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„Palästina 36“ – Film über die Anfänge des Nahostkonflikts

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Kamele, getragene Musik, Gepäckträger, Kutschen – „Palästina 36“ der christlich-arabischen Regisseurin Annemarie Jacir ist ein Film voller Nostalgie. Er versucht sich an einer Ergründung der Wurzeln des Nahostkonflikts im Jahr 1936. Dabei betreibt „Palästina 36“ Schwarz-Weiß-Malerei, findet SWR Kultur-Filmexperte Rüdiger Suchsland. Unter anderem durch stereotype Figuren und ein insgesamt effekthascherisches Melodram, in dem das große Spektakel das wahre menschliche Drama der jüdischen und der arabischen Bevölkerung verdeckt. ZU SEHEN IST „PALÄSTINA 36“ AB 14.05. IM KINO

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episode Elegant und funktional – Dänische Design-Klassiker im Stadtmuseum Fellbach artwork

Elegant und funktional – Dänische Design-Klassiker im Stadtmuseum Fellbach

AMEISENSTUHL MIT SCHLANKER TAILLE Er ist immer wieder ein Hingucker: schnörkellos, schlank, sein Umriss gleicht den Kurven einer Violine. Der „Ant“-Chair, der Ameisen-Stuhl, der heute in vielen Büros und Küchen steht, wurde 1952 von Designer Arne Jacobsen entworfen „Er hat ihn gestaltet wie eine weibliche Figur mit schmaler Taille. Die erste Version war auf drei Beinen mit dem Problem, dass man kippte, wenn man sich zu viel bewegt.“ Bis heute produziert und ein Verkaufsschlager, sagt Ursula Teutrine, Leiterin des Fellbacher Stadtmuseums. DÄNISCHES DESIGN: ELEGANT UND ROBUST Der Stuhlklassiker verrät bereits sehr viel über das Erfolgsrezept dänischen Designs. Es verbindet Eleganz mit bemerkenswerter Robustheit. So filigran der Ant-Chair auf den ersten Blick anmutet: er lässt sich problemlos stapeln und belasten. Manchmal sind es unverhoffte Zufälle, die ein Produkt zum Verkaufsschlager machen. Der Designer Per Lütken beschäftigte sich mit verschiedenen Entwürfen zu einer neuen Glasschale. Kreisrund sollte sie werden, doch beim Glasblasen unterlief ihm ein Fehler. Am Ende wurde aus der kreisrunden eine asymmetrische Schale, die bis heute die ganz besondere Ästhetik ausmacht. DER LEGO-STEIN AUF PLATZ 1 DER HITLISTE Schön und funktional – dänisches Design ist nichts, was zum Anschauen im Regal verstaubt oder unerschwinglich wäre. Zu den bekanntesten Artikeln gehören der Flaschenöffner in Form eines Hais, eine schlichte, stabile Küchenschüssel aus Kunststoff, die Margarethen-Rührschüssel von Jacob Jensen oder auch die Tetra-Pack-Milchtüte, die die klassische Glasflasche ablösen sollte. Unangefochten auf Platz 1 der dänischen Designer-Hitliste aber steht nach wie vor der schlichte, weltweit beliebte Lego-Stein. AHA-MOMENTE UND WIEDERERKENNUNGSEFFEKTE Die kleine, aber feine Fellbacher Ausstellung begeistert durch die vielen Aha-Momente und Wiedererkennungseffekte. Dabei reicht die Bandbreite vom schlanken Tretmülleimer über den hölzernen Affen, der als Kleiderhaken fungiert bis zur Thermoskanne und dem berühmten Geschirr Royal Copenhagen. In ihrer Aufmachung orientiert sich die Ausstellung an einem dänischen Design-Buch für Kinder. Das sagt schon viel über das Selbstverständnis dänischer Designerinnen und Designer aus. Gute Gestaltung als Grundrecht für Alle, so beschreibt es Museumschefin Ursula Teutrine: „Dass die dänische Gesellschaft ein wenig gleicher werde.“

Yesterday4 min
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Die Tagebücher der Etty Hillesum aus Amsterdam: Diese Serie ist ein Glücksfall: „Etty“ mit Julia Windischbauer und Sebastian Koch

SYSTEMATISCHE DISKRIMINIERUNG VON JUDEN UND OPPOSITIONELLEN Als Etty Hillesum ihrem Slavistik-Professor erzählt, dass sie gerne Schriftstellerin werden will, eröffnet der ihr, dass er gerade am Morgen entlassen wurde. Anfang 1941 beginnen die Nazis, auch in den Niederlanden Juden und Oppositionelle systematisch zu diskriminieren, die Lebensbedingungen für sie kaum noch erträglich zu machen. Der Professor begeht Selbstmord. Kurz darauf darf Etty als Jüdin offiziell keine Vorlesungen mehr besuchen. Aus einem Impuls heraus sucht sie den Psychoanalytiker Julius Spier auf. TAGEBUCH-SCHREIBEN ALS THERAPIE Er hat mit ungewöhnlichen Methoden wie Handlesen oder einer speziellen Körpertherapie eine kleine Gemeinde um sich versammelt. Und rät ihr, Tagebuch zu führen. Zwischen den beiden entsteht eine intensive Bindung, später auch eine Liebesbeziehung. Etty nutzt die Tagebücher nicht nur, um gegen depressive Zustände anzuschreiben, sondern um in sich hinein zu horchen, eine Art von persönlicher Spiritualität zu erarbeiten. Einen Rückzugsort, aus dem sie Stärke und Würde gewinnt. JULIA WINDISCHBAUER ALS ETTY FASZINIERT Etty Hillesum ist hierzulande immer noch wenig bekannt, aber ihre Tagebuchtexte, die in 22 Sprachen übersetzt wurden, sprechen einen unmittelbar an. Man kann gar nicht umhin, sich von dem klaren, doch immer warmen Blick von Julia Windischbauer als Etty gefangen nehmen zu lassen. Selten erlebt man eine Kamera, die ihrer Hauptfigur so nahe kommt, ihr Gesicht erzählen lässt, ruhig, aber intensiv, subtil und nahbar. Die Serie des israelischen Regisseurs Hagai Levi ist ein Glücksfall. Mit großem ruhigen Erzählfluss, getragen von Begegnungen, von Musik und Bildern. Das hat immer auch etwas Kontemplatives und man sollte nicht erwarten, dass hier ein dramatischer Aufreger den nächsten jagt. Hagai Levi wollte kein Biopic drehen, das sich in eine Reihe von Historienfilmen zur Nazizeit einordnen ließe. „ETTY“ IST EIGENTLICH EIN SECHSSTÜNDIGER ARTHOUSE-FILM Er verortet das Geschehen in einer mehr oder weniger unkonkreten Gegenwart, man hat das Gefühl, sich im heutigen Amsterdam zu bewegen: moderne Straßenbahnen, zeitlose Mode, es fehlen nur die elektronischen Geräte. Das rückt die Geschichte noch näher an uns heran. Die Serie „Etty“ ist eigentlich ein sechsstündiger Arthouse-Film, der einen emotional noch lange beschäftigt. Nicht nur, weil sich Etty am Ende freiwillig zum Einsatz im Deportationslager Westerbork meldet und damit sehenden Auges in den Tod geht. Sie und ihre Familie werden 1943 in Auschwitz ermordet. ETTY HILLESUM SOLLTE WIEDERENTDECKT WERDEN Das zeigt die Serie allerdings nicht mehr. Sie endet mit Worten, die tröstend und erhobenen Hauptes an eine Nachwelt gerichtet sind. Sich mit diesen Worten, dem Leben und Schreiben von Etty Hillesum zu beschäftigen, ist unbedingt lohnenswert. Und die von arte und dem SWR produzierte Serie ist ein großartiger Einstieg.  „Etty“ von Hagai Levi in der Arte Mediathek [https://www.arte.tv/de/videos/RC-027654/etty/]

Yesterday5 min
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„Enshittification“: Warum Online-Dienste immer schlechter und teurer werden

„SO SCHLEICHEND, DASS MAN ES KAUM MERKT“ Der Blogger und Autor Cory Doctorow prägte den Begriff „Enshittification“, der ein Phänomen beschreibt, das vielen Menschen bekannt vorkommen dürfte: Onlinedienste wie Amazon, Kleinanzeigen oder Google, auf die wir uns täglich verlassen, werden schlechter, nerviger und teurer. Der Grund: Algorithmen bestimmen immer mehr, welche Waren angeboten werden. Werbung und Kostenerhöhungen nehmen nach und nach zu. Kein Zufall, sagt Netzexperte Christian Schiffer in SWR Kultur, der „Enshittification“ von Cory Doctorow gelesen hat. Als Beispiel nennt er die Suchmaschine Google. Dort gäbe es im Vergleich zur Anwendung von vor zehn Jahren nicht nur Suchergebnisse, sondern zuallererst Werbeanzeigen, KI-Zusammenfassungen und SEO-optimierte Inhalte. > Je mehr man scrollt, umso mehr Werbung kann man sehen. Dabei hat man doch einfach nur, zum Beispiel, einen neuen Duschkopf gesucht. > > > Quelle: Christian Schiffer, Netzexperte vom Bayerischen Rundfunk Das Erleben vieler Nutzerinnen und Nutzer bei verschiedenen Plattformen fasst Schiffer so zusammen: „Es war mal ein guter Dienst, dann hat das einen gefangen genommen, eingeloggt und dann wurden die Daumenschrauben angedreht. Das ist so schleichend, dass man es kaum merkt“. Es müsse deshalb Druck ausgeübt werden, etwa auf EU-Ebene im Bereich Verbraucherschutz.

Yesterday7 min