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episode Reinhard Bingener, Markus Wehner – Der stille Krieg. Wie Autokraten Deutschland angreifen artwork

Reinhard Bingener, Markus Wehner – Der stille Krieg. Wie Autokraten Deutschland angreifen

> In der Annahme, dass die Systemkonkurrenz wie zu Zeiten des Kalten Kriegs ein Ende habe, baut Deutschland seit den neunziger Jahren seine Spionageabwehr immer mehr ab. Hatte die Abteilung im Bundesamt für Verfassungsschutz zum Ende des Kalten Kriegs im Jahr 1990 noch 400 Mitarbeiter, sind es 2014, im Jahr, als Russland die Krim besetzt, gerade noch die Hälfte. > > > Quelle: Reinhard Bingener, Markus Wehner – Der stille Krieg. Wie Autokraten Deutschland angreifen So beschreiben die Journalisten Reinhard Bingener und Markus Wehner in ihrer Studie „Der stille Krieg“ die Situation Deutschlands kurz vor der russischen Vollinvasion in der Ukraine. Zwar wurde die deutsche Spionageabwehr inzwischen wieder aufgestockt – doch Russland scheint nach wie vor leichtes Spiel zu haben. Nicht nur, weil Autokraten grundsätzlich keine Skrupel kennen und Demokratien von Haus aus verletzlich sind. Sondern auch, weil niemand weiß, ob die USA unter Trump zu ihren Bündnisverpflichtungen stehen werden und wie der Ukrainekrieg ausgehen wird. CRINK lautet die Abkürzung für den informellen Länder-Bund, der die westliche Weltordnung sprengen will: CRINK für China, Russland, Iran und Nordkorea. Auch die Türkei agiert den Autoren zufolge gegen Deutschland.  Bingener und Wehner haben ihr Buch nach den verschiedenen Formen des hybriden Kriegs sortiert. Das Spektrum reicht von der klassischen Spionage und der Unterwanderung von Eliten und Parteien über Desinformation, Hacking und Sabotage, Ethnopolitik und die Einschleusung von Migranten bis zu politischen Morden.   ANGRIFFE AUF DEUTSCHE UNTERNEHMEN  Auch Terror gehört offenbar dazu, wie ein Ereignis am Flughafen Leipzig/Halle im Sommer 2024 zeigte. Eine Transportbox des Logistikkonzerns DHL fing plötzlich an zu brennen:  > Das Feuer geht auf eine der Sendungen zurück, die auf dem Flughafen umgeladen werden. Die Flammen sind zwar rasch gelöscht. Dennoch hat kaum ein anderer Vorgang den deutschen Sicherheitsbehörden in den vergangenen Jahren so viele Sorgen bereitet. Denn der Container steht nur aufgrund einer Verspätung um diese Uhrzeit noch auf dem Vorfeld des Flughafens Leipzig/Halle, dem weltweit wichtigsten Drehkreuz des Paketdienstleisters DHL.  > > > Quelle: Reinhard Bingener, Markus Wehner – Der stille Krieg. Wie Autokraten Deutschland angreifen Eigentlich hätte der Container längst an Bord eines Flugzeugs sein müssen, das bei einem Brand in der Luft mit Sicherheit abgestürzt wäre. Nicht immer geht es allerdings um die direkte Schädigung von Menschen oder Objekten. Oft geht es auch einfach um Informationsgewinnung. So betreibt China seit Jahrzehnten Wirtschaftsspionage zum Nachteil Deutschlands.  > Im Frühjahr 2024 wird mit jahrelanger Verzögerung klar, dass der Peking jahrelang treu ergebene Volkswagen-Konzern zwischen 2011 und 2015 von chinesischen Hackern ausspioniert worden ist. Die IT-Abteilung von VW kommt den Eindringlingen nur auf die Spur, weil (...) das System plötzlich ungewöhnlich große Ressourcen beansprucht.   > > > Quelle: Reinhard Bingener, Markus Wehner – Der stille Krieg. Wie Autokraten Deutschland angreifen MIGRATION ALS WAFFE  Vergleichsweise wenig in den Medien dargestellt ist die gesteuerte Asyl-Einwanderung von Zehntausenden Tschetschenen. Zwischen 2012 und 2016 kamen so um die 36.000 Tschetschenen, meistens junge Männer, nach Deutschland. Diese Gruppen liefern sich regelrechte Straßenschlachten, etwa mit dem Berliner Remmo-Clan.  Bingener und Wehner schreiben:  > Im Bundesinnenministerium kommen die Sicherheitsfachleute zu folgendem Schluss: Russland lässt die Tschetschenen bewusst illegal (...) nach Deutschland reisen. (...) Putin will (...) ein besonderes Problem schaffen. Moskau (...) stellt Deutschland mit dieser Migrantengruppe vor ein besonders hartnäckiges Problem mit organisierter Kriminalität und Extremismus.  > > > Quelle: Reinhard Bingener, Markus Wehner – Der stille Krieg. Wie Autokraten Deutschland angreifen Das Erschreckendste an diesem erkenntnisreichen Buch ist die Tatsache, dass Deutschland aufgrund einer gewissen Blauäugigkeit schlecht gegen hybride Angriffe gewappnet scheint. Jüngst legten erstmals Drohnen unbekannter Herkunft über Tage den Flugverkehr lahm. Damit könnte schneller als gedacht eine neue Eskalationsstufe der hybriden Kriegsführung erreicht sein.

Ayer - 4 min
episode Magdalena Schrefel – Das Blaue vom Himmel | Buchkritik artwork

Magdalena Schrefel – Das Blaue vom Himmel | Buchkritik

Dass der Klimawandel von künftigen Generationen einen hohen Preis fordern wird, ist klar. Aber gleich das Blaue vom Himmel? Denn darum geht es in Magdalena Schrefels Debütroman „Das Blaue vom Himmel“, zumindest vordergründig: Um eine letzte verzweifelte Maßnahme der Wissenschaft, das Leben auf dem sich erhitzenden Planeten wieder erträglicher zu machen, und sei es um den Preis einiger, naja, Nebenwirkungen.   > Tatsächlich war die bevorstehende Veränderung des Himmels früh publik gemacht worden, und trotzdem waren die Diskussionen in öffentlichen und sozialen Medien bis heute nicht abgeebbt : „Das Blaue vom Himmel“, hatte ich in einem reichweitenstarken Post gelesen, „das gehört doch allen Menschen, schon immer, wie können wir es da verantworten, dass nun einige wenige entscheiden, es vom Himmel zu holen  ?“ > > > Quelle: Magdalena Schrefel – Das Blaue vom Himmel GEOENGINEERING MIT NEBENWIRKUNGEN  Der Roman der 41-jährigen Österreicherin spielt etwa zehn, fünfzehn Jahre in der Zukunft. Die Durchführung der sogenannten „Maßnahme“ steht unmittelbar bevor: Nach dem Vorbild eines Vulkanausbruchs sollen Schwefel- und Kalkpartikel in die Stratosphäre geschossen werden, um so die Sonneneinstrahlung zu regulieren. Nur dass sich danach eben das Licht anders brechen und aus dem Blau des Himmels ein milchiges Grau werden wird. Als Reaktion auf die zu erwartenden Verlustgefühle der Menschen bereitet man in Wien eine Ausstellung zum Thema Himmel vor, mit Bildern von Yves Klein, blauen Coladosen, Interviews.  Für Letztere ist die Ich-Erzählerin zuständig, eine Enddreißigerin namens Hannah. Im ersten Teil räumt sie mit ihrer Schwester Vera, einer Biologin, deren Wohnung aus, im zweiten führt sie ihren Vater Jakob, einen ehemaligen Meteorologen, durch die Ausstellung. Schade, dass die Autorin den Generationenkonflikt zwischen Alt und Jung, also Klimatätern und Klimaopfern sozusagen, in ihrem Roman nur nebenbei kurz antippt:  > Ich muss dann mal los“, sage ich, „ist viel zu tun“, und vielleicht weiß Jakob schon, dass es daran nicht liegt, nicht liegen kann, weil er plötzlich sagt : „Ich hab mich damals auch engagiert.“  > „Was ?“  > „Das weißt du gar nicht“, sagt er. „Aber früher, da habe ich mich auch engagiert. Für die Umwelt.“  > > > Quelle: Magdalena Schrefel – Das Blaue vom Himmel DIE VERSCHWUNDENE MUTTER  Denn nicht wegen dem Klimaerbe der Boomer ist diese Vater-Tochter-Beziehung von Sprachlosigkeit und unterdrückter Wut aufseiten der Ich-Erzählerin geprägt. Sondern weil der Vater in Trauer und Enttäuschung gefangen ist, seit seine Frau kurz nach Hannahs Geburt mit ihrem Liebhaber auf und davon ist. Und Jakob in der Folge jedes Gespräch über die verschwundene Mutter verweigert hat.  Seitdem leidet vor allem die Ich-Erzählerin unter der „Lücke“ der unbekannten Mutter in ihrem Leben. Warum sie nie nach ihr gesucht hat, online zum Beispiel, bleibt unklar, und das, obwohl der minimalistische Handlungsbogen bei jeder passenden und leider auch unpassenden Gelegenheit durch Rückblicke der Erzählerin unterbrochen wird. So oft, dass jeglicher Spannungsansatz auf der Gegenwartsebene im Keim erstickt wird. Oder ist das symbolisch gemeint – als Flucht der jüngeren Generation aus einer nicht mehr lebenswerten Gegenwart in die Vergangenheit? Um es so zu verstehen, müsste man freilich mehr über diese künftige Welt erfahren, aber die ähnelt der heutigen aufs Haar: Das Wetter schlägt Kapriolen, die Sommer werden immer trockener. Nur die gesellschaftliche Polarisierung scheint es nicht mehr zu geben, was schwer zu glauben ist.   ETIKETTENSCHWINDEL  Vielleicht ist eben das das Problem dieses Romans über Verluste und Abschiede: dass er sich als Vertreter des boomenden Segments der Climate Fiction verkauft – ein Genre, das eigentlich mit den Mitteln der Fiktion die möglichen Folgen der Klimakatastrophe zu erkunden versucht wie in den Romanen einer Margaret Atwood  [https://www.swr.de/kultur/literatur/margaret-atwood-memoiren-interview-berlin-buecherverbote-100.html]oder Megan Hunter. Stattdessen verwandelt sich Magdalena Schrefels im Suhrkamp Verlag erschienenes Werk letztlich in einen halbgaren Familienroman. Schade.

10 de feb de 2026 - 4 min
episode Mit einer Salami-Pizza zurück ins Leben: Notfallseelsorger erzählen von ihren Einsätzen artwork

Mit einer Salami-Pizza zurück ins Leben: Notfallseelsorger erzählen von ihren Einsätzen

Notfallseelsorger – das sind jene Frauen und Männer in lila Westen, die zur psychosozialen Betreuung gerufen werden, wenn jemand einen Schicksalsschlag erlitten hat. Sie müssen nicht unbedingt Pfarrer sein – aber Albi Roebke ist es. Ein, wie eine ehemalige Betreute sagt, „supercooler Typ“ in Bikerstiefeln und Lederjacke. Er und seine Kollegin, die Journalistin Lisa Harmann, erzählen in diesem Buch von ihrer Arbeit.  Mit ihren Geschichten wollen sie den Leserinnen und Lesern Wissen vermitteln für den Fall, dass sie selbst oder eine nahestehende Person in eine Extremsituation geraten. Was ist dann hilfreich, was nicht?  Anna ist zehn, als ihr Vater in ihrem Beisein die Mutter umbringt. Sie wird in die Nachbarwohnung gebracht und gefragt, was sie sich jetzt wünsche. Sie wünscht sich eine Salami-Pizza.  > Es ist jetzt nahezu lebenswichtig, dass das Kind genau diese Wunschpizza bekommt. Dass es zumindest in dem Fall noch irgendwas regeln und mitbestimmen kann, wenn alles andere schon außer Kontrolle geraten ist. Und die Polizistin Marisa fährt los, um die Pizza Salami zu holen, und hilft dem Kind damit bei einem ersten Schrittchen raus aus der Ohnmacht und zurück in die Handlungsfähigkeit und Entscheidungshoheit.  > > > Quelle: Albi Roebke, Lisa Harmann – Und plötzlich ist nichts mehr, wie es war ZURÜCK IN DIE HANDLUNGSFÄHIGKEIT  Das Gefühl, wenigstens über ein winziges Detail selbst bestimmen zu können, kann eine spätere posttraumatische Belastungsstörung verhindern. „Die Menschen helfen sich selbst“, sagen die Notfallseelsorger, „wir sind nur die Instrumente, die es ihnen möglich machen.“  Als die zehnjährige Hannah einer Vergewaltigung zum Opfer gefallen ist, muss Albi Roebke der Familie die Nachricht überbringen. Jedes Familienmitglied reagiert auf eigene Weise.  > Heidi, Hannahs Mutter, wird fast sofort schlecht. Sie legt sich auf die Wohnzimmercouch und hält sich den Bauch, wie Schwangere das manchmal tun. Volker tigert hin und her und immer wieder zur Dunstabzugshaube in der Küche, um zu rauchen. Eine Tochter zieht sich mit ihren Freunden zurück in ihr verdunkeltes Zimmer, sie kuscheln sich auf dem Boden zusammen. Die zweite Tochter ist die Einzige, die redet, die sich wünscht, dass ihre Religionslehrerin vorbeikommt, die auch Pfarrerin ist. > > > Quelle: Albi Roebke, Lisa Harmann – Und plötzlich ist nichts mehr, wie es war KLEINE GESTEN KÖNNEN HILFREICH SEIN  Es muss kein Notfallseelsorger sein, auch Angehörige und Freunde können Betroffene unterstützen und begleiten. Wissen hilft, Extremsituationen besser zu bewältigen und so Resilienz aufzubauen. Deshalb gibt es in diesem Buch viel Information. Zum Beispiel zur Funktionsweise unseres Gehirns, das etwa sechs Wochen braucht, bis eine Katastrophe emotional verstanden wird. In einer Grenzsituation gibt es keine richtige und falsche Reaktion. Alles darf jetzt gefühlt, gedacht, gesagt werden, und der Notfallseelsorger ist einfach da, hält alles aus und erschafft einen Raum der Sicherheit und Akzeptanz.  > Wenn eine Katastrophe groß ist, denken wir oft, unser Handeln und unsere Begleitung müssten auch groß sein. Dem ist aber nicht so. Kleine Gesten können hier viel ausrichten oder auch einfach nur das Zuhören oder das gemeinsame Schweigen. > > > Quelle: Albi Roebke, Lisa Harmann – Und plötzlich ist nichts mehr, wie es war AUS DEN ERFAHRUNGEN NEUE KRAFT GEWINNEN  Die Geschichten sind voller Schmerz, aber alle Betroffenen haben aus ihren Erfahrungen neue Kraft gewonnen. Die besten Beispiele dafür sind die Autoren selbst. Roebkes Eltern und sein Bruder kamen bei einem Autounfall ums Leben. Die Schwester von Lisa Harmanns Mutter wurde bei einem Schul-Attentat getötet, zwei weitere Geschwister der Mutter begangen Suizid.  Man kann eine Katastrophe nicht nur überleben, man kann sein Leben danach sogar ganz neu aufstellen. Dies ist ein tiefgehendes, notwendiges und mutmachendes Buch.

9 de feb de 2026 - 4 min
episode Lust und Leid – Was Pompeji mit unserer Gegenwart zu tun hat artwork

Lust und Leid – Was Pompeji mit unserer Gegenwart zu tun hat

Der Anspruch ist hoch. Das Buch will zeigen, wie sich die Zivilisation in Pompeji mit dem aufkommenden Christentum verändert hat. Zuchtriegel beginnt mit sechzig Seiten über den Sex in der Antike und nimmt in den Zitaten kein Blatt vor den Mund:  > Als ich hier eintraf, habe ich gefickt; danach bin ich nach Hause zurückgekehrt / Fortunata bläst / Hier habe ich viele Mädchen gevögelt / Kostet zwei Asse  > > > Quelle: Gabriel Zuchtriegel – Pompejis letzter Sommer FREIZÜGIGE ANTIKE  Nur einige Zitate von Tausenden solcher, heute würde man sagen, Schmierereien aus Pompeji. Aber das waren damals normale Botschaften in einer Zeit, die mit Sexualität ganz anders umging als die, in der sie wissenschaftlich entdeckt wurden. Zuchtriegel will in seinem Buch nicht den antiken Marmor zeigen, sondern eine Welt, die auch sehr gewalttätig und rau war – und die vor großen Veränderungen stand, so wie unsere Welt heute auch, erklärt der Autor Gabriel Zuchtriegel [https://www.swr.de/swr1/leute/so-war-das-wahre-leben-im-antiken-pompeji-gabriel-zuchtriegel-archaeologe-100.html]:  „Am Anfang geht es natürlich auf der einen Seite um diese extrem sexualisierte Welt, die Schock auslöst im 18. Jahrhundert, der Umgang mit dem Körper, mit der Sexualität, aber dann natürlich auch die Frage, wie lang können wir denn hier so walten? Und das sind natürlich Fragen, die sich auch aus wissenschaftlicher Sicht stellen. Wie lang können wir denn hier die fossilen Energien lustig verheizen?“  PARALLELEN ZU UNSERER GEGENWART  Oft recht überraschend verknüpft Zuchtriegel geistesgeschichtliche Fragen mit unserer Gegenwart. Wie gehen die Menschen mit der Endlichkeit um? Der Autor sieht die antiken Gedanken als Ökosystem, in das über Jahrhunderte das Christentum einzog wie in eine WG und diese dabei langsam übernimmt.  > Eine gewaltige Umquartierung verändert das religiöse Ökosystem für immer. Göttinnen und Götter, die zuvor auf Bergen, in Quellen, auf dem Meeresgrund oder im Wald wohnten, bekommen jetzt Tempel als Wohnungen zugewiesen. Denn genau das ist ein Tempel: ein Haus, eine Wohnung für den Gott.  > > > Quelle: Gabriel Zuchtriegel – Pompejis letzter Sommer Zuchtriegel schreibt anschaulich, humorvoll und nah an seinem Leben als Direktor des Archäologischen Parks in Pompeji. Sein Buch leuchtet mit vielen Geschichten ins Heute hinein.  > Aus der Frühzeit der Antike kennen wir alle möglichen Berufe, wie zum Beispiel Fischer, Hirten, Schuhmacher, Baumeister, Schmied, aber keinen Metzger. Der Grund ist, dass bis ins 5. Jahrhundert v. Christus das Schlachten eines Tieres ein ritueller Akt blieb, der im Rahmen einer Opferzeremonie zu geschehen hatte. Den Zorn der Artemis hätte kein Metzger überlebt. > > > Quelle: Gabriel Zuchtriegel – Pompejis letzter Sommer Man könnte sie vermissen heute, die vom Christentum abgeschaffte Göttin der Jagd, einst aus Griechenland importiert und dann von den Römern Diana genannt.  „Die wäre natürlich entsetzt, wenn sie in so ein Schlachthaus käme und sähe, wie hier die Tiere mit Lastwagen durch ganze Kontinente transportiert werden. Sie ist auf der einen Seite die Töterin der Tiere, sie hat Pfeil und Bogen, die Jagdwaffen als Attribute, aber sie ist auch die Schützerin. Und natürlich soll es auch nicht tagelang über eine heiße Autobahn transportiert werden, würde ich jetzt mal daraus ableiten. Und insofern kann Artemis durchaus als Referenzpunkt für heutige Vegetarierinnen und Vegetarier fungieren.“  ARCHÄOLOGIE ALS LEBENSHILFE  Der Autor Gabriel Zuchtriegel zwischen rauer Wirklichkeit und seinen intensiven Verbindungen in die Vergangenheit: Ist Archäologie vielleicht auch eine Form von Realitätsflucht?  „Ich war nie damit zufrieden, dass es eine Art Flucht aus der Gegenwart ist. Obwohl es das sehr leicht werden kann. Man beschäftigt sich mit langvergangener Zeit, weil man es in der eigenen nicht aushält. Ich habe eigentlich in dem Buch versucht zu zeigen: Archäologie ist eigentlich eine ganz große, starke Bejahung der Gegenwart. Wie heißt es heute in der Buchhandlung, Abteilung Lebenshilfe, gehört eigentlich zusammen. Also Archäologie als eine Art von Lebenshilfe.“

8 de feb de 2026 - 4 min
episode Neue Bücher von David Hugendick, Laila Lalami und Stefan Hertmans artwork

Neue Bücher von David Hugendick, Laila Lalami und Stefan Hertmans

Heute sprechen wir über das Stottern. Und hören neue Songs und Lyrik über Minneapolis. Wir begegnen „Alten Meistern“ bei Heinrich Steinfest und im neuen Roman von Stefan Hertmans.

6 de feb de 2026 - 55 min
Soy muy de podcasts. Mientras hago la cama, mientras recojo la casa, mientras trabajo… Y en Podimo encuentro podcast que me encantan. De emprendimiento, de salid, de humor… De lo que quiera! Estoy encantada 👍
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