Radio IBYKUS
Herzlich Willkommen, liebe Hörer, zur 16. Ausgabe von Radio IBYKUS, dem Klassik-Format hier auf OS-Radio 104,8. Mein Name ist Uwe Alschner und gemeinsam mit meinem Kollegen Siggi Ober-Grefenkämper präsentieren wir Ihnen an jedem ersten Donnerstag im Monat die Klassik in etwas anderer Weise. Klassik, das bedeutet das zeitlos Gültige. Wann immer sich die Menschheit in ihrer Geschichte diesen Prinzipien gewidmet hat und sie gesucht, beschrieben und angewendet hat, folgten Zeiten kultureller und wirtschaftlicher Blüte. Das war im antiken China so, im Indien der Vedas, im alten Griechenland und vor allem in der goldenen Renaissance Italiens im 15. und 16. Jahrhundert. Wir möchten mit diesem Format einen Beitrag dazu leisten, dass auch in unserer Zeit wieder Bedingungen entstehen können, die den Fokus erneut auf das Schöne, Gute und Wahre richten. Auch und gerade wenn es draußen in der Welt, drunter und drüber zu gehen scheint, ist es notwendig, sich dem Schönen zu widmen. Das wusste bereits Friedrich Schiller. Er hat vor bald 235 Jahren in seinen ästhetischen Briefen [https://www.friedrich-schiller-archiv.de/ueber-die-aesthetische-erziehung-des-menschen/] ausführlich beschrieben und begründet, dass es die Schönheit ist, durch welche die zwei grundlegenden menschlichen Gaben, nämlich die Wahrnehmungsfähigkeit mit den Sinnen, also das Gefühl, und die Wahrnehmungsfähigkeit mit dem Verstand, also die denkende Vernunft, zu ihrer vollen Blüte und zum harmonischen Einklang miteinander entwickelt werden. Charakterbildung wäre ein anderes Wort für dasselbe Ergebnis. Heute möchten wir Ihnen ein besonderes Beispiel dieser Kunst vorführen, denn es ist die Kunst, die als Ausdrucksform auf Gefühl und Verstand gleichermaßen wirkt. Sie tut es, wenn sie die Schönheit, die Gerechtigkeit und die Wahrheit in ihrem jeweiligen Ideal zu ihrem Gegenstand macht. Und die Beispiele für solche Kunst sind ebenfalls vielfältig und zeitlos. Unser heutiges Beispiel ist über 400 Jahre alt und steht am Anfang der spanischen Hochkultur. Die Rede ist von Miguel de Cervantes Roman Don Quixote, dessen erster Teil im Jahre 1605 erschien. Bevor wir Ihnen die besondere Qualität und seine zeitlos gültigen Komponenten durch die Lesung eines Aufsatzes von Elisabeth Hellenbroich aus dem Jahr 1985 vorstellen, hören wir aber zunächst noch die Einführung zu einer musikalischen Interpretation des Don Quixote durch Richard Strauss, die dieser im Jahr 1901 als »Fantastische Variation eines ritterlichen Themas« komponierte. Wir hören eine Aufnahme, in der der Komponist die Berliner Staatskapelle im Jahr 1933 persönlich dirigierte und in der Enrico Mainardi am Cello den Part des Ritters von der traurigen Gestalt interpretiert [https://www.youtube.com/watch?v=BVoV0sn6ICQ]. Im Verlauf der Lesung werden weitere Variationen von Strauss die Abschnitte auflockern. Don Quixote — Ein Erziehungsroman von Miguel de Cervantes Von Elisabeth Hellenbroich Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe [https://ganzmenschsein.substack.com/subscribe?utm_medium=podcast&utm_campaign=CTA_4]
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