Vertuschung beenden
Hanns Lilje war von 1947 bis 1971 Bischof der Landeskirche Hannovers. Den „Nullpunkt“ nach dem Zweiten Weltkrieg verstand er als „göttliche Chance“. Diese Chance nutzte er dazu, sich für die Begnadigung von Kriegs- und NS-Verbrechern einzusetzen. Paul Blobel, verantwortlich für das Massaker von Babyn Jar, Erich von Manstein, mitverantwortlich für die Judenvernichtung und andere Massenverbrechen im von ihm befehligten Gebiet der Ostfront, und Fritz Hartjenstein, Kommandant von Auschwitz-Birkenau, konnten sich auf die Unterstützung des Bischofs verlassen. Lilje forderte immer wieder einen „Schlussstrich“. Der Landeskirche Hannovers ist bekannt, welche Standpunkte Hanns Lilje vertreten hat. Das scheint dort aber niemanden zu stören. Noch immer sind ein Hotel- und Tagungszentrum der Landeskirche und eine kirchliche Stiftung nach dem Bischof benannt, der zu einer Stimmung im Nachkriegsdeutschland beitrug, die es ermöglichte, dass sich viele NS-Verbrecher nie vor Gericht verantworten mussten. Unter anderem haben wir folgenden Quellen verwendet: Ludwig, R. (2016). Hanns Lilje: Ein frommer Weltbürger. Berlin: Wichern-Verlag. ISBN 978-3-88981-423-4. Quelle: Gückel, J. (2021). Heimkehr eines Auschwitz-Kommandanten: Wie Fritz Hartjenstein drei Todesurteile überlebte. Vandenhoeck & Ruprecht. ISBN 978-3-525-31137-0. Wunderlich, A. (2002). Hanns Lilje unter Umgang mit NS-Verbrechern. In H. W. Grosse, H. Otte, & J. Perels (Hrsg.), Neubeginn nach der NS-Herrschaft? Die hannoversche Landeskirche nach 1945. S. 187–199. Lutherisches Verlagshaus. ISBN 978-3-7859-0864-8.
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