SWR2 Kultur Aktuell
„MONATE ABSCHEULICHER NACHRICHTEN“ Die Deepfake-Vorwürfe von Collien Fernandes gegen Christian Ulmen haben die Öffentlichkeit aufgerüttelt. Vorausgegangen waren der Fall Gisèle Pelicot [https://www.swr.de/swrkultur/wissen/ein-jahr-nach-dem-pelicot-urteil-wie-wechselt-die-scham-die-seite-106.html] und die Epstein-Files [https://www.swr.de/kultur/gesellschaft/netzwerk-der-maechtigen-der-epstein-skandal-und-die-folgen-forum-2026-02-19-100.html]. Frauen seien damit durch „Monate abscheulicher Nachrichten gegangen“, fasst Kristina Lunz bei SWR Kultur ihre Motivation zusammen, zu handeln. Gemeinsam mit Düzen Tekkal brachte sie in den Tagen nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Christian Ulmen eine Unterschriftenaktion auf den Weg: 250 prominente Frauen von Ricarda Lang über Carolin Kebekus bis Nina Chuba stellten darin zehn Forderungen an die Bundesregierung für eine nationale Strategie gegen männliche Gewalt. Eine Petition mit über 336.000 Unterschriften haben Lunz und Tekkal inzwischen dem Bundestag übergeben – und ihre Forderungen in ihrem neuen Sachbuch ausgeführt. > Es muss dringend gesetzliche Änderungen geben in diesem Land. > > > Quelle: Kristina Lunz bei SWR Kultur FEMIZID ALS STRAFTATBESTAND „Femizide sind die schlimmste Konsequenz von männlicher Gewalt, von Besitzanspruch und Unterdrückungsfantasien“, sagt Lunz. Daher setzen sie und Düzen Tekkal sich dafür ein, dass Femizide als Straftatbestand gewertet werden, wodurch diese Taten als „Mord, also aus niederen Beweggründen, anerkannt werden. In Deutschland sehen wir jedoch immer wieder, dass das sogenannte Eifersuchtsdrama sogar strafmildernd wirkt.“ Zudem erhoffen sich die Autorinnen, dass mit einem Straftatbestand die Anzeige-Quote steigt. Bisher läge diese in Deutschland bei Partnerschaftsgewalt und bei geschlechtsspezifischer Gewalt im einstelligen Prozentbereich, sagt Kristina Lunz. Nur etwa ein Prozent aller Vergewaltiger würden hierzulande verurteilt: „Zahlen, die eigentlich keine Sekunde toleriert werden dürfen.“
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