Klinisch Relevant Podcast

Arzneimittelexantem - mit Dr. Alice Martin

16 min · 21. maj 2026
episode Arzneimittelexantem - mit Dr. Alice Martin cover

Description

Arzneimittelexantem - mit Dr. Alice Martin 🧠 Worum geht’s in dieser Folge? Arzneimittelexantheme gehören zu den hĂ€ufigsten unerwĂŒnschten Arzneimittelreaktionen im klinischen Alltag und betreffen nahezu alle Fachdisziplinen. In dieser kompakten Folge aus der Kooperation mit mediLogin geht es um das makulopapulöse Arzneimittelexanthem – von der immunologischen Grundlage ĂŒber die klinische PrĂ€sentation bis hin zu Diagnostik und Therapie. đŸ©ș Zentrale Inhalte der Folge * UnerwĂŒnschte Arzneimittelreaktionen: Typ A vs. Typ B Die Folge startet mit der grundlegenden Einteilung unerwĂŒnschter Arzneimittelwirkungen: Typ A („augmented“) * dosisabhĂ€ngig * reproduzierbar * direkt mit der Arzneimittelwirkung verbunden Beispiel: * Hypotonie unter Antihypertensiva Typ B („bizarre“) * nicht dosisabhĂ€ngig * selten * nicht reproduzierbar * hĂ€ufig immunologisch vermittelt âžĄïž Arzneimittelexantheme gehören zu den Typ-B-Reaktionen. * Immunologische Grundlagen Besprochen werden: * IgE-vermittelte Soforttypreaktionen * Nicht-IgE-vermittelte Reaktionen Typ-I-Reaktionen * Urtikaria * Anaphylaxie * hĂ€ufig durch: * Penicilline * Cephalosporine Typ-IV-Reaktion Das makulopapulöse Arzneimittelexanthem ist: * T-Zell-vermittelt * verzögert auftretend * Ausdruck einer zellulĂ€ren Immunantwort Wichtiger Mechanismus: * Sensibilisierung beim Erstkontakt * schnellere Reaktion bei Reexposition 🔬 Klinik des makulopapulösen Arzneimittelexanthems * Typische Merkmale: * Beginn meist 1–2 Wochen nach Therapiebeginn * zunĂ€chst stammbetont * Ausbreitung auf ExtremitĂ€ten * Gesicht seltener betroffen * hĂ€ufig Juckreiz Morphologie: * generalisiertes erythematöses makulopapulöses Exanthem * unterschiedliche Erscheinungsformen möglich: * psoriasiform * lichenoid * Sonderform: Baboon-Syndrom / SDRIFE Besprochen wird außerdem: 🐒 SDRIFE (Systemic Drug-Related Intertriginous and Flexural Exanthema) Charakteristika: * symmetrisches erythematöses Exanthem * bevorzugt gluteal/intertriginös lokalisiert * medikamentös ausgelöst 🔬 Histologie & Diagnostik Histologischer Befund: * GrenzflĂ€chendermatitis * oberflĂ€chlich gemischtzelliges Infiltrat * CD3-positive T-Zellen In der Praxis entscheidend: * Anamnese * zeitlicher Zusammenhang * klinische PrĂ€sentation âžĄïž Die Diagnose wird meist klinisch gestellt. 💊 Therapie Zentral ist: konsequentes Absetzen bzw. Meiden des auslösenden Medikaments Je nach Schweregrad: * topische Glucocorticoide * systemische Glucocorticoide * Antihistaminika bei Pruritus 💡 Take-Home Messages * Arzneimittelexantheme zĂ€hlen zu den hĂ€ufigsten immunologischen Arzneimittelreaktionen * Das makulopapulöse Arzneimittelexanthem ist eine Typ-IV-Reaktion * Entscheidend sind: * sorgfĂ€ltige Anamnese * zeitlicher Verlauf * klinische Morphologie * Therapie der Wahl: Auslöser identifizieren und absetzen * Differenzialdiagnostisch mĂŒssen schwere kutane Arzneimittelreaktionen ausgeschlossen werden 🎧 Über mediLogin mediLogin bietet zertifizierte Onlinekurse fĂŒr Ärzt:innen und medizinisches Fachpersonal. Weitere Informationen: * mediLogin [https://www.medi-login.com?utm_source=chatgpt.com] * Klinisch Relevant [https://www.klinisch-relevant.de?utm_source=chatgpt.com] Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte fĂŒr Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle TherapievorschlĂ€ge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die BeitrĂ€ge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. HĂ€ufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir ĂŒbernehmen fĂŒr mögliche Nachteile oder SchĂ€den, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es wĂŒrde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten wĂŒrdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de

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episode Update prĂ€klinische Schmerztherapie - mit Dr. Isabel LĂŒck artwork

Update prĂ€klinische Schmerztherapie - mit Dr. Isabel LĂŒck

Notfallguru meets Klinisch Relevant 👉Kennst Du schon die Fortbildungen von Klinisch Relevant zu vielen spannenden Themen? schau gerne mal vorbei! [https://klinischrelevant.de/fortbildungen/] Klinisch Relevant x Notfall Guru Update prĂ€klinische Schmerztherapie – Was empfiehlt die neue europĂ€ische Leitlinie? mit Dr. Isabel LĂŒck Worum geht’s in dieser Folge? Schmerzen gehören zu den hĂ€ufigsten GrĂŒnden fĂŒr einen Kontakt mit dem Rettungsdienst oder eine Vorstellung in der Notaufnahme. Dennoch erhalten viele Patient:innen nach wie vor keine ausreichende Analgesie – ein Problem, das als Oligoanalgesie bezeichnet wird. In dieser Folge der Kooperationsreihe mit Notfallguru [https://www.notfallguru.de/] spricht Kai Gruhn mit Dr. Isabel LĂŒck ĂŒber die neue europĂ€ische Leitlinie der European Society for Emergency Medicine (EUSEM) zur Schmerztherapie in PrĂ€klinik und Notaufnahme [https://eusem.org/images/251104_EUSEM_European_Pain_Initiative_Guidelines_Updated_Oct_2025.pdf]. Gemeinsam diskutieren sie, welche Konsequenzen sich fĂŒr die klinische Praxis ergeben und welche Analgetika kĂŒnftig eine grĂ¶ĂŸere – oder kleinere – Rolle spielen sollten. Zu Gast Dr. Isabel LĂŒck ist Notfallmedizinerin und Teil des Teams von NotfallGuru. RegelmĂ€ĂŸig ordnet sie aktuelle Entwicklungen und neue Evidenz aus der Notfallmedizin fĂŒr die Hörer:innen von Klinisch Relevant ein. Hintergrund: Warum eine neue Leitlinie? Die aktualisierte EUSEM-Leitlinie berĂŒcksichtigt aktuelle Herausforderungen der Notfallmedizin: steigende Patientenzahlen in Notaufnahmen Ressourcenknappheit und Overcrowding lange Wartezeiten die internationale Diskussion um die Opioidkrise weiterhin bestehende Defizite in der Schmerzversorgung Ein zentrales Anliegen der Leitlinie: Schmerzen frĂŒhzeitig erkennen und konsequent behandeln. Zentrale Inhalte der Folge * Oligoanalgesie bleibt ein relevantes Problem * Trotz moderner Analgesiekonzepte erhalten viele Patient:innen noch immer keine ausreichende Schmerztherapie. Besonders betroffen: Kinder Ă€ltere Menschen Patient:innen mit Kommunikationsproblemen Die Leitlinie betont ausdrĂŒcklich, dass Schmerztherapie frĂŒhzeitig beginnen sollte und nicht erst nach vollstĂ€ndiger Ă€rztlicher Diagnostik erfolgen darf. Schmerzmanagement ist Teamarbeit Ein wichtiger Schwerpunkt der Leitlinie ist die interprofessionelle Versorgung. Empfohlen werden: * standardisierte Schmerzprotokolle * validierte Schmerzskalen * frĂŒhzeitige Schmerzerfassung * Analgesie durch qualifiziertes Pflegepersonal oder NotfallsanitĂ€ter:innen nach festgelegten Algorithmen Ziel ist es, wertvolle Zeit bis zum Ă€rztlichen Kontakt zu ĂŒberbrĂŒcken und unnötiges Leiden zu vermeiden. Nicht-medikamentöse Maßnahmen mitdenken Gerade bei Kindern spielen ergĂ€nzende Maßnahmen eine wichtige Rolle: Ablenkung KĂŒhlung Lagerung Beruhigung und Kommunikation Diese Maßnahmen ersetzen jedoch keine adĂ€quate Analgesie. *Analgesie beginnt vor dem venösen Zugang Ein praxisrelevanter Punkt der Leitlinie: Analgetika sollten nicht erst nach Anlage eines intravenösen Zugangs verabreicht werden. Alternativen: intranasale Applikation inhalative Verfahren orale Medikamente So kann die Schmerztherapie bereits wĂ€hrend diagnostischer oder organisatorischer Maßnahmen begonnen werden. 💊 Welche Medikamente empfiehlt die Leitlinie? đŸ”č Milde Schmerzen Empfohlen werden insbesondere: Paracetamol Ibuprofen lokale bzw. topische Verfahren Wichtig: NSAR sollten nicht miteinander kombiniert werden. đŸ”č Moderate Schmerzen Bereits bei moderaten Schmerzen empfiehlt die Leitlinie eine konsequentere Therapie als bisher hĂ€ufig ĂŒblich. Diskutiert werden: Paracetamol Ibuprofen orales Morphin Ketamin (intranasal, intravenös oder inhalativ) Auch RegionalanĂ€sthesieverfahren gewinnen zunehmend an Bedeutung. đŸ”č Starke Schmerzen Bei schweren Schmerzen kommen insbesondere infrage: Morphin intravenös Fentanyl Ketamin RegionalanĂ€sthesieverfahren Die Leitlinie plĂ€diert dafĂŒr, diese Substanzen frĂŒhzeitig und strukturiert einzusetzen. đŸš« Welche Medikamente werden kritisch gesehen? Die Leitlinie spricht sich ausdrĂŒcklich gegen mehrere traditionell hĂ€ufig eingesetzte Medikamente aus: Tramadol begrenzte Wirksamkeit ungĂŒnstiges Nebenwirkungsprofil Codein keine relevante Rolle in der modernen Notfallanalgesie Oxycodon kritisch bewertet aufgrund seines hohen Euphorisierungspotenzials Bezug zur internationalen Opioidkrise Metamizol zurĂŒckhaltende Empfehlung Hinweis auf das Risiko einer Agranulozytose Diese EinschĂ€tzungen dĂŒrften in vielen Notaufnahmen fĂŒr Diskussionen sorgen. RegionalanĂ€sthesie: unterschĂ€tztes Potenzial? Ein weiterer Schwerpunkt der Leitlinie ist der Einsatz regionalanĂ€sthesiologischer Verfahren. Besonders bei: HĂŒftfrakturen Verletzungen der ExtremitĂ€ten Thoraxverletzungen zeigen Studien Vorteile hinsichtlich: AnalgesiequalitĂ€t Mobilisation DelirprĂ€vention Gerade bei geriatrischen Patient:innen könnten Regionalverfahren kĂŒnftig eine grĂ¶ĂŸere Rolle spielen. Besonderheiten bei Ă€lteren Patient:innen Bei geriatrischen Patient:innen mĂŒssen mögliche Nebenwirkungen besonders berĂŒcksichtigt werden: Delirrisiko Sturzneigung Medikamenteninteraktionen Die Leitlinie sieht deshalb insbesondere regionale Verfahren als attraktive Alternative zu systemischen Opioiden. ⚠ Opioide bei Entlassung Ein weiterer wichtiger Aspekt: Bei Entlassung aus der Notaufnahme sollten Opioide möglichst zurĂŒckhaltend verordnet werden. Wenn erforderlich: niedrigste wirksame Dosierung kĂŒrzestmögliche Dauer idealerweise maximal 2–3 Tage Außerdem sollte Naloxon verfĂŒgbar sein, wenn stĂ€rkere Opioide eingesetzt werden. 💡 Take-Home Messages Oligoanalgesie bleibt ein relevantes Problem in PrĂ€klinik und Notaufnahme. Kinder erhalten besonders hĂ€ufig eine unzureichende Schmerztherapie. Schmerzmanagement sollte interprofessionell organisiert sein. Analgesie kann und sollte bereits vor Anlage eines IV-Zugangs beginnen. Die Leitlinie stĂ€rkt den Einsatz von Morphin, Ketamin und RegionalanĂ€sthesie. Tramadol, Codein und Oxycodon werden deutlich kritischer bewertet als in der Vergangenheit. RegionalanĂ€sthesieverfahren könnten insbesondere bei Ă€lteren Patient:innen kĂŒnftig eine grĂ¶ĂŸere Rolle spielen. 🎧 Hörenswert fĂŒr NotfallsanitĂ€ter:innen Rettungsdienstpersonal Pflegefachpersonen in Notaufnahme und Akutmedizin AnĂ€sthesist:innen Notfallmediziner:innen Allgemeinmediziner:innen Ärzt:innen in Weiterbildung 👉 Diese Podcast-Folge wird von der Hire a Doctor Group gesponsert: 👉 Lust auf berufliche Abwechslung? Die Hire a Doctor Group vermittelt Sie als NotfallsanitĂ€ter:in [https://hireadoctor.de/rettungsdienst/?mtm_campaign=podcast-notfallguru-retter], Notfallmediziner:in [https://hireadoctor.de/notarzt-vermittlung/?mtm_campaign=podcast-notfallguru-arzt] oder Notfallpfleger:in [https://hireadoctor.de/pflege/?mtm_campaign=podcast-notfallguru-pflege] fĂŒr befristete EinsĂ€tze in Notaufnahmen oder Rettungsdienste. Sie bestimmen, wann, wo und wie lange Sie eingesetzt werden. Sie erhalten neue Einblicke und eine attraktive Bezahlung. 👉 Zeit fĂŒr den nĂ€chsten Karriereschritt? Die Hire a Doctor Group besetzt Ă€rztliche und pflegerische Fach- und FĂŒhrungspositionen [https://hireadoctor.de/personalberatung-im-gesundheitswesen/?mtm_campaign=podcast-notfallguru-arzt-fest] in Gesundheitseinrichtungen. Wir begleiten und beraten Sie im Bewerbungsprozess. Nutzen Sie unser Netzwerk, um ihre neue Stelle zu finden – auch wenn Sie derzeit noch nicht suchen! Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte fĂŒr Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle TherapievorschlĂ€ge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die BeitrĂ€ge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. HĂ€ufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir ĂŒbernehmen fĂŒr mögliche Nachteile oder SchĂ€den, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de [https://www.klinisch-relevant.de] P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es wĂŒrde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten wĂŒrdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de [kontakt@klinisch-relevant.de**]

13. juni 202615 min
episode Der perfekte Moment kommt nicht! - mit Martin Werner artwork

Der perfekte Moment kommt nicht! - mit Martin Werner

Eine Minute Mut: Impulse fĂŒr VerĂ€nderungen im Gesundheitswesen - Die Audiokolumne mit Martin Werner Eine Minute Mut Folge #3: Der perfekte Zeitpunkt kommt nicht! Viele Ärztinnen und Ärzte warten auf den richtigen Moment. Nach der FacharztprĂŒfung. Wenn die Kinder grĂ¶ĂŸer sind. Wenn das Haus abbezahlt ist. Wenn mehr Sicherheit da ist. Doch was, wenn der perfekte Zeitpunkt gar nicht kommt? In dieser Folge von „Eine Minute Mut“ geht es darum, warum wir oft auf Sicherheit warten – und dadurch die Dinge aufschieben, die uns eigentlich wichtig sind. 👉 In Folge 1 ging es darum, VerĂ€nderung im Kleinen zu beginnen. [https://open.spotify.com/episode/44V46iozwetwlqc1nwDM2j?si=0LWRXkhLSBqc5L4_IXGnSg] 👉 In Folge 2 ging es um den Preis des Nicht-Handelns. [https://open.spotify.com/episode/7EUibIR5FBHmkPmWuSxA3M?si=Eh7An9F8RaSTVKIBt7k2EA] 👉 Diese Folge baut darauf auf und stellt eine entscheidende Frage: Worauf wartest du eigentlich noch? Das erwartet dich in dieser Folge ● Warum viele Menschen auf den perfekten Zeitpunkt warten ● Weshalb Sicherheit oft eine Illusion ist ● Eine persönliche Geschichte ĂŒber meinen Podcast-Start ● Warum Ärztinnen und Ärzte besonders anfĂ€llig fĂŒr Perfektionismus sind ● Eine Übung, die dir hilft, ins Handeln zu kommen Die Übung aus der Folge 👉 Nimm dir 5 Minuten Zeit und beantworte diese Fragen: 1. Welche Entscheidung schiebe ich seit Monaten vor mir her? 2. Kann ich heute einen ersten Schritt machen? 3. Was könnte realistisch schiefgehen? Nicht die ganze Entscheidung. Nur den ersten Schritt. Wer spricht hier? Ich bin Martin Werner. Ich begleite Ärztinnen und Ärzte bei beruflichen VerĂ€nderungen – insbesondere bei der Entscheidung und dem Weg in die Schweiz. Dabei erlebe ich tĂ€glich, wie schwer VerĂ€nderung sein kann – und welche Faktoren wirklich den Unterschied machen. Diese Prozesse begleite ich auch unabhĂ€ngig vom Ort: hin zu klaren Entscheidungen und konkreten nĂ€chsten Schritten. Wenn du diese Übung ausprobierst und: ● merkst, dass du festhĂ€ngst ● UnterstĂŒtzung brauchst ● oder deine Gedanken teilen möchtest 👉 Schreib mir gerne. Kontakt & weitere Inhalte đŸ“© E-Mail: info@docsgoswiss.ch [info@docsgoswiss.ch] 🌐 Website: www.docsgoswiss.ch [https://www.docsgoswiss.ch] Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte fĂŒr Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle TherapievorschlĂ€ge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die BeitrĂ€ge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. HĂ€ufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir ĂŒbernehmen fĂŒr mögliche Nachteile oder SchĂ€den, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de [https://www.klinisch-relevant.de] P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es wĂŒrde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten wĂŒrdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de [kontakt@klinisch-relevant.de**]

11. juni 20266 min
episode Die Rolle der LogopÀdie in der Palliativmedizin - mit Cordula Winterholler artwork

Die Rolle der LogopÀdie in der Palliativmedizin - mit Cordula Winterholler

LogopĂ€die in der Palliativmedizin – mehr als Schlucken und Sprechen Mit: Cordula Winterholler Worum geht’s in dieser Folge? Welche Rolle spielt die LogopĂ€die in der Palliativversorgung? FĂŒr viele Kolleg:innen scheint die Antwort zunĂ€chst nicht offensichtlich zu sein. Dabei gehören Themen wie Essen, Trinken, Schlucken, Kommunikation und Teilhabe zu den zentralen BedĂŒrfnissen von Menschen mit lebenslimitierenden Erkrankungen. In dieser Folge spricht Kai Gruhn mit der LogopĂ€din Cordula Winterholler ĂŒber die oft unterschĂ€tzte Bedeutung der LogopĂ€die in der Palliativmedizin. Anhand konkreter Beispiele – insbesondere aus der Betreuung von Menschen mit ALS – wird deutlich, wie logopĂ€dische Expertise LebensqualitĂ€t, Autonomie und Kommunikation bis zum Lebensende unterstĂŒtzen kann. Zu Gast Cordula Winterholler ist LogopĂ€din, Autorin und Referentin mit besonderem Schwerpunkt auf palliativer LogopĂ€die. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Maria Bartel beschĂ€ftigt sie sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie logopĂ€dische Versorgung in palliativen Settings gestaltet werden kann. Zentrale Themen der Folge Haben LogopĂ€d:innen ĂŒberhaupt eine Rolle in der Palliativmedizin? Eine provokante Einstiegsfrage der Folge. Obwohl Schluckstörungen, Kommunikationsprobleme und ErnĂ€hrungsfragen im palliativen Alltag hĂ€ufig auftreten, sind LogopĂ€d:innen bislang vielerorts nicht selbstverstĂ€ndlich in palliative Versorgungsteams integriert. Diskutiert werden mögliche GrĂŒnde: * Palliativmedizin wird hĂ€ufig ausschließlich mit der Terminalphase assoziiert * mangelnde Bekanntheit logopĂ€discher Kompetenzen * historisch starke Orientierung der Palliativversorgung an onkologischen Erkrankungen Palliativmedizin beginnt nicht erst am Lebensende Ein zentrales Anliegen von Cordula Winterholler: Palliative Versorgung beginnt gemĂ€ĂŸ WHO-Definition bereits mit der Diagnose einer lebenslimitierenden Erkrankung – nicht erst in der Finalphase. Dadurch entstehen zahlreiche Ansatzpunkte fĂŒr logopĂ€dische Interventionen: * Beratung * Symptommanagement * Kommunikationsförderung * UnterstĂŒtzung von AlltagsaktivitĂ€ten * Angehörigenarbeit Schlucken, Essen und Trinken – zentrale Themen bis zuletzt Essen und Trinken bedeuten weit mehr als reine Nahrungsaufnahme. Besprochen werden: * Dysphagie bei neurologischen und onkologischen Erkrankungen * ErnĂ€hrungsmanagement * Konsistenzanpassungen * Aspirationsrisiken * LebensqualitĂ€t trotz funktioneller EinschrĂ€nkungen Dabei steht nicht die Funktionsverbesserung um jeden Preis im Vordergrund, sondern die Frage: 👉 Was ist fĂŒr die Patientin oder den Patienten in der aktuellen Lebensphase wichtig? ALS als Beispiel fĂŒr palliative LogopĂ€die FrĂŒhe Diagnostik und Begleitung Am Beispiel der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) beschreibt Cordula Winterholler die verschiedenen Aufgaben der LogopĂ€die. Bereits bei ersten SprachverĂ€nderungen erfolgt: * umfassende Diagnostik * Schluckdiagnostik * ErnĂ€hrungsassessment * Beobachtung von Atemfunktion und Belastbarkeit Oft zeigen sich bereits frĂŒh: * Gewichtsverlust * MangelernĂ€hrung * kompensierte Schluckstörungen Alltag statt Defizite Ein wichtiger Gedanke der Folge: Palliative LogopĂ€die orientiert sich nicht primĂ€r an Funktionsverlusten, sondern am gelebten Alltag. Fragen sind beispielsweise: * Wie kann BerufstĂ€tigkeit erhalten bleiben? * Welche Hilfsmittel entlasten die Kommunikation? * Wie lassen sich soziale AktivitĂ€ten weiterhin ermöglichen? UnterstĂŒtzte Kommunikation und digitale Hilfsmittel Ein besonders spannendes Themenfeld: Die moderne LogopĂ€die nutzt heute eine Vielzahl technischer Möglichkeiten: * Kommunikationshilfen * Sprachcomputer * Augensteuerung * KI-gestĂŒtzte Systeme Besprochen wird außerdem das sogenannte Speech Banking: Dabei wird die eigene Stimme aufgezeichnet, solange sie noch ausreichend erhalten ist, um sie spĂ€ter in unterstĂŒtzten Kommunikationssystemen weiter nutzen zu können. PEG, ErnĂ€hrung und ethische Entscheidungen Ein wiederkehrendes Thema in der palliativen Versorgung: * Wann sollte eine PEG-Anlage diskutiert werden? * Welche Werte und WĂŒnsche stehen hinter einer Ablehnung? * Wie können Patient:innen bei komplexen Entscheidungen begleitet werden? Die Folge macht deutlich: LogopĂ€d:innen sind nicht nur therapeutisch tĂ€tig, sondern begleiten auch Entscheidungsprozesse und ethische Fragestellungen. Ethik als Kernkompetenz Ein zentrales Kapitel des geplanten Fachbuchs widmet sich ethischen Fragestellungen: * kĂŒnstliche ErnĂ€hrung * Autonomie * LebensqualitĂ€t * TherapiezielĂ€nderungen * Umgang mit existenziellen Fragen Denn Patient:innen stellen hĂ€ufig Fragen, die weit ĂŒber die reine Funktion hinausgehen: > „Was soll das alles eigentlich noch?“ Auch fĂŒr solche GesprĂ€che braucht es professionelle Kompetenz und Haltung. Warum LogopĂ€die Teil des Palliativteams sein sollte Cordula Winterholler plĂ€diert dafĂŒr, LogopĂ€d:innen nicht nur konsiliarisch hinzuzuziehen, sondern fest in Palliativteams zu integrieren. GrĂŒnde hierfĂŒr: * kontinuierliche Begleitung * gemeinsame ethische Entscheidungsfindung * Entwicklung einer gemeinsamen Teamhaltung * bessere individuelle Lösungen fĂŒr Patient:innen und Angehörige Das neue Fachbuch zur palliativen LogopĂ€die Gemeinsam mit Maria Bartel arbeitet Cordula Winterholler derzeit an einem umfassenden Fachbuch zur palliativen LogopĂ€die. Themen werden unter anderem sein: * Grundlagen der palliativen LogopĂ€die * internationale Perspektiven * Ethik * Kommunikation * Angehörigenarbeit * unterschiedliche palliative Settings * neurologische und onkologische Erkrankungen Take-Home Messages * Palliative LogopĂ€die beginnt nicht erst in der Sterbephase. * Kommunikation, Schlucken und Essen sind zentrale Aspekte von LebensqualitĂ€t. * LogopĂ€d:innen begleiten nicht nur Funktionen, sondern Menschen in komplexen Lebenssituationen. * UnterstĂŒtzte Kommunikation gewinnt durch Digitalisierung und KI zunehmend an Bedeutung. * Ethische Fragestellungen gehören zum logopĂ€dischen Alltag in palliativen Settings. * Eine feste Integration der LogopĂ€die in Palliativteams kann die Versorgung deutlich verbessern. Hörenswert fĂŒr * Palliativmediziner:innen * LogopĂ€d:innen * Neurolog:innen * SAPV-Teams * Pflegefachpersonen * Therapeutische Berufe * Alle, die Menschen mit lebenslimitierenden Erkrankungen begleiten Weitere Informationen * https://forum-logopaedie.de/artikel/angehoerigenarbeit-in-der-palliativen-logopaedie/ [https://forum-logopaedie.de/artikel/angehoerigenarbeit-in-der-palliativen-logopaedie/] * https://www.skvshop.de/logopaedie/palliative-care-978-3-8248-1301-8.html [https://www.skvshop.de/logopaedie/palliative-care-978-3-8248-1301-8.html] Eine Folge ĂŒber LebensqualitĂ€t, Kommunikation und die Frage, wie therapeutische Begleitung auch dann noch sinnvoll sein kann, wenn Heilung nicht mehr das Ziel ist. Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte fĂŒr Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle TherapievorschlĂ€ge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die BeitrĂ€ge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. HĂ€ufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir ĂŒbernehmen fĂŒr mögliche Nachteile oder SchĂ€den, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es wĂŒrde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten wĂŒrdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. 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9. juni 202629 min
episode Gehirntumore - mit Dr. med. Anne Biesalski artwork

Gehirntumore - mit Dr. med. Anne Biesalski

Nervensache, Podcast der Deutschen Hirnstiftung meets Klinisch Relevant In dieser Folge vermitteln wir grundlegendes Wissen rund um das Thema Hirntumore. Dr. Anne Biesalksi, Neurologin und Mitglied des Vorstands der Deutschen Hirnstiftung. erklĂ€rt verstĂ€ndlich die wichtigsten medizinischen ZusammenhĂ€nge – unterstĂŒtzt von ihrem Mann Jasper, der ausgewĂ€hlte Zitate aus Wolfgang Herrndorfs „Arbeit und Struktur“ (mit freundlicher Genehmigung des Rowohlt-Verlags) einliest. Das erwartet euch: Hirntumor ist nicht gleich Hirntumor: Tumore unterscheiden sich stark – nicht nur in ihrer Art, sondern auch in ihrer Lage. Das umliegende Gewebe spielt eine entscheidende Rolle dafĂŒr, welche Symptome auftreten und welche Behandlung möglich ist. PrimĂ€re vs. sekundĂ€re Tumore: PrimĂ€re Hirntumore entstehen direkt im Gehirn. SekundĂ€re Tumore sind Metastasen – der Krebs hat seinen Ursprung in einem anderen Organ und streut ins Gehirn. Diagnostik: Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist zentral fĂŒr die Bildgebung. Eine endgĂŒltige Diagnose und Sicherheit liefert jedoch meist erst die Gewebeentnahme, hĂ€ufig mittels stereotaktischer Biopsie. TherapieansĂ€tze: Je nach Tumorart und Lage kommen unterschiedliche Behandlungen infrage, darunter Operation, Bestrahlung und Chemotherapie. Auch mögliche StrahlenschĂ€den werden thematisiert. InterdisziplinĂ€re Zusammenarbeit: Die Behandlung erfolgt selten isoliert – verschiedene Fachrichtungen arbeiten eng zusammen, um die bestmögliche Therapie zu gewĂ€hrleisten. Diese Folge bietet eine verstĂ€ndliche Grundlage fĂŒr alle, die sich erstmals mit dem Thema Hirntumore beschĂ€ftigen oder ihr Wissen auffrischen möchten. In KĂŒrze geht es weiter – dann wieder im gewohnten Format. Viel Spaß beim Zuhören. Wir danken Klinisch Relevant fĂŒr diese schöne Kooperation. Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte fĂŒr Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle TherapievorschlĂ€ge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die BeitrĂ€ge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. HĂ€ufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir ĂŒbernehmen fĂŒr mögliche Nachteile oder SchĂ€den, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es wĂŒrde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten wĂŒrdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter kontakt@klinisch-relevant.de

8. juni 202632 min
episode Psychiatrische VorstellungsgrĂŒnde in deutschen Notfallambulanzen - mit Dr. Heribert Kirchner artwork

Psychiatrische VorstellungsgrĂŒnde in deutschen Notfallambulanzen - mit Dr. Heribert Kirchner

Nichtdringliche psychiatrische VorstellungsgrĂŒnde in deutschen Notaufnahmen Dr. Heribert Kirchner Worum geht’s in dieser Folge? Psychiatrische Patient:innen gehören lĂ€ngst zum Alltag deutscher Notaufnahmen. Doch wie hĂ€ufig stellen sich Menschen mit psychischen Beschwerden vor, ohne dass ein akut behandlungsbedĂŒrftiger Notfall vorliegt? Welche Diagnosen stehen dahinter? Und was bedeutet das fĂŒr ein Gesundheitssystem, dessen Notaufnahmen zunehmend an ihre Belastungsgrenzen geraten? In dieser Folge spricht Dr. Heribert Kirchner ĂŒber die erste bundesweite Studie zu nichtdringlichen psychiatrischen Vorstellungen in deutschen Notaufnahmen und ordnet die Ergebnisse aus versorgungswissenschaftlicher Perspektive ein. Zu Gast Dr. Heribert Kirchner ist Psychiater und Versorgungsforscher. Gemeinsam mit Kolleg:innen um Prof. Broska und Prof. Pajonk untersuchte er erstmals bundesweit die Entwicklung psychiatrischer Notfallvorstellungen anhand von Abrechnungsdaten der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung. Die Studie im Überblick "Trends in Non-Urgent Mental Health Presentations to Emergency Departments – Insights from the First Nationwide Study in Germany" Veröffentlicht in der Fachzeitschrift Psychiatry Research. Was wurde untersucht? Bisher gab es in Deutschland kaum belastbare Daten zur Frage, wie hĂ€ufig sich Menschen mit nichtdringlichen psychiatrischen Beschwerden in Notaufnahmen vorstellen. FĂŒr die Studie wurden bundesweite Abrechnungsdaten analysiert: * Zeitraum: 2012–2022 * bundesweite Datenerhebung * interdisziplinĂ€re Notaufnahmen * psychiatrische Diagnosen mit Notfallkennzeichnung Damit liefert die Arbeit erstmals einen Überblick ĂŒber die Entwicklung psychiatrischer Notfallvorstellungen ĂŒber einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren. Zentrale Ergebnisse Psychiatrische NotfĂ€lle sind kein RandphĂ€nomen Psychiatrische VorstellungsgrĂŒnde gehören mittlerweile zu den hĂ€ufigsten GrĂŒnden fĂŒr eine Notaufnahmevorstellung. Im Vergleich der Fachbereiche liegen sie hinter: 1. internistischen NotfĂ€llen 2. traumatologisch-unfallchirurgischen NotfĂ€llen 3. neurologischen NotfĂ€llen und zĂ€hlen damit zu den versorgungsrelevanten Patientengruppen in deutschen Notaufnahmen. Wie hĂ€ufig sind nichtdringliche psychiatrische Vorstellungen? Die Analyse zeigt: * geschĂ€tzt 250.000 bis 300.000 nichtdringliche psychiatrische Vorstellungen pro Jahr * etwa 2–3 % aller Notaufnahmekontakte * deutlicher Anstieg ĂŒber den Beobachtungszeitraum Obwohl der prozentuale Anteil zunĂ€chst klein erscheint, entstehen aufgrund der hohen Gesamtzahl von Notaufnahmebesuchen erhebliche absolute Fallzahlen. Welche Diagnosen stehen im Vordergrund? Angst- und Panikstörungen Eine der ĂŒberraschendsten Beobachtungen der Studie: * Angst- und Panikstörungen machten einen besonders großen Anteil der nichtdringlichen Vorstellungen aus. Die Forschenden hatten ursprĂŒnglich erwartet, dass depressive Erkrankungen hĂ€ufiger vertreten sein wĂŒrden. Affektive Störungen Ebenfalls hĂ€ufig: * depressive Episoden * andere affektive Erkrankungen Substanzassoziierte Vorstellungen Besonders relevant: * alkoholassoziierte VorstellungsgrĂŒnde DarĂŒber hinaus wurden cannabisassoziierte Vorstellungen gesondert analysiert. Warum landen Betroffene in der Notaufnahme? Die Folge diskutiert verschiedene Ursachen: Hohe VerfĂŒgbarkeit der Notaufnahme FĂŒr viele Menschen ist die Notaufnahme: * rund um die Uhr erreichbar * niedrigschwellig zugĂ€nglich * als kompetente Anlaufstelle bekannt Mangelnde Versorgungsangebote HĂ€ufige GrĂŒnde: * lange Wartezeiten auf ambulante Termine * regionale Unterversorgung * fehlende Krisenangebote Viele Betroffene erleben ihre Situation subjektiv als Notfall und suchen deshalb Hilfe in der Zentralen Notaufnahme. Sinkende Gesundheitskompetenz? Diskutiert wird außerdem die Frage, ob Patient:innen heute schwieriger einschĂ€tzen können, welche Beschwerden tatsĂ€chlich notfallmedizinisch behandelt werden mĂŒssen und welche besser in anderen Versorgungsstrukturen aufgehoben wĂ€ren. ⚠ Besondere Herausforderungen fĂŒr Notaufnahmen Psychiatrische NotfĂ€lle sind schwer zu triagieren Im Gegensatz zu: * Schlaganfall * Herzinfarkt * Trauma existieren fĂŒr viele psychiatrische Beschwerden keine klaren diagnostischen Algorithmen. Das stellt Notaufnahmen vor besondere Herausforderungen: * schwierige Priorisierung * hoher GesprĂ€chsbedarf * begrenzte psychiatrische Expertise vor Ort ÜberfĂŒllung hat Konsequenzen Die zunehmende Belastung deutscher Notaufnahmen ist mehr als ein organisatorisches Problem. ÜberfĂŒllte Notaufnahmen sind assoziiert mit: * lĂ€ngeren Wartezeiten * geringerer VersorgungsqualitĂ€t * lĂ€ngeren Aufenthaltsdauern * erhöhter MortalitĂ€t LösungsansĂ€tze Diskutiert werden verschiedene Strategien: * bessere Patientensteuerung * Ausbau von Bereitschaftsdienststrukturen * integrierte Leitstellenmodelle * stĂ€rkere AufklĂ€rung der Bevölkerung * Verbesserung ambulanter psychiatrischer Versorgungsangebote * telemedizinische Konzepte Dabei wird deutlich: Eine nachhaltige Lösung kann nur durch VerĂ€nderungen sowohl auf Patienten- als auch auf Systemebene gelingen. Take-Home Messages * Psychiatrische VorstellungsgrĂŒnde gehören zu den hĂ€ufigsten GrĂŒnden fĂŒr einen Besuch in der Notaufnahme. * Nichtdringliche psychiatrische Vorstellungen nehmen seit Jahren zu. * Angst- und Panikstörungen spielen eine grĂ¶ĂŸere Rolle als bislang angenommen. * ÜberfĂŒllte Notaufnahmen beeintrĂ€chtigen die VersorgungsqualitĂ€t nachweislich. * Psychiatrische Patient:innen benötigen oft andere Versorgungsstrukturen als klassische Notfallpatient:innen. * Die Ergebnisse der Studie haben hohe gesundheitspolitische und versorgungswissenschaftliche Relevanz. 📖 WeiterfĂŒhrende Literatur Kirchner H. et al. Trends in Non-Urgent Mental Health Presentations to Emergency Departments – Insights from the First Nationwide Study in Germany [https://link.springer.com/article/10.1186/s12888-025-07368-0] 🎧 Hörenswert fĂŒr * Ärzt:innen in Notaufnahme, Psychiatrie und Allgemeinmedizin * Pflegefachpersonen * Rettungsdienstpersonal * Versorgungsforscher:innen * Gesundheitsmanager:innen * Gesundheitspolitisch Interessierte 🔗 Weitere Informationen * Klinisch Relevant [https://www.klinisch-relevant.de?utm_source=chatgpt.com] Eine spannende Folge ĂŒber die Schnittstelle zwischen Psychiatrie, Notfallmedizin und Gesundheitssystem – und darĂŒber, warum steigende Patientenzahlen allein noch nicht die ganze Geschichte erzĂ€hlen. Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte fĂŒr Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle TherapievorschlĂ€ge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die BeitrĂ€ge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. HĂ€ufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir ĂŒbernehmen fĂŒr mögliche Nachteile oder SchĂ€den, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es wĂŒrde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten wĂŒrdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. 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6. juni 202617 min