SWR Aktuell Im Gespräch
"Die Kitas in Baden-Württemberg sind unterschiedlich auf Hitze vorbereitet - einige sind da schon weiter als andere," erklärt Kempe. Das habe damit zu tun, wann das jeweilige Gebäude gebaut worden sei. Neubau oder Altbau. "Angesichts der Tatsache, dass es sich immer nur um wenige Wochen im Sommer handelt, kocht das Thema in dieser Zeit hoch, um dann im Herbst wieder in der Versenkung zu verschwinden. Im nächsten Jahr taucht es dann wieder auf. Wir wünschen uns, dass wir uns jetzt einfach einmal vernünftig vorbereiten können." Denn es werde tendenziell eher schlimmer. WAS WIRD GEBRAUCHT? "Wir müssen gemeinsam mit dem Verband der Kitafachkräfte dafür sorgen, dass es ordentliche Hitzeschutzkonzepte gibt. Es braucht gute Grundlagen, auf die dann alle Kindertagesstätten in Baden-Württemberg zurückgreifen können." Das gehe schon beim Messen der Raumtemperatur los, sagt Kemper. Schon die Frage, wann und wo gemessen wird, müsse geklärt werden. Was gilt es ab welcher Temperatur zu beachten? Möglicherweise sei ein Warnstufensystem von grün bis rot denkbar. Denn: "Wenn ein Raum an die 35 Grad herankommt, ist er schlicht nicht mehr nutzbar." DIE KINDER MÜSSEN DRINNEN BLEIBEN "Die Kinder werden müde, sind unkonzentriert und schlafen natürlich viel schlechter. Sie sind einfach viel weniger aufnahmefähig, gerade für Angebote in der frühkindlichen Bildung, die eine Kita ja leisten möchte." Bei großer Hitze draußen sei auch die UV-Strahlung teilweise zu hoch. Stichwort Hautkrebsrisiko. Die Kinder müssten dann in den aufgeheizten Räumen bleiben. VERKÜRZTE ÖFFNUNGSZEITEN SIND KEINE LÖSUNG "Im Winter müssen oft Betreuungszeiten verkürzt werden, wenn die Erkältungswelle zu stark wird. Und im Sommer haben wir jetzt halt ein ähnliches Problem, nur auf eine andere Art und Weise." Da müsse man die Eltern leider darauf hinweisen, dass eine große Hitze in der Kita herrscht. Sie sollten sich überlegen, ob es möglich sei, die Kinder zu Hause zu lassen oder früher abzuholen. Das habe aber immer auch Konsequenzen für die Eltern, die ja auch arbeiten müssten. LEBK UND DER VERBAND DER KITA-FACHKRÄFTE HABEN SICH ZUSAMMENGETAN "In der Kita geht es ja nicht nur um die Kinder, sondern auch um die Menschen, die sie täglich begleiten. Wir schließen uns zusammen, um mehr Gehör von der Politik zu finden. Wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass das Thema Hitzeschutz in Kitas im Herbst nicht wieder von der Agenda rutscht," erklärt Kemper. Es gehe darum, im nächsten Sommer gewappnet zu sein. Bei Neubauten müsse Hitzeschutz von vornherein mitgedacht werden, ältere Gebäude müssten entsprechend saniert werden - im Zweifelsfall mit Klimatisierung.
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