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episode Spannend und informativ: „Die Buchhandlung der Exilanten“ von Uwe Neumahr artwork

Spannend und informativ: „Die Buchhandlung der Exilanten“ von Uwe Neumahr

Als Adrienne Monnier 1915 in der Pariser Rue de l’Odéon ihr Geschäft eröffnete, hatte sie bereits mehr im Sinn, als eine landläufige Buchhandlung:  > ‚La Maison des Amis des Livres‘: Das Haus der Bücherfreunde sollte ein kulturelles Zentrum werden, in dem die papierenen Produkte schriftstellerischen Bemühens ebenso zusammenkamen wie ihre Urheber und Leser. > > > Quelle: Uwe Neumahr – Die Buchhandlung der Exilanten Und das gelang ihr in kürzester Zeit.  ZWEI HÄUSER FÜR BÜCHERFREUNDE IN PARIS  > Guillaume Apollinaire, Louis Aragon, André Breton und Paul Valéry, André Gide, Paul Claudel, Jean Cocteau … > > > Quelle: Uwe Neumahr – Die Buchhandlung der Exilanten …verkehrten, lasen und diskutierten bald in der Rue de l’Odéon. Und das ab 1919 auf der einen wie anderen Straßenseite, wo die Amerikanerin Sylvia Beach bei „Shakespeare & Company“ englischsprachige Literatur feilbot. Und auch diese Buchhändlerin war weit mehr als das. 1921 kam ein vollkommen entmutigter James Joyce [https://www.swr.de/kultur/literatur/der-maler-werner-schmidt-und-seine-kuenstlerbuch-ueber-ulysses-von-james-joyce-100.html] in ihr Geschäft, weil niemand seinen Roman über einen Tag im Leben des Leopold Bloom veröffentlichen wollte.   > Sie fragte den entmutigten Schriftsteller, der schwer seufzend in ihrem Laden saß: ‚Würden Sie Shakespeare & Company die Ehre erweisen, Ihren Ulysses herauszubringen?‘ > > > Quelle: Uwe Neumahr – Die Buchhandlung der Exilanten VERLEGEN UND VERZEIHEN So wurde die darin alles andere als kundige Sylvia Beach Verlegerin. Der selbst- wie trunksüchtige James Joyce allerdings dankte ihr diesen Mut und seinen einsetzenden Ruhm schlecht. Als er erfolgreich war, trotzte er der gutmütigen Frau die Rechte am Roman ab, beschimpfte und beleidigte sie, als sie zunächst noch zögerte. Sylvia Beach aber verehrte und verzieh Joyce. Sie sagte:  > Der ‚Ulysses‘ gehörte ja schließlich Joyce. Ein Baby gehört seiner Mutter und nicht seiner Hebamme, nicht wahr?  > > > Quelle: Uwe Neumahr – Die Buchhandlung der Exilanten HEIMSTATT FÜR INTELLEKTUELLE EXILANTEN  Wenn auch nicht ohne Schmerzen: die Herausgabe des „Ulysses“ machte auch Sylvia Beach bekannt. Ganz anders als ihre Freundin und Lebenspartnerin Adrienne Monnier, von der viel weniger bekannt ist – bis nach Lektüre dieses aufschlussreichen Buches. Uwe Neumahr hat sich in die Archive begeben, um insbesondere Adrienne Monniers Leben zu erforschen. Das leuchtet nun hell zwischen allen Zeilen, immer aber fällt auch genug heller Schein auf Sylvia Beach. Und vor allem auf beider Verdienste während der 30er und 40er Jahre, als immer mehr Exilanten nach Paris und in die Buchhandlungen strömen. Walter Benjamin hatte einige Gedichte der auch sonst schriftstellerisch ambitionierten Adrienne Monnier gelesen und kam regelmäßig.  > Im Lauf der Zeit trat Adrienne zu Benjamin in ein Verhältnis, das sich, wie Benjamin einem Freund schrieb, ‚einem freundschaftlichen im deutschen Sinne sehr nähert‘.  > > > Quelle: Uwe Neumahr – Die Buchhandlung der Exilanten Der Architekt und Journalist Sigfried Kracauer betrat eines Tages zufällig La Maison des Amis des Livres und war sofort in den Bann geschlagen.  > In Adrienne sah Kracauer eine Verkörperung des eigenständigen Frankreichs.  > > > Quelle: Uwe Neumahr – Die Buchhandlung der Exilanten BUCHFREUNDIN UND LEBENSRETTERIN  Als solche half Adrienne Monnier dann auch mutig und uneigennützig während der deutschen Besatzung. Sorgte nicht nur dafür, dass ihre Freundin Sylvia Beach, die als „feindliche Ausländerin“ im Internierungslager saß, frei kam, sie rettete auch den beiden Männern das Leben und bewahrte Gisèle Freund vor der Abschiebung. Die deutsche Fotografin hatte in Adriennes Buchhandlung begonnen, Schriftsteller zu portraitieren und damit erste große Erfolge erzielt:  „Aus rätselhaften Gründen – vielleicht weil sie auf Französisch schrieb, vielleicht weil sie eine mit niemandem vergleichbare Doppelexistenz als Buchhändlerin und Schriftstellerin führte, vielleicht weil sie mit ihrem Stil, ihren Gewohnheiten und ihrem Auftreten aus der Zeit gefallen schien – wurde Adrienne Monnier nie der internationale Ruhm jener beiden Frauen zuteil, die sie inspirierte: Sylvia Beach und Gisèle Freund.“  Uwe Neumahr trägt nun seinen ausgezeichneten Teil dazu bei, das es anders werden könnte. Mit den unzähligen kleinen, so spannend wie informativ zu lesenden Kapiteln seines Buches blättert er sprichwörtlich die Zeit auf. Von der Phase ausgelassener Lebens- und Leselust nach dem Ersten Weltkrieg bis zur deutschen Besatzung von Paris 1940 und der dunklen Zeit bis zur Befreiung. Erzählt vom Leben, Lieben und Leiden, vor allem aber dem Mut der beiden außergewöhnlichen Buchhändlerinnen der „Odéonie“, wie das Gebiet rund um die jene besondere Straße heißt, in der zwei Freundinnen Bücher, Leser und Literaten wohl behüteten.

7 de abr de 2026 - 4 min
episode Aufwachsen in Westberlin: „Kann gehörig wehtun“ artwork

Aufwachsen in Westberlin: „Kann gehörig wehtun“

In einigen Hinterhöfen werden noch Kühe gehalten, die Kinderärztin raucht Kette, während sie ihre kleinen Patienten untersucht, und im Ring des Boxvereins gehen sie aufeinander los, als wollten sie sich umbringen.  Das ist die raue Wirklichkeit mitten in Westberlin, im Bezirk Schöneberg, im Jahr 1969, die Michael Wildenhain in seinem Roman detailreich einfängt. Wildenhain, 1958 geboren, kennt Ort und Atmosphäre aus eigener Erfahrung. Davon profitiert sein Roman.   > Es ist so, dass ich stark aus biografischem Material schöpfe, aber dieses Buch einigermaßen weit weg ist von einer autofiktionalen Erzählung. > > > Quelle: Michael Wildenhain Kriegsruinen und leere Häuser bieten kaum kontrollierte Freiräume für die Kinder des proletarisch geprägten Viertels rund um die Belziger Straße.  BOXTRAINING ZUR VERTEIDIGUNG Michael Wildenhain erzählt überwiegend im Präsens aus der Perspektive eines dreizehnjährigen Jungen. Er erzeugt so eine ungemein starke, den Leser fesselnde Gegenwärtigkeit.  Der namenlose Held ist mit seinen Eltern und dem jüngeren Bruder zugezogen. Der zurückhaltende Teenager liebt es, von seinem Fensterplatz in der Wohnung im vierten Stock das Geschehen draußen mit einem Fernglas zu beobachten, aber es zieht ihn auch hinaus auf die Straße. Hier gilt der am meisten, der am härtesten zuschlagen kann. Da ist es naheliegend, sich zum Boxtraining anzumelden.  BEDINGUNGSLOSE LOYALITÄT  > Der Umkleideraum riecht nach Schweiß wie die Umkleide der Schulturnhalle. Dem Trainer fehlen etliche Vorderzähne des Oberkiefers, die Nase wirkt mehrfach gebrochen, die Augen sind wasserblau und klar. „Kann gehörig wehtun, der Sport, das weißt du?“ Ich nicke. > > > Quelle: Michael Wildenhain – Das Ende vom Lied Schmerzhaft ist für den Ich-Erzähler nicht nur das Boxen. Der sensible, aufmerksame Junge spürt, wie sich seine Eltern immer weiter voneinander entfernen und die vom Krieg versehrte und verstörte Familie zu zerbrechen droht.  Die häusliche Unsicherheit bringt ihn dazu, noch entschiedener auf der Straße nach Anschluss zu suchen. Jugendgangs bestimmen die Szenerie. Allen voran die Bande von Körschi.  Der sechzehnjährige Anführer ist stärker, entschlossener, brutaler als alle anderen. Er nimmt den Jüngeren unter seine Fittiche, erwartet dafür aber bedingungslose Loyalität und immer wieder auch – teils demütigende – Gegenleistungen. Verweigerung ist ausgeschlossen.   JARGON DER STRASSE  > He, abgezockt? Treib’s nicht zu weit mit dem herzensguten Körschi. Solltest wissen, wo die Grenze verläuft. Kräfteverhältnis falsch eingeschätzt – schon gehste ab, bist weg vom Fenster. Und du willst doch hier noch ’ne Weile friedlich wohnen, oder?  > > > Quelle: Michael Wildenhain – Das Ende vom Lied Ein lässiger oft derber Ton bestimmt die Sprache des Romans, es ist der Jargon der Straße, den Michael Wildenhain sicher beherrscht. Die Handlung treibt er entlang zweier straff gespannter Spannungsbögen voran: Sein Held kommt den Geheimnissen der Eltern näher, wobei ihm dabei – immer wieder und vielleicht zu oft – der Zufall hilft.  Und er emanzipiert sich von Körschi, auch weil er sich in dessen Freundin Alina verliebt hat. Es ist ein Reifeprozess im Schnelldurchgang.  SCHNELLE REIFE IN SCHWIERIGEN ZEITEN „Er altert in diesen acht oder neun Monaten, die die Handlung im Roman umfasst, sicherlich um fünf bis zehn Jahre, so hat man den Eindruck. Und das liegt natürlich daran, dass er dazu auch gedrängt wird und gezwungen ist, sehr vieles mit sich auszumachen,“ erklärt der Autor. Also wenn man in extreme Situationen reingestoßen wird, das ist die Hypothese, dann muss man sich behaupten, und dann muss man auch extreme Sprünge machen. Aber es ist auch ein Zugeständnis an die Dramaturgie, keine Frage.“  Diese Sprünge macht der Junge jenseits der abflauenden Studentenproteste. Der Reifeprozess der Hauptfigur verläuft nahezu unberührt vom gesellschaftlichen Um- und Aufbruch, aber doch spiegelbildlich zu diesem.  Michael Wildenhain, der in kurzen essayistischen Passagen den zeitgeschichtlichen Hintergrund umreißt, will in zwei nachfolgenden Bänden die späteren Dekaden in den Blick nehmen. Man darf darauf gespannt sein, wohin inmitten des gesellschaftlichen Wandels der Weg seines Protagonisten führt.

Ayer - 4 min
episode Wolfram Lotz: „Träume in Europa“ artwork

Wolfram Lotz: „Träume in Europa“

Jahre lang hat der Autor Wolfram Lotz in diversen Internetforen die Traumschilderungen von Menschen aus ganz Europa gesammelt. Europa erscheint weniger als ein politischen Gebilde, sondern eher als Raum des kollektiven Unterbewusstseins.

5 de abr de 2026 - 15 min
episode Norbert Gstrein: „Im ersten Licht“ artwork

Norbert Gstrein: „Im ersten Licht“

Adrian Reiter wird im Jahr 1901 geboren. Erster Weltkrieg, Nationalsozialismus, Nachkriegszeit. Adrian steht daneben und ist trotzdem Teil des Ganzen. Norbert Gstreins elegante Sätze schlagen den Bogen über ein Jahrhundert.

5 de abr de 2026 - 16 min
episode Siri Hustvedt: „Ghost Stories. Ein Buch der Erinnerung“ artwork

Siri Hustvedt: „Ghost Stories. Ein Buch der Erinnerung“

Im April 2024 ist der Schriftsteller Paul Auster [https://www.swr.de/kultur/literatur/paul-auster-new-york-trilogie-stadt-aus-glas-schlagschatten-hinter-verschlossenen-tueren-100.html] gestorben. 43 Jahre lang waren er und die Schriftstellerin Siri Hustvedt [https://www.swr.de/kultur/literatur/siri-hustvedt-ghost-stories-100.html] verheiratet. In ihrem neuen Buch beschwört sie Austers immer noch lebendigen Geist herauf und setzt das Gespräch mit ihm fort.

5 de abr de 2026 - 14 min
Soy muy de podcasts. Mientras hago la cama, mientras recojo la casa, mientras trabajo… Y en Podimo encuentro podcast que me encantan. De emprendimiento, de salid, de humor… De lo que quiera! Estoy encantada 👍
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