Shopping und Banking: Risiko von Online-Betrug so hoch wie nie
Ob Online-Shopping oder Online-Banking – vieles erledigen wir mittlerweile im Internet. Weil es sich als praktisch und zeitsparend etabliert hat, aber es gibt eine Kehrseite: Umso mehr Geld und sensible Daten wir durchs Internet schicken, desto mehr Gelegenheiten bieten sich für Online-Betrug. Das Risiko, Opfer von Zahlungsbetrug oder einer anderen Form von Cybercrime zu werden, war noch nie so hoch wie heute.
Die technischen Möglichkeiten entwickeln sich rasant weiter und davon profitieren auch die Falschen. Betrüger nutzen mittlerweile standardmäßig KI, um Fake-Shops herzustellen, Fake-Profile oder Phishing-Mails massenhaft weiterzuverbreiten. Beides zusammengenommen erkläre die Zunahme, sagt Saidi Sulilatu, Chefredakteur bei "Finanztip", im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Petra Waldvogel.
Dabei seien Online-Shops am riskantesten, was die Zahl der Fälle angeht. Was die Höhe der gestohlenen Geldbeträge angeht, sei Banking gefährlicher.
> „Wenn sich Kriminelle über Umwege Zugang zu meinem Konto verschaffen, ist das finanzielle Schadenspotenzial natürlich noch viel höher.“
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> Quelle: Saidi Sulilatu, Chefredakteur "Finanztip"
Das bestätigen auch die Zahlen aus dem neuen "Cybersicherheitsmonitor", den das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik jährlich erstellt. Demnach wurden mehr als 10 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer in den vergangenen zwölf Monaten Opfer von Cyberkriminalität, wobei sich die meisten Fälle mit 22 Prozent beim Onlineshopping ereignet haben, 13 Prozent beim Online-Banking.
WIE KRITISCHES HINTERFRAGEN GELINGT
Damit es gar nicht so weit kommt, empfiehlt Sulilatu, im Internet grundsätzlich mit einem kritischen Bewusstsein unterwegs zu sein. Damit ließen sich zum Beispiel direkte Kontaktaufnahmen in Form von Mails oder SMS kritisch hinterfragen: "Kann das wirklich sein, dass das eine SMS von dem jeweiligen Shop ist? Und würde es überhaupt Sinn machen, dass mich ein Shop oder auch eine Bank tatsächlich von sich aus kontaktiert?" Sobald etwas seltsam oder verdächtig wirkt: Beim Shop oder der Bank direkt anrufen, nachfragen und auch dabei das kritische Bewusstsein angeschaltet lassen. Hilfreich sei außerdem der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen. [https://www.verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder-71560]
PASSWÖRTER SICHERN UND SCHÜTZEN
Grundsätzlich sei wichtig, die Übersicht zu behalten, was man wo bestellt habe. Und ein gutes Passwort-Management: "Es gibt viel zu viele Fälle, wo Leute sehr einfache Passwörter benutzen oder das gleiche Passwort bei zu vielen Shops oder Seiten." Besser: Passkeys einrichten, eine moderne Methode, die "relativ sicher" sei. Das E-Mail-Passwort sei dabei "ein ganz besonders schützenswertes", betont der Finanzexperte. Dies sei meist der Ausgangspunkt für andere Logins und die Verwaltung von Passwörtern.
Sollte man trotz Vorsichtsmaßnahmen Opfer von Cyberkriminalität werden, rät Saidi Sulilatu im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Petra Waldvogel vor allem eins: schnell sein. Bank informieren, Karten sperren, Passwörter ändern und bei einem finanziellen Schaden zur Polizei gehen.
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