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Väter zu Elternzeit verpflichten?

27 min · 13 mei 2026
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Passend zum Vatertag (Christi Himmelfahrt) widmen sich Tim und Djamil einer Frage, die Familien, Politik und Arbeitswelt gleichermaßen betrifft: Reicht freiwillige Elternzeit für Väter – oder braucht es eine gesetzliche Pflicht? Aktuell nimmt nur etwa ein Viertel aller Väter Elternzeit. Djamil muss per Los das Ja vertreten. Die wichtigsten Argumente im Überblick Dafür (Djamil): * Artikel 3 GG garantiert Gleichberechtigung – und wer gleichberechtigt ist, ist auch gleichverpflichtet * Der Mutterschutz ist de facto bereits eine Pflichtauszeit für Frauen; eine Väterpflicht wäre nur der logische Ausgleich * Solange nur Frauen karrieretechnisch ausfallen, bleibt der Wettbewerbsnachteil im Bewerbungsprozess bestehen – eine Väterpflicht würde diesen strukturell beseitigen * Der Vergleich zur Wehrpflicht zeigt: Der Staat hat Bürger schon früher zu Dienst verpflichtet – warum nicht zum Dienst an der Wickelfront? * Deradikalisierungseffekt: Männer, die Elternzeit genommen haben, entwickeln nachweislich ein anderes Verständnis für die Lebensrealität von Müttern * Überprüfbarkeit ist kein ernsthaftes Hindernis – das Finanzamt kann feststellen, ob jemand Gehalt bezieht oder nicht Dagegen (Tim): * Eingriff in die Familienautonomie und die Berufsfreiheit (ebenfalls GG-geschützt) * Eine Pflicht nur für Väter wäre selbst eine geschlechtsspezifische Ungleichbehandlung nach Artikel 3 * Elterngeld deckt in Deutschland maximal 1.800 Euro – für viele Familien finanziell schlicht nicht tragbar * In männerdominierten Branchen (z. B. Handwerk, Notfallmedizin) drohen Produktivitätseinbrüche und Karriereknicks * Bürokratischer Kontrollaufwand: Wer überprüft, ob die Zeit wirklich mit dem Kind verbracht wird? * Das Schwedenmodell (3 Monate use it or lose it, 90 % Gehaltsausgleich) zeigt: Es geht, aber nur mit deutlich besserer finanzieller Absicherung als hierzulande Erwähnte Personen & Modelle * Christian Lindner & Franka Lefeldt – als Beispiel dafür, wie selbst „High Performer" von der Realität der Elternschaft überrascht werden * Schweden – Vorbildmodell mit verpflichtetem Väterkontingent und 90 % Lohnersatz * Deutschland – aktuell max. 1.800 € Elterngeld, ca. 65 % Lohnersatz, nur ~25 % Väter nehmen Elternzeit ---- Kapitel: 00:00 Einführung in den Vatertag und Vaterschaft 02:55 Die Rolle des Vaters in der modernen Gesellschaft 05:58 Elternzeit und Gleichberechtigung 08:51 Gesellschaftliche Erwartungen und individuelle Freiheit 12:02 Finanzielle Aspekte der Elternzeit und Gleichstellung 14:02 Politische Lösungen für Elternzeit 15:03 Die Herausforderungen der Kindererziehung 16:00 Überprüfung der Elternzeitpflicht 17:02 Karriereknicks durch Elternzeit 18:40 Gleichbehandlung von Vätern und Müttern 19:11 Systemrelevante Berufe und Elternzeit 21:23 Private Meinungen und gesellschaftliche Verantwortung 23:21 Die Herausforderungen des Kapitalismus 26:00 Feedback und Diskussion über Elternzeit Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices [https://megaphone.fm/adchoices]

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Sonntags alles auf?

Anlass ist das neue Reformpaket der Bundesregierung mit längeren Öffnungszeiten für Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken an Sonn- und Feiertagen. Das hat eine Debatte über eine komplette Liberalisierung des Sonntags ausgelöst – der Wirtschaftsausschuss des Bundestages hat sich bereits dafür ausgesprochen. PRO-ARGUMENTE (DJAMIL) - Rund 9 Millionen Menschen arbeiten ohnehin gelegentlich sonntags, damit andere frei haben – die Idee des "heiligen Sonntags" sei längst obsolet - Offene Läden könnten Innenstädte beleben und zum Flanieren einladen, was zusätzlichen Umsatz bringen könnte - Es geht nicht darum, Sonntagsöffnung vorzuschreiben, sondern nur die Möglichkeit zu schaffen – der Markt entscheidet dann selbst - Beispiel Bibliotheken/Bahnhofsläden: Wo es sich lohnt, wird geöffnet, wo nicht, bleibt zu – das sei fair und flexibel CONTRA-ARGUMENTE (TIM) - Der Markt für Sonntagsöffnung ist tot, da Online-Shopping (Amazon & Co.) längst dominiert – die Idee kommt 20-40 Jahre zu spät - Vor allem kleine Einzelhändler können sich verlässliche Sonntagsöffnung personell nicht leisten, während Großkonzerne und Online-Händler profitieren - Hohe psychische Belastung im Einzelhandel (AOK-Report: +46% seit 2014) durch Schichtarbeit spricht gegen zusätzliche Belastung - Österreich-Beispiel: Sonntagsöffnung in Tourismusregionen führte laut WKO-Statistik zu keinem Netto-Umsatzplus - Wichtigstes Argument: Familienzeit und Kindeswohl – Deutschland liegt laut UNICEF 2026 nur auf Platz 25 von 37 bei mangelnder Familienzeit --- Kapitel: 00:00 Einführung und Sommerferien-Diskussion 02:59 Der Heilige Sonntag und seine Bedeutung 05:41 Markt und Einzelhandel: Öffnungszeiten am Sonntag 08:30 Die Rolle des Online-Handels 11:18 Zukunft des Einzelhandels und kulturelle Angebote 14:17 Schlussfolgerungen und Ausblick 15:32 Die Realität des Sonntagsverkaufs 18:09 Wirtschaftliche Argumente und Kinderarmut 21:19 Die Bedeutung des Sonntags für die Gesellschaft 25:25 Persönliche Erfahrungen und die Zukunft des Einzelhandels Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices [https://megaphone.fm/adchoices]

8 jul 202629 min
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AfD jetzt doch verbieten?

Tim und Djamil diskutieren, ob ein AfD-Verbotsverfahren angestoßen werden sollte – Anlass ist ein neues Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte, das die AfD als verfassungswidrig einstuft. Wie immer wird per Los entschieden, wer welche Position vertreten muss: Tim ist dieses Mal dafür, Djamil dagegen. * Verfassungsschutzbericht wirft der AfD zunehmende Radikalisierung und ein völkisch-nationales Volksverständnis vor * Karl Poppers Toleranzparadoxon: Zu viel Toleranz gegenüber intoleranten Kräften gefährdet die Demokratie selbst * AfD sei auslandsfinanziert und stehe im Austausch mit autoritären Mächten (Russland, China) * Ein Verbot würde Finanzierung und "Online-Brainwashing" der Partei stoppen * Wähler folgen ohnehin selten Fakten, sondern einem "gefühligen" Weltbild – ein Verbot ändere daran wenig * Etwa 15 Millionen potenzielle Wähler dürfen nicht einfach ihre politische Option verlieren – Risiko für gesellschaftlichen Unmut bis hin zu Gewalt * Ein Verbot könnte einen Märtyrer-Effekt erzeugen und die AfD-Erzählung vom "unterdrückten Opfer" bestätigen * Reale Probleme (Mietpreise, gefühlte Unsicherheit) blieben ungelöst, wenn man nur die Partei verbietet statt die Ursachen zu bekämpfen * Verweis auf Ungarn/Orbán: Auch dort war letztlich ein demokratischer Kurswechsel per Wahl möglich Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices [https://megaphone.fm/adchoices]

1 jul 202637 min
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Religion im Fußball verbieten?

Auslöser dieser Folge ist die FIFA Fußball-WM und ein Vorfall, der für Gesprächsstoff gesorgt hat: DFB-Spieler Felix Nmecha bildete nach dem Spiel gegen Curaçao einen Gebetskreis am Anstoßpunkt – und sagte anschließend im Interview, Jesus werde durch das Spiel verherrlicht. Nmecha gehört zwei Netzwerken christlicher Fußballer an, die wiederholt durch queer- und transfeindliche Positionen aufgefallen sind. Die Frage, die sich daraus ergibt: Sollten religiöse Gesten im Fußball verboten werden? Wie immer wurde ausgelost: Djamil argumentiert für ein Verbot, Tim dagegen. * Wer fordert, Queerness solle privat bleiben, muss dasselbe für den Glauben gelten lassen – Neutralität muss konsequent sein * Die Regenbogenbinde wurde in Katar verboten, während religiöse Gesten unkommentiert bleiben – ein doppelter Standard * Nmecha ist kein passiver Gläubiger, sondern tritt aktiv als Ambassador von „Ballers in God" auf – einem Netzwerk mit engen Verbindungen zu evangelikalen Christen aus den USA, die einen christlichen Gottesstaat anstreben * Missionierung findet nachweislich in Fußballkabinen statt – Beispiel: Ruben Vargas wurde durch Felix Udokei in das religiöse Netzwerk eingeführt * Wenn man nicht sicher sein kann, wer gläubig für sich ist und wer übergriffig missioniert, sollte es für alle gelten: keinerlei religiöse Gesten * Die mediale Doppelmoral beim Vergleich Nmecha/Rüdiger deutet auf versteckten Rassismus hin * Religion ist für Millionen Menschen identitätsstiftend – Vielfalt feiern heißt, auch das einzuschließen * Ein Gebetskreis oder ein Kreuz um den Hals ist freie Meinungsäußerung und durch Menschenrechte geschützt * Der DFB-Präsident hat Nmechas Distanzierung von Vorwürfen der Homophobie ausdrücklich anerkannt * Die Aufregung über Rüdiger (ein erhobener Finger als muslimische Geste) war unverhältnismäßig und rassistisch motiviert * Ein WM-Turnier ist ein Spiegel der Weltgesellschaft – religiöse Gesten gehören dazu, solange sie niemandem schaden * Fußballer sind keine gesellschaftspolitischen Vorbilder und sollten auch nicht so behandelt werden Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices [https://megaphone.fm/adchoices]

24 jun 202634 min
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Sollten wir Veteranen feiern?

Anlass dieser Folge ist der Deutsche Veteranentag, der am zweiten Montag im Juni begangen wird – erst 2024 vom Bundestag beschlossen, dieses Jahr zum zweiten Mal gefeiert. Während andere Nationen wie die USA, Frankreich oder Großbritannien eine lange Tradition der Veteranenehrung haben, ist das in Deutschland bis heute ein gesellschaftliches Randthema. Tim und Djamil – beide Radiojournalisten – diskutieren, ob das so bleiben sollte. Wie immer wurde ausgelost: Tim argumentiert für, Djamil dagegen. * Krieg ist keine Abstraktion mehr, sondern gelebte Realität an Europas Grenzen * Soldatinnen und Soldaten verteidigen Demokratie und Lebensweise – in Mali, Afghanistan, Kosovo * Wer Menschen für den Dienst gewinnen will, muss ihnen zeigen, dass die Gesellschaft ihre Leistung wertschätzt * Deutschland rüstet auf und soll laut Kanzler Merz die größte konventionelle Armee der EU stellen – da passt gesellschaftliches Wegsehen nicht mehr * Ein Veteranentag könnte das kollektive Koordinatensystem neu sortieren: Was ist wirklich wichtig? * In der Bundeswehr-Tradition gilt das Leitbild des „Bürgers in Uniform" – also nichts strukturell Besonderes * Polizistinnen und Polizisten leisten vergleichbare Schutzarbeit, ohne eigenen Ehrentag – 2024 wurden laut BKA über 106.000 von ihnen Opfer von Gewalt * Institutionalisierte Ehrung birgt die Gefahr, reale Probleme zu überdecken: PTBS-Anerkennung, fehlende Hilfsangebote, mangelnde Reintegration * Das US-Modell zeigt: Hohe symbolische Anerkennung schützt nicht vor dem Alleinlassen der Betroffenen im Alltag * Heroisierung wird keine jungen Menschen zur Bundeswehr bewegen --- Kapitel: 00:00 Einführung in das Thema Veteranen 02:56 Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Veteranen 05:51 Patriotismus und die Rolle der Bundeswehr 09:04 Ehrung und Wertschätzung von Soldaten 12:00 Vergleich zwischen verschiedenen Berufsgruppen 12:47 Die Sichtbarkeit der Polizei in der Gesellschaft 15:50 Patriotismus und die Rolle der Bundeswehr 18:57 Anerkennung und Unterstützung für Veteranen 22:49 Freiheit und gesellschaftliche Werte 25:32 Die Bedeutung von Ehrungen und Debatten Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices [https://megaphone.fm/adchoices]

17 jun 202627 min
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Hat die FIFA den Fußball zerstört?

Heute (11.06.) beginnt die Fußball-WM in den USA – Djamil und Tim diskutieren, ob die FIFA den Fußball damit endgültig ruiniert hat. Wie immer wurde vorher ausgelost, wer welche Seite vertreten muss: Djamil argumentiert für „Ja, die FIFA hat den Fußball zerstört", Tim übernimmt die Gegenposition. Themen der Folge: * Dynamic Pricing bei WM-Tickets und die absurden Preise kurz vor Turnierstart * Trink- und Werbepausen sowie die geplante Halbzeitshow im Finale * Die USA als Gastgeberland und fehlende Fußballkultur (kein Fanmarsch, kein Stadionerlebnis wie in Europa) * Das FIFA Forward Programm und Investitionen in Jugend- und Frauenfußball weltweit * Gianni Infantino: Machtpolitiker oder Förderer des globalen Fußballs? * Die WM 2030 (Spanien, Portugal, Marokko + Südamerika) und 2034 in Saudi-Arabien * Kommerzialisierung als gesamtgesellschaftliches Problem – nicht nur die FIFA, auch UEFA, DFL und Premier League treiben das mit Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices [https://megaphone.fm/adchoices]

10 jun 202634 min