SWR Aktuell Im Gespräch

Online-Informationssystem: NIWIS warnt bundesweit vor Wasserknappheit

6 min · 15. juli 2026
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Jörg Uwe Belz ist Hydrologe an der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz. Die Behörde ist für das Portal mit der Abkürzung NIWIS maßgeblich verantwortlich. In SWR Aktuell erklärt er, wie das Niedrigwasser-Informationssystem funktioniert: "Niwis liefert online einen bundesweiten Überblick über die Situation der Gewässer und des Grundwassers. Dargestellt werden die aktuellen Messwerte einer Unzahl von Stationen. Und diese Werte werden eingeordnet, damit man das als Laie auch verstehen kann. Zum Beispiel: Der Wasserstand des Rheins ist gerade sehr niedrig" WARUM EIN WASSERENTNAHMEVERBOT EINGEHALTEN WERDEN MUSS Das Informationssystem zeigt den Kommunen an, wann übermäßiger Wasserverbrauch, etwa das Befüllen des privaten Pools oder den Rasen zu wässern, unterbleiben soll. In diesem Fall würde ein Verbot der Wasserentnahme ausgesprochen. Das geschah zuletzt in 80 Landkreisen. Das Verbot zu missachten, kann teuer werden: "Bis zu 100.000 Euro Strafe kann das kosten. Denn das hätte ökologische Folgen, weil Gewässer ein Lebensraum sind." Wenn Gewässer sich zu stark erwärmen oder gar austrocknen, kann es zum Fischsterben kommen. Und natürlich bedeutet Niedrigwasser auch wirtschaftliche Einbußen, etwa für die Binnenschifffahrt. "Wir haben dann außerdem Probleme bei der Energieerzeugung mit Wasserkraft." WIE NIEDRIGWASSER VORGEBEUGT WERDEN KANN  Es kann aber auch sein, dass zu viel Regen fällt. Viel Wasser fließt an der Oberfläche ab. "Man muss deshalb den Landschaftshaushalt robuster machen. Das Regenwasser muss in der Fläche zurückgehalten werden. Ein Weg ist die Renaturierung von Mooren. Die können in sehr hohem Maße Wasser speichern. Wir könnten auch mit der Wiederbelebung von Altarmen begradigter Flüsse Wasser zurück in die Landschaft bringen." Es gibt also eine Vielzahl an Möglichkeiten. „Wichtig ist, dass sie auch angewandt werden“, sagt Jörg Uwe Belz im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Christian Rönspies.

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Bahnmitarbeiter nach Angriff aus Zug gestürzt: Scharfe Kritik an Entscheidung des Gerichts

Nach dem lebensgefährlichen Sturz eines Bahnmitarbeiters aus einem fahrenden Zug [https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/bahn-mitarbeiter-verletzt-100.html] bei Ettlingen gibt es Kritik an der Entscheidung des Amtsgerichts Karlsruhe, den mutmaßlichen Angreifer wieder auf freien Fuß zu setzen. Wie SWR-Reporterin Ninja Degen im Interview mit SWR Aktuell Radio-Moderator Jonathan Hadem berichtet, war der 26-jährige Sicherheitsmitarbeiter am Freitagabend bei einer Fahrscheinkontrolle in eine Auseinandersetzung mit einem Fahrgast geraten. Dabei wurde eine Zugtür beschädigt. Der Bahnmitarbeiter stürzte bei Tempo 120 aus dem fahrenden Zug und wurde lebensgefährlich verletzt. Gericht lehnt Untersuchungshaft ab Das Amtsgericht Karlsruhe begründet die Entscheidung mit Zweifeln am genauen Tatablauf, nachdem ein Überwachungsvideo angeschaut wurde. Außerdem fehle ein Haftgrund: Der 36-jährige Tatverdächtige habe einen festen Wohnsitz, familiäre Bindungen und eine Arbeitsstelle, weshalb keine Fluchtgefahr bestehe. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kritisiert die Entscheidung scharf und spricht von einem falschen Signal für Beschäftigte im Bahnverkehr. EVG und GDL fordern strengere Strafen und mehr Schutz für Bahnmitarbeitende. Hintergrund ist die zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte: Nach Angaben der Bundesregierung wurden im vergangenen Jahr rund 2.700 Mitarbeitende der Bahn angegriffen, elf Prozent mehr als im Vorjahr.

20. juli 20264 min
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Neuer Premier in Großbritannien: Burnham soll politische Stabilität bringen

Nach dem Rücktritt von Keir Starmer vor vier Wochen bekommt Großbritannien einen neuen Premierminister. Der neue Labour-Parteichef Andy Burnham [https://www.tagesschau.de/ausland/europa/andy-burnham-portraet-100.html]soll heute von König Charles III. offiziell mit der Regierungsbildung beauftragt werden. Er ist bereits der siebte Premierminister seit dem Brexit-Referendum vor zehn Jahren. REGIERUNGSWECHSEL OHNE NEUWAHLEN MÖGLICH Die Leiterin des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in London, Canan Atilgan, sieht die Ursache für die häufigen Regierungswechsel vor allem im britischen politischen System. Ein Premierminister kann dort auch ohne Neuwahlen abgelöst werden, wenn er den Rückhalt der eigenen Partei verliert. Zudem spielten Führungsstärke und Charisma eine größere Rolle als etwa in Deutschland, so Atilgan im Interview mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem.

20. juli 20265 min
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Service: Heizungsförderung wird gekürzt: Jetzt noch schnell neu kaufen?

> Ungefähr so kompliziert, wie man es nur machen kann > > > Quelle: Saidi Sulilatu, Chefredakteur Finanztip Die Bundesregierung plant umfassende Kürzungen bei der Förderung von Wärmepumpen, was Eigentümer vor neue Herausforderungen stellt. Die Einschätzung von Finanztip [https://www.finanztip.de/heizen-sanieren/]-Chefredakteur Saidi Sulilatu ist, die neuen Regelungen seien „ungefähr so kompliziert, wie man es nur machen kann“. Konkret werden die förderfähigen Kosten für eine neue Wärmepumpe zunächst von bisher maximal 30.000 Euro auf 28.000 Euro reduziert. Ab dem Jahr 2027 werden diese Summen laut Sulilatu sogar „alle sechs Monate um weitere 750 Euro“ abgesenkt. Die staatliche Unterstützung für den Heizungstausch schrumpfe kontinuierlich zusammen. Für Verbraucher bedeutet das, dass sie sich auf geringere Zuschüsse einstellen müssen. Sulilatu rät daher dazu, sich intensiv mit den Bedingungen auseinanderzusetzen, da viele Fördermaßnahmen schrittweise „mit der Zeit abgesenkt“ werden und die finanzielle Belastung für Eigentümer dadurch spürbar zunimmt. "EFFIZIENZBONUS" FÄLLT WEG Neben den sinkenden Gesamtsummen fallen auch bewährte Bonusregelungen weg oder werden drastisch verschärft. So warnt Sulilatu eindringlich, der „vertraute Effizienzbonus“ falle weg, damit werde eine wichtige Säule der staatlichen Unterstützung [https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284] ersatzlos gestrichen. Auch beim „Klimageschwindigkeitsbonus“ müssen Hauseigentümer erhebliche Abstriche hinnehmen, da dieser Anreiz künftig alle sechs Monate um jeweils vier Prozentpunkte schrumpft. Wichtig ist auch, wo ein Gerät gebaut worden ist: Wer bei der Grundförderung nicht auf ein Modell „Made in Europe“ setzt, erhält laut Sulilatu statt der üblichen 30 Prozent nur noch 15 Prozent der förderfähigen Kosten erstattet. Diese Einschnitte machen deutlich, dass der Staat die Förderschraube spürbar anzieht. Der Finanzexperte macht in seiner Analyse klar, dass durch diese restriktiven Vorgaben die Anschaffung einer Wärmepumpe ohne europäische Technik für einen Großteil der Bevölkerung deutlich unattraktiver wird. > Bisherige Förderung wurde ziemlich spontan abgeschaltet > > > Quelle: Finanztip-Chefredakteur Saidi Sulilatu Die neuen Regeln bringen zwar eine soziale Staffelung mit sich, doch für die Mehrheit der Betroffenen verschlechtern nach Ansicht von Sulilatu die Konditionen. Zwar gebe es nun einen Einkommensbonus von „40 Prozent, aber nur für ein zu versteuerndes Einkommen bis 30.000 Euro“, was primär Geringverdienern zugutekomme. Sulilatu sagt, wer jetzt jedoch versuche, noch schnell von den alten Konditionen zu profitieren, werde enttäuscht, denn das zuständige KfW-Antragsportal wurde bereits „ziemlich spontan abgeschaltet“. Ein Einreichen nach altem Recht ist somit kaum noch möglich. Eine ultrakurze Übergangsfrist existiert laut Sulilatu „nur, wenn ich einen Antrag von meiner Heizungsfirma bereits habe“, welcher dann zwingend „bis zum 20. Juli um 20 Uhr“ eingereicht werden muss. Wer diese extrem knappe Deadline verpasst, fällt automatisch in das neue System. Sulilatu kritisiert, dass diese abrupte Umstellung viele Modernisierungswillige unvorbereitet trifft. > Fossile Heizungen werden auf Dauer schwierig Trotz des sinkenden Förderniveaus warnt Sulilatu eindringlich vor Torschlusspanik und übereilten Entscheidungen ohne fundierte energetische Planung. Wer jetzt überhastet agiert und Fehler macht, werde am Ende „sehr viel mehr an Betriebskosten“ zahlen, als er durch die verlorenen Fördergelder jemals eingebüßt hätte. Auch der vermeintliche Ausweg, wieder auf eine klassische Öl- oder Gasheizung zu setzen, birgt laut Sulilatu existenzielle finanzielle Gefahren für Eigentümer. Da Energieanbieter per Gesetz bis 2045 komplett auf grüne Brennstoffe umstellen [https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2026/07/20260710-gebaeudemodernisierungsgesetz.html] müssen, werde der CO2-Preis auf Gas und Öl in den kommenden Jahren weiter steigen - und Biokraftstoffe Mangelware bleiben. Sulilatu prognostiziert daher unmissverständlich, dass „fossile Heizungen auf die Dauer schwierig werden“ und Verbraucher in eine Kostenfalle treiben.

18. juli 20266 min
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Zwei Brüder zeigen an Schulen und Kindergärten, wie sich Konflikte friedlich lösen lassen

Die beiden haben die gemeinnützige GmbH „Entschlossen gegen Gewalt“ gegründet und sind an Schulen und Kindergärten in Baden-Württemberg aktiv. Simon Reinöhl sagt, welche Gewalt vorkommt, hänge oft auch von den Schulformen ab. An Haupt- und Realschulen überwiege die körperliche Gewalt, an Gymnasien die psychische Gewalt: „Beide Gewaltformen hängen zusammen. Manche lösen Konflikte körperlich, die anderen eher subtil über Mobbing oder die sozialen Medien.“ WO KOMMT DIE GEWALT HER? Simon Reinöhl sagt, Kindergärten und Schulen seien prädestiniert für Gewalt. Das gelte auch für die Familie. „Wenn ich Kinder frage, wo sie schon mal Gewalt erlebt haben, dann nennen sie meist Geschwister und Schule.“ Auf der anderen Seite seien Schule und Kindergarten Orte, zu denen die Kinder „zwangsweise gehen müssen“. Dort müssten 30 Kinder dann Zeit miteinander verbringen, ob sie nun wollten oder nicht. „Kinder haben Bedürfnisse, sie wollen sie beweisen, brauchen Bestätigung. Sie wollen sich sozial und körperlich ausprobieren,“ sagt Simon Reinöhl im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr.

17. juli 20265 min