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episode Von Katastrophen und Hoffnungen in East Harlem artwork

Von Katastrophen und Hoffnungen in East Harlem

Richard Price wurde in der Bronx geboren, dort wuchs er auf, er studierte in New York City, heute, in seinen Siebzigern, lebt er in Harlem. Die Straßen der Großstädte sind sein literarisches Revier, er hat einen Blick für die Eigenheiten der verschiedenen Stadtviertel, ein Ohr für den Zungenschlag der Menschen und ein Gedächtnis für lokale Geschichte. So wurde die Handlung seines neuen Romans von einem Ereignis inspiriert, das im Jahr 2014 East Harlem erschütterte. Damals verursachte ein Gasleck den Einsturz eines fünfstöckigen Wohnhauses und forderte zahlreiche Menschenleben.  UNTERGANG UND AUFERSTEHUNG  Für Anthony Carter jedoch, der mit seinem Leben in einer Sackgasse gelandet ist, bringt das Unglück eine überraschende Wende. Er wird nach zwei Tagen unversehrt aus den Trümmern geborgen und plötzlich kann er eine Geschichte von neuen Perspektiven erzählen.   > Wissen Sie, man blickt auf sein Leben zurück, und wünscht sich, die Chance zu haben, die Zeit zurückzudrehen und die Fehler auszubügeln … Und ich habe das Gefühl, diese Chance erhalten zu haben, und ich werde sie nicht vertun.  > > > Quelle: Richard Price – Lazarus Man Anthony Carter wird zum „Lazarus Man“ des Romantitels, zum exemplarisch Geretteten, der fortan mit seinem Beispiel auch anderen Mut und Hoffnung geben kann. Schließlich gibt es im Ensemble der Romanfiguren niemanden, dessen Alltag nicht einem Krisengebiet gleichen würde.   MOMENTAUFNAHME EINES NEW YORKER STADTTEILS  Anne Collins steckt in der Klemme, weil ihr Sohn in Gefahr schwebt, zwischen die Mühlsteine von Polizei und Drogengangs zu geraten. Detective Mary Rose wandelt wie auf rohen Eiern durch die Straßen, um ja keine Aggressionen zu provozieren. Der Bestatter Royal Davis bekommt zu wenige Aufträge und Felix Pearl schlägt sich mit seiner Kamera für wenig Geld als Stadtviertelchronist durch. Die meisten in der Nachbarschaft sind Afroamerikaner, die nach wie vor ein waches Gespür für rassistische Signale haben. Anthony sagt es so:  > Es schlaucht, immer auf der Hut sein zu müssen, deshalb bin ich lieber mit Leuten zusammen, die wissen, was Sache ist.  > > > Quelle: Richard Price – Lazarus Man Richard Price bietet in seinem Roman die facettenreiche Momentaufnahme eines New Yorker Stadtteils mit schnell wechselnden Perspektiven der verschiedenen Figuren.   HÖFLICHKEIT GEGEN KONTROLLVERLUST  Sein zentrales Kunstmittel, für das er berühmt ist, sind die der sozialen Wirklichkeit abgelauschten Dialoge. Besonders bezeichnend ist die Art, wie die Menschen miteinander kommunizieren, gleich ob im öffentlichen Raum oder im intimen Beziehungsgespräch. Damit nur ja nichts außer Kontrolle gerät, bemüht sich jeder um Höflichkeit und Respekt. Der Exmann der Polizistin Mary Rose nennt es einen „Eiertanz" und seufzt:  > Ich weiß auch nicht … Keiner will ins Fettnäpfchen treten, jeder zeigt sich von der besten Seite, es ist echt beschissen nervenaufreibend.  > > > Quelle: Richard Price – Lazarus Man Im Schmelztiegel brodelt es, niemand hat es leicht. Permanent ringen alle um Haltung und Zuversicht, während aus dem East Village schon wieder der Einsturz eines Hauses gemeldet wird. Wie lebt es sich auf solch schwankendem Boden? Das beschreibt Richard Price mit großem Einfühlungsvermögen. Und obwohl er kein Afroamerikaner ist, lässt sich sein Roman „Lazarus Man" ohne weiteres als würdiger aktueller Nachfolger der schwarzen Harlem Renaissance aus den 1920er Jahren ansehen.

14. april 2026 - 4 min
episode Lernen, mit dem Klimawandel zu leben: Klimabuch „Eis gegen heiß“ artwork

Lernen, mit dem Klimawandel zu leben: Klimabuch „Eis gegen heiß“

KLIMAKRISE VERSTEHEN – UND KONKRET HANDELN Christian Serrer, Karoline Möller, Lukas Neuwirth und Franziska Koert zeigen uns in ihrem Klimabuch „Eis gegen heiß“ leicht verständlich und sofort begreifbar – mit wenigen Fachtermini –, wie sich das Klima entwickelt hat und in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird. Viele Grafiken und vor allem zahlreiche farbige Illustrationen veranschaulichen den derzeitigen Zustand und die Fortentwicklung. Man ist im wahrsten Sinne des Wortes sofort im Bilde. Eine ungewöhnliche, aber überzeugende Form der Aufklärung und ein ungewöhnlicher  Ratgeber im Taschenbuchformat, so wie ihn bislang niemand vorgelegt hat. DIE AUSWIRKUNGEN DES KLIMAWANDELS  Das erste Kapitel zählt erst einmal kurz und präzise sowie anhand zahlreicher Farbillustrationen die bisherigen Ergebnisse der Klimawissenschaft auf. Erstaunlich, wie viele Wissenschaftler- und Forscherinnen den Autoren dabei mit Rat und Tat geholfen haben. Natürlich kennt man viele dieser Fakten bereits: Sie zeigen, wie rasch die Gletscher und Eisschilde schmelzen, die Meere ansteigen und die Ökosysteme leiden, wie sich Landwirtschaft und Fischerei ändern, welche Folgen die Klimaerwärmung für unsere Gesundheit hat. Daraus leiten die Autoren detailliert die Maßnahmen ab, die eine weitere Erwärmung verzögern können. Auch wir selbst können durch unser Verhalten dazu beitragen. Dazu machen die Autorinnen und Autoren sechzehn Vorschläge. Dazu gehört zum Beispiel, Mitbürger zu informieren, auf Flugreisen zu verzichten, Energie zu sparen oder selbst Solarstrom zu gewinnen, sich pflanzlich zu ernähren und klimabewusste Politiker zu wählen. UNVERMEIDBARE KLIMARISIKEN  Während das erste Kapitel die grundsätzlichen Probleme anspricht, buchstabiert das zweite Kapitel durch, welche Gefahren und Risiken uns drohen. Das ist nicht immer ganz einfach zu verstehen, denn die Autorinnen und Autoren versuchen, aus den verschiedenen Gefahren und den Möglichkeiten, sie zu bekämpfen, eine Art unvermeidbares Restrisiko zu destillieren. Wichtig ist darum, so die Autoren, sofort mit Schutzmaßnahmen zu beginnen, vorauszusehen, was kommen wird, entsprechend zu handeln und die internationale Zusammenarbeit zu stärken. KONKRETE HANDLUNGSSTRATEGIEN  Nach dieser eher abstrakten Analyse wird das dritte Kapitel erheblich konkreter mit sofort verständlichen, einfachen Handlungsvorschlägen. Beschrieben wird, was sich in allen gesamtgesellschaftlichen Bereichen ändern muss. Das betrifft Energie, Landwirtschaft oder Verkehr ebenso wie den Umbau der Wälder. Die Autorinnen und Autoren zeigen auf, wie sich der Gesundheitsschutz verbessern lässt, die Städte hitzebeständiger werden, was Industrie und Unternehmen dazu beitragen können. Selbst Tourismus und Migration sind Themen. Die Vorschläge sind nicht neu, aber in dieser knappen und bildhaften Form einzigartig. Das macht die Übersicht leicht verständlich und übersetzt die harten Fakten in nachvollziehbare Handlungsanweisungen. PERSÖNLICHES ENGAGEMENT  Im letzten Kapitel zeigen uns die Autoren, wie wir selbst unser persönliches Verhalten an die Klimaerwärmung anpassen und unnötige Emissionen vermeiden können. Das reicht von ganz konkreten Vorschlägen, welche Werkzeuge, welches Material man braucht, um ein Rückstauventil im Keller zu installieren, damit bei Starkregen und  Überschwemmung nicht der Keller vollläuft, bis zum Packen eines Notfallgepäcks und der Frage, was da alles hineingehört. In dieser kleinteiligen, detaillierten und illustrierten Form hat man das noch nie vorgeführt bekommen. Ein Wermutstropfen: Die Schrift ist so klein, dass man manchmal fast eine Lupe braucht, um den Text lesen zu können. Dennoch: Ein erstaunliches Buch, das zudem am Ende seinen Lesern anbietet, bei der Errichtung von Informationsportalen, Vorträgen und Präsentationen zu helfen.

I går - 4 min
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„Was willst du in Berlin?“: Reiseprotokoll des Germanisten Klaus Kanzog

Die Geschichte beginnt an einem Wintertag in Halifax in Kanada. Ein unerhörtes Ereignis bricht in das Leben des pensionierten Frauenarztes Dr. Bernhard E. Smith herein. Doch eigentlich heißt Bernhard gar nicht „Smith“, sondern „Bernhard Schmidt“. Er hatte seinen Familiennamen bei seiner Einbürgerung in die USA abgelegt. Mit seiner amerikanischen Frau Isabelle war er später nach Kanada umgesiedelt. Mittlerweile ist Smith Kanadier und verwitwet.   Bereits mit dem ersten Satz des Romans ist alles anders als zuvor:  > Du hast alle Brücken abgebrochen, die Vergangenheit abgeschüttelt, aber die Erinnerung holt dich wieder ein. > > > Quelle: Klaus Kanzog – Was willst Du in Berlin? „Wer hatte ihm den Zeitungsausschnitt mit der Todesanzeige geschickt, ohne Absenderangabe? Wer kannte seine Adresse? Und warum jetzt? Terrys Tod lag, wie er feststellte, schon ein Jahr zurück. Abgestempelt war der Brief in Berlin.“   „AMERIKA – EIN TRAUMZIEL“  Terry ist mehr als nur eine Jugendfreundin von Bernhard gewesen. Sie war seine Jugendliebe. Daher bringt die Nachricht Bernhards Leben aus dem Gleichgewicht. Er beschließt, zum ersten Mal seit über 50 Jahren wieder in die Stadt seiner Kindheit zu fliegen, nach Berlin.  Dort kennt man Bernhard noch unter seinem Spitznamen Hardy. Hardy hatte die Stadt bereits 1949 verlassen, lange vor dem Bau der Mauer, die seine Familie im Osten Berlins später von dem anderen Teil Deutschlands und der Welt abschnitt. Selbst nach dem Tod seiner Eltern war er nicht zurückgekommen. Seine Schwester Marianne macht ihrem Bruder Hardy daher Vorwürfe, als er ihr gegenüber von seinem neuen Selbstwertgefühl als Kanadier spricht:  „Wir mussten uns dieses Selbstwertgefühl hier erkämpfen“. Und: > Du bist damals den bequemeren Weg gegangen, Bernhard. Natürlich hätte auch jeder andere die Chance genutzt, aus dieser Misere hier herauszukommen, und mancher war neidisch auf dich: Amerika – ein Traumziel! > > > Quelle: Klaus Kanzog – Was willst Du in Berlin? DISTANZ ZU INNEREN GEFÜHLEN Klaus Kanzogs Roman zeichnet sich durch ein starkes Ortsgefühl aus. Wenn Hardy in der Kneipe berlinert oder mit der U-Bahn nach Schöneberg fährt, vermittelt sich der Eindruck, unmittelbar dabei zu sein. Ein innerer Stadtplan entsteht, so als könne man die Strecke beim nächsten Besuch in Berlin nachfahren. Die Hauptfigur umgibt ein Geheimnis. Dabei hält sie uns auf Distanz zu ihren Gefühlen.  Diese Distanz gibt der Autor erst auf, wenn sich Hardy an das jüdische Mädchen Abigail erinnert, die er als Zehnjähriger bei einer „Luftkur“ kennengelernt hatte. Später hat er während des Kriegs in Berlin nach Abigail gesucht, aber keine Spur mehr von ihr gefunden.   EIN KANADIER MIT BERLINER VERGANGENHEIT  Hardy gibt Fremden und Jugendfreunden nur widerwillig Einblicke in sein Inneres, er fühlt sich fremd in der alten Heimat, empfindet sich als „einer aus der Generation der Täter“, „ein Kanadier mit Berliner Vergangenheit“. Das wird besonders stark deutlich, als Hardy herausbekommt, dass Abigail den Holocaust überlebt hat und jetzt unter anderem Namen in London lebt.  Das Buch von Klaus Kanzog ist ein Wechselbad von Distanz und Nähe, so wie Erinnerungen und Träume es auch sind. Mehrfach werden in „Was willst du in Berlin“ Briefe begonnen, aber nicht beendet oder abgeschickt. Am Ende weiß Hardy, wer ihm die Todesanzeige geschickt hat. Er kehrt mit Antworten aus Berlin nach Kanada zurück, konnte etwas klären, sich seiner persönlichen Schuld stellen.   FIKTION UND AUTOBIOGRAPHIE  Klaus Kanzogs Romanfigur Hardy hat mit dem Autor so manches gemeinsam. Wie Hardy wurde auch Kanzog 1926 im Ostteil von Berlin geboren. Beide gehörten der sogenannten „Flakhelfergeneration“ an. Kanzog erlebte den Krieg und die Bombennächte an der Heimatfront, in großer innerer Distanz zur nationalsozialistischen Ideologie.  Ausgewandert ist der Germanist Klaus Kanzog nicht nach Kanada – sondern nach München. Den Arzt Hardy lässt er als sein Alter Ego in der Erzählung an Orte schmerzhafter Erinnerung zurückkehren.  So gelingt es Klaus Kanzog in „Was willst du in Berlin?“, einen Erinnerungsroman zu schreiben, der universelle Fragen stellt, ein gelungenes Spiel zwischen Fiktion und Autobiographie.

12. april 2026 - 4 min
episode Die Filmemacherin Irene Langemann empfiehlt Ulla Hahn artwork

Die Filmemacherin Irene Langemann empfiehlt Ulla Hahn

IN SIBIRIEN STIGMATISIERT ALS FASCHISTIN Die Filmemacherin Irene Langemann stammt aus Sibirien. Issilkul heißt ihr Heimatstädtchen im Oblast Omsk, das sie als junge Frau verließ, um in Moskau zu studieren und am Theater zu arbeiten. 1990 übersiedelte sie nach Deutschland, denn sie kommt aus einer russlanddeutschen Familie. In Köln fand sie eine neue Heimat. DER MAKEL DER HERKUNFT In der Kölner Gegend spielen auch die Romane von Ulla Hahn, die Irene Langemann viel bedeuten. Vor allem Hahns Coming-of-Age-Geschichte „Das verborgene Wort“ wurde wichtig für Langemann. Darin geht es um die junge Rheinländerin Hilla Palm, der es gelingt, sich aus einem beengenden und streng katholischen Umfeld freizukämpfen. „Als Leserin hat mich das Buch sehr bewegt, denn das Thema, der vermeintliche Makel der Herkunft, beschäftigt mich auch“, sagt Irene Langemann auf SWR Kultur. „Ich wurde in Sibirien in eine deutsche Familie geboren und bin dort als Deutschstämmige als Faschistin stigmatisiert worden.“ INSPIRATION DURCH DIE ROMANE VON ULLA HAHN Heute ist Irene Langemann bekannt für ihre hervorragenden Dokumentarfilme, die zwischen Deutschland und Russland oszillieren. Zuletzt erschien mit „Das Gedächtnis der Töchter“ ihr erster – autobiographisch inspirierter – Roman. Darin erzählt sie die sechs Generationen umspannende Geschichte einer deutschen Aussiedlerfamilie in Sibirien. Auch beim Schreiben des Romans fühlte sich Langemann inspiriert von Ulla Hahn: der „Präzision ihrer Milieubeschreibungen“ und ihrer „Sprachfantasie und Poesie“, sagt sie.

10. april 2026 - 1 min
episode Mit neuen Büchern von Aiki Mira, Octavia Butler, Nadine Schneider und Alisha Gamisch – und einem Lesetipp von Irene Langemann artwork

Mit neuen Büchern von Aiki Mira, Octavia Butler, Nadine Schneider und Alisha Gamisch – und einem Lesetipp von Irene Langemann

Umkehr der Zeit: Wir beginnen mit neuer Science Fiction. Dann arbeiten wir uns immer weiter in die Vergangenheit vor und lesen neue rumänien- und russlanddeutsche Geschichten.

10. april 2026 - 55 min
Enkelt å finne frem nye favoritter og lett å navigere seg gjennom innholdet i appen
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Liker at det er både Podcaster (godt utvalg) og lydbøker i samme app, pluss at man kan holde Podcaster og lydbøker atskilt i biblioteket.
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