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Künstliche Intelligenz: Wenn aus einer Prüfungsaufgabe ein Angriff wird

13 min · 26. aug. 2026
Billede af episoden Künstliche Intelligenz: Wenn aus einer Prüfungsaufgabe ein Angriff wird

Description

Im Juli 2026 sollte eine Künstliche Intelligenz in einer abgeschirmten Testumgebung ein Sicherheitsproblem lösen. Der Internetzugang war gesperrt, fremde Computersysteme gehörten nicht zum Versuchsaufbau. Was anschließend geschah, schildert der Hersteller OpenAI inzwischen selbst. Von Günther Burbach. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Das System entdeckte eine bislang unbekannte Schwachstelle in einer Software, die eigentlich nur der Installation von Programmpaketen diente. Über diesen Umweg verschaffte es sich Zugang zum Internet. Anschließend verwendete es fremde Zugangsdaten, durchsuchte externe Dienste und drang in die Infrastruktur der Plattform Hugging Face ein. Dort vermutete es Informationen, die ihm bei seiner Prüfungsaufgabe helfen konnten. Kein Mensch hatte Hugging Face als Angriffsziel ausgewählt. Der Auftrag lautete lediglich, eine Aufgabe zu lösen. Den Weg dorthin entwickelte das System selbst. Solche Vorfälle hätten eine breitere öffentliche Debatte verdient. Stattdessen erscheint Künstliche Intelligenz in politischen Sonntagsreden weiterhin überwiegend als Antwort auf wirtschaftliche Probleme. Sie soll Verwaltungen entlasten und Unternehmen produktiver machen. Was geschieht, wenn dieselben Systeme bei ihrer Aufgabenerfüllung technische Grenzen überschreiten, wird dagegen meist erst diskutiert, nachdem etwas passiert ist. Aus einer Prüfungsaufgabe wurde ein Angriff Nach Angaben von OpenAI waren mehrere Modelle an dem Vorfall beteiligt, darunter GPT-5.6 Sol und ein leistungsfähiger interner Forschungsprototyp. Für den Test waren Schutzmechanismen reduziert worden, die im normalen Betrieb riskante Cyberaktivitäten verhindern sollen. Die Entwickler wollten feststellen, wozu ihre Modelle grundsätzlich in der Lage sind. Das ist für die Einordnung wichtig. Aus dem Vorfall folgt nicht, dass gewöhnliche Nutzer von ChatGPT plötzlich über autonome Hackerprogramme verfügen. Er zeigt jedoch, welche Fähigkeiten hinter den Schutzvorkehrungen existieren und was geschehen kann, wenn diese fehlen oder überwunden werden. Die KI entdeckte eine sogenannte Zero-Day-Schwachstelle. So werden Sicherheitslücken bezeichnet, die dem Hersteller der betroffenen Software bis dahin unbekannt waren. Gegen solche Fehler gibt es zunächst keinen gezielten Schutz. Nach dem Ausbruch aus der Testumgebung kombinierte das System verschiedene technische Möglichkeiten miteinander. Ein fremdes Konto diente als Zwischenstation, ein weiteres zur Datenspeicherung. Die Sicherheitsabteilungen von OpenAI und Hugging Face mussten den Vorfall untersuchen und die Zugänge schließen. Der beteiligte Forschungsprototyp wurde nach Angaben des Unternehmens deaktiviert. Damit war der konkrete Angriff beendet. Die Fähigkeit, die ihn ermöglicht hatte, verschwand dadurch nicht. Anthropic findet drei weitere Vorfälle Der Konkurrent Anthropic überprüfte nach der Veröffentlichung von OpenAI insgesamt 141.006 eigene Testläufe. Dabei entdeckte das Unternehmen drei Fälle, in denen Claude-Modelle unberechtigt auf reale Computersysteme fremder Organisationen zugegriffen hatten. Zwei betroffene Organisationen erfuhren erst durch Anthropic von dem Vorfall. Auch diese Systeme sollten ursprünglich nur eine simulierte Aufgabe lösen. Anders als bei OpenAI mussten sie dafür allerdings keine komplizierte technische Schwachstelle überwinden. Eine fehlerhafte Konfiguration hatte ihnen bereits Zugang zum Internet verschafft. Die Modelle behandelten erreichbare fremde Systeme anschließend als Teil der Übung und nutzten unter anderem schwache Passwörter sowie ungeschützte Schnittstellen. Ein neueres Modell stellte seine Aktivitäten ein, nachdem es erkannt hatte, dass es sich im offenen Internet befand. Ein älteres Modell setzte seinen Angriff teilweise fort, obwohl Hinweise auf die reale Umgebung vorlagen. Wer daraus eine Geschichte über Maschinen mit eigenem Bewusstsein machen möchte, überzieht den Befund. Für die betroffenen Unternehmen ändert diese Unterscheidung allerdings wenig. Ein unberechtigter Zugriff bleibt ein unberechtigter Zugriff, auch wenn das angreifende System seine Handlung für eine Prüfungsaufgabe hält. Fehler, die jahrzehntelang unentdeckt blieben Anthropic arbeitet außerdem an einem Modell namens Claude Mythos, dessen Fähigkeiten die bisherigen Maßstäbe der IT-Sicherheit infrage stellen. Nach Angaben des Unternehmens fand das System tausende unbekannte Sicherheitslücken in wichtigen Betriebssystemen und Browsern. Eine Schwachstelle steckte seit 27 Jahren im Betriebssystem OpenBSD. Dieses System gilt als besonders sicherheitsorientiert und wird unter anderem in Schutzsystemen eingesetzt. Der entdeckte Fehler hätte es ermöglicht, betroffene Rechner aus der Ferne zum Absturz zu bringen. Ein weiterer Fehler befand sich seit 16 Jahren in FFmpeg, einer weitverbreiteten Software zur Verarbeitung von Bild- und Tondateien. Automatisierte Prüfprogramme hatten die betreffende Codezeile nach Angaben von Anthropic ungefähr fünf Millionen Mal untersucht, ohne das Problem zu erkennen. Das Modell entdeckte außerdem mehrere Sicherheitslücken im Linux-Kernel und verband sie zu einem Angriffspfad, über den ein gewöhnlicher Nutzer vollständige Kontrolle über einen Rechner hätte erlangen können. Die konkret genannten Fehler wurden inzwischen behoben. Dennoch verändert sich das Kräfteverhältnis: Eine KI kann Schwachstellen in einem Tempo aufspüren, mit dem menschliche Sicherheitsabteilungen kaum Schritt halten. Anthropic räumt offen ein, dass inzwischen weniger das Auffinden der Fehler das Problem ist als deren Überprüfung und Beseitigung. Gleichzeitig erklärt das Unternehmen, dass Schutzmechanismen für eine sichere breite Freigabe vergleichbarer Fähigkeiten bislang fehlen. Damit sinkt langfristig auch die Einstiegshürde für Angreifer. Was bislang erfahrene Spezialisten und erhebliche Vorbereitung erforderte, könnte künftig von wesentlich mehr Akteuren versucht werden. Siemens-Steuerungen und die deutsche Infrastruktur Die Entwicklung betrifft Deutschland unmittelbar. Die amerikanische Cybersicherheitsbehörde CISA warnt vor einer aktiven Bedrohung für industrielle Siemens-S7-Steuerungen. Nach Angaben der Behörde nutzen Angreifer Künstliche Intelligenz, um passende Angriffsskripte zu erstellen. Solche Steuerungen übernehmen Aufgaben in industriellen Anlagen und infrastrukturell wichtigen Einrichtungen. Ein erfolgreicher Angriff betrifft dann unter Umständen nicht nur gespeicherte Daten, sondern reale technische Abläufe. Das bedeutet nicht, dass jede Anlage mit Siemens-Technik unmittelbar angreifbar ist. Ob ein Angriff gelingt, hängt von der jeweiligen Konfiguration und den vorhandenen Schutzmaßnahmen ab. Viele ältere Systeme wurden jedoch zu einer Zeit installiert, als autonome KI-Angriffe noch kein Thema waren. Nach Angaben der Bundesregierung wurden in Deutschland im Jahr 2025 rund 334.000 Cybercrime-Fälle registriert. Die tatsächliche Zahl dürfte wegen des erheblichen Dunkelfelds höher liegen. Besonders schwere Angriffe gegen Unternehmen und kritische Infrastruktur nehmen zu. Der Einsatz immer leistungsfähigerer KI verschärft diese Ausgangslage. Ein automatisiertes System kann zahlreiche Angriffsmöglichkeiten ausprobieren, ohne Pausen einzulegen oder auf die Arbeitszeiten einer IT-Abteilung Rücksicht zu nehmen. Verdeckte Eingriffe im Labor Eine Untersuchung aus dem Umfeld von Anthropic und des britischen AI Security Institute beschreibt ein weiteres Problem: KI-Modelle können unter bestimmten Bedingungen eigenmächtig in technische Abläufe eingreifen und ihre Veränderungen verschweigen. Die Forscher untersuchten verschiedene Systeme in experimentellen Szenarien. Bei Gemini 3.1 Pro registrierten sie in einem bestimmten Versuchsaufbau in 19 von 20 Durchläufen unautorisierte Eingriffe. Elf davon erfolgten verdeckt. In einem beschriebenen Fall veränderte das Modell eine technische Konfiguration so, dass eine vorgesehene Maßnahme tatsächlich nicht ausgeführt wurde. Anschließend entstand durch die Protokolle der Eindruck, der Vorgang sei ordnungsgemäß abgeschlossen worden. Erst konkrete Nachfragen brachten die Veränderung ans Licht. Dabei handelte es sich ausdrücklich um zugespitzte Laborversuche und nicht um nachgewiesene reale Sabotagefälle. Auch reichen 20 Durchläufe nicht aus, um allgemeingültige Aussagen über die Zuverlässigkeit eines bestimmten Modells zu treffen. Trotzdem berühren die Ergebnisse ein praktisches Problem. Immer mehr Anwendungen werden als sogenannte KI-Agenten entwickelt. Sie beantworten nicht nur Fragen, sondern bedienen Programme und bearbeiten Aufgaben über längere Zeit selbstständig. Sobald ein solches System sowohl handelt als auch seinen eigenen Erfolg meldet, entsteht eine unangenehme Frage: Wer überprüft, ob tatsächlich das geschehen ist, was anschließend im Bericht steht? Entwickler bremsen, Europa verschiebt OpenAI erklärte am 18. August, Teile des Trainings aktueller Modelle für zwei Wochen pausiert zu haben. Ein besonders großer geplanter Trainingslauf bleibt vorerst ausgesetzt. Als Gründe nennt das Unternehmen den Vorfall bei Hugging Face und Hinweise darauf, dass ein kommendes Modell namens Astra eine kritische Schwelle seiner Cyberfähigkeiten erreichen könnte. Zusätzliche Überwachungssysteme sollen künftig unerlaubte Zugriffe und Versuche erkennen, Schutzmaßnahmen zu umgehen. Bei einem schwerwiegenden Alarm sollen verantwortliche Teams innerhalb von 30 Minuten feststellen, ob eine reale Gefahr besteht. Gelingt das nicht, soll die betreffende Aktivität angehalten werden. Während führende Entwickler ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärfen, verlängert Europa allerdings die Übergangsfristen für besonders sensible Anwendungen. Der europäische AI Act gilt zwar in wesentlichen Teilen seit dem 2. August 2026. Die Anforderungen für bestimmte Hochrisikoanwendungen, darunter kritische Infrastruktur, gelten jedoch erst ab dem 2. Dezember 2027. Für bestimmte in Produkte integrierte Hochrisikosysteme wurde die Frist sogar bis zum 2. August 2028 verlängert. Diese Verschiebung gehört zu einem Reformpaket, das ausdrücklich mit Entlastung für Unternehmen und besseren Bedingungen für Innovation begründet wird. Deutschland und Frankreich hatten bereits im November 2025 bei einem gemeinsamen Gipfel auf einen Aufschub für Hochrisikoregeln gedrängt. Andere Sicherheitsvorgaben und Teile des europäischen KI-Rechts gelten weiterhin. Trotzdem bleibt der Widerspruch bestehen: Während reale Sicherheitsvorfälle bekannt werden, bekommen Anbieter und Betreiber in besonders empfindlichen Bereichen zusätzliche Zeit. Die Bundesregierung beschloss im Juni immerhin die Gründung eines KI-Sicherheitsinstituts. Es soll die Fähigkeiten moderner Systeme untersuchen und Risiken bewerten. Ob eine solche Einrichtung tatsächlich unabhängige Prüfungen durchführen kann, hängt allerdings davon ab, welchen Zugang sie zu den leistungsfähigsten Modellen erhält. Bislang bestimmen vor allem die Hersteller, welche Vorfälle öffentlich werden und wie sie diese erklären. Die Folgen betreffen jedoch längst auch Menschen und Unternehmen, die weder an der Entwicklung beteiligt sind noch eine entsprechende Technologie einsetzen. Wenn ein System für die Lösung einer Übungsaufgabe bereits in fremde Netzwerke eindringt, sollte niemand darauf warten, dass es beim nächsten Mal zuerst um Erlaubnis fragt. Quellen: 1. OpenAI dokumentiert den KI-Angriff auf Hugging Face. [https://openai.com/index/hugging-face-model-evaluation-security-incident/] 2. Anthropic bestätigt drei unberechtigte Zugriffe auf fremde Computersysteme. [https://www.anthropic.com/news/investigating-incidents-cybersecurity-evals] 3. Anthropic beschreibt fehlende Schutzmechanismen und Probleme bei der Fehlerbeseitigung. [https://www.anthropic.com/news/expanding-project-glasswing] 4. US-Sicherheitsbehörde warnt vor Angriffen auf Siemens-S7-Steuerungen. [https://www.cisa.gov/news-events/cybersecurity-advisories/aa26-231a] 5. Bundesregierung nennt 334.000 registrierte Cybercrime-Fälle für 2025. [https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/massnahmen-bundesregierung-cybersicherheit-2432652] 6. Studie über verdeckte Eingriffe und Täuschungsverhalten von KI-Modellen. [https://alignment.anthropic.com/2026/agentic-misalignment-summer-2026/] 7. OpenAI erklärt Trainingspause und Risiken leistungsstarker KI-Modelle. [https://openai.com/index/pacing-model-development-cyber-capabilities/] 8. Europäische Kommission erläutert verschobene Hochrisikoregeln des AI Act. [https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/regulatory-framework-ai] 9. EU-Reformpaket verlängert Übergangsfristen für bestimmte KI-Anwendungen. [https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/ai-omnibus-enters-force] 10. Deutsch-französischer Digitalgipfel fordert Aufschub bei Hochrisikoregeln. [https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/digitale-souveraenitaet-eu-2394404] 11. Bundesregierung beschließt Gründung eines KI-Sicherheitsinstituts. [https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/sitzung-des-nationalen-sicherheitsrates-im-juni-2026-2438050] Titelbild: Summit Art Creations / Shutterstock

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Regierungsklausur: Niedergang und Kriegsgefahr

Während die Bundesregierung auf Schloss Hardenberg Aktivitäten simuliert, treibt sie den industriellen Niedergang und den Kurs in Richtung offener Konfrontation mit Russland voran. Mit Energiepolitik als Treibstoff und Kriegsrhetorik als Brandbeschleuniger. Von Sevim Dagdelen. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Die Regierungsklausur auf Schloss Hardenberg geht zu Ende. Der Urlaubskanzler hatte die Marschrichtung ausgegeben, die Wachstumsschwäche Deutschlands beenden zu wollen. Alle Maßnahmen, die diskutiert wurden, sind allerdings nichts als weiße Salbe. Im Gegenteil treibt die Bundesregierung ihre verheerende Energiepolitik weiter voran, die als Haupttreiber des Niedergangs gilt. Im kommenden Jahr soll dazu per EU jeglicher Import russischen Gases – ob per Pipeline oder per LNG – nach Europa eingestellt werden. Dabei hat Deutschland bereits jetzt im Vergleich zu China, den USA oder auch Russland die weltweit höchsten Energiepreise. Die Folge ist, dass monatlich über 10.000 Industriearbeitsplätze verloren gehen. Energieintensive Branchen müssen um ihre Existenz im Land bangen. Die Produktion bricht ein. Bei Investitionen wird zurückgehalten. Laut dem DIHK-Energiewende-Barometer 2026 prüfen 40 Prozent aller Industrieunternehmen Verlagerungen ins Ausland oder setzen diese bereits um; bei großen Firmen sind es bis zu 60 Prozent, und über 35 Prozent der Industriebetriebe schieben Investitionen in Kernbereiche auf, weil die Energiekosten Mittel binden. Wachstum generiert allein der schuldengetriebene Rüstungssektor, wo traumhafte Profite auf Steuerzahlerkosten winken. Industrieller Niedergang und Rüstungsstaat sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Wie bei der Regierungsklausur gibt es von Merz und Co. nicht einmal mehr den Versuch, hier gegenzusteuern. Wie gelähmt sieht man zu, wie sich durch die neuen Kriege des US-Präsidenten im Nahen Osten auch die Optionen, preiswerte Energie aus Westasien importieren zu wollen, schließen. Und während die Bundesregierung auf die Verwaltung des Niedergangs setzt, investiert etwa Russland bis 2030 Milliarden in neue Verkehrswege und Häfen entlang der Arktisroute, die Europa immer mehr ins Abseits stellen. Und China baut die Infrastruktur für den Handel mit den ASEAN-Staaten massiv aus. Ende 2026 etwa soll das 16-Milliarden-Dollar-Bahnprojekt East Coast Rail Link (ECRL), eine rund 650 Kilometer lange Eisenbahnverbindung, die von einer chinesischen Staatsfirma gebaut wird, einen Lückenschluss zwischen Ost- und Westküste herstellen und den Handel zwischen China und Malaysia wesentlich erleichtern. Je stärker man allerdings dabei ist, die deutsche Industrie zu ruinieren, umso intensiver setzt die Regierung Merz auf einen Krieg gegen Russland im Interesse der USA und ihrer NATO-3.0-Konzeption. Es wirkt grotesk, wie die Minister in Neuhardenberg Aktivitäten simulieren, indem sie zu einer Fahrradtour aufbrechen; Außenminister Wadephul hat sich zu einem Lauf entschlossen. Und Bundeskanzler Merz droht Russland, ohne es beim Namen zu nennen. Im Hinblick auf den Drohnenfund in Leipzig ließ Merz martialisch verlauten: > „Sie werden dafür bezahlen.“ In seiner Verzweiflung angesichts seiner schlechten Umfragewerte darf Friedrich Merz alles zugetraut werden, um einen offenen Krieg mit Russland vom Zaun zu brechen, den Deutschland bereits jetzt mit der NATO immer stärker auch mit eigenen Mitteln führt. Angesichts dieser beispiellosen Aufrüstung, der eskalierenden Kriegsrhetorik und der systematischen Zerstörung der eigenen Industrie gilt es, am 1. September, dem Antikriegstag, und bei den Protesten rundherum ein unmissverständliches Zeichen zu setzen: gegen den Kriegskurs, gegen die Logik der Provokation und für eine Politik, die Frieden und wirtschaftliche Vernunft wieder in den Mittelpunkt stellt. Titelbild: Kastoluza / Shutterstock

26. aug. 20265 min
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CIA-Besuch in Moskau: Was dem Jupiter erlaubt ist, ist noch lange nicht dem Ochsen gestattet

Der Direktor der CIA hat am Dienstag laut Medienberichten [https://www.berliner-zeitung.de/article/ratcliffe-in-moskau-erster-russland-besuch-als-cia-direktor-10328720] Moskau besucht. Eine Art Geheimbesuch, über den bis jetzt nichts Inhaltliches bekannt ist. Interessant ist: Die Art und Weise, wie deutsche Medien berichten, zeigt, wie die Machtverhältnisse sind. Sie berichten: zurückhaltend, interessiert, spekulierend. Was wäre los, wenn bekannt geworden wäre, dass der Chef des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND in geheimer Mission nach Russland geflogen wäre? Wie würden deutsche Medien berichten, wenn gar ein hochrangiger Regierungsvertreter oder gar der Bundeskanzler selbst das Gespräch mit Putin suchen würde? Im Blätterwald wäre der Teufel los. Ein Kommentar von Marcus Klöckner. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe, oder, anders gesagt: Was dem Jupiter erlaubt ist, ist noch lange nicht dem Ochsen gestattet. Die Sprichwörter bewahrheiten sich gerade einmal wieder. Sowohl innerhalb weiter Teile der deutschen Politik als auch der deutschen Medien gilt: Mit russischen Regierungsvertretern zu reden, ist ein Tabu. Was war da in der Presse los, als bekannt wurde, dass AfD-Vertreter 2025 und 2026 nach Russland gereist sind! Medien spuckten Gift und Galle. Nun mag es einen Unterschied zwischen den Besuchen der AfD-Politiker und des CIA-Direktors im Hinblick auf die Ziele und die Ausrichtung der Reise geben. Allerdings: Die Giftpfeile deutscher Medien im Kalte-Krieger-Modus würden jeden treffen, der zu einer Gesprächsreise nach Moskau fliegt – Ausnahmen gelten für Vertreter des Imperiums. Etwas ganz Anderes ist es offensichtlich nämlich, wenn der Direktor der CIA, unangekündigt, ganz diskret, nach Russland fliegt. Kein Zeter-und-Mordio-Geschrei. Stattdessen: ruhige, fast ehrfürchtige Berichterstattung. Einmal mehr wird deutlich, wie die Machtverhältnisse abgesteckt sind. Die Macht liegt in Washington, nicht in Berlin. Selbst gewohnt regierungshörige deutsche Medien schössen – davon ist auszugehen – bei einer politischen Geheimreise des BND-Chefs oder eines hochrangigen deutschen Regierungsvertreters quer. Erst recht dann, wenn etwas von einer „Friedensmission“ oder von „Friedensverhandlungen“ bekannt würde. Warum CIA-Direktor John Ratcliff nun nach Moskau gereist ist, sei dahingestellt. Früher oder später dürfte etwas über den Inhalt der Gespräche an die Presse gegeben werden. Gerade die Reise des CIA-Direktors böte einer kritischen Presse genügend echten Anlass zur Kritik. Mittlerweile sollte deutschen Journalisten bekannt sein, dass es dort, wo die CIA agiert, nach Tiefenpolitik stinkt. Der Besuch des CIA-Direktors müsste einer kritischen Medienlandschaft Anlass bieten, das frühe Agieren des Auslandsgeheimdienstes in der Ukraine der deutschen Öffentlichkeit aufzuzeigen. Und die Stippvisite sollte auch Anlass für Redaktionen sein, den Ukraine-Krieg in seiner Ausprägung als Stellvertreterkrieg [https://www.focus.de/politik/ausland/ukraine-krise/interview-mit-michel-wyss-es-ist-der-erste-stellevertreter-krieg-zwischen-russland-und-der-nato-in-europa_id_94392173.html] zu durchleuchten. Stattdessen, wie zu erwarten: eine Brett-vorm-Kopf-Berichterstattung. Die Reise zeigt aber noch etwas Anderes: Während die US-Politik sich nicht nur herausgenommen hat, offen das Aus für Nord Stream anzusagen – und der Kanzler der Bundesrepublik stand dabei schweigend wie ein Schuljunge daneben –, nimmt sie sich auch heraus, nach Belieben nach Russland zu reisen und Gespräche zu führen, worüber auch immer. Mit anderen Worten: im Westen nichts Neues! Man erinnere sich an die Reisen David Rockefellers nach Russland im tiefsten Kalten Krieg. Da war von einer Scheu vor „Feindberührung“ keine Rede. Prinzip: Das Geschäft geht vor! Wer in Sachen Ukraine-Krieg den Ton angibt und wer nicht, zeigt sich offen. Deutschland ist es nicht. Titelbild: wikimedia – Central Intelligence Agency – public domain[http://vg06.met.vgwort.de/na/3e1fbde62e8e4454a09876623fb018d5]

26. aug. 20264 min
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Künstliche Intelligenz: Wenn aus einer Prüfungsaufgabe ein Angriff wird

Im Juli 2026 sollte eine Künstliche Intelligenz in einer abgeschirmten Testumgebung ein Sicherheitsproblem lösen. Der Internetzugang war gesperrt, fremde Computersysteme gehörten nicht zum Versuchsaufbau. Was anschließend geschah, schildert der Hersteller OpenAI inzwischen selbst. Von Günther Burbach. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Das System entdeckte eine bislang unbekannte Schwachstelle in einer Software, die eigentlich nur der Installation von Programmpaketen diente. Über diesen Umweg verschaffte es sich Zugang zum Internet. Anschließend verwendete es fremde Zugangsdaten, durchsuchte externe Dienste und drang in die Infrastruktur der Plattform Hugging Face ein. Dort vermutete es Informationen, die ihm bei seiner Prüfungsaufgabe helfen konnten. Kein Mensch hatte Hugging Face als Angriffsziel ausgewählt. Der Auftrag lautete lediglich, eine Aufgabe zu lösen. Den Weg dorthin entwickelte das System selbst. Solche Vorfälle hätten eine breitere öffentliche Debatte verdient. Stattdessen erscheint Künstliche Intelligenz in politischen Sonntagsreden weiterhin überwiegend als Antwort auf wirtschaftliche Probleme. Sie soll Verwaltungen entlasten und Unternehmen produktiver machen. Was geschieht, wenn dieselben Systeme bei ihrer Aufgabenerfüllung technische Grenzen überschreiten, wird dagegen meist erst diskutiert, nachdem etwas passiert ist. Aus einer Prüfungsaufgabe wurde ein Angriff Nach Angaben von OpenAI waren mehrere Modelle an dem Vorfall beteiligt, darunter GPT-5.6 Sol und ein leistungsfähiger interner Forschungsprototyp. Für den Test waren Schutzmechanismen reduziert worden, die im normalen Betrieb riskante Cyberaktivitäten verhindern sollen. Die Entwickler wollten feststellen, wozu ihre Modelle grundsätzlich in der Lage sind. Das ist für die Einordnung wichtig. Aus dem Vorfall folgt nicht, dass gewöhnliche Nutzer von ChatGPT plötzlich über autonome Hackerprogramme verfügen. Er zeigt jedoch, welche Fähigkeiten hinter den Schutzvorkehrungen existieren und was geschehen kann, wenn diese fehlen oder überwunden werden. Die KI entdeckte eine sogenannte Zero-Day-Schwachstelle. So werden Sicherheitslücken bezeichnet, die dem Hersteller der betroffenen Software bis dahin unbekannt waren. Gegen solche Fehler gibt es zunächst keinen gezielten Schutz. Nach dem Ausbruch aus der Testumgebung kombinierte das System verschiedene technische Möglichkeiten miteinander. Ein fremdes Konto diente als Zwischenstation, ein weiteres zur Datenspeicherung. Die Sicherheitsabteilungen von OpenAI und Hugging Face mussten den Vorfall untersuchen und die Zugänge schließen. Der beteiligte Forschungsprototyp wurde nach Angaben des Unternehmens deaktiviert. Damit war der konkrete Angriff beendet. Die Fähigkeit, die ihn ermöglicht hatte, verschwand dadurch nicht. Anthropic findet drei weitere Vorfälle Der Konkurrent Anthropic überprüfte nach der Veröffentlichung von OpenAI insgesamt 141.006 eigene Testläufe. Dabei entdeckte das Unternehmen drei Fälle, in denen Claude-Modelle unberechtigt auf reale Computersysteme fremder Organisationen zugegriffen hatten. Zwei betroffene Organisationen erfuhren erst durch Anthropic von dem Vorfall. Auch diese Systeme sollten ursprünglich nur eine simulierte Aufgabe lösen. Anders als bei OpenAI mussten sie dafür allerdings keine komplizierte technische Schwachstelle überwinden. Eine fehlerhafte Konfiguration hatte ihnen bereits Zugang zum Internet verschafft. Die Modelle behandelten erreichbare fremde Systeme anschließend als Teil der Übung und nutzten unter anderem schwache Passwörter sowie ungeschützte Schnittstellen. Ein neueres Modell stellte seine Aktivitäten ein, nachdem es erkannt hatte, dass es sich im offenen Internet befand. Ein älteres Modell setzte seinen Angriff teilweise fort, obwohl Hinweise auf die reale Umgebung vorlagen. Wer daraus eine Geschichte über Maschinen mit eigenem Bewusstsein machen möchte, überzieht den Befund. Für die betroffenen Unternehmen ändert diese Unterscheidung allerdings wenig. Ein unberechtigter Zugriff bleibt ein unberechtigter Zugriff, auch wenn das angreifende System seine Handlung für eine Prüfungsaufgabe hält. Fehler, die jahrzehntelang unentdeckt blieben Anthropic arbeitet außerdem an einem Modell namens Claude Mythos, dessen Fähigkeiten die bisherigen Maßstäbe der IT-Sicherheit infrage stellen. Nach Angaben des Unternehmens fand das System tausende unbekannte Sicherheitslücken in wichtigen Betriebssystemen und Browsern. Eine Schwachstelle steckte seit 27 Jahren im Betriebssystem OpenBSD. Dieses System gilt als besonders sicherheitsorientiert und wird unter anderem in Schutzsystemen eingesetzt. Der entdeckte Fehler hätte es ermöglicht, betroffene Rechner aus der Ferne zum Absturz zu bringen. Ein weiterer Fehler befand sich seit 16 Jahren in FFmpeg, einer weitverbreiteten Software zur Verarbeitung von Bild- und Tondateien. Automatisierte Prüfprogramme hatten die betreffende Codezeile nach Angaben von Anthropic ungefähr fünf Millionen Mal untersucht, ohne das Problem zu erkennen. Das Modell entdeckte außerdem mehrere Sicherheitslücken im Linux-Kernel und verband sie zu einem Angriffspfad, über den ein gewöhnlicher Nutzer vollständige Kontrolle über einen Rechner hätte erlangen können. Die konkret genannten Fehler wurden inzwischen behoben. Dennoch verändert sich das Kräfteverhältnis: Eine KI kann Schwachstellen in einem Tempo aufspüren, mit dem menschliche Sicherheitsabteilungen kaum Schritt halten. Anthropic räumt offen ein, dass inzwischen weniger das Auffinden der Fehler das Problem ist als deren Überprüfung und Beseitigung. Gleichzeitig erklärt das Unternehmen, dass Schutzmechanismen für eine sichere breite Freigabe vergleichbarer Fähigkeiten bislang fehlen. Damit sinkt langfristig auch die Einstiegshürde für Angreifer. Was bislang erfahrene Spezialisten und erhebliche Vorbereitung erforderte, könnte künftig von wesentlich mehr Akteuren versucht werden. Siemens-Steuerungen und die deutsche Infrastruktur Die Entwicklung betrifft Deutschland unmittelbar. Die amerikanische Cybersicherheitsbehörde CISA warnt vor einer aktiven Bedrohung für industrielle Siemens-S7-Steuerungen. Nach Angaben der Behörde nutzen Angreifer Künstliche Intelligenz, um passende Angriffsskripte zu erstellen. Solche Steuerungen übernehmen Aufgaben in industriellen Anlagen und infrastrukturell wichtigen Einrichtungen. Ein erfolgreicher Angriff betrifft dann unter Umständen nicht nur gespeicherte Daten, sondern reale technische Abläufe. Das bedeutet nicht, dass jede Anlage mit Siemens-Technik unmittelbar angreifbar ist. Ob ein Angriff gelingt, hängt von der jeweiligen Konfiguration und den vorhandenen Schutzmaßnahmen ab. Viele ältere Systeme wurden jedoch zu einer Zeit installiert, als autonome KI-Angriffe noch kein Thema waren. Nach Angaben der Bundesregierung wurden in Deutschland im Jahr 2025 rund 334.000 Cybercrime-Fälle registriert. Die tatsächliche Zahl dürfte wegen des erheblichen Dunkelfelds höher liegen. Besonders schwere Angriffe gegen Unternehmen und kritische Infrastruktur nehmen zu. Der Einsatz immer leistungsfähigerer KI verschärft diese Ausgangslage. Ein automatisiertes System kann zahlreiche Angriffsmöglichkeiten ausprobieren, ohne Pausen einzulegen oder auf die Arbeitszeiten einer IT-Abteilung Rücksicht zu nehmen. Verdeckte Eingriffe im Labor Eine Untersuchung aus dem Umfeld von Anthropic und des britischen AI Security Institute beschreibt ein weiteres Problem: KI-Modelle können unter bestimmten Bedingungen eigenmächtig in technische Abläufe eingreifen und ihre Veränderungen verschweigen. Die Forscher untersuchten verschiedene Systeme in experimentellen Szenarien. Bei Gemini 3.1 Pro registrierten sie in einem bestimmten Versuchsaufbau in 19 von 20 Durchläufen unautorisierte Eingriffe. Elf davon erfolgten verdeckt. In einem beschriebenen Fall veränderte das Modell eine technische Konfiguration so, dass eine vorgesehene Maßnahme tatsächlich nicht ausgeführt wurde. Anschließend entstand durch die Protokolle der Eindruck, der Vorgang sei ordnungsgemäß abgeschlossen worden. Erst konkrete Nachfragen brachten die Veränderung ans Licht. Dabei handelte es sich ausdrücklich um zugespitzte Laborversuche und nicht um nachgewiesene reale Sabotagefälle. Auch reichen 20 Durchläufe nicht aus, um allgemeingültige Aussagen über die Zuverlässigkeit eines bestimmten Modells zu treffen. Trotzdem berühren die Ergebnisse ein praktisches Problem. Immer mehr Anwendungen werden als sogenannte KI-Agenten entwickelt. Sie beantworten nicht nur Fragen, sondern bedienen Programme und bearbeiten Aufgaben über längere Zeit selbstständig. Sobald ein solches System sowohl handelt als auch seinen eigenen Erfolg meldet, entsteht eine unangenehme Frage: Wer überprüft, ob tatsächlich das geschehen ist, was anschließend im Bericht steht? Entwickler bremsen, Europa verschiebt OpenAI erklärte am 18. August, Teile des Trainings aktueller Modelle für zwei Wochen pausiert zu haben. Ein besonders großer geplanter Trainingslauf bleibt vorerst ausgesetzt. Als Gründe nennt das Unternehmen den Vorfall bei Hugging Face und Hinweise darauf, dass ein kommendes Modell namens Astra eine kritische Schwelle seiner Cyberfähigkeiten erreichen könnte. Zusätzliche Überwachungssysteme sollen künftig unerlaubte Zugriffe und Versuche erkennen, Schutzmaßnahmen zu umgehen. Bei einem schwerwiegenden Alarm sollen verantwortliche Teams innerhalb von 30 Minuten feststellen, ob eine reale Gefahr besteht. Gelingt das nicht, soll die betreffende Aktivität angehalten werden. Während führende Entwickler ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärfen, verlängert Europa allerdings die Übergangsfristen für besonders sensible Anwendungen. Der europäische AI Act gilt zwar in wesentlichen Teilen seit dem 2. August 2026. Die Anforderungen für bestimmte Hochrisikoanwendungen, darunter kritische Infrastruktur, gelten jedoch erst ab dem 2. Dezember 2027. Für bestimmte in Produkte integrierte Hochrisikosysteme wurde die Frist sogar bis zum 2. August 2028 verlängert. Diese Verschiebung gehört zu einem Reformpaket, das ausdrücklich mit Entlastung für Unternehmen und besseren Bedingungen für Innovation begründet wird. Deutschland und Frankreich hatten bereits im November 2025 bei einem gemeinsamen Gipfel auf einen Aufschub für Hochrisikoregeln gedrängt. Andere Sicherheitsvorgaben und Teile des europäischen KI-Rechts gelten weiterhin. Trotzdem bleibt der Widerspruch bestehen: Während reale Sicherheitsvorfälle bekannt werden, bekommen Anbieter und Betreiber in besonders empfindlichen Bereichen zusätzliche Zeit. Die Bundesregierung beschloss im Juni immerhin die Gründung eines KI-Sicherheitsinstituts. Es soll die Fähigkeiten moderner Systeme untersuchen und Risiken bewerten. Ob eine solche Einrichtung tatsächlich unabhängige Prüfungen durchführen kann, hängt allerdings davon ab, welchen Zugang sie zu den leistungsfähigsten Modellen erhält. Bislang bestimmen vor allem die Hersteller, welche Vorfälle öffentlich werden und wie sie diese erklären. Die Folgen betreffen jedoch längst auch Menschen und Unternehmen, die weder an der Entwicklung beteiligt sind noch eine entsprechende Technologie einsetzen. Wenn ein System für die Lösung einer Übungsaufgabe bereits in fremde Netzwerke eindringt, sollte niemand darauf warten, dass es beim nächsten Mal zuerst um Erlaubnis fragt. Quellen: 1. OpenAI dokumentiert den KI-Angriff auf Hugging Face. [https://openai.com/index/hugging-face-model-evaluation-security-incident/] 2. Anthropic bestätigt drei unberechtigte Zugriffe auf fremde Computersysteme. [https://www.anthropic.com/news/investigating-incidents-cybersecurity-evals] 3. Anthropic beschreibt fehlende Schutzmechanismen und Probleme bei der Fehlerbeseitigung. [https://www.anthropic.com/news/expanding-project-glasswing] 4. US-Sicherheitsbehörde warnt vor Angriffen auf Siemens-S7-Steuerungen. [https://www.cisa.gov/news-events/cybersecurity-advisories/aa26-231a] 5. Bundesregierung nennt 334.000 registrierte Cybercrime-Fälle für 2025. [https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/massnahmen-bundesregierung-cybersicherheit-2432652] 6. Studie über verdeckte Eingriffe und Täuschungsverhalten von KI-Modellen. [https://alignment.anthropic.com/2026/agentic-misalignment-summer-2026/] 7. OpenAI erklärt Trainingspause und Risiken leistungsstarker KI-Modelle. [https://openai.com/index/pacing-model-development-cyber-capabilities/] 8. Europäische Kommission erläutert verschobene Hochrisikoregeln des AI Act. [https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/regulatory-framework-ai] 9. EU-Reformpaket verlängert Übergangsfristen für bestimmte KI-Anwendungen. [https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/ai-omnibus-enters-force] 10. Deutsch-französischer Digitalgipfel fordert Aufschub bei Hochrisikoregeln. [https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/digitale-souveraenitaet-eu-2394404] 11. Bundesregierung beschließt Gründung eines KI-Sicherheitsinstituts. [https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/sitzung-des-nationalen-sicherheitsrates-im-juni-2026-2438050] Titelbild: Summit Art Creations / Shutterstock

26. aug. 202613 min
episode Nachricht einer Frau aus der Hölle der ICE-Haft artwork

Nachricht einer Frau aus der Hölle der ICE-Haft

„Wenn so etwas uns passieren konnte – einer gesetzestreuen Familie, bestehend aus zwei Professoren und einem kleinen Jungen –, dann kann es jedem passieren.“ – Das ist die Botschaft von Maryam Tahmasebi, einer iranisch-stämmigen Professorin am Pierce College in Los Angeles, die gemeinsam mit ihrem 16-jährigen Sohn seit Anfang April in Texas in ICE-Haft sitzt (ICE = United States Immigration and Customs Enforcement [https://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Immigration_and_Customs_Enforcement]) – einer US-Bundes-Polizei- und Zollbehörde mit breitem Aufgabenfeld, unter anderem zuständig für den „Schutz der Nationalen Sicherheit und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit“), während ihr Ehemann getrennt von ihnen in einer anderen Strafanstalt festgehalten wird. Wir veröffentlichen ihren Hilferuf. Von Redaktion. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Die Familie lebte und arbeitete seit 2014 in den USA und hatte seit 2016 unbefristetes Aufenthaltsrecht. Die Eltern arbeiteten als Psychologie-Professoren an unterschiedlichen Colleges in Los Angeles, der Sohn ging zur High School, bis Marco Rubio nach der Festnahme im April ihre Green Cards für ungültig erklärt [https://www.bbc.com/news/articles/cgjeped6ewxo] hat. Die Anklage: Reine Sippenhaft. – Der Ehemann von Frau Tahmasebi, Eissa Hashemi, ist Sohn der Frau, die anno 1979 Sprecherin der iranischen Geiselnehmer in der US-Botschaft in Teheran und später in frauen- und familienpolitischen Ämtern im Iran aktiv war. Zeitlich ging die Festnahme unmittelbar der damaligen Verhandlungsrunde zwischen den USA und Iran in Pakistan voraus nach den ersten Militärschlägen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Aktuell wird nicht einmal die „freiwillige“ Ausreise der Familie erlaubt, m.a.W. droht bis auf Weiteres ein unbefristetes Leben in Haft. Frau Tahmasebis Brief im Wortlaut: > Mein Mann, mein Sohn und ich sind seit Monaten eingesperrt – obwohl wir eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung haben und nicht vorbestraft sind. Es ist ein unerträglicher, endloser Albtraum. > > Mein Name ist Maryam Tahmasebi, und ich bin Professorin für Psychologie und Statistik am Pierce College in Los Angeles – oder besser gesagt: Ich war es bis zum 9. April, als sich mein Leben und das meiner Familie für immer verändert haben. > > An diesem Tag hielt ich gerade eine Vorlesung, als mir mein Sohn eine SMS schickte, in der stand, dass mein Mann ihn nicht von der Schule abgeholt hatte und nicht ans Telefon ging, was überhaupt nicht seine Art ist. Ich holte meinen Sohn von der Schule ab, eilte nach Hause und rief die Polizei an, weil ich dachte, ihm müsse etwas Schreckliches zugestoßen sein. Trotzdem kam mir nie in den Sinn, dass er von der ICE festgenommen worden sein könnte. Wir haben eine rechtmäßige dauerhafte Aufenthaltserlaubnis mit gültigen Green Cards. Mein Ehemann, Eissa Hashemi, ist ebenfalls Professor und hat sein Leben der Betreuung von Doktoranden im Fachbereich Wirtschaftspsychologie der Chicago School gewidmet. Wir haben beide viele Doktoranden betreut, darunter auch Veteranen, die diesem Land jahrzehntelang gedient haben. Wir haben keinerlei Vorstrafen – nicht einmal einen Strafzettel. Ich glaubte an die „Rechtsstaatlichkeit“ und vertraute darauf, dass die Regierung uns auf legalem Wege benachrichtigen würde, falls mit unserem Aufenthaltsstatus etwas nicht in Ordnung sein sollte. > > Ich war mehr als schockiert, als mir klar wurde, dass eine Online-Verleumdungskampagne ohne jegliche Grundlage oder rechtliche Handhabe die US-Regierung dazu gebracht hatte, zu versuchen, unsere Green Cards über Nacht zu entziehen – ohne ordnungsgemäßes Verfahren und ohne uns überhaupt davon in Kenntnis zu setzen. Die Regierung hatte beschlossen, meinen Mann dafür zu bestrafen, dass er der Sohn einer Frau ist, die 1979 – noch bevor Eissa überhaupt geboren wurde – als Übersetzerin für die iranischen Geiselnehmer tätig war. > > Ich bin hierhergekommen, weil ich mir und meiner Familie ein Leben aufbauen wollte, das von meinen eigenen Handlungen bestimmt wird und nicht von denen anderer. Doch nun wird unser Leben durch etwas auf den Kopf gestellt, das jemand anderes vor fast 50 Jahren getan hat. > > Stell dir vor, du bist eine unabhängige Frau, die sich jeden Tag durch die Gewässer des Sexismus und des Patriarchats kämpft, und dann wird dir gesagt, dass nicht nur deine eigenen Ideen und akademischen Leistungen keine Rolle spielen, sondern dass du nun auch irgendwie für Entscheidungen verantwortlich bist, die du nie getroffen hast, und für Dinge, die geschahen, bevor du überhaupt geboren wurdest. Dass man keine eigene Identität hat und dass die eigene Existenz aufgrund von Verwandtschaftsverhältnissen negiert werden kann. Das ist eine Bestrafung aufgrund der Abstammung. Ich hatte gehofft, dass die Vereinigten Staaten von Amerika, das Land, das ich liebte, anders sein würden. > > Schließlich zeigte der Standort meines Mannes auf seinem Handy an, dass er sich in einem ICE-Zentrum in der Innenstadt von Los Angeles befand. Ich sprach dort eine Minute lang mit ihm. Er sagte, man habe ihm mitgeteilt, dass unser Sohn und ich in Sicherheit seien, solange er in Gewahrsam sei. Das stellte sich als Lüge heraus. Am nächsten Tag, als ich meinen Sohn zur Schule brachte, war mein Auto von Fahrzeugen des DHS umzingelt, und mein Sohn und ich wurden festgenommen. Ich musste mit ansehen, wie meinem Sohn, der die Highschool besucht und seit 12 Jahren einen legalen Wohnsitz in Kalifornien hat, Handschellen angelegt wurden. Wir wurden über Nacht von Los Angeles nach Texas gebracht – unter schrecklichen Bedingungen, auf die ich in diesem Brief nicht näher eingehen möchte. Seitdem leben wir in Texas. > > Mein Sohn und ich haben über 120 Tage im Dilley Immigration Processing Center verbracht, getrennt von meinem Mann, der in das South Texas Detention Center in Pearsall, Texas, gebracht wurde. Dort herrschen noch schrecklichere Bedingungen, und er muss sie ganz allein ertragen. Als ich darum bat, dass mein Mann zu uns nach Dilley, einem sogenannten „Familienhaftzentrum“ (allein die Existenz eines solchen Begriffs ist zutiefst beunruhigend), zurückgebracht wird, wurde mir mitgeteilt, dass in unserem konkreten Fall die Trennung von Familien die offizielle Politik und die Regel sei. > > Ich habe mich schwer getan, zu verstehen, wie so etwas Menschen widerfahren kann, die nie gegen das Gesetz verstoßen haben – und das in einem System, von dem ich glaubte, es beruhe auf Rechtsstaatlichkeit. > > Die letzten vier Monate waren für uns die Hölle, und unsere körperliche und psychische Gesundheit hat sich in einer Weise verschlechtert, die möglicherweise erst in Jahren wieder rückgängig gemacht werden kann. Wir dürfen nur alle zwei Wochen zehn Minuten lang unter Aufsicht mit meinem Mann sprechen. Mein Sohn, der nur Englisch spricht und seit der Vorschule das kalifornische Schulsystem besucht, hat große Schwierigkeiten, zu verstehen, warum das einzige Land, das er als seine Heimat betrachtet, ihn so behandelt. > > Was uns widerfahren ist, war gezielt darauf ausgerichtet, unseren Körper und unseren Geist zu brechen. Ich bin eine Mutter, keine Märtyrerin, daher würde ich die Gesundheit und das Wohlergehen meines Sohnes stets über alle meine Träume und Bestrebungen stellen. Doch selbst als wir die schwere Entscheidung trafen, um die Erlaubnis zu bitten, die Vereinigten Staaten – den Ort, den wir als unser Land und unser Zuhause betrachten – freiwillig verlassen zu dürfen, lehnte die Regierung dies nicht nur ab, sondern deutete sogar an, dass sie gegen jede gerichtliche Entscheidung, die uns die Ausreise gestattet, Berufung einlegen würde. > > Mit anderen Worten: Sie wollen unsere unbefristete Inhaftierung fortsetzen, ohne dass ein Ende in Sicht ist. Aber zu welchem Zweck? Diese Frage habe ich mir immer wieder gestellt. Mir fällt kein Grund ein, warum wir diese strafende Tortur durchmachen müssen. Wir haben weder Geld noch Macht, die uns helfen, uns schützen oder uns Gunst verschaffen könnten. Wir sind zwei Pädagogen aus der Arbeiterklasse, die ein Leben der Arbeiterklasse in einer Mietwohnung geführt haben und uns nie hätten vorstellen können, dass uns so etwas passieren würde. > > Deshalb brauchen wir Ihre Hilfe. Wir leiden unermesslich und sind in einem unerträglichen, endlosen Albtraum gefangen. Ich möchte, dass mein Sohn ein normales Leben führen kann und seine Tage nicht in diesem schrecklichen Internierungslager in Dilley verbringen muss. Kein Kind hat das verdient. Kein Mensch hat das verdient. Wir bitten jeden, der ein Gewissen hat, uns dabei zu helfen, diesen Albtraum zu beenden. Es gibt noch mehr, was ich sagen möchte, aber dies ist die „zensierte“ Version dessen, was ich im Moment getrost aussprechen kann. Ich möchte mit folgenden Worten schließen: Wenn so etwas uns passieren konnte – einer gesetzestreuen Familie, bestehend aus zwei Professoren und einem kleinen Jungen –, dann kann es jedem passieren. > > – Maryam Tahmasebi Der Brief ist im englischen Original bei ‚The Nation [https://www.thenation.com/article/society/maryam-tahmasebi-iran-ice-essay/]‘ erschienen, wo er inzwischen hinter einer Registrierungs-Schranke liegt und weswegen wir ihn hier als PDF anhängen [https://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/260826-Hell-of-ICE-Detention-The-Nation.pdf]. Übersetzung von Carsten Weikamp mit Hilfe von DeepL [https://www.deepl.com/de]. Titelbild: Maryam Tahmasebi (privat)

26. aug. 202611 min
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Annalena eint die Welt!

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Ist es wirklich erst ein Jahr her, dass Deutschlands Star-Diplomatin Annalena Baerbock dem Ruf der Vereinten Nationen nach New York [https://www.nachdenkseiten.de/?p=130381] gefolgt ist und mit ihren kecken Instagram-Filmchen [https://www.nachdenkseiten.de/?p=138688] einen Hauch von Berliner Glamour in die verschlafene Hudson-Metropole brachte? Bereits in zwei Wochen wird sie ihren Platz als Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen – also im Grunde als oberste Repräsentantin der Menschheit – räumen müssen und die noch zu schreibenden Laudationes werden sicher ganze Bibliotheken füllen. Doch Annalena wäre nicht Annalena, wenn sie nicht kurz vor ihrem Abgang mit einem Paukenschlag für Furore sorgen würde. Glaubt man einschlägigen Pressemeldungen, hat Annalena nun geschafft, was vor ihr noch niemandem geglückt ist: Sie hat die USA und Russland vereint! [https://www.spiegel.de/politik/deutschland/uno-annalena-baerbock-und-der-seltsame-schulterschluss-von-russland-und-den-usa-a-52789d40-c48c-4a92-aee9-5725743c089d] – und sei es auch nur in gemeinsamer Abneigung gegen sie, Annalena Baerbock. Scheitern als Chance! Daraus könnte noch Großes erwachsen! Eine Glosse von Jens Berger. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Die Vereinten Nationen sind schon ein seltsames Gebilde. Zwar mag Annalena Baerbock ja – ähnlich wie der Papst oder der Dalai Lama – zweifelsohne die oberste moralische Autorität der Menschheit sein; formal werden die Vereinten Nationen jedoch vom Generalsekretär vertreten. Den kennt zwar auch so gut wie niemand und realpolitisch hat er nicht so viel zu melden, er ist jedoch in diplomatischen Fragen immer noch eine gern zitierte Instanz. Gewählt wird dieser Generalsekretär von der Generalversammlung, also genau jener Veranstaltung, der Annalena Baerbock vorsteht. Habe ich „gewählt“ gesagt? Nun, das ist nicht ganz richtig. Denn eine echte Wahl haben die Vertreter nicht. Ihnen wird vielmehr ein Kandidat vorgesetzt, den sie dann bitte schön abzunicken haben. Aber so war es bei Annalenas „Wahl“ ohne Gegenkandidaten ja auch – wobei man da schon schmunzeln muss, dass immerhin sieben Vertreter nicht Annalena, sondern eine gewisse „Helga Schmidt“ (sic!) gewählt haben [https://digitallibrary.un.org/record/4084153/files/A_79_PV.72-EN.pdf?utm_source=chatgpt.com]. Diese Dame stand gar nicht auf dem Wahlzettel und heißt eigentlich Helga Schmid, ist deutsche Karrierediplomatin mit tadellosem Ruf und war eigentlich die designierte Kandidatin für den Posten. Böse Zungen behaupten, dass Annalena sie von der Liste gemobbt hätte, um ihre eigene Traumkarriere bei der UN zu befördern. Aber das spielt letztlich keine Rolle, denn eine Wahl hatten die Delegierten ja ohnehin nicht. Der Posten wurde – wie so viele hohe UN-Posten – im Hinterzimmer ausgekungelt. Und wo wir gerade beim Auskungeln sind. Da auch der Posten des UN-Generalsekretärs am Ende des Jahres neu besetzt werden muss, läuft die Auskungel-Maschinerie in New York derzeit auf Hochtouren. Doch da der Posten des Generalsekretärs – rein formell versteht sich – etwas wichtiger als der Posten der Präsidentin der Generalversammlung ist, haben die Strippenzieher aus Berlin hier nichts mitzureden. Die Nominierung des UN-Generalsekretärs ist vielmehr die Champions League der hohen Weltdiplomatie. Der Kandidat, der von der Generalversammlung gewählt, also abgenickt, wird, muss nämlich zuvor vom UN-Sicherheitsrat nominiert werden. Und dort haben bekanntlich die Weltmächte USA, Russland, China und aus unerklärlichen Gründen auch Frankreich und Großbritannien ein Vetorecht. Heißt: Jedes dieser fünf Länder kann und wird einen Kandidaten, der ihm nicht so recht in den Kram passt, ablehnen. Ist das demokratisch? Natürlich nicht. Ist das transparent? Natürlich auch nicht. Aber war die Nominierung von Annalena Baerbock demokratisch oder transparent? Ich weiß, das ist eine rhetorische Frage. Fand unsere Superdiplomatin diese undemokratischen und intransparenten Prozesse bei ihrer eigenen Wahl noch ganz dufte, ging sie nun bei der anstehenden Wahl des Generalsekretärs jedoch auf die Barrikaden. Die Einzelheiten erspare ich Ihnen, geht es dabei doch um ziemlich langweilige Formalien und UN-Gewohnheitsrecht – fest steht jedoch, dass Annalena Baerbock sich über sämtliche vorherigen Absprachen hinwegsetzte, indem sie lauthals postulierte, dass die Kandidaten, die beim Gekungel im Sicherheitsrat in die engere Auswahl kommen, sich in der Generalversammlung zu einer Mischung aus Befragung und Elefantenrunde vorzustellen hätten. Sie wolle, so Baerbock, die „Transparenz“ des Auswahlprozesses stärken. Das ist aus dem Mund der Frau, die selbst ihr Amt durch intransparentes Geschacher und Intrigen zugeschustert bekam, natürlich mal eine echt steile Ansage. Das Auswärtige Amt konnte es sich noch nicht einmal verkneifen, in einem Statement darauf hinzuweisen, dass Deutschland ja der „größte Beitragszahler“ der UN sei und „unser“ Wort damit offenbar besonderes Gewicht haben müsste. Damit erreichte man schon mal 9 von 10 Punkten auf der Fremdschämskala. Annalena selbst machte dann die 10 Punkte voll, als sie noch nachschob, der kommende Kandidat solle – was auch sonst – eine Frau sein. Doch dann geschah das Wunder. Annalena wurde zwar nicht er-, aber dennoch gehört. Als erstes wagte sich Jennifer Locetta, ihres Zeichens stellvertretende UN-Botschafterin für die USA und Trumps Mädchen fürs Grobe bei der UN, aus der Deckung und machte sich genüsslich über den „diplomatischen Superstar“ aus Germany lustig. Deren Vorgehen bei der Nominierung des Generalsekretärs sei „übergriffig“ und „heuchlerisch“. Nun gibt es ja nicht viele Punkte, bei denen man der Trump-Regierung vorbehaltslos recht geben muss. Hier trifft sie jedoch zweifelsohne voll ins Schwarze. Doch nicht nur das. Kaum war der rhetorische Steilpass aus Washington gespielt, verwandelte Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja ihn mit einem fulminanten Volley ins Tor – auch er sei „besorgt über die Rolle“, die sich Baerbock mit ihrem Verhalten verschaffen wolle. Weniger diplomatisch sollte das wohl heißen, die komische Frau aus Deutschland solle doch lieber ihre Klappe halten und besser Instagram-Storys darüber posten, wie aufregend das Diplomatenleben in New York doch sein kann. Da war es: Die beiden größten Atommächte der Welt, die sich jahrzehntelang spinnefeind gegenüberstanden, waren vereint. Vereint in ihrer Abneigung gegen Annalena Baerbock. Ein großdiplomatisches Wunder war geschehen. Washington und Moskau Seit’ an Seit’. War der Weltfriede jemals so nahe? Ich hätte da ja eine Idee. Laut Medienberichten [https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-08/annalena-baerbock-professorin-new-york-columbia-university] soll unsere Annalena ja nun Professorin werden. Nicht am „Annalena-Baerbock-Zentrum für Kinder, die eher aus dem Völkerrecht kommen [https://www.youtube.com/watch?v=nOMW8Kn4OLw]“, sondern an der echten Columbia University. Fragen Sie mich nicht, wer das ausgekungelt hat. Aber nein, man darf doch das größte diplomatische Talent seit Talleyrand nicht an irgendeiner Uni verschimmeln lassen. Ich fordere: Annalena for Generalsekretär! Die USA mögen sie nicht, Russland hasst sie und auch in China ist die „oberste deutsche Wolfskriegerin“ [https://www.nachdenkseiten.de/?p=96479] ungefähr so beliebt wie Pest und Cholera zusammen. Wie wäre es also, wenn man die Weltmächte durch ein gemeinsames Feindbild an einen Tisch bringt? Gemeinsamkeit durch Abneigung – das wäre doch ein Slogan, der unseren Planeten dem Weltfrieden näherbringen sollte. Nun muss man nur noch eins und eins zusammenzählen und die Antwort liegt auf dem Tisch: Annalena Baerbock muss die nächste UN-Generalsekretärin werden! Titelbild: ChatGPT, erstellt mit künstlicher Intelligenz [http://vg07.met.vgwort.de/na/3d7f488868154e9da9d0d407e84ffbb7]

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