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Wie führt man einen öffentlich-rechtlichen Sender, wie den SWR, in die Zukunft, Ulla Fiebig? - Folge 278

43 min · 5. aug. 2026
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Beskrivelse

Ulla Fiebig ist Landessenderdirektorin Rheinland-Pfalz und stellvertretende Intendantin des SWR. Kaum ist die eine Transformation angestoßen, steht der nächste Change vor der Tür. Ulla Fiebig, Landessenderdirektorin Rheinland-Pfalz und stellvertretende Intendantin des SWR, beschreibt im Gespräch mit Podcast-Host Oliver Kemmann einen Zustand, den viele Organisationen kennen und wenige so offen aussprechen: Transformation ist das New Normal! Ulla hat die Transformation ihres Hauses zweimal aus unterschiedlichen Positionen erlebt. Von 2014 bis 2016 leitete sie die strategische Unternehmensentwicklung des SWR. Damals ging es darum, Redaktionen von Fernsehen, Hörfunk und Online auf Themenfelder umzustellen, damit jedes Feld alle Ausspielwege bedienen kann. Heute steht sie in einem Umbau, der anders funktioniert. Verschlankung, weniger Doppelstrukturen, Effizienz. Ihre eigene Direktion gehört dazu, denn die Landessenderdirektion in der bisherigen Form läuft Ende des Jahres aus. Sie sagt trotzdem klar, dass sie den Kurs richtig findet und dass ein Haus dieser Größe die Frage aushalten kann, ob wirklich alles weiterlaufen muss, was früher gelaufen ist. Was den Prozess verschärft, kommt von außen. Die von der KEF empfohlene Beitragsanpassung blieb aus, der Kostendruck steigt, gleichzeitig läuft die Transformation ins Digitale weiter, ohne dass das Lineare wegfällt. Dazu kommt eine gesellschaftliche Lage, in der Medien und Justiz zuerst angegriffen werden. Ulla beschreibt, wie das in den Alltag der Kolleginnen und Kollegen hineinreicht, und warum es aus ihrer Sicht nicht hilft, sich darüber zu beklagen. Ihre Haltung ist die eines gestaltenden Zugriffs, auch wenn Unsicherheit dabei zum Dauerbegleiter wird. Ihr Weg dorthin führte über einen echten Seitenwechsel. Volontariat mit 18 beim Privatradio, Jurastudium in Heidelberg, 1999 Einstieg beim SWR in Mainz, ARD-Vorsitz in Stuttgart unter Peter Boudgoust, drei Jahre Hauptstadtstudio Berlin, dann 2018 die Leitung des Pressereferats im Bundesfamilienministerium. Von dort aus sah sie, welche Wirkung journalistische Arbeit entfaltet, und formuliert im Gespräch eine deutliche Kritik an ihrem eigenen Berufsstand, zu dem sie sich weiterhin zählt. Zum Schluss der Blick fünf Jahre nach vorn. Ulla rechnet mit stärkerer Personalisierung im Radio, mit dem Livestream als Ort des gemeinsamen Erlebens und mit einer Rückbesinnung aufs Persönliche. Ihre These zur KI dreht die gängige Erzählung um: je gleichförmiger die synthetische Ästhetik wird, desto wertvoller wird alles, was sich davon abhebt. Und sie benennt das Dilemma zielgruppengenauer Angebote, die Bubbles verstärken, während der Wunsch nach echter Begegnung wächst. Über Rocketfuel Rocketfuel ist der Podcast von Oliver Kemmann über Transformation, Change und alles, was Organisationen in Bewegung bringt. Am 28. Oktober findet die Zukunftskonferenz Spacewalk Talks am in.betrieb Campus in Nieder-Olm statt, Tickets gibt es unter https://www.spacewalktalks.de [https://www.spacewalktalks.de]. Wenn dir diese Episode gefallen hat, teile sie gerne mit Menschen, die etwas davon haben. Links Ulla Fiebig auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ulla-fiebig-00289a9b/ [https://www.linkedin.com/in/ulla-fiebig-00289a9b/] SWR: https://www.swr.de [https://www.swr.de]

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Billede af episoden "Wie transformieren wir den Jugendfußball in Deutschland, Sako?" - Folge 282

"Wie transformieren wir den Jugendfußball in Deutschland, Sako?" - Folge 282

Sabahuddin „Sako" Mislimi ist Mitgründer von advance.football und Host des Jugendfußball-Podcasts Spieltrieb. Der durchschnittliche Mitgliedsbeitrag in einem deutschen Fußballverein liegt bei neun bis zehn Euro im Monat. Zweimal Training die Woche, dazu die Spieltage, macht ungefähr dreißig Cent pro Stunde, in der ein Erwachsener sich um dein Kind kümmert. Sabahuddin Mislimi, genannt Sako, Mitgründer von advance.football, nennt das die günstigste Kinderabgabestation des Landes und beschreibt im Gespräch mit Podcast-Host Oliver Kemmann, was dieser Preis mit einem System anstellt, das komplett auf Ehrenamt gebaut ist: Es sind nach über 280 Folgen die ersten hier, in denen es um Fußball geht! Sakos eigener Weg dorthin beginnt mit einem Schnitzel. Mit vierzehn erzählt ihm ein zwei Jahre älterer Bekannter, dass es bei Trainersitzungen umsonst Essen und Getränke gibt, und so steht er kurz darauf als Hilfstrainer bei der F-Jugend des TSV Untermünkheim bei Schwäbisch Hall auf dem Platz. Mit fünfzehn trainiert er eine eigene Mannschaft und organisiert nebenbei, dass andere Eltern ihn zum Training mitnehmen, weil seine eigenen keine Lust haben, ihn um halb vier irgendwohin zu fahren. Mit achtzehn wird er Jugendleiter, ein Posten, den er selbst als Job für Sechzigjährige beschreibt. Mit siebzehn schreibt er vierzehn Bundesligisten an, zwei antworten, der VfB Stuttgart und die TSG Hoffenheim. Daraus werden sechs Jahre im Hoffenheimer Nachwuchs, ein Sportstudium mit Schwerpunkt Sportpsychologie und schließlich die Gründung von advance.football. Die Firma ist heute eine Videoplattform, die Sako selbst als Netflix für Kinder- und Jugendtrainer beschreibt. Sonntagmorgen um halb sieben liegt bei jedem angeschlossenen Trainer die fertig geplante Trainingswoche im Postfach, dazu ein Erklärvideo von fünf bis sechs Minuten. Rund 1600 Vereine sind registriert, vor wenigen Wochen wurde die Marke von 35.000 Trainerinnen und Trainern geknackt. Die Basisversion kostet nichts, die Plusvariante 150 Euro im Monat für den ganzen Verein, unabhängig davon, wie viele Trainer daran hängen. Wie das finanziert wurde, erzählt Sako ebenfalls: Family and Friends, am Ende aber nur Family, und da auch nur Eltern, dreihundert Euro im Monat, die über die Jahre auf zweihundert und dann auf hundert schrumpften. Profitabel war die Firma trotzdem ab Tag eins. Fachlich wird es an der Stelle spannend, an der Fußball aufhört, Fußball zu sein. Sako erzählt von Thomas Tuchels Rulebreaker-Vortrag, in dem dieser beschreibt, wie er bei Mainz 05 die Ecken des Trainingsfelds abschneiden ließ, damit seine Mannschaft gar nicht mehr die Linie entlang spielen kann. Kein Zuruf, keine Unterbrechung, einfach ein anderer Rahmen. Implizites Lernen nennt man das, und wer schon einmal zwei Wochen in Frankreich Brötchen holen musste, weiß, wie gut es funktioniert. Genau solche Prinzipien sind der Grund, warum die Basketballer der Veolia Towers Hamburg irgendwann auf Sako zukamen und ihm sagten, sein Podcast sei der beste Basketball-Podcast überhaupt, obwohl darin nie über Basketball gesprochen wird. Inzwischen gibt es ein gemeinsames Videoprojekt. Zum Schluss der Blick nach vorn, und der beginnt unbequem. Die Gesellschaft hat sich in zwanzig Jahren komplett verändert, beide Eltern arbeiten, der Ganztag kommt, die Konkurrenz heißt Konsole und Smartphone. Die Vereine haben in derselben Zeit nichts verändert, die E-Jugend trainiert dienstags und donnerstags wie eh und je. Sakos positive Antwort darauf ist konkret: FIFA-Turniere im Vereinsheim, zwei engagierte Spieler für hundert Euro im Monat als Turnierbeauftragte, und vor allem der Anschluss an die Schulen, damit Vereine die Betreuungslücke am Nachmittag schließen statt sie zu vergrößern. Dazu eine Zahl, die hängen bleibt: In Island rief der Nachwuchsleiter des Verbands persönlich bei den Eltern jedes Kindes an, das mit dem Fußball aufhörte, weil man sich dort keinen einzigen Dropout leisten kann. Wer wissen will, warum Bayern rechnerisch eine Nationalmannschaft für die Weltspitze stellen könnte und es trotzdem nicht tut, hört sich das besser ganz an. Über Rocketfuel Rocketfuel ist der Podcast von Oliver Kemmann über Transformation, Change und alles, was Organisationen in Bewegung bringt. Am 28. Oktober findet die Zukunftskonferenz Spacewalk Talks am in.betrieb Campus in Nieder-Olm statt, Tickets gibt es unter https://www.spacewalktalks.de [https://www.spacewalktalks.de] - Wenn dir diese Episode gefallen hat, teile sie gerne mit Menschen, die etwas davon haben. Links Sabahuddin Mislimi auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/sabahudin-mislimi/ [https://www.linkedin.com/in/sabahudin-mislimi/] advance.football: https://www.advance.football [https://www.advance.football] Podcast Spieltrieb: https://www.youtube.com/playlist?list=PLyZzJ8BBlRbne9OJ7TdH8v8oacZ5VxZ2s [https://www.youtube.com/playlist?list=PLyZzJ8BBlRbne9OJ7TdH8v8oacZ5VxZ2s] Thomas Tuchel, Rulebreaker: https://www.youtube.com/watch?v=pmKSmTMp-jQ [https://www.youtube.com/watch?v=pmKSmTMp-jQ] Der Rulebreaker-Vortrag, eingeordnet im advance.football-Blog: https://www.advance.football/jugendfussball-blog/rulebreaker-thomas-tuchel-prinzipien-im-fussballtraining [https://www.advance.football/jugendfussball-blog/rulebreaker-thomas-tuchel-prinzipien-im-fussballtraining]

26. aug. 202645 min
Billede af episoden Female Future: "Warum bringt einen Harmonie alleine nicht voran, Marlene Neuberger?" - Episode 281

Female Future: "Warum bringt einen Harmonie alleine nicht voran, Marlene Neuberger?" - Episode 281

Marlene Neuberger ist Hauptabteilungsleiterin in der Direktion Technik und Produktion beim SWR Marlene Neuberger ist Hauptabteilungsleiterin in der Direktion Technik und Produktion beim SWR und heute Gast beim Female Future Spezial, das Sarah Kübler heute solo, ohne ihren urlaubenden Co-Host Oliver Kemmann, hostet. Marlene hat Film- und Theaterwissenschaft studiert und wollte Journalistin werden. Über einen Nebenjob im Fernsehgarten kam sie zur Aufnahmeleitung, entdeckte dort ihr Organisationstalent und arbeitete sich über die Produktionsleitung bis in die Technische Direktion. Seit sechs Jahren verantwortet sie dort vier Abteilungen, ganz ohne Ingenieursausbildung. Sie begleitet damit einen der größten Umbauten, den ein Sender derzeit durchläuft. Cloud, KI und Medien over IP verändern gerade grundlegend, wie Inhalte entstehen, und für ganze Gewerke fällt die Arbeitsgrundlage weg. Marlene erzählt, wie sie in diese Rolle hineingewachsen ist: viel zuhören, viel fragen, offen zugeben, wenn sie etwas nicht weiß. Ihre Erfahrung dabei ist, dass Menschen gern erzählen, sobald jemand ernsthaft nach ihrer Expertise fragt. Im Gespräch geht es dann um das, was so ein Prozess mit einer Führungskraft macht. Widerstand gehört für Marlene dazu, und sie geht mit einer fast detektivischen Neugier in schwierige Termine, weil hinter jedem Einwand ein Grund steckt. Reibung schafft Bewegung. Was das an Energie kostet, sagt sie ebenso deutlich: nach einer Townhall mit unzufriedenen Menschen braucht sie zwei, drei Tage, bis das nachwirkt. Sarah sieht in ihr eigentlich den Gründertyp, und genau daran entzündet sich der zweite Teil des Gesprächs. Marlene erklärt, warum sie ihre Energie in das öffentlich-rechtliche System steckt, das sie für Demokratie und Dialog für unverzichtbar hält und von innen reformieren will. Zum Schluss ihr Blick nach vorn: KI wird viel übernehmen, Führung bleibt, weil Menschen Räume brauchen, in denen Überraschendes passieren kann. Ihr Rat an junge Frauen: nimm die Themen, die keiner will, und lass dich von Angst nicht treiben. Über das Rocketfuel Female Future Spezial Rocketfuel ist der Podcast für Transformation und Change, für alles, was Organisationen in Bewegung bringt. Female Future ist eine Sonderserie, in der Sarah Kübler als Co-Moderatorin Gäste mitbringt, die zeigen, wie Frauen digitale Themen, Führung und Zukunft gestalten. Die Spacewalk Talks, die Zukunftskonferenz in Mainz, finden am 28. Oktober statt. Tickets unter https://www.spacewalktalks.de [https://www.spacewalktalks.de]. Wenn dir diese Episode gefallen hat, teile sie gerne weiter. Links Sarah Kübler auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/sarah-kübler-hitchon [https://www.linkedin.com/in/sarah-kübler-hitchon] HITCHON: https://www.hitchon.de [https://www.hitchon.de] Marlene Neuberger auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/marlene-neuberger-4621a4a4/ [https://www.linkedin.com/in/marlene-neuberger-4621a4a4/] Rocketfuel Podcast: https://www.rocketfuel-podcast.de [https://www.rocketfuel-podcast.de]

23. aug. 202643 min
Billede af episoden "Warum ist Shenzhen der Wilde Teenager Chinas, Daniel Yoo?" - Folge 280

"Warum ist Shenzhen der Wilde Teenager Chinas, Daniel Yoo?" - Folge 280

Daniel Yoo ist seit vielen Jahren für den VDMA in China und organisiert u.a. Learning Journeys nach Shenzen! Ein Roboter kehrt mit einem kleinen Besen die Regale eines Supermarkts. Zwei Meter weiter steht ein Krankenbett, jemand liegt darin, und ein zweiter Roboter bringt die Medikamente. Man schaut sich das an, steigt in den Bus, fährt zur nächsten Station und sagt zueinander, dass das doch nicht wahr sein kann. Daniel Yoo, Chief Representative des VDMA in China, und Raphael Gielgen, Trendscout bei Vitra, erzählen im Gespräch mit Podcast-Host Oliver Kemmann, was eine Woche in Shenzhen mit Menschen macht: Du hast noch nie so viel gestaunt wie in dieser Woche! Im Oktober geht die zweite Learning Journey des VDMA in die Greater Bay Area, und Oliver fliegt mit. Auf dem Programm stehen humanoide Roboter bei UBTech und DexForce, das Elektronik-Headquarter von Huawei und Drohnen bei Micro Multicopter, die groß genug sind, um Menschen zu transportieren. Daniel sagt im Podcast außerdem zu, dass er für die Gruppe eine Rundfahrt im fahrerlosen Taxi organisiert. Im vergangenen Jahr saßen die Teilnehmenden bei Pony AI im echten Verkehr in so einem Wagen, und niemand hat danach über etwas anderes geredet. Raphael war schon dreimal dort und erzählt von einem Abend, an dem ihm ein Digitalchef sagt: Wir können noch zehn Fehler machen und sind immer noch schneller. Ohne jede Arroganz, einfach als Feststellung. Genau solche Sätze nimmt man mit, und genau die kann man zu Hause nicht nacherzählen, wenn man nicht dabei war. Shenzhen beschreibt Daniel als wilden Teenager, Altersdurchschnitt zwischen 28 und 32, fast alle zugezogen, alle mit etwas vor. Die Region ist kleiner als Bayern und wirtschaftet in der Größenordnung Italiens. Wer Sorge hat, dass so eine Reise anstrengend wird: Du wirst morgens um acht in der Lobby abgeholt und musst dich ab da um nichts mehr kümmern. Transfers, Dolmetscher, Briefings vor jedem Besuch, alles steht. Und gegessen wird, als gäbe es kein Morgen. Fünf Tage, kein Gericht doppelt. Raphael nennt es eine Klassenfahrt auf allerhöchstem Niveau, und die Wahrheit ist, dass die besten Gespräche ohnehin abends passieren, im Shuttle, am Tisch, beim Karaoke. Zum Schluss die Frage, ob sich das lohnt. Raphael erinnert sich an seine allererste Learning Journey 2015, bei der am zweiten Tag Game Over war. Die ersten riefen zu Hause an und wollten die Kinder von der Schule nehmen. Was man mitbringt, ist ein voller Rucksack an Geschichten, die man das ganze Jahr erzählt. Die GBA Exploration Tour läuft vom 19. bis 23. Oktober 2026 in Shenzhen, Anreise am Sonntag davor. Offen für Mitglieder und Nichtmitglieder, für Maschinenbauer und für alle anderen. Anmeldung über Oliver, über Raphael oder direkt beim VDMA China. Über Rocketfuel Rocketfuel ist der Podcast von Oliver Kemmann über Transformation, Change und alles, was Organisationen in Bewegung bringt. Am 28. Oktober findet die Zukunftskonferenz Spacewalk Talks am in.betrieb Campus in Nieder-Olm statt, Tickets gibt es unter https://www.spacewalktalks.de [https://www.spacewalktalks.de] . Wenn dir diese Episode gefallen hat, teile sie gerne mit Menschen, die etwas davon haben. Links Daniel Yoo auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/daniel-yoo-8aa2379/ [https://www.linkedin.com/in/daniel-yoo-8aa2379/] Raphael Gielgen auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/raphael-gielgen-93b3386b/ [https://www.linkedin.com/in/raphael-gielgen-93b3386b/] GBA Exploration Tour 2026, Manual und Anmeldung: https://app.glueup.cn/event/greater-bay-area-future-technology-exploration-journey-2026-50799/ [https://app.glueup.cn/event/greater-bay-area-future-technology-exploration-journey-2026-50799/]

19. aug. 202641 min
Billede af episoden Was ist Kybernetik zweiter Ordnung, Dr. Lina Nagel-Wilkening? - Folge 279

Was ist Kybernetik zweiter Ordnung, Dr. Lina Nagel-Wilkening? - Folge 279

Lina Nagel-Wilkening ist Podcast-Host, Sozialwissenschaftlerin, Mediatorin und Konflikttrainerin Ein Thermostat regelt die Temperatur im Raum selbst, und es ist ihm völlig egal, wer im Raum steht. Bei Menschen ist das anders: Wer ein System beobachtet, verändert es, weil er selbst darin steckt. Um diese Denkweise geht es in der Kybernetik zweiter Ordnung, der Mutter allen Systemischen Denkens, und Lina Nagel-Wilkening hat ihr eine ganze Podcast-Reihe im Carl Auer Verlag gewidmet. Sie ist Sozialwissenschaftlerin, Mediatorin und Konflikttrainerin und forscht am Wittener Institut für Familienunternehmen zu Kommunikation und Konflikten in Unternehmerfamilien. Lina erzählt, wie sie überhaupt dorthin gekommen ist. Ein Konflikt im Studium, in dem sie gleichzeitig Wut und Mitgefühl empfand, zwei Gefühle, die sich ausschlossen und trotzdem gegenseitig hervorbrachten. Über den indischen Philosophen Nagarjuna und über Gregory Bateson landete sie schließlich bei einem Begriff, der 1950 aus einer Publikation von Norbert Wiener stammt und sich vom griechischen Wort für Steuermannskunst ableitet. Wir klären, was Kybernetik erster Ordnung mit Heizungen und Regelkreisen zu tun hat, wo die zweite Ordnung anfängt und warum Heinz von Foerster ihr den Namen Cybernetics of Cybernetics gab. Dazu die Geschichte der Macy Conferences, benannt nach der Kaufhausfamilie, finanziert nach der Heilung einer kranken Tochter, und Margaret Mead als einzige Frau in einer Runde von Biologen, Philosophen und Anthropologen. Lina erklärt, warum Unternehmerfamilien ein besonderer Fall sind: Zwei Logiken sitzen am selben Frühstückstisch, und eine harmlose Frage wie "Was machst du heute?" kann privat gemeint oder als Leistungsnachfrage verstanden werden. Wir sprechen über Nachfolge, über Alte, die nicht loslassen, und über Kinder, die aus Protest nicht einsteigen wollen. Und wir schauen auf die Beschleunigung, in der Organisationen gerade stehen, auf Algorithmen, die uns konfektionierte Welten bauen, und auf das, was trotzdem bleibt: Teilverantwortung, auch wenn man nicht alles in der Hand hat. Zum Schluss ein Alltagsbeispiel nach Paul Watzlawick, an dem sichtbar wird, wie Konflikte sich selbst am Leben halten. Je mehr die eine Seite fordert, desto mehr zieht sich die andere zurück. Je mehr sich der eine erklärt, desto mehr erklärt sich der andere. Beide handeln für sich logisch, beide sehen sich im Recht, und keiner merkt, dass er mit seinem Verhalten genau das erzeugt, was er loswerden will. Wer verstehen will, wie man aus so einem Kreislauf aussteigt, bekommt hier die Begriffe dafür. Links Lina Nagel-Wilkening auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/linananing/ [https://www.linkedin.com/in/linananing/] Profil am WIFU, Universität Witten/Herdecke: https://www.uni-wh.de/ansprechpartner/lina-nagel [https://www.uni-wh.de/ansprechpartner/lina-nagel] Podcast "Cybernetics of Cybernetics" beim Carl-Auer Verlag: https://www.carl-auer.de/magazin/cybernetics-of-cybernetics [https://www.carl-auer.de/magazin/cybernetics-of-cybernetics] Buch "Kybernetik, Kommunikation und Konflikt", Carl-Auer 2021: https://www.carl-auer.de/kybernetik-kommunikation-und-konflikt [https://www.carl-auer.de/kybernetik-kommunikation-und-konflikt]

12. aug. 202649 min
Billede af episoden Wie führt man einen öffentlich-rechtlichen Sender, wie den SWR, in die Zukunft, Ulla Fiebig? - Folge 278

Wie führt man einen öffentlich-rechtlichen Sender, wie den SWR, in die Zukunft, Ulla Fiebig? - Folge 278

Ulla Fiebig ist Landessenderdirektorin Rheinland-Pfalz und stellvertretende Intendantin des SWR. Kaum ist die eine Transformation angestoßen, steht der nächste Change vor der Tür. Ulla Fiebig, Landessenderdirektorin Rheinland-Pfalz und stellvertretende Intendantin des SWR, beschreibt im Gespräch mit Podcast-Host Oliver Kemmann einen Zustand, den viele Organisationen kennen und wenige so offen aussprechen: Transformation ist das New Normal! Ulla hat die Transformation ihres Hauses zweimal aus unterschiedlichen Positionen erlebt. Von 2014 bis 2016 leitete sie die strategische Unternehmensentwicklung des SWR. Damals ging es darum, Redaktionen von Fernsehen, Hörfunk und Online auf Themenfelder umzustellen, damit jedes Feld alle Ausspielwege bedienen kann. Heute steht sie in einem Umbau, der anders funktioniert. Verschlankung, weniger Doppelstrukturen, Effizienz. Ihre eigene Direktion gehört dazu, denn die Landessenderdirektion in der bisherigen Form läuft Ende des Jahres aus. Sie sagt trotzdem klar, dass sie den Kurs richtig findet und dass ein Haus dieser Größe die Frage aushalten kann, ob wirklich alles weiterlaufen muss, was früher gelaufen ist. Was den Prozess verschärft, kommt von außen. Die von der KEF empfohlene Beitragsanpassung blieb aus, der Kostendruck steigt, gleichzeitig läuft die Transformation ins Digitale weiter, ohne dass das Lineare wegfällt. Dazu kommt eine gesellschaftliche Lage, in der Medien und Justiz zuerst angegriffen werden. Ulla beschreibt, wie das in den Alltag der Kolleginnen und Kollegen hineinreicht, und warum es aus ihrer Sicht nicht hilft, sich darüber zu beklagen. Ihre Haltung ist die eines gestaltenden Zugriffs, auch wenn Unsicherheit dabei zum Dauerbegleiter wird. Ihr Weg dorthin führte über einen echten Seitenwechsel. Volontariat mit 18 beim Privatradio, Jurastudium in Heidelberg, 1999 Einstieg beim SWR in Mainz, ARD-Vorsitz in Stuttgart unter Peter Boudgoust, drei Jahre Hauptstadtstudio Berlin, dann 2018 die Leitung des Pressereferats im Bundesfamilienministerium. Von dort aus sah sie, welche Wirkung journalistische Arbeit entfaltet, und formuliert im Gespräch eine deutliche Kritik an ihrem eigenen Berufsstand, zu dem sie sich weiterhin zählt. Zum Schluss der Blick fünf Jahre nach vorn. Ulla rechnet mit stärkerer Personalisierung im Radio, mit dem Livestream als Ort des gemeinsamen Erlebens und mit einer Rückbesinnung aufs Persönliche. Ihre These zur KI dreht die gängige Erzählung um: je gleichförmiger die synthetische Ästhetik wird, desto wertvoller wird alles, was sich davon abhebt. Und sie benennt das Dilemma zielgruppengenauer Angebote, die Bubbles verstärken, während der Wunsch nach echter Begegnung wächst. Über Rocketfuel Rocketfuel ist der Podcast von Oliver Kemmann über Transformation, Change und alles, was Organisationen in Bewegung bringt. Am 28. Oktober findet die Zukunftskonferenz Spacewalk Talks am in.betrieb Campus in Nieder-Olm statt, Tickets gibt es unter https://www.spacewalktalks.de [https://www.spacewalktalks.de]. Wenn dir diese Episode gefallen hat, teile sie gerne mit Menschen, die etwas davon haben. Links Ulla Fiebig auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ulla-fiebig-00289a9b/ [https://www.linkedin.com/in/ulla-fiebig-00289a9b/] SWR: https://www.swr.de [https://www.swr.de]

5. aug. 202643 min