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„Künstler für den Frieden“ Folge V: Uwe Steimle – tapferer Schneider vor vollen Sälen

Manche summen heute auf die berühmte Pete-Seeger/Marlene-Dietrich-Melodie neue Zeilen: „Sag mir, wo die Künstler sind? Die Künstler für den Frieden?” Gemeint sind: die gegen Russenhass, Palästinenser-Abschlachtung, Medien-Gleichschaltung und Aufrüstung noch auftreten und aufrufen. Von den kommerziellen Stars in West-Deutschland haben sich (außer Lisa Fitz, Katja Ebstein, Reinhard Mey, Dieter Hallervorden und Peter Maffay) die meisten davon verabschiedet – ungefähr seit 1999, dem Belgrad-Überfall der NATO. Die Niedeckens, Lindenbergs und Wim Wenders ziehen es wohl vor, zum Staatsdenkmal ihrer eigenen größeren Vergangenheit zu erstarren. Von Diether Dehm. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Nicht so in Ostdeutschland. Der Erste, der einem da ein- und auffällt, ist Uwe Steimle. Als dieser noch als junger Vorzeige-Volksschauspieler aus dem Osten gehandelt wurde, war er von PDS, Linkspartei und Friedensbewegung heiß umworben und für Bundespräsidentenwahlen in den Reichstag eingeladen. Als er sich dann aber rieb am nationalistischen Kesseltreiben gegen die in Teilen recht gemäßigte AfD, galt er plötzlich als „Extremisten-Fan“. Obwohl wahrer Extremismus doch im Aufrüstungswahn gipfelt oder im Überfall auf die Sowjetunion, der sich im Juni 2026 jetzt zum 85. Mal jähren wird. Von nun an arbeitete sich Staats-Comedian Böhmermann an seinem Ost-Kollegen ab, wurde Uwe Steimle vom witzlosen TV-Kabarettisten Florian Schröder angegiftet, von Stefan Locke (dem FAZ-Propagandisten des „NATO-Doppelbeschlusses”), von Heinrich Löbbers in der Sächsischen Zeitung und von „linken” Landtagsabgeordneten: Er wäre ja „nach rechts offen“ (sowas wie das Verfassungsschutz-Etikett „gesichert rechtsextrem“, woraus Steimle jetzt „gesichert unbequem” macht). Ein Grüner und berüchtigter „Umweltaktivist” nannte ihn gar einen „völkisch-antisemitischen Jammer-Ossi”, was dann gerichtlich ausgetragen wurde. Wohlbemerkt: Solche Nazi-Verleumdungen kommen ausgerechnet von Publizisten, die für bekennende Faschisten im israelischen Kabinett nur ein Augenzwinkern übrig haben; oder für die ukrainischen Anhänger der SS-Sondereinheit „Dirlewanger”; für die mit keltischen Kreuzen und Reichsadlern behangenen Vermarkter von Gedenktempeln (wie dem Asov-Jugendzentrum „Centuria”); für die Linken- und Juden-Schlächter Bandera und Schuchewytsch; und die – weil ein „Kreml-Kritiker” nun mal keinen „Nazi-Sprech” benutzt – jetzt unter den Teppich kehren, dass Nawalny Ausländer als „Ungeziefer” aus Russland vertreiben wollte. Ja, und dann gibt es noch die „ARD-AfD-Experten”, die es zwar für stinknormal halten, dass in CDU- und SPD-Bundestagsbüros seit Jahrzehnten Hunderte Familienmitglieder angestellt worden waren, es aber jetzt als „typisch rechte“ Vetternwirtschaft verbellen, wenn die geächtete AfD engere Freunde als Mitarbeiter vorzieht. Auch sowas löste bei Uwe Steimle die Unrechts-Allergie aus, die er sich seit der DDR bewahrt hat. Die Kriegstreiber hinter und vor den Kulissen wurmt aber besonders, dass der Solokünstler jede große, meist Wochen vorher ausverkaufte Halle füllt und weit über die sechs Länder hinaus der populärste Friedenskünstler aus dem Osten war und bleibt. Als 2016 der traditionell hoch angesiedelte „Preis für Demokratie“ aus vorgeblicher Geldnot gestrichen werden sollte, bot Steimle aus privater Tasche 5.000 Euro für dessen Fortbestand. Gleichwohl wurde dem staatskritischen Quotenbringer vom MDR „schweren Herzens“ überall gekündigt. Als er dann vom Kabarettisten und Nazi-Opfer Werner Finck dessen Programmtitel „Kraft durch Freunde“ auf sein T-Shirt druckte, war es den woken Extremismusexperten sofort klar: dieser Alt-Linke muss zum Neu-Rechten umgerubelt und aus dem gebührenfinanzierten TV getilgt werden. Auch die populäre Sendung „Steimles Welt“ geriet aufs ARD-Schafott. Aber: die Publikumsempörung war überbordend – 50.000 unterschrieben in drei Tagen gegen das öffentlich-rechtliche Berufsverbot. Aber das Schärfste kam noch: der MDR erwiderte beleidigt, Steimle habe die ARD ja doch öffentlich kritisiert – wegen … „zu viel Staatsnähe”: Haltet den Dieb, der hat noch meinen Dolch im Rücken! Es folgten rufschädigende Eintragungen bei Wikipedia, diesmal in altdeutscher Sippenhaft-Tradition: Vater und Mutter Steimle seien ja beim DDR-Ministerium für Staatssicherheit gewesen. Das geheimdienstlich stimulierte Wikipedia macht da bei „Putin-Freunden” keine Gefangenen. Und auch keine Differenzierung: Uwes Vater war nämlich aufgrund seiner NVA-Funktion automatisch beim MfS akkreditiert, und seine Mutter – noch feinerer Unterschied – war formal beim DDR-Innenministerium angestellt, weil sie Schreibkraft im Dresdner Staatsarchiv war. Gleichwohl: Viele Fans des Wikipedia- und Berufsverbote-Opfers übersehen bei ihrem Protest pro Steimle dessen eigentliche Größe: sein ausgefeiltes Talent für Schauspielerei. In über 15 Jahren und in 32 Folgen hatte er bis 2009 den jugendlichen Polizeikommissar Jens Hinrich im „Polizeiruf 110“ als Chefermittler gespielt, wo seine Rollengestaltung selbst unterdurchschnittliche Drehbuch-Dialoge zu überdurchschnittlichem Leben erweckte. Und das auch – typisch „gesichert-rechtsaffiner Ossi” – in amourösen Szenen! Und zu alledem kann er auch schön singen. Uwe Steimle ist im Privatleben passionierter Bildersammler, ohne Weiterverkaufsabsicht und Ambition auf spekulativen Wertzuwachs. In seinem Dresdner Haus im Südosten der Stadt hängen auf zwei Stockwerken echte Gemälde von Querner, Rosenhauer, Zitzmann und Uwe Pfeifer. Oft Porträts sogenannter „einfacher” Leute in ihrer poetischen Vielfalt, proletarische, bäuerliche Gesichter, wie sie ein Klassenkampf furcht, der tagtäglich um die Vorräte der Menschheit geführt wird – den aber seine Betreiber theoretisch meist gar nicht kennen. Daneben hängen verschneite Fachwerkhäuser, die nach Lebkuchen und Leberwurst duften – oder nach anderen Resultaten gebildeter Hände. Seine Wände sind voller Ausdrucke aus Irdischem von überall. Und, so internationalistisch sind auch Steimles lokale Kunstfiguren auf der Bühne. Nur, weil wir Aufgeklärten „von heute” nicht tief genug in uns hinein nach den alten Mythen und Märchen unserer Kindheit lauschen, die unsere Vorstellungen immer noch prägen, soll ich „das tapfere Schneiderlein” ausblenden, das mir immer hinter die Augen steigt, wenn ich Steimle auf der Bühne sehe?! Oder den Schwejk, als der er – auf den Schultern von Hasek und Brecht – grobe Macht mit aufgerissenen Kinderaugen feinsinnig unterminiert? In seinen Programmen verkörpert Steimle die Biegsamkeit der List, wenn er Worthülsen hinterfragt wie „Sondervermögen”, „Verschwörungstheorie”, „Abschreckung”, „Dissidenten”. Und so kitzelt er einen zweiten, exakteren Sinn sogar aus Plattitüden. Zum Beispiel so: „Früher hieß es Klassenfeind. Heute heißt es Marktführer”; „Demokratie heißt heute: Man darf sagen, was man denkt. Aber man muss vorher wissen, wer zuhört”; „Die Wiedervereinigung war wie eine Ehe: erst große Liebe, dann Kontoauszug”; „Früher Planwirtschaft, heute Finanzplan – überrascht werden wir immer noch!”; „Der Ossi wollte reisen, jetzt reist er zur Arbeit”; oder: „Man nennt es heute Narrativ – früher hieß das Gerücht.” Das kommt alles so leise und nebenbei angeflattert, mit sparsamen, weil reichhaltigen Gesten, sexy und sächsisch. „Der Sachse gibt sich nicht gern zu erkennen. Er ist fischelant, nicht greifbar, höflich, helle, heimtückisch. Nu? Nu!” So steht es auf seinem neusten Buchdeckel, hinter dem er die schönsten Pointen aus seinem Blockbuster-Blog „Aktuelle Kamera“ versammelt – auch gelegentlich mit kritischen, aber nie billig diffamierenden Darstellungen des Erich Honecker. Uwe Steimle hat schon in der DDR – worüber die früheren Granden „not amused waren” – gerne Willy Brandt zitiert. Heute fragt er sich öffentlich, warum er das jetzt unterlassen soll: „Lasst uns ein Volk der guten Nachbarn sein” und „Frieden ist nicht alles. Aber ohne Frieden ist alles nichts.” Titelbild: © Uwe Steimle

7 de mar de 2026 - 10 min
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Wenn ein versenktes Schiff „Stiller Tod“ genannt wird

Am Mittwoch hat ein Unterseeboot der US-Marine die iranische Fregatte IRIS Dena [https://en.wikipedia.org/wiki/Sinking_of_IRIS_Dena] vor der Küste Sri Lankas torpediert und versenkt. Am gleichen Tag zeigte US-Kriegsminister Pete Hegseth auf einer Pressekonferenz ein Video des Angriffs und kommentierte dies nebenbei mit den Worten „quiet death“ – „Stiller Tod“. Wie kann es still sein, wenn ein Schiff explodiert und danach mindestens 87 iranische Seeleute sterben? Der Versuch einer Einordnung von Moritz Müller. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Man sieht auf dem Video, wie die hintere Hälfte des 95 Meter langen Schiffes durch die Detonation des Torpedos einige Meter aus dem Wasser gehoben wird und sich auflöst, während der Bug untertaucht. Die entstehende Wasserfontäne ist höher als das Schiff mit allen Aufbauten. Wie man hier von stillem Tod sprechen kann, ist mir vollkommen schleierhaft, selbst wenn man mangelndes Mitgefühl bei US-amerikanischen Ministern als nicht ungewöhnlich ansieht. Pete Hegseth hat wohl nicht nachgedacht, bevor er diese Worte sagte. Sehr nachdenklich wirkt dieser Befehlshaber der schlagkräftigsten und teuersten Armee der Welt sowie nicht. Dieser Eindruck drängt sich auf, wenn man das Transkript [https://www.war.gov/News/Transcripts/Transcript/Article/4421037/secretary-of-war-pete-hegseth-and-chairman-of-the-joint-chiefs-of-staff-gen-dan/] der Pressekonferenz liest. Bei Hegseth scheinen sich Empathielosigkeit mit mangelndem Überblick gepaart zu haben. Wie er offen über die Zerstörung des Irans und die Tötung von Iranern redet, ist erstaunlich. Die IRIS Dena war auf dem Weg nach Hause, von einer Übung, zu der Indien Schiffe aus 74 Nationen eingeladen hatte. Eine der Voraussetzungen für die Teilnahme an diesem Manöver ist, dass die teilnehmenden Schiffe nicht bewaffnet sind. Dies sagte auch der iranische Botschafter in Indien und auch die indische Seite bestätigte dies [https://www.middleeasteye.net/news/iranian-warship-hit-us-torpedo-defenceless-says-former-indian-official]. Warum die USA dieses unbewaffnete Schiff über 1.000 Seemeilen vom Iran entfernt ohne Vorwarnung versenkt haben, lässt sich mit normalem Menschenverstand nicht erklären. Von dem Schiff ging zu diesem Zeitpunkt keinerlei Gefahr für die USA oder Israel aus. Die USA hätten mit Versenkung drohen können und das Schiff zur Umkehr in einen neutralen Hafen zwingen können. Das iranische Tankschiff IRIS Buschehr ist nach Sri Lanka umgekehrt und die dortige Regierung hat die Besatzung in Sicherheit gebracht und das Schiff in Gewahrsam genommen. Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, der Besatzung des Schiffes Zeit zu geben, die Rettungsboote zu besteigen, bevor man es torpediert und versenkt. Es wird zu untersuchen sein, ob es sich bei der Tat um ein Kriegsverbrechen handelt. Mord und Umweltverschmutzung ist es allemal. Wenn ich die Bilder und Videos der Versenkung betrachte, muss ich an mit Böllern spielende Kinder denken, und wie es Spaß machen kann, etwas zu sprengen. Wenn Menschen sterben, hört der Spaß auf. Bei dem Angriff ging es wohl eher darum, Terror zu verbreiten, das, was die USA und Israel anderen immer vorwerfen. Die Gegner der USA und Israels werden als Terroristen gebrandmarkt und somit zum Abschuss freigegeben. Israels Premierminister Netanyahu sagt jetzt ganz offen, dass er schon seit 40 Jahren das Ziel verfolge, den Iran als gegnerische Macht auszuschalten. Israel besitzt Atombomben, lässt diese nicht von der Atomaufsichtsbehörde inspizieren und ist auch nicht dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten. Es ist nicht sehr glaubhaft, anderen unter diesen Umständen das Recht auf Atomwaffen abzusprechen. Dies ist ja auch einer der täglich wechselnden Gründe, die die USA angeben, warum sie Israel in diesen Krieg gegen den Iran folgen. Der Konflikt könnte sich zu einem Flächenbrand ausweiten und/oder er mündet in einem Bürgerkrieg im Iran. Da würden sich die Machthaber in den USA und Israel natürlich freuen, denn dann hätte man Verhältnisse geschaffen wie im Irak, in Afghanistan, Libyen und Syrien. Teile und herrsche. Die angebliche Bewaffnung kurdischer Gruppen im Irak durch die USA zielt wohl in diese Richtung. Es geht nicht um Demokratie, sondern um die Beseitigung relativ mächtiger und gefestigter Herrschaftsstrukturen. Ein „failed state“ Libyen ist dem sogenannten Westen allemal lieber als ein Libyen unter Gaddafi. Dieser hatte ja versucht, Afrika zu einigen und den Dollar als dominante Währung im Erdölhandel zu umgehen. Auch die Golfmonarchien sind weit davon entfernt, demokratisch zu sein, und doch werden sie von den USA, Europa und Israel hofiert beziehungsweise benutzt. Trotzdem werden sie wohl aus dem Angriff auf den Iran auch andere Schlüsse ziehen als die von den USA und Israel gewünschten. Natürlich kann die Stiftung dieses ganzen Chaos auch nach hinten losgehen und in Bürgerkriegen in den USA oder Israel enden, wenn der externe Gegner irgendwann wegfällt. Die Flüchtenden werden zumeist von den sowieso schon wirtschaftlich geschwächten Nachbarländern der Region aufgenommen oder sie versuchen, nach Europa zu kommen. Weder die USA noch Israel nehmen einen nennenswerten Anteil dieser geschundenen Menschen auf. Nur manche Menschen verlassen gerne freiwillig ihre angestammte Heimat. Jüdische Einwanderer sind in Israel allerdings willkommen. Es fällt in diesen Tagen nicht leicht, einen Ausweg aus der derzeitigen Misere zu sehen. Mit Waffen lässt sich viel Geld verdienen, und sie dienen dem Machterhalt derer, die von diesem System profitieren. Wenn man sich den Zustand der Natur und der natürlichen Ressourcen ansieht, sehe ich, dass uns Menschen das Wasser bis zu Hals steht. Die Menschheit müsste versuchen, zu kooperieren und unsere Gemeinsamkeiten zu sehen. Stattdessen werden Menschen getötet und traumatisiert und Ressourcen und Energie verplempert. Es sollte gar nicht nötig sein, diese Binsenweisheiten immer zu wiederholen. Genauso unnötig sollte es sein, anzumerken, dass, auf hoher See torpediert zu werden, kein „stiller Tod“ ist. Diese Zeilen sollen auch ein Andenken sein an diese hinterhältig ermordeten Seeleute und dass die Genugtuung der US-Regierung über diese Tat unangebracht ist. Es waren sicher auch Rekruten an Bord, die sich diesen Ort nicht ausgesucht hatten. Titelbild: Montage NachDenkSeiten mit Material von By GODL-India [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=184736947] und United States Department of War

Ayer - 6 min
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Wolfram Weimer, der Geheimdienst und die Cancel-Culture: Jetzt kommt die rechte Retourkutsche

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat drei linke Buchhandlungen aus politischen Gründen von einem Preis ausgeschlossen und beruft sich dabei auf nicht veröffentlichte Geheimdienstinformationen. Der Vorgang ist abzulehnen, darum ist es auch zweifelhaft, wenn nun Gruppen applaudieren, die gestern noch selber ähnlich behandelt wurden. Die Meinungsfreiheit muss prinzipiell gegen den Ungeist der Cancel-Culture verteidigt werden. Darum sollte immer Solidarität mit den Betroffenen geübt werden, auch wenn es der politische Gegner ist. Ein Kommentar von Tobias Riegel. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat laut Medienberichten [https://www.sueddeutsche.de/kultur/wolfram-weimer-deutscher-buchhandlungspreis-verfassungsschutz-haber-verfahren-kulturfoerderung-extremismus-li.3396299] drei linke Buchhandlungen wegen Extremismusverdacht vom Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossen. Dem Bericht zufolge wurde dafür das sogenannte Haber-Verfahren genutzt. Dabei informieren die Geheimdienste nur darüber, ob Erkenntnisse vorliegen – nicht aber, welche. Ein Sprecher des Staatsministers teilte am Mittwoch mit, bei allen Einzelfällen habe es verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse gegeben. Die Entscheidung entspreche der Linie der Bundesregierung, politischem Extremismus in jeder Form entschlossen und konsequent zu begegnen. Weitere Infos zu dem sogenannten Haber-Verfahren, mit dem Ministerien von ihnen geförderte Projekte vom Verfassungsschutz überprüfen lassen können, hat die taz in diesem Artikel [https://taz.de/So-ueberprueft-die-Regierung-NGOs/!5507377/] zusammengefasst. Betroffene können sich nicht wehren In einem Schreiben des Göttinger Anwalts Sven Adam hieß es laut NDR [https://www.ndr.de/kultur/buch/extremismusverdacht-buchhandlungen-kuendigen-klagen-an,buchhandlungspreis-100.html], dass die drei Buchhandlungen „The Golden Shop“ (Bremen), „Rote Straße“ (Göttingen) und „Zur schwankenden Weltkugel“ (Berlin) Anfang kommender Woche Klage erheben wollen – sowohl gegen den Kulturstaatsminister als auch gegen den Verfassungsschutz. Die Streichung der Läden von der Nominiertenliste sei ein Eingriff in eine Entscheidung einer unabhängigen Jury ohne belastbare Begründung. Weiter teilten die Anwältinnen und Anwälte mit, es müsse geklärt werden, „wer genau wann und warum auf die Preisvergabe diesen bislang beispiellosen Einfluss genommen hat“. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels betont, Kunst- und Meinungsfreiheit seien für die Arbeit von Buchhandlungen und die Gesellschaft insgesamt von größter Bedeutung. „Umso wichtiger ist es, dass Entscheidungen über Preisträger transparent und primär an kulturellen Kriterien ausgerichtet sind“, sagte Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins. Er sieht in Weimers Vorgehen ein alarmierendes Zeichen, „weil die Kriterien dieses Preises nicht davon betroffen sind“. Guggolz bemängelt zudem im NDR-Bericht, dass kein konkreter Vorwurf im Raum stehe und dass das Haber-Verfahren eigentlich dazu da sei, „um extremistische und terroristische Organisationen, Gruppierungen und Einzelpersonen zu identifizieren“. Das halte er im Zusammenhang mit diesen Buchhandlungen, die auch in den vergangenen Jahren mehrfach schon mit diesem Preis ausgezeichnet waren, in höchstem Maße für fragwürdig. Ohne konkrete Vorwürfe hätten die Buchhandlungen nicht einmal die Möglichkeit, sich zu wehren. Die Heuchelei von (pseudo-)linker Seite Das ist ein sehr befremdlicher und scharf abzulehnender Vorgang – nicht nur der Akt des Ausschlusses selbst, sondern auch der Einsatz des Geheimdienstes dafür. Dazu kommen die nicht genannten Gründe sowie der nun von rechter Seite erklingende Applaus für diese Cancel-Culture. Es wird langsam zur Gewohnheit, dass eine in ihren politischen Handlungen selber radikalisierte „Mitte“ alles als rechten oder linken „Extremismus“ geißeln will, was nicht in den von ihr vorgegebenen Mainstream passt – siehe dazu auch den Artikel „Die ‘Geisterfahrer’ der radikalen Mitte: Alles Extremisten – außer mir! [https://www.nachdenkseiten.de/?p=116590]“. Der Vorgang provoziert aber auch viel Heuchelei: So beschweren sich nun linke Akteure darüber, dass die bittere Medizin, die viele (pseudo-)linke Gruppen in den vergangenen Jahren in auftrumpfender Weise angeblichen „Querdenkern“ oder friedensbewegten „Rechtsradikalen“ verabreichen wollten, nun sie selbst trifft. Zur Nutzung des Ausdrucks „(pseudo-)links“ siehe diesen Artikel [https://www.nachdenkseiten.de/?p=97262] oder diesen Artikel [https://www.nachdenkseiten.de/?p=98657]. Wer applaudiert hat, als in den letzten Monaten in der erlebten Form mit dem Geheimdienst gegen die Oppositionspartei AfD vorgegangen wurde [https://www.nachdenkseiten.de/?p=146917], hat keine starke Position mehr, wenn ähnliche Schikanen dann einen selbst treffen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass immer gegen alle Formen der Cancel-Culture protestiert wird – und zwar von allen politischen Seiten. Denn: Wer das Prinzip einmal zulässt (z.B. die auch von pseudo-linker Seite betriebene Hetze gegen „Querdenker“ und „rechtsradikale Pazifisten“ und die darauf aufgebaute Cancel-Culture), wird morgen dessen nächstes Opfer sein – davor schützt dann auch nicht die eigene Angepasstheit, als es noch gegen die „richtigen“ Gegner ging. Cancel-Culture: Die schwache Reaktion der Rechten Diese Aussagen sollen natürlich nicht den politischen Disput abmildern: Inhaltlich können Rechte und Linke mit aller Härte ihre Debatten ausfechten – aber wenn einer der beiden Seiten schon das Äußern ihrer Inhalte erschwert* werden soll (und das auch noch mit geheimdienstlichen Mitteln), dann sollte auch das jeweils andere Lager solidarisch sein, anstatt den dadurch errungenen Vorteil im Meinungskampf dankend anzunehmen. Darum ist die Reaktion der AfD auf die geheimdienstlich flankierte Cancel-Culture des Kulturstaatsministers Weimer gegen linke Buchhandlungen sehr schwach, die Partei begrüßt den Schritt in einer Erklärung [https://afdbundestag.de/afd-fraktion-wirkt-bei-buchpreisvergabe/] eindeutig. Dass sie damit ein ähnliches Vorgehen gegen die AfD in Vergangenheit und Zukunft indirekt rechtfertigt, scheint die Partei nicht zu beunruhigen – und das sogar kurz nach den jüngsten eigenen Erfahrungen mit einem von Regierungsakteuren mutmaßlich instrumentalisierten Geheimdienst. Die jeweiligen Inhalte der betreffenden Buchläden sollen hier nicht beurteilt werden, denn sie stehen nicht zur Debatte – es sei denn, die Buchhandlungen hätten ihre Räume beispielsweise für merkwürdige „Links“-Terroristen wie die dubiose „Vulkan-Gruppe“ zur Verfügung gestellt oder Ähnliches, dann sähe die Bewertung allerdings anders aus. Ist das nicht der Fall und geht es „nur“ um präsentierte politische Inhalte und Meinungen, so müssen die Betroffenen grundsätzlich verteidigt werden, völlig unabhängig von ihren politischen Meinungen, denn es geht um ein Prinzip: das der Meinungsfreiheit. „Linke“ Buchhandlungen, die Bücher von Daniele Ganser und Albrecht Müller verbannen Andererseits muss erwähnt werden, dass die Meinungsfreiheit in den letzten Jahren eher von (pseudo-)linker Seite unter Druck geraten ist, zumindest bei zentralen Themen wie dem Verhältnis zu Russland, der Energieversorgung, der Migrationsdebatte, der Corona-Aufarbeitung und so weiter. Die Cancel-Culture gegen integre Personen wie Daniele Ganser [https://www.nachdenkseiten.de/?p=94884] und gegen viele Andere [https://www.nachdenkseiten.de/?p=93277] kam eher von (pseudo-)links. Auch gibt es sicher viele sich selber als „links“ wahrnehmende Buchhandlungen, die Bücher von Autoren wie Ganser, Albrecht Müller oder Gabriele Krone-Schmalz aus ihrem Programm verbannt haben (oder sie als „umstritten“ kennzeichnen), weil manche angeblich linke Buchhändler der (Kriegs-)Propaganda einer „radikalisierten Mitte“ [https://www.nachdenkseiten.de/?p=120925] anscheinend hoffnungslos erlegen sind. Auf die ideologisch instrumentalisierten Messen des Buchhandels sind wir etwa im Artikel „Die Russen sind ‘Unrat’: Pamphlet erhält den ‘Friedenspreis’ des Buchhandels [https://www.nachdenkseiten.de/?p=89603]“ oder im Artikel „Kulturpropaganda bei Leipziger Buchmesse: Wenn Spaltung zu ‘Verständigung’ erklärt wird [https://www.nachdenkseiten.de/?p=50350]“ eingegangen. Der Weg für die heute etablierte Unsitte, dass man problematische Meinungen nicht mit Argumenten bekämpft, sondern dass sie gar kein „Recht“ haben, überhaupt geäußert zu werden – dieser Weg wurde auch und (in den letzten Jahren) vor allem von „linker“ Seite bereitet. Dass auf diese abzulehnenden Handlungen eine (ebenso abzulehnende) rechte Retourkutsche folgen würde, war so sicher wie das Amen in der Kirche. Das ist ein Grund mehr, diesen Kreislauf endlich zu durchbrechen: Die linken Buchhandlungen haben nun Solidarität von allen Seiten verdient, auch von rechts – hoffentlich handeln sie dann genauso, wenn es wieder die anderen trifft. *Aktualisierung 6.3.2026, 11.30h: An dieser Stelle wurde das Wort „verboten“ ersetzt. Titelbild: Juergen Nowak / Shutterstock[https://vg08.met.vgwort.de/na/4566b7c2227745158b45f5c8834bedeb]

Ayer - 6 min
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Je mehr sich Merz dem US-Präsidenten Trump unterwirft, umso wichtiger wird das „Ami, Go Home“

Gestern Abend gastierte der Schweizer Historiker Daniele Ganser in Ludwigshafen, übrigens vor einem ausverkauften Haus mit 1.000 Plätzen. Sein Thema: „Die NATO – ein gefährliches Militärbündnis“. Daniele Gansers Botschaft ist eindeutig: Ami, Go Home. Diese Forderung ist in der deutschen öffentlichen Debatte nicht sehr gängig, obwohl sie aktuell und dringlich sein müsste. Und eigentlich nicht einzusehen ist, warum alliierte Truppen 81 Jahre nach Kriegsende immer noch das besiegte Land besetzt halten sollten. Albrecht Müller. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an eine Landkarte mit den Militärstützpunkten der Alliierten in Deutschland, die ich in einem früheren Artikel [https://www.nachdenkseiten.de/?p=146328] auf den NachDenkSeiten schon einmal wiedergegeben hatte: [https://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/260216-US_military_bases_in_Germany.jpg]https://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4ndische_Milit%C3%A4rbasen_in_Deutschland#/media/Datei:US_military_bases_in_Germany.png Quelle: wikipedia – „Ausländische Militärbasen in Deutschland“ [https://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4ndische_Milit%C3%A4rbasen_in_Deutschland] / 36ophiuchi / wikicommons [https://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4ndische_Milit%C3%A4rbasen_in_Deutschland#/media/Datei:US_military_bases_in_Germany.png] / CC BY-SA 3.0 [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0] Die Karte enthält deutlich erkennbar die US-Stützpunkte, dann die NATO-Stützpunkte, britische Stützpunkte und dann solche mit kombinierter Nutzung, also Deutschland plus USA und Deutschland plus Großbritannien und Frankreich. Wenn es zu neuen Konflikten kommen sollte, was angesichts des dreisten Vorgehens der USA wie jetzt im Iran nicht mehr auszuschließen ist, dann sind wir in Deutschland vermutlich eines der ersten Ziele eines Gegenschlags Russlands und anderer betroffener Völker. Wenn wegen des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine und/oder des Konfliktes im Nahen Osten und mit dem Iran ein militärischer Konflikt zwischen Russland und dem Westen wahrscheinlicher werden sollte, dann wird Deutschland angesichts der vielen und vielfältigen militärischen Einrichtungen der USA, der NATO und anderer NATO-Länder in den Mittelpunkt möglicher Ziele militärischer Angriffe rücken. Nebenbei: Das betrifft dann die Region, in der die NachDenkSeiten entstanden sind und nach wie vor betreut werden, in besonderer Weise. Die Ramstein Air Base ist gerade mal 45 km entfernt. Germersheim und das dortige US-Depot nur 30 km, Pirmasens ebenfalls 30 km und das Mannheim US-Depot 54 km. Wir sind umgeben von militärischen Einrichtungen der USA und deshalb unmittelbar gefährdet. Ähnliches gilt für das bayerische Grafenwöhr und andere wichtige Stützpunkte. Zurück zum Kern: Ami, Go Home: Wir alle haben gute Gründe, die Forderung von Daniele Ganser, die USA sollten ihre militärischen Stützpunkte in unserem Land aufgeben, zu unterstützen. Übrigens: Die Bedrohung war geringer, als hier bei uns ein Bundeskanzler für die Außen- und Sicherheitspolitik verantwortlich war, der in seiner ersten Regierungserklärung erklärt hatte: „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein“. Das sagte der frisch gewählte Bundeskanzler Willy Brandt im Oktober 1969. Das klingt nicht nur anders, das ist auch anders als die abenteuerlichen Erklärungen unseres jetzigen Bundeskanzlers, des Friedrich Merz. Falls Sie an einer Veranstaltung mit und von Daniele Ganser teilnehmen wollen, es folgt gleich in Anhang 1 eine Übersicht über seine Termine im Jahr 2026. Wenn Sie ein bisschen mehr über sein Denken und seine Aussagen wissen wollen, dann schauen Sie sich beispielsweise das Gespräch an, das Sevim Dagdelen mit ihm geführt hat. Siehe unten Anhang 2. P.S.: NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser treffen bei Daniele Ganser auf einen großen Sympathisanten der NachDenkSeiten. Bei der Veranstaltung in Ludwigshafen gestern Abend hat er ausdrücklich darauf hingewiesen. Beim folgenden Applaus war erkennbar, dass ein nennenswert großer Teil von Daniele Gansers Zuhörern auch Freunde der NachDenkSeiten sind. Anhang 1: Dr. Daniele Ganser Tour 2026 (Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien) [https://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/260305-Merz-Trump-01.jpg]https://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/260305-Merz-Trump-01.jpg Externer Inhalt Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen. Inhalt von Youtube zulassen Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen Direktlink: https://www.youtube-nocookie.com/embed/B_WUNWdAnsU?si=kCOblwBt5U_WXQDd [https://www.youtube-nocookie.com/embed/B_WUNWdAnsU?si=kCOblwBt5U_WXQDd] Anhang 2:Dr. Daniele Ganser: Eine Abrechnung mit der NATO (Sevim Dağdelen) Externer Inhalt Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen. Inhalt von Youtube zulassen Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen Direktlink: https://www.youtube-nocookie.com/embed/5D749TRBo94?si=kCOblwBt5U_WXQDd [https://www.youtube-nocookie.com/embed/5D749TRBo94?si=kCOblwBt5U_WXQDd]

5 de mar de 2026 - 5 min
episode „Die Mächtigen des Erdkreises sind unzurechnungsfähig und haben keine Scheu vor einem Dritten Weltkrieg“ artwork

„Die Mächtigen des Erdkreises sind unzurechnungsfähig und haben keine Scheu vor einem Dritten Weltkrieg“

„Die Passagen zur sogenannten regelbasierten Ordnung lesen sich so, als hätten die Autoren die letzten Jahrzehnte auf einem anderen Planeten verbracht“ – das sagt der Publizist Peter Bürger [https://friedenstheologie-institut.jimdofree.com/wer-wir-sind/peter-b%C3%BCrger/] zum neuen Positionspapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Thema Krieg. Im Interview mit den NachDenkSeiten rechnet Bürger mit einer Kirche ab, die „die Gewaltlosigkeit des Evangeliums von Jesus zu einer privaten Frömmigkeitsangelegenheit verharmlost“. Der „Schutz vor Gewalt“ sei in dem Positionspapier zwar ein Schlüsselwort, doch: „Palästinensischen Menschengeschwistern möchte ich die Lektüre aber nicht empfehlen, denn der militärische Massenmord an zehntausenden Menschen in Gaza erschüttert die Kirchenleitung in diesem Zusammenhang offenbar nicht.“ Von Marcus Klöckner. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Herr Bürger, wir wollten über die Positionierung der EKD [https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/denkschrift-welt-in-unordnung-EVA-2025.pdf] zum Thema Krieg [https://www.nachdenkseiten.de/?p=142050] sprechen – nun haben gerade die USA und Israel den Iran angegriffen. Was sind Ihre Gedanken? Die Vorstellung von einem Weltkrieg auf Raten bewegt mich nicht erst seit der hiesigen „Zeitenwende“-Propaganda, sondern seit einem Vierteljahrhundert. Aber wie soll man das dauerhaft im Bewusstsein halten und dennoch seinem Tagwerk nachgehen, achtgeben auf die Lebensfreude, ohne die es keine Friedensarbeit geben kann? Also habe ich mir wie viele andere immer wieder eingeredet: Schlimmer kann es nicht mehr kommen. Aber es kommt in immer kürzeren Abständen noch schlimmer. Ein Gedanke ist natürlich, dass dieser Angriff gegen den Iran um Himmels Willen keine Kettenreaktionen mit weiteren Brandherden und Leichenbergen nach sich zieht. Beteiligt ist im Hintergrund unter anderem ein faschistoider Christenkomplex in den USA, in dem man förmlich versessen ist auf das Weltende. Der auserwählte Vollstrecker soll ausgerechnet ein areligiöser, wirklich irrer Präsident sein, dessen einzige Gottheiten sein Ego und das eigene Bankkonto sind. Auf israelischer Seite haben wir es mit einer rechtsextremen Regierung zu tun, in der nicht nur die faschistoiden Nationalreligiösen das zweitausendjährige hohe Ethos des rabbinischen Judentums längst zugunsten der Totmachkomplexe verabschiedet haben. Man kommt bei solchen Akteuren aus der Sorge nicht heraus. Derweil übt sich ein Kanzler aus meiner sauerländischen Heimat unverdrossen darin, unter den Totengräbern der überlebenswichtigen Vision von Vereinten Nationen und Völkerrecht eine prominente Rolle einzunehmen. – Also zwei Stimmen gibt es da in mir. Die eine hält das alles für surreal, unwirklich. Und die andere ruft mich zur Ordnung: Nein, die Mächtigen des Erdkreises sind tatsächlich weithin völlig unzurechnungsfähig und haben keine Scheu vor einem Dritten Weltkrieg. Ob Krieg gegen den Iran, ob der Krieg in der Ukraine, ob das politische Großvorhaben Kriegstüchtigkeit [https://www.nachdenkseiten.de/?p=127039]: Der Begriff wird immer fester in der Öffentlichkeit verankert. Politiker, Journalisten, Experten reden über Krieg. Allerdings: Bei all den Äußerungen sind nur wenige friedenspolitische Positionen zu finden. Dann gibt es da aber auch noch die Kirchen. Die Evangelische Kirche in Deutschland hat sich jüngst auch positioniert. Kurz gefasst: Was halten Sie davon? In der Ökumene wird der Moskauer Patriarch Kyrill sehr zu Recht kritisiert, weil er mittels reaktionärster weltanschaulicher Ideologie einem Krieg assistiert, in dem hunderttausende junge Ukrainer und Russen für die Herrschenden und Besitzenden ihr Leben lassen müssen. Diese Kriegstheologie hat mit „Rechtgläubigkeit“ rein gar nichts mehr zu tun. Die auf vollständig anderen Grundlagen fußende EKD-Denkschrift „Welt in Unordnung“ [https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/denkschrift-welt-in-unordnung-EVA-2025.pdf] entsetzt mich aber nicht minder mit ihren mannigfachen Dienstleistungen für den militärischen Heilsglauben des hiesigen Staatskomplexes. Allen Ernstes wird darin im Rahmen eines Kurswechsels versucht, der Parole „Kriegstüchtigkeit“ [https://www.nachdenkseiten.de/?p=125342] irgendwie einen annehmbaren Sinn abzugewinnen. Vom neuen deutschen Großmachtstreben will man nicht reden. Die staatskirchliche Tendenz des Dokumentes haben im November auch einige linksliberale Stimmen sofort erkannt und für hochpeinlich befunden. Was sind Ihre zentralen Kritikpunkte? Zunächst einmal: Die meisten der 150 Denkschriftseiten enthalten Allgemeinplätze, Richtiges oder Unstrittiges, das in früheren Kundgebungen schon einmal schlüssiger, besser dargelegt worden ist. Das ist die Verpackung, deswegen hätte es kein neues EKD-Dokument geben müssen. Zweck der ganzen Übung sind die Tabubrüche und Neuerungen. Diese betreffen wohlwollende Ausführungen zu Aufrüstungspolitik, Waffenlieferungen, Waffenexporten, militärischer Dienstverpflichtung der Jugend, diese im Fall weitergehender Regelungen bitte auch für Frauen, und Überlegungen zur Notwendigkeit präventiver militärischer Defensivschläge. Die Passagen zur sogenannten regelbasierten Ordnung lesen sich so, als hätten die Autoren die letzten Jahrzehnte auf einem anderen Planeten verbracht. Der Sache nach wird die Gewaltlosigkeit des Evangeliums von Jesus zu einer privaten Frömmigkeitsangelegenheit verharmlost, die bei der Weltgestaltung nicht wirklich brauchbar ist. Gewarnt wird gemäß der deutschen Ukraine-Linie vor „unethischen Friedensverhandlungen“, die der territorialen Unversehrtheit und Selbstbestimmung nicht dienlich sind. Schutz vor Gewalt ist ein zentrales Schlüsselwort. Palästinensischen Menschengeschwistern möchte ich die Lektüre aber nicht empfehlen, denn der militärische Massenmord an zehntausenden Menschen in Gaza erschüttert die Kirchenleitung in diesem Zusammenhang offenbar nicht. Die Atombombe soll weiterhin als unethisch klassifiziert werden, doch könne sie politisch notwendig sein. Im Klartext: Kirche gegen deutschen Beitritt zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag. Der Protestantismus war einmal beschenkt durch beeindruckende Persönlichkeiten wie Gustav Heinemann oder Erhard Eppler. Die Zeiten sind vorbei. Sie haben nun eine „Umdenkschrift“ veröffentlicht, worin 35 Widerworte gegen den Kurs der EKD zu finden sind. Wie ist dieses Buch entstanden? Die Sammlung „Umdenkschrift“ mit Widerworten aus Kirchenbasis, kirchlichen Initiativen, Friedensbewegung, Theologie und Publizistik liegt inzwischen sogar schon in zwei Bänden vor. Sie erschließt auf 450 Seiten fast 50 kritische Voten. Es kommen aber noch ständig neue. In friedensbewegten christlichen Netzen wurde seit November 2025 gesammelt. Die Gruppe „Solidarische Kirche“ und das unabhängige „Ökumenische Institut für Friedenstheologie“ fanden es gut, das als Sammlung herauszugeben, nur ein erster Schritt. Während andere schon an theologischen bzw. friedensethischen Alternativentwürfen arbeiten, habe ich in dieser Sache weitere Rundfragen und die Gesamtredaktion übernommen. Der Austausch mit nachdenklichen Christenmenschen sowie die Sichtbarkeit der vielen Zeugnisse wider den militärfreundlichen Kurswechsel der Kirchenobrigkeit – das war und ist eine Mutmach-Quelle sondergleichen. Sie haben einige Ihrer zentralen Kritikpunkte an der EKD aufgeführt. Gibt es denn einen Austausch zwischen der EKD und ihren Kritikern? Das Spektrum der Kritik und der Kritisierenden ist sehr breit, keineswegs einheitlich. Von unten kommen Leserbriefe und auch Schreiben nach oben. Die Kirchenmedien sind ein Ort. Sofern es sich bei Kritikern um kirchlich angebundene Stellen der Friedensarbeit, Kriegsdienstverweigerer-Beratung etc. handelt, stehen sie natürlich im innerkirchlichen Gespräch mit der Leitungsebene. Die Denkschrift wird auch auf länger vorbereiteten Veranstaltungen diskutiert bzw. besser gesagt: beworben. Wie die EKD-Ratsvorsitzende auf die entschiedene Kritik zum Beispiel aus den gewaltfreien Friedenskirchen der Reformation antwortet, bleibt abzuwarten. In der aktuellen Märzausgabe der „Herder-Korrespondenz“ wenden sich die Denkschrift-Autorinnen an ihre sehr zahlreichen Kritiker. Sie unterstreichen ihre Sicht einer „Jenseitigkeit des Gottesreiches“ und einer Jenseitigkeit der christlichen Friedenshoffnung. Also haben die Propheten Israels und der Heiland Frieden und Gewaltlosigkeit verheißen für ein zweites Stockwerk der Wirklichkeit, das mit dem menschlichen Drama hienieden nicht sehr viel zu tun hat. Aus dem Römerbrief wollen die Denkschriftmacher unverdrossen Gehorsam gegenüber der Staatsobrigkeit ableiten – sodann auch, „dass die Obrigkeit des Schwerts um ihrer ordnenden Funktion willen bedarf“. Wenn es auf diesem Niveau weitergeht, kann man wohl kaum von Austausch sprechen. Was vermuten Sie: Was ist der Grund für die Positionierung der EKD? Nicht zuletzt sollte man mit Martin Luther und Karl Marx auch vom Geld reden. Woran dein Herz hängt, da ist auch dein Gott. Das Sein bestimmt das Bewusstsein. In den staatlich privilegierten Großkirchen gilt ja keineswegs die altkirchliche Regel, dass das Bischofsgehalt nicht höher sein darf als die kirchliche Armenfürsorge. Obwohl sich die Kirchen hierzulande rasant pulverisieren, bleibt der aktuellen „Elite“ ja noch die Verfügung über gigantische Vermögen. Da sollte niemand eine aufmüpfige Amtskirche erwarten, die den Mächtigen ins Rad fällt. Die evangelischen Kirchen in der DDR, die alle diese Privilegien nicht hatten, die zeichneten sich durch staatsferne, theologisch fundierte und sehr entschiedene Friedenszeugnisse aus. Zum anderen sehe ich die keineswegs staatsunabhängige Militärseelsorge als ein wichtiges Moment im militärfreundlichen Kurs. Die Atombomben-Duldung bzw. Empfehlung gab es in einem Dokument des Militärkirchenwesens schon 2023. Man sehe sich da die Autorennamen und daneben das Team der aktuellen Denkschrift an. Wie sieht es im Innern der Kirchen aus? Haben Sie da Einblicke? Tragen denn all die Pfarrer usw. diesen Kurs mit? Pazifisten und Antimilitaristinnen sind in der Gesellschaft – jedenfalls was die öffentliche Sichtbarkeit betrifft – eine Minderheit. Die Kirchen sind ein Spiegelbild – und sie reden ja auch in den letzten Jahren mehr denn je so, wie es der Hauptstrom der Medien vorgibt. Zudem hat sich in den neoliberalen Jahrzehnten die Kirche insgesamt durchgreifend gewandelt. Gleichwohl kommt Widerspruch jetzt gerade aus frommen Kreisen. Mit dem Atombomben-Votum hat die EKD schließlich den Bogen überspannt. Der Gegenwind ist schon so vielfältig und kräftig, dass eine wirkungsvolle Revolte wider kirchliche Militärdoktrinen keineswegs unmöglich erscheint. Wie würde aus Ihrer Sicht eine kirchliche Positionierung aussehen, die dem christlichen Glauben gerecht wird? Krieg? Ohne uns! Israels Propheten und Jesus von Nazareth in den Himmel abzuschieben, wenn sie unbequem werden, damit wäre als erstes aufzuhören. Sodann stünde das Rüstzeug bereit, die völlig irrationalen Heilsversprechen der Militärkomplexe einer Überprüfung zuzuführen und zu entlarven. Unter diesem Vorzeichen ließe sich auch die Unmöglichkeit verstehen, eine moderne Gesellschaft mit den Erzeugnissen der parasitären Totmachkonzerne und Rüstungsbillionen zu verteidigen – statt durch Investitionen in das Leben. Statt vage von einer unerlösten, sündigen Welt daherzureden, sollten in der Kirche jene zu Wort kommen, die das zivilisatorische Drama der letzten fünf Jahrtausende auf der Höhe der Zeit darstellen können. Im 3. Jahrtausend nach Christus – im Angesicht der Atombombe und der ökologischen Krise – ist es auf dieser schönen Erde einfach zu spät für den homo sapiens, um noch an seiner „Kulturerrungenschaft Krieg“ festzuhalten. Die totalitären militärtechnologischen Revolutionen und die neue Militarisierung führen hinein in den Abgrund. Eine Kirche, die sich von ihrem Gründer die Blindheit heilen lässt, wird das sehen und sich dem Wahnsinn verweigern. Es gibt keine guten Imperien und es gibt keine gerechten Kriege. Die Kriegspropheten sind immer falsche Propheten. So weit ist die Weltökumene schon lange. So weit waren auch die Kirchen hierzulande schon einmal. „Menschwerdung“, so lautet die Botschaft: Frieden auf Erden! Die himmlischen Gefilde brauchen hingegen in Sachen Frieden keinen Nachhilfeunterricht und auch keine Propheten. Da stellen sich die Kirchen hin, angeblich im Geiste von Jesus Christus, der immerhin für seinen Glauben gestorben ist, und agieren so, als ob sie bloß der Politik keine Unannehmlichkeiten bereiten möchten. Freiwillig und gerne ist Jesus nicht am Kreuz gestorben. Er wurde vor zwei Jahrtausenden ermordet von einem Imperium, das sein Wirken unter den Leuten klarsichtig als Fundamentalabsage an Roms Programm „Münze – Macht – Militär“ erkannte. Sein Angebot war mitnichten wider die Natur des Menschen, denn Herrschaftsfreiheit (Gleichberechtigung), Hilfsbereitschaft und Solidarität zeichneten den homo sapiens aus, bevor die Staatskomplexe im Dienste der wenigen Besitzenden alle Kultur dirigierten. Für die römische Besatzungsmacht war der gewaltfreie Weg Jesu viel gefährlicher als jene Dolchmänner, die dem Wahn anhingen, eine übermächtige Soldateska mit Waffen aus dem Land zu jagen. Jesus brach – wie vor ihm schon die Propheten Israels und viele Liebhaber des Lebens – mit der maßgeblichen Funktion der überkommenen Religionsapparate, nämlich die Mächtigen und das Totmachen von Menschengeschwistern im Namen einer Gottheit zu legitimieren. Nur im Zusammenhang mit einem solchen radikalen Bruch sollten wir bezogen auf alle Religionen von „Offenbarung“ sprechen. Sie kennen bestimmt das Lied von Reinhard Mey „Sei wachsam“. Eine vielzitierte Zeile lautet: > Sie nennen es das Volk, aber sie meinen Untertanen; All das Leimen, all das Schleimen ist nicht länger zu ertragen; Wenn du erst lernst zu übersetzen, was sie wirklich sagen; Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: “Halt′ du sie dumm, ich halt’ sie arm!” Darin steckt eine uralte Kritik, nämlich: Dass die Kirchen am langen Ende mit der Politik paktieren. Wie sehen Sie das? Zur Liedzeile sei angemerkt: Die Armen, aus denen sich die Kriegstruppen für die Weltordnung der Besitzenden vorzugsweise rekrutieren, sind im deutschen Bürgerkirchentum wohl keine Gruppe, die da groß was zu sagen hätte. In zwei Weltkriegen haben die deutschen Großkirchen den Regierenden in Deutschland assistiert. Ich befürchte, es würde bei einem dritten Weltkrieg oder einem neuen „Ostfeldzug“ überwiegend nicht anders sein. Die Argumentationsfiguren ändern sich in den verschiedenen Zeiten; die Strukturen des Zusammenspiels sind im Wesentlichen aber immer noch die alten. Man folge nur Monat für Monat den neuesten Losungen der Herren Militärbischöfe. Wie sieht es eigentlich mit den Christen aus im Hinblick auf das Verhalten der Kirchen in Sachen Krieg? Drei Jahrhunderte lang blieben die frühen Christen ihrem Heiland treu und somit dem Kriegsapparat des Imperiums fern – gerade weil sie als Erdenmenschen aus Fleisch und Blut „im Himmel“ und nicht im Imperium beheimatet waren. Es kam aber der römische Soldatenkaiser Konstantin und bog sich das Kirchentum so zurecht, dass es nach Art der alten Priesterapparate und Staatskulte wieder zum Führen von Kriegen nützlich wurde. Nur wo dieser fatale Vorgang restlos rückgängig gemacht wird, gibt es für Christsein und kirchliche Gemeinschaft eine Zukunft. Das ist keine Utopie. Der im letzten Jahr gestorbene Bischof von Rom, Franziskus, hinterließ ein pazifistisches Vermächtnis. Die evangelische Landeskirche im Rheinland hat noch 2018 gefordert, dass alle Atomwaffen aus diesem Land verschwinden, und auch ihr Präses hat unlängst seine kategorische Ablehnung der Massenvernichtungsbomben bekräftigt. Die evangelische Badische Landeskirche vermittelt schon seit langem Alternativen zu den Militärapparaten, die ja nirgendwo einlösen, was sie versprechen, sondern stets die Welt in ein Reich der Traurigkeit verwandeln. Bekäme die neue skandalöse EKD-Denkschrift eine Mehrheit, wenn alle Getauften abstimmen dürften? Lesetipp Peter Bürger (Hrsg): Umdenkschrift zum Evangelischen Diskurs über Krieg und Frieden. Kritische Wortmeldungen aus der EKD-Kontroverse [https://buchshop.bod.de/umdenkschrift-zum-evangelischen-diskurs-ueber-krieg-und-frieden-9783695743476] – Eine Sammlung, herausgegeben im Auftrag der Solidarischen Kirche im Rheinland und des Ökumenischen Instituts für Friedenstheologie. Band 43: edition pace. Verlag BoD. Paperback. 300 Seiten. 12,99 Euro. ǀ Folgeband: Umdenkschrift II … Weitere kritische Wortmeldungen [https://buchshop.bod.de/umdenkschrift-ii-zum-evangelischen-diskurs-ueber-krieg-und-frieden-9783695747337]. 152 Seiten. 7,99 Euro. – Beide Teile digital auch frei abrufbar u.a. auf: solidarischekirche.de Titelbild: wing-wing / shutterstock.com

5 de mar de 2026 - 18 min
Soy muy de podcasts. Mientras hago la cama, mientras recojo la casa, mientras trabajo… Y en Podimo encuentro podcast que me encantan. De emprendimiento, de salid, de humor… De lo que quiera! Estoy encantada 👍
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