SWR2 Kultur Aktuell
WENDEPUNKT HIN ZU EINEM AUTORITÄREN ZEITALTER Ilko-Sascha Kowalczuk sieht Deutschland und viele andere Demokratien an einem Wendepunkt hin zu einem autoritären Zeitalter und macht dafür unter anderem gesellschaftliche Verunsicherung, wirtschaftliche Umbrüche und den Verlust von Zukunftsperspektiven verantwortlich. In seinem neuen Buch „Faschismus ist keine Meinung. Stabil bleiben in autoritären Zeiten“ erklärt der Historiker: „Wir stehen an einem Epochenwechsel hin zu einem autoritären Zeitalter.“ CREDO DES HISTORIKERS: NICHT PESSIMISTISCH SEIN Zugleich betont Kowalczuk im Gespräch mit SWR Kultur, dass das Erstarken autoritärer Kräfte kein ausschließlich ostdeutsches Phänomen sei, sondern sich in vielen Regionen Deutschlands und Europas beobachten lasse. Trotz seiner Sorge ruft er dazu auf, demokratische Werte selbstbewusst zu verteidigen und sich aktiv gegen Menschenfeindlichkeit einzusetzen. Das habe er aus der Wende 1989 gelernt: „Seitdem gibt es für mich gewissermaßen das elfte Gebot: Du darfst nicht mehr politisch pessimistisch sein, es ist alles möglich.“
10925 jaksot
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