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About SWR2 Kultur Aktuell
Welche Bücher sind neu, was läuft im Kino, wie sieht die Festivalsaison aus und worüber diskutieren Kulturwelt und Kulturpolitik? Im Podcast SWR Kultur Aktuell widmen wir uns täglich den Nachrichten, mit Hintergründen, Gesprächen, Kritiken und Tipps. Damit Sie nichts Wichtiges mehr verpassen! Zur Sendung in der ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/swr2-kultur-aktuell/12779998/
„Die hermetische Garage“ von Moebius – Klassiker des Science-Fiction-Comics
Der französische Comicmeister Jean Giraud ist unter seinem Pseudonym Moebius bekannt geworden. Mit Comicserien wie „Der Incal“ oder „Die Sternenwanderer“ hat er das gesamte Science-Fiction-Genre, nicht nur im Comic, sondern auch im Kino beeinflusst. Seine Serie „Die hermetische Garage“ ist ein verspielt-verrückter Comic-Ritt, ganz im psychedelischen Geist der 1970er-Jahre. Auch hier zeigt sich, wie genial die Zeichnungen von Moebius sind, wenn sie den fantastischen Raum zwischen den Figuren so bedeutsam machen wie die Figuren selbst und uns in Welten hinziehen, die surrealer nicht sein könnten. Eine Story aus dem Zyklus „Die hermetische Garage“ ist erst in den 2000er-Jahren erschienen. Zum ersten Mal kann man sie nun auf Deutsch lesen.
ARD-Faktenfinder Pascal Siggelkow: Faktencheck gleicht oft einem „Katz-und-Maus-Spiel“
IN KRISENZEITEN IST DIE HERAUSFORDERUNG BEIM FAKTENCHECK GROSS Pascal Siggelkow, Leiter des ARD-Faktenfinders, beschreibt die Arbeit seines Teams im Interview bei SWR Kultur am Morgen als ein „Katz-und-Maus-Spiel“. Besonders in aktuellen Krisen- und Breaking-News-Lagen – etwa derzeit im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran – sei die Herausforderung groß. Häufig könnten nur wenige Journalistinnen und Journalisten direkt vor Ort berichten. Stattdessen verbreiten sich Bilder und Videos rasch über soziale Netzwerke. Siggelkow erklärt: „Viele Inhalte, die dort kursieren, stammen in Wirklichkeit aus anderen Kontexten, etwa aus Syrien oder dem Gaza-Krieg.“ Die Aufgabe der Faktenchecker bestehe darin, verlässliche von irreführenden Informationen zu trennen und einen Überblick über die tatsächliche Lage zu schaffen. KI ALS BESONDERE HERAUSFORDERUNG Eine zunehmende Schwierigkeit stellt der starke Anstieg KI-generierter Inhalte dar. „Wir sehen, dass viele Inhalte in sozialen Netzwerken in Wahrheit künstlich erzeugt sind, ohne dass dies klar gekennzeichnet ist“, so Siggelkow. Zwar teste das Team bereits Programme zur schnelleren Erkennung solcher Inhalte, doch diese Technologien befänden sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium. SENSIBILITÄT FÜR DESINFORMATION STÄRKEN Angesichts der enormen Datenmenge im Netz ist eine vollständige Überprüfung aller Inhalte nicht möglich. Das Team könne daher nur einen Teil der kursierenden Falschinformationen aufdecken. Umso wichtiger sei es, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und aufzuklären. Siggelkow betont: „Es ist entscheidend, dass Nutzerinnen und Nutzer selbst aktiv werden, sich informieren und sich der Existenz von Desinformation bewusst sind. Gerade in sozialen Netzwerken sollte man Inhalte stets kritisch hinterfragen.“
Erfolgreicher Bigbandsound - Groove Inclusion für den Deutschen Jazzpreis nominiert
Behinderte und nichtbehinderte Musiker und Musikerinnen swingen und grooven gemeinsam in der Formation Groove Inclusion. Seit 2014 spielt die Bigband der Volkshochschule Unteres Remstal mit großem Erfolg. Wie dabei Inklusion erfolgreich gelingen kann, das zeigt diese Band. Für ihre Leistung ist sie nun zum zweiten Mal für den Deutschen Jazzpreis 2026 in der Kategorie Musikvermittlung und Teilhabe nominiert. Groove Inclusion ist am 5. April im Rahmen der Theaterhaus Jazztage in Stuttgart zu erleben. [https://www.theaterhaus.com/de/programm-tickets/groove-inclusion/1195] Der Deutsche Jazzpreis wird am 25. April 2026 in Bremen verliehen.
Dichten mit Künstlicher Intelligenz - die amerikanische Künstlerin Sasha Stiles präsentiert „A Living Poem“
Die amerikanische Lyrikerin und Sprachkünstlerin Sasha Stiles schreibt ihre Texte gemeinsam mit Künstlicher Intelligenz und erforscht, wie sich Sprache dadurch verändert. In ihrer Kunstinstallation „A Living Poem“ wird ein Gedicht von der KI ständig weitergeschrieben und verändert. Zu erleben ist das sowohl visuell auf einer riesigen LED-Wand als auch akustisch durch ihre KI-trainierte Stimme. Bis vor kurzem war die Kunstinstallation noch im New Yorker MoMA (Museum of Modern Art) zu sehen, jetzt kann man sie im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe erleben.
Wenn Kunst auf Religion trifft: „Unglaublich“ - die neue Ausstellung in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen
DAS NÄCHSTE PARADIES WARTET SCHON IN DER FUSSGÄNGERZONE Das viel beschworene Paradies ist eigentlich gar nicht so weit weg. Manchmal liegt es gleich in der nächsten Fußgängerzone: Das Geschenkeparadies zum Beispiel oder auch die Paradies-Apotheke. In der Installation aus 350 Fotos des Künstlers Miguel Rothschild, einem einzigen großen Wimmelbild, gibt es auch ein Kinderparadies, ein Kegelparadies, ein Boulettenparadies oder ein Schnorchelparadies. Sieben Jahre lang hat Rothschild sich auf der ganzen Welt auf die Suche nach dem Paradies gemacht und ist an vielen Orten fündig geworden. Doch seine Entdeckungen sind eher ernüchternd. EIN BEGRIFF WIRD VÖLLIG BANALISIERT „Interessant ist, dass die meisten dieser Läden gar nicht idyllisch aussehen, sondern eher ein bisschen heruntergekommen“, sagt Isabell Schenk-Weininger, die Leiterin der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen. „Dieses Versprechen wird wahrscheinlich auch im Innern der Läden nicht eingelöst. Es ist eine ganz schöne Alltagsuntersuchung, wie ein Begriff völlig banalisiert wird und doch noch diesen Kern in sich trägt – dieses Versprechen eines Schlaraffenlandes.“ PARTYTIME IN DER GOTISCHEN KIRCHE Wie herrlich Sakrales und Banales zusammengehen, zeigt noch eine weitere Arbeit des Künstlers, der dafür die bekannten bunten Fenster gotischer Kirchen fotografiert hat. Das farbenfrohe Lichtspiel der göttlichen Offenbarung ließ die Gläubigen früher vor Andacht in die Knie gehen. Miguel Rothschild hat seine prächtigen Aufnahmen durchlöchert. Jetzt wirbelt das bunte Konfetti wie in einer Schneekugel durch den Bilderrahmen. Partytime in den heiligen Hallen – ein absoluter Hingucker. ZWEI SEITEN EINER MADONNA Ebenso wie die etwas andere Madonna der Berliner Künstlerin Nadine Rennert. Sie ist sehr in sich gekehrt, hat den Blick gesenkt. Das wird kontrastiert von einer Fratze, die in den Oberkörper der Frau eingelassen ist – mit weit aufgerissenem Mund, herausgestreckter Zunge und aufgerissenen Augen, beschreibt Isabell Schenk-Weininger das Kunstwerk. „Man kann da natürlich sehr viel hineindeuten, ob sich das auch in ihrem Inneren befindet. Also, es ist schon ein Teil von ihr auch dieser Dämon, der uns hier entgegenblickt.“ An Kontrasten mangelt es wirklich nicht in dieser sehr sehenswerten Ausstellung, die auch so manches schwierige Thema leichtfüßig transportiert. WEISSE SILHOUETTEN FÜR RAUBKUNSTOBJEKTE, DIE IN BENIN UND NIGERIA FEHLEN Die aus Brasilien stammende Künstlerin Ana Hupe zum Beispiel hat – wie auf einer Wäscheleine – eine Reihe Stoffbahnen aufgehängt, gefärbt in Indigo-Blau, einem Farbstoff, der tief im kulturellen Erbe Benins und Nigerias verwurzelt ist. Darauf gebatikt sind die weißen Silhouetten verschiedenster sakraler Gegenstände: ein spiritueller Altar-Kopf aus Benin, eine Axt aus Nigeria für bestimmte Zeremonien. Raubkunst, die heute in Berliner und Dresdner Museen steht – eine Fehlstelle in den Herkunftsländern, die die bleichen Umrisse der Objekte auf den blauen Fahnen symbolisieren. SAKRALE KUNST IM MUSEUM HABEN IHRE FUNKTION EINGEBÜSST Aber apropos Museum: Da sind noch Skulpturen und Gemälde von Jesus auf dem Palmesel, von der Heiligen Kümmernis – einer Heiligen, die gekreuzigt wurde – oder von Maria. „Es sind alles Objekte, die im christlichen Zusammenhang eigentlich für Kirchen oder für Prozessionen entstanden und hier ihrem Kontext beraubt sind“, erläutert Isabell Schenk-Weininger. „Sie sind jetzt im Museum, werden betrachtet wie andere Kunst auch und haben ihre Funktion eingebüßt.“ Galerieleiterin Isabell Schenk-Weininger deutet auf eine Serie mit Zeichnungen von Matthias Beckmann. Seine Bilder zeigen einen Ausschnitt aus verschiedenen Museumsräumen, wobei der Berliner Künstler besonderen Wert auf die Details gelegt hat: auf das Schild „Notausgang“ neben den Heiligenfiguren oder auf die Besucher, die sich vor der Madonna drängeln. Religion trifft auf gelebte Realität. „Unglaublich“ – die neue Ausstellung hält, was sie verspricht.
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