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Update präklinische Schmerztherapie - mit Dr. Isabel Lück

15 min · 13 jun 2026
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Notfallguru meets Klinisch Relevant 👉Kennst Du schon die Fortbildungen von Klinisch Relevant zu vielen spannenden Themen? schau gerne mal vorbei! [https://klinischrelevant.de/fortbildungen/] Klinisch Relevant x Notfall Guru Update präklinische Schmerztherapie – Was empfiehlt die neue europäische Leitlinie? mit Dr. Isabel Lück Worum geht’s in dieser Folge? Schmerzen gehören zu den häufigsten Gründen für einen Kontakt mit dem Rettungsdienst oder eine Vorstellung in der Notaufnahme. Dennoch erhalten viele Patient:innen nach wie vor keine ausreichende Analgesie – ein Problem, das als Oligoanalgesie bezeichnet wird. In dieser Folge der Kooperationsreihe mit Notfallguru [https://www.notfallguru.de/] spricht Kai Gruhn mit Dr. Isabel Lück über die neue europäische Leitlinie der European Society for Emergency Medicine (EUSEM) zur Schmerztherapie in Präklinik und Notaufnahme [https://eusem.org/images/251104_EUSEM_European_Pain_Initiative_Guidelines_Updated_Oct_2025.pdf]. Gemeinsam diskutieren sie, welche Konsequenzen sich für die klinische Praxis ergeben und welche Analgetika künftig eine größere – oder kleinere – Rolle spielen sollten. Zu Gast Dr. Isabel Lück ist Notfallmedizinerin und Teil des Teams von NotfallGuru. Regelmäßig ordnet sie aktuelle Entwicklungen und neue Evidenz aus der Notfallmedizin für die Hörer:innen von Klinisch Relevant ein. Hintergrund: Warum eine neue Leitlinie? Die aktualisierte EUSEM-Leitlinie berücksichtigt aktuelle Herausforderungen der Notfallmedizin: steigende Patientenzahlen in Notaufnahmen Ressourcenknappheit und Overcrowding lange Wartezeiten die internationale Diskussion um die Opioidkrise weiterhin bestehende Defizite in der Schmerzversorgung Ein zentrales Anliegen der Leitlinie: Schmerzen frühzeitig erkennen und konsequent behandeln. Zentrale Inhalte der Folge * Oligoanalgesie bleibt ein relevantes Problem * Trotz moderner Analgesiekonzepte erhalten viele Patient:innen noch immer keine ausreichende Schmerztherapie. Besonders betroffen: Kinder ältere Menschen Patient:innen mit Kommunikationsproblemen Die Leitlinie betont ausdrücklich, dass Schmerztherapie frühzeitig beginnen sollte und nicht erst nach vollständiger ärztlicher Diagnostik erfolgen darf. Schmerzmanagement ist Teamarbeit Ein wichtiger Schwerpunkt der Leitlinie ist die interprofessionelle Versorgung. Empfohlen werden: * standardisierte Schmerzprotokolle * validierte Schmerzskalen * frühzeitige Schmerzerfassung * Analgesie durch qualifiziertes Pflegepersonal oder Notfallsanitäter:innen nach festgelegten Algorithmen Ziel ist es, wertvolle Zeit bis zum ärztlichen Kontakt zu überbrücken und unnötiges Leiden zu vermeiden. Nicht-medikamentöse Maßnahmen mitdenken Gerade bei Kindern spielen ergänzende Maßnahmen eine wichtige Rolle: Ablenkung Kühlung Lagerung Beruhigung und Kommunikation Diese Maßnahmen ersetzen jedoch keine adäquate Analgesie. *Analgesie beginnt vor dem venösen Zugang Ein praxisrelevanter Punkt der Leitlinie: Analgetika sollten nicht erst nach Anlage eines intravenösen Zugangs verabreicht werden. Alternativen: intranasale Applikation inhalative Verfahren orale Medikamente So kann die Schmerztherapie bereits während diagnostischer oder organisatorischer Maßnahmen begonnen werden. 💊 Welche Medikamente empfiehlt die Leitlinie? 🔹 Milde Schmerzen Empfohlen werden insbesondere: Paracetamol Ibuprofen lokale bzw. topische Verfahren Wichtig: NSAR sollten nicht miteinander kombiniert werden. 🔹 Moderate Schmerzen Bereits bei moderaten Schmerzen empfiehlt die Leitlinie eine konsequentere Therapie als bisher häufig üblich. Diskutiert werden: Paracetamol Ibuprofen orales Morphin Ketamin (intranasal, intravenös oder inhalativ) Auch Regionalanästhesieverfahren gewinnen zunehmend an Bedeutung. 🔹 Starke Schmerzen Bei schweren Schmerzen kommen insbesondere infrage: Morphin intravenös Fentanyl Ketamin Regionalanästhesieverfahren Die Leitlinie plädiert dafür, diese Substanzen frühzeitig und strukturiert einzusetzen. 🚫 Welche Medikamente werden kritisch gesehen? Die Leitlinie spricht sich ausdrücklich gegen mehrere traditionell häufig eingesetzte Medikamente aus: Tramadol begrenzte Wirksamkeit ungünstiges Nebenwirkungsprofil Codein keine relevante Rolle in der modernen Notfallanalgesie Oxycodon kritisch bewertet aufgrund seines hohen Euphorisierungspotenzials Bezug zur internationalen Opioidkrise Metamizol zurückhaltende Empfehlung Hinweis auf das Risiko einer Agranulozytose Diese Einschätzungen dürften in vielen Notaufnahmen für Diskussionen sorgen. Regionalanästhesie: unterschätztes Potenzial? Ein weiterer Schwerpunkt der Leitlinie ist der Einsatz regionalanästhesiologischer Verfahren. Besonders bei: Hüftfrakturen Verletzungen der Extremitäten Thoraxverletzungen zeigen Studien Vorteile hinsichtlich: Analgesiequalität Mobilisation Delirprävention Gerade bei geriatrischen Patient:innen könnten Regionalverfahren künftig eine größere Rolle spielen. Besonderheiten bei älteren Patient:innen Bei geriatrischen Patient:innen müssen mögliche Nebenwirkungen besonders berücksichtigt werden: Delirrisiko Sturzneigung Medikamenteninteraktionen Die Leitlinie sieht deshalb insbesondere regionale Verfahren als attraktive Alternative zu systemischen Opioiden. ⚠️ Opioide bei Entlassung Ein weiterer wichtiger Aspekt: Bei Entlassung aus der Notaufnahme sollten Opioide möglichst zurückhaltend verordnet werden. Wenn erforderlich: niedrigste wirksame Dosierung kürzestmögliche Dauer idealerweise maximal 2–3 Tage Außerdem sollte Naloxon verfügbar sein, wenn stärkere Opioide eingesetzt werden. 💡 Take-Home Messages Oligoanalgesie bleibt ein relevantes Problem in Präklinik und Notaufnahme. Kinder erhalten besonders häufig eine unzureichende Schmerztherapie. Schmerzmanagement sollte interprofessionell organisiert sein. Analgesie kann und sollte bereits vor Anlage eines IV-Zugangs beginnen. Die Leitlinie stärkt den Einsatz von Morphin, Ketamin und Regionalanästhesie. Tramadol, Codein und Oxycodon werden deutlich kritischer bewertet als in der Vergangenheit. Regionalanästhesieverfahren könnten insbesondere bei älteren Patient:innen künftig eine größere Rolle spielen. 🎧 Hörenswert für Notfallsanitäter:innen Rettungsdienstpersonal Pflegefachpersonen in Notaufnahme und Akutmedizin Anästhesist:innen Notfallmediziner:innen Allgemeinmediziner:innen Ärzt:innen in Weiterbildung 👉 Diese Podcast-Folge wird von der Hire a Doctor Group gesponsert: 👉 Lust auf berufliche Abwechslung? Die Hire a Doctor Group vermittelt Sie als Notfallsanitäter:in [https://hireadoctor.de/rettungsdienst/?mtm_campaign=podcast-notfallguru-retter], Notfallmediziner:in [https://hireadoctor.de/notarzt-vermittlung/?mtm_campaign=podcast-notfallguru-arzt] oder Notfallpfleger:in [https://hireadoctor.de/pflege/?mtm_campaign=podcast-notfallguru-pflege] für befristete Einsätze in Notaufnahmen oder Rettungsdienste. Sie bestimmen, wann, wo und wie lange Sie eingesetzt werden. Sie erhalten neue Einblicke und eine attraktive Bezahlung. 👉 Zeit für den nächsten Karriereschritt? Die Hire a Doctor Group besetzt ärztliche und pflegerische Fach- und Führungspositionen [https://hireadoctor.de/personalberatung-im-gesundheitswesen/?mtm_campaign=podcast-notfallguru-arzt-fest] in Gesundheitseinrichtungen. Wir begleiten und beraten Sie im Bewerbungsprozess. Nutzen Sie unser Netzwerk, um ihre neue Stelle zu finden – auch wenn Sie derzeit noch nicht suchen! Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de [https://www.klinisch-relevant.de] P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de [kontakt@klinisch-relevant.de**]

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Notfallguru meets Klinisch Relevant 👉Kennst Du schon die Fortbildungen von Klinisch Relevant zu vielen spannenden Themen? schau gerne mal vorbei! [https://klinischrelevant.de/fortbildungen/] Klinisch Relevant x Notfall Guru Update präklinische Schmerztherapie – Was empfiehlt die neue europäische Leitlinie? mit Dr. Isabel Lück Worum geht’s in dieser Folge? Schmerzen gehören zu den häufigsten Gründen für einen Kontakt mit dem Rettungsdienst oder eine Vorstellung in der Notaufnahme. Dennoch erhalten viele Patient:innen nach wie vor keine ausreichende Analgesie – ein Problem, das als Oligoanalgesie bezeichnet wird. In dieser Folge der Kooperationsreihe mit Notfallguru [https://www.notfallguru.de/] spricht Kai Gruhn mit Dr. Isabel Lück über die neue europäische Leitlinie der European Society for Emergency Medicine (EUSEM) zur Schmerztherapie in Präklinik und Notaufnahme [https://eusem.org/images/251104_EUSEM_European_Pain_Initiative_Guidelines_Updated_Oct_2025.pdf]. Gemeinsam diskutieren sie, welche Konsequenzen sich für die klinische Praxis ergeben und welche Analgetika künftig eine größere – oder kleinere – Rolle spielen sollten. Zu Gast Dr. Isabel Lück ist Notfallmedizinerin und Teil des Teams von NotfallGuru. Regelmäßig ordnet sie aktuelle Entwicklungen und neue Evidenz aus der Notfallmedizin für die Hörer:innen von Klinisch Relevant ein. Hintergrund: Warum eine neue Leitlinie? Die aktualisierte EUSEM-Leitlinie berücksichtigt aktuelle Herausforderungen der Notfallmedizin: steigende Patientenzahlen in Notaufnahmen Ressourcenknappheit und Overcrowding lange Wartezeiten die internationale Diskussion um die Opioidkrise weiterhin bestehende Defizite in der Schmerzversorgung Ein zentrales Anliegen der Leitlinie: Schmerzen frühzeitig erkennen und konsequent behandeln. Zentrale Inhalte der Folge * Oligoanalgesie bleibt ein relevantes Problem * Trotz moderner Analgesiekonzepte erhalten viele Patient:innen noch immer keine ausreichende Schmerztherapie. Besonders betroffen: Kinder ältere Menschen Patient:innen mit Kommunikationsproblemen Die Leitlinie betont ausdrücklich, dass Schmerztherapie frühzeitig beginnen sollte und nicht erst nach vollständiger ärztlicher Diagnostik erfolgen darf. Schmerzmanagement ist Teamarbeit Ein wichtiger Schwerpunkt der Leitlinie ist die interprofessionelle Versorgung. Empfohlen werden: * standardisierte Schmerzprotokolle * validierte Schmerzskalen * frühzeitige Schmerzerfassung * Analgesie durch qualifiziertes Pflegepersonal oder Notfallsanitäter:innen nach festgelegten Algorithmen Ziel ist es, wertvolle Zeit bis zum ärztlichen Kontakt zu überbrücken und unnötiges Leiden zu vermeiden. Nicht-medikamentöse Maßnahmen mitdenken Gerade bei Kindern spielen ergänzende Maßnahmen eine wichtige Rolle: Ablenkung Kühlung Lagerung Beruhigung und Kommunikation Diese Maßnahmen ersetzen jedoch keine adäquate Analgesie. *Analgesie beginnt vor dem venösen Zugang Ein praxisrelevanter Punkt der Leitlinie: Analgetika sollten nicht erst nach Anlage eines intravenösen Zugangs verabreicht werden. Alternativen: intranasale Applikation inhalative Verfahren orale Medikamente So kann die Schmerztherapie bereits während diagnostischer oder organisatorischer Maßnahmen begonnen werden. 💊 Welche Medikamente empfiehlt die Leitlinie? 🔹 Milde Schmerzen Empfohlen werden insbesondere: Paracetamol Ibuprofen lokale bzw. topische Verfahren Wichtig: NSAR sollten nicht miteinander kombiniert werden. 🔹 Moderate Schmerzen Bereits bei moderaten Schmerzen empfiehlt die Leitlinie eine konsequentere Therapie als bisher häufig üblich. Diskutiert werden: Paracetamol Ibuprofen orales Morphin Ketamin (intranasal, intravenös oder inhalativ) Auch Regionalanästhesieverfahren gewinnen zunehmend an Bedeutung. 🔹 Starke Schmerzen Bei schweren Schmerzen kommen insbesondere infrage: Morphin intravenös Fentanyl Ketamin Regionalanästhesieverfahren Die Leitlinie plädiert dafür, diese Substanzen frühzeitig und strukturiert einzusetzen. 🚫 Welche Medikamente werden kritisch gesehen? Die Leitlinie spricht sich ausdrücklich gegen mehrere traditionell häufig eingesetzte Medikamente aus: Tramadol begrenzte Wirksamkeit ungünstiges Nebenwirkungsprofil Codein keine relevante Rolle in der modernen Notfallanalgesie Oxycodon kritisch bewertet aufgrund seines hohen Euphorisierungspotenzials Bezug zur internationalen Opioidkrise Metamizol zurückhaltende Empfehlung Hinweis auf das Risiko einer Agranulozytose Diese Einschätzungen dürften in vielen Notaufnahmen für Diskussionen sorgen. Regionalanästhesie: unterschätztes Potenzial? Ein weiterer Schwerpunkt der Leitlinie ist der Einsatz regionalanästhesiologischer Verfahren. Besonders bei: Hüftfrakturen Verletzungen der Extremitäten Thoraxverletzungen zeigen Studien Vorteile hinsichtlich: Analgesiequalität Mobilisation Delirprävention Gerade bei geriatrischen Patient:innen könnten Regionalverfahren künftig eine größere Rolle spielen. Besonderheiten bei älteren Patient:innen Bei geriatrischen Patient:innen müssen mögliche Nebenwirkungen besonders berücksichtigt werden: Delirrisiko Sturzneigung Medikamenteninteraktionen Die Leitlinie sieht deshalb insbesondere regionale Verfahren als attraktive Alternative zu systemischen Opioiden. ⚠️ Opioide bei Entlassung Ein weiterer wichtiger Aspekt: Bei Entlassung aus der Notaufnahme sollten Opioide möglichst zurückhaltend verordnet werden. Wenn erforderlich: niedrigste wirksame Dosierung kürzestmögliche Dauer idealerweise maximal 2–3 Tage Außerdem sollte Naloxon verfügbar sein, wenn stärkere Opioide eingesetzt werden. 💡 Take-Home Messages Oligoanalgesie bleibt ein relevantes Problem in Präklinik und Notaufnahme. Kinder erhalten besonders häufig eine unzureichende Schmerztherapie. Schmerzmanagement sollte interprofessionell organisiert sein. Analgesie kann und sollte bereits vor Anlage eines IV-Zugangs beginnen. Die Leitlinie stärkt den Einsatz von Morphin, Ketamin und Regionalanästhesie. Tramadol, Codein und Oxycodon werden deutlich kritischer bewertet als in der Vergangenheit. Regionalanästhesieverfahren könnten insbesondere bei älteren Patient:innen künftig eine größere Rolle spielen. 🎧 Hörenswert für Notfallsanitäter:innen Rettungsdienstpersonal Pflegefachpersonen in Notaufnahme und Akutmedizin Anästhesist:innen Notfallmediziner:innen Allgemeinmediziner:innen Ärzt:innen in Weiterbildung 👉 Diese Podcast-Folge wird von der Hire a Doctor Group gesponsert: 👉 Lust auf berufliche Abwechslung? Die Hire a Doctor Group vermittelt Sie als Notfallsanitäter:in [https://hireadoctor.de/rettungsdienst/?mtm_campaign=podcast-notfallguru-retter], Notfallmediziner:in [https://hireadoctor.de/notarzt-vermittlung/?mtm_campaign=podcast-notfallguru-arzt] oder Notfallpfleger:in [https://hireadoctor.de/pflege/?mtm_campaign=podcast-notfallguru-pflege] für befristete Einsätze in Notaufnahmen oder Rettungsdienste. Sie bestimmen, wann, wo und wie lange Sie eingesetzt werden. Sie erhalten neue Einblicke und eine attraktive Bezahlung. 👉 Zeit für den nächsten Karriereschritt? 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Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de [https://www.klinisch-relevant.de] P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de [kontakt@klinisch-relevant.de**]

13 jun 202615 min
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Der perfekte Moment kommt nicht! - mit Martin Werner

Eine Minute Mut: Impulse für Veränderungen im Gesundheitswesen - Die Audiokolumne mit Martin Werner Eine Minute Mut Folge #3: Der perfekte Zeitpunkt kommt nicht! Viele Ärztinnen und Ärzte warten auf den richtigen Moment. Nach der Facharztprüfung. Wenn die Kinder größer sind. Wenn das Haus abbezahlt ist. Wenn mehr Sicherheit da ist. Doch was, wenn der perfekte Zeitpunkt gar nicht kommt? In dieser Folge von „Eine Minute Mut“ geht es darum, warum wir oft auf Sicherheit warten – und dadurch die Dinge aufschieben, die uns eigentlich wichtig sind. 👉 In Folge 1 ging es darum, Veränderung im Kleinen zu beginnen. [https://open.spotify.com/episode/44V46iozwetwlqc1nwDM2j?si=0LWRXkhLSBqc5L4_IXGnSg] 👉 In Folge 2 ging es um den Preis des Nicht-Handelns. [https://open.spotify.com/episode/7EUibIR5FBHmkPmWuSxA3M?si=Eh7An9F8RaSTVKIBt7k2EA] 👉 Diese Folge baut darauf auf und stellt eine entscheidende Frage: Worauf wartest du eigentlich noch? Das erwartet dich in dieser Folge ● Warum viele Menschen auf den perfekten Zeitpunkt warten ● Weshalb Sicherheit oft eine Illusion ist ● Eine persönliche Geschichte über meinen Podcast-Start ● Warum Ärztinnen und Ärzte besonders anfällig für Perfektionismus sind ● Eine Übung, die dir hilft, ins Handeln zu kommen Die Übung aus der Folge 👉 Nimm dir 5 Minuten Zeit und beantworte diese Fragen: 1. Welche Entscheidung schiebe ich seit Monaten vor mir her? 2. Kann ich heute einen ersten Schritt machen? 3. Was könnte realistisch schiefgehen? Nicht die ganze Entscheidung. Nur den ersten Schritt. Wer spricht hier? Ich bin Martin Werner. Ich begleite Ärztinnen und Ärzte bei beruflichen Veränderungen – insbesondere bei der Entscheidung und dem Weg in die Schweiz. Dabei erlebe ich täglich, wie schwer Veränderung sein kann – und welche Faktoren wirklich den Unterschied machen. Diese Prozesse begleite ich auch unabhängig vom Ort: hin zu klaren Entscheidungen und konkreten nächsten Schritten. Wenn du diese Übung ausprobierst und: ● merkst, dass du festhängst ● Unterstützung brauchst ● oder deine Gedanken teilen möchtest 👉 Schreib mir gerne. Kontakt & weitere Inhalte 📩 E-Mail: info@docsgoswiss.ch [info@docsgoswiss.ch] 🌐 Website: www.docsgoswiss.ch [https://www.docsgoswiss.ch] Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de [https://www.klinisch-relevant.de] P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de [kontakt@klinisch-relevant.de**]

11 jun 20266 min
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Die Rolle der Logopädie in der Palliativmedizin - mit Cordula Winterholler

Logopädie in der Palliativmedizin – mehr als Schlucken und Sprechen Mit: Cordula Winterholler Worum geht’s in dieser Folge? Welche Rolle spielt die Logopädie in der Palliativversorgung? Für viele Kolleg:innen scheint die Antwort zunächst nicht offensichtlich zu sein. Dabei gehören Themen wie Essen, Trinken, Schlucken, Kommunikation und Teilhabe zu den zentralen Bedürfnissen von Menschen mit lebenslimitierenden Erkrankungen. In dieser Folge spricht Kai Gruhn mit der Logopädin Cordula Winterholler über die oft unterschätzte Bedeutung der Logopädie in der Palliativmedizin. Anhand konkreter Beispiele – insbesondere aus der Betreuung von Menschen mit ALS – wird deutlich, wie logopädische Expertise Lebensqualität, Autonomie und Kommunikation bis zum Lebensende unterstützen kann. Zu Gast Cordula Winterholler ist Logopädin, Autorin und Referentin mit besonderem Schwerpunkt auf palliativer Logopädie. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Maria Bartel beschäftigt sie sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie logopädische Versorgung in palliativen Settings gestaltet werden kann. Zentrale Themen der Folge Haben Logopäd:innen überhaupt eine Rolle in der Palliativmedizin? Eine provokante Einstiegsfrage der Folge. Obwohl Schluckstörungen, Kommunikationsprobleme und Ernährungsfragen im palliativen Alltag häufig auftreten, sind Logopäd:innen bislang vielerorts nicht selbstverständlich in palliative Versorgungsteams integriert. Diskutiert werden mögliche Gründe: * Palliativmedizin wird häufig ausschließlich mit der Terminalphase assoziiert * mangelnde Bekanntheit logopädischer Kompetenzen * historisch starke Orientierung der Palliativversorgung an onkologischen Erkrankungen Palliativmedizin beginnt nicht erst am Lebensende Ein zentrales Anliegen von Cordula Winterholler: Palliative Versorgung beginnt gemäß WHO-Definition bereits mit der Diagnose einer lebenslimitierenden Erkrankung – nicht erst in der Finalphase. Dadurch entstehen zahlreiche Ansatzpunkte für logopädische Interventionen: * Beratung * Symptommanagement * Kommunikationsförderung * Unterstützung von Alltagsaktivitäten * Angehörigenarbeit Schlucken, Essen und Trinken – zentrale Themen bis zuletzt Essen und Trinken bedeuten weit mehr als reine Nahrungsaufnahme. Besprochen werden: * Dysphagie bei neurologischen und onkologischen Erkrankungen * Ernährungsmanagement * Konsistenzanpassungen * Aspirationsrisiken * Lebensqualität trotz funktioneller Einschränkungen Dabei steht nicht die Funktionsverbesserung um jeden Preis im Vordergrund, sondern die Frage: 👉 Was ist für die Patientin oder den Patienten in der aktuellen Lebensphase wichtig? ALS als Beispiel für palliative Logopädie Frühe Diagnostik und Begleitung Am Beispiel der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) beschreibt Cordula Winterholler die verschiedenen Aufgaben der Logopädie. Bereits bei ersten Sprachveränderungen erfolgt: * umfassende Diagnostik * Schluckdiagnostik * Ernährungsassessment * Beobachtung von Atemfunktion und Belastbarkeit Oft zeigen sich bereits früh: * Gewichtsverlust * Mangelernährung * kompensierte Schluckstörungen Alltag statt Defizite Ein wichtiger Gedanke der Folge: Palliative Logopädie orientiert sich nicht primär an Funktionsverlusten, sondern am gelebten Alltag. Fragen sind beispielsweise: * Wie kann Berufstätigkeit erhalten bleiben? * Welche Hilfsmittel entlasten die Kommunikation? * Wie lassen sich soziale Aktivitäten weiterhin ermöglichen? Unterstützte Kommunikation und digitale Hilfsmittel Ein besonders spannendes Themenfeld: Die moderne Logopädie nutzt heute eine Vielzahl technischer Möglichkeiten: * Kommunikationshilfen * Sprachcomputer * Augensteuerung * KI-gestützte Systeme Besprochen wird außerdem das sogenannte Speech Banking: Dabei wird die eigene Stimme aufgezeichnet, solange sie noch ausreichend erhalten ist, um sie später in unterstützten Kommunikationssystemen weiter nutzen zu können. PEG, Ernährung und ethische Entscheidungen Ein wiederkehrendes Thema in der palliativen Versorgung: * Wann sollte eine PEG-Anlage diskutiert werden? * Welche Werte und Wünsche stehen hinter einer Ablehnung? * Wie können Patient:innen bei komplexen Entscheidungen begleitet werden? Die Folge macht deutlich: Logopäd:innen sind nicht nur therapeutisch tätig, sondern begleiten auch Entscheidungsprozesse und ethische Fragestellungen. Ethik als Kernkompetenz Ein zentrales Kapitel des geplanten Fachbuchs widmet sich ethischen Fragestellungen: * künstliche Ernährung * Autonomie * Lebensqualität * Therapiezieländerungen * Umgang mit existenziellen Fragen Denn Patient:innen stellen häufig Fragen, die weit über die reine Funktion hinausgehen: > „Was soll das alles eigentlich noch?“ Auch für solche Gespräche braucht es professionelle Kompetenz und Haltung. Warum Logopädie Teil des Palliativteams sein sollte Cordula Winterholler plädiert dafür, Logopäd:innen nicht nur konsiliarisch hinzuzuziehen, sondern fest in Palliativteams zu integrieren. Gründe hierfür: * kontinuierliche Begleitung * gemeinsame ethische Entscheidungsfindung * Entwicklung einer gemeinsamen Teamhaltung * bessere individuelle Lösungen für Patient:innen und Angehörige Das neue Fachbuch zur palliativen Logopädie Gemeinsam mit Maria Bartel arbeitet Cordula Winterholler derzeit an einem umfassenden Fachbuch zur palliativen Logopädie. Themen werden unter anderem sein: * Grundlagen der palliativen Logopädie * internationale Perspektiven * Ethik * Kommunikation * Angehörigenarbeit * unterschiedliche palliative Settings * neurologische und onkologische Erkrankungen Take-Home Messages * Palliative Logopädie beginnt nicht erst in der Sterbephase. * Kommunikation, Schlucken und Essen sind zentrale Aspekte von Lebensqualität. * Logopäd:innen begleiten nicht nur Funktionen, sondern Menschen in komplexen Lebenssituationen. * Unterstützte Kommunikation gewinnt durch Digitalisierung und KI zunehmend an Bedeutung. * Ethische Fragestellungen gehören zum logopädischen Alltag in palliativen Settings. * Eine feste Integration der Logopädie in Palliativteams kann die Versorgung deutlich verbessern. Hörenswert für * Palliativmediziner:innen * Logopäd:innen * Neurolog:innen * SAPV-Teams * Pflegefachpersonen * Therapeutische Berufe * Alle, die Menschen mit lebenslimitierenden Erkrankungen begleiten Weitere Informationen * https://forum-logopaedie.de/artikel/angehoerigenarbeit-in-der-palliativen-logopaedie/ [https://forum-logopaedie.de/artikel/angehoerigenarbeit-in-der-palliativen-logopaedie/] * https://www.skvshop.de/logopaedie/palliative-care-978-3-8248-1301-8.html [https://www.skvshop.de/logopaedie/palliative-care-978-3-8248-1301-8.html] Eine Folge über Lebensqualität, Kommunikation und die Frage, wie therapeutische Begleitung auch dann noch sinnvoll sein kann, wenn Heilung nicht mehr das Ziel ist. Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. 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9 jun 202629 min
aflevering Gehirntumore - mit Dr. med. Anne Biesalski artwork

Gehirntumore - mit Dr. med. Anne Biesalski

Nervensache, Podcast der Deutschen Hirnstiftung meets Klinisch Relevant In dieser Folge vermitteln wir grundlegendes Wissen rund um das Thema Hirntumore. Dr. Anne Biesalksi, Neurologin und Mitglied des Vorstands der Deutschen Hirnstiftung. erklärt verständlich die wichtigsten medizinischen Zusammenhänge – unterstützt von ihrem Mann Jasper, der ausgewählte Zitate aus Wolfgang Herrndorfs „Arbeit und Struktur“ (mit freundlicher Genehmigung des Rowohlt-Verlags) einliest. Das erwartet euch: Hirntumor ist nicht gleich Hirntumor: Tumore unterscheiden sich stark – nicht nur in ihrer Art, sondern auch in ihrer Lage. Das umliegende Gewebe spielt eine entscheidende Rolle dafür, welche Symptome auftreten und welche Behandlung möglich ist. Primäre vs. sekundäre Tumore: Primäre Hirntumore entstehen direkt im Gehirn. Sekundäre Tumore sind Metastasen – der Krebs hat seinen Ursprung in einem anderen Organ und streut ins Gehirn. Diagnostik: Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist zentral für die Bildgebung. Eine endgültige Diagnose und Sicherheit liefert jedoch meist erst die Gewebeentnahme, häufig mittels stereotaktischer Biopsie. Therapieansätze: Je nach Tumorart und Lage kommen unterschiedliche Behandlungen infrage, darunter Operation, Bestrahlung und Chemotherapie. Auch mögliche Strahlenschäden werden thematisiert. Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Die Behandlung erfolgt selten isoliert – verschiedene Fachrichtungen arbeiten eng zusammen, um die bestmögliche Therapie zu gewährleisten. Diese Folge bietet eine verständliche Grundlage für alle, die sich erstmals mit dem Thema Hirntumore beschäftigen oder ihr Wissen auffrischen möchten. In Kürze geht es weiter – dann wieder im gewohnten Format. Viel Spaß beim Zuhören. Wir danken Klinisch Relevant für diese schöne Kooperation. Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de

8 jun 202632 min
aflevering Psychiatrische Vorstellungsgründe in deutschen Notfallambulanzen - mit Dr. Heribert Kirchner artwork

Psychiatrische Vorstellungsgründe in deutschen Notfallambulanzen - mit Dr. Heribert Kirchner

Nichtdringliche psychiatrische Vorstellungsgründe in deutschen Notaufnahmen Dr. Heribert Kirchner Worum geht’s in dieser Folge? Psychiatrische Patient:innen gehören längst zum Alltag deutscher Notaufnahmen. Doch wie häufig stellen sich Menschen mit psychischen Beschwerden vor, ohne dass ein akut behandlungsbedürftiger Notfall vorliegt? Welche Diagnosen stehen dahinter? Und was bedeutet das für ein Gesundheitssystem, dessen Notaufnahmen zunehmend an ihre Belastungsgrenzen geraten? In dieser Folge spricht Dr. Heribert Kirchner über die erste bundesweite Studie zu nichtdringlichen psychiatrischen Vorstellungen in deutschen Notaufnahmen und ordnet die Ergebnisse aus versorgungswissenschaftlicher Perspektive ein. Zu Gast Dr. Heribert Kirchner ist Psychiater und Versorgungsforscher. Gemeinsam mit Kolleg:innen um Prof. Broska und Prof. Pajonk untersuchte er erstmals bundesweit die Entwicklung psychiatrischer Notfallvorstellungen anhand von Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Die Studie im Überblick "Trends in Non-Urgent Mental Health Presentations to Emergency Departments – Insights from the First Nationwide Study in Germany" Veröffentlicht in der Fachzeitschrift Psychiatry Research. Was wurde untersucht? Bisher gab es in Deutschland kaum belastbare Daten zur Frage, wie häufig sich Menschen mit nichtdringlichen psychiatrischen Beschwerden in Notaufnahmen vorstellen. Für die Studie wurden bundesweite Abrechnungsdaten analysiert: * Zeitraum: 2012–2022 * bundesweite Datenerhebung * interdisziplinäre Notaufnahmen * psychiatrische Diagnosen mit Notfallkennzeichnung Damit liefert die Arbeit erstmals einen Überblick über die Entwicklung psychiatrischer Notfallvorstellungen über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren. Zentrale Ergebnisse Psychiatrische Notfälle sind kein Randphänomen Psychiatrische Vorstellungsgründe gehören mittlerweile zu den häufigsten Gründen für eine Notaufnahmevorstellung. Im Vergleich der Fachbereiche liegen sie hinter: 1. internistischen Notfällen 2. traumatologisch-unfallchirurgischen Notfällen 3. neurologischen Notfällen und zählen damit zu den versorgungsrelevanten Patientengruppen in deutschen Notaufnahmen. Wie häufig sind nichtdringliche psychiatrische Vorstellungen? Die Analyse zeigt: * geschätzt 250.000 bis 300.000 nichtdringliche psychiatrische Vorstellungen pro Jahr * etwa 2–3 % aller Notaufnahmekontakte * deutlicher Anstieg über den Beobachtungszeitraum Obwohl der prozentuale Anteil zunächst klein erscheint, entstehen aufgrund der hohen Gesamtzahl von Notaufnahmebesuchen erhebliche absolute Fallzahlen. Welche Diagnosen stehen im Vordergrund? Angst- und Panikstörungen Eine der überraschendsten Beobachtungen der Studie: * Angst- und Panikstörungen machten einen besonders großen Anteil der nichtdringlichen Vorstellungen aus. Die Forschenden hatten ursprünglich erwartet, dass depressive Erkrankungen häufiger vertreten sein würden. Affektive Störungen Ebenfalls häufig: * depressive Episoden * andere affektive Erkrankungen Substanzassoziierte Vorstellungen Besonders relevant: * alkoholassoziierte Vorstellungsgründe Darüber hinaus wurden cannabisassoziierte Vorstellungen gesondert analysiert. Warum landen Betroffene in der Notaufnahme? Die Folge diskutiert verschiedene Ursachen: Hohe Verfügbarkeit der Notaufnahme Für viele Menschen ist die Notaufnahme: * rund um die Uhr erreichbar * niedrigschwellig zugänglich * als kompetente Anlaufstelle bekannt Mangelnde Versorgungsangebote Häufige Gründe: * lange Wartezeiten auf ambulante Termine * regionale Unterversorgung * fehlende Krisenangebote Viele Betroffene erleben ihre Situation subjektiv als Notfall und suchen deshalb Hilfe in der Zentralen Notaufnahme. Sinkende Gesundheitskompetenz? Diskutiert wird außerdem die Frage, ob Patient:innen heute schwieriger einschätzen können, welche Beschwerden tatsächlich notfallmedizinisch behandelt werden müssen und welche besser in anderen Versorgungsstrukturen aufgehoben wären. ⚠️ Besondere Herausforderungen für Notaufnahmen Psychiatrische Notfälle sind schwer zu triagieren Im Gegensatz zu: * Schlaganfall * Herzinfarkt * Trauma existieren für viele psychiatrische Beschwerden keine klaren diagnostischen Algorithmen. Das stellt Notaufnahmen vor besondere Herausforderungen: * schwierige Priorisierung * hoher Gesprächsbedarf * begrenzte psychiatrische Expertise vor Ort Überfüllung hat Konsequenzen Die zunehmende Belastung deutscher Notaufnahmen ist mehr als ein organisatorisches Problem. Überfüllte Notaufnahmen sind assoziiert mit: * längeren Wartezeiten * geringerer Versorgungsqualität * längeren Aufenthaltsdauern * erhöhter Mortalität Lösungsansätze Diskutiert werden verschiedene Strategien: * bessere Patientensteuerung * Ausbau von Bereitschaftsdienststrukturen * integrierte Leitstellenmodelle * stärkere Aufklärung der Bevölkerung * Verbesserung ambulanter psychiatrischer Versorgungsangebote * telemedizinische Konzepte Dabei wird deutlich: Eine nachhaltige Lösung kann nur durch Veränderungen sowohl auf Patienten- als auch auf Systemebene gelingen. Take-Home Messages * Psychiatrische Vorstellungsgründe gehören zu den häufigsten Gründen für einen Besuch in der Notaufnahme. * Nichtdringliche psychiatrische Vorstellungen nehmen seit Jahren zu. * Angst- und Panikstörungen spielen eine größere Rolle als bislang angenommen. * Überfüllte Notaufnahmen beeinträchtigen die Versorgungsqualität nachweislich. * Psychiatrische Patient:innen benötigen oft andere Versorgungsstrukturen als klassische Notfallpatient:innen. * Die Ergebnisse der Studie haben hohe gesundheitspolitische und versorgungswissenschaftliche Relevanz. 📖 Weiterführende Literatur Kirchner H. et al. Trends in Non-Urgent Mental Health Presentations to Emergency Departments – Insights from the First Nationwide Study in Germany [https://link.springer.com/article/10.1186/s12888-025-07368-0] 🎧 Hörenswert für * Ärzt:innen in Notaufnahme, Psychiatrie und Allgemeinmedizin * Pflegefachpersonen * Rettungsdienstpersonal * Versorgungsforscher:innen * Gesundheitsmanager:innen * Gesundheitspolitisch Interessierte 🔗 Weitere Informationen * Klinisch Relevant [https://www.klinisch-relevant.de?utm_source=chatgpt.com] Eine spannende Folge über die Schnittstelle zwischen Psychiatrie, Notfallmedizin und Gesundheitssystem – und darüber, warum steigende Patientenzahlen allein noch nicht die ganze Geschichte erzählen. Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. 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6 jun 202617 min