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Faktencheck – Jeffrey Sachs’ Kritiken an Deutschlands Außenpolitik Teil 2

13 min · 13 de jun de 2026
Portada del episodio Faktencheck – Jeffrey Sachs’ Kritiken an Deutschlands Außenpolitik Teil 2

Descripción

Die Berliner Zeitung [https://www.berliner-zeitung.de/article/jeffrey-sachs-an-bundeskanzler-merz-verhindern-sie-offenen-krieg-mit-russland-10038620], die Weltwoche [https://weltwoche.de/daily/europa-und-russland-schlittern-in-einen-offenen-krieg-offener-brief-von-us-oekonom-jeffrey-sachs-an-bundeskanzler-merz/] und die NachDenkSeiten [https://www.nachdenkseiten.de/?p=151538] veröffentlichten im Zeitraum von Ende Mai bis Anfang Juni einen Offenen Brief des für kritische Analysen der internationalen Politik bekannten US-Ökonom Jeffrey D. Sachs an Bundeskanzler Merz. Mit dem zweiten Brief unterstreicht Sachs die absolut dringende Handlungsnotwendigkeit, einen immer wahrscheinlicher werdenden Krieg zwischen EU-Europa/europäischen Weiterlesen [https://www.nachdenkseiten.de/?p=152157]

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Wer sich über Infantino echauffiert, darf auch zu Merz nicht schweigen

Die Aufregung war größtmöglich. Wie kann es sein, dass FIFA-Chef Gianni Infantino vor Donald Trump kuscht und die FIFA-Regeln im Sinne des US-Präsidenten ein wenig flexibler interpretiert? Die bessere Frage wäre: Wie kann es sein, dass irgendwer in Deutschland diese Frage ernsthaft stellt? Es ist natürlich einfach, sich über den servilen FIFA-Gnom zu echauffieren. Im Fußball würde man von einer Steilvorlage sprechen. Was aber ist mit den nicht minder servilen Friedrich Merz, Mark Rutte und Ursula von der Leyen, die Trump ebenfalls bei jeder sich bietenden Gelegenheit in den Allerwertesten kriechen? Immerhin geht es in diesen Fällen um Dinge, die weitaus wichtiger als eine Rote Karte im Fußball sind. Doch da gibt es nur dröhnendes Schweigen. Ein Kommentar von Jens Berger. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Es gibt im Leben und im Fußball Geschichten, die sind so skurril, dass man sie zunächst für einen nicht mal originellen Witz hält. Dazu gehört die gestrige Pressemeldung [https://www.bild.de/sport/fussball/wm-2026-sogar-blatter-ist-fassungslos-ueber-infantino-eklat-6a4b5fc77bfb3e5e95d170e5], dass ausgerechnet der nunmehr 90-jährige Ex-FIFA-Boss Sepp Blatter sich öffentlichkeitswirksam Sorgen um die Integrität der FIFA unter seinem Nachfolger Gianni Infantino macht. Wer Blatter nicht kennt – das ist der Mann, der von der FIFA-Ethikkommission – allein dieser Begriff ist ja bereits ein Oxymoron – wegen seiner dubiosen Geschäfte zu sechs Jahren Sperre [https://www.spiegel.de/sport/fussball/fifa-reduziert-sperren-von-blatter-und-platini-auf-sechs-jahre-a-1079143.html] für alle mit dem Fußball verbundenen Tätigkeiten verurteilt wurde. Das ist ungefähr so, als würde sich die CSU über die Vetternwirtschaft der AfD aufregen. Lesen Sie dazu auch: Jens Berger – Schafft die Fifa ab! (Teil 1 [https://www.nachdenkseiten.de/?p=21995], Teil 2 [https://www.nachdenkseiten.de/?p=22012] und Teil 3 [https://www.nachdenkseiten.de/?p=22033]) Die FIFA ist so korrupt, wie Wasser nass ist. Und Gianni Infantinos Unterwürfigkeit gegenüber Donald Trump ist ja ebenfalls kein Geheimnis [https://www.nachdenkseiten.de/?p=143302]. Dass Trump nun seinen Buddy „Johnny“ angerufen und eine Aufhebung der Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun gefordert hat, sollte daher eigentlich niemanden so wirklich überraschen. Trump macht Trump-Sachen und Infantino macht Infantino-Sachen. Das kann und muss man kritisieren. Nun so zu tun, als falle man vor Überraschung aus allen Wolken, ist jedoch bestenfalls naiv und schlimmstenfalls verlogen. Aber in Sachen Verlogenheit sind „wir“ ja in der Tat, anders als im Fußball, Weltspitze. Bleiben wir doch ruhig zunächst auf fußballerischem Gebiet. Es ist ja beileibe nicht so, dass der Fall Balogun nun ein qualitatives Novum wäre. Wir drehen die Uhr zurück: Im November letzten Jahres verkürzte [https://www.espn.com/soccer/story/_/id/47096172/portugal-cristiano-ronaldo-escapes-world-cup-ban-red-card-ireland] die FIFA die Rotsperre des Megastars Ronaldo von drei Spielen auf ein Spiel und setzte den Rest der Sperre zur Bewährung aus, sodass er bei der WM von Anfang an kicken kann. Nun gut, es ist unwahrscheinlich, dass dies auf Anweisung des portugiesischen Präsidenten geschah. Dass die Sponsoren und Rechteverwerter hier interveniert haben, ist jedoch hochwahrscheinlich. Sauberer Fußball? Ach was. Wenn es um den großen Kommerz geht, dehnt man bei der FIFA gern die eigenen Regeln bis ins Unendliche. Darüber regt sich aber vor allem im sauberen Europa keiner mehr auf. Oder habe ich den lauten Protest europäischer Fußballfunktionäre gegen die Aufhebung der Ronaldo-Sperre nur überhört? Aber was rede ich da. Ronaldo ist ja ein Europäer, also im Grunde „einer von uns“. Und wer es noch nicht weiß: „Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel!“ So formulierte es [https://www.bild.de/sport/fussball/wm-2026-brandrede-von-klopp-gegen-trump-und-infantino-6a4adf340b14ed961bb5325a] gestern nonchalant die Lichtgestalt des deutschen Fußballs, der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp. Dieser Ausspruch ist unfreiwillig komisch, wenn man bedenkt, dass Klopps offizielle Berufsbezeichnung immer noch „Head of Global Soccer“ [https://rbleipzig.com/de/news/juergen-klopp-head-of-global-soccer-red-bull-rb-leipzig] bei Red Bull ist – einem österreichischen und asiatischen Milliardären gehörenden Brause- und Sportimperium, das wie kein anderes für die Kommerzinteressen im Fußball steht. Gute Käuflichkeit, schlechte Käuflichkeit. Da haben wir’s. Wenn sich Milliardäre den Fußball unter den Nagel reißen, ist das also „unser Spiel“. Wenn sich korrupte Funktionäre den Fußball unter den Nagel reißen, aber nicht. Das kann man so sehen, aber das macht die Sache dann auch nicht besser. Dass unsere Medien zu diesen Widersprüchen schweigen, ist ebenfalls nicht wirklich verwunderlich. Kritisch geht es beim Fußball wie in der Politik ja nur zu, wenn es Gratismut zu verteilen gibt. Und was ist leichter und dankbarer, als sich über Gianni Infantinos Unterwürfigkeit gegenüber Donald Trump zu mokieren? Doch wo waren unsere ach so kritischen Medien eigentlich, als Friedrich Merz im Weißen Haus eine Schleimspur, breiter als der Strafraum im Fußballstadion, hinterließ? Ach ja, das war ja in den Worten des SPIEGEL „Krisendiplomatie“ [https://www.nachdenkseiten.de/?p=137398]. Ist Friedrich Merz im Grunde nicht auch nur ein etwas größerer Infantino mit etwas mehr Haaren auf dem Kopf? Und was ist mit dem NATO-Generalsekretär Mark Rutte? Im Vergleich zu dem Niederländer, der das Trump-Umschleimen so meisterlich wie Ronaldo die Schwalbe im Strafraum beherrscht, geht Gianni Infantino ja glatt als charakterstarker Ehrenmann mit Rückgrat durch. Und die kritischen deutschen Medien? Die verbrämen das, was Martin Sonneborn zu Recht als „astreine Arschkriecherei“ [https://www.instagram.com/p/DLShwGtIkZV/] bezeichnet hat, als „Verhandlungsgeschick“ [https://www.nachdenkseiten.de/?p=137398]. Wäre Infantino NATO-Generalsekretär, würde der SPIEGEL das sicher auch für ihn attestieren. Und was ist mit Ursula von der Leyen? Deren Unterwürfigkeit und Prinzipienlosigkeit gegenüber den USA sind ja legendär und im Handelsstreit mit den USA kapitulierte sie dann auch auf ganzer Linie [https://www.nachdenkseiten.de/?p=135974] vor dem „Dealmaker“ aus Washington. Korruption? Unfähigkeit? Vasallentum? Nennen Sie es, wie Sie es wollen – einen qualitativen Unterschied zwischen von der Leyen und Infantino kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Es gibt jedoch einen großen Unterschied zwischen Infantino und seinen Ebenbildern aus der deutschen und europäischen Politik. Wenn Infantino den Bückling gegenüber Trump macht, geht es um so banale Dinge wie einen albernen „FIFA-Friedenspreis“ oder Rote Karten im Fußball. Bei den Kotaus von Merz, Rutte und von der Leyen geht es um Billionen, unsere Zukunft und, wenn es hart auf hart kommt, um Krieg oder Frieden. Das sollte man nicht gleichsetzen. Infantino mag ein glatzköpfiger korrupter Gnom sein. Die Auswirkungen seiner charakterlichen Defizite auf unser Leben sind marginal. Daher ist die allgegenwärtige Kritik an ihm auch wohlfeil. Merz, Rutte und von der Leyen treffen jedoch Entscheidungen, die für unser Leben elementar sind. Wer hier keine scharfe Kritik übt, ist selbst nicht besser als die Infantinos dieser Welt und zeichnet sich vor allem durch Unterwürfigkeit gegenüber den Mächtigen aus. Titelbild: Screenshot Magenta Sport via YouTube[http://vg07.met.vgwort.de/na/e9cd09d845514714b87b91080fcf6b38]

7 de jul de 20267 min
episode Attacken gegen Journalisten: „Faschisten mit einem Presseausweis sind immer noch Faschisten“ artwork

Attacken gegen Journalisten: „Faschisten mit einem Presseausweis sind immer noch Faschisten“

Die Angriffe bei den Anti-AfD-Protesten vom Wochenende auf Journalisten von Apollo News sind scharf zu verurteilen. Umso skandalöser sind einige Reaktionen auf die Vorfälle. Ein Kommentar von Tobias Riegel. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Während der Versuche, den AfD-Parteitag am Wochenende zu blockieren, waren drei Journalisten des rechten Online-Portals Apollo News nach eigenen Angaben von Demonstranten „gejagt und zusammengeschlagen“ worden. Darüber berichtet etwa die Welt in diesem Artikel [https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a48ee89ad32e994f875b3fe/afd-bundesparteitag-verpisst-euch-drei-reporter-in-erfurt-gejagt-und-zusammengeschlagen.html], ein Video des Vorfalls zeigt Bild hier [https://www.youtube.com/watch?v=t7w3bj1q8M4]. Prinzipienlos – und auch noch stolz darauf Die Angriffe sind skandalös und müssen einfach nur eindeutig verurteilt werden. Und das gerade dann, wenn man sonst permanent Phrasen von Meinungsfreiheit und Demokratie im Mund führt. Darum sind die Reaktionen von Organisatoren der Proteste gegen den AfD-Parteitag (Bündnis „Widersetzen“) ein Skandal im Skandal: Auf einer Pressekonferenz wurden die Fragen des betroffenen Mediums Apollo News zunächst gar nicht akzeptiert, erst als Journalisten anderer Medien nachhakten, ließ man sich zu einer Reaktion herab. Und in dieser Reaktion wurden die Angriffe auf Journalisten dann nicht etwa verurteilt, sondern mit dem Satz indirekt verteidigt, „auch FaschistInnen mit Presseausweis“ seien „FaschistInnen“. Dazu applaudierten dann auch Teile des Podiums. Prinzipienlos und auch noch stolz darauf – schließlich trifft es doch in der Gedankenwelt der Aktivisten die „Richtigen“, da kann man schon mal eine Ausnahme machen, was die Prinzipien Gewaltverbot und Pressefreiheit angeht: Diese fatale und strikt abzulehnende Haltung wird etwa in diesem Ausschnitt der Pressekonferenz [https://www.facebook.com/100027626166440/videos/pcb.2143671266563725/1648407209589065] deutlich. Das Medium Euronews zitiert [https://de.euronews.com/my-europe/2026/07/05/angriffe-reporter-linksaussen-bundnis-gewalt-afd-parteitag] außerdem einen Aktivisten mit dieser martialischen Kampfansage: > „An alle Parteien, insbesondere CDU und BSW: Das hier ist unsere explizite Warnung! Wenn ihr es wagt, den Faschist*innen an die Macht zu helfen, macht ihr euch zu unserem nächsten Aktionsziel.“ Blockaden von Parteitagen sind antidemokratisch In diesem Kommentar werden allgemein die Prinzipien Gewaltfreiheit und Pressefreiheit verteidigt – dass man sich damit nicht mit konkreten journalistischen Inhalten von Apollo News identifiziert, ist selbstverständlich. Noch allgemein zu den Anti-AfD-Protesten vom Wochenende: Versuche, Parteitage zu „blockieren“, also zu verhindern, lehne ich prinzipiell ab: Das ist antidemokratisch, egal mit welchen Phrasen man das schmückt. Das gilt für die Parteitage aller nicht verbotenen Parteien. Auch bei den Grünen wäre es skandalös, wenn aggressive Demonstranten die Delegierten daran hindern wollten, dass sie ihr verbrieftes demokratisches Recht wahrnehmen, nur weil ihnen die politische Ausrichtung nicht in den Kram passt. Selbstverständlich ist es ebenso zu verurteilen, wenn Rechte auf ihren Demos Journalisten physisch angreifen. Außerdem: Mit der ausbleibenden Verurteilung der Attacken auf Journalisten haben Organisatoren der AfD-Proteste (schon wieder) den eigenen „Kampf gegen Rechts“ ins Absurde geführt. Bizarre Szenen wie die von der oben verlinkten Pressekonferenz der Aktivisten haben die AfD sehr wahrscheinlich wieder ein Stück stärker gemacht. Angriffe werden verurteilt Während nun das unsägliche Zentrum für Politische Schönheit auf die Angriffe auf Journalisten vom Wochenende einmal mehr unsäglich reagiert [https://apollo-news.net/fallen-nicht-unter-pressefreiheit-zentrum-fr-politische-schnheit-stellt-schutz-von-apollo-news-infrage/] und auch Anja Kohl (ARD) einmal mehr von der Situation überfordert ist [https://apollo-news.net/ard-journalistin-anja-kohl-fordert-von-afd-distanzierung-von-angriffen-auf-apollo-news-reporter/], verurteilen immerhin auch einige etablierte Journalisten die Angriffe, wie Apollo News hier [https://apollo-news.net/ekelhafte-ausschreitungen-zahlreiche-journalisten-verurteilen-brutalen-angriff-auf-apollo-news-reporter/] berichtet. Das unterscheidet diesen Fall vom Fall des von der EU sanktionierten deutschen Journalisten Hüseyin Dogru [https://www.nachdenkseiten.de/?p=151147], der von skandalösem Schweigen begleitet wird. Titelbild: siam.pukkato / Shutterstock[https://vg08.met.vgwort.de/na/c33f25dddb97417d9f03ef07eb5272b6]

7 de jul de 20264 min
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Die USA waren während eines ganzen Drittels ihrer Existenz Besatzungsmacht in Deutschland

Zurzeit feiern die US-Amerikaner und mit ihnen eine große Zahl von Gefolgsleuten überall auf der Welt 250 Jahre USA. Am 4. Juli 1776 hatten Vertreter der britischen Kolonien in Amerika die Unabhängigkeit von Großbritannien erklärt. Ende 1941 sind die USA in den Zweiten Weltkrieg eingetreten und haben so geholfen, uns von den Nationalsozialisten zu befreien. Das war eine bemerkenswerte Tat. Wir haben allen Grund, dafür dankbar zu sein. Albrecht Müller. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Dass die USA immer noch hier sind, ist allerdings kein Grund zur Freude, sondern eher ein Grund zur Sorge. Zunächst einige Hinweise und Informationen zur US-Präsenz: Das Folgende ist eine Übersicht über US-amerikanische Stützpunkte in Deutschland. [https://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/260706-us-basen.jpg]https://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/260706-us-basen.jpg Dabei geht es nicht um Belangloses. Zum Beispiel: Im bayerischen Grafenwöhr gibt es einen großen Truppenübungsplatz, im rheinland-pfälzischen Büchel lagern Atomwaffen, über das pfälzische Ramstein werden Drohnen zum Einsatz in Europa und in Afrika koordiniert, im pfälzischen Landstuhl befindet sich das größte US-Militärkrankenhaus außerhalb der Vereinigten Staaten, in Stuttgart und Wiesbaden arbeiten wichtige US-amerikanische Kommandostationen. Übrigens: Der Gründungsort der NachDenkSeiten, Pleisweiler zwischen Karlsruhe und Pirmasens, ist umzingelt von US-Stützpunkten. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden über meiner Heimatstadt Heidelberg Flugblätter abgeworfen. Darauf hieß es: > Heidelberg wollen wir schonen, > denn darin wollen wir wohnen. So war’s dann auch. Die US-Streitkräfte verließen Heidelberg erst in den Jahren 2012 und 2013. Die Tatsache, dass die US-Streitkräfte in Deutschland und darüber hinaus vielfältig stationiert sind, macht uns zum Komplizen militärischer Einsätze der USA in Europa, im Nahen Osten und in Afrika. Das ist eine gefährliche Situation. Deshalb gibt es für uns keinen Grund, die Gründung und damit die Existenz der USA zu feiern. P. S.: Über die historischen Abläufe und über die unglückliche und verhängnisvolle Rolle des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer habe ich auf den NachDenkSeiten vor einiger Zeit schon berichtet. Siehe hier: Rede des späteren Bundespräsidenten Gustav Heinemann vom 23. Januar 1958 [https://www.nachdenkseiten.de/?p=108318]. Titelbild: Beowulf Tomek / commons.wikimedia.org [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ramstein_Air_Base.jpg] / Creative Commons [https://en.wikipedia.org/wiki/en:Creative_Commons] Attribution-Share Alike 4.0 International [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en]

Ayer3 min
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„Wenn russische Soldaten die Grenze überschreiten“: Ein Propaganda-Artikel aus der „Welt“

„Wenn russische Soldaten die Grenze überschreiten, ist es längst zu spät“ – so lautet die Überschrift eines aktuellen Welt-Artikels [https://www.welt.de/politik/ausland/plus6a44d06d88b80dfa50d9349a/nato-wenn-russische-soldaten-die-grenze-ueberschreiten-ist-es-laengst-zu-spaet.html?source=puerto-reco-2_ABC-V50.5.B_schlagzeilen]. Darunter befindet sich ein Bild vom Reichstag in Berlin. Ein großes Fadenkreuz ist direkt auf die Kuppel des Reichstags gerichtet. Stimmungsmachend, manipulierend, propagandistisch: Der Journalismus bleibt auf der Strecke. Ein Kommentar von Marcus Klöckner. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Die Welt hat ihre „International Security Correspondent“ (internationale Sicherheitskorrespondentin) in den Malkasten greifen lassen. Die Journalistin zeichnet ein Bild, dessen Konturen sich aus dem Reich der Fantasie speisen. „Wenn russische Soldaten die Grenzen überschreiten …“, heißt es in der Überschrift. Und: „Sollte Russland die Nato angreifen …“, steht sogleich in der ersten Zeile des Beitrags. Es folgen immer wieder die Worte „wäre“, „würde“, „könnte“, „müsste“ usw. Je nach Zählweise lässt sich leicht auf etwa 30 Konjunktiv-, also Möglichkeitsformen kommen. Die Möglichkeitsform ist der Kit für diesen Artikel – neben einer Ideologie, die auf die Mär von der russischen Bedrohung baut. Wenn russische Soldaten … Der Autorin möchte man sagen: Wenn der Hund nicht geschissen hätte, hätte er den Hasen gekriegt. Aber das Thema ist zu ernst, um darüber zu lachen. Ob sich irgendjemand in der Redaktion jemals gefragt hat, woher diese Grundannahmen von einem angeblich möglichen russischen Angriff kommen? Wer hat sie in die Welt gesetzt? Welche Ideologie und welche Interessen verfolgen diese Personen und „Kreise“? Wer mit Fragen dieser Art überfordert ist, hat sich vielleicht wenigstens die Frage gestellt: Welchen Sinn soll denn überhaupt ein solcher Angriff Russlands auf die NATO oder gar auf Deutschland – wie das Titelbild unterstellt – ergeben? Russland greift die NATO an? Wozu? Um einen heißen 3. Weltkrieg zu entfachen? Um die große Gefahr einer sofortigen nuklearen Eskalation einzugehen? Um ganz Europa oder „wenigstens“ die EU zu unterjochen? Jene EU mit alleine 24 Amtssprachen, mit 450 Millionen Bürgern, mit vielen unterschiedlichen Mentalitäten? Was wollte Russland im unwahrscheinlichen Falle eines „Sieges“ mit diesem Europa anfangen? Sich mit Partisanen und der Verwaltung von Menschen rumschlagen, die kein Russisch sprechen? Jede Wette: In der Welt-Redaktion hat sich noch niemand diese Fragen gestellt – geschweige denn frei von der Ideologie der Kalten Krieger beantwortet. Es ist wirklich bemerkenswert, wie viel Energie die Zeitung darin steckt, darüber nachzudenken, was mit der „Drehscheibe“ Deutschland im Falle eines Krieges los wäre. In derartigen Planspielen mögen Militärs ihre Befriedigung finden. Journalisten aber haben die Politik der Aufrüstung und der Konfrontation kritisch zu hinterfragen – und nicht den publizistischen Kit für die Szenarien zu liefern, von denen so mancher politische Hardliner zu träumen scheint. Titelbild: Bundeswehr / Bruno Haelke[http://vg07.met.vgwort.de/na/15c7db784c504eab861206b2093d3654] Mehr zum Beitrag Leserbriefe zu “„Wenn der Tag kommt, werden wir gemeinsam kämpfen“ – Medien transportieren kritiklos die Sprache der Eskalation“ und „„Wenn russische Soldaten die Grenze überschreiten“: Ein Propaganda-Artikel aus der „Welt“ [https://www.nachdenkseiten.de/?p=153304]

2 de jul de 20264 min
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Adieu, lächerlicher Tankrabatt – wie wäre es mal mit einem Preisdeckel?

12 Uhr mittags. Früher dachten filmbegeisterte Bürger bei dieser Uhrzeit an einen amerikanischen Western. Jetzt ist die Mittagszeit hierzulande eingebunden in eine sogenannte 12-Uhr-Regel, die an der Tankstelle gilt und festlegt, dass der Preis für Kraftstoffe genau dann und nur dann für den Tag erhöht werden darf. Dem nicht genug: Der Erfinder der Regel, Vater Staat, hatte generös zu dieser Maßnahme einen „Tankrabatt“ für autofahrende Bürger eingeführt, der zu einer Entlastung des Geldbeutels beitragen sollte. Dieser Entlastungsrabatt, wie sich herausstellte einer ohne wirkliche Kraft, ist seit dem 1. Juli Geschichte. Überall ist so seit den vergangenen Tagen und aktuell weiter deutlich zu erleben, wie die Mineralölkonzerne und ihre folgenden Unternehmen ungeniert ihre Monopolstellung ausnutzen und noch etwas mehr Kasse machen. Was macht der Staat, was macht das Kartellamt, was machen Lobbyisten wie der ADAC? Sie warnen, mahnen, empfehlen und tun doch nichts – jedenfalls nichts für die Bürger. Dabei gäbe es Möglichkeiten. Ein Kommentar von Frank Blenz. Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Tagesschau-Publikum bekommt Seifenoper serviert Wie schön an wahren Ursachen eines Skandals vorbeigeredet und zudem von den öffentlich-rechtlichen Medien dem Bürger verkauft wird, dass das halt so ist, wie es ist, erlebt Bürger am miesen Spiel der Mineralölkonzerne und derer, die das decken. Der „Tankrabatt“ ist Geschichte, eine Maßnahme, die in Medien zusammenfassend als wenig nützlich für die Verbraucher eingeschätzt wird. Immerhin etwas mehr als 30 Euro sollen durch den staatlich festgelegten Rabatt gespart worden sein, feiern Befürworter. Immerhin. Nun ist alles wieder so wie zuvor, und schon melden sich gewichtige Persönlichkeiten wie der Chef des Bundeskartellamts, der zumindest einräumt, dass der Rabatt „nicht ganz“ bei uns Autofahrern ankam. Pech. Mehr noch, wie er sich einsetzt und alles schön im Konjunktiv formuliert und sogar warnt, davor müssen sich die Konzernbosse fürchten, oder nicht? Die „Tagesschau“ meldet: > Angesichts der erwarteten Entwicklung warnte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, die Mineralölbranche vor unverhältnismäßig hohen Preisaufschlägen. Unternehmen dürften die Situation nicht dazu nutzen, Preiserhöhungen vorzunehmen, die sich sachlich nicht rechtfertigen ließen, so Mundt. Entsprechenden Hinweisen werde man nachgehen. Seine Behörde ist zudem zum Schluss gekommen, dass der Tankrabatt nicht ganz beim Verbraucher ankam. Der Tankrabatt sei zwar bei den Kunden angekommen. „Aber er ist aus unserer Sicht eben nicht zu 100 Prozent weitergegeben worden”, sagt er. Zu genauen Zahlen wollte Mundt auf Nachfrage nichts sagen. „Ich kann das noch nicht präzisieren, weil wir die Zahlen der letzten Tage noch nicht validiert haben.” Staatstreue, dem die entfesselte Marktwirtschaft schätzenden „Tagesschau“-Seher wird das sicher genügen, was Präsident Mundt so wegarbeitet. Man dürfe Situationen nicht nutzen, man werde Hinweisen nachgehen. Soso. Auch der Kollege aus dem Verkehrsministerium ist heftig am Wirken, denn der mahnt gleichfalls: > Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder warnte die Mineralölkonzerne mit Blick auf mögliche Preissteigerungen an den Tankstellen. Die Seifenoper ist eine ganz geniale, eine spannende, eine, bei der Sieger und Verlierer feststehen und das Publikum am eigenen Leib erlebt, wie das Spiel geht, wenn keiner den Akteuren echte Regeln auferlegt. Warnen, das ist ja schon mal eine Ansage von Lobbyisten und Regierung. Was juckt es die andere Seite. Da wird ordentlich bei den Konzernen getrickst und gerechnet und vorab sind die Spritpreise bereits angehoben worden, worüber auch die „Tagesschau“ berichtet inklusive Krokodilstränen vonseiten des Autofahrer-Lobbyisten ADAC: > Auch mit Tankrabatt waren zuletzt die Spritpreise gestiegen. Am Dienstag ging es bei Diesel im bundesweiten Durchschnitt um 24 Cent pro Liter nach oben, bei E10 um 20,3 Cent, wie der ADAC mitteilte. „Der aktuelle Anstieg der Kraftstoffpreise ist aus Sicht des ADAC nicht gerechtfertigt”, kritisiert der Verkehrsclub. „Der Rohölpreis steigt aktuell nicht.” > > (Quelle: Tagesschau [https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/ende-tankrabatt-102.html]) Konzerne in die Schranken weisen mit einer Übergewinnsteuer? Ach nee Von wegen soziale Marktwirtschaft, von wegen Wettbewerb, von wegen Verantwortung und gute Politik. Die Ölkonzerne haben eine grandiose Monopolstellung, die meiner Meinung nach nicht infrage gestellt wird. Diese nicht gerechtfertigte Position der Konzerne wird nicht durch einen fairen Wettbewerb relativiert, einen mit fairen Regeln, die allen Beteiligten Rechnung tragen – denen, die eine Ware anbieten und die damit durchaus Geld verdienen sollen, und denen, die die Ware kaufen. Das muss zu fairen Konditionen geschehen. Doch das ist gegenwärtig nicht Realität. Rabatte, 12 Uhr und etwas Protest aus diversen Führungsetagen der Republik müssen reichen. Was eine Monopolstellung dann eben möglich macht, sind Einnahmen, die ohne eine Mehrleistung eingestrichen werden können. So finden sich auf der Seite „transportenvironment.org“ ernüchternde Sätze von „Transport & Environment“ [https://www.transportenvironment.org/te-deutschland/articles/neue-prognose-oelkonzerne-werden-24-milliarden-euro-uebergewinn-auf-kosten-von-europaeischen-autofahrenden-machen], europäischer Dachverband für sauberen Verkehr und Energie: > Die großen Ölkonzerne werden in Europa in diesem Jahr voraussichtlich 24 Milliarden Übergewinn durch den Konflikt im Nahen Osten erzielen. Das zeigt ein neuer Tracker von T&E. Bereits jetzt haben die Ölkonzerne 1,3 Milliarden Euro Übergewinn erzielt, so die Analyse. T&E fordert von der EU eine Steuer für Übergewinne. Die eingenommenen Mittel sollten dafür eingesetzt werden, Europäerinnen und Europäer für künftige Ölkrisen abzusichern. > > Sebastian Bock, Geschäftsführer bei T&E Deutschland, sagt: „Wieder einmal klingeln die Kassen der Ölkonzerne zulasten der breiten Bevölkerung. Die Ölriesen tun alles in ihrer Macht, um Europa so lange wie möglich von fossilen Brennstoffen abhängig zu machen. Die Bundesregierung darf hier nicht tatenlos zuschauen. Wir brauchen dringend eine Übergewinnsteuer, deren Einnahmen in die E-Mobilität und erneuerbare Energien investiert werden.“ Das Wort „Übergewinnsteuer“ fällt. Was spricht für eine solche Steuer? Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes e. V. (vzbv), kommt in der „Tagesschau“ zum Zug. Und doch sagt sie lediglich, dass die Konzerne nicht dürfen, obwohl sie weiß, dass sie es trotzdem tun: > „Die Mineralölkonzerne dürfen die Krise nicht ausnutzen und auf dem Rücken der Verbraucherinnen und Verbraucher Extragewinne einfahren.” Wenn ein Teil der Zusatzgewinne abgeschöpft wird, kann der Staat damit zudem Entlastungen für Verbraucher oder Unternehmen gegenfinanzieren – und das, ganz ohne neue Schulden aufnehmen zu müssen. Schließlich noch ein Vorschlag, der doch machbar sein muss? Der Tankpreisdeckel Von der saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger las ich, dass sie die Bundesregierung auf staatliche Obergrenzen für den Benzinpreis und eine Absenkung der Mehrwertsteuer gedrängt hatte. Mehr noch, sie forderte, dass Deutschland staatliche Preisobergrenzen festlegen sollte. Derlei Obergrenze, ich nenne sie mal „Tankpreisdeckel“, gibt es in Europa in verschiedenen Ländern wie Polen, Luxemburg, Belgien. In Tschechien wird täglich eine staatliche Höchstpreisgrenze festgelegt. Konzerne dürften zusätzlich maximal zehn Cent pro Liter als Marge draufschlagen. Einwände folgen hierzulande sofort, ausgerechnet vom Autofahrerlobby-Verband ADAC, der einen staatlichen Tankpreisdeckel ablehnt, da dieser angeblich zu Versorgungsengpässen, Umgehungseffekten und höheren Durchschnittspreisen führen würde. Dagegen kommt der gute ADAC mit seinem Dauerinstrument um die Ecke: dem Preisvergleich [https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/kraftstoffpreise/]. Das sei das „bessere, freie Instrument, da er den Wettbewerb stärkt und Preisunterschiede von bis zu 10 Cent pro Liter ausnutzbar macht“. Frage: Was macht Fahrer, wenn jede Tankstelle ausschließlich teures Benzin verkauft und Vergleiche sinnlos sind? Das Auto stehen lassen? Fazit: Es bleibt, wie es ist – die Konzerne machen weiter wie gehabt Zum 1. April gab es in Berlin angesichts der hohen Benzinpreise ein wichtiges Treffen, die Regierung hatte Wirtschaft und Gewerkschaften geladen und dabei auch die Rolle des Kartellamtes hervorgehoben. Tatsächlich „legte“ das Amt danach gleich los. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts lobte: Schnell, unbürokratisch und sehr effizient hätte seine Behörde die neuen Instrumente in die Hand genommen. Richtig kraftvoll wurde ein „Ersuchen“ [https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/spritpreise-bundesregierung-bundeskartellamt-100.html] an die Ölkonzerne geschickt: > „Wir haben zum 1. April ein Schreiben an die Mineralölindustrie gesandt mit dem Auskunftsersuchen, warum die Preise in Deutschland so stark und so schnell gestiegen sind, warum der Diesel so sehr viel teurer geworden ist.” Ob Andreas Mundt der Sache dienliche Informationen auf sein Auskunftsersuchen erhalten hat? Wer weiß es. Trotz des sicher immensen Engagements scheint es so zu bleiben, wie es ist: Die Konzerne arbeiten eben auch sehr schnell, unbürokratisch und effizient. Und der „Tagesschau“ bleibt nur die Schlagzeile: „Sorge vor dem Preissprung um 12 Uhr“. Und das Publikum erfährt, dass mit dem Ende des Tankrabatts die Spritpreise weiter steigen könnten. Denn bereits am Dienstag waren Benzin und Diesel deutlich teurer geworden. Ohne die 17-Cent-Steuerentlastung dürfte sich dieser Trend um 12 Uhr fortsetzen. Was für eine Seifenoper. Titelbild: Rabizo Anatolii / shutterstock.com

2 de jul de 202610 min