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Hervorragende Kinounterhaltung: „Supergirl“ überzeugt mit Milly Alcock

3 min · 25 de jun de 2026
Portada del episodio Hervorragende Kinounterhaltung: „Supergirl“ überzeugt mit Milly Alcock

Descripción

„ER SIEHT DAS GUTE IN ALLEN, ICH SEHE DIE WAHRHEIT“ So erklärt Supergirl aka Kara Zor-El schlüssig den Unterschied zwischen sich und dem allzu braven Superman, ihrem Cousin. Die unangepasste Mittzwanzigerin ist eine Rebellin, eine Grunge-Rockerin, die 80er-Jahre-Musik hört, und sich in Pubs am Rande der Galaxis betrinkt. KEIN BOCK AUF HELDENTUM Denn sie hat gar keinen Bock auf das Heldentum, für das sie angeblich bestimmt ist. Wut und Trauer dominieren ihr Gemüt zu Beginn. Später dann kämpft sie, weil sie muss. Sie kämpft aber bis zum Ende des Films nicht wie andere Superhelden für die Rettung der Welt, sondern für die ihres kleinen struppigen Hundes namens Krypto.   ZEITGEMÄSSER FILM VOLLER ANDEUTUNGEN „Supergirl“ ist einerseits ein sehr zeitgemäßer, feministischer Film. Will man den Film beschreiben, ist aber die Story nebensächlich. Es geht um Stimmung, es geht um einzelne Szenen, und es geht um Anspielungen. So erinnert "Supergirl" ein bisschen an "Tankgirl“ in seinem retrohaften Girlismus, der wie der Grunge den 90er-Jahren entstiegen scheint. Ansonsten ist dies eine Mischung aus „Star Wars“ und „Mad Max“. Also vergnüglich und kurzweilig, und nicht sehr ernst zu nehmen.  PHÄNOMENAL: MILLY ALCOCK ALS „SUPERGIRL“ Leider ist das Erzähltempo des Films etwas zu hochtourig. Einzelne Szenen, etwa ein Kampf in einem Raumschiff oder in einer Bar, sind schön anzusehen. Aber sie können sich nicht entfalten. Wenn mal nicht gekämpft wird, geht es darum, die Figur zu etablieren, die von Milly Alcock phänomenal gut und überzeugend gespielt wird.   TRAUER DURCHZIEHT DEN FILM Dazu gibt es einige Rückblenden in die Kindheit von Kara, das Dahinsiechen ihrer Mutter und die Zeit mit ihrem Vater, der ihr jede Menge Lektionen zu ihrer Rolle als mächtige Heldin auf den Weg gibt. Kara erinnert sich an die Menschen, Orte und das Leben, die zusammen mit ihm verschwunden sind. Sie erinnert sich an ihre Familie und ihr Zuhause, weil sie dort aufgewachsen ist. Diese Trauer begleitet sie durch den gesamten Film – selbst dann, wenn sie versucht, sich mit Reisen von Planet zu Planet, Alkohol und allerlei Schwierigkeiten quer durch die Galaxie abzulenken. HERVORRAGENDE KINOUNTERHALTUNG Dies ist daher eine ganz andere Art von Superheldengeschichte. „Supergirl“ beschäftigt sich stärker mit Verlust, Wut und der Frage, was passiert, wenn jemand eine Tragödie überlebt, die er nie wirklich verarbeitet hat. „Supergirl" kann kämpfen, fliegen und selbst brutalste Situationen überstehen, doch emotional erscheint sie noch immer wie jemand, der erwachsen werden muss. Der kurzweilige Film unterhält hervorragend. Mehr sollte man von ihm aber nicht verlangen.  TRAILER „SUPERGIRL“ VON CRAIG GILLESPIE

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Portada del episodio Zu den Sternen! Weltraum-Kunst im Arp-Museum Remagen

Zu den Sternen! Weltraum-Kunst im Arp-Museum Remagen

KOSMISCHE PHÄNOME FASZINIERTEN SCHON IMMER Julia Wallner, Direktorin des Arp-Museums, steht vor der rot glühenden Sonne von Katharina Sieverding, einer Videoinstallation aus echten NASA-Bildern – schön und bedrohlich zugleich. Schon in den 1910er-Jahren – als der Halleysche Komet der Erde gefährlich nahekommt – sind Künstler und Künstlerinnen hingerissen von kosmischen Phänomenen. Manche bilden Milchstraße, Sonnenfinsternis und Protuberanzen fotorealistisch ab. „Planet Arp“ nennt die Direktorin ihr Museum. Was ihr Team unter dem Titel „Zu den Sternen!“ zusammengetragen hat, ist eine künstlerische Suche nach neuen Perspektiven auf den Planeten Erde und auf unser Schicksal. Für Wallner der Inbegriff von Kunst: „Die Unendlichkeit des Kosmos bietet den Raum für Neugier, Fantastik, das Utopische […], das Unmögliche. Das Unmögliche ist die Wiederentdeckung der Menschlichkeit, auch der friedliche Umgang mit unserem Planeten, auch eine Versöhnlichkeit der Wesen untereinander.“ DIALOG MIT AUSSERIRDISCHEN Auch heute ist der Dialog mit Außerirdischen Treibstoff für künstlerische Innovation. Die jüngste Künstlerin der Ausstellung, Mona Schulzek, glaubt an ein kosmisches Zusammenleben: Sie interessiert, dass der Mensch einerseits aus dem Kosmos entsprungen ist, diesen aber gleichzeitig als etwas Fernes, Außenstehendes wahrnimmt. Mona Schulzek: „Was ich durch meine Arbeiten versuche zu schaffen, ist, Berührungspunkte zu geben, um diesen Abstand vielleicht zu verringern.“ Im Innenhof des Arp-Museums steht ihr „Outerspace Transmitter“ – eine funktionierende Funkstation, die Botschaften ins All schickt. Auf der Grünfläche hinter dem Museum hat Schulzek eine Stahlkapsel mit Bremsfallschirmen bruchlanden lassen. WELTRAUMSCHROTT UND AUSGEDIENTE TAUCHKAPSEL „Chamber VI“ – ein Zwitter aus Weltraumschrott und ausgedienter Tauchkapsel, der die unerforschten Weiten des Alls mit den noch weniger erforschten Tiefen des Meeres verbindet. Wer hineinschauen will ins Bullauge, sieht stattdessen sein Spiegelbild – und erkennt sich vielleicht auch neu? Der Kosmos wird weiter existieren, auch ohne uns. Für diese nackte Tatsache findet die Ausstellung bedrückende und berührende Bilder. Mit der Mission, die Welt zu heilen und zu retten, schwebt ein Raumschiff durch den letzten Raum: eine multimediale Installation von Yael Bartana, ursprünglich geschaffen für die Biennale in Venedig 2024. Ihre Utopie macht Lust, die Zeit, die wir auf diesem Planeten noch haben, besser zu nutzen.

10 de jul de 20263 min
Portada del episodio Theaterspektakel zum Saisonabschluss in Mannheim: Parforceritt durch die griechische Mythologie

Theaterspektakel zum Saisonabschluss in Mannheim: Parforceritt durch die griechische Mythologie

RIESIGE COLLAGE VON KOMÖDIEN, TRAGÖDIEN UND SAGEN In dieser Inszenierung treten wirklich alle auf: Perseus und die Erinnyen, Ödipus und Medea, Herakles und Aphrodite, Elektra, Odysseus,  und und und … „Kampf der Titanen“ ist eine riesige Collage, ein Mashup, eigentlich ein Parforceritt durch die gesamte griechische Mythologie. Das heißt, wir beschäftigen uns nicht nur mit den Komödien und Tragödien der antiken Autoren, sondern auch mit den griechischen Sagen“, so Olivia Ebert, Dramaturgin am Nationaltheater Mannheim. Verhandelt wird das Menschsein an sich, die ewige Verstrickung von Liebe und Hass, die ewigen Kämpfe um Gerechtigkeit und Rache. Doch auch wenn viele Textpassagen aus Klassikern stammen: Was in Mannheim über die Bühne geht, will weniger tiefschürfende Inszenierung als vielmehr trashiges Spektakel sein.  Wegen der Generalsanierung des Theaters geht das Ganze in der derzeitigen Ersatzspielstätte für das Schauspiel, dem Alten Kino Franklin, über die Bühne. KOSTÜM UND BÜHNENBILD ZU 90 PROZENT RECYCELT Der Kampf zwischen Patroklos und Hektor etwa wirkt wie eine Slowmotion-Szene aus einem Comic – Vorbild ist hier der 80er-Jahre-Trickfilmklassiker „Clash of the Titans“ – die Götter leben in einer WG und haben coole Sprüche auf den Lippen. Die Kostüme reichen von klassisch bis schräg und dem Bühnenbild haftet etwas Improvisiertes an. Olivia Ebert: „Das Besondere ist auch, dass Kostüm und Bühnenbild zu 90 Prozent recycelt sind, die Künstler sind durch den Fundus gegangen, es werden alte Opern-Bühnenbilder verwendet, alles ist cyanblau und magentapink angemalt, so eine sehr fantasievolle Interpretation von Antike.“ Eine weitere Besonderheit: Das Publikum soll hier nicht die ganze Zeit sitzen bleiben, sondern kann aufstehen, herumwandern und Pausen nach Belieben machen. Eine Art Box-Ring bildet die zentrale Bühne. Hier geht es etwas konzentrierter um die drei Tragödien Bakchen, Ödipus, Antigone. THEATER ALS EIN FEST ZU EHREN VON DIONYSOS, DEM GOTT DES RAUSCHES Ansonsten passiert vieles gleichzeitig in den Rauminstallationen hinter der Bühne: einem Käfig für Prometheus, einem Auto für die Irrfahrten des Odysseus, einer Kammer, in der Kassandra für das Publikum Tarotkarten legt. Die Dauer des Ganzen: vier Stunden in der kurzen und sechs Stunden in der sogenannten „Extended Version“.  Vielstündige Antikeninszenierungen haben in den letzten Jahren in anderen Städten für große Furore gesorgt: Dionysos in München und Anthropolis in Hamburg. Mannheim will es wilder und popkultureller machen, aber auch hier geht es um den Bezug zur Antike und die Anfänge der Demokratie.   Olivia Ebert: „Das interessiert natürlich immer wieder, dass in der Antike die Theaterstücke ja als Wettbewerb und mehrtägiges Fest gezeigt wurden, eingebettet in eine Feier zu Ehren von Dionysos. Und Dionysos ist der Gott des Rausches, der Ekstase und des Theaters.“

10 de jul de 20263 min