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„The Death of Robin Hood“: Entzauberung einer mythischen Figur

3 min · 18 de jun de 2026
Portada del episodio „The Death of Robin Hood“: Entzauberung einer mythischen Figur

Descripción

ROBIN HOOD WILL NUR NOCH STERBEN Robin Hood hat keine Lust mehr. Weder auf neue Abenteuer noch auf die Geschichten von seinen angeblichen Heldentaten. Einsam haust der verwilderte Alte in den Bergen, als er im Jahr 1247 von Little John aufgesucht wird. Der will seinen ehemaligen Gefährten für einen letzten gemeinsamen Kampf gewinnen. Ein verfeindeter Bauer hat Little John den Hof und seine Familie genommen. Hood soll ihm bei der Rückeroberung helfen. Dieser lässt sich schließlich überreden, in der Hoffnung dabei den Tod zu finden. Denn angewidert von seinem gewaltvollen Leben will Hood eigentlich nur noch sterben. DER BESCHÜTZER DER ARMEN WAR NUR TARNUNG Gleich zu Beginn von „The Death of Robin Hood“ räumt Drehbuchautor und Regisseur Michael Sarnoski mit allen Klischees über den Beschützer der Armen auf und fragt: Was, wenn alles ganz anders gewesen wäre? Wenn der Mythos vom edlen Helden lediglich ein Deckmantel gewesen wäre für einen notorischen Verbrecher? Damit auch wirklich kein Zuschauer weiterhin darauf hofft, dass sich hinter der rauen Fassade sicher doch noch Hoods gutes Herz zeigen wird, folgt ein verstörend brutales Gemetzel in der Tradition von „Game of Thrones“. HUGH JACKMAN SPIELT ROBIN HOOD ALS ROUTINIERTEN SCHLÄCHTER Nach dieser Höllenszene inmitten eines brennenden Bauernhofs ist auch dem letzten Romantiker klar: Lady Marian wird in diesem Film keinen Auftritt haben. Und Hugh Jackmans Hood ist kein schlitzohriger Fallensteller, sondern ein routinierter Schlächter, der sein Leben lang jeden getötet hat, der sich ihm in den Weg stellte. Schwerverletzt wird Hood von John auf eine Klosterinsel gebracht, wo die Äbtissin ihn mit Hilfe regelmäßiger Aderlässe gesundpflegt. In dieser Oase des Friedens kommt Hood zur Ruhe und stellt sich im Austausch mit der sanftmütigen Äbtissin erstmals der Schuld, die er mit den unzähligen Morden an Männern, Frauen und Kindern auf sich geladen hat. TEUFELSKREIS DER GEWALT Zusammen mit seinem Protagonisten kommt auch der Film auf der Insel zur Ruhe. Wild ist hier nur noch die Natur mit dem Meer unter sturmumtosten Felsen. Vor dieser Kulisse geht Sarnoski der Frage nach, was es mit einem Menschen macht, in einem Teufelskreis der Gewalt gefangen zu sein. Hugh Jackman spielt Hood vielschichtig als in sich gekehrten, ernsten und zunehmend reflektierten Menschen, der schwer an der Last seiner Vergangenheit trägt. ROBIN HOOD ZEIGT MENSCHLICHKEIT Doch ist Erlösung nach so vielen Gewalttaten möglich? Im Film bekommt Hood zumindest eine letzte Chance in Gestalt eines kleinen Mädchens, dessen Leben in seinen Händen liegt. Der Film nimmt hier keine Wendung ins Kitschige, aber zumindest räumt er Hood die Chance ein, Menschlichkeit zu zeigen. „The Death of Robin Hood” ist ein düsterer Film über Schuld, Verantwortung und Erlösung. Auf interessante Weise hinterfragt er einen Mythos, der die Gestalt von Robin Hood über die Jahrhunderte immer positiver gewendet hat. Allerdings trägt der Film in der zweiten Hälfte schwer an seinem eigenen Ernst und schleppt sich in der letzten halben Stunde fast so matt Richtung Ende wie Hood zu seinem letzten Aderlass.  TRAILER „THE DEATH OF ROBIN HOOD“ AB 18.6. IM KINO

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Portada del episodio Zu den Sternen! Weltraum-Kunst im Arp-Museum Remagen

Zu den Sternen! Weltraum-Kunst im Arp-Museum Remagen

KOSMISCHE PHÄNOME FASZINIERTEN SCHON IMMER Julia Wallner, Direktorin des Arp-Museums, steht vor der rot glühenden Sonne von Katharina Sieverding, einer Videoinstallation aus echten NASA-Bildern – schön und bedrohlich zugleich. Schon in den 1910er-Jahren – als der Halleysche Komet der Erde gefährlich nahekommt – sind Künstler und Künstlerinnen hingerissen von kosmischen Phänomenen. Manche bilden Milchstraße, Sonnenfinsternis und Protuberanzen fotorealistisch ab. „Planet Arp“ nennt die Direktorin ihr Museum. Was ihr Team unter dem Titel „Zu den Sternen!“ zusammengetragen hat, ist eine künstlerische Suche nach neuen Perspektiven auf den Planeten Erde und auf unser Schicksal. Für Wallner der Inbegriff von Kunst: „Die Unendlichkeit des Kosmos bietet den Raum für Neugier, Fantastik, das Utopische […], das Unmögliche. Das Unmögliche ist die Wiederentdeckung der Menschlichkeit, auch der friedliche Umgang mit unserem Planeten, auch eine Versöhnlichkeit der Wesen untereinander.“ DIALOG MIT AUSSERIRDISCHEN Auch heute ist der Dialog mit Außerirdischen Treibstoff für künstlerische Innovation. Die jüngste Künstlerin der Ausstellung, Mona Schulzek, glaubt an ein kosmisches Zusammenleben: Sie interessiert, dass der Mensch einerseits aus dem Kosmos entsprungen ist, diesen aber gleichzeitig als etwas Fernes, Außenstehendes wahrnimmt. Mona Schulzek: „Was ich durch meine Arbeiten versuche zu schaffen, ist, Berührungspunkte zu geben, um diesen Abstand vielleicht zu verringern.“ Im Innenhof des Arp-Museums steht ihr „Outerspace Transmitter“ – eine funktionierende Funkstation, die Botschaften ins All schickt. Auf der Grünfläche hinter dem Museum hat Schulzek eine Stahlkapsel mit Bremsfallschirmen bruchlanden lassen. WELTRAUMSCHROTT UND AUSGEDIENTE TAUCHKAPSEL „Chamber VI“ – ein Zwitter aus Weltraumschrott und ausgedienter Tauchkapsel, der die unerforschten Weiten des Alls mit den noch weniger erforschten Tiefen des Meeres verbindet. Wer hineinschauen will ins Bullauge, sieht stattdessen sein Spiegelbild – und erkennt sich vielleicht auch neu? Der Kosmos wird weiter existieren, auch ohne uns. Für diese nackte Tatsache findet die Ausstellung bedrückende und berührende Bilder. Mit der Mission, die Welt zu heilen und zu retten, schwebt ein Raumschiff durch den letzten Raum: eine multimediale Installation von Yael Bartana, ursprünglich geschaffen für die Biennale in Venedig 2024. Ihre Utopie macht Lust, die Zeit, die wir auf diesem Planeten noch haben, besser zu nutzen.

Ayer3 min
Portada del episodio Theaterspektakel zum Saisonabschluss in Mannheim: Parforceritt durch die griechische Mythologie

Theaterspektakel zum Saisonabschluss in Mannheim: Parforceritt durch die griechische Mythologie

RIESIGE COLLAGE VON KOMÖDIEN, TRAGÖDIEN UND SAGEN In dieser Inszenierung treten wirklich alle auf: Perseus und die Erinnyen, Ödipus und Medea, Herakles und Aphrodite, Elektra, Odysseus,  und und und … „Kampf der Titanen“ ist eine riesige Collage, ein Mashup, eigentlich ein Parforceritt durch die gesamte griechische Mythologie. Das heißt, wir beschäftigen uns nicht nur mit den Komödien und Tragödien der antiken Autoren, sondern auch mit den griechischen Sagen“, so Olivia Ebert, Dramaturgin am Nationaltheater Mannheim. Verhandelt wird das Menschsein an sich, die ewige Verstrickung von Liebe und Hass, die ewigen Kämpfe um Gerechtigkeit und Rache. Doch auch wenn viele Textpassagen aus Klassikern stammen: Was in Mannheim über die Bühne geht, will weniger tiefschürfende Inszenierung als vielmehr trashiges Spektakel sein.  Wegen der Generalsanierung des Theaters geht das Ganze in der derzeitigen Ersatzspielstätte für das Schauspiel, dem Alten Kino Franklin, über die Bühne. KOSTÜM UND BÜHNENBILD ZU 90 PROZENT RECYCELT Der Kampf zwischen Patroklos und Hektor etwa wirkt wie eine Slowmotion-Szene aus einem Comic – Vorbild ist hier der 80er-Jahre-Trickfilmklassiker „Clash of the Titans“ – die Götter leben in einer WG und haben coole Sprüche auf den Lippen. Die Kostüme reichen von klassisch bis schräg und dem Bühnenbild haftet etwas Improvisiertes an. Olivia Ebert: „Das Besondere ist auch, dass Kostüm und Bühnenbild zu 90 Prozent recycelt sind, die Künstler sind durch den Fundus gegangen, es werden alte Opern-Bühnenbilder verwendet, alles ist cyanblau und magentapink angemalt, so eine sehr fantasievolle Interpretation von Antike.“ Eine weitere Besonderheit: Das Publikum soll hier nicht die ganze Zeit sitzen bleiben, sondern kann aufstehen, herumwandern und Pausen nach Belieben machen. Eine Art Box-Ring bildet die zentrale Bühne. Hier geht es etwas konzentrierter um die drei Tragödien Bakchen, Ödipus, Antigone. THEATER ALS EIN FEST ZU EHREN VON DIONYSOS, DEM GOTT DES RAUSCHES Ansonsten passiert vieles gleichzeitig in den Rauminstallationen hinter der Bühne: einem Käfig für Prometheus, einem Auto für die Irrfahrten des Odysseus, einer Kammer, in der Kassandra für das Publikum Tarotkarten legt. Die Dauer des Ganzen: vier Stunden in der kurzen und sechs Stunden in der sogenannten „Extended Version“.  Vielstündige Antikeninszenierungen haben in den letzten Jahren in anderen Städten für große Furore gesorgt: Dionysos in München und Anthropolis in Hamburg. Mannheim will es wilder und popkultureller machen, aber auch hier geht es um den Bezug zur Antike und die Anfänge der Demokratie.   Olivia Ebert: „Das interessiert natürlich immer wieder, dass in der Antike die Theaterstücke ja als Wettbewerb und mehrtägiges Fest gezeigt wurden, eingebettet in eine Feier zu Ehren von Dionysos. Und Dionysos ist der Gott des Rausches, der Ekstase und des Theaters.“

Ayer3 min