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Heimatflimmern – Kunstsammlung der Schweizerischen Post trifft auf Sammlung des Kunstmuseums St. Gallen

4 min · I går
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Beskrivelse

Heimat als sozialer Erfahrungsraum, die Verlagerung von Heimat ins Digitale, die Heimat und Natur in ihrer Gefährdung und Fragilität: Wie unterschiedlich Heimat heute ausgelegt wird, spiegelt sich auch in der zeitgenössischen Kunst wider. So ist die Schau, bei der Werke des Kunstmuseums St. Gallen auf Arbeiten aus der Unternehmenssammlung der Schweizerischen Post treffen, künstlerisch und thematisch vielfältig und facettenreich.

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episode Vom Country-Mädchen zur Milliardärin: ARD-Doku entschlüsselt das Phänomen Taylor Swift cover

Vom Country-Mädchen zur Milliardärin: ARD-Doku entschlüsselt das Phänomen Taylor Swift

EINE ÜBERMENSCHLICHE PROJEKTIONSFLÄCHE Schon der Untertitel der Dokuserie „The Taylor Swift Years“ macht deutlich, zu was für einem Mythos die Sängerin geworden ist: Schicksalsjahre eines Superstars. Die Ähnlichkeit mit einem Film über die legendäre Kaiserin Sisi ist nicht zufällig. Denn längst ist auch Taylor Swift eine übermenschliche Projektionsfläche.  Swift-Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Ländern und Fachgebieten helfen, diese Frage zu beantworten. Sie erklären das Phänomen Taylor Swift in all seinen Facetten. ERSTE FRAU, DIE MIT MUSIK MILLIARDEN GEMACHT HAT „Sie ist die erste Milliardärin, die wirklich mit Musik ihre Milliarden gemacht hat“, sagt zum Beispiel die Autorin und Produzentin Janina Rook. „Ich glaube, sie ist kein Michael Jackson, kein Wunderkind“, sagt Kulturwissenschaftler Jörn Glasenapp. „Das zeigt auch die Durchsetzungsfähigkeit Taylor Swifts, die wir immer wieder erleben.“ ELFJÄHRIGE KÄMPFT FÜR PLATTENVERTRAG Schon als kleines Kind hat Taylor Swift Musik gemacht, vor allem Country. Als Elfjährige versucht sie auf eigene Faust, einen Plattenvertrag in der Country-Hochburg Nashville zu ergattern. Die ganze Familie zieht schließlich sogar dorthin, um Taylor zu unterstützen. „Schon als Kind will Taylor unbedingt ins Musikgeschäft. Sie zieht von Label zu Label, kämpft für ihren Traum“, erzählt die Kulturjournalistin und Podcasterin Zing Tsjeng.  „Taylor erzählt oft, dass sie zu Hause so lange mit einer großen Gitarre übte, bis ihre Finger bluteten und sie damit umgehen konnte.“  STEILER AUFSTIEG DER JUNGEN SÄNGERIN Mit 15 dann der erste Lohn für ihre Mühen: Ein Vertrag mit einem Plattenlabel. Seitdem geht es steil bergauf für die 1989 geborene Musikerin. Wobei es in ihrem Aufstieg immer wieder Momente gab, die sie hätten ausbremsen oder sogar scheitern lassen können. Auch das spart die dreiteilige Dokureihe nicht aus. IMMER IHRE EIGENEN ENTSCHEIDUNGEN GETROFFEN Zum Beispiel die Auseinandersetzung mit ihrem ersten Plattenboss, die schließlich dazu führte, dass sie ihre ersten Alben neu einspielte, um die Rechte an den Originalaufnahmen zu sichern. Ein Akt der künstlerischen Selbstermächtigung, der bis dahin nicht vorgesehen war im profitorientierten Popbusiness. > Ich habe meine Musik immer selbst geschrieben, meine eigenen Entscheidungen getroffen, alles kuratiert. Aber die Tatsache, dass ich mein Werk jetzt ganz besitze, übertrifft alles. > > > Quelle: Taylor Swift in einem BBC-Interview im Jahr 2019 DOKU ZEICHNET DIFFERENZIERTES BILD Die ARD Doku ist keine reine Huldigung Taylor Swifts. Vielmehr zeichnet sie ein differenziertes Bild der Sängerin. Dabei wird auch ihre Rolle im letzten US-amerikanischen Wahlkampf nicht ausgespart, in dem sie Donald Trump mal öffentlich kritisierte, mal auffällig schweigsam war. Die Dokumentation erinnert auch an den grauenhaften Angriff auf Kinder während eines Taylor-Swift-Tanzworkshops und daran, dass ihre Shows trotzdem immer weitergehen mussten. Solange, bis islamistische Anschlagspläne Konzerte während der „Eras“-Tour unmöglich machten. PERFEKTES MARKETING BIS ZUR HOCHZEIT Dass die anstehende Traumhochzeit mit Footballer Travis Kelce natürlich auch einen Marketingzweck verfolgt, wird ebenso deutlich. Bei all dem kommen die „Swifties“ ohnehin auf ihre Kosten. Alle anderen verstehen spätestens nach der insgesamt knapp anderthalb Stunden langen ARD-Dokumentation, warum Taylor Swift der größte Popstar unserer Zeit ist.

1. juli 20264 min
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Von der Euphorie zur Anklage: Kinofilm über jugendliche Seenotretter auf dem Mittelmeer

DIE GESCHICHTE HINTER „JUGEND RETTET“ Junge Menschen, die Leben retten wollen: Sie gründen eine Organisation, sammeln in kürzester Zeit Spenden, finden zahlreiche Unterstützer. Doch was mit Euphorie beginnt, erschüttert schon bald ihr Verständnis von Recht und Gerechtigkeit. „Ausnahmslos alles ist so oder so ähnlich in der Realität passiert“, sagt Oliver Ziegenbalg in SWR Kultur. Es ist ein Film über die Geschichte von „Jugend rettet“, einer privaten Initiative junger Menschen, die 23.000 Menschen auf dem Mittelmeer das Leben rettete. NACH DEM KINOSTART AUCH AUF NETFLIX Aus dramaturgischen Gründen sei aus einer Gruppe junger Kapitäne eine Hauptfigur, Lukas, geworden, sagt Drehbuchautor Oliver Ziegenbalg in SWR Kultur. „Alles, was sonst zu dieser Zeit geschehen ist, haben wir gemeinsam mit den tatsächlich beteiligten Personen genau rekonstruiert.“ Kurz nach dem Kinostart am 2. Juli wird der Film auch auf Netflix zu sehen sein. Ziegenbalg hofft, dadurch ein großes Publikum zu erreichen. „Es sterben jeden Tag acht Menschen auf dem Mittelmeer. Gleichzeitig zeigt dieser Film, was man als Einzelner bewegen kann.“ TRAILER „23.000 LEBEN“, KINOSTART AM 2. JULI

I går6 min
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Vermessung der digitalen Welt: Warum Google und Meta (fast) alles beherrschen

ZWEI KONZERNE BRINGEN DIE DEMOKRATIE INS WANKEN Meta und Alphabet Inc.: So heißen die beiden Konzerne, die einen überwältigend großen Anteil des Internets kontrollieren. Sie bilden die beiden Monopole hinter den Diensten und sozialen Medien, auf die die ganze Welt in ihrer Vernetzung baut: Meta steht etwa hinter sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram, Alphabet ist der Konzern hinter Google. Die Zahlen seien für die Demokratie katastrophal, sagt Medienwissenschaftsprofessor Martin Andree, denn diese lebe von Medienvielfalt: Niemand in Deutschland dürfe etwa 80 oder 90 Prozent des Fernsehens kontrollieren, die Obergrenze liege bei 30 Prozent. „Das heißt, wir haben diese Konzerne auch eigentlich rechtlich privilegiert“, so Andree. REALE GEFAHR STATT NUR SCHAUER-SZENARIO Praktisch werde das zum Problem, weil der Demokratie die Öffentlichkeit als Grundlage nehme. Die Konzerne könnten öffentliche Debatten bestimmen und verfügten über unendliche Möglichkeiten zur Manipulation, argumentiert der Kölner Medienwissenschaftler. Wie real dieses Szenario bereits sei, zeigten etwa Tech-Giganten, die eine eigene politische Agenda vertreten. Die Zeiten von sorgsamer Lobby-Arbeit durch die Hintertür scheinen vorbei. Macht-Monopolist Elon Musk habe etwa in der Vergangenheit national und international rechtpopulistische Parteien und Akteure wie US-Präsident Donald Trump unterstützt,  – auch wenn diese „Bromance" aktuell auf Eis liege [https://www.swr.de/swrkultur/wissen/donald-trump-und-elon-musk-bedeutung-fuer-die-us-raumfahrt-interview-100.html]. In Deutschland etwa habe allein Musks Talk mit AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel Massen an Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Damit habe er nicht nur einer rechtsextremen Partei im Wahlkampf geholfen, sondern auch für höchst problematische und falsche Aussagen eine Bühne geschaffen, allen voran die Behauptung Weidels, Hitler sei Kommunist gewesen. KI NIMMT ANBIETERN DIE KLICKS WEG Das Aufkommen von künstlicher Intelligenz verschlimmere die Lage sogar noch weiter, sagt Andree. Als Beispiel nennt er KI-Zusammenfassungen, wie Google sie einsetzt. Sucht ein User also nach einer Information, nimmt die KI oft vorweg, was als Suchergebnis erst weiter unten angezeigt wird. Die Quellen verlieren dadurch Aufmerksamkeit. Sie werden „trockengelegt“, wie Andree das nennt. Um zu verhindern, dass Konzerne in derartige Machtpositionen gelangen, gibt es in Deutschland grundsätzliche Regelungen. Diese hätten etwa bei der Deutschen Telekom gegriffen, um einen Wettbewerb der Telekommunikationsanbieter sicherzustellen. DIGITAL MARKETS ACT IST „SCHÖNWETTERGESETZGEBUNG" Die EU-Regelungen, die digital agierende Konzerne betreffen, beschreibt Andree als zaghaft: Der „Digital Markets Act“ sei „eigentlich eine Schönwettergesetzgebung“, die unter einer funktionierenden transatlantischen Allianz entstanden sei. Auch traue man sich nicht, sie anzuwenden. > Ich kann tatsächlich momentan nicht sagen, dass hier irgendeine Lösung in Sicht ist. > > > Quelle: Medienwissenschaftler Martin Andree zum digitalen Monopol von Meta und Alphabet Inc. Immerhin, auf individueller Ebene gebe es die Möglichkeit, digitale Alternativen zu wählen. Andree engagiert sich bei der Initiative „Save Social“, die auf ihrer Website unter anderem solche Dienste vorstellt. Gleichzeitig zeigen Erhebungen, dass sich die Alternativen aktuell nicht gegen die Übermacht der US-Konzerne durchsetzen können. Man müsse also „immer beides zusammen denken“: Individuell wechseln, aber gleichzeitig auch der Politik Druck machen.

29. juni 20266 min
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Lesen als Existenzform: „Eine Seite noch“ von Meike Winnemuth

SÜCHTIG NACH LITERATUR Jeder sechste Mensch in Deutschland liest einer aktuellen Studie zufolge überhaupt keine Bücher. Jeder fünfte hat eine so schlechte Lesekompetenz, dass nur einfachste Sätze verstanden werden können. Und jene, die noch regelmäßig lesen, verwenden immer weniger Zeit darauf.   Auch Meike Winnemuth hatte eine Phase, in der Bücher ungelesen im Regal verstaubten. So geht es vielen: Als Kind versinkt man in fremden, fiktiven Abenteuerwelten; als junger Erwachsener, in der „Rushhour des Lebens“, hält der Alltag ziemlich viele reale Ablenkungen bereit. Seit 20 Jahren aber ist die Journalistin und Autorin wieder regelrecht süchtig nach Literatur. Und über diese Sucht hat sie nun – was sonst? – ein Buch geschrieben. ANSTECKENDE LEIDENSCHAFT Sie schaut sich dabei auf so unterhaltsame Weise selbst beim Lesen über die Schulter, denkt so charmant übers Lesen, Leben und die Beziehung von Fiktion und Realität nach, dass ihre Leidenschaft sehr ansteckend wirkt. Vertieft man sich in ihr Lesetagebuch „Eine Seite noch“, fragt man sich jedenfalls, wie man bloß auf die Idee kommen kann, seine Zeit mit mittelmäßigen Fernsehserien oder unbefriedigenden Social-Media-Exzessen zu verschwenden.  > Es soll eine Liebeserklärung werden. Ich möchte mir einen Sommer lang beim Lesen auf die Finger gucken, bei den kleinen Ausflügen und großen Expeditionen, auf die mich die Bücher mitnehmen. > > > Quelle: Meike Winnemuth - Eine Seite noch  AUF ACHTTAUSENDER UND IN DIE EBENEN  Die Ausflüge und Expeditionen führen lesend auf unterschiedliche Kontinente und in vergangene Zeiten, auf die „Achttausender“ zu Thomas Manns [https://www.swr.de/kultur/literatur/100-jahre-zauberberg-die-ganze-geschichte-thomas-mann-norman-ohler-rezension-100.html] „Zauberberg“ [https://www.swr.de/kultur/literatur/thomas-mann-der-zauberberg-als-hoerbuchfassung-100.html] und Leo Tolstois „Krieg und Frieden“, in die Ebenen der deutschen Gegenwartsliteratur, aber auch in bislang unbetretene Gefilde des Spionageromans oder der Romantasy [https://www.swr.de/kultur/literatur/neue-new-adult-halle-auf-der-frankfurter-buchmesse-100.html].  Winnemuth streift Dichterinnen und Denker, die übers Lesen nachgedacht haben, meidet alles, was nach Kanon und Bevormundung aussieht, folgt dem Lust- und Zufallsprinzip. > Lesen ist die egoistischste, luxuriöseste, trotzigste, lohnendste Existenzform, die ich kenne. Und doch ist man nach dem Lesen umso mehr in der Welt. > > > Quelle: Meike Winnemuth - Eine Seite noch Buchstäblich in die Welt führen die Lektüren zuweilen auch: So unterhält sich Winnemuth mit Strandkorbwärter Roger über dessen Lebensbuch „Krieg und Frieden“, mit ihrem Studienfreund und dem heutigen Germanistik-Professor Heinrich Detering übers professionelle Lesen. Sie besucht Silent-Reading-Gruppen. Wird Probandin bei einer psychologischen Studie, die herausfinden will, wie Sprachverarbeitung im Gehirn funktioniert. Einmal trifft sie sich mit dem Literaturkritiker Denis Scheck, der davon erzählt, wie er als Kind durchs Lesen der Einsamkeit entkommen ist und wenig später mit 13 seine erste Literaturagentur gegründet hat. EIN BISSCHEN WAHNSINN ZUM GEBURTSTAG  Und sie schenkt sich zum 65. Geburtstag ein sündhaft teures Ticket für ein Virginia-Woolf-Event samt Champagner und Exklusivführung durch Monk’s House in East Sussex, wo Woolf und ihr Mann lebten – die günstigere Variante bietet lediglich eine Lesung auf dem Rasen vor Virginias Schreibhütte.  > 50 Pfund oder 1250 Pfund? Schließlich murmelte ich ‚Ach, was soll’s‘ und klickte auf 1250. Mal zwei. Manchmal muss man so was einfach machen. Und überhaupt, das Leben ist kurz. Ich schenke mir ein bisschen Wahnsinn zum Geburtstag. > > > Quelle: Meike Winnemuth - Eine Seite noch Sage da noch wer, Leserinnen seien nicht abenteuerlustig. Eine Freundin erklärt ihr einmal, was passiere, wenn man sich auf Bücher einlasse:  > Es poetisiert das Leben. > > > Quelle: Meike Winnemuth - Eine Seite noch ALLE GEFÜHLE AUF EINMAL Auf jeden Fall macht es reicher. Nach sechs Monaten blickt Winnemuth auf den nicht gerade niedrigen Stapel gelesener und als Hörbuch gehörter Bücher und stellt fest:  „Ich bin in andere Leben verreist, ohne auch nur vom Sofa aufstehen zu müssen. Ich bin aus mir selbst herausgekommen. Ich würde behaupten, nahezu alle Gefühle gehabt zu haben, die man so haben kann, die ganz großen herzerweiternden und die heimlichen, kleinlichen, peinlichen.“  Das Wunderbare: Das Medium für diese Reisen im Kopf ist nicht nur vielfältig und erschwinglich; seine Inhalte sind zudem schier unerschöpflich. Also: Auf ins Vergnügen!

29. juni 20264 min