Y Politik-Podcast | Lösungen für das 3. Jahrtausend

New Work? Viva Betriebsrat!

49 min · 16. mars 202049 min
episode New Work? Viva Betriebsrat! cover

Beskrivelse

Warum wir in Zeiten von New Work Betriebsräte gründen solltenNew Work verspricht Mitbestimmung auf allen Ebenen. Doch wenn es hart auf hart kommt, stehen ArbeitnehmerInnen schutzlos da. Nur Betriebsräte ermöglichen es Angestellten, Ihren ChefInnen auf Augenhöhe zu begegnen – notfalls vor Gericht. In Folge 44 erklären wir, warum Betriebsräte so unerlässlich sind und trotzdem reformiert werden müssen. Digitale Arbeitsweisen und Tools ermöglichen es immer mehr ArbeitnehmerInnen, selbst zu bestimmen, wann und wo sie arbeiten wollen. In selbstorganisierten Teams und Unternehmen mit flachen Hierarchien können sie sogar über Richtungsentscheidungen oder Gehälter mitentscheiden. Die schöne neue Arbeitswelt verspricht Selbstbestimmung und Mitbestimmung. Gleichzeitig haben jedoch immer weniger Unternehmen einen Betriebsrat, der eine institutionalisierte und rechtlich-verankerte Mitbestimmung in Betrieben sichern würde. Braucht es denn Betriebsräte überhaupt noch in Zeiten von New Work? In dieser Folge meinen wir JA und fordern eine Renaissance der Betriebsräte. Denn Betriebsräte setzen sich nicht nur für die Belange der Arbeitnehmerschaft ein, sondern haben Rechte und Pflichten, die eine Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber auf Augenhöhe ermöglichen. Die Grundlage dafür sind Gesetze wie das Betriebsverfassungsgesetz. Vor 100 Jahren wurde der Grundstein für diese Gesetze und eine erstmalig gesetzlich vorgeschriebene Vertretung der ArbeitnehmerInnen in den Betrieben hart erkämpft. Wir sollten diese nicht leichtfertig über Bord werfen. Wir meinen: In modernen Unternehmen sollten andere Formen der Beteiligung nicht die Betriebsräte ersetzen, sondern beide miteinander verbunden werden. NEW WORK UND BETRIEBSRÄTE Die New Work-Bewegung gründet auf den Ideen von Frithjof Bergmann [https://de.wikipedia.org/wiki/Frithjof_Bergmann]. Er ist ein österreichischer-amerikanischer Philosoph und reiste in den 60ern und 70ern viel durch die sogenannten Ostblockländer. Seine Erkenntnis war: Der Sozialismus funktioniert nicht, aber der Kapitalismus in der vorherrschenden Form ebenfalls nicht. Daraus entstand die Idee, dass Arbeit nicht als Lohnarbeit begriffen werden sollte, sondern als Selbstverwirklichung. Man solle in erster Linie nicht mehr arbeiten gehen, um Geld zu verdienen, sondern um einen Sinn zu verfolgen. Die drei wichtigsten Werte der New Work-Bewegung sind Selbstständigkeit, Handlungsfreiheit und Teilhabe an der Gemeinschaft. Die Digitalisierung befeuerte dieses Konzept des Arbeitens, da sie orts- und zeitunabhängiges sowie selbstständiges Arbeiten ermöglicht. Es gibt allerdings auch kritikwürdige Aspekte der New Work-Bewegung, wie beispielsweise eine zunehmende Selbstausbeutung. In Start-Ups arbeiten die Angestellten 10 % mehr als im Durchschnitt [https://cosmic-s3.imgix.net/0c4f55d0-bd87-11e7-ba42-ebce9fce8a6a-European%20Startup%20Report.pdf], tragen dabei oft mehr Verantwortung und verdienen dafür 7 % weniger [https://cosmic-s3.imgix.net/0c4f55d0-bd87-11e7-ba42-ebce9fce8a6a-European%20Startup%20Report.pdf]. Außerdem schlecht: Die Erwartung immer erreichbar zu sein und das zunehmende Verschwimmen von Privatleben mit Beruflichen. Betriebsräte könnten sich mit den Arbeitsbedingungen und Anliegen der Beschäftigten auseinandersetzen und positive Änderungen verhandeln. Doch leider sind Betriebsräte gerade in diesen New-Work-Arbeitskontexten Mangelware. Insgesamt gibt es nur in 10 % aller privatwirtschaftlichen Betrieben ab 5 Beschäftigten einen Betriebsrat [https://www.boeckler.de/pdf/rs_01_2020_Lange%20Reihe%20Betriebsr%C3%A4te.pdf]. Dabei hat ein Betriebsrat starke Mitbestimmungsrechte und kann z.B. mitentscheiden bei Einstellungen, Gehältern oder der Einführung von Software. Da New Work eben nicht automatisch eine “schöne neue Arbeitswelt” ist, brauchen auch diese Unternehmen eine gewählte Interessenvertretung. 5 SCHRITTE ZUR STÄRKUNG VON BETRIEBSRÄTEN 1. Verstehe den Unterschied zwischen Betriebsräten und freiwilligen MitbestimmungsrechtenDer wichtigste Unterschied ist, dass Betriebsräte gesetzlich verankert sind im Betriebsverfassungsgesetz. Das heißt, dass ihre Rechte und Pflichten fest definiert sind und sie ihre Mitbestimmungsrechte im Äußersten auch gerichtlich durchsetzen können. Eine Arbeit auf Augenhöhe mit dem Arbeitgeber ist dadurch gewährleistet, auch wenn es mal unangenehm oder konfliktreicher wird. Jede andere Form der Beteiligung ist eine coole Sache, aber absolut abhängig vom Wohlwollen des Arbeitgebers. 2. Begreife die Notwendigkeit von Betriebsräten in modernen ZeitenInsbesondere durch die Digitalisierung und dem Aufkommen neuer Arbeitsformen werden Betriebsräte wichtiger denn je. Sie können beispielsweise mitbestimmen, wann neue digitale Tools sinnvoll sind und zur Arbeitserleichterung eingesetzt werden – und sie verhindern, falls sie die Angestellten überwachen können. Auch bei einem anderen wichtigen Thema der Arbeitswelt im Wandel können Betriebsräte mitbestimmen: Umstrukturierungen und Weiterbildungen. 3. Passen wir die Betriebsratsgesetze an New Work anDie Betriebsratsarbeit ist nicht perfekt. Es gibt beispielsweise noch Hürden im Betriebsverfassungsgesetz, wenn man dezentral arbeitet. Denn Sitzungen des Betriebsrates, der Betriebsversammlungen und die Fassung von Beschlüssen sind bislang nicht digital möglich, sondern nur mit eigener physischer Anwesenheit. Das passt nicht zur Realität moderner Unternehmen. Darüber hinaus wird auch immer wieder das Arbeitszeitgesetz mit den vorgesehenen elf Stunden Ruhezeit als überholt angesehen. Hier ist man jedoch auch als Betriebsrat in einem Zwiespalt zwischen der Ermöglichung von Flexibilität und dem Verhindern von gesundheitsschädigenden Arbeitsverhältnissen. 4. Gründet Betriebsräte oder lasst euch in den Betriebsrat wählenUnternehmen und MitarbeiterInnen kommen in der digitalen Transformation voran, wenn sie gemeinsame Sache machen und ihr Geschäft und die Arbeit gemeinsam gestalten. Deshalb: Gründet Betriebsräte auch bei euch. Bereits fünf Beschäftigte reichen aus, um einen Betriebsrat ins Leben zu rufen und das ist nicht so kompliziert, wie man vielleicht denkt. Außerdem könnt ihr euch bei der Gründung eines Betriebsrates Hilfe von einer Gewerkschaft holen. 5. Betriebsräte der Digital-Unternehmen, Start-Ups und New-Work-Bereichen: vernetzt euch!Leider gibt es gerade in neuartigen Unternehmen immer weniger Betriebsräte und diese stehen auch noch vor besonderen Herausforderungen. Es gibt wenig Erfahrung mit Betriebsräten und dabei auch Vorbehalte. Umso wichtiger ist es, sich gegenseitig zu unterstützen und auszutauschen. Entweder mit eurer Gewerkschaft oder anderen Betriebsräten, die ihr kennt. Schreibt bei Interesse auch gerne an Tanja Hille via tanja@ypolitik.de [tanja@ypolitik.de]. Sie ist Betriebsratsvorsitzende in ihrem Unternehmen. WEITERE INFOS AUS DEM PODCAST ZUM THEMA NEW WORK UND BETRIEBSRAT * Die französische Autorin Mathilde Ramadier hat in 12 Berliner Start-Ups gearbeitet und darüber ein Buch geschrieben. In ihrem Artikel “Wir sind eine Familie? Bullshit! [https://www.zeit.de/arbeit/2017-10/start-ups-berlin-arbeitswelt-versprechen-luegen/komplettansicht]” hat sie fünf Lügen der schönen Start-Up-Welt erfasst. * ArbeitnehmerInnen wollen mehrheitlich die Digitalisierung mitgestalten und gestärkte Rechte für Betriebsräte. Das hat die Studie “Zeit für ein Update [http://library.fes.de/pdf-files/fes/15549.pdf]” von Stefan Kirchner herausgefunden. * “Noch keinen Betriebsrat? Wähl dir einen! [https://www.verdi.de/themen/arbeit/++co++e3e60560-f04c-11e1-5aa7-0019b9e321e1]”, ein Erklärfilm zum Gründen von Betriebsräten von ver.di. * Der Verein “Mein Grundeinkommen [https://www.mein-grundeinkommen.de]” zeigt, wie in Zeiten von New Work starke Mitbestimmung verankert werden kann. Dank Holokratie und Vereinsmitgliedschaft für Angestellte hat die Belegschaft großen Einfluss auf das Geschick der Organisation. Der Gemeinwohlbilanz-Check [https://www.mein-grundeinkommen.de/magazin/gemeinwohlbilanz] gibt 9/10 Punkten im Bereich “Innerbetriebliche Mitentscheidung und Transparenz”. * Zum Thema Zukunft der Arbeit haben wir in Folge 42 vorgeschlagen, dass wir nur noch zwei Tage die Woche arbeiten [https://ypolitik.de/podcast/arbeitszeitverkuerzung-zwei-tage-woche-vorteile/].

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episode So revolutionierst du die EU-Außenpolitik cover

So revolutionierst du die EU-Außenpolitik

Wir räumen die Blockaden aus dem Weg einer starken EU-Außenpolitik.Die Europäische Union verliert an Einfluss in der Welt. Außenpolitisch ist sie ein Zwerg verglichen mit anderen Großmächten wie die USA oder China. Gleichzeitig verlangen grenzübergreifende Krisen wie der Klimawandel und mögliche Kriege in der europäischen Nachbarschaft nach einem gemeinsamen Vorgehen. Alle Mitgliedstaaten der EU sind sich jedoch selten einig und jeder einzelne Mitgliedstaat kann mit seinem Veto Beschlüsse blockieren. Deswegen geht es in Folge 69 um die Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips im Rat der Europäischen Union. Wir zeigen, warum die Abschaffung des Vetos so wichtig ist, was eine bessere Regelung wäre und mit welcher einfachen Maßnahme ihr dafür sorgen könnt, dass die EU zukünftig mit einer Stimme spricht. Hier mithelfen, das Blockadeprivileg der Nationalstaaten abzuschaffen. [https://futureu.europa.eu/processes/Democracy/f/6/proposals/218165?toggle_translations=true] PROBLEM: DAS VETO IN DER AUSSENPOLITIK BLOCKIERT DIE EU Das Problem ist, dass die Europäische Union in der Welt selten geschlossen auftritt. Die AußenministerInnen und RegierungschefInnen der großen Länder in der EU haben einzeln immer noch mehr Gewicht als die EU als Machtblock. Das liegt vor allem an den politischen Spielregeln. Denn um einen Beschluss in der Außenpolitik zu fällen, müssen alle 27 Mitgliedstaaten diesem zustimmen. Falls nur ein Land dagegen ist, passiert nichts mehr. In der Praxis bedeutet das: Die EU hat fast 450 Millionen Einwohner. Wenn die Regierung von Malta sich querstellt, dann kann diese “Macht” von 475.000 Menschen (weniger EinwohnerInnen als Bremen / 0,1 % der EU-Gesamtbevölkerung) alles blockieren. Dieses Einstimmigkeitsprinzip gilt auch bei anderen Politikbereichen [https://www.consilium.europa.eu/de/council-eu/voting-system/unanimity/] wie den EU-Finanzen, der Besteuerung, dem Sozialschutz und Bürgerrechten. LÖSUNG: QUALIFIZIERTE MEHRHEIT STATT EINSTIMMIGKEITSPRINZIP Die Lösung liegt nahe: das Einstimmigkeitsprinzip komplett abschaffen und ersetzen mit einem Wahlverfahren, dass in vielen anderen Politikfeldern verwendet wird: das qualifizierte Mehrheitsrecht. Qualifizierte Mehrheit [https://www.consilium.europa.eu/de/council-eu/voting-system/qualified-majority/] bedeutet: * Es braucht mindestens 15 von 27 Mitgliedsstaaten für einen Beschluss (= 55 % aller Mitgliedstaaten) * Diese mindestens 15 Staaten müssen mindestens 65 % der EU-Gesamtbevölkerung repräsentieren Das stellt zum einen sicher, dass große Länder nicht von kleinen Ländern zu etwas gezwungen werden können, weil ja 65 % der Bevölkerung repräsentiert sein müssen und zum anderen viele kleine Länder sich gegen eine Übermacht weniger großer Länder wehren können. Alle EU-Mitgliedstaaten für die Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips zu gewinnen, ist jedoch schwierig. Denn für die Abstimmung darüber gilt das Einstimmigkeitsprinzips ja noch. Das heißt, wenn nur ein Land ein Veto dagegen einlegt, kann kein neues Entscheidungsverfahren eingeführt werden. Die gute Nachricht ist: es gab lange nicht mehr so viele progressive Kräfte, die sich für eine derartige Reform einsetzen wie aktuell. Zum Beispiel fordert die neue Bundesregierung in Deutschland in ihrem Koalitionsvertrag die Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzip in der Außenpolitik. Im Europaparlament gibt es ebenfalls dafür Unterstützung, z.B. vom Fraktionschef der Konservativen, Manfred Weber [https://www.deutschlandfunk.de/eu-und-ihr-verhaeltnis-zu-russland-interview-manfred-weber-evp-vorsitzender-dlf-565d6aa4-100.html]. SO KANNST DU DIE ABSCHAFFUNG DES EINSTIMMIGKEITSPRINZIPS IN DER EU-AUSSENPOLITIK UNTERSTÜTZEN Die Zeichen stehen gut, was fehlt also noch? Eine gesamteuropäische Dynamik, die das Vorhaben unterstützt, dieses immer wieder auf die politische Agenda setzt und so die Forderung nach der Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips in Verhandlungen trägt. Auch dafür gibt es gerade eine besondere Gelegenheit, von der wir bereits berichtet haben [https://ypolitik.de/podcast/das-experiment-eine-idee-fuer-die-konferenz-zur-zukunft-europas-einreichen/]: Die Konferenz zur Zukunft Europa [https://futureu.europa.eu/?locale=de]. Diese tagt noch bis Mai und alle BürgerInnen der EU können sich online einbringen und beteiligen. Ein Zusammenschluss verschiedener proeuropäischer Initiativen hat den Vorschlag zur Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips auf der Plattform [https://futureu.europa.eu/processes/Democracy/f/6/proposals/218165] eingebracht. Es braucht nur ungefähr 800 Stimmen, um die meist unterstützte Idee auf der Plattform zu werden. Damit kann man relativ sicher davon ausgehen, dass die Idee als meist-votiertes Ergebnis dem Vorstand und den Delegierten der Zukunftskonferenz vorgestellt wird und dieses in den offiziellen Abschlussbericht aufgenommen werden muss. Somit wäre das erste Ziel bereits erreicht: Die Abschaffung des Blockadeprivilegs ist auf der Agenda und wird verhandelt. Unterstützt die Idee, das Einstimmigkeitsprinzip abzuschaffen, auf der Plattform [https://futureu.europa.eu/processes/Democracy/f/6/proposals/218165?toggle_translations=true] der Konferenz zur Zukunft Europas!

31. jan. 202231 min
episode 2021 ist besser als sein Ruf! (4 Entwicklungen) cover

2021 ist besser als sein Ruf! (4 Entwicklungen)

Das Jahr hat Vieles zum Positiven verändert.Wenn ihr an das Jahr 2021 denkt, dann fallen euch bestimmt die Corona-Pandemie, die Hochwasser-Katastrophe und das Chaos in Afghanistan ein. Das sind nur drei Beispiele von vielen Ereignisse, die uns von Y Politik ziemlich zermürbt haben. Deswegen haben wir uns auf die Suche nach positiven Nachrichten aus 2021 gemacht – und sind fündig geworden. In Folge 68 stellen wir euch vier Entwicklungen vor, die Vieles zum Besseren verändern können. TAXMENOW FORDERT HÖHERE BESTEUERUNG VON REICHEN 2021 haben einige sehr reiche Menschen in Deutschland und Österreich einen offenen Brief veröffentlicht, in dem sie fordern, endlich stärker besteuert zu werde. Auch während der Bundestagswahl in diesem Jahr haben sie sich dafür bei der neuen Regierung eingesetzt. Auf der Seite der Initiative taxmenow [https://www.taxmenow.eu/] kann man die Argumente und Forderungen der 52 vermögenden Menschen nachlesen sowie die vollen Namen von 24 der Beteiligten. TaxMeNow will unter anderem die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer, eine strengere Erbschafts- und Schenkungssteuer sowie ein striktes Vorgehen gegen Steuerhinterziehung. Wenn ihr das unterstützen wollt, unterschreibt die Petition [https://www.change.org/p/bundesregierung-million%C3%A4r-innen-fordern-h%C3%B6here-besteuerung-von-millionenverm%C3%B6gen?utm_content=cl_sharecopy_29344212_de-DE%3A3&recruiter=1210648265&utm_source=share_petition&utm_medium=copylink&utm_campaign=share_petition]. Ein weiteres Indiz dafür, dass sich gerade etwas verändert beim Thema Ungleichheit, ist ein Projekt, das ebenfalls Menschen mit viel Geld anspricht, die Gutes tun wollen. bcause [https://bcause.com/] will eine Plattform aufbauen mit dem Ziel, “dass es genau so viele Möglichkeiten gibt, mit Geld Gutes zu tun, wie damit eine Rendite zu erzielen”. MALARIA-IMPFUNG WIRD MILLIONEN VON KINDERN RETTEN Malaria ist eine Krankheit, die jedes Jahr sehr vielen Menschen das Leben kostet – in Europa kriegen wir das nur nicht so mit. Zum Vergleich: An Corona sind 2020 mindestens drei Millionen Menschen [https://www.who.int/data/stories/the-true-death-toll-of-covid-19-estimating-global-excess-mortality] gestorben und die ganze Welt hat das Virus bekämpft. Durch Malaria sterben in sieben Jahren genauso viele Menschen und davon sind fast zwei Drittel Kleinkinder. Nach über 30 Jahren in der Entwicklung gibt es nun einen Impfstoff gegen Malaria [https://www.swr.de/wissen/wie-gut-ist-der-malaria-impfstoff-100.html]: “RTS,S”, Handelsname “Mosquirix”, der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Kinder empfohlen wird. Auch wenn der Impfschutz nur bei ca. 30 Prozent liegt, können damit jedes Jahr Zehntausende gerettet werden. Der Vergleich Corona zu Malaria zeigt allerdings ein großes Problem auf: Forschungsgelder in der Medizin fließen vor allem in die Bekämpfung von Krankheiten in reichen Ländern [https://www.natureindex.com/news-blog/drug-research-priorities-at-odds-with-global-disease-toll], wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Parasiten- und Infektionskrankheiten wurden lange deutlich weniger erforscht, weil davon eher arme Länder betroffen sind. So wurden 2020 mehr als 14 Milliarden Euro in die Corona-Forschung gesteckt. Gegen Malaria hingegen wurden 2016 beispielsweise weniger als 4 Milliarden [http://www.healthdata.org/news-release/global-malaria-spending-2-billion-short-who-target-stifling-progress-toward-eliminating] investiert. Auch wenn der Coronavirus viel Leid gebracht hat, hatte seine Bekämpfung positive Nebenwirkungen. Die Pharmafirma Biontech hat angekündigt, dass mit der gegen Corona eingesetzten mRNA-Technologie ein Malaria-Impfstoff entwickelt wird, der eine hohe Wirksamkeit haben könnte. Erste Studien sollen bereits 2022 starten. ENDLICH: DEUTSCHE AGENTUR FÜR TRANSFER UND INNOVATION! In den Y Politik-Folgen [https://ypolitik.de/podcast-folgen/] haben wir schon oft von privaten Organisationen und Projekten erzählt, die politische Innovationen fördern: JoinPolitics [https://www.joinpolitics.org/] vergibt Startkapital an politische Talente, BrandNewBundestag [https://brandnewbundestag.de/unsere-forderungen/]fördert eine neue Generation von PolitikerInnen, ProjectTogether gestaltet politische Innovationsprozesse [https://www.joinpolitics.org/] wie WirVsVirus und UpdateDeutschland. Die gute Nachricht 2021 ist, dass diese Initiativen aus der Zivilgesellschaft endlich Teil des Regierens werden. Zumindest kann man das aus dem Ampel-Koalitionsvertrag [https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Koalitionsvertrag/Koalitionsvertrag_2021-2025.pdf] herauslesen. Dort steht, dass eine “Deutsche Agentur für Transfer und Innovation (DATI)” gegründet werden soll, um soziale und technologische Innovationen zu fördern. Es geht der neuen Regierung darum, einen “erfolgreichen Aufbruch in ein Innovationsjahrzehnt”, “Innovationskraft in den Regionen” und “überregionale Innovationsökosysteme” zu stärken. Wenn das gut umgesetzt wird, kann die Politik zum Förderer und Treiber politischer Innovationen werden. DAS SPACE RACE DER MILLIARDÄRE IST GUT FÜR UNS ALLE 2021 hat ein neuer Wettlauf ins Weltall seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden. Nicht wie im Kalten Krieg zwischen zwei Staaten, sondern zwischen drei Milliardärs: Elon Musk von Tesla bzw. Space X gegen Richard Branson von Virgin gegen Jeff Bezos von Amazon. Dabei ist Elon Musks Ziel den Mars zu besiedeln und dafür wiederverwertbare Raketen zu entwickeln. Richard Branson und Jeff Bezos setzen auf Weltraumtourismus, sodass reiche Menschen mit ihrem extravaganten Tourismus die weitere Entwicklung und Forschung finanzieren würden, um z.B. umweltschädliche Industriezweige in den Weltraum zu verlegen. Es gibt mindestens zwei Gründe, warum nicht nur reiche Männer, sondern die gesamte Menschheit davon profitieren könnte: Erstens wäre eine Mars-Besiedelung eine Inspirationsquelle, ein gemeinsam erlebtes, positives Jahrhundert-Ereignis, eine Erfahrung, die uns als Menschheit zusammenschweißt und wieder daran glauben lässt, dass scheinbar Unmögliches möglich ist. Ähnlich wie die Mondlandung, die 1969 etwa 650 Millionen Menschen gesehen [https://www.wired.com/story/world-watched-apollo-11-moon-photos/] haben. Zweitens ermöglicht das Wettrennen ins Weltall Technologie-Fortschritte in einem enormen Tempo. Schon von der Apollo-Mission haben viele “NormalbürgerInnen” profitiert. Beispielsweise wurden für sie wiederaufladbare Batterien [https://www.wissenschaft.de/astronomie-physik/was-haben-uns-die-apollo-missionen-gebracht/] entwickelt, die heute in Hörgeräten verbaut sind. Auch im Bereich der Biotechnologie [https://www.zymergen.com/blog/company/billionaire-space-race-biology/] wird dadurch Neues möglich sein. 2026 soll die erste bemannte Mission zum Mars starten. Vielleicht blicken wir dann auf 2021 zurück und sagen: das Jahr war der Durchbruch! ZUGABE: VIER TIPPS, UM DURCH DEN WINTER 2021 ZU KOMMEN * (Wenn die Pandemie es wieder zulässt:) Ins Kino gehen. Empfehlung: Dune [https://de.wikipedia.org/wiki/Dune_(2021)] (Vincent war gleich zwei Mal im Kino). * Eine Tageslichtlampe, die euch durch den Winter bringt (z.B. Philips macht gute Lampen, Beurer bietet Preis/Leistung). * Ein Hund, der euch auf Trapp hält. So wie Vincents Hund Yuki, dem ihr natürlich auf Instagram [https://www.instagram.com/samoyede.yuki] folgen könnt. Aber Vorsicht: Hundeerziehung = viel viel Arbeit. * Puzzlen und bei Bedarf nach neuen Motiven Puzzles tauschen.

6. des. 202151 min
episode Gute Podcasts und YouTuber! (Sonderfolge) cover

Gute Podcasts und YouTuber! (Sonderfolge)

7 Formate, die euch informieren, aufrütteln und unterhalten * Kevin Kühnert und die SPD [https://www.ardmediathek.de/sendung/kevin-kuehnert-und-die-spd/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS80NzI4/1/] * Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen [https://www.ardaudiothek.de/sendung/cui-bono-wtf-happened-to-ken-jebsen/89991466/] * Wirecard: 1,9 Milliarden Lügen [https://www.sueddeutsche.de/multimedia/podcast-wirecard-sz-spotify-1.5265298] * STRG F [https://www.youtube.com/c/STRGF/videos] * Quarks Science Cops [https://www.quarks.de/science-cops/] * Kurzgesagt [https://www.youtube.com/channel/UCwRH985XgMYXQ6NxXDo8npw] * Wer nicht fragt, stirbt dumm [https://www.youtube.com/playlist?list=PLlQWnS27jXh9qyYAGcB23Fe0s5UvslNNK] Statt einer regulären Podcast-Folge gibt es dieses Mal sieben Empfehlungen von (Politik-)Podcasts und YouTube-Formaten von Vincent. Das Ganze als guter Mix zwischen nah dran und großer Blick sowie ernst und unterhaltsam. “KEVIN KÜHNERT UND DIE SPD” Drei Jahre lang hat ein ARD-Filmteam SPD-Politiker Kevin Kühnert begleitet. Nichts des Gezeigten ist wirklich spektakulär – ok, bis vielleicht auf eine Szene – aber die Gesamtschau ist es allemal. So nah dran lassen Politikerinnen und Politiker normalerweise niemanden mit einer Kamera. Meine Freundin ist Politikerin und ich hätte ihr von so einer Aktion auf jeden Fall abgeraten. Die Dokumentation hat sechs Folgen und ist insgesamt circa drei Stunden lang. Mein Fazit: nirgendwo sonst seht ihr so anschaulich, was es bedeutet, Politiker zu sein. "Kevin Kühnert und die SPD [https://www.ardmediathek.de/sendung/kevin-kuehnert-und-die-spd/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS80NzI4/1/]" findet ihr in der ARD-Mediathek [https://www.ardmediathek.de/sendung/kevin-kuehnert-und-die-spd/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS80NzI4/1/]. “CUI BONO: WTF HAPPENED TO KEN JEBSEN” Meine zweite Empfehlung beschäftigt sich ebenfalls mit einer Person: Der Podcast “Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen [https://www.ardaudiothek.de/sendung/cui-bono-wtf-happened-to-ken-jebsen/89991466/]” versucht herauszufinden, wie Ken Jebsen von einem gefeierten Berliner Radiomoderator zum Sprachrohr für Schwurbler und Verschwörungserzählern wurde. Ich habe als Schüler selbst sehr gerne Ken Jebsen bei Radio Fritz gehört, weil seine Show anders war, als alles, was ich sonst kannte. Nun seinen Niedergang nachzuvollziehen zu können, das war ein krasser Ritt. Der Podcast ist mit das Beste, was in Deutschland je in Sachen Podcast produziert wurde. Und er betrachtet Ken Jebsen als ein Teil, das für eine größere Entwicklung steht. Es geht also nicht nur um seine Person. Cui Bono findet ihr in der ARD-Audiothek [https://www.ardaudiothek.de/sendung/cui-bono-wtf-happened-to-ken-jebsen/89991466/] und überall wo es Podcasts gibt. “WIRECARD: 1,9 MILLIARDEN LÜGEN” Ebenfalls extrem gut erzählt ist der Podcast “Wirecard: 1,9 Milliarden Lügen [https://www.sueddeutsche.de/multimedia/podcast-wirecard-sz-spotify-1.5265298]”. Ich hatte mich bis zum Hören des Podcasts vor dem Thema Wirecard gedrückt. Finanzkram klingt immer so dröge. Aber diese – wahre – Geschichte ist ein richtiger Thriller. Sogar Geheimdienste kommen vor. Ich wette nen Zehner, dass die Geschichte eines Tages auch verfilmt werden wird. Bis dahin, hört den Podcast! “Wirecard 1,9 Milliarden Lügen” findet ihr nur auf Spotify [https://open.spotify.com/show/5JYitG4bOM3sVmAQRdX1Na]. "STR F" Letzter Tipp zu politischen Themen: “Steuerung F [https://www.youtube.com/c/STRGF/videos]”, geschrieben “STRG F”, ist ein YouTube-Kanal von einem Investigativ-Team des Norddeutschen Rundfunks. Die Journalistinnen und Journalisten schauen sich so ziemlich jedes Thema an, bei dem etwas schief läuft: * Stalking [https://www.youtube.com/watch?v=Tv3ENkR5kxA] * Pornoplattformen ohne Kontrolle [https://www.youtube.com/watch?v=eN1wrpSEsos] * Betrug [https://www.youtube.com/watch?v=FHaHkjml77A] * Ausbeutung von Essenskurieren [https://www.youtube.com/watch?v=tEK-A2XWs9E] * Schrottprodukte aus Facebook-Werbung [https://www.youtube.com/watch?v=6E0jwYRwrD4] Ihr hört es: sehr breite Themen in meistens etwa 20- bis 30-minütigen Videos. Schau ich immer beim Mittagessen, wenn ich niemanden zum Quatschen habe. Steuerung F findet ihr auf YouTube [https://www.youtube.com/c/STRGF/videos]. “DIE QUARKS SCIENCE COPS” Empfehlung fünf geht Richtung Wissenschaft: “Die Quarks Science Cops” verhaften wissenschaftlichen Unfug. Das bedeutet: sie stellen eine Behauptung vor, die jemand aufgestellt hat, untersuchen die Fakten und buchten Lügner ein – natürlich im übertragenden Sinne. Ich habe schon eine Menge gelernt, z.B. warum Atomkraft eigentlich doch eine gute Idee sein könnte, wie es Bill Gates behauptet, am Ende aber eben doch nicht ist. Oder warum Verschwörungen rund um den 11. September einfach falsch sind. Die Quarks Science Cops findet ihr in der ARD-Audiothek [https://www.quarks.de/science-cops/] und überall, wo es Podcasts gibt. “KURZGESAGT – DINGE ERKLÄRT” Empfehlung 6 ist meine Perle: “Kurzgesagt – Dinge erklärt [https://www.youtube.com/channel/UCwRH985XgMYXQ6NxXDo8npw]” ist ein YouTube-Kanal. Und es ist der Grund, warum ich immer wieder große Augen kriege – und ja, auch schon mal ein Tränchen vergossen habe. Kurzgesagt veröffentlicht animierte Videos mit süßen Vögeln zu naturwissenschaftlichen Phänomenen, den existentiellen Fragen des Menschseins – und manchmal auch weirden Ideen. Als Beispiel drei Folgentitel zu jeweils einer dieser Kategorien: * Gentechnik in unserem Essen – Grund zur Panik? [https://www.youtube.com/watch?v=DE11uy4spho] * Was machst du mit deinem Leben? [https://www.youtube.com/watch?v=w9J6D4r30HY&t=66s] * Wir sprengen einen Elefanten [https://www.youtube.com/watch?v=E1K-4Z4tVKo] Ich lieb’s. Kurzgesagt findet ihr auf YouTube [https://www.youtube.com/channel/UCwRH985XgMYXQ6NxXDo8npw]. “WER NICHT FRAGT, STIRBT DUMM” Letzte Empfehlung, und jetzt wird es noch weirder: “Wer nicht fragt, stirbt dumm [https://www.arte.tv/de/videos/RC-014384/wer-nicht-fragt-stirbt-dumm/]”. Die YouTube-Serie stellt sehr … interessante Fragen – und beantwortet sie in nur 3 Minuten. Das Ganze ist gut recherchiert, und völlig überdreht erzählt im Comic-Stil. Das ist diese Art von Humor, die in den USA niemals ein öffentlicher Sender produzieren könnte. Ja, die Serie ist französisch (mit deutscher Übersetzung) und ja, sie ist manchmal sehr anzüglich. Beispiel-Folgen: * Warum tut ein Tritt in die Hoden so weh? [https://www.arte.tv/de/videos/067093-028-A/wer-nicht-fragt-stirbt-dumm/] * Das Mysterium der Klitoris [https://www.arte.tv/de/videos/087419-016-A/wer-nicht-fragt-stirbt-dumm/] * Wie gefährlich sind öffentliche Toiletten? [https://www.youtube.com/watch?v=oA68ONVew1U] Ihr seht, wohin die Reise geht. “Wer nicht fragt, bleibt dumm” findet ihr auf Arte.tv [https://www.arte.tv/de/videos/RC-014384/wer-nicht-fragt-stirbt-dumm/] und auf YouTube [https://www.youtube.com/playlist?list=PLlQWnS27jXh9qyYAGcB23Fe0s5UvslNNK].

8. nov. 20216 min
episode Einmal Partei in neu, bitte! cover

Einmal Partei in neu, bitte!

Hanno Burmester und Rebekka Müller servieren uns die Partei der Zukunft – und sie schmeckt.Wie wir in unserer Demokratie Macht organisieren, hat sich seit Kaisers Zeiten kaum gewandelt: Parteien waren und sind der Ort der Willensbildung. Dabei haben sich die Strukturen und Arbeitsweisen großer Parteien in den letzten hundert Jahren nicht groß verändert. Mit zwei Gästen besprechen wir, wie eine Partei im Jahr 2021 aufgebaut sein sollte: Der Theoretiker: Hanno Burmester [http://hannoburmester.com]. Hanno ist als Organisationsberater Experte für die Transformation von Mensch, Organisation und Gesellschaft. Mit Clemens Holtmann zusammen hat er dieses Jahr ein Buch veröffentlicht: “Liebeserklärung an eine Partei, die es nicht gibt. Warum wir Politik radikal neu denken müssen [https://www.buch7.de/produkt/liebeserklaerung-an-eine-partei-die-es-nicht-gibt-hanno-burmester-holt/1040604190?ean=9783869951072]”. Die Praktikerin: Rebekka Müller [https://www.voltdeutschland.org/btw/kandidierende/rebekka-mueller]. Rebekka war bei der Bundestagswahl 2021 die Spitzenkandidatin der jungen Partei Volt [https://de.wikipedia.org/wiki/Volt_Deutschland]. Nach einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium und Erfahrungen in der Unternehmensberatung und in Start-ups hat sie sich mit 32 Jahren voll und ganz der Politik verschrieben. DIE BUNDESTAGSWAHL 2021 UND DAS PROBLEM MIT BESTEHENDEN PARTEIEN Die Bundestagswahl ist nur wenige Wochen her. Natürlich mussten wir Hanno Burmester und Rebekka Müller in der Podcast-Folge fragen, wie sie auf das Wahlergebnis [https://www.bundeswahlleiter.de/bundestagswahlen/2021/ergebnisse/bund-99.html] schauen und was es für sie bedeutet. Insgesamt haben 8,6 Prozent aller Menschen, die gewählt haben, sich für eine kleine Partei entschieden, die nicht in den Bundestag eingezogen ist (Sonstiges). Die neue paneuropäische Partei Volt hat insgesamt 0,4 Prozent der Zweitstimmen für sich gewinnen können. Keine neue Partei hat es in den Bundestag geschafft. Auch das Ergebnis von Volt liegt unter den Erwartungen der Partei. Sie waren mit neuen Parteistrukturen, Mitmach-Möglichkeiten und einem europäischen Ansatz in den Wahlkampf gezogen. Auch wenn Volt seine Ziele verfehlt hat, ist der Bedarf an neuer Politik groß. Probleme, die Hanno und Rebekka in den Strukturen der traditionellen Parteien sehen, sind u.a. die Problemorientierung, der Fokus auf Missionierung statt Dialog, die analoge Arbeitsweise, hierarchische Strukturen, die Distanz zu nicht engagierten Menschen und eine Begrenzung auf den nationalen Raum. WIE MUSS DIE PARTEI DER ZUKUNFT AUSSEHEN? Mit Hanno und Rebekka haben wir die Partei der Zukunft durchgesprochen. Was sind die Erfolgsfaktoren und wichtigen Hebel, um zukunftsfähig aufgestellt zu sein und was gibt es bereits in der Praxis? Wie kann man die theoretischen Erkenntnisse in tatsächliche Parteiarbeit übersetzen? Wir besprechen das an zwei konkreten Szenarien der Partei der Zukunft: 1. MitgliederWelche Rollen spielen Mitglieder in der neuen Partei? Wie wird man Mitglied? Wie funktioniert der Einstieg? Wie kann ich mich als Mitglied einbringen? Was und wie kann ich mitentscheiden? 2. Führung und MachtWie kommt man an Macht in der Partei? Wie sind Führungsstrukturen und Hierarchien organisiert? Wie verhindert man Ego-Trips von Einzelnen? Und was bedeutet es, wenn FunktionärInnen sich als “Organizer” verstehen sollen? Antworten darauf hört ihr von Rebekka Müller und Hanno Burmester in der Folge.

18. okt. 202153 min