ROCKETFUEL - Der Change Podcast!
Lina Nagel-Wilkening ist Podcast-Host, Sozialwissenschaftlerin, Mediatorin und Konflikttrainerin Ein Thermostat regelt die Temperatur im Raum selbst, und es ist ihm völlig egal, wer im Raum steht. Bei Menschen ist das anders: Wer ein System beobachtet, verändert es, weil er selbst darin steckt. Um diese Denkweise geht es in der Kybernetik zweiter Ordnung, der Mutter allen Systemischen Denkens, und Lina Nagel-Wilkening hat ihr eine ganze Podcast-Reihe im Carl Auer Verlag gewidmet. Sie ist Sozialwissenschaftlerin, Mediatorin und Konflikttrainerin und forscht am Wittener Institut für Familienunternehmen zu Kommunikation und Konflikten in Unternehmerfamilien. Lina erzählt, wie sie überhaupt dorthin gekommen ist. Ein Konflikt im Studium, in dem sie gleichzeitig Wut und Mitgefühl empfand, zwei Gefühle, die sich ausschlossen und trotzdem gegenseitig hervorbrachten. Über den indischen Philosophen Nagarjuna und über Gregory Bateson landete sie schließlich bei einem Begriff, der 1950 aus einer Publikation von Norbert Wiener stammt und sich vom griechischen Wort für Steuermannskunst ableitet. Wir klären, was Kybernetik erster Ordnung mit Heizungen und Regelkreisen zu tun hat, wo die zweite Ordnung anfängt und warum Heinz von Foerster ihr den Namen Cybernetics of Cybernetics gab. Dazu die Geschichte der Macy Conferences, benannt nach der Kaufhausfamilie, finanziert nach der Heilung einer kranken Tochter, und Margaret Mead als einzige Frau in einer Runde von Biologen, Philosophen und Anthropologen. Lina erklärt, warum Unternehmerfamilien ein besonderer Fall sind: Zwei Logiken sitzen am selben Frühstückstisch, und eine harmlose Frage wie "Was machst du heute?" kann privat gemeint oder als Leistungsnachfrage verstanden werden. Wir sprechen über Nachfolge, über Alte, die nicht loslassen, und über Kinder, die aus Protest nicht einsteigen wollen. Und wir schauen auf die Beschleunigung, in der Organisationen gerade stehen, auf Algorithmen, die uns konfektionierte Welten bauen, und auf das, was trotzdem bleibt: Teilverantwortung, auch wenn man nicht alles in der Hand hat. Zum Schluss ein Alltagsbeispiel nach Paul Watzlawick, an dem sichtbar wird, wie Konflikte sich selbst am Leben halten. Je mehr die eine Seite fordert, desto mehr zieht sich die andere zurück. Je mehr sich der eine erklärt, desto mehr erklärt sich der andere. Beide handeln für sich logisch, beide sehen sich im Recht, und keiner merkt, dass er mit seinem Verhalten genau das erzeugt, was er loswerden will. Wer verstehen will, wie man aus so einem Kreislauf aussteigt, bekommt hier die Begriffe dafür. Links Lina Nagel-Wilkening auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/linananing/ [https://www.linkedin.com/in/linananing/] Profil am WIFU, Universität Witten/Herdecke: https://www.uni-wh.de/ansprechpartner/lina-nagel [https://www.uni-wh.de/ansprechpartner/lina-nagel] Podcast "Cybernetics of Cybernetics" beim Carl-Auer Verlag: https://www.carl-auer.de/magazin/cybernetics-of-cybernetics [https://www.carl-auer.de/magazin/cybernetics-of-cybernetics] Buch "Kybernetik, Kommunikation und Konflikt", Carl-Auer 2021: https://www.carl-auer.de/kybernetik-kommunikation-und-konflikt [https://www.carl-auer.de/kybernetik-kommunikation-und-konflikt]
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