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„Ein wunderbares Geschimpfe über Österreich und die Kunst“

Heinrich Steinfest [https://www.swr.de/kultur/literatur/das-fantastische-ist-die-magie-im-alltag-heinrich-steinfest-das-schwarze-manuskript-100.html] liebt die Bücher von Thomas Bernhard (1931-1989). „Bernhards Texte sind von überirdischer Qualität“, findet Steinfest. Besonders wichtig ist ihm der Roman „Alte Meister“. Der spielt im Wiener Kunsthistorischen Museum, wo sich der Privatgelehrte Atzbacher und der Musikkritiker Reger vor dem Tintoretto-Gemälde „Weißbärtiger Mann“ verabredet haben. „Wie immer bei Bernhard: wenig Personal, aber große Intensität und ein wunderbares Geschimpfe über Österreich und die Kunst“, erklärt Heinrich Steinfest. Er möchte den Roman als Musikstück gelesen wissen, als „wunderbar komisches, witziges, schwarzes Klagelied“. EIN UNVERWECHSELBARER DUKTUS „Der Roman „Alte Meister“ war für mich schon bedeutend, bevor ich mit dem Schreiben begonnen habe“, erinnert sich Steinfest, „war dann aber auch wegweisend für mich, als ich begonnen habe, mein eigenes Zeug zu verfassen.“ Rund zwei Dutzend eigenwillige Romane hat Heinrich Steinfest selbst bislang geschrieben. Sein neuester Roman heißt „Das schwarze Manuskript“. „Bernhards unverwechselbarer Duktus“ sagt Heinrich Steinfest, „hat in mir den Ehrgeiz entfacht, es auch zu schaffen, einen Absatz zu schreiben, bei dem man genau weiß: Das ist der Steinfest.“

6 de feb de 2026 - 2 min
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Von Technokratie und Widerstand

Womöglich begreifen wir alle erst jetzt – und natürlich viel zu spät – das Ausmaß, mit dem die großen Tech-Firmen von unserem Leben Besitz ergriffen haben. Gerade deshalb kommt der neue Roman von Laila Lalami genau zur rechten Zeit. Er entwirft eine dunkle Zukunftsvision, die der Gegenwart erschreckend ähnelt. In dieser Zukunft – wir sind in Amerika – stellt ein Unternehmen namens Dreamcloud Hirnimplantate her, die besseren Schlaf versprechen, insgeheim aber Traumdaten sammeln, die darüber mitbestimmen, ob die sogenannte Risikobewertungsbehörde Individuen für Gefahrenträger hält. IN DEN FÄNGEN DES SYSTEMS Wer als Risikofaktor gilt, wird kurzerhand in eines von mehreren Auffanglagern verfrachtet. Diese werden wiederum von einem privaten Unternehmen namens Safe-X betrieben, welches die Inhaftierten zugleich als billige Arbeitskräfte an andere Unternehmen vermietet. Auch Sara Hussein, die Protagonistin in „Das Dream Hotel“, gerät auf einem Rückflug von einer Konferenz in London in die Fänge dieses Systems. > Als man sie an ihrem ersten Tag zu ihrer Pritsche brachte, wurde ihr vom Gestank des Bodenputzmittels übel. Sie zog und zerrte am Fenster, dass die Knöchel weiß anliefen, und begriff erst nach einiger Zeit, dass es zugeschweißt war. > > > Quelle: Laila Lalami – Das Dream Hotel UNTERWERFUNG FÜR EIN FREIES LEBEN Wenn wir der zweifachen Mutter, die bis dahin als Wissenschaftlerin im Getty-Museum in Los Angeles gearbeitet hat, zum ersten Mal begegnen, wartet sie im Madison-Internierungslager bereits ein Jahr auf ihre Freilassung. Immer wieder wird diese verzögert. Denn die Regeln in diesen Lagern ändern sich täglich und nach Belieben derer, die dort das Sagen haben. Und obwohl die Insassen rund um die Uhr durch Kameras, Audioaufzeichnungsgeräte und ihre Dreamsaver überwacht werden, dürfen sie das Wort „Gefängnis“ nicht verwenden. Überhaupt sind sie gezwungen, das Spiel mitzuspielen: Jeder Protest erhöht einzig den eigenen Risikofaktor. Saras Anwalt rät ihr, sich so unauffällig wie möglich zu verhalten. > Was hat sie in den letzten Monaten in der Einbehaltung gelernt? ... Dass sie sich dem System, ganz gleich, wie ungerecht es ist, unterwerfen muss, um zu beweisen, dass sie es verdient hat, nicht mehr von ihm kontrolliert zu werden. > > > Quelle: Laila Lalami – Das Dream Hotel DISKRIMINIERUNG IM NAMEN NATIONALER SICHERHEIT Laila Lalami zeigt dabei mit schmerzlicher Deutlichkeit, wie sich ein solches KI-basiertes System bis tief in die seelische DNA all jener auswirkt, die damit konfrontiert sind. Sara etwa beginnt an sich selbst zu zweifeln: Vielleicht kennt der Algorithmus sie am Ende doch besser als sie sich selbst? Und noch etwas macht die Autorin beängstigend klar: Das ist die Lüge der Neutralität von KI-gesteuerten staatlichen Systemen. Sara, die selbst marokkanischer Abstammung ist und eine Frau mit dunkler Hautfarbe, kontrastiert diese Mär mit der rassistischen Diskriminierung, die bereits ihre Einwanderereltern bei jeder US-Flughafenkontrolle erfahren haben. Wer für sich einsteht, hat in diesem System verloren. > Ausreißer sind per Definition unkalkulierbar und damit nicht profitabel. Ihre Handlungen weichen ab, ihre Vorstellungen befremden, ihr Leben wird zu einem einzigen Regelverstoß: Sie sind kriminell. > > > Quelle: Laila Lalami – Das Dream Hotel VERBÜNDET EUCH! Immer wieder ruft die Lektüre ein körperlich fast unerträgliches Gefühl von Ohnmacht und Widerwillen hervor – Gefühle, mit denen auch Sara immer stärker ringt. Mehr und mehr denkt sie deshalb an Widerstand, mehr und mehr sucht sie Komplizinnen, wissend, dass Gemeinschaft sie zugleich stärken und schwächen kann. Laila Lalami zeichnet mit „Das Dream Hotel“ insofern ein düsteres, aber absolut realitätsnahes Bild davon, wie die Herrschaft der Tech-Daten uns selbst in die Falle lockt. Aber: Ihr Roman handelt auch vom sich Verbünden und der Kraft der Gemeinschaft. „Das Dream Hotel“, von Michaela Grabinger in ein so geschmeidiges wie fesselndes Deutsch übertragen, ist somit warnender Weckruf - und zugleich ein ermutigender Aufruf an uns alle.

6 de feb de 2026 - 4 min
episode Poems of Minneapolis artwork

Poems of Minneapolis

POLITISCHE LYRIK UND KEIN L’ART POUR L’ART Bertolt Brecht schrieb mal in einem Gedicht, dass die Begeisterung des Dichters über den blühenden Apfelbaum in brisanten Zeiten notgedrungen zurückstehen müsse: Dann brauche es politische Lyrik und kein L’Art pour l’art. Das war im Jahr 1939, zur Zeit des Nationalsozialismus. In den USA fühlen sich aktuell viele an den deutschen Faschismus erinnert. Immer häufiger skandieren Demonstranten Faschist, Nazi oder Gestapo, wenn sie ICE-Beamten bei ihren Razzien erleben. Angesichts der zunehmenden Zertrümmerung des Rechtsstaats in den Vereinigten Staaten wacht nun auch die Kunstwelt aus einem unruhigen Schlaf auf: Museen in Minneapolis schließen aus Solidarität mit Einwanderern und Demonstrierenden, Buchhandlungen verschenken Bücher an Kinder oder verteilen Trillerpfeifen, Birchbark Books, der Buchladen der Schriftstellerin Louise Erdrich, schloss während der großen Protestdemo und lud Kinder aus der Nachbarschaft zum Spielen in sicherem Umfeld ein; Dichterinnen und Dichter melden sich zu Wort. AMANDA GORMANS KÄMPFERISCHER NACHRUF Am prominentesten Amanda Gorman [https://www.swr.de/wissen/amanda-gorman-112.html], die auf die Anfang Januar ermordete Nicole Renée Good [https://www.swr.de/swraktuell-radio/todesschuesse-von-ice-mitarbeitern-in-den-usa-kalkulierte-eskalation-100.html], die selbst Gedichte schrieb, einen kämpferischen Nachruf verfasste – vorgetragen auf ihrem eigenen Instagram-Kanal: „They say she is no more, That there her absence roars, Blood-blown like a rose. Iced wheels flinched & froze. Now, bare riot of candles, Dark fury of flowers, Pure howling of hymns.“ Man sagt, Renée Good sei nicht mehr da, wo sie getötet wurde, sieht man nun einen „nackten Aufruhr von Kerzen“ und „die dunkle Wut von Blumen“: Ein simples Gedicht mit eingängigen, nicht allzu subtilen Bildern. Es spricht von einer Betroffenheit, die sich mitteilen will. Es soll Trost spenden. Nicht zuletzt hat es appellativen Charakter – es will die Menschen zum Handeln bringen. VERÄNDERUNG DURCH LIEBE > „Change is only possible & all the greater, > When the labour & bitter anger of our neighbors > Is moved by the love & better angels of our nature." Veränderung sei nur möglich, wenn sie durch Liebe bewegt werde – das Gegenprogramm zum Racheengel Donald Trump. Die letzte Zeile – „better angels of our nature“ – zitiert Abraham Lincolns erste Inaugurations-Rede aus dem Jahr 1861. Es sind große, ja, auch pathetische Worte, die auf ein besseres Amerika abzielen. Gorman wurde berühmt, als sie bei Joe Bidens Vereidigungs-Feier sprach. Seither wird sie millionenfach gelesen und gehört. In einem Interview mit dem „National Public Radio“ sagte die afroamerikanische Autorin, befragt zu ihrem „Poem for Renée Good“: „Das Volk ist die Macht, und das war schon immer so. Ich denke, die Bewegungen und Proteste, die wir derzeit erleben, sind ein Beweis dafür – dass echte Veränderungen möglich sind, wenn wir uns auf unsere gemeinsamen Werte besinnen und zusammenhalten. Die Macht liegt also darin, wie sehr wir einander lieben können und wie leidenschaftlich wir füreinander einstehen, wenn einer von uns zu Fall kommt.“ ES BRAUCHT MEHR GEDICHTE Amanda Gorman steht nicht alleine. Etliche Gedichte, Texte, Essays entstehen in diesen Tagen. Der Autor Charles Baxter schreibt im Magazin „Literary Hub“, dass es vielleicht merkwürdig klinge, aber dass man genau jetzt mehr Gedichte brauche. Er erinnert an die Vietnamproteste 1968 in Minneapolis, wo die Dichter Robert Creeley, Ed Sanders oder Robert Bly vor den Demonstrierenden ihre Texte lasen. Aktuell gehört der Lyriker Michael Bazzett zu jenen, die aktiv werden. Sein Poem „From Minneapolis in January“ endet programmatisch mit der Zeile: „Unser Alptraum ist das Erwachen“. Schon letztes Jahr hat die Dichterin Junauda Petrus ihr „Ritual How to Love Minneapolis Again“ veröffentlicht, aber in diesen Tagen wird es immer wieder zitiert, vor allem jene Zeilen: “That we were neighbors who traded plates of food with foil blanketing them, so we all could taste where each other was from Vietnam, Ethiopia, Chicago, Laos, Red Lake, Mexico, Trinidad, Somalia, Mississippi, Ecuador, Liberia, Eritrea, Palestine, Bdót They wouldn’t understand that it isn’t cold here all the time Deep, deep, deep down inside That something here is quite warm.” In Minneapolis ist es nicht immer kalt – ganz tief drinnen gibt es eine große Wärme. Von der Wärme, die solidarisches Handeln erzeugt, sprechen immer wieder die Gedichte von Amanda Gorman. Sie hat nach der Ermordung von Alex Pretti [https://www.swr.de/swraktuell-radio/todesschuesse-von-ice-mitarbeitern-in-den-usa-kalkulierte-eskalation-100.html] einen weiteren Text verfasst, der die Schüsse der ICE-Beamten Exekutionen nennt: „Our own country shooting us in the back is not just brutality; it’s jarring betrayal; not enforcement, but execution.“ STADT DER HELDEN Verbinden sich eindringliche Texte mit Musik, ist der Effekt noch ein bisschen größer. Der Folksänger Woody Guthrie spielte in den 1940er Jahren auf einer Gitarre, auf der stand: „This machine kills fascists“ – diese Maschine tötet Faschisten. Kunst hat Kraft. Und sie wird noch immer gefürchtet. Kein Wunder also, dass auch das „book banning“ [https://www.swr.de/swrkultur/wissen/buecher-auf-dem-index-wie-book-bans-und-verbote-die-literatur-bedrohen-das-wissen-2025-10-06-102.html] in den USA um sich greift. Etliche Musikerinnen und Musiker haben sich in den letzten Wochen zu Wort gemeldet. Joan Baez zum Beispiel. Gitarrist Tom Morello von Rage Against the Machine hat ein Minnesota-Benefizkonzert  organsiert. Und vor wenigen Tagen erschien ein neuer Song des Briten Billy Bragg, eines großen Verehrers Woody Guthries. Der Titel: „City of Heroes“. Billy Bragg singt von dem zunächst von den Nazis begeisterten Pfarrer Martin Niemöller, der zu spät erkannte, welchem Regime er da aufgesessen war. Die Menschen in Minneapolis aber wüssten es besser. Denn hier lebe man in einer Stadt der Helden, da habe meine seine Lektion gelernt – wenn die ICE-Polizei gegen Immigranten, Geflüchtete, Fünfjährige oder die Nachbarschaft vorgehe, biete man ihr die Stirn. DIE TOTEN VON MINNEAPOLIS Am wirkungsvollsten aber ist wohl ein Lied, das der Boss in seinem unermüdlichen Kampf fürs Gute und gegen „King Trump“ gerade in den Ring geworfen hat: Bruce Springsteens „Streets of Minneapolis“ [https://www.swr.de/musik/news/bruce-springsteen-streets-of-minneapolis-100.html] trifft einen Nerv, und die Anspielung auf eines seiner berühmtesten Stücke „Streets of Philadelphia“ ist natürlich kein Zufall. Ein Song für Alex Pretti und Renée Good. Vielleicht das Comeback des guten alten Protestsongs, der allerdings nie weg war – nur eben in anderen Formen in der afroamerikanischen Community gepflegt wurde. Springsteens Lied ist auch eine Hymne gegen die Gewalt der Regierung – vielleicht markiert es die Wende im Kampf gegen den autokratischen Kurs Donald Trumps.

6 de feb de 2026 - 7 min
episode „Ist es nicht feige, immer ironisch zu sein?“ artwork

„Ist es nicht feige, immer ironisch zu sein?“

Kunst spielt im Werk des Autors Stefan Hertmans eine große Rolle. Kein Wunder, lehrte er doch jahrzehntelang an verschiedenen Kunstschulen, vor allem in seiner Heimatstadt Gent. In Deutschland wurde er mit seinem essayistischen Roman „Krieg und Terpentin“ bekannt, in dem er von seinem Großvater erzählte, der große Gemälde haarklein kopierte. In seinem neuen Roman „Dius“ geht es nun um die Freundschaft zwischen dem Kunsthistoriker Anton und dem Künstler Dius, der anfangs noch bei Anton studiert. DER STUDENT WIRD MEISTER SEINES LEHRERS Doch die Rollen der beiden sind weniger festgelegt, als es scheint. Schließlich ist es Student Dius, der Dozent Anton in sein Haus auf dem Land einlädt. Ein schöne Ateliersituation für zwei junge Männer. Die beiden werden Freunde. „Es entwickelt sich zwischen den beiden eine Dynamik“, erklärt Stefan Hertmans im Gespräch mit SWR Kultur, „die sehr intensiv wird. Der Student wird der Meister seines Lehrers. Das ganze Verhältnis kehrt sich um. Es ist Dius, der die Fäden zieht, und es ist Anton, der folgt.“ So geht es viele Jahre, bis Dius eine Italienerin heiratet und nach Bergamo zieht. Anton bleibt in Gent zurück. „IN MIR GIBT ES AUCH EINEN DIUS.“ Stefan Hertman hat das Buch einem Freund gewidmet, der ihn „durch seine Lebensweise und durch seine vielen Talente zu dieser Geschichte inspiriert hat“. Sieht sich Hertmans selbst eher in dem klugen, aber unsicheren Erzähler Anton oder in dem genialischen Künstler Dius? „Ich bin nicht so ein Zögerer wie Anton“, sagt Hertmans. „Es gibt auch einen Dius in mir, der es wagt, kopfüber so einen Roman über eine so erhabene Freundschaft zu schreiben.“ KEINE ANGST VOR PATHOS Trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere streben beide Männer nach dem Erhabenen. „Pathos konnte ich noch nie widerstehen“, gesteht Anton einmal, als er Mahlers „Lied von der Erde“ hört. Ist ein Gefühl von Erhabenheit denn nichts als eine alberne Seelenschwellung? Nein, findet Stefan Hertmans. „Wir müssen uns fragen: Was ist mit unserer Ironie?“, sagt er. „Ist es nicht feige, immer ironisch zu sein und nichts eindringen zu lassen? Angesichts von Malerei oder einem Musikstück, muss man sich doch fragen: Was sagt mir das über meine Existenz?“ In der Tat hören Anton und Dius gemeinsam viel Musik. „Leserinnen und Leser haben schon Playlists von der polyphonen Musik dieses Romans auf Spotify angelegt“, freut sich Hertmans. WENN LITERATUR MIT MALEREI KONKURRIERT Doch ist dies vor allem ein Roman über bildende Kunst, ein Stück erzählte Malerei. Stefan Hertmans kann Szenerien sehr lebendig beschreiben. Wichtig sind im Roman die flämischen Polderlandschaften mitsamt ihrer enormen Himmel und wechselnden Wetterlagen. „Das nennt man Ekphrasis“, sagt Stefan Hertmans. „Man muss in der Literatur mit Malerei und Musik konkurrieren. Und wie tut man das? Indem man sehr gute Beschreibungen schafft.“ Weshalb er auch landschaftliche Verschandlungen der Gegenwart deutlich benennt. STEFAN HERTMANS LAS IN DER BERLINER GEMÄLDEGALERIE Diese Beschreibungen legt Hertmans seinem eloquenten Erzähler Anton in den Mund. Mehrfach erleben wir ihn als Dozent an der Kunsthochschule. Dazu gehört auch eine Vorlesung zum Werk des venezianischen Renaissance-Malers Vittore Carpaccio [https://www.swr.de/kultur/kunst/vittore-carpaccio-fruehrenaissance-venedig-staatsgalerie-stuttgart-100.html]. Passend dazu gab Stefan Hertmans kürzlich eine Lesung in der Berliner Gemäldegalerie, wo noch bis zum 6. April 2026 eine „Hommage an Vittore Carpaccio“ stattfindet. Anlässlich der aufwändigen Restaurierung der „Grabbereitung Christi“ zeigt die Gemäldegalerie zwei große Carpaccio-Gemälde aus der eigenen Sammlung. Stefan Hertmans hat sie sich natürlich angesehen. WAS VITTORE CARPACCIO VON DEN FLAMEN LERNTE „Für mich ist es immer sehr feierlich, Carpaccios zu sehen“, sagt Hertmans. „In meinem Roman spielt sein Gemälde „Junger Ritter in einer Landschaft stehend“ eine besondere Rolle. Das kann man im Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid sehen. Ich bin viel gereist, um die überall auf der Welt verstreuten Carpaccios zu sehen.“ Deswegen freut er sich über die restaurierte „Grabbereitung Christi“ in Berlin. „Interessant ist auch, dass Carpaccio der erste Venezianer war, der in der großen klaren Linie der Flamen malte. Das hat er gelernt von Van Eyck und von Rogier van der Weyden. Vielleicht hat er sich auch einige Bruegels angesehen, weil es auch bei ihm einige skurrile Hintergrundfiguren gibt. In der „Grabbereitung Christi“ gibt es zum Beispiel einen Schädel mit Hand, die grüßt.“

6 de feb de 2026 - 20 min
episode Neue Bücher von David Hugendick, Laila Lalami und Stefan Hertmans artwork

Neue Bücher von David Hugendick, Laila Lalami und Stefan Hertmans

Heute sprechen wir über das Stottern. Und hören neue Songs und Lyrik über Minneapolis. Wir begegnen „Alten Meistern“ bei Heinrich Steinfest und im neuen Roman von Stefan Hertmans.

6 de feb de 2026 - 55 min
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