Halbzeitgedanken, der Podcast von und mit Frank Bencke.

TikTokerin Sunny funny

1 h 0 min · 25 de feb de 20221 h 0 min
portada del episodio TikTokerin Sunny funny

Descripción

Das Schweizer Taschenmesser der Internetunterhaltung.Wir sind heute bei Sunny in Ahrensburg, die als Markenzeichen ihre Stimme hat. Darauf gekommen ist sie bereits sehr früh; war schon immer der Pausenclown und diejenige in der Familie, die alles ins Lustige zieht. Lachen ist für Sunny sehr wichtig im Alltag. Vor 20 Jahren etwa hat sie entdeckt, dass sie Stimmen imitieren kann, mittlerweile sind es 27 verschiedene, u. a. auch die von Nina Hagen, aber auch Tiergeräusche. Geboren ist Sonja (Sunny) am 25.04.1988 in Henstedt-Ulzburg, aber sonst Ur-Ahrensburgerin. Ihre Kinder (4 Jungs) finden richtig gut, dass sie TikToks macht und sind stolz auf sie; 3 davon schauen auch bereits TikToks. Ihre härteste Kritikerin ist sie selbst und überlegt natürlich, was sie wirklich hochlädt; ist dann aber sehr spontan. Ihr Talent hat Sunny seinerzeit entdeckt im Schützenverein: das frei reden, lag ihr und sie mochte gern vor Publikum sprechen, hatte nie Lampenfieber. Nach der Schule hat sie Bäckereifachverkäuferin gelernt und später als Filialleitung in der Ahrensburger Bäckerei gearbeitet. Im Jahr 2009 kam der erste Sohn zur Welt, die anderen folgten und zwischenzeitlich hat sie dann umgelernt in Richtung Heilpraktikerin. Der Auslöser war seinerzeit, dass die Kinder ihr TikTok gezeigt haben, sie dann auch interessiert die App heruntergeladen hat und gestartet ist, zu Beginn mit Musik-TikToks, die aber nicht so richtig gezogen haben. Eines Tages kam ihr dann der Lidl-Löffel in die Finger und das ging viral, hatte 57.000 Likes! Sunny setzt ihre Stimme ganz gezielt ein, hatte auch schon 2 Rollen zum Synchronsprechen und hofft auf neue Aufträge in diesem Bereich. Im Alltag nutzt sie ab und zu ihre bekannteste maskuline/haarige/wuchtige Stimme, wenn sie zum Beispiel auf der Straße in Ahrensburg oder -wie neulich- im AEZ angesprochen wird, weil sie jemand von TikTok kennt und ihr positives Feedback gibt. Sheepworld hat Sunny auf TikTok entdeckt und sie ist seit Längerem Werbeträgerin für die Firma, im Internet zu finden unter sheepworld.de; stellt deren Produkte bei TikTok vor und durfte sich schon viele davon für sich und die Kinder dort aussuchen. Aktuell macht sie auf TikTok auch Werbung für den neuen famila-Markt in Ahrensburg (Norddeutschlands größter und modernster), wo sie auch bei der Eröffnung am 03.03.2022 dabei sein wird. Sie kann über sich selbst lachen, auch wenn sie morgens in den Spiegel schaut. “Lachen ist gesund” sagt Sunny. Ihre Botschaft in den TikToks ist einfach gute Laune zu verbreiten. Die Ideen dazu schüttelt sie aus dem Ärmel; oft ist es Situationskomik. Wenn ihr mal gar nichts einfällt, lässt sie sich inspirieren u. a. von Dieter Krebs, Loriot oder auch Alfred Tetzlaff (Ekel-Alfred). Unter Corona ist es nach ihrer Meinung besonders wichtig, die Menschen wieder zum Lachen oder zumindest Schmunzeln zu bringen. Die Unterhaltung der Leute sieht sie als Berufung, will es irgendwann im großen Stil aufziehen und zu ihrem Beruf machen, noch fehlen aber die passenden Aufträge und die richtigen Kontakte. Sunny hat 2 Geschwister und schon damals als Kind war sie beim Abendessen der Pausenclown der Familie. Den Humor hat sie vom Vater genauso wie ihr Bruder. Ihre Eltern unterstützen sie auch jetzt dabei. Die eigenen Kinder haben einen Großteil von ihr, der größte Sohn ist 1 zu 1 sie als männliche Person. Durch und durch ist Sunny Familienmensch, das erfordert allerdings gutes Zeitmanagement und eine entsprechende Rollenverteilung. Dabei sind ihr Mann und ihre Mutter eine große Hilfe. Sie hat auch wenig Schlaf (3-4 Stunden/Nacht). Sunny funny ist ein Teil von Sonja zu rund 70 % und auch im wirklichen Leben ist der Humor immer da, die verstellte Stimme nicht, diese nur eine Rolle für TikTok. Hobbymäßig zeichnet sie gern und schreibt Romane für Amazon als Sonja Diamond; bisher veröffentlicht wurde dort “Flash Back Effect”, ein Science-Fiction-Roman. An schlechten Tagen durch ihre Krankheit (Fibromyalgie/Weichteilrheuma) beginnt sie morgens mit Yoga und Meditation und versucht positiv zu denken z. B. durch das Familienbild an der Wand und die Haustiere (4 Hunde/3 Katzen) sind auch gut für die Seele. Sie ist auch glücklich, wieder im Haus der Großeltern wohnen zu dürfen. Allerdings können sie durch die Tiere nur sehr selten in den Urlaub fahren, wenn, dann zieht es die Familie aber in die Berge wie nach Berchtesgaden. Ihre Tipps an andere, die nicht so viel Kraft haben, sind: versuchen Zeit für sich zu nehmen und alles Positive an sich auf Post-its schreiben sowie überall aufkleben, aber auch verinnerlichen. Sunny bezeichnet sich als “wunschlos glücklich” und anpassungsfähig: “Was nicht passt, wird passend gemacht!”. Aktuell hat sie 77.000,2 Follower und versucht täglich einen TikTok zu veröffentlichen sowie fast jeden Kommentar kurz zu beantworten, zumindest mit einem Emoji, auch die kritischen; zurück folgt sie den “Netten” und nimmt dies auch ernst. Neu ist Sunny bei Instagram. Zu Anfang hat sie viel Filter benutzt, das kam nicht so gut an, sondern sie hat schnell gemerkt, dass man sehr authentisch sein muss und auch nur das tun, was man auch vertreten kann. Ihr Mann und die Kinder sind nur in jedem 20. TikTok dabei. “Das Netz vergisst nie” und somit achtet Sunny bei den Kindern darauf, was sie im Internet tun oder mit der Playstation spielen. No-gos bei TikTok sind für sie persönlich, zu viel Privates zu zeigen wie z. B. Krankheit oder Tod. Wenn es ihr mal nicht gut geht, nimmt sie einen Entwurf, den sie an guten Tagen vorgedreht hat, um nicht auf Krampf drehen zu müssen. Sollte jemand Hilfe suchen für TikTok, kann er sich gern mit ihr in Verbindung setzen. Es haben sich auch schon Freundschaften entwickelt, wie mit Manuel aus Österreich oder Jasmin, die auch an Fibromyalgie erkrankt ist. Freundschaften gibt es nur eine Handvoll, Bekannte aber mehr. Ganz nah an ihr dran ist allerdings nur die Familie. Ihre TikToks dreht sie sehr früh morgens oder spät abends, da nehmen die Kinder auch Rücksicht. Ein Durchschnitts-TikTok beansprucht 10-15 Minuten, auch mal 30-45 Minuten bei Crossplay oder Animes. Sunny sieht auch im Alltag so aus wie bei TikTok und benötigt dabei nur 10 Minuten fürs Schminken. Ihr Mann freut sich über ihre und macht auch eigene TikToks. Der Wunsch für die Zukunft wäre, dass viele Menschen das Lachen wieder erlernen, was doch sehr untergegangen ist. Sunny selbst war 2012 auch in ein tiefes Loch gefallen, als sie Zwillinge verloren hatte und ihr Sohn später per Notkaiserschnitt zur Welt kam. Dadurch hatte sie viel Gewicht zugelegt, aber auch schon wieder abgenommen. Kämpfen für die Familie ist das Allerwichtigste für sie, denn die ist das oberste Gut! Ziele sind es, weiter TikToks zu machen, mehr Follower zu gewinnen und mit Glück, ein gutes Angebot als Synchronsprecherin zu bekommen. Das nächste große Vorhaben ist die Eröffnung bei famila und Sunny will auch mehr live gehen, dabei aber die Familie immer raushalten. Sie lädt ein, auf ihrem Kanal bei TikTok unter sunny_funny88 oder Instagram unter Sunnyfunny1988 vorbeizuschauen, ihr zu folgen und ein bisschen Fröhlichkeit abzuholen! Wie Sunny alles unter einen Hut bringt, wer ihr Ruhepol ist und was sie auf eine Insel mitnehmen würde, erfahrt Ihr in der heutigen Sendung. Wollt auch Ihr Gast in meiner Sendung sein oder habt Fragen, dann schreibt mir einfach unter mail@halbzeitgedanken.de!

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TikTokerin Sunny funny

Das Schweizer Taschenmesser der Internetunterhaltung.Wir sind heute bei Sunny in Ahrensburg, die als Markenzeichen ihre Stimme hat. Darauf gekommen ist sie bereits sehr früh; war schon immer der Pausenclown und diejenige in der Familie, die alles ins Lustige zieht. Lachen ist für Sunny sehr wichtig im Alltag. Vor 20 Jahren etwa hat sie entdeckt, dass sie Stimmen imitieren kann, mittlerweile sind es 27 verschiedene, u. a. auch die von Nina Hagen, aber auch Tiergeräusche. Geboren ist Sonja (Sunny) am 25.04.1988 in Henstedt-Ulzburg, aber sonst Ur-Ahrensburgerin. Ihre Kinder (4 Jungs) finden richtig gut, dass sie TikToks macht und sind stolz auf sie; 3 davon schauen auch bereits TikToks. Ihre härteste Kritikerin ist sie selbst und überlegt natürlich, was sie wirklich hochlädt; ist dann aber sehr spontan. Ihr Talent hat Sunny seinerzeit entdeckt im Schützenverein: das frei reden, lag ihr und sie mochte gern vor Publikum sprechen, hatte nie Lampenfieber. Nach der Schule hat sie Bäckereifachverkäuferin gelernt und später als Filialleitung in der Ahrensburger Bäckerei gearbeitet. Im Jahr 2009 kam der erste Sohn zur Welt, die anderen folgten und zwischenzeitlich hat sie dann umgelernt in Richtung Heilpraktikerin. Der Auslöser war seinerzeit, dass die Kinder ihr TikTok gezeigt haben, sie dann auch interessiert die App heruntergeladen hat und gestartet ist, zu Beginn mit Musik-TikToks, die aber nicht so richtig gezogen haben. Eines Tages kam ihr dann der Lidl-Löffel in die Finger und das ging viral, hatte 57.000 Likes! Sunny setzt ihre Stimme ganz gezielt ein, hatte auch schon 2 Rollen zum Synchronsprechen und hofft auf neue Aufträge in diesem Bereich. Im Alltag nutzt sie ab und zu ihre bekannteste maskuline/haarige/wuchtige Stimme, wenn sie zum Beispiel auf der Straße in Ahrensburg oder -wie neulich- im AEZ angesprochen wird, weil sie jemand von TikTok kennt und ihr positives Feedback gibt. Sheepworld hat Sunny auf TikTok entdeckt und sie ist seit Längerem Werbeträgerin für die Firma, im Internet zu finden unter sheepworld.de; stellt deren Produkte bei TikTok vor und durfte sich schon viele davon für sich und die Kinder dort aussuchen. Aktuell macht sie auf TikTok auch Werbung für den neuen famila-Markt in Ahrensburg (Norddeutschlands größter und modernster), wo sie auch bei der Eröffnung am 03.03.2022 dabei sein wird. Sie kann über sich selbst lachen, auch wenn sie morgens in den Spiegel schaut. “Lachen ist gesund” sagt Sunny. Ihre Botschaft in den TikToks ist einfach gute Laune zu verbreiten. Die Ideen dazu schüttelt sie aus dem Ärmel; oft ist es Situationskomik. Wenn ihr mal gar nichts einfällt, lässt sie sich inspirieren u. a. von Dieter Krebs, Loriot oder auch Alfred Tetzlaff (Ekel-Alfred). Unter Corona ist es nach ihrer Meinung besonders wichtig, die Menschen wieder zum Lachen oder zumindest Schmunzeln zu bringen. Die Unterhaltung der Leute sieht sie als Berufung, will es irgendwann im großen Stil aufziehen und zu ihrem Beruf machen, noch fehlen aber die passenden Aufträge und die richtigen Kontakte. Sunny hat 2 Geschwister und schon damals als Kind war sie beim Abendessen der Pausenclown der Familie. Den Humor hat sie vom Vater genauso wie ihr Bruder. Ihre Eltern unterstützen sie auch jetzt dabei. Die eigenen Kinder haben einen Großteil von ihr, der größte Sohn ist 1 zu 1 sie als männliche Person. Durch und durch ist Sunny Familienmensch, das erfordert allerdings gutes Zeitmanagement und eine entsprechende Rollenverteilung. Dabei sind ihr Mann und ihre Mutter eine große Hilfe. Sie hat auch wenig Schlaf (3-4 Stunden/Nacht). Sunny funny ist ein Teil von Sonja zu rund 70 % und auch im wirklichen Leben ist der Humor immer da, die verstellte Stimme nicht, diese nur eine Rolle für TikTok. Hobbymäßig zeichnet sie gern und schreibt Romane für Amazon als Sonja Diamond; bisher veröffentlicht wurde dort “Flash Back Effect”, ein Science-Fiction-Roman. An schlechten Tagen durch ihre Krankheit (Fibromyalgie/Weichteilrheuma) beginnt sie morgens mit Yoga und Meditation und versucht positiv zu denken z. B. durch das Familienbild an der Wand und die Haustiere (4 Hunde/3 Katzen) sind auch gut für die Seele. Sie ist auch glücklich, wieder im Haus der Großeltern wohnen zu dürfen. Allerdings können sie durch die Tiere nur sehr selten in den Urlaub fahren, wenn, dann zieht es die Familie aber in die Berge wie nach Berchtesgaden. Ihre Tipps an andere, die nicht so viel Kraft haben, sind: versuchen Zeit für sich zu nehmen und alles Positive an sich auf Post-its schreiben sowie überall aufkleben, aber auch verinnerlichen. Sunny bezeichnet sich als “wunschlos glücklich” und anpassungsfähig: “Was nicht passt, wird passend gemacht!”. Aktuell hat sie 77.000,2 Follower und versucht täglich einen TikTok zu veröffentlichen sowie fast jeden Kommentar kurz zu beantworten, zumindest mit einem Emoji, auch die kritischen; zurück folgt sie den “Netten” und nimmt dies auch ernst. Neu ist Sunny bei Instagram. Zu Anfang hat sie viel Filter benutzt, das kam nicht so gut an, sondern sie hat schnell gemerkt, dass man sehr authentisch sein muss und auch nur das tun, was man auch vertreten kann. Ihr Mann und die Kinder sind nur in jedem 20. TikTok dabei. “Das Netz vergisst nie” und somit achtet Sunny bei den Kindern darauf, was sie im Internet tun oder mit der Playstation spielen. No-gos bei TikTok sind für sie persönlich, zu viel Privates zu zeigen wie z. B. Krankheit oder Tod. Wenn es ihr mal nicht gut geht, nimmt sie einen Entwurf, den sie an guten Tagen vorgedreht hat, um nicht auf Krampf drehen zu müssen. Sollte jemand Hilfe suchen für TikTok, kann er sich gern mit ihr in Verbindung setzen. Es haben sich auch schon Freundschaften entwickelt, wie mit Manuel aus Österreich oder Jasmin, die auch an Fibromyalgie erkrankt ist. Freundschaften gibt es nur eine Handvoll, Bekannte aber mehr. Ganz nah an ihr dran ist allerdings nur die Familie. Ihre TikToks dreht sie sehr früh morgens oder spät abends, da nehmen die Kinder auch Rücksicht. Ein Durchschnitts-TikTok beansprucht 10-15 Minuten, auch mal 30-45 Minuten bei Crossplay oder Animes. Sunny sieht auch im Alltag so aus wie bei TikTok und benötigt dabei nur 10 Minuten fürs Schminken. Ihr Mann freut sich über ihre und macht auch eigene TikToks. Der Wunsch für die Zukunft wäre, dass viele Menschen das Lachen wieder erlernen, was doch sehr untergegangen ist. Sunny selbst war 2012 auch in ein tiefes Loch gefallen, als sie Zwillinge verloren hatte und ihr Sohn später per Notkaiserschnitt zur Welt kam. Dadurch hatte sie viel Gewicht zugelegt, aber auch schon wieder abgenommen. Kämpfen für die Familie ist das Allerwichtigste für sie, denn die ist das oberste Gut! Ziele sind es, weiter TikToks zu machen, mehr Follower zu gewinnen und mit Glück, ein gutes Angebot als Synchronsprecherin zu bekommen. Das nächste große Vorhaben ist die Eröffnung bei famila und Sunny will auch mehr live gehen, dabei aber die Familie immer raushalten. Sie lädt ein, auf ihrem Kanal bei TikTok unter sunny_funny88 oder Instagram unter Sunnyfunny1988 vorbeizuschauen, ihr zu folgen und ein bisschen Fröhlichkeit abzuholen! Wie Sunny alles unter einen Hut bringt, wer ihr Ruhepol ist und was sie auf eine Insel mitnehmen würde, erfahrt Ihr in der heutigen Sendung. Wollt auch Ihr Gast in meiner Sendung sein oder habt Fragen, dann schreibt mir einfach unter mail@halbzeitgedanken.de!

25 de feb de 20221 h 0 min
episode Kristi und das BEAST 51 artwork

Kristi und das BEAST 51

Ein exzessives Leben!Mein heutiger Gast Kristi ist 1970 in den USA, in Kalifornien, geboren; dort auch zur Schule gegangen und aufgewachsen. Am 31.07.1983, kurz vor ihrem 13. Geburtstag, ist ihr (Halb-)Bruder Robert verunfallt und dabei ums Leben gekommen. Er war damals 18, riesengroß und bei den Marines. Zusammen mit zwei Kumpels war Robert übers Wochenende in seinem nagelneuen Mustang GT unterwegs, der viele PS, aber möglichweise einen Defekt hatte. In einer Kurve kam das Auto von der Straße ab und ist im Fluss gelandet, der einen ungewöhnlich hohen Wasserstand hatte. Dadurch ist die Familie komplett auseinandergefallen. Kristi hat ihre Eltern 3 Jahre lang fast nicht gesehen außer mal am Wochenende, weil die sich in ihr Geschäft (Computerbranche) stürzten. Die Therapie des Vaters war außerdem der Umbau des Wochenendhauses in den Bergen. Die Großeltern mütterlicherseits mochten Robert mehr als Kristi und hatten sie das auch spüren lassen. Trotzdem hat sie in der Zeit versucht, die Familie zusammenzuhalten und heute auch wieder ein super Verhältnis zu ihren Eltern. Seinerzeit war Kristi sehr dick, wog über 100 kg, wurde deshalb auch gehänselt und hatte eine schwierige Zeit. Kurz vor ihrem 16. Geburtstag ging sie dann mit ihrer Mutter zusammen nach Santiago und beide haben sich dort den Magen verkleinern lassen. Mit 15 ½ hatte sie den Führerschein und konnte somit mit 16 die Freiheit mit einem eigenen Auto genießen. Vorher hatte sie mit 14 schon ein Motorrad, was man in den USA auch ohne Führerschein fahren durfte. Als Teenager hat sie gelebt, dachte mit 30 könnte sie tot sein, war verrückt und abenteuerlustig, was sie heute immer noch ist. Allerdings bewertet sie jetzt das eigene Leben anders, da sie eine Familie und Kinder hat! Kristi wollte immer in Richtung Bühne gehen, hat sich das aber als Kind nie getraut, da ihr oft gesagt wurde, dass sie dick und hässlich ist. Darunter litt massiv ihr Selbstbewusstsein, obwohl sie auch abgenommen hatte. Sie hat dann viele Sachen ausprobiert, verschiedene Jobs gemacht, zahlreiche Erfahrungen in verschiedenen Richtungen gesammelt, konnte sich aber nicht fokussieren. Zwei Dinge wollte sie nie: in Europa leben ja, aber nie in Deutschland und auch nie mit Computern arbeiten. Ihre Großmutter hasste Italiener sowie Deutsche und auch ihr Vater, der mal bei der Luftwaffe in Deutschland stationiert war, mochte Deutschland/Deutsche nicht besonders. Jetzt ist sie in Deutschland und arbeitet in der IT. Ihre erste Ausbildung absolvierte Kristi in der Bühnenelektrik und ein Studium im Bereich Lichttechnik/-design. Danach wechselte sie in die Fachrichtung Musik zur Oper. Musik hat ihr ganzes Leben geprägt, ihre Eltern waren auch sehr musikalisch. Mit 7 lernte sie Klavier, mit 8 Klarinette und spielte fast täglich bis sie 17 war. Vor 5 Jahren hat Kristi sich das Gitarre spielen beigebracht und jetzt noch Ukulele; sie kann auch Saxophon und Posaune spielen. Immer schon war Kristi in einer Band und in Berührung mit klassischer Musik, in der Highschool auch im Chor. Mit 20 war Kristi mit einem Komponisten aus Washington, D.C. zusammen. Dort verbrachte sie den ganzen Sommer mit ihm, ist auch geblieben und besuchte eine “sauteure” Uni, die ihre Eltern bezahlten sowie auch die Wohnung. Dann begann die andere Geschichte in Baltimore: Kristi fing an allein Alkohol zu trinken, weil sie einsam war und zerrissen, fühlte sich damit aber erwachsen und hatte ein gutes Gefühl dadurch. In ihrer schönen Wohnung trank sie täglich, erst irgendwas, dann teure Weine, später 3-4 Bier plus eine halbe Flasche Wodka und irgendwann war es eine Kiste Bier und eine ganze Flasche Wodka. Ihre Eltern haben nie Alkohol getrunken, da es aus religiösen Gründen nicht gut angesehen und eigentlich verboten war. Kristi trank allerdings über viele Jahre (15) bis 2007 und das hat sie auch die Musikerkarriere gekostet. Gearbeitet hat sie trotzdem und ist auch betrunken Auto gefahren ohne, dass es jemand merkte. Regelmäßig ging sie zu den “Anonymen Alkoholikern”, hatte aber immer wieder Rückfälle, war mehrfach in Einrichtungen für max. 10-14 Tage, denn eine Langzeittherapie gab es in Amerika nicht und die Therapeuten waren auch nicht spezialisiert auf Suchterkrankungen. Am Ende war Kristi letztendlich Anfang 2007, nachdem sie sogar zwischendurch 2 Jahre trocken war mit Hilfe der “Anonymen Alkoholiker”. Ihr neuer Freund, ein Musiker und ebenfalls trockener Alkoholiker, mit dem sie fast ein Jahr zusammenlebte, hatte einen Rückfall und sie auch leider wieder mitgerissen. Irgendwann im Rausch hatte er ihr den Arm gebrochen. Damit hat sie noch gearbeitet und ist erst ins Krankenhaus als der Arm schwarz wurde. Obwohl sie ihn nicht verraten hatte, musste ihr Freund dafür ins Gefängnis, denn eine Freundin von den “Anonymen Alkoholikern”, die zufällig in dem Krankenhaus arbeitete, hatte dies durchschaut. Der Chirurg/Operateur in diesem Nobel-Krankenhaus hat ihr auf den Kopf zugesagt “das sei Verschwendung (die OP kostete 80.000 Dollar), weil sie ein absolutes Nichts ist, sowieso in einem Jahr tot und somit nicht sein Talent wert”. Dieser hatte natürlich gemerkt, dass Kristi Alkoholikerin ist, sie damit aber natürlich tief verletzt und wieder in Selbstzweifel gestürzt. Wieder zu Hause angekommen, war Kristi dann an dem Punkt, wo sie nicht mehr mit und nicht mehr ohne Alkohol leben konnte, wollte sich deshalb das Leben nehmen und trinken bis sie stirbt, hatte das Haus voller Alkohol und auch Zigaretten. Dann kam ihr Kollege/Freund, der 10 Jahre jünger und aus Deutschland war, um nach ihr zu schauen, weil er sich Sorgen machte. Er hat gesehen, wie schrecklich es bei ihr aussieht und gefragt “ob sie leben oder sterben will”, daraufhin ihre Tasche gepackt und sie mitgenommen, ihr versprochen, auf dem Weg Bier zu kaufen – was sie nie bekommen hat! In seinem Hotelzimmer haben sie 4 Monate zusammengelebt und einen kalten Entzug durchgezogen, der aber sehr gefährlich war und keinesfalls empfehlenswert! Täglich brachte er sie auch zu den “Anonymen Alkoholikern”. Nach und nach sind die beiden sich dann nähergekommen und haben sich ineinander verliebt. Kristi hat ihrem jetzigen Mann sehr viel zu verdanken und einiges von ihm gelernt, sich letztendlich für ihn scheiden lassen und ging mit ihm nach Deutschland am 17.12.2007 mit 2 Kartons. Ihr letzter Trinktag war der 22.07.2007! Jedes Jahr bekommt sie an diesem Tag eine Medaille/Münze von ihrem Mann, wie man sie auch von den “Anonymen Alkoholikern” zuerst nach einem Tag und dann in größeren Abständen erhält. Früher wollte Kristi nie Kinder, hatte auch mit 25 Gebärmutterhalskrebs und die amerikanischen Ärzte haben ihr darum die Hoffnung darauf genommen. Mittlerweile hat sie aber 2 Töchter -wenn auch spät- bekommen, Ivy mit 40 und Willow mit 44. Die beiden sind auch musikalisch: die Ältere spielt sehr gut Harfe und die Jüngere lernt gerade Schlagzeug. In den 15 Jahren ihrer Alkoholsucht hat sie leider die Musik vernachlässigt und alles, was sie gelernt hatte, war weg. In Deutschland ist Kristi aber auf Drängen ihres Mannes und über die Mitarbeit in einem Kirchenchor zum Glück wieder zur Musik gekommen. Dadurch hat sie, neben einem Sprachkurs, auch so gut Deutsch gelernt. Am Weitesten hat sie seinerzeit dann die Band “Feeling good” gebracht und Band ist für sie immer wie Familie. Heute ist Kristi mit zwei Musikprojekten unterwegs und zwar B51 North sowie BEAST 51, gibt Klavier- und Gesangsunterricht, singt auch in 2 Chören. Anderen Betroffenen gibt sie mit auf den Weg: „Akzeptiere Dich selbst, sei bereit Hilfe anzunehmen, gib nie auf und mach immer weiter, denn Du weißt nie was morgen passiert!“ Was Kristi in einer Sportsbar auf dem Tisch machte, sie in Italien erleben musste und wie BEAST 51 entstanden ist, erfahrt Ihr in der heutigen Sendung. Wollt auch Ihr Gast in meiner Sendung sein oder habt Fragen, dann schreibt mir einfach unter mail@halbzeitgedanken.de!

7 de nov de 20211 h 30 min
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Facetten der Freundschaft

Die Geschichte von Freunden und FeindenMein heutiger Gast Isa kommt ursprünglich aus Oberschlesien (Polen) und ist dort bis zum 11. Lebensjahr aufgewachsen, bevor sie mit ihren Eltern nach Deutschland gegangen ist. Heute lebt sie in Niedersachsen und ist auch mittlerweile hier angekommen. Wir sprechen über das Thema Freundschaft in jeglicher Form. Ihre Mama hat immer gesagt, Dein Mann muss Dein „bester“ Freund sein und das ist auch so! Isa hatte nie eine richtige Freundin, wo sie auch übernachten durfte oder diese bei ihr, weder in Polen, noch danach hier in Deutschland; nur bei ihrer Cousine war das möglich. In Polen ist sie seinerzeit mit vielen Jungs aufgewachsen, da in ihrer Straße auch kein Mädchen ihres Alters wohnte. Isas Kindheit war anders, aber toll. Die Eltern haben sie und die Geschwister früh zur Selbständigkeit erzogen und sehr viel ermöglicht, hatten auch großes Vertrauen. In den Ferien war sie überwiegend bei ihrer Freundin in Polen, mit der sie ganz viel erlebt hat und viele schöne Erfahrungen sammeln durfte. Für all das ist sie ihren Eltern erst heute so richtig dankbar. Der Kontakt zu ihrer damaligen Freundin aus Polen ist leider nicht mehr da, aber dafür hat sie eine andere Freundschaft dort zu Beata geknüpft, die bis heute besteht. Isa ist 42 und hat auch noch die Zeit der Mauer miterlebt, seinerzeit in Polen. Ihre Kindheit war freier als heutzutage, es wurde viel draußen gespielt, gezeltet und auch Fahrrad gefahren. Das erlebt ihre 9jährige Tochter leider nicht so, da die Kinder in der jetzigen Zeit lieber drinnen spielen, online mit dem Handy, iPad und Konsolen oder fern schauen. Am Anfang hatte Isa es in Deutschland nicht leicht, weil sie noch nicht so gut Deutsch konnte, war aber ehrgeizig und wollte unbedingt diese Sprache lernen, mit den Polen auch nicht weiter Polnisch sprechen. Eine polnische Freundin hier hat sie bis heute nicht, nur Bekannte und Verwandte. Durch Umzüge hat Isa viel die Schule wechseln müssen und erst spät auf dem Lande in der Dorfschule so richtig Fuß fassen können, wo sie schon perfekt Deutsch konnte. Dass ihr eine richtige Freundschaft fehlt, ist Isa erst sehr spät bewusstgeworden, als ihr eine jüngere Freundin zeigte, was das bedeutet. Diese Freundin hat sie dann aber leider zusammen mit ihrem Freund verloren, weil sie ihn ihr ausspannte. Das hat Isa sehr geprägt und war letztendlich auch die negativste Erfahrung mit Freundschaften. Jahre später hat sie diese Freundin wieder in ihr Leben gelassen, als sie plötzlich, in einer schwierigen Phase, vor der Tür stand, wurde aber erneut enttäuscht und hintergangen. Nach wie vor denkt sie aber, dass jede/r eine zweite Chance verdient hat. Mittlerweile hat Isa mehrere Freundinnen, mit denen sie jeweils andere Dinge unternimmt und dadurch verbunden ist. Das Wort „beste“ Freundin mag sie nicht wegen ihrer Erfahrungen. Eine gute Freundschaft muss an ihrer Seite sein, egal wie stürmisch es und was passiert ist oder auch gesagt wurde. Wichtig ist auf jeden Fall absolute Ehrlichkeit. Sie hat mehr Freundschaften zu Männern, als zu Frauen, die allerdings eher oberflächlich sind, kann sich aber auch eine tiefergehende Freundschaft mit einem Mann vorstellen, ohne dass etwas passiert, was eine Ehe gefährdet. Mit ihrem Mann ist Isa seit 13 Jahren glücklich zusammen, nicht eifersüchtig und hat sehr viel Vertrauen. Als Katholikin gilt für sie auch “Bis dass der Tod uns scheidet”. Freundschaft Plus könnte sie sich vorstellen, aber nur, wenn sie nicht verheiratet wäre! In eine Freundschaft war sie noch nie verliebt, allerdings mal eine Freundin in sie, was aber nicht auf Gegenseitigkeit beruhte. Isa ist ein sehr emotionaler und gebender Mensch, handelt mehr mit dem Kopf, aber auch mit dem Bauch. Die besten Eigenschaften sind ihre Offenheit sowie Fröhlichkeit, ihre schlechtesten allerdings, dass sie sehr nachtragend ist und abgrundtief hassen kann. Dass sie Menschen zu schnell vertraut und sich auch blenden lässt, sieht sie als Schwäche. Ärger manifestiert sich bei Isa über ihren Körper, zum Beispiel in Form von Magengeschwüren; sie ist zum Teil 3 x jährlich im Krankenhaus. Niemals wird Isa irgendwo eingeladen, deshalb geht es letztendlich immer von ihr aus und sie organisiert zum Beispiel Kino-, Festival- oder Restaurantbesuche. Das passiert sowohl bei Freundschaften, als auch in der Familie; sie will allerdings nicht hinterherlaufen und sich aufdrängen. So wie sie ist, lebt Isa auch und nicht das Leben ihrer Eltern. Ihr Mann ist dabei ihr größter Halt. Beide haben jetzt das Campen für sich entdeckt, möchten auch gern noch viel reisen, u.a. nach Brasilien (wo sie auch Freunde hat). Welche Rolle ihre Trauzeugin gespielt hat, warum die Mutter nicht „beste“ Freundin sein kann und wovon sie noch träumt, erfahrt Ihr in der heutigen Sendung. Wollt auch Ihr Gast in meiner Sendung sein oder habt Fragen, dann schreibt mir einfach unter mail@halbzeitgedanken.de.

5 de sep de 202157 min
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Mein Leben mit Multipler Sklerose (MS)

Den Mut am Leben nicht verlieren und immer wieder kämpfen!Mein heutiger Gast Nicole kommt aus dem romantischen Bassum. Wir sprechen über ihre Krankheit, von der in Deutschland 252 Tsd. und weltweit 2,8 Mio. Menschen betroffen sind - Multiple Sklerose (MS). 72 Prozent der Menschen mit MS sind Frauen. Es handelt sich hierbei um eine Autoimmunerkrankung, die sich gegen das Nervensystem richtet. Die Range dieser Krankheit ist groß, bedeutet deshalb für jeden etwas Anderes und schränkt das normale Leben schon extrem ein. Bei Nicole macht sich MS durch viel Müdigkeit und Abgeschlagenheit bemerkbar. Begonnen hat das Ganze, als sie etwa 25 Jahre alt war. Sie hatte immer mehr Rückenschmerzen bekommen und Probleme mit dem rechten Oberschenkel, das Gehen wurde zunehmend schwieriger, bis es irgendwann kaum noch möglich war zu laufen. Ihre Einschränkungen verstärkten sich nach der Geburt ihrer Tochter. Daraufhin hatte der damalige “Dorfarzt” Nicole an die Neurologie überwiesen und die Neurologin sie dann sofort in eine Klinik eingewiesen. Als dort zahlreiche Tests innerhalb von 3 Tagen erfolgten, dachte sie, „das geht nicht gut aus“ und bekam Angst, dass sie ihrer Tochter nicht als Mutter gerecht werden kann. Am Tag, als sie die Diagnose MS bekam, war das ein schwerer Schock. In der Familie ihres ersten Mannes war gerade eine Frau an den Folgen von MS gestorben. Nicole war zu dem Zeitpunkt 27 Jahre und ihre Tochter erst 15 Monate alt. Erstmal hatte sie es damals kaum jemandem erzählt und die Krankheit verdrängt, konnte selbst damit nicht umgehen und die Angst, sich eventuell nicht lange genug um ihre Tochter kümmern und für sie da sein zu können, verfestigte sich. Letztendlich hat sie ihr aber über die Jahre geholfen, auch in Phasen der Depression. Heute hat Nicole diese Angst nicht mehr, weil sie nach so vielen Jahren und den bisherigen Einschränkungen glaubt, noch sehr lange die Mama für ihre mittlerweile 18 Jahre alte Tochter sein zu können. Diese ist natürlich über die Krankheit informiert, aber da es bei ihr keine Anzeichen dafür gibt und MS keine reine Erbkrankheit ist, kann ihre Tochter ein unbeschwertes Leben führen. Damals war Nicole in ein tiefes Loch gefallen, holte sich dann aber Hilfe von einem sehr guten Neurologen, der sie vorerst ein halbes Jahr mit Tabletten eingestellt hatte, die danach nie wieder nötig waren. Sie fühlte sich nach der Diagnose allein mit der Krankheit und hat sich erstmal abgeschottet. Letztendlich ist ihre erste Ehe daran gescheitert. Ihren jetzigen Mann hat sie in der ersten Reha kennengelernt: ein junger Mann sprach sie an, wollte mit ihr Kaffeetrinken und den Nachmittag zusammen verbringen. Da hatten sie nur noch eine Woche Zeit, sind danach aber weiter in Kontakt geblieben und haben sich auch besucht nach seiner Entlassung. Damals saß Nicole noch nicht im Rollstuhl, im Gegensatz zu ihm. Nach einem halben Jahr ist er aus Liebe zu ihr gezogen und sie sind mittlerweile seit 5 Jahren verheiratet. Der Rollstuhl ist nun für beide Helfer, um am Leben teilzunehmen. Die größten Einschränkungen hat Nicole aktuell durch die Fatigue mit Müdigkeit, Abgeschlagenheit sowie Konzentrationsschwierigkeiten und ist eben an den Rollstuhl gebunden. Ängste hat sie aber nicht mehr, sich mit der Krankheit abgefunden und versucht das Beste daraus zu machen. Es war ein langer Weg bis dahin, Aufgeben ist aber keine Option! Mittlerweile ist sie auch auf Unterstützung und Hilfe im Haushalt angewiesen. Ihr Mann übernimmt da viele Dinge, stützt und stärkt Nicole, sie kümmert sich dafür um Anträge u.ä. - beide unterstützen sich also gegenseitig. Sexualität ist nicht mehr so wichtig und einfach, da finden sie andere Wege, die Zweisamkeit zu genießen. Beide wissen die gemeinsame Zeit zu schätzen, führen viele Gespräche, machen keine Kompromisse, haben nie aneinander gezweifelt und lieben, aber streiten sich natürlich auch. Ihren letzten Schub hatte Nicole 2019, wo sie mit einem Rettungswagen in die Klinik gebracht wurde und für mehrere Tage bleiben musste; vorher war allerdings 10 Jahre Ruhe. Bei einem Schub, der plötzlich über Nacht kommen kann, geht dann nichts mehr: zum Beispiel allein aufstehen. In diesem Fall hat sie aber Hilfe von ihrem Mann und ihren Eltern, die sehr nah bei ihr wohnen. Nicole kann heute kaum noch laufen, deshalb ist der Rollstuhl ihr täglicher Begleiter nach diesem großen Schub. Jeder Schub bedeutet Verlust. Sie darf aber nicht ständig darüber nachdenken, ob einer kommt, das nimmt ihr die Freude am Leben. Auf Feiern verzichtet sie größtenteils, trinkt fast keinen Alkohol, isst kein Schweinefleisch, dafür Fisch sowie viel Gemüse und nimmt zusätzlich Vitamin D, ergreift aber nicht mehr jeden Strohhalm. Seit diesem Schub vor 2 Jahren ist es Nicole aufgrund der Fatigue nicht mehr möglich zu arbeiten, was sie vorher aber sehr gerne getan hat. An guten Tagen kann sie schon um 9 Uhr aufstehen und sich auch um die Küche oder Wäsche kümmern; an schlechten allerdings erst gegen 12 Uhr und dann geht auch nicht viel. Sie nimmt viele Medikamente und geht alle 5-6 Wochen in die Klinik für eine Infusion, welche die MS zum Stillstand bringt. Dort trifft sie auch die anderen MSler. Dieser Kontakt und Austausch mit “Leidensgenossen” hilft ihr sehr viel weiter. Ebenfalls wichtig ist ihr Umfeld, was sie immer wieder aufbaut und eine gute Freundin, die auch mal über Tiefschläge hinweghilft. Autofahren kann sie mit einem Automatikwagen und ist somit mobil, den Einkauf müssen allerdings eher ihr Mann oder die Eltern übernehmen. Urlaube sind möglich und die gönnen sich Nicole und ihr Mann auch; toll war u.a. eine Kreuzfahrt. Als positive Aspekte der Erkrankung, soweit man von positiv sprechen kann, sieht Nicole zahlreiche MSler, die zu Freunden geworden sind und wo der Austausch miteinander ihr immens viel gibt, auch Lebensqualität. Außerdem bringen ihr Leistungsschießen und Rollstuhltanzen Spaß und die Anerkennung der Anderen. Fehler hat sie für ihren Verlauf keine gemacht, sehr schnell die Basistherapie mit Medikamenten begonnen und auf lange Sicht ist nach ihrer Meinung auf jeden Fall Vorbeugung wichtig. Nicole rät anderen Betroffenen, nach der Diagnose Ruhe zu bewahren, sich vertrauensvolle Gesprächspartner zu suchen und auch die Seite der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) www.dmsg.de [https://www.dmsg.de/] sowie deren Anlaufstellen zu nutzen. Wichtig ist, seinen eigenen Weg zu finden und das Seelenheil sowie offen damit umzugehen, auch Hilfe von außen anzunehmen. Nichts ist unmöglich, nur, weil man MS hat! Die Behandlung ist heute auf jeden Fall besser als früher, man kann damit alt werden, begleitet von einem guten Arzt und mit entsprechender Medikation. Wie Nicole ihr Leben meistert, ihr Mann sie dabei unter-/stützt und wer ihr “rettender Engel” ist, erfahrt Ihr in der heutigen Sendung. Wollt auch Ihr Gast in meiner Sendung sein, dann schreibt mir einfach unter mail@halbzeitgedanken.de.

14 de jul de 202155 min
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Michaela Rose - Arabesque original

über 40 Jahre GeschichteWir haben uns heute auf den Weg nach Frankfurt gemacht, um meinen heutigen Gast zu besuchen, wie bereits im Interview mit Stefan Wolter besprochen “A wie Arabesque”: die Sängerin und Gründerin von Arabesque, Michaela Rose. Michaela wusste schon als kleines Kind, dass sie entweder Sängerin oder Schauspielerin werden wollte und hatte bereits mit süßen 15 nach einem Vorsingen den ersten Vertrag in der Tasche, auch im Jahr danach den Nachwuchswettbewerb bei “Young Star Records” gewonnen. Dann wollte der Musikverlag “Melodie der Welt” gerne eine Band gründen, in der sie mit 2 weiteren Mädchen ihre Karriere begann. Sie ist in Deutschland geboren, die ersten 6 Jahre in Frankfurt aufgewachsen und hat nach 2 Jahren an der Schweizer Grenze dann in Italien gelebt. Nach Deutschland zurückgekehrt, hatte sie mit Ende 16 den ersten Plattenvertrag, mit der Band Arabesque im Studio viel Musik aufgenommen und ist damit auf Tour gegangen. Bei der Musikmesse “Midem” in Cannes wurde die Band vom Japaner Katsu Mikita entdeckt, als sie ihren Song “Hello Mr. Monkey” spielte. Der wurde dann ein Hit in Japan, war dort 42 Wochen auf Platz 1 in den internationalen, aber auch nationalen Charts! In Japan haben sie 5000er Hallen gefüllt auf Tour, auf Diskothekentouren in Deutschland allerdings vor weit weniger Publikum gespielt. Vermisst in der Jugend hat sie nichts, wollte immer ihr eigenes Geld verdienen und nicht abhängig sein. Die Mädchen waren jung und hatten Spaß miteinander, diese Unbeschwertheit durften sie in den 70er/80er haben. Arabesque hat 30 Mio. Tonträger verkauft und Michaelas ganzer Stolz ist ein Spezial “ABBA vs. Arabesque” mit jeweils 5 LPs, Fotos und Texten, denn sie hatten in Japan den gleichen Stellenwert wie ABBA! Ihre Goldenen Schallplatten an der Wand sind ihr Lebenswerk. In Deutschland war Arabesque nicht ganz so bekannt, der Titel “marigot bay” aber immerhin auf Platz 8 und hr4 spielt Arabesque täglich. Michaela war immer für die Kostüme zuständig und ist das Ursprungsmitglied der Band, letztendlich waren sie aber nur 7 Jahre zusammen in der Endformation. Kontakt besteht nur sporadisch zu den anderen, außer privater und enger zu Sandra. Bei einem Festival in Moskau, was jährlich stattfand, spielte Arabesque vor 30.000 Zuschauern und sonst bei Open Airs auch vor 10.000 bis 15.000 Leuten, war viel in Russland unterwegs. Arabesque gab es bis Ende 84, weil dann die Disco-Ära endete; NDW, New Wave oder eine andere Richtung waren keine Alternativen und es gab auch damals Schicksalsschläge. Michaela hat dann erstmal ihre spirituelle Seite ausgelebt und hatte auch Zukunftsvisionen. Ihr damaliger Lebensgefährte, der Jazzmusiker war, hat sie wieder für Musik begeistert und 2006 geschah das Wunder, als sich ein russischer Agent meldete. Mittlerweile gibt es ihre Besetzung von Arabesque mit verschiedenen Damen, die sie nach dem Humor-Level auswählt, welche aber auch ein Gespür und eine Herzensbildung haben sowie natürlich auch Tanzen und Singen können müssen. Das Gesamtpaket muss stimmen, sie müssen eingespielt sein und miteinander agieren können! Michaelas großer Wunsch ist es, wieder dem Beruf nachgehen zu können. Sie braucht das Publikum und die Emotionen. Außerdem würde sie sich freuen, einen netten Mann zu finden im ähnlichen Alter, der bodenständig ist, Humor hat, großzügig, weltoffen und reisefreudig ist; er muss sie auch auf Händen tragen! Früher war sie angstbesetzt, hat heute aber keine Ängste mehr - “man muss an den Ursprung”. Die Jahre auf der Bühne haben sie entwickeln lassen und Reisen geprägt, in der dunklen Zeit ihres Lebens über Wasser gehalten und ihr Ruhe gegeben, die Ängste sowie Nervosität genommen. Am 02.07.2021 erscheint ein Titel von Arabesque im neuen Sound in Zusammenarbeit mit einem sehr renommierten russischen DJ. Es wird auch weitergehen mit Konzerten, anderen Projekten und Ende Februar 2022 mit 3 Terminen auf einem Festival in Deutschland. Michaela wird auch weiter mit den spirituellen Dingen unterwegs sein. Wie es zu dem Bandnamen kam, was ein peinlicher Moment war und warum sie eher “naturstoned” ist, erfahrt Ihr in der heutigen Sendung. Wollt auch Ihr Gast in meiner Sendung sein, dann schreibt mir einfach unter mail@halbzeitgedanken.de.a [mailto:mail@halbzeitgedanken.de.a]

22 de jun de 202157 min