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Tango Argentino – Sonderfolge Weltfrauentag

24 min · 8. mar. 2026
Billede af episoden Tango Argentino – Sonderfolge Weltfrauentag

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GfA Kulturwelten  Kunst, Musik und Kulturgeschichte, ein Podcast der Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V. Die Reihen wechseln, bisher unter anderem eine Serie zur Kunst der Kunstbewertung und eine zur Geschichte des Tango Argentino, von den Anfängen in Buenos Aires bis nach Paris. Zu jeder Folge gibt es ausführliche Shownotes mit Literaturangaben, für alle, die weiterlesen wollen.  Von Brigitte E. S. Jansen. Gesprochen wird die Reihe u.a. von Brigittes geclonter Stimme und von KI-Stimmen.  In dieser Sonderfolge zum Weltfrauentag stellen wir die Frauen des Tangos ins Zentrum – nicht als Randfiguren, sondern als Protagonistinnen. Wir erzählen die oft übersehenen Geschichten von Tänzerinnen, Sängerinnen, Musikerinnen und Organisatorinnen, die den Tango von seinen Anfängen bis heute geprägt haben. Von den legendären frühen Tänzerinnen wie La Paulina und Lola Candales über Pionierinnen wie Azucena Maizani und Paquita Bernardo bis zu den großen Stimmen des Goldenen Zeitalters – Libertad Lamarque, Tita Merello, Nelly Omar. Wir beleuchten die komplexen Geschlechterdynamiken im Tango-Tanz, die Rolle der Frau zwischen Objekt und Subjekt, und würdigen die oft unsichtbare organisatorische und pädagogische Arbeit von Frauen in der Tango-Community. Eine Folge über Widerstand, Kreativität und die Macht, die eigene Geschichte zu schreiben.   Mehr von der Gesellschaft für Arbeitsmethodik  Der Verein und seine übrigen Angebote: gfaev.de  [https://gfaev.de] Unsere anderen Podcastreihen:  GfA – Der Podcast · Kybernetik, Systemtheorie und die Frage nach dem Bewusstsein der Maschinen: gfa-ev.com  Beyond the Algorithm (englisch) · Dieselben Fragen auf Englisch, ein Denker pro Folge, von Spencer-Brown bis Bateson: bta.global-future-association.com [https://bta.global-future-association.com]  Gut zu Wissen: KI & SEO Insights · Künstliche Intelligenz, Suche und strukturierte Daten, näher an der täglichen Praxis: gfaev.eu  [https://gfaev.eu] GfA- Aktuelle und historische Vorträge · aus dem Verband: gfa-web.de  [https://gfa-web.de]

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episode Gfa-Kulturwelten: Fotorealismus. 1900 - 1950 artwork

Gfa-Kulturwelten: Fotorealismus. 1900 - 1950

GfA Kulturwelten  Kunst, Musik und Kulturgeschichte, ein Podcast der Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V. Die Reihen wechseln, bisher unter anderem eine Serie zur Kunst der Kunstbewertung und eine zur Geschichte des Tango Argentino, von den Anfängen in Buenos Aires bis nach Paris. Zu jeder Folge gibt es ausführliche Shownotes mit Literaturangaben, für alle, die weiterlesen wollen.  Von Brigitte E. S. Jansen. Gesprochen wird die Reihe u.a. von Brigittes geclonter Stimme und von KI-Stimmen.   Um 1900 wollten Fotografen Künstler sein — und machten ihre Bilder deshalb absichtlich unscharf. Diese Folge beginnt mit einem Rekord: Edward Steichens „The Pond—Moonlight" (1904), 2006 für 2,9 Millionen Dollar versteigert — ein Foto, das ein Gemälde sein wollte. Dem Piktorialismus steht die „Gerade Fotografie" gegenüber: Bilder, die nicht malen, sondern zeigen. Die Stationen: * Piktorialismus & Photo-Secession: Steichen, Stieglitz, der Gummidruck — die Fotografie verkleidet sich als Kunst * Die stillen Gegenentwürfe: Eugène Atget fotografiert das alte Paris ohne Menschen; Anton Josef Trčka porträtiert 1914 Klimt und Schiele in Wien — scharf, direkt, ungeschminkt (Trčka starb 1940, sein Nachlass verbrannte 1944) * Neue Sachlichkeit & Neues Sehen: August Sanders Menschen des 20. Jahrhunderts, Blossfeldt als Lehrer des Sehens, Renger-Patzsch' „Die Welt ist schön"; Erich Salomon erfindet mit der Ermanox den modernen Bildjournalismus; die Stuttgarter Ausstellung „Film und Foto" 1929 * Theorie-Dreieck: Kracauer (1927), Benjamin (1931), Brecht (1934) — drei Antworten auf die Frage, was ein Foto über die Wirklichkeit verrät * Straight Photography in Amerika: Edward Weston („Pepper No. 30" — die „Quintessenz des Dinges selbst"), Tina Modotti in Mexiko („Workers Parade" 1926), die Gruppe f/64 (1932) * Dokument und Humanismus: Lewis Hines Reformfotografie, die Farm Security Administration (Dorothea Langes „Migrant Mother" 1936), Robert Capa am D-Day, die Gründung von Magnum Photos 1947 Kerngedanke: Es gibt keinen neutralen Realismus — jedes scharfe Bild ist eine Entscheidung, und die Frage ist, wer sie trifft. Zeitplan: [00:00] Intro: Steichens Auktionsrekord · [04:00] Die Malerei-Falle: Piktorialismus, Atget, Trčka · [17:30] Europa: Neue Sachlichkeit, Salomon, Film und Foto · [30:00] USA und Mexiko: Weston, Modotti, f/64 · [43:30] Reform, Krieg und Humanismus: Hine, FSA, Capa, Magnum · [54:30] Schluss und Ausblick auf Folge 2 Kontakt: b@gfaev.de [b@gfaev.de]    Theorie, Selbstzeugnisse und fotografische Primärquellen der Episode * Siegfried Kracauer: „Die Photographie“. Erstveröffentlichung: Frankfurter Zeitung, 28. Oktober 1927; wieder abgedruckt in: Ders., Das Ornament der Masse. Essays, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1963, S. 21–39. * Walter Benjamin: „Kleine Geschichte der Photographie“. Erstveröffentlichung in drei Teilen in Die literarische Welt, September/Oktober 1931; wieder abgedruckt in: Ders., Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Drei Studien zur Kunstsoziologie, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1963, S. 45–64. * Bertolt Brecht: „Der Dreigroschenprozeß. Ein soziologisches Experiment“, 1931, zuerst veröffentlicht in der Reihe Versuche, Heft 3. * August Sander: Antlitz der Zeit. Sechzig Aufnahmen deutscher Menschen des 20. Jahrhunderts, mit einer Einleitung von Alfred Döblin, München: Transmare Verlag / Kurt Wolff Verlag 1929. * Albert Renger-Patzsch: Die Welt ist schön. Einhundert photographische Aufnahmen, herausgegeben und eingeleitet von Carl Georg Heise, München: Kurt Wolff Verlag 1928. * Karl Blossfeldt: Urformen der Kunst. Photographische Pflanzenbilder, mit Karl Nierendorf, Berlin: Ernst Wasmuth 1928. * Eugène Atget: Lichtbilder, mit einer Einführung von Camille Recht, Paris/Leipzig: Henri Jonquières 1930. * Erich Salomon: Berühmte Zeitgenossen in unbewachten Augenblicken, Stuttgart: J. Engelhorns Nachf. 1931. * Edward Weston: The Daybooks of Edward Weston, 2 Bände, hrsg. von Nancy Newhall, New York: Horizon Press / Rochester: George Eastman House, 1961–1966. * Robert Capa: Slightly Out of Focus, New York: Henry Holt and Company 1947. Kontextliteratur * Beaumont Newhall: Geschichte der Photographie, aus dem Englischen von Reinhard Kaiser, München: Schirmer/Mosel 1984. Englisches Original: The History of Photography from 1839 to the Present Day, New York: Museum of Modern Art 1949. Online-Quellen – Museen und Institutionen * Metropolitan Museum of Art, Heilbrunn Timeline of Art History: „Eugène Atget (1857–1927)“ * Metropolitan Museum of Art: Anton Joseph Trcka, Egon Schiele, 1914 * Metropolitan Museum of Art, Heilbrunn Timeline of Art History: „Group f/64“ * Library of Congress: National Child Labor Committee Collection – Fotografien von Lewis Hine und anderen * Museum of Modern Art: Tina Modotti, Workers Parade, 1926, Audio-Kommentar von Kuratorin Eva Respini * Museum of Modern Art, Object:Photo: Edward Weston, Steel: Armco, Middletown, Ohio, 1922 * Museum of Modern Art: Ausstellung Road to Victory, 1942 * International Center of Photography: Erich Salomon * Art Institute of Chicago: The Alfred Stieglitz Collection  Mehr von der Gesellschaft für Arbeitsmethodik  Der Verein und seine übrigen Angebote: gfaev.de  [https://gfaev.de] Unsere anderen Podcastreihen:  GfA – Der Podcast · Kybernetik, Systemtheorie und die Frage nach dem Bewusstsein der Maschinen: gfa-ev.com  Beyond the Algorithm (englisch) · Dieselben Fragen auf Englisch, ein Denker pro Folge, von Spencer-Brown bis Bateson: bta.global-future-association.com [https://bta.global-future-association.com]  Gut zu Wissen: KI & SEO Insights · Künstliche Intelligenz, Suche und strukturierte Daten, näher an der täglichen Praxis: gfaev.eu  [https://gfaev.eu] GfA- Aktuelle und historische Vorträge · aus dem Verband: gfa-web.de  [https://gfa-web.de]

15. aug. 20261 h 3 min
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Tango Argentino – Sonderfolge Weltfrauentag

GfA Kulturwelten  Kunst, Musik und Kulturgeschichte, ein Podcast der Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V. Die Reihen wechseln, bisher unter anderem eine Serie zur Kunst der Kunstbewertung und eine zur Geschichte des Tango Argentino, von den Anfängen in Buenos Aires bis nach Paris. Zu jeder Folge gibt es ausführliche Shownotes mit Literaturangaben, für alle, die weiterlesen wollen.  Von Brigitte E. S. Jansen. Gesprochen wird die Reihe u.a. von Brigittes geclonter Stimme und von KI-Stimmen.  In dieser Sonderfolge zum Weltfrauentag stellen wir die Frauen des Tangos ins Zentrum – nicht als Randfiguren, sondern als Protagonistinnen. Wir erzählen die oft übersehenen Geschichten von Tänzerinnen, Sängerinnen, Musikerinnen und Organisatorinnen, die den Tango von seinen Anfängen bis heute geprägt haben. Von den legendären frühen Tänzerinnen wie La Paulina und Lola Candales über Pionierinnen wie Azucena Maizani und Paquita Bernardo bis zu den großen Stimmen des Goldenen Zeitalters – Libertad Lamarque, Tita Merello, Nelly Omar. Wir beleuchten die komplexen Geschlechterdynamiken im Tango-Tanz, die Rolle der Frau zwischen Objekt und Subjekt, und würdigen die oft unsichtbare organisatorische und pädagogische Arbeit von Frauen in der Tango-Community. Eine Folge über Widerstand, Kreativität und die Macht, die eigene Geschichte zu schreiben.   Mehr von der Gesellschaft für Arbeitsmethodik  Der Verein und seine übrigen Angebote: gfaev.de  [https://gfaev.de] Unsere anderen Podcastreihen:  GfA – Der Podcast · Kybernetik, Systemtheorie und die Frage nach dem Bewusstsein der Maschinen: gfa-ev.com  Beyond the Algorithm (englisch) · Dieselben Fragen auf Englisch, ein Denker pro Folge, von Spencer-Brown bis Bateson: bta.global-future-association.com [https://bta.global-future-association.com]  Gut zu Wissen: KI & SEO Insights · Künstliche Intelligenz, Suche und strukturierte Daten, näher an der täglichen Praxis: gfaev.eu  [https://gfaev.eu] GfA- Aktuelle und historische Vorträge · aus dem Verband: gfa-web.de  [https://gfa-web.de]

8. mar. 202624 min
episode GfA Kulturwelten: Tango Argentino - Folge - 3 artwork

GfA Kulturwelten: Tango Argentino - Folge - 3

GfA Kulturwelten  Kunst, Musik und Kulturgeschichte, ein Podcast der Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V. Die Reihen wechseln, bisher unter anderem eine Serie zur Kunst der Kunstbewertung und eine zur Geschichte des Tango Argentino, von den Anfängen in Buenos Aires bis nach Paris. Zu jeder Folge gibt es ausführliche Shownotes mit Literaturangaben, für alle, die weiterlesen wollen.  Von Brigitte E. S. Jansen. Gesprochen wird die Reihe u.a. von Brigittes geclonter Stimme und von KI-Stimmen. GfA Kulturwelten: Tango Argentino – Folge 3 Das Goldene Zeitalter (1935–1955)  Zusammenfassung  In der dritten Folge unserer Tango-Reihe tauchen wir ein in das Goldene Zeitalter des argentinischen Tangos zwischen 1935 und 1955. Diese Epoche markiert den Höhepunkt der Tango-Kultur in Buenos Aires: große Orchester füllten die Milongas, legendäre Musiker schufen zeitlose Aufnahmen, und der Tango wurde zum kulturellen Herzschlag Argentiniens. Wir lernen die vier großen Stilrichtungen kennen – den energiegeladenen Rhythmus von Juan D'Arienzo, die elegante Melodik von Carlos Di Sarli, die dramatische Intensität von Osvaldo Pugliese und die herzliche Wärme von Aníbal Troilo. Dabei beleuchten wir auch die politische Dimension unter der Perón-Regierung und die soziale Bedeutung der Milongas als urbane Rituale. Die Folge endet mit einem Ausblick auf den Niedergang nach 1955 und bereitet vor auf die Transformation des Tangos, die wir in Folge 4 erkunden werden.  Stichworte  Argentinischer Tango, Goldenes Zeitalter, Buenos Aires, Orquestas típicas, Juan D'Arienzo, Carlos Di Sarli, Osvaldo Pugliese, Aníbal Troilo, Milongas, Tango canción, Perón-Ära, Bandoneon, Tango-Geschichte, Argentinische Musik, Kulturgeschichte, Sozialgeschichte, Tango-Orchester, 1930er Jahre, 1940er Jahre, Tango-Interpreten, La Yumba, Tango-Rhythmus, Kulturpolitik, Musikalisches Erbe  Historische Quellen und Literatur: Castro, Donald S. (1991): The Argentine Tango As Social History, 1880-1955: The Soul of the People. Edwin Mellen Press. * Link, Kacey & Wendland, Kristin (2016): Tracing Tangueros: Argentine Tango Instrumental Music. Oxford University Press. * Clark, Walter Aaron (Hrsg., 2024): The Cambridge Companion to Tango. Cambridge University Press. * Benzecry Sabá, Gustavo (2011): The Quest for the Embrace: The History of Tango Dance 1800-1983. * Academia Nacional del Tango (Buenos Aires): https://www.anacionaldetango.org.ar [https://www.anacionaldetango.org.ar] * Tango.info – historische Tango-Datenbank: https://www.tango.info [https://www.tango.info] Archive und Multimedia:   * Todo Tango - Archivo Digital de Tango: https://www.todotango.com [https://www.todotango.com] * Leider sind die Institutionen, Ressourcen etc. nicht mehr im Netz nicht erreichbar oder werden aus Sicherheitsgründen blockiert. Weiterführende Links:   * UNESCO Intangible Cultural Heritage – Tango: https://ich.unesco.org/en/RL/tango-00258 [https://ich.unesco.org/en/RL/tango-00258] * Museo Casa Carlos Gardel (Buenos Aires): https://museocasacarlosgardel.buenosaires.gob.ar [https://museocasacarlosgardel.buenosaires.gob.ar]   Produktion: GfA – Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V., TG Kunst und Kultur    Mehr von der Gesellschaft für Arbeitsmethodik  Der Verein und seine übrigen Angebote: gfaev.de  [https://gfaev.de] Unsere anderen Podcastreihen:  GfA – Der Podcast · Kybernetik, Systemtheorie und die Frage nach dem Bewusstsein der Maschinen: gfa-ev.com  Beyond the Algorithm (englisch) · Dieselben Fragen auf Englisch, ein Denker pro Folge, von Spencer-Brown bis Bateson: bta.global-future-association.com [https://bta.global-future-association.com]  Gut zu Wissen: KI & SEO Insights · Künstliche Intelligenz, Suche und strukturierte Daten, näher an der täglichen Praxis: gfaev.eu  [https://gfaev.eu] GfA- Aktuelle und historische Vorträge · aus dem Verband: gfa-web.de  [https://gfa-web.de]

27. feb. 202622 min
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Vom Skandal zum Welterfolg. Episode 2

GfA Kulturwelten  Kunst, Musik und Kulturgeschichte, ein Podcast der Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V. Die Reihen wechseln, bisher unter anderem eine Serie zur Kunst der Kunstbewertung und eine zur Geschichte des Tango Argentino, von den Anfängen in Buenos Aires bis nach Paris. Zu jeder Folge gibt es ausführliche Shownotes mit Literaturangaben, für alle, die weiterlesen wollen.  Von Brigitte E. S. Jansen. Gesprochen wird die Reihe u.a. von Brigittes geclonter Stimme und von KI-Stimmen.   Tango 2: Vom Skandal zum Welterfolg — Tango in Paris und Co.  Paris, 1913. Gläser klirren, Stoff raschelt, eine Stadt, die gewohnt ist, Trends zu erfinden. Und dann kommt etwas herein, das nicht ganz dazu passt: ein fremder Rhythmus, ein Schritt, der enger ist als alles, was man hier kennt. Der Tango kommt nach Europa nicht als Original, das man einfach übernimmt. Er kommt als Gerücht, als Mode, als Versprechen von etwas Ungezähmtem.  Diese Folge schaut auf den Moment, in dem der Tango vom Skandal zum Welterfolg kippt.  Was wir in dieser Folge erkunden:  Wie Paris den Tango nicht nur bewundert, sondern sofort bearbeitet, veredelt, verkauft, normalisiert. Der Schlüsselort ist Magic City, ein Vergnügungspark der Elite, wo aus dem rohen Buenos-Aires-Tango eine neue, salonfähige Version wird. Theoretisch gesprochen: Domestizierung. Ein Prozess, bei dem der Skandal nicht beseitigt, sondern zum Marketinginstrument wird.  Wie Exotisierung funktioniert: Das Fremde wird konsumierbar. Der Körper wird Attraktion. Der Tango bekommt eine erotische, südamerikanisch aufgeladene Aura, und zündet genau deshalb so schnell, weil er neu ist, aber nicht unverständlich. Riskant wirkt, aber zähmbar bleibt.  Die Tango-Tees: Tango wandert vom Abend in den Nachmittag, von der Nacht in den Salon. Das klingt harmlos, ist aber kulturell radikal, denn es zieht den Tango aus der Zone des Anrüchigen heraus, ohne ihn ganz unschuldig zu machen.  Die moralische Debatte: Kirchliche Kreise in Italien, symbolische Verbote, die berühmte Geschichte von 1914, dass der Papst den Tango missbillige und stattdessen die Furlana empfehle. Die Wirkung solcher Geschichten ist klar: Skandal ist Reichweite. Und genau das passiert.  Der Domino-Effekt: Von Paris nach London, Berlin, Sankt Petersburg, New York. Presseberichte, Illustrationen, Tanzschulen, Modeartikel, alles spielt zusammen. Tango wird transatlantisch, nicht nur als Reise, sondern als Austausch. Er verändert sich in beide Richtungen.  Und dann der Punkt, der oft übersehen wird: die Rückwirkung auf Buenos Aires. Als Paris den Tango feiert, verändert sich seine Stellung im eigenen Land. Der internationale Blick liefert Legitimation, in Rückimport von Prestige. Plötzlich gilt der Tango in bürgerlichen Kreisen Argentiniens als gesellschaftsfähig. Nicht weil er sich verbessert hätte, sondern weil sich der Blick auf ihn verändert hat.  Was geht verloren, wenn Tango salonfähig wird? Die soziale Schärfe, die Erinnerung an Armut und Migration, die konkreten Körpererfahrungen aus den Conventillos. Was wird gewonnen? Reichweite, und eine neue Art von Tiefe. Der Tango wird zu Kunst, zu Stil, zu Lebensgefühl.  In der nächsten Folge: die goldene Ära. Stimmen, Namen, Ikonen,und wie aus einer urbanen Praxis eine musikalische Welt wird, die ganze Jahrzehnte prägt.    Literaturhinweise * Sophie Benn. “Sounding Cosmopolitan Modernity: Magic-City, la Parisienne, and the Tango, 1911–1914.” Twentieth-Century Music, 2025. (Cambridge University Press, PDF).  * “Dancing with ‘le sexe’. Eroticism and exoticism in the Parisian reception of tango.” CLIO. Women, Gender, History, 2017/2. (Cairn).  * “Teatime Tango.” WMODA (Wiener Museum of Decorative Arts), 10 Jan 2020. (Über Paris thé dansants 1912 und die Ausbreitung der Tango-Teas).  * “The Tango Craze of 1913.” British Newspaper Archive Blog, 8 Oct 2019. (Pressespiegel-Kontext, Popularitätswelle).  * “THE TANGO CRAZE. ALL LONDON TO DANCE IT.” The Townsville Daily Bulletin (über Daily Mail), 20 Dec 1913. (Trove, Primärquelle zu „tango teas“, „tango dinners“ etc.).  * Marta E. Savigliano. Tango and the Political Economy of Passion. Westview Press, 1995. (Rahmen: Tango als Ware/Strategie/Begehren in Machtverhältnissen)   Mehr von der Gesellschaft für Arbeitsmethodik  Der Verein und seine übrigen Angebote: gfaev.de  [https://gfaev.de] Unsere anderen Podcastreihen:  GfA – Der Podcast · Kybernetik, Systemtheorie und die Frage nach dem Bewusstsein der Maschinen: gfa-ev.com  Beyond the Algorithm (englisch) · Dieselben Fragen auf Englisch, ein Denker pro Folge, von Spencer-Brown bis Bateson: bta.global-future-association.com [https://bta.global-future-association.com]  Gut zu Wissen: KI & SEO Insights · Künstliche Intelligenz, Suche und strukturierte Daten, näher an der täglichen Praxis: gfaev.eu  [https://gfaev.eu] GfA- Aktuelle und historische Vorträge · aus dem Verband: gfa-web.de  [https://gfa-web.de]

28. jan. 202618 min
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Kulturwelten: Musik und Tanz

GfA Kulturwelten  Kunst, Musik und Kulturgeschichte, ein Podcast der Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V. Die Reihen wechseln, bisher unter anderem eine Serie zur Kunst der Kunstbewertung und eine zur Geschichte des Tango Argentino, von den Anfängen in Buenos Aires bis nach Paris. Zu jeder Folge gibt es ausführliche Shownotes mit Literaturangaben, für alle, die weiterlesen wollen.  Von Brigitte E. S. Jansen. Gesprochen wird die Reihe u.a. von Brigittes geclonter Stimme und von KI-Stimmen. Tango 1: Ursprünge im Schmelztiegel von Buenos Aires  Buenos Aires, Ende des 19. Jahrhunderts. Eine Stadt, die sich selbst noch nicht versteht. Schiffe legen an, Menschen kommen aus Italien, Spanien, Osteuropa, Afrika und verlieren unterwegs fast alles, was sie kannten. In den engen Innenhöfen der Conventillos, in Hafenkneipen und Hinterzimmern entsteht etwas, das niemand geplant hat: der Tango Argentino.  Diese Folge schaut hinter die romantische Legende. Der frühe Tango war nicht elegant, nicht weltberühmt, er war roh, widersprüchlich und zutiefst menschlich. Ein Tanz, der nicht gefallen wollte, sondern Raum aushandelte.  Was wir in dieser Folge erkunden:  Warum Buenos Aires um 1900 ein sozialer Druckkochtopf war, Männerüberschuss, prekäre Jobs, Enge, keine alten Netze, keine neuen noch. Wie Tango als Produkt der Hybridisierung entstand: nicht einfach Einfluss A plus Einfluss B, sondern etwas Drittes, das es vorher nicht gab. Welche Rolle Moralpanik spielte, warum bürgerliche Milieus den Tango früh als Bedrohung wahrnahmen, und was das über Klassenmischung, Körpernähe und Migration verrät. Was Liminalität bedeutet: das Leben im Dazwischen, und warum der Tango für viele Einwanderer ein Raum war, in dem man Zugehörigkeit erst einmal nur proben konnte, für drei Minuten. Tango als Mikrovertrag: Führung wird nicht genommen, sie wird angeboten. Und sie muss angenommen werden, sonst funktioniert es nicht.  Musikalisch gehen wir in die Guardia Vieja, die frühe Phase des Tango. Wir hören, wie der Tresillo aus afroatlantischen Traditionen dieses leicht versetzte Grundgefühl erzeugt, das einen nie ganz bequem im Takt sitzen lässt. Wir reden über die Habanera-Logik, über das Bandoneon als kulturellen Kurzschluss (ein europäisches Instrument, das zum Emblem einer argentinischen Stadtseele wurde), und über El Choclo als frühes Beispiel für Tango als urbane Erzählweise: knapp, manchmal bissig, manchmal plötzlich zärtlich.  Dazu: wie die Organitos, kleine Straßendrehorgeln, Melodien in die Stadt trugen, bevor es Radio gab. Und was passiert, wenn frühe Aufnahmen einen Stil plötzlich konservierbar, imitierbar, normierbar machen.  Ein letzter Punkt, der lange unterschätzt wurde: der afro-argentinische Anteil am Tango. Rhythmus, Perkussionstraditionen, Bewegungsformen, das alles lässt sich ohne diese Geschichte nicht verstehen. Buenos Aires ist nicht nur europäisch geworden, sie ist auch afrikanisch geblieben.  Der Tango hat keine saubere Stunde Null. Er ist ein Prozess. Und wenn du nach dieser Folge El Choclo hörst, hörst du nicht nur ein altes Stück, du hörst eine Stadt, die sich selbst erfindet.  Musik & Quellen  Intro und Nach-Intro: Cool-GfA. El Choclo: "Victor matrix B-3624. El choclo / Victor Argentine Orchestra." Discography of American Historical Recordings. UC Santa Barbara Library, 2026. Web. 7 January 2026.  Literatur: Thompson, Robert Farris. Tango: The Art History of Love. Pantheon Books, 2005. — Denniston, Christine. The Meaning of Tango. Portico, 2007/2008. — Savigliano, Marta E. Tango and the Political Economy of Passion. Westview Press, 1995. — Alberto, Paulina L. "Nineteenth-Century Afro-Argentine Origins of Tango." In: The Cambridge Companion to Tango. Cambridge University Press. — Chasteen, John Charles. National Rhythms, African Roots. — "Conventillo." Encyclopedia.com.   Mehr von der Gesellschaft für Arbeitsmethodik  Der Verein und seine übrigen Angebote: gfaev.de  [https://gfaev.de] Unsere anderen Podcastreihen:  GfA – Der Podcast · Kybernetik, Systemtheorie und die Frage nach dem Bewusstsein der Maschinen: gfa-ev.com  Beyond the Algorithm (englisch) · Dieselben Fragen auf Englisch, ein Denker pro Folge, von Spencer-Brown bis Bateson: bta.global-future-association.com [https://bta.global-future-association.com]  Gut zu Wissen: KI & SEO Insights · Künstliche Intelligenz, Suche und strukturierte Daten, näher an der täglichen Praxis: gfaev.eu  [https://gfaev.eu] GfA- Aktuelle und historische Vorträge · aus dem Verband: gfa-web.de  [https://gfa-web.de]

14. jan. 202623 min