Vom Country-Mädchen zur Milliardärin: ARD-Doku entschlüsselt das Phänomen Taylor Swift
EINE ÜBERMENSCHLICHE PROJEKTIONSFLÄCHE
Schon der Untertitel der Dokuserie „The Taylor Swift Years“ macht deutlich, zu was für einem Mythos die Sängerin geworden ist: Schicksalsjahre eines Superstars. Die Ähnlichkeit mit einem Film über die legendäre Kaiserin Sisi ist nicht zufällig. Denn längst ist auch Taylor Swift eine übermenschliche Projektionsfläche.
Swift-Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Ländern und Fachgebieten helfen, diese Frage zu beantworten. Sie erklären das Phänomen Taylor Swift in all seinen Facetten.
ERSTE FRAU, DIE MIT MUSIK MILLIARDEN GEMACHT HAT
„Sie ist die erste Milliardärin, die wirklich mit Musik ihre Milliarden gemacht hat“, sagt zum Beispiel die Autorin und Produzentin Janina Rook.
„Ich glaube, sie ist kein Michael Jackson, kein Wunderkind“, sagt Kulturwissenschaftler Jörn Glasenapp. „Das zeigt auch die Durchsetzungsfähigkeit Taylor Swifts, die wir immer wieder erleben.“
ELFJÄHRIGE KÄMPFT FÜR PLATTENVERTRAG
Schon als kleines Kind hat Taylor Swift Musik gemacht, vor allem Country. Als Elfjährige versucht sie auf eigene Faust, einen Plattenvertrag in der Country-Hochburg Nashville zu ergattern.
Die ganze Familie zieht schließlich sogar dorthin, um Taylor zu unterstützen. „Schon als Kind will Taylor unbedingt ins Musikgeschäft. Sie zieht von Label zu Label, kämpft für ihren Traum“, erzählt die Kulturjournalistin und Podcasterin Zing Tsjeng. „Taylor erzählt oft, dass sie zu Hause so lange mit einer großen Gitarre übte, bis ihre Finger bluteten und sie damit umgehen konnte.“
STEILER AUFSTIEG DER JUNGEN SÄNGERIN
Mit 15 dann der erste Lohn für ihre Mühen: Ein Vertrag mit einem Plattenlabel. Seitdem geht es steil bergauf für die 1989 geborene Musikerin.
Wobei es in ihrem Aufstieg immer wieder Momente gab, die sie hätten ausbremsen oder sogar scheitern lassen können. Auch das spart die dreiteilige Dokureihe nicht aus.
IMMER IHRE EIGENEN ENTSCHEIDUNGEN GETROFFEN
Zum Beispiel die Auseinandersetzung mit ihrem ersten Plattenboss, die schließlich dazu führte, dass sie ihre ersten Alben neu einspielte, um die Rechte an den Originalaufnahmen zu sichern. Ein Akt der künstlerischen Selbstermächtigung, der bis dahin nicht vorgesehen war im profitorientierten Popbusiness.
> Ich habe meine Musik immer selbst geschrieben, meine eigenen Entscheidungen getroffen, alles kuratiert. Aber die Tatsache, dass ich mein Werk jetzt ganz besitze, übertrifft alles.
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> Quelle: Taylor Swift in einem BBC-Interview im Jahr 2019
DOKU ZEICHNET DIFFERENZIERTES BILD
Die ARD Doku ist keine reine Huldigung Taylor Swifts. Vielmehr zeichnet sie ein differenziertes Bild der Sängerin. Dabei wird auch ihre Rolle im letzten US-amerikanischen Wahlkampf nicht ausgespart, in dem sie Donald Trump mal öffentlich kritisierte, mal auffällig schweigsam war.
Die Dokumentation erinnert auch an den grauenhaften Angriff auf Kinder während eines Taylor-Swift-Tanzworkshops und daran, dass ihre Shows trotzdem immer weitergehen mussten. Solange, bis islamistische Anschlagspläne Konzerte während der „Eras“-Tour unmöglich machten.
PERFEKTES MARKETING BIS ZUR HOCHZEIT
Dass die anstehende Traumhochzeit mit Footballer Travis Kelce natürlich auch einen Marketingzweck verfolgt, wird ebenso deutlich.
Bei all dem kommen die „Swifties“ ohnehin auf ihre Kosten. Alle anderen verstehen spätestens nach der insgesamt knapp anderthalb Stunden langen ARD-Dokumentation, warum Taylor Swift der größte Popstar unserer Zeit ist.
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