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Flüsse mit Niedrigwasser: Welche Probleme hat die Binnenschifffahrt dadurch?

4 min · 14 de jul de 2026
Portada del episodio Flüsse mit Niedrigwasser: Welche Probleme hat die Binnenschifffahrt dadurch?

Descripción

Der Mittelrhein besteht gerade zu einem beachtlichen Teil aus Land: aus Sand- und Kiesbänken. Sehr früh im Jahr gibt es extremes Niedrigwasser [https://www.bafg.de/DE/5_Informiert/2_Publikationen/Niedrigwasserbericht/niedrigwasserbericht_node.html], was die Binnenschifffahrt schwierig macht. Dominik Mnich, selbstständiger Binnenschiffer, musste die Erfahrung selbst machen, als er sich festfuhr: "Ich hatte Glück, es war tatsächlich sehr unkompliziert". Ein Kollege habe ihn schnell freigeschleppt. Doch das Hauptproblem bleibt die Ladung: Aktuell kann Mnich nur ein Drittel der Fracht transportieren, die sein Schiff bei normalem Wasserstand tragen kann. Das belastet nicht nur die Nerven der Schiffer, sondern drückt auch extrem auf die Wirtschaftlichkeit, da die Schiffer trotz der geringen Auslastung den gleichen Aufwand haben. > Wir müssen extrem aufpassen, weil einfach kein Wasser mehr rechts und links vorhanden ist. > > > Quelle: Dominik Mnich, Binnenschiffer Die Folgen dieses extremen Wassermangels gehen weit über die Schifffahrt selbst hinaus. Wenn die Schiffe nicht mehr voll beladen fahren können, geraten wichtige Lieferketten ins Stocken – vom Brotweizen für den Bäcker bis hin zu Rohstoffen für Tierfutter und Speiseöl. Für die Schiffer bedeutet das Fahren bei Niedrigwasser puren Stress. "Wir müssen extrem aufpassen, weil einfach kein Wasser mehr rechts und links vorhanden ist", beschreibt Mnich die angespannte Lage in den schrumpfenden Fahrrinnen. Viele schwerer gebaute Schiffe müssen im Hafen bleiben, weil sie schon ohne Fracht zu viel Tiefgang haben. In dieser Krise nützt dem Binnenschiffer Mnich ausgerechnet ein "Oldtimer" aus den 1970er-Jahren. Das Schiffe sei damals so vorausschauend konstruiert worden, dass es auch bei extrem niedrigem Wasserstand noch vergleichsweise viel Ladung transportieren kann. > Die Ware muss auch bei geringsten Wasserständen von A nach B gelangen. > > > Quelle: Binnenschiffer Dominik Mnich Da der Klimawandel solche extremen Trockenphasen in Zukunft wohl noch häufiger und länger auslösen wird, muss sich die gesamte Branche anpassen. Für Mnich ist klar, dass beim Schiffskauf umgedacht werden muss: Die Schiffe müssten effizienter für flache Gewässer gebaut sein. Heute setzt der Binnenschiffer auf moderne Technik wie digitale Assistenzsysteme, die zentimetergenau anzeigen, wo in der Fahrrinne noch das meiste Wasser steht. Trotz der wachsenden Herausforderungen blickt Mnich positiv in die Zukunft und wirbt für seine Branche, denn am Ende führe kein Weg an ihr vorbei: "Die Ware muss auch bei den geringsten Wasserständen von A nach B gelangen". Schließlich sei Binnenschiffer trotz allem noch immer ein absoluter "Klasseberuf".

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episode Der Streit um die Sonntagsruhe ist alles andere als einfach artwork

Der Streit um die Sonntagsruhe ist alles andere als einfach

Läden dicht am Sonntag – das gilt ausser bei uns in dieser Striktheit nur noch in Österreich und Polen. Alle übrigen Länder haben die Öffnungszeiten teils unterschiedlich weit liberalisiert. In Frankreich, Spanien oder Belgien gelten Ausnahmen für Tourismusgebiete, in Skandinavien, Portugal, Italien gibt es praktisch keinen Ladenschluss. Auch in Deutschland fordert die Wirtschaft eine Abkehr von der Sonntagsruhe. Warum das aber nicht so leicht wäre, erklärt SWR-Wirtschaftsredakteurin Stefanie Geissler: "Dafür müsste die Verfassung geändert werden. Die Sonntagsruhe ist nämlich im Grundgesetz festgeschrieben. Das geht auf eine Regelung aus der Weimarer Reichsverfassung zurück, wonach der Sonntag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung dienen solle." Das findet DIHK-Präsident Peter Adrian nicht mehr zeitgemäß und fordert Sonntagsöffnung auch bei uns. Welche Argumente er vorlegt und was die Bundesregierung und die Gewerkschaften dazu meinen, darum geht’s im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Ralf Hecht.

14 de jul de 20263 min
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Die Ahrtalkatastrophe als Kinderbuch? Doch - das funktioniert

Die Kinderbuchautorin und Zeichnerin Petra Liemersdorf lebt in Oberdürenbach im Landkreis Ahrweiler. Schon die vorherigen Bücher über Tom, den THW-Helfer, drehen sich um das Thema Katastrophenschutz. Als sie dann die Katastrophe vor fünf Jahren hautnah erlebte, habe sie gar nicht anders gekonnt, als die Geschichte zu schreiben, sagt die Kinderbuchautorin in SWR Aktuell: "Mein gesamter Freundeskreis war von der Flut betroffen und hatte kaputte Häuser." TOMS ABENTEUER SOLL MUT MACHEN Worum geht’s? "Tom und seine Frau Jana gehen nach der Flut in den Einsatz. Vordergründig geht es um die Katastrophe. Zu Tausenden kommen die Menschen aus ganz Deutschland ins Ahrtal, um zu helfen. Das Leitthema ist der Zusammenhalt und die Mitmenschlichkeit." Eine Mutmachgeschichte soll es sein, betont die Autorin. Ein schwieriger Punkt: Wie macht man das Leid erträglich? Schließlich kostete die Flut im Ahrtal 135 Menschen das Leben. "Den Tod ausklammern, das geht nicht. Das würden die Kinder merken. Ich habe das also angesprochen, indem ich sehr behutsam eingeflochten habe, dass zum Beispiel der Toten mit einer Kerze gedacht wird." Das sei ein bekanntes Ritual und lasse die Kinder nicht in einer Ohnmacht zurück. "Es zeigt ihnen, es ist etwas Trauriges passiert, aber wir halten zusammen." Bei den Bildern hat Petra Liemersdorf auf drastische Darstellungen verzichtet. "Man kann sagen, sie sind etwas weichgespült", sagt die Autorin, die ihre Kinderbücher auch selbst illustriert, im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex. Eine besondere Rolle spielt der Hund Wuschel. Er schafft, was den vielen erwachsenen Helfern nicht gelingt. Was das ist, das erfahren Sie im Podcast.

14 de jul de 20264 min
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Iranische Angriffe auf Golfstaaten: Wie schwierig ist die wirtschaftliche Lage?

SWR Aktuell: Die Golfstaaten hängen jetzt schon seit Monaten im Irankrieg indirekt mit drin. Lässt sich der wirtschaftliche Schaden für sie denn ungefähr abschätzen? Christian Hanelt: Der Schaden für das Geschäftsmodell der reichen arabischen Golfstaaten ist hoch. Allerdings haben sie weiterhin eine große finanzielle Rücklage, denn die sechs GCC-Staaten, also Katar, Kuwait und Bahrain, auch noch Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman, sind ja quasi in einem Handels- und Politikverbund verbunden, den wir „Golfkooperationsrat“ nennen. Und die sind schon eine der dynamischen politischen und wirtschaftlichen Regionen in der Welt. > Die Golfstaaten erleben eigentlich die gleiche Zeitenwenden-Erfahrung wie wir. > > > Quelle: Christian Hanelt, Nahostexperte, Bertelsmann-Stiftung Was ich was jetzt halt bei ihnen passiert ist: Sie erleben eigentlich die gleiche Zeitenwenden-Erfahrung wie wir durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Sie merken, dass auch sie verwundbar sind, so wie wir das auch merken. Und sie versuchen jetzt im großen Tempo ihre Abhängigkeiten und ihr Risiko zu streuen. Das heißt eben insbesondere: der Abhängigkeit von der Straße von Hormus als Transitweg eben zu entgehen, indem man auf das arabische Meer, also Richtung Indien oder eben das Rote Meer ausweicht. Aber das braucht viele Investitionen, und es dauert Zeit - aber das machen sie. > Am Ende des Tages ist es besser, Gebühren an Amerikaner zu bezahlen als an eine iranische Führung. > > > Quelle: Nahostexperte Christian Hanelt SWR Aktuell: Blicken wir mal auf die Straße von Hormus. Da spricht ja US-Präsident Trump jetzt davon, dass er eine Gebühr für die Fahrt durch die Passage erheben will, von 20 Prozent des transportierten Warenwerts. Nun darf man nicht glauben, dass alles, was Trump sagt, auch so kommt. Aber das kann doch überhaupt nicht im Interesse der Golfstaaten sein, wenn jetzt die USA da plötzlich ihnen eine Gebühr für ihren Handel aufzwingen wollen… Hanelt: Nein, das kann nicht nur nicht im Interesse der Golfstaaten sein, sondern auch in unserem europäischen und deutschen Interesse. Wir sind Exportnationen, die sind Exportnationen, sie sind auch Importnationen. Man muss immer im Hinterkopf behalten: Die arabischen Golfstaaten kaufen erheblich mehr Produkte bei uns in Deutschland, in Europa ein, als sie zu uns als Erdöl und Erdgas exportieren. Alle sind abhängig von einer freien, nachhaltigen Seeschifffahrt, und das ist ein globales Recht, das überall gilt, Und hier verstößt Iran gegen internationales Recht. Die USA versuchen, das jetzt nach dem Krieg, der zur Schließung der Straße von Hormus führt, das Machtinstrument der iranischen Führung irgendwie zu korrigieren. Und am Ende des Tages, so tragisch es ist, ist es besser, Gebühren an Amerikaner zu bezahlen als an eine iranische Führung, die dann das vielleicht wieder in Disruption in der Region investieren würde. SWR Aktuell: Und trotzdem könnten sich die Golfstaaten ja die Frage stellen, ob es für sie noch so vorteilhaft ist, wenn die USA dort vor Ort sind. Hanelt: Es ist jedenfalls nicht vorteilhaft, wenn da Gebühren erhoben werden und weiter eine Unsicherheit über die Straße von Hormus besteht. Die reichen Golfstaaten versuchen das abzuschwächen, indem sie jetzt Pipelines bauen, Straßen und vor allen Dingen Zugverbindungen an das Rote Meer. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ja auch noch ein eigenes Emirat, quasi am Indischen Ozean. Sie versuchen darüber ihre Exporte und Importe laufen zu lassen. Je mehr Geld die reichen arabischen Golfstaaten investieren müssen in ihre eigene Sicherheit, in den Umbau ihrer Wirtschaft, desto weniger Geld werden sie haben, um international zu investieren. Das fällt einem manchmal nicht so als Erstes auf: Kuwait ist zum Beispiel einer der größten Finanziers von UNICEF, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar finanzieren das UN-Flüchtlingshilfswerk. All diese großen Investitionen in internationale Organisationen werden wegfallen. Genauso die wichtigen Zusatzstoffe, die Katar oder auch Bahrain oder auch Kuwait exportieren für die Nahrungsmittelsicherheit und Düngemittel. Das werden wir im nächsten Jahr merken, wenn es zu wenig Düngemittel gibt und wir dann in eine Nahrungskrise kommen. Das heißt, das, was am Golf passiert und das, wie die arabischen Golfstaaten darauf reagieren, ist in unserem Interesse, und da ergeben sich für unsere Wirtschaft in diesem Umbau des Geschäftsmodells, den diese machen, auch Chancen - und nicht nur Risiken.

14 de jul de 20264 min
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Flüsse mit Niedrigwasser: Welche Probleme hat die Binnenschifffahrt dadurch?

Der Mittelrhein besteht gerade zu einem beachtlichen Teil aus Land: aus Sand- und Kiesbänken. Sehr früh im Jahr gibt es extremes Niedrigwasser [https://www.bafg.de/DE/5_Informiert/2_Publikationen/Niedrigwasserbericht/niedrigwasserbericht_node.html], was die Binnenschifffahrt schwierig macht. Dominik Mnich, selbstständiger Binnenschiffer, musste die Erfahrung selbst machen, als er sich festfuhr: "Ich hatte Glück, es war tatsächlich sehr unkompliziert". Ein Kollege habe ihn schnell freigeschleppt. Doch das Hauptproblem bleibt die Ladung: Aktuell kann Mnich nur ein Drittel der Fracht transportieren, die sein Schiff bei normalem Wasserstand tragen kann. Das belastet nicht nur die Nerven der Schiffer, sondern drückt auch extrem auf die Wirtschaftlichkeit, da die Schiffer trotz der geringen Auslastung den gleichen Aufwand haben. > Wir müssen extrem aufpassen, weil einfach kein Wasser mehr rechts und links vorhanden ist. > > > Quelle: Dominik Mnich, Binnenschiffer Die Folgen dieses extremen Wassermangels gehen weit über die Schifffahrt selbst hinaus. Wenn die Schiffe nicht mehr voll beladen fahren können, geraten wichtige Lieferketten ins Stocken – vom Brotweizen für den Bäcker bis hin zu Rohstoffen für Tierfutter und Speiseöl. Für die Schiffer bedeutet das Fahren bei Niedrigwasser puren Stress. "Wir müssen extrem aufpassen, weil einfach kein Wasser mehr rechts und links vorhanden ist", beschreibt Mnich die angespannte Lage in den schrumpfenden Fahrrinnen. Viele schwerer gebaute Schiffe müssen im Hafen bleiben, weil sie schon ohne Fracht zu viel Tiefgang haben. In dieser Krise nützt dem Binnenschiffer Mnich ausgerechnet ein "Oldtimer" aus den 1970er-Jahren. Das Schiffe sei damals so vorausschauend konstruiert worden, dass es auch bei extrem niedrigem Wasserstand noch vergleichsweise viel Ladung transportieren kann. > Die Ware muss auch bei geringsten Wasserständen von A nach B gelangen. > > > Quelle: Binnenschiffer Dominik Mnich Da der Klimawandel solche extremen Trockenphasen in Zukunft wohl noch häufiger und länger auslösen wird, muss sich die gesamte Branche anpassen. Für Mnich ist klar, dass beim Schiffskauf umgedacht werden muss: Die Schiffe müssten effizienter für flache Gewässer gebaut sein. Heute setzt der Binnenschiffer auf moderne Technik wie digitale Assistenzsysteme, die zentimetergenau anzeigen, wo in der Fahrrinne noch das meiste Wasser steht. Trotz der wachsenden Herausforderungen blickt Mnich positiv in die Zukunft und wirbt für seine Branche, denn am Ende führe kein Weg an ihr vorbei: "Die Ware muss auch bei den geringsten Wasserständen von A nach B gelangen". Schließlich sei Binnenschiffer trotz allem noch immer ein absoluter "Klasseberuf".

14 de jul de 20264 min
episode Palästina-Demos, Schmiererei und Beleidigungen – wo der neue Antisemitismus herkommt artwork

Palästina-Demos, Schmiererei und Beleidigungen – wo der neue Antisemitismus herkommt

Seit vergangenem Jahr werden antisemitische Vorfälle in Baden-Württemberg erstmals systematisch ausgewertet. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus hat 335 Vorfälle im Land registriert. Der Projektleiter Robert Ogmann spricht dabei von der "Spitze des Eisbergs". In SWR Aktuell schildert er einen Fall, der ihm besonders aufgefallen ist: "In Kehl wurden vier als jüdisch erkennbare Mitglieder der dortigen Gemeinde von einer zufällig vorbeikommenden Person bespuckt und beleidigt. Der Täter sagte: Fuck Israel und Free Palestine. Er begründete sein Handeln mit seiner israelkritischen und propalästinensischen Haltung." Judenfeindlichkeit gibt es von rechts, von links und aus dem Islam. Eine Form ist derzeit nach Ansicht Ogmanns besonders problematisch: "Wir haben es den anti-israelischen Aktivismus genannt. Im Fokus steht da das Feindbild Israel und zunehmend auch der Zionismus. Wir reden von Vernichtungswünschen, die auf Demonstrationen gerufen werden oder als Schmierereien und auf Aufklebern, die an Hochschulen zu finden sind." Was die Politik dagegen tun sollte, wollte SWR Aktuell-Moderator Christian Rönspies von Robert Ogmann wissen.

Ayer6 min