTUNG „Sechswochenamt“ ist ein dokumentarisch anmutender Film, in dem Regisseurin Jacqueline Jansen die Zeit nach dem Tod ihrer eigenen Mutter verarbeitet hat. Ihr Alter Ego im Film ist die großartige Magdalena Laubisch. Innerlich aufgewühlt, aber äußerlich meist unbewegt, bringt Laubisch Lores Emotionen mit Blicken und kleinen Gesten zum Ausdruck: wie sie sich in ihrer Trauer alleingelassen fühlt, überfordert von all den Entscheidungen, die sie treffen muss in einem Moment, in dem sie sich eigentlich nur zurückziehen und weinen will. DER RICHTIGE UMGANG MIT DEM TOD Für einen würdigen Abschied von ihrer Mutter kämpft Lore gleich an mehreren Fronten: gegen die Bestattungsbürokratie, die Bedürfnisse der Familie und auch gegen gesellschaftliche Erwartungen über den richtigen Umgang mit dem Tod. Jansen siedelt den Tod von Lores Mutter wenige Tage vor Beginn des ersten Corona-Lockdowns im März 2020 an. So werden die Pandemiemaßnahmen – von geschlossenen Geschäften über Abstandsregeln bis zu Plastiktrennwänden – zum Sinnbild für Lores zunehmende Isolierung. Trotz seiner Traurigkeit hat der Film durchaus auch bitterkomische Momente, zum Beispiel wenn der Pfarrer sich weniger dafür interessiert, Lore Trost zu spenden als dafür, welche Möbel sie für die Gemeinde spenden könnte und bei nächster Gelegenheit auch gleich mit dem Transporter vorfährt. KEINE FILMFÖRDERUNG WOLLTE DIESEN FILM Der kleine, leise Film „Sechswochenamt“ rührt in seiner rohen Authentizität an. Realisiert hat ihn Jacqueline Jansen mit dem Mini-Budget von 96.000 Euro aus Spenden. Alle Filmförderungsstellen hatten ihren Antrag zuvor abgelehnt. Umso schöner, dass der Film mittlerweile mehrere Preise auf Festivals gewonnen hat und jetzt auch endlich ins Kino kommt. TRAILER „SECHSWOCHENAMT“. DER FILM STARTET AM 18.6. IM KINO

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