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Binnen einer Woche könnte die Volksrepublik China die Insel Taiwan erobern und deren demokratische Regierung stürzen, um das Land, das die Kommunistische Partei Chinas als abtrünnige Provinz betrachtet, gewaltsam mit dem Festland zu vereinigen. Das ist das Ergebnis eines Szenarios, das der Politologe Andreas Fulda in seinem Buch „Wenn China angreift“ entwickelt. Einer Annexion des Inselstaates lässt er eine Seeblockade der chinesischen Streitkräfte vorausgehen. Als Anlass der militärischen Konfrontation dient der Absturz eines chinesischen Kampfjets über dem taiwanesischen Luftraum, den die militaristisch gesinnte Kommunistische Partei Chinas ausnützt, um ihren Angriff zu rechtfertigen und Kriegsbegeisterung in der Bevölkerung zu schüren. Ein Propagandafeuerwerk wird gezündet und die innenpolitische Polarisierung in Taiwan zwischen der chinafreundlichen KMT-Partei und der demokratischen DDP geschürt, die auf der auf Unabhängigkeit und Souveränität des Landes besteht. DIE USA IM ISOLATIONISMUS GELÄHMT Die USA, so die voraussetzungsreiche Grundannahme von Fuldas Szenario, würden sich im Fall eines chinesischen Angriffs nicht ausreichend für die Verteidigung der Insel engagieren, weil die Administration auf Isolationismus setzt. Chinesische Truppen könnten nach der Zerstörung amerikanischer Abhörstationen und des Internets an der Westküste Taiwans landen und den Präsidenten durch ein Spezialkommando entführen. Amerikanische und japanische Truppen kämen zur Verteidigung des Landes zu spät. > Aus Angst vor nuklearer Eskalation schreckt der amerikanische Präsident vor dem Ziel einer kompletten Befreiung Taiwans zurück. > > > Quelle: Andreas Fulda - Wenn China angreift SZENARIO ALS WECKRUF Schließlich führten, so das Szenario, Demonstrationen innerhalb der USA gegen eine Kriegsbeteiligung zum Rückzug amerikanischer Truppen. Taiwan würde das Schicksal von Hongkong teilen, die Gesellschaft nach einer Annexion brutal unterdrückt. Die Medien würden gleichgeschalten, Dissidenten in Umerziehungslager deportiert. Das Ergebnis des chinesischen Sieges wären nicht nur Flüchtlingsströme von Taiwan nach Japan und in die USA, sondern die Hegemonie Chinas im Indopazifik und eine Schwächung des Westens gegen die Achse der Autokratien. Andreas Fulda entwickelt dieses Szenario einer chinesischen Annexion Taiwans als sogenannten „Weckruf“ und kritisiert, dass Chinas autokratisches System im Westen zu oft „weichgezeichnet“ werde. GEGEN DEFÄTISMUS UND OPPORTUNISMUS Auf die geopolitische Herausforderung antworte man mit „Defätismus und Opportunismus“. > Wer aber gegenüber China, dem autokratischen Regime der KPCh, Appeasement betreibt, gefährdet damit Freiheit, Wohlstand und Sicherheit in Deutschland. > > > Quelle: Andreas Fulda - Wenn China angreift Vermutlich weil Fulda die deutsche Öffentlichkeit wachrütteln will, hat er sein Szenario bewusst überzeichnet: Zu schnell und wie geschmiert verläuft die militärische Eroberung des Landes, die USA schrumpfen zum Papiertiger, ihr angeblicher Isolationismus ist durch Trumps Interventionen in Venezuela und dem Iran längst widerlegt. Fraglich auch, ob der Westen tatsächlich in ohnmächtiger Appeasementpolitik verharren würde. Man sollte Andreas Fuldas „spekulative geopolitische Analyse“ daher nicht allzu alarmistisch nehmen. Sein plakatives Szenario zeichnet eine Dystopie. Seine Forderungen, dass sich Deutschland wirtschaftlich stärker von China entflechten und Taiwans Verteidigungsfähigkeit durch Waffenlieferungen unterstützen müsse, kann man dennoch unterschreiben. Der Westen muss mehr in seine Abschreckungsfähigkeiten investieren und auch Russland Paroli bieten, denn: > Wenn Putin gewinnt, erhöht sich auch die Gefahr einer Invasion Taiwans enorm. > > > Quelle: Andreas Fulda - Wenn China angreift
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Rekisteröidy nyt ja liity SWR Kultur lesenswert - Literatur-yhteisöön!