SWR2 Kultur Aktuell
Antisemitische Parolen in der Popmusik – leider kein Einzelfall. Beispiele sind Xavier Naidoo, der mehrfach antijüdische Verschwörungstheorien verbreitet hat, oder Roger Waters, Mitbegründer der Gruppe Pink Floyd, der auf Konzerten offen israelfeindliche Parolen skandierte. Und es gibt noch mehr Beispiele. Das Festival About Pop, an dem auch SWR Kultur beteiligt ist, beginnt am Freitag in Stuttgart und untersucht dieses Phänomen. Mit Konzerten, aber auch mit Diskussionen und Vorträgen. Die Politikwissenschaftlerin Maria Kanitz hat zusammen mit dem Sozialwissenschaftler Lukas Geck bereits zwei Bücher zu dem Thema geschrieben. ANTISEMITISMUS IN DER POPKULTUR IST KEIN RANDPHÄNOMEN Kanitz sagt: „Spätestens seit dem 7. Oktober hat sich eine Radikalisierung bei bestimmten Künstlerinnen und Künstlern gezeigt. Die Boykotte sind stärker und massiver geworden.“ Auch Drohungen seien stärker geworden, einige jüdische Künstlerinnen und Künstler hätten die Branche sogar verlassen. SENSIBILISIERUNG DURCH WORKSHOPS Kanitz fordert, die Aufmerksamkeit stärker auf die verschiedenen Formen von Antisemitismus zu richten, zum Beispiel durch Schulungen und Workshops für Festival- und Konzertveranstalter. „Viele sind im Moment einfach hilflos und in einer Art Schockstarre, weil sie diese Narrative nicht verbreiten wollen, aber wie geht man damit um?“, fragt Kanitz. Man dürfe nicht alles unter Kunstfreiheit subsumieren, es müssten klare Grenzen definiert werden.
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