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Generation Z zwischen Angst, Orientierungssuche und Rechtsruck

10 min · 16 de jun de 2026
Portada del episodio Generation Z zwischen Angst, Orientierungssuche und Rechtsruck

Descripción

ÜBERBEHÜTUNG UND VERUNSICHERUNG ALS URSACHEN Maas sehe einen Grund für das Interesse junger Menschen an rechtspopulistischen Positionen darin, dass diese Generation in vergleichsweise sicheren Verhältnissen aufgewachsen sei. Deshalb habe sie weniger gelernt, mit Krisen und Widerständen umzugehen, sagt SWR-Redakteurin Ines Kunze zu dem Buch. Hinzu komme der Einfluss sozialer Medien, deren Algorithmen oft extreme und emotionale Inhalte bevorzugten. Viele junge Menschen seien deshalb besonders anfällig für einfache politische Antworten auf komplexe Probleme. MEHR DIALOG STATT SCHNELLER URTEILE Gegen den Rechtsruck empfiehlt Maas hauptsächlich Gespräche statt Ausgrenzung. Wer mit problematischen politischen Ansichten konfrontiert werde, solle zunächst nachfragen und versuchen, Hintergründe und Unsicherheiten zu verstehen. Seine Analyse stößt bei Ines Kunze allerdings auch auf Kritik. So bemängelt sie pauschale Zuschreibungen und hält den provokanten Titel „Generation Rechts“ für nur bedingt treffend. Ihr Fazit: Das Buch liefere einzelne interessante Denkanstöße, sei insgesamt aber mit Vorsicht zu lesen.

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episode Mitmach-Ausstellung in Stuttgart: „Echt jetzt?!“ Haus der Geschichte zeigt Manipulation und KI-Fakes von Fotos artwork

Mitmach-Ausstellung in Stuttgart: „Echt jetzt?!“ Haus der Geschichte zeigt Manipulation und KI-Fakes von Fotos

Spielstationen mit analogen und mit digitalen Tools vermitteln eine Vorstellung davon, wie Fotos früher bearbeitet wurden – und wie foto-realistische Bilder heute erzeugt werden: Von KI-Modellen, die sich derzeit zu einer echten Bedrohung der Menschheit entwickeln. SCHON FRÜHER GAB ES TRICKS DER FOTO-RETUSCHE Bei der Produktion von Fotopostkarten wurden früher viele Motive aufgehübscht. Die unten zu sehende Ansicht von Ulm ist die fotografische Vorlage einer Postkarte, die aus einem kargen Schwarz-Weiß-Foto mit leerem Horizont ein farbiges Panorama mit pittoreskem Alpen-Hintergrund macht. PROMPTS STATT PINSEL Was früher mit viel handwerklichem Geschick zusammenkopiert und -gepinselt wurde, kann heute jedermann im Handumdrehen mit Prompts erzeugen: lebensechte Bilder, die aussehen wie Fotos, aber pure KI-Konstruktionen aus dem Rechner sind.

23 de jun de 20267 min
episode Gitarrenstreit um die Stratocaster: Musikhändler Thomann klagt gegen Fender artwork

Gitarrenstreit um die Stratocaster: Musikhändler Thomann klagt gegen Fender

Der Streit um die legendäre Stratocaster spitzt sich zu: Nach einem umstrittenen Urteil verschickt Fender Abmahnungen an Hersteller und Händler weltweit. Nun geht mit Thomann erstmals der ein großer Musikhändler juristisch gegen Fenders Abmahnwelle vor – und will die Frage nach dem Schutz der legendären Gitarrensilhouette gerichtlich klären lassen. VOM PLAGIATENSCHUTZ ZUR GRUNDSATZFRAGE Was als juristisches Vorgehen gegen Gitarrenkopien begann, entwickelt sich zunehmend zu einem Grundsatzstreit der Musikinstrumentenbranche. Im März hatte Fender vor dem Landgericht Düsseldorf einen Erfolg erzielt: Das Gericht bewertete den Korpus der legendären Stratocaster erstmals als urheberrechtlich geschütztes „Werk der angewandten Kunst“. Bis dahin galt vor allem die charakteristische Kopfplatte als geschützt. Auf Grundlage dieses Urteils geht Fender inzwischen nicht nur gegen offensichtliche Fälschungen vor, sondern auch gegen Hersteller und Händler sogenannter „S-Style“-Gitarren, deren Form an die Stratocaster angelehnt ist. Branchenbeobachter berichten von Abmahnungen, Auskunftsforderungen und Vertriebsbeschränkungen. THOMANN KÜNDIGT RECHTLICHE SCHRITTE AN Europas umsatzstärkster Musikhändler Thomann hat am 22. Juni 2026 öffentlich erklärt, selbst rechtliche Schritte gegen Fender eingeleitet zu haben. In seiner Stellungnahme bezeichnet das Unternehmen das Düsseldorfer Urteil als ein „sogenanntes Versäumnisurteil“, das auf formalen Fristversäumnissen beruhe und aus seiner Sicht keine umfassende inhaltliche Prüfung der Rechtslage darstelle. Fender versuche nun, daraus einen grundsätzlichen Copyright-Anspruch auf die Stratocaster-Korpusform abzuleiten. Thomann argumentiert, die Fragestellung reiche weit über einen einzelnen Rechtsstreit hinaus und betreffe „die Zukunft von Vielfalt, Innovation und Wettbewerb“ in der Gitarrenbranche. „VERANTWORTUNG FÜR ALLE BETEILIGTEN“ Besonders deutlich wird Thomann-Chef Hans Thomann. In der Stellungnahme erklärt er: „Viele Betroffene haben nicht die finanziellen und rechtlichen Möglichkeiten, einen solchen Rechtsstreit zu führen.“ Weiter sagt er: „Wir sehen es deshalb als unsere Verantwortung, diese Angelegenheit nicht nur für unser eigenes Unternehmen, sondern für alle Beteiligten gerichtlich klären zu lassen.“ Nach Angaben des Musikhauses betrifft der Konflikt nicht nur externe Hersteller und Händler, sondern auch die Eigenmarke Harley Benton. Thomann betont zugleich, man wolle auch künftig die „gesamte Bandbreite der Gitarrenwelt“ anbieten können. PRÄZEDENZFALL FÜR DIE GESAMTE BRANCHE? Der Fall könnte weit über die Gitarrenwelt hinaus Bedeutung erlangen. Sollte sich die Düsseldorfer Rechtsauffassung durchsetzen, könnte sie neue Maßstäbe dafür setzen, wann die Form eines Gebrauchsgegenstands urheberrechtlichen Schutz genießt. Genau diese Frage hatte bereits den Kern der bisherigen Debatte gebildet. Mit Thomann steigt nun erstmals ein Schwergewicht der europäischen Musikinstrumentenbranche offen in den Konflikt ein. Damit dürfte aus einem bislang vor allem juristischen Fachstreit eine Auseinandersetzung werden, die die gesamte Gitarrenindustrie aufmerksam verfolgen wird.

Ayer7 min
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Big Brother, Facebook und Palantir: Neues Buch von Jens Balzer über „Die Nullerjahre“

SIEGESZUG DER SMARTPHONES KAUM VORHERGESEHEN Nach Porträts der Siebziger-, Achtziger- und Neunzigerjahre nimmt Jens Balzer nun in seinem neuen Buch „Confusion Is Next. Die Nullerjahre –Jahrzehnt des Umbruchs“ die Zeit nach der Jahrtausendwende unter die Lupe. Für ihn ist es das Jahrzehnt, dessen technische Innovationen bis heute großen Einfluss auf unser Leben haben. Die Euphorie um die neuen Technologien steht im Fokus von Balzers Erkundungen. Um das Jahr 2000 hätte „niemand damit gerechnet, dass man eines Tages auf einem Telefon tatsächlich auf das gesamte Internet zugreifen würde“, so Balzer im Gespräch mit SWR Kultur – eine Entwicklung, die damals unterschätzt wurde. „BIG BROTHER“ UND FACEBOOK GEHEN AN DEN START Balzer beschreibt in seinem Buch sowohl die großen gesellschaftlichen Freiheiten als auch den Beginn neuer Formen der Kontrolle. Facebook, Reality-TV-Formate wie „Big Brother“ und immer mehr Überwachungstechnologie entstehen. In den Achtzigerjahren hätten die Menschen noch gegen die Volkszählung in Westdeutschland demonstriert , so Balzer. Man hatte „größte Bedenken, dass jetzt der gläserne Mensch entsteht.“ Dabei seien die Daten über Wohnort, Arbeit und Konfession „völlig harmlos“ gewesen. Im Vergleich dazu, hätten viele Menschen zwanzig Jahre später geradezu freiwillig ihre Daten abgegeben: „Vor allem Facebook machte die Menschen ab 2005 zu Objekten einer dauernden Überwachung, in dem jede Handlung im Netz registriert und dokumentiert wird“. PETER THIEL ALS SCHLÜSSELFIGUR DIGITALER MACHTERWEITERUNG Zeitgleich gründete der umstrittene Tech-Unternehmer Peter Thiel die Überwachungsfirma Palantir. Thiel war zudem der erste große Investor für Facebook – womit der den Erfolg von Mark Zuckerbergs damals neuer Plattform mit ermöglichte, betont Balzer. „Er ist zweigleisig gefahren: Einerseits hat Thiel mit Palantir die staatliche, geheimdienstliche Überwachung unterstützt, also die Überwachung von oben. Andererseits hat er die Überwachung, in die wir uns alle freiwillig in den sozialen Netzwerken begeben, gefördert. Beides gehört zusammen.“ NAIVE EUPHORIE UND FINANZIELLE SORGLOSIGKEIT „Es war eine Phase ungeheurer Technik-Euphorie“, erinnert sich Balzer. Auch in Berlin hätten alle in Startups gearbeitet: „Man hatte das Gefühl, dass da technologisch irgendwas möglich wird, was die Menschen nach vorne bringen könnte oder was ihnen auch ein einigermaßen sorgloses Leben ermöglicht.“ Freiheit und finanzielle Sorglosigkeit als Lebensgefühl der Hauptstadt also: So fand man in Berlin damals noch problemlos eine Wohnung, die Bahn kam pünktlich, das Leben war planbar, und man konnte dort mit sehr wenig Geld über die Runden kommen, so der Autor – „das können sich die jungen Leute heute überhaupt nicht mehr vorstellen.“

Ayer7 min