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episode Die alte Dame und ihr Pfleger artwork

Die alte Dame und ihr Pfleger

Frankie – so heißt die Heldin in Graham Nortons neuem Roman. Die Geschichte führt ins Irland der 1950er- und ins wilde New York der 60er-Jahre. Sie beginnt aber in London, 2024. Von hier aus rollt Graham Norton Frankies Lebensgeschichte langsam rückwärts auf. Von der eher unangenehmen Lebensphase im Alter, wo Ärzte und Pfleger gefühlt fast schon zum Teil der Familie werden, weil man sie häufiger sieht als die eigenen Angehörigen. Wir lernen die über 80igjährige alte Dame also zunächst mit den Augen ihres Pflegers kennen: Damian, ein junger, schwuler Ire, der von Frankies langjähriger Freundin Nor eingestellt wird, weil Frankie nach einem Sturz Hilfe benötigt. Der erste Kontakt zwischen dem Pfleger und seiner neuen Patientin gestaltet sich noch etwas holperig.   EIN ROMAN WIE EIN JAZZSTÜCK  > Die Küche war klein, aber sehr gut sortiert und organisiert. Woks und Pfannen hingen von Haken an der Decke, und auf der Arbeitsplatte drängte sich eine große Auswahl an augenscheinlich teuren Ölen und Essigflaschen.  > Kochen Sie gern, Frankie?  > Ja, ich koche.  > Ihr Tonfall legte nahe, dass sie nicht weiter darüber reden wollte. Damian verdrehte die Augen. Das würde eine zähe Nacht werden. > > > Quelle: Graham Norton – Eine wie Frankie Kochen ist nicht nur ein Hobby der alten Dame, sondern ein frühes Talent, das Frankie half, aus ihrem tristen irischen Nachkriegs-Alltag zu entfliehen, um später in New York ein Gourmet-Restaurant aufzubauen.   JUGEND IN IRLAND  Der Roman spielt mit klassischen Rückblenden, kommentiert vom jungen Pfleger, der immer mehr Anteil nimmt. Der ganze Roman ist überhaupt sehr traditionell erzählt, locker-leicht wie ein swingendes Jazzstück, bei dem man automatisch mitwippt. Manchmal ein bisschen zu leicht, etwas mehr Tiefe hätte gutgetan, denn einige Figuren, wie zum Beispiel Frankies Freundin Nor, sind entweder nicht psychologisch genug ausgeleuchtet oder nah am Klischee. Dabei kann Graham Norton durchaus gut schreiben – seine stärksten Passagen liegen eindeutig im Irland-Teil, in Frankies Kindheit und Jugend.  > Sie war auf Catherine Woodworths Geburtstagsparty eingeladen, und Catherine war die Erste in ihrer Klasse, die die kindische Zahl Zehn hinter sich gelassen hatte. Dies war eine Party, wie Frankie sie noch nie zuvor erlebt hatten. Es gab kleine Teigtaschen, die mit Hühnchen und Sauce gefüllt waren, und zum Abschied hatte jedes Kind eine Partytüte mit einem Stift und Brausepulver bekommen. Als die Party um sechs Uhr zu Ende war, versammelten sich Frances, ihre Freundin Norah Dean und drei andere Mädchen in der Lobby, sie alle sollten von Norahs Vater nach Hause gefahren werden. Während die anderen Mr Dean aufgeregt von den kohlensäurehaltigen Getränken erzählten, die von echten Kellnern serviert worden waren, saß Frances still auf dem Rücksitz und lehnte den Kopf ans Fenster. So fühlte es sich an, glücklich zu sein.  > > > Quelle: Graham Norton – Eine wie Frankie Mit gerade mal 18 wird Frankie mit einem älteren protestantischen Kirchenvertreter, dem Domkapitular, verheiratet. Sie soll ihm Kinder gebären. Doch das kaum vorhandene Sexualleben ist für Frankie ähnlich unerfreulich wie die täglich servierten Mahlzeiten im christlichen Haus.  > Da gab es diesen anämischen Wurstauflauf, in dem sich Karottenscheiben und blasse Wurststücke in einer undurchsichtigen Flüssigkeit tummelten, die  > weder Sauce noch Fleischsaft war, sondern eine bestürzende Kombination aus geschmacklos und brüllend heiß. > > > Quelle: Graham Norton – Eine wie Frankie TRIVIALE BESCHREIBUNGEN DES EROTIKLEBENS  Im New-York-Teil schließlich, wo Frankie ihr eigenes Leben aufbaut, verliert der Roman an Kraft. Sie verliebt sich in einen jungen Künstler, führt ein eigenes kleines Restaurant, die Passagen wirken hier weniger liebevoll geschrieben, die Beschreibung von Frankies Künstlerfreund und ihrem Erotikleben kippen manchmal ins Triviale.   Pfleger Damian und Freundin Nor bleiben blass, eher erzählerische Hilfsfiguren, die Fragen stellen, die der Leser längst beantwortet hat. Die Figuren selbst machen keine innere Entwicklung durch, außer, dass Pfleger Damian nach den Kochgeschichten Frankies seltener die Mikrowelle benutzt. Am Ende bleibt die Freundschaft zwischen der alten Frankie und dem jungen Pfleger eine schöne, aber ungenutzte Idee. Schade – gerade da wäre mehr drin gewesen.

Ayer - 4 min
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Must-Read für Anhänger und Kritiker von Verschwörungstheorien

Im Vorfeld des amerikanischen Bürgerkriegs machte eine Verschwörungstheorie die Runde, ohne die es vermutlich nicht zur Abschaffung der Sklaverei gekommen wäre. Demnach hatten sich die mächtigen Sklavenhalter gegen das amerikanische Volk zusammengetan, um eine Aristokratie nach europäischem Vorbild zu errichten.   Es war nicht das Mitgefühl mit den Sklaven, sondern die Angst vor der Macht der Sklavenhalter, die den Vereinigten Staaten den Weg in eine moderne Demokratie ebnete. Obwohl es keine Verschwörung gab, führten die Warnungen davor zum Wahlsieg der Republikaner. Darauf folgte der Sezessionskrieg und schließlich das Ende der Sklaverei.  DIE EFFEKTE VON VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN  Für den ausgewiesenen Experten Michael Butter belegt dieses Beispiel, dass die Effekte von Verschwörungstheorien keineswegs so eindeutig sind, wie häufig angenommen wird. In seinem Buch „Die Alarmierten“ geht er der Frage nach, unter welchen Umständen sich Verschwörungstheorien ausbreiten und was ihre gegenwärtige Konjunktur bedeutet:  > Über Jahrhunderte hinweg waren Verschwörungstheorien eine akzeptierte Wissensform. Erst in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg durchliefen Verschwörungstheorien einen Prozess der Stigmatisierung. Sie wanderten aus der Mitte der Gesellschaft an deren Ränder und wurden zu Gegenerzählungen. > > > Quelle: Michael Butter – Die Alarmierten VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN ALS SYMPTOME  Während Verschwörungstheorien in früheren Zeiten ein gängiges Erklärungsmuster gewesen seien, zeigt Butter, wie ihre Verdrängung mit einer zunehmenden Verwissenschaftlichung der alltäglichen Erfahrung einherging. Seitdem würden sich Verschwörungstheorien explizit als Alternative zu wissenschaftlichen Weltdeutungen begreifen.  Dennoch plädiert Butter dafür, Verschwörungstheorien nicht einfach als irrational abzutun oder als prinzipiell gefährlich einzustufen. Vielmehr sollten sie als Symptome für tieferliegende Probleme verstanden werden. Denn oft artikulierten sich auch in den abwegigsten Behauptungen noch wichtige Gefühlslagen, die es verdienten, ernstgenommen zu werden:  > Der Diskurs über Verschwörungstheorien kann daher als eine Arbeit am Symptom verstanden werden. Er wird aber in Deutschland von einer besonders ausgeprägten Sorge um die Demokratie befeuert. Doch indem er Verschwörungstheorien pauschal als Bedrohung derselben begreift, gerät aus dem Blick, was viel eher geeignet und nötig wäre, um die Demokratie zu stärken.  > > > Quelle: Michael Butter – Die Alarmierten DIE PROJEKTION DER ÄNGSTE  Zu den „Alarmierten“ zählen für Butter daher nicht nur die Anhänger von Verschwörungstheorien, die überall geheime Komplotte der Eliten gegen das ohnmächtige Volk wittern. Auch ihre lautstarken Kritiker würden sich ähnlich verhalten, wenn sie in den Verschwörungstheorien nichts anderes als bloß undemokratische Umtriebe erblicken könnten.  In beiden Fällen würden die Diskurse der „Alarmierten“ in erster Linie die eigene Identität stärken. Wer sich gegen Verschwörungstheorien engagiere, erachte sich selbst meist als liberal und demokratisch. Die Anhänger von Verschwörungstheorien stellten dann die rückständigen „Anderen“ dar, auf die man die eigenen Ängste projizieren könne:  > Die übertriebene Furcht vor Verschwörungstheorien ist genauso ein Symptom für Ängste, wie es der konspirationistische Diskurs selbst ist. Diese Ängste speisen sich aus einer aufrichtigen und meines Erachtens berechtigten Sorge um den Zustand und die Zukunft der liberalen Demokratie. > > > Quelle: Michael Butter – Die Alarmierten Michael Butter ist es gelungen, ein differenziertes Buch über die Geschichte und Gegenwart von Verschwörungstheorien zu schreiben und zugleich ein prägnantes Bild unserer fragilen und von Ängsten beherrschten Gesellschaft zu zeichnen. Es ist ein Muss sowohl für Anhänger als auch für Kritiker von Verschwörungstheorien, aber auch für alle anderen.

13 ene 2026 - 4 min
episode Peter Handke in Dichterparadiesen artwork

Peter Handke in Dichterparadiesen

Kann das gutgehen? Ein großer Bildband mit 150 Fotos von Peter Handke, allein und in Gesellschaft? Ja, es kann! Denn erstens hat hier Isolde Ohlbaum auf den Auslöser gedrückt, die deutsche Schriftstellerfotografin par excellence. Zweitens gehört Peter Handke unter den literarischen Köpfen seit je zu den Ausnahmeerscheinungen. Und drittens:  „Er ist fotogen, muss man einfach sagen", betont die Münchner Fotografin. Trotzdem lag für Isolde Ohlbaum die Idee zu ihrem großen Handke-Bildband, den sie „Ein Langzeitporträt 1975 bis 2024" nennt, keineswegs auf der Straße, sondern ergab sich aus ihren ganz eigenen Wegen, wie sie sich erinnert.   „Das Ganze verdanke ich eigentlich dem Petrarca-Preis. Also ich habe mir jetzt nicht Peter Handke ausgesucht, sondern ich war 1975 zum ersten Mal auf Einladung von Michael Krüger beim Petrarca-Preis ... und ich fand das spannend, dass eine Preisverleihung mal auf einem Berg stattfindet, also auf dem Mont Ventoux, und da war natürlich auch Peter Handke dabei."  EIN PROJEKT AUS DER BEGEGNUNG HERAUS Handke war nie ein Geschäftsreisender der Literaturlesungen und Podiumsgespräche. Seine poetische Suche strebt nach freiem Himmel, Landschaften und den Erleuchtungen in der Natur. Dazu passen die Schauplätze dieser Aufnahmen, ob in Frankreich, in Italien oder im Haus des Autors bei Paris. Sie bieten das ideale Setting, um den Schriftsteller in seinem Element zu zeigen.  „Das war in schönster Umgebung, das waren einfach wunderbare Orte. So sind diese Bilder von Peter Handke entstanden und deshalb haben die auch diese Leichtigkeit, dieses Sommerliche auch."   Allenthalben dominiert die Atmosphäre von Landpartien und Gartenfesten: Auf den windumrauschten Höhen des Petrarca-Berges Mont Ventoux, Handke mit hochgekrempelten Hosen im Fluss, mit wehendem Haar beim Kicken, mit Frau und Tochter oder als zugewandter Freund literarischer Kollegen. Zwischen der Fotografin und den Porträtierten herrschte entspanntes Vertrauen.  LEICHTIGKEIT, NÄHE UND VERTRAUEN „Sie haben auch alle vergessen, dass ich fotografiere. Es fand ja eigentlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und von daher musste sich auch niemand produzieren. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass er auf diesen Bildern immer völlig gelöst aussieht und kein Star ist. Also ich habe ihn eigentlich nie als Star empfunden."  Genauso wie die Begegnung mit der Kamera ist für Isolde Ohlbaum auch die Kenntnis der Werke wichtig. Für einen Textanhang hat sie zwanzig Seiten Handke-Zitate ausgewählt, die in aphoristischer Kürze Einblicke in sein Schreiben und Denken geben.  „Man kommt ihm über diese Zitate schon auch näher und stellt fest, er hat auch Humor und auch Selbstironie und er ist einfach ein wunderbarer Beobachter."   FOTOGRAFIE IM DIALOG MIT DEM WERK Die Aufnahmen in diesem Band sind wirkungsvoll auf den Seiten platziert und chronologisch geordnet. Eine Chronik des Handke'schen Wirkens hatte Isolde Ohlbaum jedoch nicht im Sinn.   „Das ist eigentlich schon auch mein Peter Handke, es ist einfach ein Zeitraum von 75 bis jetzt, also 50 Jahren, und es ist meine Sicht auf Peter Handke."  Natürlich ist dieses Langzeitporträt auch eine Hommage an den Schriftsteller, formvollendet, doch ganz unfeierlich. Es sind Porträts im Freundeskreis, reich an Facetten, ein Stück Literaturgeschichte in Bildern und ein Beispiel für die eminente Aussagekraft guter Fotografie.

12 ene 2026 - 4 min
episode Alexander Clapp – Der Krieg um unseren Müll. Abgründe eines globalen Milliardengeschäfts artwork

Alexander Clapp – Der Krieg um unseren Müll. Abgründe eines globalen Milliardengeschäfts

Alexander Clapps Buch ist schwere Kost, denn es hinterlässt ein schlechtes Gewissen, weil wir so viel wegschmeißen. Der Journalist beschreibt, was er auf der Spur unserer alten Handys, Fernseher oder Zahnpastatuben erlebt hat: In Accra, der Hauptstadt des westafrikanischen Ghana, trifft er in einem Slum namens Agbogbloshie zum Beispiel auf Folgendes:  > Über den rund fünf Meter breiten Weg donnern unentwegt Fahrzeuge. Jeden Morgen karren sie Hunderte Tonnen von verbeulten Geräten (Deckenventilatoren, Waschmaschinen, Motoren von Motorrädern, Kühlschränke und so weiter) nach Agbogbloshie, und jeden Nachmittag karren sie wertvolle Metalle wieder hinaus. Innerhalb von zehn Stunden werden Rohstoffe entnommen, und zurück bleiben Berge von Abfall und ein Handgeld für die Arbeiter. Unter meinen Füßen knirschen die Scherben von Computerbildschirmen, zerbrochene Handyhüllen und Computermäuse. > > > Quelle: Alexander Clapp – Der Krieg um unseren Müll. Abgründe eines globalen Milliardengeschäfts Einer der Arbeiter ist Awal. Seine Aufgabe ist es, den nicht verwertbaren Plastikschrott zu verbrennen. Durch das Feuer, das stinkenden, schwarzen Rauch erzeugt, wird außerdem die Ummantelung von Kupferkabeln abgeschmolzen. Drei Dollar erzielt der Familienvater im Schnitt pro Tag für das Kupfer.  TÖDLICHER ELEKTROSCHROTT  > In den acht Jahren, in denen er Elektrogeräte verbrannte, hatten glühende Metallstücke und umherfliegende brennende Plastikteile zahllose Narben auf seinen Händen, seinen Füßen und seinem Hals hinterlassen. Es gebe Tage, an denen er seine Arme oder Beine kaum bewegen könne; sie würden festgehalten von einem brennenden Gefühl. Und nachts wache er gelegentlich auf und huste Blut.  > > > Quelle: Alexander Clapp – Der Krieg um unseren Müll. Abgründe eines globalen Milliardengeschäfts Auf der Krankenstation, mit deutscher Entwicklungshilfe gebaut, konnte man nichts für Awal tun. Er ist 24 Jahre alt. Zehntausende junger Männer wie Awal bringen Ghana mit dem Zerlegen unseres Elektroschrotts dringend notwenige Devisen ein:  > Tatsächlich schickt das Ausland – nicht nur vollkommen legal, sondern auch noch gefördert durch internationale Institutionen wie die Welthandelsorganisation und den Weltwährungsfonds – alte Elektrogeräte, die angeblich noch funktionsfähig sind. Wenn Recyclingunternehmen oder Müllmakler aus Deutschland oder Kanada Millionen ausgemusterter Handys oder Deckenventilatoren nach Ghana verschiffen, dann denken sie möglicherweise nicht einmal daran, dass sie damit ihren Müll in Westafrika abladen. > > > Quelle: Alexander Clapp – Der Krieg um unseren Müll. Abgründe eines globalen Milliardengeschäfts ELEKTROSCHROTT – EIN MODERNES BERGWERK  Vielmehr glauben manche, sie brächten dem armen Land gebrauchte Geräte und damit ein Stück Fortschritt. Doch das, so hat es Alexander Clapp erlebt, sei falsch. Was da angeliefert werde, diene als modernes Bergwerk: Es werden Edelmetalle daraus gewonnen und für neue Handys oder Ventilatoren postwendend exportiert. Das rechnet sich, weil Menschen wie Awal keine andere Einkommensquelle haben und für einen Hungerlohn ihr Leben aufs Spiel setzen müssen.  Mit dem Märchen, Recycling sei ein umweltfreundlicher Prozess, räumt Clapp gründlich auf. Das führt er nicht nur am Elektroschrott, sondern genauso deutlich am Beispiel alter Kreuzfahrt- und Containerschiffe in der Türkei und der Plastikverwertung in Indonesien vor. Auf Java führen einige Dörfer sogar Krieg um Tüten oder Tuben, die sie zu Plastikflocken schreddern. Tofufabriken nutzen die dann als Brennmaterial. Wissenschaftler stellten fest:  > Dass ihre Öfen auch nicht annähernd die Temperaturen erreichen, die nötig sind, um die giftigen Zusätze im Plastikmüll zu zerstöre, ... die in modernen Kunststoffen verwendet werden. Diese Giftstoffe gelangten stattdessen in den Tofu. > > > Quelle: Alexander Clapp – Der Krieg um unseren Müll. Abgründe eines globalen Milliardengeschäfts Der amerikanische Journalist, der für sein Buch unter anderem von der Uni Oxford unterstützt wurde, schreibt sehr lebendig und gut verständlich. Und gerade deshalb geht einem „Der Krieg um unseren Müll“ so nahe. Das eine oder andere mag man schon mal gelesen haben, doch Alexander Clapp zeichnet geballt das menschliche und ökologische Elend nach, das durch unsere Wegwerf-Mentalität und das herrschende System zur Entsorgung ihres Abfalls entsteht. Ein Buch, das man sich als Schullektüre wünscht.

11 ene 2026 - 4 min
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„Das Selber-Schreiben wird in den Hintergrund treten“

KI kann Literatur. Das beweist der Autor belmonte in seinem neuen Buch „Was bleibt von uns, wenn das Wasser kommt. Einsatz generativer KI in erzählender Literatur“. Auch wenn sein Künstlername anderes vermuten lassen könnte: belmonte ist ein Mensch. Er ist Autor, Liederdichter und ein Sprecher der Heidelberger Autor:innen. Trotz seiner Liebe zu altem Liedgut, das er – begleitet von einem indischen Harmonium – auch selbst vorträgt, ist er ausgesprochen technikaffin und experimentierfreudig. In der Zukunft wird literarisches Schreiben „eine Mischung aus menschlicher Kreativität und maschineller Intelligenz“ sein, prognostiziert belmonte. „KI wird im literarischen Schreiben stärker als Partner eingesetzt werden, als Assistenz, als Dialogpartner. Nicht umsonst sind das ja auch Chatprogramme.“ WIE MAN KI ZUM SCHREIBEN EINSETZEN KANN In seinem sehr anwendungspraktischen Buch erfasst und testet er aktuelle KI-Programme für Autorinnen und Autoren. Diese Sachteile werden von literarischen Texten umspielt, die belmonte mit Hilfe von KI hergestellt hat. Sein Buch ist klar strukturiert und erinnert passagenweise an ein Lehrbuch. Es führt zunächst ein in die technischen Hintergründe von KI und bietet begriffliche Klärungen. Anschließend geht es darum, wie KI für Literatur nutzbar gemacht werden kann: Charakterentwicklung, Plotgestaltung, Dialogaufbau und Weltenbau sind wichtige Themen. Viele Beispiele ergänzen jedes Kapitel. Die KI-generierten Kurztexte klingen allerdings noch sehr stereotyp. „Ich würde sie auch schematisch und musterhaft nennen wollen“, ergänzt belmonte im Gespräch auf SWR Kultur. KI IST TEIL DER TECHNOLOGIEENTWICKLUNG „Allerdings glaube ich, dass KI-generierte Texte immer besser werden“, unterstreicht er. Dann würde sich auch das Gefühl einer gewissen Leere bei der Lektüre KI-generierter Texte legen. „Ich würde das gerne im Rahmen von Technologieentwicklung betrachten. Denn neue Technologien wurden oftmals als entleert empfunden. Telefon ersetzte einst das persönliche Gespräch, und Internet und E-Mail ersetzten wiederum den handschriftlichen Brief. Selbst nach der E-Mail sehnt man sich inzwischen schon zurück, seit sie durch WhatsApp und Messenger-Systeme zurückgedrängt wurde.“ Kommunikationstechnik ändert sich. „KI lässt sich in die Reihe dieser Medienentwicklungen einphasen“, findet belmonte. WENIGER PHANTASIEREN, MEHR KONTROLLIEREN Autorinnen und Autoren werden zunehmen KI verwenden, prognostiziert belmonte auf SWR Kultur. Dadurch wandelt sich auch die Rolle des Autors, findet er. „Autorschaft umfasst einerseits die Tätigkeit des Schreibens und andererseits die Verantwortlichkeit für einen Text. Ich kann mir vorstellen, dass der Aspekt des Selber-Schreibens in den Hintergrund treten wird. Zugleich denke ich, dass der zweite Aspekt in der Zukunft viel, viel wichtiger wird: nämlich dass der Text mir als Autor gehört und dass ich ihn auch selbst komplett überprüfen muss, um dafür verantwortlich zu sein.“ VIRTUELLE AUTOR:INNEN UND NEURO-LITERATUR Schließlich kann KI auch selbst zur Autorin werden. „Ich glaube“, sagt belmonte, „dass wir bald in Europa die ersten komplett virtuellen Autor:innen sehen werden. In der Popmusik gibt es sie ja bereits. In Südkorea und Japan gibt es komplett virtuelle Popstars, die riesige Hallen füllen. Denkbar ist das auch für besonders talentierte KI-Autor:innen mit besonderen Erzählweisen. Die hätten dann eigene Social Media Accounts und gäben virtuelle Interviews.“ Auch neue literarische Genres sieht belmonte kommen: „Es sind zum Beispiel Bücher denkbar, die sich je nach Standpunkt von Leser:innen komplett neu schreiben. Das heißt Neuro-Literatur. Da passt sich Literatur ad hoc an die Gedanken der Leser an.“

09 ene 2026 - 20 min
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