ERF Plus - Wort zum Tag
Die Bibelstelle Psalm 22,11 – ausgelegt von Dorothee Döbler. Kennen Sie das Lied “Allein” von Reinhard Mey? In der ersten Strophe geht es um einen Jungen, der allein auf dem Pausenhof steht, mit den Tränen kämpfend. Der Schulranzen liegt offen auf dem Boden, der Inhalt verstreut. Warum machen das die anderen Kinder? Warum grenzen sie ihn so aus? Weil er schlechte Noten hat? Oder weil er altmodische Kleidung trägt? Oder weil seine Haare ihnen nicht gefallen? Wie sehr hätte er sich jetzt jemanden gewünscht, der ihm beisteht, der ihn tröstet, der ihm einfach nur hilft, die Sachen einzusammeln. Mich berührt das Bild dieses Jungen bei jedem Hören des Liedes aufs Neue. Nein, genau so ist es mir nicht passiert. Aber dieses Gefühl, von allen verlassen worden zu sein, das kenne ich auch. Ein wohlgemeintes Schulterklopfen “Das wird schon wieder” macht es auch nicht besser. Die Wunde in der Seele heilt zwar, aber die Narbe bleibt. “Allein, wir sind allein. Wir kommen und wir gehen ganz allein….”, heißt es im Refrain. “Wir mögen noch so sehr geliebt, von Zuneigung umgeben sein. Die Kreuzwege des Lebens geh’n wir immer ganz allein.” Im letzten bin ich doch auf mich selbst zurückgeworfen - das ist die Botschaft dieses Liedes. Traurig, aber wahr. Traurig, aber wahr? Ja, weil jeder Mensch anders ist, weil jeder Mensch anders denkt und fühlt, darum wird er in der Tiefe von keinem anderen Menschen verstanden, auch nicht von Eltern, Partnern, besten Freunden. Mich bewegt ein Wort aus der Bibel. Ein Psalmbeter spricht: „Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du ließest mich geborgen sein an der Brust meiner Mutter. Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an, du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an.“ (Psalm 22,10-11 [https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm22%2C10-11]). Und er will damit sagen: Gott, du kennst mich, seit ich den ersten Atemzug getan habe. Du hast dafür gesorgt, dass ich mich bei meiner Mutter geborgen fühlen durfte. Du warst bei mir, seit mein Leben begann. Von meiner Geburt an warst du bei mir und hast für mich gesorgt. Wenn ich das annehme, dann bin ich nicht mehr allein, auch nicht in Augenblicken des Lebens, in dem andere Menschen mich verlassen. Und gerade die Kreuzwege des Lebens gehe ich nicht mehr allein. Denn an den Kreuzwegen steht Jesus Christus mit seinem Kreuz und spricht mir zu: Ich bin bei dir alle Tage bis an der Welt Ende. Bibellesen unter bibleserver.com [https://www.bibleserver.com/] Autor: Dorothee Döbler ---------------------------------------- Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF Plus mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden [https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=4443&restrict=1] [https://feedpress.me/link/19269/17373113.gif]
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