SWR2 Kultur Aktuell
Wie zieht man in dieser Welt einen Jungen groß? Zwischen Männlichkeitsbildern die gesellschaftlich neu ausgehandelt werden, und den veralteten Rollenvorstellungen der sogenannten „Manosphere“. Vor dieser Herausforderung stand auch die Autorin Simone Buchholz. Ihre Erfahrungen hat sie in ihrem literarischen Essay „Über Söhne“ verarbeitet. Da sei etwa die Angst gewesen, der gemeinsame Faden zwischen ihr und ihrem Sohn könne während der Pubertät abreißen. Neben dem Zugestehen von Zeit und Raum, sei es wichtig gewesen nicht loszulassen: „Egal wie nervig ich selbst war und was für ein blödes Bild ich dann abgegeben habe von der nervigen Mutter, ich habe es einfach weitergemacht. Und irgendwann, anfallartig, nachts um elf oder halb zwölf, kam er dann aus seinem Zimmer geschlichen und in meinen Arm gekrochen und hat angefangen, mir zu erzählen, was seine Ängste sind, wo für ihn die Gefahren liegen gerade und was ihn bewegt.“ Die Herausforderung, dem Sohn Raum für eigene Entwicklungen zu lassen und dabei gleichzeitig feministische Werte zu vermitteln, das gelingt für Buchholz vor allem „indem man einen Menschen großzieht.“ Feminismus bedeutet für die Autorin deshalb vor allem Humanismus „und ein Menschenbild, in dem alle das gleiche Recht darauf haben, zu leben und glücklich zu sein und ein würdevolles Leben zu leben.“
10862 episodes
Comments
0Be the first to comment
Sign up now and become a member of the SWR2 Kultur Aktuell community!