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Neue Serie „Lucky“ auf Apple TV: Anya Taylor-Joy als Trickdiebin auf der Flucht

3 min · 15 jul 2026
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Eigentlich ist alles bereit für einen Neuanfang: Lucky und ihr Mann Cary feiern auf dem Dach eines Hotels, ein Koffer voller Geld wartet im Zimmer, die Flucht aus dem alten Leben ist minutiös geplant, was soll da passieren? „Alles läuft so, wie es geplant war“, sagt er. „Solange nichts schiefläuft“, antwortet sie. Die junge Frau mit den glatten roten Haaren und dem scheinbar verträumten Blick spürt es. Und dann läuft so ziemlich alles anders als gedacht. Cary ist am nächsten Tag verschwunden. Lucky findet sich daraufhin auf einer atemlos epischen Flucht: Zum einen vor einer hartnäckigen FBI-Agentin. Und dann vor ihrer hochkriminellen Schwiegermutter, die ihr Geld und ihren Sohn wiederhaben möchte. So gerät Lucky von einer ausweglosen Klemme in die nächste. Und kann sich nur durch ihren Einfallsreichtum daraus befreien – und durch ihr Talent, Leute zu manipulieren. ÜBERLEBENSWILLE DURCH TOXISCHE ELTERN-KIND-BEZIEHUNG Wie genau Lucky in diese Lage gekommen ist, das hat vor allem was mit ihrem Vater John zu tun, der im Gefängnis sitzt. Die Hintergründe erfährt man über klug dosierte Rückblenden im Lauf der Serie. Und noch so einiges mehr über potentiell toxische Eltern-Kind-Beziehungen. Den Leuten etwas vorzugaukeln und sie zu betrügen, das sei keine große Kunst, sagt ihr Vater irgendwann – sondern Natur, reiner Überlebenswille. Und den hat er seiner Tochter von klein auf eingepflanzt. DER FUNFAKTOR IST HOCH Mit diesem Überlebenswillen im Gepäck ist man in der Serie von den ersten Minuten mit hohem Tempo unterwegs: es scheppert bei Autoverfolgungsjagden, Lucky ist im Laufschritt über Trucks unterwegs, taucht blutverschmiert bei einem Kindergeburtstag unter, und sitzt kurz darauf elegant gekleidet in einem neuen Auto. Das hat was von Houdinis Entfesselungskunst und ist zwar hochgradig unrealistisch – treibt den Spannungs- und Funfaktor aber beim Zuschauen ordentlich in die Höhe. Dennoch lässt Serienschöpfer Jonathan Tropper auch immer wieder kurze Momente zum Durchschnaufen, in denen einem klar wird, was die Frauen dieser Serie durch Väter, Vorgesetzte oder Liebhaber erleiden. Und was sie an quasi Unmenschlichem leisten müssen, um sich von Schuldgefühlen zu befreien, von Existenzängsten oder dem ständigen Gefühl benutzt zu werden. ZWISCHEN OPFER UND ZOCKERNATUR Zum feministischen Rolemodel taugt Lucky zwar nur bedingt, aber wie Anya Taylor-Joy auf dem schmalen Grat wandelt zwischen zerbrechlich und berechnend, zwischen Opfer und Zockernatur, das macht den Reiz ihrer Figur aus. Mit Annette Benning als zynischer Schwiergermutter, Timothy Olyphant als Vater oder „Outer Banks“-Star Drew Starkey als ihrem Mann sind auch die anderen Rollen großartig besetzt. Wer darauf Lust hat, darf sich gefasst machen auf eine rasante Fahrt durchs Thrillergenre mit brillanter Optik und überraschenden Wendungen – wobei es sich lohnt, ganz bis zum Ende angeschnallt zu bleiben. Die Serie „Lucky“ ist ab dem 15. Juli auf Apple TV zu sehen

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Neue Serie „Lucky“ auf Apple TV: Anya Taylor-Joy als Trickdiebin auf der Flucht

Eigentlich ist alles bereit für einen Neuanfang: Lucky und ihr Mann Cary feiern auf dem Dach eines Hotels, ein Koffer voller Geld wartet im Zimmer, die Flucht aus dem alten Leben ist minutiös geplant, was soll da passieren? „Alles läuft so, wie es geplant war“, sagt er. „Solange nichts schiefläuft“, antwortet sie. Die junge Frau mit den glatten roten Haaren und dem scheinbar verträumten Blick spürt es. Und dann läuft so ziemlich alles anders als gedacht. Cary ist am nächsten Tag verschwunden. Lucky findet sich daraufhin auf einer atemlos epischen Flucht: Zum einen vor einer hartnäckigen FBI-Agentin. Und dann vor ihrer hochkriminellen Schwiegermutter, die ihr Geld und ihren Sohn wiederhaben möchte. So gerät Lucky von einer ausweglosen Klemme in die nächste. Und kann sich nur durch ihren Einfallsreichtum daraus befreien – und durch ihr Talent, Leute zu manipulieren. ÜBERLEBENSWILLE DURCH TOXISCHE ELTERN-KIND-BEZIEHUNG Wie genau Lucky in diese Lage gekommen ist, das hat vor allem was mit ihrem Vater John zu tun, der im Gefängnis sitzt. Die Hintergründe erfährt man über klug dosierte Rückblenden im Lauf der Serie. Und noch so einiges mehr über potentiell toxische Eltern-Kind-Beziehungen. Den Leuten etwas vorzugaukeln und sie zu betrügen, das sei keine große Kunst, sagt ihr Vater irgendwann – sondern Natur, reiner Überlebenswille. Und den hat er seiner Tochter von klein auf eingepflanzt. DER FUNFAKTOR IST HOCH Mit diesem Überlebenswillen im Gepäck ist man in der Serie von den ersten Minuten mit hohem Tempo unterwegs: es scheppert bei Autoverfolgungsjagden, Lucky ist im Laufschritt über Trucks unterwegs, taucht blutverschmiert bei einem Kindergeburtstag unter, und sitzt kurz darauf elegant gekleidet in einem neuen Auto. Das hat was von Houdinis Entfesselungskunst und ist zwar hochgradig unrealistisch – treibt den Spannungs- und Funfaktor aber beim Zuschauen ordentlich in die Höhe. Dennoch lässt Serienschöpfer Jonathan Tropper auch immer wieder kurze Momente zum Durchschnaufen, in denen einem klar wird, was die Frauen dieser Serie durch Väter, Vorgesetzte oder Liebhaber erleiden. Und was sie an quasi Unmenschlichem leisten müssen, um sich von Schuldgefühlen zu befreien, von Existenzängsten oder dem ständigen Gefühl benutzt zu werden. ZWISCHEN OPFER UND ZOCKERNATUR Zum feministischen Rolemodel taugt Lucky zwar nur bedingt, aber wie Anya Taylor-Joy auf dem schmalen Grat wandelt zwischen zerbrechlich und berechnend, zwischen Opfer und Zockernatur, das macht den Reiz ihrer Figur aus. Mit Annette Benning als zynischer Schwiergermutter, Timothy Olyphant als Vater oder „Outer Banks“-Star Drew Starkey als ihrem Mann sind auch die anderen Rollen großartig besetzt. Wer darauf Lust hat, darf sich gefasst machen auf eine rasante Fahrt durchs Thrillergenre mit brillanter Optik und überraschenden Wendungen – wobei es sich lohnt, ganz bis zum Ende angeschnallt zu bleiben. Die Serie „Lucky“ ist ab dem 15. Juli auf Apple TV zu sehen

15 jul 20263 min
aflevering Fast jeder zweite Jugendliche beneidet die Eltern um ihre Kindheit ohne Social Media artwork

Fast jeder zweite Jugendliche beneidet die Eltern um ihre Kindheit ohne Social Media

SOCIAL MEDIA ALS HÄUFIGSTE FREIZEITAKTIVITÄT Das Verhältnis von Jugendlichen zur eigenen Social-Media-Nutzung ist ambivalent. Das ist eine zentrale Erkenntnis der JIM-plus-Studie, die der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest untersucht hat. Die Studie untersucht das digitale Wohlbefinden von 14- bis 17-Jährigen in Deutschland. Social Media ist die häufigste Freizeitaktivität von Jugendlichen, sagt Yvonne Gerigk von der Landesanstalt für Kommunikation Stuttgart in SWR Kultur. Nicht nur in der digitalen Welt: Die Plattformen überträfen „auch analoge Freizeitaktivitäten wie Freundinnen und Freunde treffen.“ MÄDCHEN BLICKEN KRITISCHER AUF SOCIAL MEDIA In SWR Kultur erklärt Gerigk die ambivalente Nutzung: „Die Jugendlichen wissen, dass vieles auf Social Media nicht echt ist.“ So seien ihnen die Funktionsweisen von Algorithmen bewusst. Gerade Mädchen würden sich stärker mit anderen vergleichen und einen Druck zur Selbstoptimierung erleben. Etwa die Hälfte der befragten jugendlichen TikTok-Nutzerinnen fühle sich „im eigenen Körper nicht wohl“. Dennoch betonen die Jugendlichen auch den Nutzen von Social-Media-Plattformen und deren Bedeutung für Community-Bildung und Wissensvermittlung. Überraschend: 47 Prozent der Befragten blicken mit Neid auf die Eltern-Generation, die noch ohne Social-Media aufgewachsen sind.

15 jul 20268 min
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Das Universum der Comic-Künstlerin Emil Ferris im Cartoonmuseum Basel

„EIN ALBTRAUM ZU SEIN, IST NUR EIN JOB“ Emil Ferris kramt in ihrer großen Tasche, befördert eine Zeichenmappe zutage und breitet vier Bilder auf dem Tisch aus. Das Ergebnis einer von Albträumen heimgesuchten Nacht: dunkle Dämonen, seltsame Gestalten tummeln sich da: „Die warten auf den Bus“, sagt Emil Ferris. „Sie sind auch witzig und haben ihr eigenes Leben. Ein Albtraum zu sein, ist nur ein Job“, führt sie weiter aus. EIN BESONDERER BLICK AUF DIE WELT Die US-amerikanische Künstlerin hat einen wirklich besonderen Blick auf diese Welt. Und wenn sie sagt, sie gehöre zu den glücklichen Kindern, die mit schweren Behinderungen auf die Welt gekommen sind, dann ist das nicht ironisch gemeint. Wegen einer Wirbelsäulenverkrümmung ist sie in den ersten Jahren ihres Lebens ans Bett gefesselt. Schon früh beginnt sie mit dem Zeichnen: mit sechs oder neun Monaten, erzählt Emil Ferris, und dass ihre Künstler-Eltern ihr ein kleines Atelier eingerichtet hätten. Anders zu sein und arm zu sein, das sind ihre prägenden Erfahrungen. Und die Monster, die sie in Geschichten, Filmen, in Horror-Comics entdeckt und die in ihren Zeichnungen zu einer neuen Identität werden. Etliche dieser Monsterporträts hängen in der Ausstellung wie in einer Ahnengalerie nebeneinander. Dazwischen: immer wieder ein Zerrspiegel, in dem Besucherinnen und Besucher unter Umständen ihre eigenen Dämonen entdecken können. MONSTER-SEIN ALS GEGENWELT „Wir alle haben ganz verschiedene Monster. Ich lese die Comics so, dass Monster-Sein wie eine Gegenwelt ist, eine befreiende Welt, wo man alles sein kann“, sagt Anette Gehrig, Kuratorin und Leiterin des Basler Cartoonmuseums. „Wenn ich in der Monsterwelt bin, kann ich alles sein“, sagt auch die Heldin Karen in Emil Ferris' autofiktionalem Comic „Am liebsten mag ich Monster“. Karen empfindet sich als Werwolf und damit stark genug, sich den Herausforderungen eines brutalen, frauenfeindlichen Alltags in einer Stadt wie Chicago stellen zu können. In Chicago, wo Emil Ferris 1962 geboren wird, sind Mord, Gewalt, Entführung damals noch an der Tagesordnung. Auch davon erzählen die Monsterbilder in dieser Ausstellung, die erschreckend normal daher kommen. ALTE MEISTER NEU INTERPRETIERT – MIT DEM KUGELSCHREIBER Doch Chicago ist nicht einfach nur die dunkle Stadt. Genauso die Monster ist sie mehrschichtig. Es ist auch die Stadt, in der Emil Ferris ihren Weg als Künstlerin und Frau gefunden hat. Im Kunstmuseum faszinieren sie die Gemälde alter Meister und der italienischen Renaissance, die starken Göttinnen antiker Mythologien und die vielen Kreaturen, von denen die Kunstgeschichte nur so wimmelt. Emil Ferris' Interpretation der alten Meister gehört zu den beeindruckendsten Momenten in dieser absolut sehenswerten Ausstellung. Vor allem auch, weil sie die hohe Kunstfertigkeit dieser Künstlerin zeigt, die nur mit dem Kugelschreiber zeichnet. Kunst und Geschichten sind die besten Erfindungen der Menschheit, sagt Emil Ferris. Sie würden uns helfen, ein starkes Monster zu werden, das das Böse besiegt.

Gisteren3 min