ÄrzteTag
Die Apothekenreform hat starke Proteste bei Ärzteverbänden ausgelöst, weil Pharmazeutinnen und Pharmazeuten damit verstärkt in ärztliches Terrain vordringen: Sie dürfen in Zukunft Patientinnen und Patienten Blut abnehmen, Labor-Schnelltests, zum Beispiel auf bestimmte Viren machen, und sogar eigenverantwortlich rezeptpflichtige Medikamente abgeben. Außerdem dürfen Apotheken ab Juli gegen ein Honorar von 30 Euro auch Videosprechstunden für Patienten vermitteln, die allein vielleicht nicht dazu in der Lage sind. Dr. Christian Schulze, Hausarzt in einer Gemeinschaftspraxis Winterburg im Hunsrück, nimmt im „ÄrzteTag“-Podcast Stellung dazu, wie sich das Verhältnis zu den Apothekern infolge der Reform entwickeln könnte. Im Gespräch begründet er, warum er die Fokussierung auf die Laborwerte im Vergleich zur umfassenden hausärztlichen Anamnese für den falschen Ansatz hält. In der Umgebung von Winterburg hätten sich die Apotheker allerdings bislang noch nicht mit den bereits möglichen Impfungen, zum Beispiel gegen Influenza, hervorgetan. Wie sie jetzt auf die neuen Möglichkeiten reagieren, sei bislang noch schwer vorauszusagen. Ähnlich verhält es sich nach seiner Einschätzung mit der Vermittlung von Videosprechstunden durch Apotheken. Schulze erläutert im Podcast, welche Hürden überwunden werden müssen, um eine Online-Sprechstunde mit Apotheke und Patient zu vereinbaren – und was er von dem Honorar in Höhe von 30 Euro allein für die Vermittlung hält. (Länge: 29:20 Minuten)
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