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Gebet gefragt

5 min · 11 de may de 20265 min
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Descripción

„Alles Beten [https://www.bibleserver.com/video/ADP/Beten/38] hat nichts genützt“, sagte mir ein Mann. Erst kürzlich war sein Schwager verstorben, mit 48 Jahren nach einem schweren Krebsleiden. „Wir haben so sehr gehofft [https://www.bibleserver.com/video/ADP/Hoffnung/17] und gebetet, dass er die Krankheit übersteht und wieder gesund wird, aber es hat alles nichts geholfen“, fuhr mein Gesprächspartner fort. Waren die Gebete [https://www.bibleserver.com/video/ADP/Gebet/7] wirklich umsonst gewesen? Oder war nicht lange genug oder intensiv genug gebetet worden? An dieses kurze Gespräch dachte ich, als ich über den Bibeltext aus dem Neuen Testament nachdachte, der für heute im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine angegeben ist: „Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“ Waren die Gebete für den krebskranken Mann nicht ernsthaft genug gewesen? Ich hatte schon den Eindruck, dass sehr ernsthaft, ja, inbrünstig, gebetet worden war. Nicht nur seine Familie, auch manche anderen hatten für diesen Mann gebetet, und sie hatten es sehr ernst gemeint. Ich habe im griechischen Urtext nachgelesen. Das Wort, das Luther mit „ernstlich“ übersetzt hat, bedeutet wörtlich: „wirksam, wirkungsvoll“. Sehr treffend finde ich die Übersetzung dieses Satzes in der Neuen Genfer Übersetzung. Dort lese ich: „Das Gebet eines Menschen, der sich nach dem Willen Gottes [https://www.bibleserver.com/video/ADP/Gott%20Elohim/74] richtet, ist wirkungsvoll und bringt viel zustande.“ Dieser Satz steht am Ende eines Abschnitts im Jakobusbrief, in dem es um das Gebet für Kranke in der Gemeinde geht. Jakobus ermutigt die Leser seines Briefes und auch Sie und mich, alle Anliegen, gerade auch die Bitte für kranke Menschen, im Gebet vor Gott zu bringen. Wenn Jakobus von dem Gerechten spricht, der zu Gott betet, dann meint er nicht etwa einen selbstgerechten Zeitgenossen, sondern einen Menschen, der Gott recht gibt und alles von Gott erwartet. Ja, er darf voller Vertrauen zu Gott beten, alle Anliegen vor ihn bringen und gerade auch für kranke und belastete Mitmenschen beten, vielleicht gerade auch für Menschen, die selbst keine Kraft mehr haben zum Beten. Und ich rechne damit, dass Gott eingreift, dass er den Kranken, für den ich gebetet habe, heilt, dass es ihm besser geht. Doch ich kann eine Besserung nicht erzwingen. Die Bitte aus dem Vaterunser [https://www.ekd.de/Vater-unser-10784.htm]: „Dein Wille geschehe“ begleitet mein Gebet. Ich weiß nicht, warum der eine gesund wird und der andere krank bleibt. Bete ich für einen kranken Menschen, bringe ich ihn vor Gott. Ich blicke von mir selbst weg zu Gott und traue ihm zu, dass er hilft, dass er eingreift. Wenn ich für einen Menschen bete, dann werfe ich gewissermaßen die Sorge um meinen kranken Mitmenschen Gott vor die Füße. Ich traue darauf, dass er hilft. Das Gebet dessen, der vertrauensvoll betet, vermag viel. „Es vermag viel“, das bedeutet ja wohl: Es vermag nicht alles, oder? So lese ich es jedenfalls bei Jakobus. Ja, ich traue Gott alles zu. Gott bleibt der souveräne Herr. Ich schreibe ihm nicht vor, wie er handeln soll. Und manchmal erlebe ich auch: „Mein Gebet wurde nicht so erhört, wie ich es mir gedacht und gewünscht habe. Es ist anders gekommen, als ich es erwartet habe.“ So erging es ja auch dem Mann, der für seinen krebskranken Schwager gebetet hat. Sein Schwager ist infolge seiner Erkrankung gestorben. Ich habe mit diesem Mann kein weiteres Gespräch mehr geführt. Ich hoffe, dass er nicht aufgehört hat, sich mit seinen Anliegen an Gott zu wenden. Autor: Pastor Bernhard Berends ---------------------------------------- Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden [https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=4443&restrict=1] [https://feedpress.me/link/19269/17338778.gif]

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2952 episodios

episode Geborgen in Gottes Händen artwork

Geborgen in Gottes Händen

Meine Hände sind doch ein Wunderwerk, sehr beweglich, nach allen Seiten hin drehbar. Mit meinen Händen kann ich etwas festhalten, etwas ergreifen. Ich kann sie auch zu Fäusten ballen und damit zuschlagen. Mit meinen Händen kann ich jemanden herunterdrücken und erniedrigen. Ich kann sie auch jemandem hinhalten und ihm helfen, sich aufzurichten. Ich kann auch die Hände formen, um darin etwas aufzubewahren. Mir steht dabei das Bild eines Küken vor Augen, das in der Mulde zweier Hände geborgen ist. Auch im übertragenen Sinn spreche ich von den Händen, so, wenn ich sage: „Ich begebe mich in die Hand eines anderen.“ Das bedeutet dann: Ich vertraue mich diesem Menschen an. Ja, er hat mich dann in der Hand, aber ich vertraue darauf, dass er Gutes für mich tut und bewirkt. Als Jesus am Kreuz hängt, da ruft er: „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände.“ Es sind die letzten Worte des sterbenden Jesus. „Und als er das gesagt hatte, verschied er.“ So lesen wir im Lukasevangelium. Diese Worte stehen im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine. Seinem Tod am Kreuz gingen für Jesus schwere Stunden voraus. Er wurde wie ein Schwerverbrecher behandelt, zum Tode verurteilt und wie ein Terrorist gekreuzigt. In der Bibel wird berichtet: Jesus ergab sich nicht in sein unabänderliches Schicksal. Sein Sterben war auch keine Kapitulation vor der römischen Staatsmacht oder der jüdischen Obrigkeit. In der Bibel wird ausdrücklich betont: Er, der Sohn Gottes, der ohne Sünde ist, er ging diesen Weg ans Kreuz, weil er seinem Vater, weil er Gott gehorcht. Und in der Bibel wird immer wieder betont: Er ging diesen Weg um unsertwillen. Er büßte für unsere Schuld. Als es so weit war, als er merkte, dass sein Leben zu Ende ging, da sprach er dieses Gebet: „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände“. Ganz bewusst legte er sein Leben in Gottes Hände, in die Hände seines himmlischen Vaters. Er wusste: In diesen Händen bin ich gut aufgehoben. Sie bringen mich durch die dunkle Macht des Todes hindurch ins Licht der Ewigkeit. Ich habe als Pastor und Seelsorger gelegentlich Menschen auf der allerletzten Wegstrecke ihres Lebens begleitet. Und es hat mich berührt, wenn sie ihr Leben ganz bewusst dem Herrn über Leben und Tod anvertraut haben. Und ich hoffe, dass ich, wenn meine letzte Stunde bevorsteht, auch so beten kann: „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände.“ Ja, und auch am Ende jedes Tages kann und darf ich so beten, wenn ich im Bett liege und den Tag in meinen Gedanken vorbeiziehen lasse. Ich denke an schöne Begegnungen und angenehme Gespräche, auch an Sorgen, die mich bewegen, oder von denen mir erzählt wurde, an das, was ich an dem Tag erreichen und bewältigen konnte. Alles lege ich am Ende des Tages in Gottes Hände zurück. Ja, mein ganzes Leben vertraue ich ihm jetzt an, und ich kann ruhig einschlafen. Mein Leben ist ja in Gottes großen Händen geborgen - ein schönes Bild für die Fürsorge Gottes: Seine Hände, die mich umgeben, wie die Hände eines Menschen einem kleinen Küken Geborgenheit geben. Ich wünsche Ihnen, dass Sie diesen Tag mit allem, was er Ihnen auch bringen mag, am Ende in Gottes Hände legen können, ja, dass Sie sich selbst, Ihr Leben, Ihren Geist den großen Händen unseres Gottes anvertrauen können. Autor: Pastor Bernhard Berends ---------------------------------------- Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden [https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=4443&restrict=1] [https://feedpress.me/link/19269/17339481.gif]

Ayer4 min
episode Gebet gefragt artwork

Gebet gefragt

„Alles Beten [https://www.bibleserver.com/video/ADP/Beten/38] hat nichts genützt“, sagte mir ein Mann. Erst kürzlich war sein Schwager verstorben, mit 48 Jahren nach einem schweren Krebsleiden. „Wir haben so sehr gehofft [https://www.bibleserver.com/video/ADP/Hoffnung/17] und gebetet, dass er die Krankheit übersteht und wieder gesund wird, aber es hat alles nichts geholfen“, fuhr mein Gesprächspartner fort. Waren die Gebete [https://www.bibleserver.com/video/ADP/Gebet/7] wirklich umsonst gewesen? Oder war nicht lange genug oder intensiv genug gebetet worden? An dieses kurze Gespräch dachte ich, als ich über den Bibeltext aus dem Neuen Testament nachdachte, der für heute im Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine angegeben ist: „Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“ Waren die Gebete für den krebskranken Mann nicht ernsthaft genug gewesen? Ich hatte schon den Eindruck, dass sehr ernsthaft, ja, inbrünstig, gebetet worden war. Nicht nur seine Familie, auch manche anderen hatten für diesen Mann gebetet, und sie hatten es sehr ernst gemeint. Ich habe im griechischen Urtext nachgelesen. Das Wort, das Luther mit „ernstlich“ übersetzt hat, bedeutet wörtlich: „wirksam, wirkungsvoll“. Sehr treffend finde ich die Übersetzung dieses Satzes in der Neuen Genfer Übersetzung. Dort lese ich: „Das Gebet eines Menschen, der sich nach dem Willen Gottes [https://www.bibleserver.com/video/ADP/Gott%20Elohim/74] richtet, ist wirkungsvoll und bringt viel zustande.“ Dieser Satz steht am Ende eines Abschnitts im Jakobusbrief, in dem es um das Gebet für Kranke in der Gemeinde geht. Jakobus ermutigt die Leser seines Briefes und auch Sie und mich, alle Anliegen, gerade auch die Bitte für kranke Menschen, im Gebet vor Gott zu bringen. Wenn Jakobus von dem Gerechten spricht, der zu Gott betet, dann meint er nicht etwa einen selbstgerechten Zeitgenossen, sondern einen Menschen, der Gott recht gibt und alles von Gott erwartet. Ja, er darf voller Vertrauen zu Gott beten, alle Anliegen vor ihn bringen und gerade auch für kranke und belastete Mitmenschen beten, vielleicht gerade auch für Menschen, die selbst keine Kraft mehr haben zum Beten. Und ich rechne damit, dass Gott eingreift, dass er den Kranken, für den ich gebetet habe, heilt, dass es ihm besser geht. Doch ich kann eine Besserung nicht erzwingen. Die Bitte aus dem Vaterunser [https://www.ekd.de/Vater-unser-10784.htm]: „Dein Wille geschehe“ begleitet mein Gebet. Ich weiß nicht, warum der eine gesund wird und der andere krank bleibt. Bete ich für einen kranken Menschen, bringe ich ihn vor Gott. Ich blicke von mir selbst weg zu Gott und traue ihm zu, dass er hilft, dass er eingreift. Wenn ich für einen Menschen bete, dann werfe ich gewissermaßen die Sorge um meinen kranken Mitmenschen Gott vor die Füße. Ich traue darauf, dass er hilft. Das Gebet dessen, der vertrauensvoll betet, vermag viel. „Es vermag viel“, das bedeutet ja wohl: Es vermag nicht alles, oder? So lese ich es jedenfalls bei Jakobus. Ja, ich traue Gott alles zu. Gott bleibt der souveräne Herr. Ich schreibe ihm nicht vor, wie er handeln soll. Und manchmal erlebe ich auch: „Mein Gebet wurde nicht so erhört, wie ich es mir gedacht und gewünscht habe. Es ist anders gekommen, als ich es erwartet habe.“ So erging es ja auch dem Mann, der für seinen krebskranken Schwager gebetet hat. Sein Schwager ist infolge seiner Erkrankung gestorben. Ich habe mit diesem Mann kein weiteres Gespräch mehr geführt. Ich hoffe, dass er nicht aufgehört hat, sich mit seinen Anliegen an Gott zu wenden. Autor: Pastor Bernhard Berends ---------------------------------------- Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden [https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=4443&restrict=1] [https://feedpress.me/link/19269/17338778.gif]

11 de may de 20265 min
episode Lob Gottes sprengt Grenzen artwork

Lob Gottes sprengt Grenzen

Haben Sie schon mal einen Gottesdienst in einer anderen Sprache erlebt? Mir geht es dann meistens so: Von der Predigt verstehe ich so gut wie nichts. Aber die Lieder gibt es manchmal in verschiedenen Übersetzungen. Oft kenne ich eine Melodie und kann dann erraten, welchen Text die anderen jetzt wohl singen. Aber es ist mehr als ein Ratespiel. Ich fühle mich innerlich verbunden mit meinen Geschwistern, die zwar eine andere Sprache sprechen, aber doch denselben Herrn Jesus Christus anbeten. Ein Text, der in viele Sprachen übersetzt wurde, steht in Offenbarung 4,8 [https://www.bibleserver.com/LUT/Offenbarung4%2C8]: Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt. Gewaltige Worte! Es ist ein Blick in Gottes Thronsaal! Was für uns heute der Lehrtext der Herrnhuter Brüdergemeine dieses Tages ist, war für viele Komponisten Grundlage für großartige Werke: Vielen bekannt ist von Franz Schubert das „Heilig, heilig, heilig“ aus der Deutschen Messe. Und Johann Sebastian Bach komponierte ein mehrchöriges „Sanctus“ - was ja auch „heilig“ bedeutet, bloß in Latein. Felix Mendelssohn Bartholdy, Ludwig von Beethoven und viele weitere begnadete Komponisten haben sich von diesen Worten inspirieren lassen. Und nicht nur für Aufführungen, sondern auch für den Gemeindegesang. Am bekanntesten wohl der englische Hymnus von Reginald Heber und John B. Dykes, den es auch in deutscher Übersetzung gibt: „Heilig, heilig, heilig, Gott, dir sei Ehre“. Und auch in unserer Zeit entstehen neue Lieder zum Lob Gottes, immer wieder mit demselben Text. Aufgeschrieben wurden diese Worte von Johannes. Wahrscheinlich einer der zwölf Jünger von Jesus. Er wurde sehr alt und im hohen Alter von den Römern auf die Insel Patmos verbannt - eine Strafinsel für politische Gefangene. Er kam dort hin aufgrund seines Glaubens. Auf der Insel, in der Einöde, erlebte er, wie Gott in besonderer Weise zu ihm sprach. Es war als würde ein Vorhang weggezogen. Johannes schaute direkt in Gottes Welt, in den himmlischen Thronsaal. Dort sah er die Verehrung Gottes. Mit diesen Worten: Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt. Es sind drei Aussagen über Gott: Er ist heilig. Er ist allmächtig und: Er ist zeitlos. Eine Vorstellung, die mir als zeitlich begrenztem Menschen schwerfällt. Es ist eine andere Dimension. In diesem Text in der Offenbarung beschreibt der Seher Johannes, was jetzt schon ist. Dieses Lob Gottes, das durch die Jahrhunderte hindurch geht, das in so vielen Ländern der Welt gesungen wird, in alten und modernen Worten und Melodien. Das Besondere ist: Wenn wir als Christen Gott loben und ihn als den Allmächtigen ehren, wenn wir ihn anbeten als den, der immer war und ist und bleibt... - dann tun wir dasselbe wie die himmlischen Wesen in Gottes Thronsaal. Wir sind in gewisser Weise verbunden mit dieser anderen, göttlichen Dimension. Wir tun das, was die Engel im Himmel tun, hier auf der Erde. In dem Lied „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ heißt es: „wir sind Konsorten der Engel“. Heute würde man sagen: Wir sind Kollegen. Im eigenen Land und im Ausland fühle ich mich meinen Glaubensgeschwistern nah - aber darüber hinaus sind wir mit den Engeln verbunden im Lob Gottes. Das ist kein schöner Traum, das ist geistliche Wirklichkeit. Autor: Sigrun Teßmer ---------------------------------------- Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden [https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=4443&restrict=1] [https://feedpress.me/link/19269/17337958.gif]

10 de may de 20264 min
episode Vertrauen ohne wenn und aber artwork

Vertrauen ohne wenn und aber

Haben Sie einen richtig guten Freund? Einen, der auch bei Ihnen ist, wenn es richtig brenzlig wird? In der Bibel steht eine Geschichte von drei Freunden. Alle drei sind Juden und leben in einem anderen Land, in Babylonien. Sie halten zusammen. Sie haben es geschafft - trotz Migrationshintergrund - in eine hohe politische Stellung zu kommen. Sie sind vom König hochgeschätzt. Aber es gibt Neider, die versuchen, sie loszuwerden. Sie schlagen dem König vor, ein Bild aufzustellen, das alle anbeten sollen. Und - wer es nicht tut, der soll in einen heißen Ofen geworfen werden. Daran soll man sehen, wer wirklich Respekt vor dem König hat. Wenn dann alles nach Plan läuft, sind sie die drei jüdischen Männer in Kürze los. Denn das wissen sie: Juden beten nur ihren Gott an. Und tatsächlich: Der König meint, das sei eine gute Idee. Und wie vermutet, werfen sich die drei Männer nicht vor dem Bild nieder. Der König lässt sie zu sich rufen und gibt ihnen noch eine Chance. So sagt er: „Werft euch vor dem Bild nieder! Sonst werdet ihr in den glühenden Feuerofen geworfen!“ und er schiebt noch hinterher: „Lasst sehen, wer der Gott ist, der euch aus meiner Hand erretten könnte!“ Doch die drei Männer stehen mutig vor ihm und sagen: „Unser Gott, den wir verehren, kann uns erretten aus dem glühenden Feuerofen. Und wenn er's nicht tut, so sollst du dennoch wissen, dass wir deinen Gott nicht ehren und das goldene Bild nicht anbeten werden.“ - Diese Worte der drei Männer stehen im Buch Daniel, Kapitel 3 Verse 17 und 18. Es ist die heutige Tageslosung der Herrnhuter Brüdergemeine. Doch bevor ich anschaue, wie die Geschichte weitergeht, lassen Sie mich einen Moment bei dieser Aussage stehen bleiben. Noch einmal diese Worte der drei Männer: „Unser Gott, den wir verehren, kann uns erretten aus dem glühenden Feuerofen. Und wenn er's nicht tut, so sollst du dennoch wissen, dass wir deinen Gott nicht ehren und das goldene Bild nicht anbeten werden.“ Beides ist möglich: Gerettet werden - und: Nicht aus dem Ofen gerettet werden. Ich finde es spannend: Sie vertrauen Gott, sehen aber beide Möglichkeiten. Oft höre ich aus den Erfahrungen verschiedener Menschen, dass sie meinen: Gott hätte doch so vieles anders machen können. Gott hätte doch meine Krankheit verhindern können. Gott hätte doch den frühen Tod eines geliebten Menschen verhindern können. Gott könnte doch dafür sorgen, dass es keine Kriege und Katastrophen mehr gibt. Die drei jüdischen Männer denken anders. Sie sagen: Vielleicht tut Gott ein Wunder. Vielleicht auch nicht. Aber wir halten an ihm fest. Egal, was Gott tut. Wir vertrauen ihm auch in dieser schweren Situation. Ich möchte mir diese Haltung zum Vorbild nehmen. Ich möchte in Situationen, die sich wie ein Feuerofen anfühlen - so auf Gott vertrauen. Tatsächlich hat Gott in der Situation der drei Freunde ein Wunder getan. Er hat sie gerettet und war mit ihnen im Ofen. So, dass sogar der König einen vierten Mann mitten im Ofen gesehen hat. Gott war dabei. Ja, es ist gut, wenn wir in Schwierigkeiten Freunde an unserer Seite haben. Es gilt: Auch wenn Gott kein sichtbares Wunder tut - er ist da. Mitten im Feuer meines Lebens. Ich weiß: Ich bin nicht allein. Autor: Sigrun Teßmer ---------------------------------------- Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden [https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=4443&restrict=1] [https://feedpress.me/link/19269/17337579.gif]

9 de may de 20264 min
episode Getröstet von Gott: Wie Sie selbst zum Trost für andere werden artwork

Getröstet von Gott: Wie Sie selbst zum Trost für andere werden

Weil unsere Tochter bei der Geburt ganz blau war, kam sie sofort in die Kinderklinik. Als ich sie dort am Brutkasten aufsuchte, konnte ich es an ihren Augen gleich erkennen. Sie hatte das Down-Syndrom. Für uns brach eine Welt zusammen. Am nächsten Morgen musste ich unseren fünfjährigen Sohn in den Kindergarten bringen. Dort wusste man, dass wir ein Baby erwarteten. Ich wurde groß angeguckt. „Wir haben eine Tochter“, sagte ich mit wenig Begeisterung. Ein ‚aber‘ musste ich anfügen, aber sie hat das Down-Syndrom. Kurze Betroffenheit. Dann sagte die Kindergartenleiterin: „Wir haben noch keinen Tag mit unserem Stephan bereut.“ Ihr Stephan hatte ebenso das Down-Syndrom. Dieser eine Satz traf wie ein Blitz in meine dunkle Stimmung. Wenn diese Frau als Betroffene das sagt, dann kann es doch gar nicht so schlimm sein. Dieser eine Satz hat mir Mut und Zuversicht gegeben. Gleichzeitig habe ich gelernt, welch einen Unterschied es ausmacht, ob eine Betroffene spricht oder jemand nur Allgemeinplätze von sich gibt, wie ‚das schaffen sie schon‘ oder ‚diese Kinder sind doch ein Sonnenschein‘. Besonderen Trost brauchten auch bereits die ersten Christen. Sie waren besonderen Anfeindungen ausgesetzt und Verfolgung. Dabei hat der Apostel Paulus festgestellt: Gott tröstet uns in aller unserer Bedrängnis. Wie kann Gott Menschen trösten? Das geschieht oft durch Menschen wie in meinem Fall. Oder es kann ein Bibelwort sein, dass mir neuen Mut macht. Oder im Gebet gewinne ich neue Zuversicht. Das, was Paulus beschreibt, war eine wertvolle Erfahrung für ihn und für viele seiner Mitchristen. Aber eben nicht nur für sie. Das ist das Besondere. Denn Leid zu erfahren und Trost zu empfangen, kann sich noch viel weitreichender auswirken. Der Apostel fährt nämlich fort: damit auch wir trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind‘. Wer Leid und Trost selbst erfahren hat, besitzt eine Voraussetzung, andere in ihrer Not zu trösten, wie es ein Unbeteiligter kaum vermag. Von daher beinhalten die Worte des Apostels eine zweifache Herausforderung. Wenn er sagt, dass Gott uns tröstet in aller unserer Bedrängnis, dann ist unser Vertrauen gefragt. Wir brauchen die Erwartung nicht aufgeben, dass Gottes Trost uns auch heute in einer scheinbar trostlosen Situation erreichen will. Nicht zu Unrecht nennt Paulus Gott, den Gott allen Trostes. Die zweite Herausforderung besteht darin, dass die Trosterfahrung durch Gott eine Befähigung bedeutet. Leiderfahrung macht sensibel für das Leid anderer. Und wer das Leid anderer wahrnimmt, das dem eigenen ähnelt, der kann als Betroffener Mut machen und aufrichten - so wie es die Kindergartenleiterin damals bei mir getan hat. Und sie lag nicht falsch. Ihre Ermutigung hat durchgetragen und sich bestätigt. Gott tröstet auf vielfältige Weise und macht aus Getrösteten Tröster. Beides ist gefragt. Autor: Günter-Helmrich Lotz ---------------------------------------- Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden [https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=4443&restrict=1] [https://feedpress.me/link/19269/17337169.gif]

8 de may de 20264 min