Service: Heizungsförderung wird gekürzt: Jetzt noch schnell neu kaufen?
> Ungefähr so kompliziert, wie man es nur machen kann
>
>
> Quelle: Saidi Sulilatu, Chefredakteur Finanztip
Die Bundesregierung plant umfassende Kürzungen bei der Förderung von Wärmepumpen, was Eigentümer vor neue Herausforderungen stellt. Die Einschätzung von Finanztip [https://www.finanztip.de/heizen-sanieren/]-Chefredakteur Saidi Sulilatu ist, die neuen Regelungen seien „ungefähr so kompliziert, wie man es nur machen kann“. Konkret werden die förderfähigen Kosten für eine neue Wärmepumpe zunächst von bisher maximal 30.000 Euro auf 28.000 Euro reduziert. Ab dem Jahr 2027 werden diese Summen laut Sulilatu sogar „alle sechs Monate um weitere 750 Euro“ abgesenkt. Die staatliche Unterstützung für den Heizungstausch schrumpfe kontinuierlich zusammen. Für Verbraucher bedeutet das, dass sie sich auf geringere Zuschüsse einstellen müssen. Sulilatu rät daher dazu, sich intensiv mit den Bedingungen auseinanderzusetzen, da viele Fördermaßnahmen schrittweise „mit der Zeit abgesenkt“ werden und die finanzielle Belastung für Eigentümer dadurch spürbar zunimmt.
"EFFIZIENZBONUS" FÄLLT WEG
Neben den sinkenden Gesamtsummen fallen auch bewährte Bonusregelungen weg oder werden drastisch verschärft. So warnt Sulilatu eindringlich, der „vertraute Effizienzbonus“ falle weg, damit werde eine wichtige Säule der staatlichen Unterstützung [https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284] ersatzlos gestrichen. Auch beim „Klimageschwindigkeitsbonus“ müssen Hauseigentümer erhebliche Abstriche hinnehmen, da dieser Anreiz künftig alle sechs Monate um jeweils vier Prozentpunkte schrumpft. Wichtig ist auch, wo ein Gerät gebaut worden ist: Wer bei der Grundförderung nicht auf ein Modell „Made in Europe“ setzt, erhält laut Sulilatu statt der üblichen 30 Prozent nur noch 15 Prozent der förderfähigen Kosten erstattet. Diese Einschnitte machen deutlich, dass der Staat die Förderschraube spürbar anzieht. Der Finanzexperte macht in seiner Analyse klar, dass durch diese restriktiven Vorgaben die Anschaffung einer Wärmepumpe ohne europäische Technik für einen Großteil der Bevölkerung deutlich unattraktiver wird.
> Bisherige Förderung wurde ziemlich spontan abgeschaltet
>
>
> Quelle: Finanztip-Chefredakteur Saidi Sulilatu
Die neuen Regeln bringen zwar eine soziale Staffelung mit sich, doch für die Mehrheit der Betroffenen verschlechtern nach Ansicht von Sulilatu die Konditionen. Zwar gebe es nun einen Einkommensbonus von „40 Prozent, aber nur für ein zu versteuerndes Einkommen bis 30.000 Euro“, was primär Geringverdienern zugutekomme. Sulilatu sagt, wer jetzt jedoch versuche, noch schnell von den alten Konditionen zu profitieren, werde enttäuscht, denn das zuständige KfW-Antragsportal wurde bereits „ziemlich spontan abgeschaltet“. Ein Einreichen nach altem Recht ist somit kaum noch möglich. Eine ultrakurze Übergangsfrist existiert laut Sulilatu „nur, wenn ich einen Antrag von meiner Heizungsfirma bereits habe“, welcher dann zwingend „bis zum 20. Juli um 20 Uhr“ eingereicht werden muss. Wer diese extrem knappe Deadline verpasst, fällt automatisch in das neue System. Sulilatu kritisiert, dass diese abrupte Umstellung viele Modernisierungswillige unvorbereitet trifft.
> Fossile Heizungen werden auf Dauer schwierig
Trotz des sinkenden Förderniveaus warnt Sulilatu eindringlich vor Torschlusspanik und übereilten Entscheidungen ohne fundierte energetische Planung. Wer jetzt überhastet agiert und Fehler macht, werde am Ende „sehr viel mehr an Betriebskosten“ zahlen, als er durch die verlorenen Fördergelder jemals eingebüßt hätte. Auch der vermeintliche Ausweg, wieder auf eine klassische Öl- oder Gasheizung zu setzen, birgt laut Sulilatu existenzielle finanzielle Gefahren für Eigentümer. Da Energieanbieter per Gesetz bis 2045 komplett auf grüne Brennstoffe umstellen [https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2026/07/20260710-gebaeudemodernisierungsgesetz.html] müssen, werde der CO2-Preis auf Gas und Öl in den kommenden Jahren weiter steigen - und Biokraftstoffe Mangelware bleiben. Sulilatu prognostiziert daher unmissverständlich, dass „fossile Heizungen auf die Dauer schwierig werden“ und Verbraucher in eine Kostenfalle treiben.
Comments
0Be the first to comment
Sign up now and become a member of the SWR Aktuell Im Gespräch community!